Ausgabe 
23.3.1938
 
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Nr. 69 Erstes Blatt

188. Zahrgang

Mittwoch, 23. Marz 19Z8

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Eine ganze große stolze Aaiion von 75 Mionen ist aufgerufen

Wir werden der Wett beweisen, daß Oesterreich zu uns gehört, daß das Bott zum Führer steht und das nationalsozialistische Aufbauwerk billigt.

Berlin, 22. März. (DNB.) Von den Massen im Sportpalast mit Stürmen des Beifalls und tosenden Heilrufen empfangen, eröffnete der Reichs­propagandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, den unter feiner Leitung stehenden größten Wahlkampf aller Zeiten mit einer ebenso inhaltsreichen wie aufrüttelnden' und begeisternden Rede, die von den deutschen und österreichischen Sendern bis in die fernsten Gaue Großdeutschlands getragen wurde.

Dr. Goebbels begann mit einem Rückblick auf die internationale Lage vor zwei Monaten, die im wesentlichen durch eine beispiellose, infame Hetze gegen Deutschland und feine Staats­führung gekennzeichnet war. Die jüdischen Draht­zieher dieser düsteren Machenschaften hatten der Welt einreden wollen, daß es in Deutschland drun­ter und drüber gehe und der Führer überhaupt nicht mehr in der Lage sei, eine eigene, selbstbewußte und entschlossene Politik zu betreiben. Ziel dieser inter­nationalen Hetze sei es gewesen, ein fünfjähriges, vom ganzen Volk in gemeinsamer Arbeit mühsam vollbrachtes Aufbauwerk durch einen großangelegten Feldzug der Lüge und Verleumdung zu diskredi­tieren. Dr. Goebbels erinnerte an die historische Reichstagsrede des Führers vom 20. Februar, die dieses internationale Lügengewebe mit einem einzigen Hieb zerriß.

Entrüstete Pfuirufe brandeten auf, als Dr. Goeb­bels, auf das Abkommen von Berchtes­gaden eingehend, den Namen Schuschnigg nannte und das Verhalten des damaligen Bundes­kanzlers eindeutig als Verrat und Wortbruch kenn­zeichnete. Der Minister legte dar, daß es des Füh­rers ehrlichste Absicht gewesen sei, zum Frieden zu kommen, während demgegenüber Schuschnigg ent­schlossen gewesen sei, unter dem Schein der Loyali­tät das Abkommen zu brechen. Es drohte die G e - fahr des Bürgerkrieges. In diesem Augen­.blick aber habe der Führer das in seiner Reichs­tagsrede gegebene Versprechen e i n l ö s e n müssen und wollen, das Versprechen, nicht zu dulden, daß deutsche Volksgenossen an den Grenzen des Deut­schen Reiches gequält würden und daß Oesterreich ein Schlachtfeld des Bolschewismus und damit ein zweites Spanien würde.

2HU Nachdruck wandle sich Winister Dr. Goeb­bels gegen den vielfach in der internationalen Presse erhobenen Vorwurf, Deutschland habe die österreichische Bevölkerung durch einen militärischen Gewalt st reich unter eine Diktatur gebeugt. Minutenlange stürmische Zustimmungskundgebungen unterstrichen seine Feststellung:Wir sind nicht in Oesterreich ein­gebrochen, sondern die österreichische Regierung Seyß-Jnguart hat uns gerufen. Sie hat uns gerufen, nicht, um das Volk zu tyran­nisieren, sondern um das Volk gegen seine Peiniger z u beschützen. Diesem Ruf tonnte sich der Führer niemals versagen. Was der Führer vorausgesehen hatte, trat ein: Das österreichische Volk dachte anders als feine vergangene Regierung, das Volk verfluchte fie als Tyrannei und begrüßte den Füh­rer als feinen Retter(Langanhal­tender Beifall.)

Als eine wunderbare Fügung der Geschichte be­zeichnete es Dr. Goebbels, daß es dem Führer -als einem Sohn der österreichischen Erde vorbehalten blieb, den tausendjährigen Traum aller wahrhaften Deutschen zu verwirklichen, daß er vom Schicksal die Gnade empfing, seine eigene Heimat wieder in das Reich zurückzuführen. Als der Füh­rer in Wien einzog, konnte die internationale Presse mit Recht feststellen, daß auf solche Art niemals und nirgendwo ein Kaiser oder König von seinem Volk empfangen worden ist. (Stürmischer Beifall.) Was (Benerationen erträumt und ersehnt hatten, wofür Hekatomben von Menschen in früheren Zei­ten geopfert worden waren, was immer die Vision der wahren Patrioten im alten Deutschland und in Oesterreich gewesen und geblieben war, das fand nun feine Erfüllung. Wie von einem Frühlingssturm sind in 24 Stunden alle Wider­stände und Hemmungen gegen die Einigung des deutschen Volkes hinweggefegt worden, das große Deutsche Reich ist nun Wirklichkeit. (Brausende Heil­rufe folgten dieser Feststellung des Ministers.)

Dr. Goebbels zerstreute dann die Befürchtungen, daß etwa der österreichisch-deutsche Volks­charakter im großen deutschen Polkscharakter unterdrückt oder mißachtet werden sollte.Wir wol­len keinen öden Zentralismus, wir sind stolz auf die Vielgestaltigkeit unserer Städte und unserer Länder. Zur Verwirklichung haben wir das Wort des Dichters vom Reich gebracht, das einst nur Sehnsucht und Hoffnung war:

Nach innen reich und vielgestaltig, nach außen stark und schwertgewaltig!"

Es wird nun", so fuhr Dr. Goebbels fort,viel­fach die Frage aufgeworfen, warum über den An­schluß noch eine Abstimmung? Gibt es doch keinen Deutschen in Oesterreich und im übrigen Reich, der zur Frage der Wiedervereinigung Nein sagen könnte. Aber wenn wir keine Wähl angesetzt hätten, würden gewisse Wahrheitsforscher in Pa­ris, London und Moskau jahrelang nicht müde

werden, der Welt einzureden, daß wir Oesterreich vergewaltigt hätten. Es soll aber nun der Welt ganz drastisch vor Augen geführt werden, daß wir es gar nicht nötig haben, Gewalt anzuwenden: wir werden es der Welt beweisen, daß Oesterreich nicht nur freiwillig, sondern freudig zum Reich gekommen ist. (Stärkster Beifall.)

Wenn nun aber gefragt wird, warum nicht nur Oesterreich, sondern auch das übrige Reich abstimmen soll, so laute die Antwort und auch diese Feststellung von Dr. Goebbels wurde von stärkstem Beifall begleitet: .Wir wollen Oesterreich nicht allein zur Wahl gehen lassen. Von jetzt ab soll das deutsche Oesterreich alles mit dem Reich gemein haben, auch fein Bekenntnis zum Reich. Damit wird diese Wahl eine wahrhaft historische.' Deutschland stimmt ab über das Reich, zugleich aber auch über eine fünfjährige Aufbau- arbeit des nationalsozialistischen Regimes." lieber diese Aufbauarbeit gab dann Dr. Goebbels einen eindrucksvollen Rechenschaftsbericht.Wir sind überzeugt, daß das deutsche Volk bei nüchternster Ueberprüfung unserer Aufbauarbeit zu dem Ergeb­nis kommen wird: sie haben getan, was Menschen kraft überhaupt nur tun kann. Der Führer hat in der Tat Deutschland vom Abgrund zurückgerissen, wenn wir auch manchmal vielleicht vergessen, wie es in Deutschland damals ausgesehen hat. Unsere österreichischen Volksgenossen dagegen werden es sich gewiß vorstellen können, weil sich Oesterreich heute noch in einer ähnlichen Lage befindet."

Dr. Goebbels wies darauf hin, daß es Deutsch­land fertiggeb'rad)t hat, die Zahl von sieben Mil­lionen Arbeitslosen auf eine halbe Million herab­zudrücken. Er wies nach, daß gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten von 11,5 Mill. 1932/33 auf 19 Millio­nen 1937/38 gestiegen ist, so daß heute praktisch von einer Arbeitslosigkeit in Deutschland überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann. Die Gesamtzahl der Konkurse und Ver­gleichsverfahren ging von 27 900 im Jahre 1931 auf 5000 im Jahre 1937 zurück, die Zahl der landwirt­schaftlichen Zwangsversteigerungen verringerte sich von 5800 auf 1670 im gleichen Zeitraum. Diese Zahlen liegen noch weit unter dem Stand der Vorkriegszeit, obwohl die Zahl der Be­triebe wesentlich zugenommen hat. Dr. Goebbels hob weiter hervor, daß die Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeiter von 3,7 Millionen im Jahre 1932 auf mehr als sieben Millionen im vergangenen Jahr angestiegen ist, was eine Erhöhung der Jahresarbeitsleistung um mehr als das Doppelte bedeutet. Im Jahre 1937 sind über 16 Milliarden Jnduftriearbeiterstunden für die Volkswirtschaft geleistet worden, d. h. 8,1 Milliarden mehr als 19 3 2. Während 1932 nur 4,2 Milliarden Reichsmark als Ersatz für ver­brauchte Maschinen neu investiert wurden, erhöhte sich dieser Betrag 1937 auf 15 bis > 16 Milliarden Reichsmark.

Weiter verwies der Minister auf die umfang­reichen Maßnahmen zur Steigerung der Er­träge der deutschen Landwirtschaft durch intensive Bearbeitung des Bodens. Auf ein Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche werden. in Deutschland 32,7 Kilogramm, in Oesterreich nur 2 Kilogramm Reinkali und an Stickstoff 19,8 bzw. 1,5 Kilogramm verwandt. Die Erfolge dieser Be­wirtschaftung in Deutschland kommen in den ge­steigerten Hektarerträgen zum Ausdruck, die im Kartoffelbau um 11 v. H. und im Zuckerrübenbau um 3 v. H. zugenommen haben. Der Bestand an Milchkühen stieg von 9,8 auf 10,2 Millionen, die Milcherzeugung insgesamt von 23,5 Milliarden Liter im Jahre 1932 auf 25,4 Milliarden Liter im Jahre 1937. Im gleichen Zeitraum stieg die ein­heimische Buttererzeugung von 419 500 auf 517 000 Tonnen. Der Bestand an Schweinen erhöhte sich im Vergleich zu 1932 um fast eine Million Tiere und beträgt heute 23,7 Millionen. Durch diese Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion fliegen auch die Verkaufserlöse der Landwirtschaft, und zwar von 6,5 Milliarden im Jahre 1932/33 auf 9 Milliarden Mark im Jahre 1936/37. Durch den Einsatz des Reichsarbeitsdienstes wurden 261 000 Hektar Oedland erschlossen, somit also eine neue Provinz für unser Volk fried­lich erobert. Durch Meliorationen wurden 300 000 Hektar landwirtschaftlich nutzbar gemacht, durch Deichbau und Flußregulierunqen schließlich 83 000 Hektar vor Hochwasser geschützt.

1937 sind 510 612 Kraftfahrzeuge hergestelll worden, fo daß die Produktion an Kraftfahr­zeugen in diesem einzigen Jahre genau fo groß gewesen ist wie der gesamte Kraftfahrzeugbe­stand Deutschlands im Jahre 1926. Gegenüber 1932 hat sich die Produktion an Personenkraft­wagen verfünffacht und der Wert der Anto- mobilausfuhr ist seitdem von 29,5 auf 136 Mil­lionen Mark im Jahre 1937 angestiegen. Dr. Goebbels bewies, daß sich der wirtschaftliche Aufschwung auch zum Wohle des einzelnen Volksgenossen ausgewirkt habe. So sei der Steigerung der deutschen Produktion eine Er­höhung des Lebensstandards gefolgt.

1937 hat das deutsche Volk über 33 Milliarden Mark mehr erarbeitet als im Jahre 1932. Das Volkseinkommen ist von 45,2 Milliarden Mark 1932 auf 68 Milliarden 1937 gestiegen.

Nach diesen Zahlen, die so überzeugend den Auf­stieg der deutschen Wirtschaft dartun, wandte sich der Minister der wirtschaftlichen Entwicklung Defterreichs zu. Er schilderte in großen Zügen, wie das Frieoensdiktat den größten Teil der öfter-

Prag, 22. März. (DRV.) Der Obmann des Bundes der Landwirt, Gustav Hacker, Hal die Sudetendeutsche Partei davon verständigt, daß der Bund der Landwirte mit dem heutigen Tage aus der Regierung austritt und bereit ist, sich ganz der sudete«deutschen Ein­heitsbewegung unter Führung Konrad Hen­leins einzugliedern. Dem Kampf des Sudeten- deutfchlums um Lebensrechl und Lebensraum sind damit neue Kräfte zugewachsen. Gustav Hacker, dem vom Reichsparteivorstand des Bundes der Landwirte die Vollmacht zu allen Entscheidungen über das Schicksal der Partei erteilt wurde, er­klärt, daß der im Jahre 1926 begonnene versuch, im Wege der Mitarbeit in der Regierung zu einer nationalen Befriedung im Staate und zur Sicherstellung der Lebensrechte der sudetendeutschen Volksgruppe zu gelangen, gescheitert sei. Eben­so habe die Politik, die mit dem Regierungsbeschluß vom 18. Februar 1937 eingeleitet worden sei, ver­sagt. Die Entwicklung der letzten Zeit erfordere die einheitliche Ausrichtung und den ge­schlossenen Einsatz aller Volkskräfte.

Alois S t e n z l, der von der Reichsparteileitung der Deutschen Gewerbepartei bevollmäch­tigte Vollstrecker, hat nachstehende Erklärung ab­gegeben:Als Bevollmächtigter der Deutschen Ge­werbepartei erkläre ich mit dem heutigen Tage die

B e r l i n , 22. März. (DNB.) Der Berliner Korre­spondent desK u r j e r Warszawski" stellt in einerDeutschland schlägt Litauen wieder feinen Schutz vor" überschriebenen Meldung die Behaup­tung auf, daß die Beilegung des polnisch-litauischen Konflikts für Deutschland eine gewisse En11äuschung sei, die man deutlich unter der nach außen künstlich zur Schau getragenen Befriedi­gung herausfühlen könne. Deutschland beeile sich jetzt, mit einem neuen (!) Angebot an L i - tauen hervorzutreten, um zu erreichen, daß Li­tauen sich unter den Schutz Deutschlands begibt. Ein derartiges Ausspielen Litauens gegen Polen von feiten Deutschlands wenige Stunden nach ihrer Verständigung werfe ein eigentümliches Licht auf die Haltung Deutschlands zu dieser Frage.

Diese Meldung ist eine Brunnenvergif­tung übel st erArt und stellt die Tatsachen buch­stäblich auf den Kopf. Amtlicherfeits wird daher gegenüber dieser ebenso dreisten wie plumpen Er­findung folgendes feftgeftellt:

Die Einstellung der Reichsregierung zu dem polnisch - litauischen Konflikt war von jeher be­stimmt von dem Gedanken einer Vereini­gung des Verhältnisses zwischen diesen beiden Staaten aus dem Boden der realen Gegebenheiten. Sowohl die litauische, als auch die polnische Regierung waren sich über die deutsche Einstellung zu dieser Frage völlig im klaren. Rach Eintreffen der polnischen Forderung auf sofor­tige Wiederaufnahme der diplomatischen Bezie­hungen zwischen Polen und Litauen hat der litauische Gesandte diese Angelegenheit i n Berlin zur Sprache gebracht. Der Reichsauhenminister hat daraufhin dem litau­ischen Gesandten erklärt, daß Deutschland die bedingungslose Annahme der pol­nischen Forderung als den einzig gang­baren Weg zur Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen den beiden Staaten an­sehe, und diese Annahme empfohlen. Die polnische Zeitung hätte gut daran getan, sich zunächst an zuständiger polnischer

reichischen Industrie und Landwirtschaft zerstört habe und wie insbesondere die zwangsweise Trennung vorn d e u t s ch e n Wirtschafts­gebiet jede gesunde Entwicklung im deutschen Bruderlande zerstört habe. Fast jeder zehnte Staatsbürger war inOe st erreich er­werbslos. Wenn man aber die Familienange­hörigen dazu zählt, war ein Fünftel der öster­reichischen Gesamtbevölkerung ohne ausrei­chende Versorgung.Jetzt aber gilt es, die österreichische Wirtschaft an den gewaltigen deut­schen Wirtschaftsaufschwung anzuschließen und in feinen starken Rhythmus einzuspannen." In gro­ßen Zügen zeigte der Minister, daß hierzu eine grundlegende Ümstellung der österreichischen Wirtschaftspolitik erforderlich fei, die sowohl die bisherige Geld- und Kreditpolitik, wie auch Indu­strie und Landwirtschaft umfassen muß. Steigerung der Produktion wird auch in Oesterreich der Hebel sein, der zur Gesundung der Wirtschaft angefetzt

Deutsche Gewerbeparsei für aufgelöst. Die Ent­wicklung der letzten Zeit hat eindeutig erwiesen, daß der Kampf des Sudetendeutschtums um feine Zu­kunft und Existenz nur geschloffen und unter einheitlicher Führung siegreich durchgefochten werden kann. Lage und Schicksal unserer deutschen Handwerker und Kaufleute find abhängig vom Ausfall des nationalpolitifchen Ringens und unserer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechte. Ich fordere die Angehörigen meiner Partei auf, sich in die deutsche Par- tei unter Führung Konrad Henleins einzugliedern.

Minister Spina

tritt aus der Prager Regierung aus.

Infolge des Austritts des Bundes der Landwirte aus der Regierung hat Minister Spina dem Staatspräsidenten Dr. Benesch sein Rücktritts­gesuch als Minister überreicht. Das Gesuch wurde angenommen. Spina war seit 1926 Minister. Wie verlautet, verhandeln die deutschen Christa lich-Sozialen über ihre weitere Haltung. Es gibt in ihr zwei Richtungen, von denen die vorn Abgeordneten Schütz und Senator Pater Hil- genrainer geführte Gruppe den Schritt des Bundes der Landwirte mitmachen und sich eben« falls, der Sudetendeutschen Partei anschliehen will. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Stelle, die über den Dorgaqg unterrichtet 1 war, z u informieren, anstatt eine fo böswillige und gefährliche Brunnenvergiftung in die Welt zu fetzen.

Warschau bedauert pariser Zweideutigkeiten.

Warschau, 22. März. (DNB.) Wie der regie­rungsfreundlicheExpreß Poranny" festftellt, hat sich nicht nur die französische Presse in unerwünschter Weise in den polnisch-litauischen Kon­flikt eingemischt und eine zweideutige, keineswegs den Frieden fördernde Rolle gespielt, sondern der gleiche Vorwurf sei auch der französischen Diplomatie zu machen. Der französische Ge­sandte-in Kowno habe Litauen zur Unnach­giebigkeit gegenüber Polen ermun­tert und die litauische Regierung davon zu über­zeugen versucht, daß man von Polen mildere Bedingungen erhalten könnte. Lediglich der realen Bewertung der Lage durch die litauische Regierung sei es zu danken, daß unabsehbare Wei­terungen aus diesen französischen Einflüsterungen ausgeblieben seien. Man könne schwerlich begreifen, wem diese französische Aktion in einem Gebiet dienen sollte, in dem Frankreich keinerlei Interessen besitze. Eins sei sicher: daß diese Aktion, die einen recht zweideutigen Charakter trage, nicht dem Frieden dienen konnte und daß sie schwerlich mit den Grundsätzen in lieberem- stimmung zu bringen ist, die unter Bundes­gen o s s e n verpflichtend sind".

Oer plan eines Litauisch-polnischen Nichtangriffspalts

Warschau, 23. März. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung desKurjer Poranny" besteht in Kowno die Absicht, mit Polen einen Nicht- a n g r i f f s p a k t abzuschließen. Die Verhand­lungen hierüber sollen in dem Augenblick aufgenom« men werden, in dem nach Einrichtung der beider­seitigen Gesandtschaften in Kowno und Warschau die Militärattaches mit den militärischen Stellen des anderen Landes Fühlung genom­men haben.

DiesudelendeuWeEinheitsbewegungmarschiell

Bund der Landwirte und Gewerbepartei lösen sich aus und empfehlen Eingliederung in die Front Konrad Henleins.

Klare Haltung Deutschlands im polnisch-litauischen Konflikt.

Lleble Brunnenvergiftung eines polnischen Blattes scharf zurückgewiesen.