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Hitlerjugend Bann 116 Gießen.

Bett.: Bewertungsappelle.

Am kommenden Sonntag, 23. Jan., finden fol­gende Bewertungsappelle statt:

Um 8 Uhr Gefolgschaft 10/116 in Lollar.

Um 10.30 Uhr Gefolgschaft 7/116 in Londorf.

Um 11.30 Uhr Gefolgschaft 8/116 in Geilshausen.

Betr.: Standortappelle vom 24. bis 28. Januar.

Vom 24. bis 28. Jan. finden folgende Stand­ort a p p e l l e statt:

Montag, 24. Jan. in Steinbach um 20.15 Uhr. Dienstag, 25. Jan., in L i ch um 20.30 Uhr.

Dienstag, 25. Jan., in Nieder-Bessingen mit den Standorten Röthges und Ober Bessingen um 20.15 Uhr.

Dienstag, 25. Jan., in Ettingshausen mit Münster um 20.30 Uhr.

Donnerstag, 27. Jan., in Hungen mit den Standorten Villingen u. Nonnenroth um 20.15 Uhr.

Donnerstag, 27. Jan., in Rodheim mit den Standorten Steinheim, Langd, Rabertshausen, Unter- und Ober-Widdersheim um 20.30 Uhr.

Freitag, 28. Jan., in Bettenhausen mit den Standorten Langsdorf, Birklar und Mufchenheim um 20.15 Uhr.

Freitag, 28. Jan., in Bellersheim mit den Standorten Inheiden, Utphe, Obbornhofen und Trais-Horloff um 20.30 Uhr..

weitere Hausabbrüche zur Altstadtfanierung.

Das Stadtbauamt bringt nunmehr weitere Ab­bruchsarbeiten im Zuge der Altstadtsanierung (Ab- schniu in der Schloßgasse, am Kirchenplatz und am Lindenplatz in Gang. Die Abbruchsarbeiten sollen öffentlich vergeben werden. Die Spitzhacke wird bei diesen Häusern voraussichtlich Ende Fe­bruar in Tätigkeit gesetzt. Die jetzigen Bewohner der abzubrechenden Häuser haben zum Teil mit Hilfe der Stadt, zum Teil durch eigene Initiative im Schwarzlachgebiet und in anderen Stadtteilen Wohnungen erhalten.

Giehener Wochenmorktpreije.

* G i e ß e n , 22. Jan. Auf dem heutigen Wochen- martt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, deutsche vollfr. Eier, A 12C 11%, ausländ. Kühlhauseier 11 und 12, ausländ. Eier 12%, junge Hähne, % kg 1,20 bis 1,30 Mark, Suppen­hühner,90 bis 1,, Gänse 1,10, Enten 1,30 Mark, Tauben, Stück 50 bis 60 Pf., Wirsing, grün, % kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelberüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 28 bis 35, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meer­rettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Aepfel 10 bis 20, Birnen 8 bis 20, Blumenkohl, Stück 45 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf., Kartoffeln, Zentner 3, bis 3,45 Mark.

*

** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage feiert der Aufscher Karl Schäfer aus Albach bei den Gailfchrn Tonwerken fein 25jähriges Arbeits- Jubiläum. Herr Schäfer hat seine Tätigkeit bei der Firma als Grubenarbeiter begonnen und wurde nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit dem Aufseherposten betraut. Der Jubilar hat sich das Vertrauen der Firma und der Gefolgschaft in hohem Maße erworben, und es wird ihm allseits eine weitere lange, ersprießliche Tätigkeit im Inter-, esse des Betriebes gewünscht. Durch die Firma und feine Arbeitskameraden wird der Jubilar an feinem Ehrentage entsprechend gefeiert werden.

** Verbreiterung und Geradelegung des Aulweges. Gegenwärtig sind Arbeiter da­mit beschäftigt, tm Aulweg zwischen dem Schiffen- berger Weg und dem Riegelpfad die Kanalisation neu, entsprechend dem jetzigen Straßenzug, zu ver­lege». Wie erinnerlich, wurde vom Oberbürger­meister Ende vorigen Jahres die Geradelegung des Aulweges beschlossen, um die scharfe Kurve am Bahnübergang unmittelbar am Riegelpfad zu ver­meiden. Diese Arbeit ist jetzt in 21 griff genommen und die neue Straße bereits feftaelegt worden. Die Fahrbahn des Aulweges zwischen Schiffenberger Weg und Rtegelpfad wird dabei auf 6,5 Meter ver­breitert. Zu beiden Seiten werden Bürgersteige von je 3,25 Meter Breite entlanggeführt.

** Rege Bautätigkeit im Eichgärten­ge b i e t. Ecke Fröbel- und Curtmannstraße hat der Geschäftsführer Fr. Rehnelt^den Bau eines Doppelhauses mit neun Dreizimmerwohnungen be­gonnen. Die Arbeiten sind inzwischen bis zum Kel­lergeschoß vorangebracht. Mit diesem Bauvorhaben wird die Kreuzung Fröbelstraße, Curtmannstraße und Tannenweg nach neuen städtebaulichen Ge­sichtspunkten abgeschlossen. Auch der hier geschaffene Freiplatz erhält damit einen würdigen Rahmen. Wie das Stadtbild günstig beeinflußt wird, so ent­sprechen auch die Wohnungen selbst allen Erfor­dernissen der Neuzeit. In der oberen Fröbelstraße hat die Baufirma Frese mit dem Bau von sechs Häusern mit insgesamt 12 Wohnungen beginnen lassen. Beide Baugruppen werden beschleunigt durchgeführt, so daß im Nachsommer dort mit dem Zugang von 21 Wohnungen zu rechnen ist.

** Erweiterung des Gartens der Hautklinik. In den vergangenen Wochen wurde an der Gaffkystraße, und zwar von der Universitäts- Hautklinik nach der Psychiatrischen Klinik zu, eine stattliche Mauer gebaut, die nunmehr das dahinter­liegende Gelände dem Einblick entzieht. Der Gar­ten der Hautklinik wird eine erhebliche Erweite­rung erfahren. Die erweiterte Gartenanlage soll schon im kommenden Sommer ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Boden ist für die Rasen­flächen, für Busch- und Baumanpflanzungen be­reits vorbereitet. Den Patienten der Hautklinik, die häufig in ihrer körperlichen Bewegungsfähigkeit nicht behindert sind, soll dort die Möglichkeit ge­geben werden, Rasenspiele zu treiben, damit sie leichter über langweilige Zeiträume hinwegkommen. Ferner ist vorgesehen, eine Liegehalle zu schaffen, die Sonnen- und Luftbäder gestattet, außerdem ist die Erstellung einer Dusche geplant. Die Garten­anlagen werden so angelegt, daß sie für beide Ge­schlechter getrennt benützt werden können.

** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des fünften Abschnittes der Stadttheater-Stamm- Miete hat am Montag, Dienstag und Mittwoch näch­ster Woche zu erfolgen.

** Verhängnisvoller Sturz von der Treppe. In einem Haufe am Landgraf-Philipp- Platz kam in der Nacht zum Freitag eine ältere Frau schwer zu Fall. Sie stürzte die Treppe hinab und erlitt dabei einen schweren Schädelbruch. Die bedauernswerte Frau mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. > '

NS.-Irauen tagen in Gießen.

Beginn der Arbeit im neuen Zahr.

Aus dem Kreise Gießen versammelten sich am Mittwoch die Ortsfrauenschaftsleiterin­nen zu einer Arbeitstagung.

Die Kreisfrauensckastsleiterin Frau Wrede be­grüßte nach gemeinsamem Gesang die Frauen, rief sie in eindringlichen Worten zu treuer Mitarbeit auf und betonte die Pflicht jeder Leiterin, in ihrem Ort Vorbild und Beispiel im täglichen Leben zu sein.

Um einen Ueberblick über die zu leistende Arbeit zu geben, sprachen dann von den Aufgaben der verschiedenen Arbeitsgebiete die Abteilungsleiterin­nen des Kreises, lieber den Reichsmütter- dienst brichtete ausführlich die neue Abteilungs­leiterin Schwester Emely G v b b e r s ; sie hat die Frauen, in ihren Orten immer wieder aufklärend zu wirken und für die Lehrgänge der Mütterschu­lung zu werben, deren Notwendigkeit von allen er­kannt wird. Sie sprach dann noch über die. ver­schiedenen Wanderlehrerinyen und über ihre Un­terbringung und Betreuung.

Die Abteilungsleiterin von Volkswirt­schaft-Hauswirtschaft bat die Frauen, sich in ihren Orten für die Werbung zum Anlernjahr

und zur hauswirtschaftlichen Lehre einzusetzen. Sie hob hervor, daß gerade im Gau Hessen-Nassau be­reits schöne Erfolge in dieser Richtung zu verzeich­nen sind. Sie teilte dann den Frauen mit, daß am 6. Februar in Gießen imEinhorn" ein Lehrgang für die Abteilungsleiterinnen des Kreises PZetterau stattfindet. Es werden dabei Kartoffelgerichte aller Art, Eintopfgerichte und Osterkuchen gezeigt werden.

Frau Klewitz berichtete über die Aufgaben der Abteilung Presse und Propaganda, wäh­rend Frau Schön grundsätzliche Fragen des Schlichtungsausschusses behandelte.

Die neue Leiterin der Abteilung- F e st - und Feiergestaltung, Frau Kranz, sprach dann über ihre Pläne zur Ausgestaltung der Pflicht­abende und feierlichen Veranstaltungen. Sie gab bekannt, daß eine Büchersammlung in Gießen ge­schaffen wird, bei der die Leiterinnen sich nach Wunsch Bücher zum Vorlesen in der Gruppe aus­leihen können.

Nach kurzer Mittagspause wurde die Tagung im Verein mit den Kassenverwalterinnen fortge­setzt. Es fand eine Aussprache über kassentechnische und organisatorische Fragen statt. F. K.

Vierjahresplan und deutsche Tkeustoffe.

Die Kreisgruppe Gießen des N S. - R e ch t s - Wahrerbundes bereitete am gestrigen abend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts ihren Mitgliedern wieder einen interessanten Vor­tragsabend. Oberstaatsanwalt K n a u ß hieß die zahlreichen Teilnehmer willkommen. Sodann sprach der Gau-Hauptstellenleiter, Diplom-Ingenieur Dr. Scholz über das ThemaVierjahresplan und deutsche Neustoffe".

Der Vortragende stellte seinen Ausführungen einige grundsätzliche Erwägungen über den Begriff des Rechtswahrers und seine Aufgaben voraus und betonte, das oberste Gesetz sei, so zu entscheiden, daß das Urteil dem Volke nütze. Das Volk insgesamt habe ein Recht auf Freiheit, die die Betätigung sei­ner Anlagen gestatte. Diese Freiheit des Volkes setze die Wehrfreiheit voraus, die nicht denkbar fei ohne eine starke Wehrmacht.

In seinen weiteren Ausführungen gab der Vor­tragende einen anschaulichen Ueberblick über die Rohstofflage unseres Vaterlandes, wie sie sich vor dem Kriege, nach dem Kriege und in jüngster Ver> gangenheit dargestellt hat. Der Redner ließ keinen Zweifel darüber, daß der deutsche Rohstoffbedarf auf manchen Gebieten unbefriedigend gedeckt war und es zum Teil noch ist. 2Iber er gab in seinen weiteren Darlegungen ebenso klar Aufschluß dar­über, daß Deutschland auf dem besten Wege ist, sich in feiner Rohstoffwirtschaft vom Ausland unab­hängig zu machen.

Für die Faserstoffe laute die Lösung Zellwolle. Diese stelle einen idealen Frauenkleidungsstoff dar,

außerdem ein ausgezeichnetes Effektgarn für Män­nerkleidung. Für die mangelnden Metalle heiße die Lösung Leichtmetalle. Diese seien durchaus Fort- schrittstoffe. Für mangelnde Treibstoffe liege die Lösung in den deutschen Kohlenlagern durch Hy­drierung begründet. Nach dem Verfahren Sergius werde aus der Kohle Benzin gewonnen. Der Proto­typ des Neustoffes aber fei der synthetische Kaut­schuk, der in mancher Hinsicht dem natürlichen Kaut­schuk, überlegen fei. Synthetischer Kautschuk sei un­empfindlich gegen Del, hitzebeständig, widerstands­fähig gegen Abrieb und gegen Alterung. In wei­teren Darlegungen sprach der Redner noch von manchen anderen Neustoffen, die inzwischen längst Eingang gefunden und sich bewährt haben. Schließ­lich kam der Redner noch auf die neuen Möglich­keiten der Umwandlung von Holz zu Eiweiß und Zucker zu sprechen und wies hier große Perspek­tiven auf.

Der Redner betonte, daß es unser aller Aufgabe sei, noch bestehende ungerechtfertigte Vorurteile gegen Neustoffe beseitigen zu helfen, immer deut­sches Material zu verwenden und deutsch zu denken. Der Bauer müsse sich endgültig mit der Kraft des Motors anfreu nb en, damit es ihm möglich werde, höhere Erträge zu erzielen. Für uns komme es darauf an, uns die Kräfte der Natur, aufgeschlossen durch die Technik, nutzbar zu machen und unsere menschliche Kraft zu vervielfachen, um zu jener Freiheit zu gelangen, die uns die Möglichkeit zur vollen Betätigung unserer vielfältigen völkischen Anlagen verschafft.

Aus der engeren Heimat.

Altes Spinnfluben-Liedgut wird der Jugend vermittelt.

§ Nonnenroth (Kreis Gießen), 21. Jan« Be­reits vor dem Kriege konnten Kenner des dörflichen Lebens die bedauerliche Tatsache feststellen, daß eine geistige V.erslachung unseres dörflichen. Ge­meinschaftslebens in steigendem Maße Platz griff. Das Schwinden der Liebe zu Heimat und Scholle war wohl die eigentliche Ursache dieser beklagenswerten Erscheinung. Zwar wurde dieser Prozeß einlr zunehmenden Verstädterung in Klei­dung und Sprache und der gesamten geistigen Hal­tung durch den großen Krieg zunächst aufgehalten. Er ließ den Frontkämpfer im Schützengraben, fern der Heimat, die Heimat als den köstlichsten Wert von neuem erleben; aber die Nachkriegszeit Der« schüttete, und diesmal scheinbar für immer, die neu aufgebrochene Quelle deutschen Heimatsinnes.

Am deutlichsten war diese Entwicklung im inne­ren Leben der dörflichen Spinn st u be spür­bar. Sie als der Sammelpunkt der Geselligkeit der Dorfjugend hätte Pflegestätte des Heimaksinnes sein können, wie sie es zu Väterzeiten gewesen war; aber sie verkümmerte immer mehr, seitdem das Liedgut der früheren Spinnskuben nicht mehr Ge­meinbesitz der Dorfjugend war. Die alten, einst von Geschlecht zu Geschlecht vererbten Spinn st uben- lieber, in ihrem Gehalt gewiß nicht gleich wert- voll, hatten mehr und mehr den modernen Groß­stadt-Schlagern und Gassenhauern weichen müssen. Nur bei der älteren Generation des Dorfes sind diese Spinnstubenlieder, meist echte Volkslieder, noch lebendig. In ihrem Text und ihrer Weife spiegelt sich heute den Männern und Frauen im ergrauten Haar das Glück ihrer Jugendtage. In diese ver­klungene Welt tauchen sie immer gern wieder ein, wenn bei festlichen Anlässen im Rhythmus der fro­hen Stimmung die Tür zu der verborgenen Schatz, kammer aufspringt. Dann singen die Alten, aber die Jungen können nur zuhören. Das ist ein Zustand, der nicht natürlich genannt werden kann und da­her geändert werden muß.

Von dieser Ueberlegung ausgehend, haben sich eine Anzahl älterer Männer mit dem Lehrer un­serer .Gemeinde zufammengefunden und beschlossen, einmal in der Woche mit der gesamten Jugend des Dorfes einen Singe-Abend zu veranstalten. Freiwillig und ohne jeden Zwang kommen sie, die Alten und die Jungen, zum gemeinsamen Singen der alten Lieder. Und es ist eine Freude, mit wel­cher Liebe und Begeisterung die alten Weisen ge­sungen werden. Jeder Singe-Abend wird in der Weise vorbereitet, daß in einer vorausgehenden Be­sprechung mit den älteren Sängern die Auslese der Lieder vorgenommen wird, damit nur wertvolles Liedgut der Jugend vermittelt wird. Text und Weise werden in gemeinsamer Besprechung' genau festgelegt, sprachliche oder gesangliche Unebenheiten berichtigt. Der schriftlich niedergelegte Text wird sodann den beiden hier bestehenden Spinn- stubengemeinschaften ausgehändigt, von diesen an den Spinnstubenabenden in ein Heft ein­getragen und so vorbereitet, daß die Singe-Abende voll für das Einüben der Melodien verwendet wer­den können.

So hegen wir hier die begründete Hoffnung, verschüttetes altes Volksliebergut im Bewußtsein unseres Dorfes wieder lebendig werden zu lassen. Es ist erstaunlich, welche Fülle schöner alter Lieder bereits verklungen waren, sie wären geeignet, den Spinnftuben' unserer Dors- jugenb wieder mehr Gehalt zu geben, die Jugend

selbst verlangt danach. Es ist aber auch die höchste Zeit, daß dieser Schatz noch gehoben und zu neuem Leben erweckt wird, bevor er mit der älteren Ge­neration für immer ins Grab sinkt.

Aus dem Gefängnis entwichen.

* Alsfeld, 21. Jan. Vor etwa zwei Wochen wurden bei einer Razzia der Gendarmerie eine Anzahl Zigeuner wegen zahlreicher Fahrrad- unb Wäschediebstähle in der Umgegend von Als­feld verhaftet. Die Burschen wurden hier auf dem Gefängnishof mit Holzhacken beschäftigt. Diese Arbeit gefiel ihnen aber nicht, und zwei von ihnen kletterten bei passender Gelegenheit auf einen gro­ßen Holzstoß und von dort über die Mauer. Bis jetzt konnten die Ausreißer noch nicht wieder gefaßt werden.

Landkreis Gießen.

* Wiese ck, 21^ Jan. Der Gesangverein Eintracht" Wivfeck hielt im Dereinslokal seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Der Ver­einsführer L. Balser erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß die aktiven Sänger unter der Stabführung ihres bewährten Chor- meifters Fritz Leib (Gießen) günstige Bewertung ernten konnten, insbesondere auf dem Wertungs­singen in Großen-Buseck. Am 19. Februar hält der Verein seinen diesjährigen Maskenball. Außerdem besucht der Verein das Gausängerfest in Gießen, und beabsichtigt im Laufe des Jahres eine Rhein­fahrt. Einige junge Sänger haben sich dem Verein angeschlossen. Der Vorstand bleibt in seiner bis­herigen Zusammensetzung im Amt. Nach dem Kas­senbericht und der Entlastung des Rechners W. H o f wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

J) fi o 11 a r, 22. Jan. Am heutigen Samstag vollendet unser Mitbürger Wilhelm D e u ß i n g sein 7,8. Lebensjahr. Der alte Herr, der, außer einem langjährigen Beinleiden, sich sonst noch bester körperlicher und geistiger Frische erfreut, ist ein treuer Leser des Gießener Anzeigers. Dem Jubilar unsere besten Glückwünsche.

# Saubringen, 21.Jan. Der hiesige Ge­sangverein hielt im Saale von Erb einen Theaterabend ab. Nach einigen Liedern des Chores und nach einer Begrüßungsansprache des zweiten Vereinsführers, August Kümmel, gelangten zwei Theaterstücke zur Aufführung, die sehr beifällig aus­genommen wurden.

G Staufenberg, 21. Jan. Der hiesige Ge­sangverein hielt bei Gastwirt Geißler seine Hauptversammlung ab. Nach einem Lied des Chores erstattete der Vereinssührer Fuchs den Jahres­bericht. Anschließend gab Vereinsrechner Schäfer den Stand der Kasse bekannt. Der Vorstand blieb mit zwei Ausnahmen in feiner bisherigen Zu­sammensetzung im Amt. Mitglied H. Abel wurde als zweiter Vereinsführer und H. Grölz als Schriftführer in den Vorstand aufgenommen.

wg Groß en-Buseck, 21. Jan. Im Gemeinde­wald fand dieser Tage die erste Brennholz - 23er Steigerung statt. Viele Kaufliebhaber hat­ten sich eingefunden. Für je 2 Raummeter wurden bezahlt: Buchenscheite 16 bis 18 Mark, Buchen- knuppel 11 bis 12 Mark, Eichenscheite 11 bis 14 Mark, Elchenknüppel 8 bis 9 Mark, Buchenreisig 4 bis 5 Mark, und Eichenreisig 1,50 Mark je 5 Raummeter.

wg Großen-Buseck, 21. Jan. Auf Ein­ladung bes Bürgermeisters fand eine Versammlung statt, in der eingehend über die Beschaffung

der Stühle für die Turnhalle gespro­chen wurde. Neben den Vertretern der Partei und der Gemeinde waren auch die Vertreter der Ver­eine dazu eingeläben. Nach längerer Aussprache wurde beschlossen, die Stühle auf dem Wege der freiwilligen Stiftung zu geschaffen. Es soll eine Sammlung im Orte ftattfinben, ferner ist damit zu rechnen, daß sich die Vereine und Ge­nossenschaften im Orte mit entsprechenden Beträgen beteiligen. Für die Halle sind etwa 800 Stühle not­wendig. Die Verbrauchergenossen­schaft Gießen hielt für die Großen-Busecker Verteilungsstelle eine Mitgliederversammlung ab. Geschäftsführer Schenk erstattete den Jahres­bericht, dem zu entnehmen war, daß der Umsatz dec Genossenschaft gestiegen ist. Im Anschluß an den Geschäftsbericht wurde ein Tonfilm gezeigt: der Einblick in die Betriebe der Verbrauchergenossen­schaften gestattete. Geschäftsführer Storck- Gießen ermahnte stets zur Genossenschaft zu stehen.

< Reiskirchen, 21. Jan. Die Zelle Reis­kirchen der NSDAP, hielt im Parteilokal Fritzel ihr-rn ersten Zellenabend im neuen Jahre ab. Pg. Sack gab*einen Bericht über den Werde­gang der NSDAP. Zellenleiter Pg. R o t h hielt einen Vortrag überUeberstaatliche Mächte im Zweiten Reich", der mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Der GesangvereinHar­monie" hielt seine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer erstattete den Jahresbericht, dem u. a. zu entnehmen war, daß der Verein bei einem Wertungssmgen im abgelaufenen Jahre sehr gut abgeschnitten habe. Dann ehrte er eine Anzahl SangeSbrüder mit goldenen und silbernen Ebrev» nadeln für regelmäßigen Besuch der Singstunden In den letzten Jahren. Er sprach noch über die Teil-

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nähme am Gausängerfest in Gießen, zu dessen Aus­gestaltung der VereinHarmonie" durch den Vor­trag verschiedener Hauptstücke zu einer großen Hymne beizutragen hat. Hierbei kommt auch ein Knabenchor zum Vortrag, den der Dirigent, Chor­meister Nicolai, mit hiesigen Knaben einüben wird. Nach der Verlesung des Kassen- und des Jahresberichtes wurde dem Kassenwart und dem Schriftführer Entlastung erteilt. Die Kasse schloß mit einem erheblichen Ueberschuß ab. Die Kame­radschaft der NS.-Kr ie gs o pf erver sorg un g Reiskirchen, zu der alle Orte der Umgebung gehören, hielt im SaaleZum Hirsch" ihre Jahres­hauptversammlung ab. Der Kameradschaftsführer gab einen aufschlußreichen Bericht über die Arbeit im verflossenen Jahre.

D Weickartshain, 21. Jan. Die älteste Ein­wohnerin unseres Dorfes, Frau Anna Katharina H öni g W w e., geb. Schmidt, begeht heute, 21. Januar, in körperlicher und geistiger Gesundheit ihren 8 6. Geburtstag.

od Cberstadt, 21.Jan. Die hiesige Evan­gelische Frauenhilfe hielt im Saale der alten Schule ihre Jahreshauptversammlung ab. Frau Ködding hieß die Teilnehmer willkommen. Die Kassenwalterin erstattete den Jahresbericht, der von reger Tätigkeit der Frauenhilfe Zeugnis ab-- legte. Der anschließend bekanntgegebene Kassen­bericht wurde in Ordnung befunden. Vom lieber« stand wurden 20 Mark für die Beschaffung einer neuen Orgel bewilligt. Bürgermeister G ö r 1 a ch hielt zum Schluß noch eine kurze Ansprache und dankte der Leiterin der Frauenhilfe für die Arbeit im vergangenen Jahre. Bei Kaffee und Kuchen sowie bei einigen gemeinsam gelungenen Liedern blieb man noch geraume Zeit beisammen.

Kreis Wetzlar.

D Rodheim a. d. Bieber, 21.Jan. In der Werkstatt des hiesigen Schreiners P e p p l e r er­eignete sich ein Unfall. Der 15jährige Lehrjunge fiel so unglücklich gegen d i e Bandsäge, daß er erhebliche Schnittwunden am Arm erlitt und nach erster ärztlicher Hilfeleistung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte.

Lützellinden, 21. Jan. Dieser Tage konnte der Landwirt Georg Lenz sein 81. Lebensjahr vollenden. Der Jubilar ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Trotz feines hohen Atters nimmt er noch an allen landwirtschaftlichen Arbeiten teil. Seit 1916 ist er Witwer. Von feinen 4 Kindern leben noch 3, es zählen ferner zum Kreise seiner Familie neun Enkel und drei Urenkel. Seiner Militärdienstpflicht genügte er von 1878 bis 1881 bei dem Feld-Artil- lerie-Regiment 27 in Mainz. An allem Zeitgeschehen nimmt er noch regen Anteil. Nachträglich herzlichen Glückwunsch!

ORunhfunfprogromm

Sonntag, 23. Januar.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gnmnastik. 8.30: Christ­liche Morgenfeier. 9: Kleiner Bauernkalender. 9.15: Chorgesang. 9.45: Dichter im Dritten Reich. Thils von Trotha. 10: Neujahrsappell der SA.-Gruppe Westmark. Ausführende: Musikzug der SA.-Gruppe Westmark unter Leitung von Musikzugführer Her­mann Passens, Chor der SA.-Gruppe Westmark. Es spricht Gruppenführer Gräntz. Aufnahme.) 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Dichter und Kämpfer. Lord Byron und der deutsche Geist. Hörfolge zum 150. Geburtstag des Dichters (22.1. 38) 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. Das Spitzentuch der Königin. Ein luftiges Kasperlspiel. 14 30: Uns gehört der Sonntag? Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Deutsche Scholle. Ein Wintertag in einem Dorf der hohen Rhön. 16: Nachmittagskonzert, mit Berichten von der Europa-Meisterschaft im Eiskunst­lauf für Frauen in St. Moritz und von der inter­nationalen Wintersportwoche Garmisch-Partenkirchen 1938. 17: Nachmittagskonzert. 18: Brettl von gestern und heute. Eine vergnügliche Stunde. 19: Nachrich­ten. 19.10: Klaviermusik 19.40: Svortspiegel des Sonntags. 20: Das glückliche Ende. Szenen aus be­kannten Operetten. 22: Nachrichten.

Montag, 24. Januar.

6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkon- Zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nach­richten. 10: Schulfunk. Der Mann 'im Wolfsfell. Nach einem alten Märchen. 10.30: Musik zur Werk­pause. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: Die fliegende Uhrmacherschule. 12: Schloßkdnzert. 13: Nach.-ick« ten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Volk und Wirt­schaft. Was versteht man unter Handelsspanne? 15.15: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir . . 15.45: Der Sport der Jugend. Große Kämpfer als Vorbilder. 16: Musikalischer Atlas. 18: Zeitgeschehen 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 21:Zeppelin-Kapitän Ernst August Lehmann". Erinnerungen von Max Geisen- heyner. 21.15: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten.