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AS.-Gemeinschaft .^kraft durch Jreube.

Deutsches Volksbildungswerk: Vortrag am 21.6.38.

In Verbindung rnst dem NS.-Do^entenbund ver­anstalten wir am 21. 6. 1938 um 20.30 Uhr in der Aula der Universität einen Vortragsabend. Es spricht Prof. Dr. Günther-Frai^ überDasJudentum in der deutschen (Zeistesgeschichte". Eintritt frei!

Alle Volksgenossen, besonders alle Wolter und Warte, sind freundlichst eingeladen.

handharmonlka-Kursus.

Dienstag, den 28. 6.1938, beginnt der neue Hand- Harmonika-Kursus (diatonisch) für Anfänger. Es kön­nen noch einige Anmeldungen, in unserer Karten­verkaufsstelle, Seltersweg 60, zu diesem Kursus er­folgen. 4233D

Kreisfrauenschast.

rNüllerschulung in Gießen.

gfs. In nächster Zeit beginnt hier der Mütter­dienst außer dem Lehrgang im Kochen einen Kur­sus in Gesundheitslehre und häuslicher Kranken­pflege, den Schwester Iosefine Englert durch­führen wird. Frauen und Mädchen, die daran teil­nehmen wollen, können sich auf der Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, oder bei den Ortsfrauen- schaftsleiterinnen melden.

VOM-Llntergau 116.

Am Dienstag, 21. Juni, findet um 20 Uhr eine Besprechung der Pressemädel auf der Dienststelle des Untergaues statt.

BDAl.-Verk, Arbeitsgemeinschaft für Auslandkunde.

Der erste Dienst für die Arbeitsgemeinschaft für Auslandkunde findet nicht am Dienstag, sondern Mittwoch, um 20.15,Uhr, im Gymnasium, statt.

LM.-Untergau 116, Gießen.

Am Donnerstag, 23. Juni, kommen die' JM- Gruppenführerinnen der JM.-Gruppen 1 bis 4/116 um 15 Uhr zu einer Besprechung auf die Dienststelle des Untergaues.

Freiwillige für die Luftwaffe.

DNB. Das Reichsluftfahrtministerium gibt fol­gendes bekannt:

1. Für die Annahme von Freiwilligen zur Ein­stellung im Frühjahr 1939 bei der Fliegertruppe und der Luftnachrichtentruppe steht nur noch sehr kurze Zeit zur Verfügung. Den Bewerbern wird deshalb dringend angeraten, sich sofort bei einer Fliegerersatzabteilung, einer Abteilung oder einer Kompanie der Luftnachrichtentruppe zu melden. Bei später eingebenden Gesuchen besteht die Gefahr, daß das Annahmeverfahren bis zum Meldeschluß (5. Juli 1938) nicht mehr durchgeführt werden kann, und die angestreote Einstellung im Frühjahr 1939 nicht mehr möglich ist. Auskunft über die Bedin­gungen und über den vorher abzuleistenden Ar­beitsdienst erteilen die genannten Truppenteile, die Wehrbezirkskommandos und die Wehrmeldeämter. DasMerkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe" wird durch die angegebenen Dienststellen an die Bewerber auf Anforderung ausgehändigt.

2. Einstellungsgesuche bei anderen militärischen Dienststellen sind zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers.

3. Bei der Flakartillerie und beim Regiment General Göring werden im Frühjahr 1939 keine Freiwilligen eingestellt.

4. Der Zeitpunkt für die Meldungen von Frei­willigen für die Herbsteinstellungen 1939 bei Flie­gertruppe, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe und Regiment General Göring wird noch durch die Presse und Rundfunkt bekanntgegeben.

Oie neue Leibeserziehung in der Schule.

NSG. In Gießen fand eine Kreistagung des NS.-Lehrerbundes statt. Im Mittelpunkt der Ver­anstaltung stand ein Vortrag des Referenten der hessischen Landesregierung, Schulrat Klen k (Darm­stadt). Der Redner gab in seinen Ausführungen eine klare Kennzeichnung der heutigen Leibes­erziehung in der Schule. Ausgehend von den

Oer Schießmeister.

Don Gert Lynch.

Bruchmeister Hartwich sah auf st)ie Uhr. Dann hob er die Hand und gab das Zeichen. Der Kopf im Maschinenhausfenster verschwand, und im näch­sten Augenblick heulte die Sirene über das Gelände der Granitwerke.

Fast gleichzeitig verstummten das Trommelndes Knackbrechers und das Knattern des Preßluftboh­rers. Dann fetzte Has Rauschen der Steinschleiferei aus. Nur das Helle Plänkern der Hämmer in den Buden der Pflastersteinhauer war noch zu hören. Bis auch das versiegte, und der Betrieb völlig still stand.

Mit Steinmehl bedeckte Arbeiter strömten in dich­ten Scharen nach der Kantine. Die Massen stauten sich vor den Türen. Auch in der Schmiede gab es Gedränge. Stumpfe Spitzesten, Keile und Stock­hämmer kamen von den Werkplätzen zurück und klirrten zu Boden. Brechstangen, Spitzhacken und Schlägel wurden an die Wände gelehnt. Einer vom Bohrtrupp schleppte den meterlangen Stern- dahrer herein, mit dem heute ein außergewöhn­liches Sprengloch gebohrt worden war.Nachher", sagte der Mann zum Schmied, der ihm die Last abnahm,fliegt die Jenseitsbrücke in die Luft?" Er deutete mit dem Daumen in die Richtung der Steil­wand, die den alten vom neuen Bruch trennte.

Während oben in der Kantine die Mittagspause einsetzte, hatte unten im Bruch Schießmeister Zingg fleißig zu tun. Er ließ den Bohrlöffel in das Sprengloch hinab und holte den letzten Bohrteig heraus. Dann lud er das Sprengloch mit Dyna­mit. Aergerlich, daß der neue elektrische Funken­zünder noch nicht da war, verband er die reichlich bemessene Zündschnur mit der Zündkapsel, diese mit der obersten Zündpatrone. Dann begann er die Ladung mit Sand und Lehm zu verdämmen.

Inzwischen stieg der Bläser, das verbeulte Horn in der Hand, den Abraumhügel hinauf und blieb vor der Balkenhütte stehen, die mit Erde bedeckt war. Er steckte die kurze Flagge auf, setzte das Horn an die Lippen und gab das erste Signal.

Drei Posten mit roten Schießfahnen eilten über das obere Werkgelände, um die Zugänge des Ge- fahrkreifes zu sperren. Bevor der letzte Posten,

Vortragsabend der Veterinärmediziner.

Die 7. Sitzung der Veterinärmedizinischen Gesell­schaft Gießen stand mit vier Vorträgen ganz im Zeichen der Trichomonaden-Erkrankung des Rindes.

Eingangs sprach Prof. Dr. K ü st, der Direktor der Geburtshilflichen und Ambulatorischen Deteri- närklinik, überDie Trichomonaden-Erkrankung der Rinder nach dem derzeitigen Stand der Forschung". Die Trichomonadenseuche des Rindes hat in den letz­ten Jahren im In- und Auslande eine immer größere Bedeutung erlangt; sie ist an der Entstehung der Zuchtschäden in erheblichem Maße beteiligt und ver­ursacht in der Rinderzucht unübersehbare Schäden. Als Erreger kommt die Rindertrichomonade in Be­tracht, die 1900 erstmals im Scheiden- und Gebär- muttersekret eines notgeschlachteten Rindes gefun­den wurde. Die Seuche wird durch den Zukauf erkrankter männlicher und weiblicher Tiere einge- schleppt und gewöhnlich durch den Deckakt von Tier zu Tier weiterverbreitet. Die männlichen Tiere ver­lieren vorübergehend, oder dauernd iyre Zuchttaug­lichkeit. Bei den weiblichen Tieren entwickeln sich wenige Tage nach dem Decken Entzündungserschei­nungen am äußeren und inneren Genitale, später kommt es zu einer Gebärmutterentzündung oder einer Fehlgeburt (meist im frühen Trächtigkeits­zustand) ober zu einer Pyometra. Nur in Aus­nahmefällen bringen die Tiere gesunde Kälber zur Welt. Die Behanolung der frisch erkrankten männ­lichen, sowie der weiblichen Tiere läßt sich gewöhn­lich mit Erfolg durchführen, hat aber auf die Til- Sber Seuche keinen Enfluß, weil hierdurch die kckungsquelle nicht beseitigt wird. Nur eine planmäßige Bekämvfung der Trichomonadenseuche kann zum Ziele führen und die großen wirtschaft­lichen Schäden beheben. Nach einem Erlaß des

Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 18. März 1938 ist eine veterinärpolizeiliche Bekämp­fung der Deckinfektionen des Rindes vorgesehen.

Im zweiten Dortraa sprach der Leiter des Pa- rasitologischen Laboratoriums der IG.-Farbenin­dustrie AG. Höchst, Dr. med. vet. habil. Oskar Wagner (Frankfurt a. M.)Zur Morphologie und Biologie der Geschlechtstrichomonaden des Rin­des", wobei er eine Uebersicht über die systematische Stellung der Trichomonaden innerhalb der Proto- zooen-Klasse der Flagellaten gab. Weiterhin wurde der allgemeine Bauplan der Gattung Trichomonas erklärt und das Kennzeichnende der Rindertricho­monade erläutert. Zum Nachweis und besonderen Studium der Trichomonaden dienen verschiedene Färbe- und Kulluroerfahren.

Tierarzt Rudolf End r (Gießen) berichtete lieber den serologisch-allergischen Nachweis der Trichomonaden", Verfahren, die durch die Unter­suchung des Blutes der erkrankten Tiere und durch die Einspritzung besonders hergestellter Extraktstoffe in die Haut der Krankheitsfeststellung dienen wol­len, aber noch weiterer Forschungsarbeit bedürfen.

Zum Schluß erläuterte der Vorsitzende der Ge­sellschaft, Prof. Dr. C. Krause, Direktor des Veterinärpathologischen Institutes, diepacholo- gische Anatomie und Histologie der Trichomonaden- Infektion". Rechenuntersuchungen an Schlachttieren ergaben, daß bei der Trichomonadenerkrankung ein auch sonst schon leicht reaktives Gewebe betroffen wird, so daß den durch sie hervorgerufenen Ver­änderungen keine spezifische Form zu eigen ist.

Zahlreiche Lichtbilder verdeutlichten die Ausfüh­rungen der Vortragenden.

schon nach kurzer Zeit alle Gefahr beseitigt war. Die Aufräumungsarbeiten nahmen dann noch einige Zeit in Anspruch. Die Entstehung des Brandes ist noch unbekannt. Am gestrigen Montagabend brach in einer Trockenhalle der Gailschen Ton­werke ein kleines Feuer aus, das einige Trocken­gerüste erfaßte. Auch hier traf die Feuerwache sehr schnell zur Hilfeleistung ein, und es gelang ihr in kurzer Zeit, auch an diesem Brandherd jede weitere Gefahr zu unterbinden. Nach etwa einer Stunde konnte die Wache wieder in das Depot einrüden.

** Sterbefälle in Gießen. Es ver­storben in Gießen: 1. Juni: Minna Cloos, geb. Uhl, o. B., 78 Jahre alt, Kaiserallee 81; 4. Juni: Joses Günter, Schleifer, 29 Jahre alt, Asterweg 68; 4. Juni: Karl Baum, o. B., 69 Jahre alt, Stein- straße 43; 6. Juni: Josef Schmidt, Postinspektor i. R., 67 Jahre alt, Gnouthstraße 16; 9. Juni: Elisabeth Pfau, geb. Schultheis, o. B., Garten­straße 30; 9. Juni: Elisabethe Waldschmidt, geb. Schneider, o. B., 82 Jahre alt, Dammstroße 14; 9. Juni: Luise Göbel, geb. Wallenfels, o. B., 63 Jahre alt, Ludwigstraße 8; 9. Juni: Elisabeth Kaiser, geb. Stock, o. B., 60 Jahre alt, Garten­straße 22; 10. Juni: Johann Jakob Giemon, Werk­meister i. R., 79 Jahre alt, Mühlstraße 24; 10. Juni: Rosa Best, geb. Groh, o. B., 68 Jahre alt, Goethe- straße 50; 11. Juni: Heinrich Rühl, Steuerinspek­tor, 36 Jahre alt, Steinstraße 28; 14. Juni: Hein­rich Nebeling, Stadtmissionar, 77 Jahre alt, Menzel­straße 4; 15. Juni: Katharine Emrich, geb. Lott, 72 Jahre alt, Walltorstraße 58; 15. Juni: Johan­nes Loh, Hausvater i. R., 70 Jahre alt, Stein­straße 71.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

Mängeln des früheren Schulturnens stellte er das Wollen und Streben unserer Tage auf dem Ge­biete der Leibeserziehung heraus. Gerade die Leibes­erziehung ermöglicht in besonders starkem Maße die Entwicklung der positiven Erbanlagen, und viel stärker als in jedem anderen Unterricht liegt im freien Spielen und Tummeln die Seele des Kindes offen vor den Augen des Erziehers. Die große Be­deutung der Leibeserziehung eine planvoll er­teilte Turnstunde ist einer wissenschaftlichen Stunde durchaus gleichwertig^- macht selbstverständlich eine gründliche Schulung Der Turnlehrkräfte notwendig. Der Leibeserzieher darf kein Kommandierer fein, sondern muß als Führer vor der Klasse stehen. Daß der Lehrer im allgemeinen nicht Kommandierer, sondern wirklich Führer ist, geht daraus hervor, daß jeder 7. HJ.-Führer Lehrer ist. Nachdem der Redner die große Bedeutung des Schullandheims als Erziehungsmittel heroorgehoben hatte, behan­delte er die Schwierigkeiten, die teilweise insbe­sondere auf dem Lande der Durchführung eines ordnungsmäßigen Unterrichts in der Leibeserziehung entaegenftehen. Er gab wertvolle Anregungen, wie diese Hindernisse aus dem Wege geräumt werden können, und appellierte im besonderen an den vollen Einsatz der Erzieherschaft.

An den Vortrag schlossen sich praktische Vor­führungen an, die für Knaben und Mädchen die neue Leibeserziehung in der Grundschule, im Jung- voltalter und für das HJ.-Alter veranschaulichten.

Pflichtjahr ist feine Lehre.

NSG. Es bestehen immer noch Unklarheiten über das Pflichtjahr der Mädchen. Man beachte, daß das Pflichtjayr im Grunde nichts mit den ver- schiedenen Formen von Lehren zu tun hat, sondern eine arbeitsbuch- und 'versicherungspflichtige Tätig­keit ist, daß außerdem ein Arbeitsvertrag auf ein Jahr abgeschlossen wird, der nichts mit einem Lehr­vertrag zu tun hat. Daneben kann aber ein Lehr­jahr als Pflichtjahr angerechnet werden.

Es fei auch darauf hingewiesen, daß das Pflicht­jahr auf verschiedene Weist abgeleistet werden kann, nämlich erstens im freien Arbeitsoerhältnis, außer­dem in der Hausarbeitslehre, im Arbeitsdienst, im Landdienft der HI., in der ungeförderten Lanohilfe, in einem vom Arbeitsdienst durchgeführten land- oder hauswirtschaftlichen Lehrgang und in einer nicht arbeitsbuchpflichtigen Tätigkeit im Elternhaus oder bei Verwandten, wenn es sich um Familien mit vier ober mehr Kindern unter 14 Jahren handelt.

Sinn des Pflichtjahres ist, den Hausfrauen, vor allem den bäuerlichen Frauen, eine Hilfskraft zur Seite zu stellen.

Gießener Dochenmarktpreiie.

* Gießen, 21. Juni. Auf dem heutigen Wachen­markt tasteten: Feine Molkereibutter, % kg, 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück, 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11X, Klasse D 10%, Enteneier 11% bis 12%, Wirsing, grün, % kg, 10 bis 12, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, das Bündel, 10 bis 18, rote Rüben, % kg, 10 bis 12, Spinat 8 bis 15, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 35, Spargel, 1. Sorte 52 bis 55, 2. Sorte 48 bis 50, 3. Sorte 40 bis 45, 4. Sorte 20 bis 25, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln, neue, das Bündel 10 bis 15, % kg 20, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, 5, 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg, 14 bis 15 Pf., Aepfel, ausländische, 60 bis 65, Kirschen 50 bis 70, Stachelbeeren 25 bis 35, Erdbeeren 50 bis 60 Pf., junge Hähne 1,10 bis 1,15 Mark, Suppen­hühner,90 bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück, 55 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 40, Einmachgurken 15, Ober- kohlrabi 10 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 20, das Stück 10 bis 18, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.

*

** Geburtstage alter Mitbürger. Am heutigen Dienstag, 21. Juni, kann der Ober- mälzer i. R. Anton Schmitt, Bleichstraße 42 wohnhaft, sein 80. Lebensjahr vollenden. Der Rottenmeister i. R. Karl Haupt, Roonstraße. 38, wurde am vorigen Samstag, 19. Juni, in Ge­sundheit und Rüstigkeit 78 Jahre alt.

** Silberne Hochzeit. Am morgigen Mitt- woch, 22. Juni, können der Hausmeister der Schil- lerschule, Franz A d a m und Frau, geb. Schneider, rafjc 8, das Fest der Silbernen Hochzeit

rkehrsunfall. Am gestrigen Montag­nachmittag stieß in der Neuen Bäue ein Motor­radler mit einem 14 Jahre alten Jungen, der auf einem Fahrrad fuhr, zusammen. Dabei erlitt der Junge Fleischwunden am rechten Unterschenkel. Der Junge mußte von der Sanitätsbereitschaft Gießen nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden.

** Kleinere Brände. Am gestrigen Mon- taarnittag entstand in der Farbenyandlung von Quermann, Sonnenstraße, hinter dem Laden­raum ein kleiner Brand, bei dem einiger Sach­schaden an einer Tür, an der Holzverschalung der Wand usw. entstand. Die Feuerwache war rasch zur Stelle und bekämpfte den Brandherd mit einer Schlauchleitung und einem Schaumlöscher, so daß

begehen.

Dk

! Groß en-Lind en, 21. Juni. Vom schönsten Sommerwetter begünstigt, unternahm der Zweig­vereinHüttenberg" vom VHC. am Sonntag eine Tageswanderung in das noch wenig bekannte Blasbachtal. Auf dem Rückweg wurden Waldgirmes und Naunheim besucht.

Leihgestern, 21. Juni. Ihre Silberne Hochzeit können am morgigen Mittwoch, 22. Juni, der auf dem Gießener Bergwerk beschäftigte Mar­tin Braun und Ehefrau Katherina, geborene Luh, Hindenburgstraße 72 dahier wohnhaft, begehen.

s. Lang-Göns, 21. Juni. Unsere Zweit­älteste Einwohnerin, Frau Kath. Förster Wwe., Frühgasse, feiert am 24. Juni in großer geistiger und körperlicher Gesundheit ihren 8 5. Geburtstag. Wir wünschen Glückt

# Allendorf (Lahn), 20. Juni. Die hiesige Milchabsatzgenossenschaft hielt bei Gast­wirt Hch. Henkelmann ihre Generalversammlung ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Faber ge­dachte zunächst Der im verflossenen Jahre gestorbe­nen Mitglieder Friedrich Heinrich und Ludwig Lenz V. Den Geschäftsbericht erstattete der Vor­sitzende Ludwig Weis. Im Geschäftsjahr 1937 sind acht neue Mitglieder der Genossenschaft beige­treten. Am Schluß des Geschäftsjahres gehörten 67 Mitglieder der Genossenschaft an. Der Gesamt­milchanfall betrug 222 261 Kilogramm gegenüber 171656 Kilogramm im Vorjahr. Die Einnahmen betrugen 30 128 Mark, die Ausgaben 29 835 Mark. Die Auszahlung an die Mitglieder belief sich auf 29 835 Mark gegen 23 080 Mark im Vorjahr. Der Durchschnittspreis betrug 13,45 Df. pro Kilogramm. Am Ende des Geschäftsjahres betrug der Gewinn 39,43 Mark gegenüber dem Vorjahr 124,59 Mark Verlust. Der Vorstand schlug vor, den Gewinn dem Reservefonds zu überweisen. Der Aufsichtsrat hat den Geschäftsbericht, sowie den Jahresabschluß ge­prüft, in Ordnung befunden und befürwortet. Im weiteren Verlaufe der Versammlung verlas der Vorsitzende den Revisionsbericht, dem zu entnehmen war, daß die Genossenschaft sich auf einer gesunden Basis befindet. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Faber erteilte dem Vorstand und dem Aufsichts- rat Entlastung. Dom Vorstand schied in diesem Jahr Direktor L. Weis aus. Er wurde von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Vom Auf­sichtsrat schied das Mitglied Friedrich Heinrich durch den Tod aus, an seiner Stelle wurde Land­wirt und Müller Wilhelm Weigel einstimmig ge­wählt.

cv> Eberstadt, 20. Juni. Gegenwärtig sind am Wegenetz in unserer Gemeinde ausgedehnte Derbesserungsarbeiten im Gange. Zahl­reiche Kleinbauern finden bei diesen Arbeiten einen willkommenen Nebenverdienst. Die Ausführung der

der alte Kraus, der nahe an siebzig war, feinen Standort erreichte, überfiel ihn unversehens ein heftiges Augenflimmern. Und er, der noch nie ver­sagt hatte, wurde klapprig, und schwach in den Knien. Er taumelte zum nächsten Schotterhaufen und ließ sich nieder. Seine Faust umklammerte krampfhaft die Fahnenstange.

Kur§ darauf schmetterte der Bläser bas zweite Signal. Es bedeutete Geländeverbot für alle ohne Ausnahme. Bruchmeister Hartwich ging als Legter in Deckung.

So kam es, daß am Kreuzweg zum erstenmal während der Schießzeit kein Sperrposten stand.

Als Käte Weichsel, die halbwüchsige Tochter des Poliers, heißgelaufen zum Kreuzweg kam, atmete sie erleichtert auf. Gottseidank, dachte sie, daheim geht die Uhr vor; der alte Kraus ist noch nicht da. Nun konnte sie noch rechtzeitig in die Kantine gelangen und dem Vater das Essen bringen. Es gab Vorwürfe, wenn sie erst nach dem Schießen «intraf.

Sie eilte mit dem Traggeschirr den rasigen Rand­weg des alten Bruches entlang, vorbei an den drei Akazien, deren dürre Fallschoten unter ihren San­dalen knisterten. Dann bog sie den schlängelnden Steig der Jenseitsbrücke ein, die ihren Namen von einem tödlichen Absturz herleitete. Der Pfad, nicht breiter als ein Arm lang ist, beiderseits in Hüft­höhe mit rostigen, lose gespannten Stahltrossen ge­ländert, war dem Mädchen schon so geläufig, baß es sich bei ben gähnenben Abgrünben nichts mehr dachte. Leichtfüßig unb sicher glitt Käte bahin. So näherte sie sich ber Mitte ber Jenseitsbrücke.

In biesem Augenblick würbe bas Mäbchen vom Schießmeister erspäht, ber unten im Bruch am Sichtschlitz bes Unterstanbes auf ben Abgang bes Schusses lauerte. Die Sprengstelle lag im Wind- schatten. Der graue Rauch ber brennenben Zünb- schnür kräuselte träge an ber schrunbigen Wanb empor, wo kleine Birken unb wilbe Kirschbäumchen in ben Ritzen früppelten.

3um Teufel! Die KM?", entfuhr es Zingg. Er fpürte bas Herz hochkommen. Seine haarigen Fauste zitterten. Sein Bart sträubte sich. Plötzlich hatte er roieber Gewalt über sich. Gebauten jueften durch seinen Sinn: Käte im Sprengfels. Zurufen unb Winken zwecklos, da zum Warnen zu spät.

Selbst eingreifen, Schuß aufhalten. Zündschnur etwa zur Hälfte verbrannt. Zeit sehr knapp, aber Ge­lingen noch möglich. Los!

Zingg lief, wie er in seinem Leben noch nie ge­laufen war. Don seinen Riesenschritten spritzte der Schotter. Ein Packlagerhaufen, ein Sprung und weiter. Die Drehscheibe der Schmalspur, ein Satz und weiter. Ein mannshoher Quader, ein Klimm- Zug und droben. Der Hang stellte sich. Zingg schnellte wie ein Wiesel über Gerölle, Blöcke unb Felsrücken. Von seinen Stiefeleisen flogen die Fun- ken. Hinter ihm Schuttrieseln und Steinschlag. Mit zerschundenen Händen erreichte er keuchend die Sprengstelle und stürzte sich auf die Zündschnur. Ein Griff, und sie war von der Ladung getrennt. Die Zündschnur gualmte in seiner Hand noch ein­mal auf, dann hatte bas Feuer sich durchgefrejsen und erlosch.

Oberhalb ber Sprengteile huschte gerade das Mädchen vorüber.

Bleich erhob sich ber Schießmeister. Er schluckte Lust. Auf seiner Stirn klebte das Haar. Er wischte es hinter. Dann eilte er wieder zum Unterstand hinab. Mit frischer Zündschnur kehrte er zur Spreng- stelle zurück, wo er Die Labung nochmals verdämmte und anzündete.

Nach einiger Zeit erfolgte ein ohrenbetäubender Knall, unb das Mlltelstück der Jenseitsbrücke flog in die Luft, ein mehrfaches donnerndes Echo aus­lösend. Dunkle Trümmer schwirrten umher, unten im Bruch dröhnten Felsmassen zusammen, und eine gewaltige Wolke von Rauch und Staub trieb fetzig über die Gründe.

Nicht lange, und der Hornist trat aus der Balken­hütte, blies bas Schießen ab, zog die Flagge ein und stieg vom Abraum herunter.

Dann kamen die Postensteher zurück. Auch der alte Kraus piar darunter. Sein Schwächeanfall war bald vorübergegangen. Doch er hatte beschlos­sen, noch heute zum Meister zu gehen und den Wächterdienst aufzusagen.

Der Letzte, der sich einfand, war Schießmeister Zingg. Als er an der Schreibstube vorbeischritt, klopfte es an die Scheibe. Hartwich war es, der Bruchmeister.(Er winkte den Schießmeister herein.

Na Zingg", sagte er,hat lang gedauert dies­mal, bis der Schuß abging. Was war los?"

Zingg schüttelte den Kopf und machte ein undurchdringliches Gesicht.Alles in Ordnung", sagte er,nur bie alte Zündschnur brannte so lang­wellig. Ist der Funkenzünder noch immer nicht da?"

"Gut, daß Sie mich dran erinnern. Ich werbe bann anrufen. Unb wie sitzt der Schuß?"

Die Mittelwanb fiel. Noch vier Schüsse, und der Rest fliegt auch."

Alsbann", sagte Hartwich,sprengen Sie heute abend das Ganze. Morgen sollen die Abräumer antreten. Uebrigens sehen Sie angegriffen aus, Zingg. Fehlt Ihnen was?^

Nicht, daß ich wüßte", entgegnete er, wandte sich ab und ging.

Die Kantine mar voll Dunst unb Stimmen- gernirr. Auf ben langen Tischplatten lagen Papier­knäuel, Wursthäute unb Käserinben. An bas spä- tere Erscheinen bes Schießmeisters waren alle ge­wöhnt; es würbe auch biesmal nicht weiter beachtet. Zingg war froh, baß bie Sache nicht an die große Glocke kam. Es wäre ihm peinlich gewesen, die all­gemeine Aufmerksamkeit zu erregen. Jeder andere hätte unten im Bruch genau so gehandelt, meinte er.

Er holte fein übliches Bier und nahm seinen Stammplatz ein. Gegenüber saß der Polier Weich- sel. Auf der schmalen Eckbank, neben Zingg, saß Käte. Sie begrüßten sich wie immer. Weichsel hatte den Topf auf die Kante gestellt und löffelte die Neige. Käte wartete auf das Geschirr. Zingg wickelte aus und falt, wie immer.

..Na", sagte Weichsel,hat es die Brücke endlich erwischt?"

Ja", sagte Zingg,die Mittelwand sackte ab."

Käte horchte auf.Die Jenseitsbrücke?", fragte sie vorlaut.Da bin ich ja vorhin noch b rüber» gelaufen!"

Der Polier hob den Zeigefinger und drohte:Wie oft habe ich dir schon gesagt, hu sollst nicht über bie Brücke gehen! Bis roieber mal was passiert. Du wirst Zeit haben, den Hauptweg zu kommen."

Laß gut fein", besänftigte Zingg,es hat keine Not mehr. Die Jenseitsbrücke hat aufgehört."

Da habe ich wirklich Glück gehabt, daß ich heute nochmal drübergegangen bin!", freute sich Käte.

.Ja", sagte Zingg, indem er ihr freundlich zu­nickte und flüchtig über das seidig glänzende Haar strich,ba hast du wirklich Glück gehabt, Käte."