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AUS

?ntag

Montag, 21. Februar 1958

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Hr.45 Sroeites Statt

Das neue Reich und seine Stellung zur Welt.

Der Rechenschaftsbericht des Führers und Reichskanzlers in der Rerchstagssitzung vom 20. Februar über fünf Jahre nationalsozialistischen Aufbauwerkes.

Berlin, 20. Febr. (DNB.) Die große Rede des Führers und Reichskanzlers im Deutschen Reichstag hat folgenden Wortlaut:

Meine Abgeordneten!

Männer des Deutschen Reichstags!

Ich weiß, daß Sie, und mit Ihnen das deutsche Volk, es erwarten, zur Feier des fünften Jahres­tages unserer Machtübernahme zusammengerufen zu werden, um als die gewählten Vertreter des Reiches mit mir diesen für uns Nationalsozialisten erinnerungsschweren Beginn eines neuen geschicht­lichen Aufstiegs unseres Volkes zu feiern. Die Fest­setzung der Einberufung des Reichstages auf den heutigen Tag erklärt sich aus zwei Gründen: Eltens hielt ich es für richtig, eine Reihe per­soneller Veränderungen nicht vor, son­dern nach dem 30. Januar oorzunehmen und, zweitens, schien es mir nötig, auf einem bestimmten Gebiet unserer auswärtigen Beziehungen vorher noch eine dringend notwendige Klärung herbeizuführen. Denn Sie erwarten es alle mit Recht, daß an einem solchen Tage nicht nur ein Rückblick in die Vergangenheit, sondern auch ein Ausblick in die Zukunft gegeben wird. Beides soll denn auch Aufgabe und Inhalt meiner heutigen Rede zu Ihnen sein.

Als mich am 30. Januar vor fünf Jahren der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg um die Mittagsstunde mit der Kanzlerschaft und damit mit der Führung des Reiches vertraute, war in den Augen von uns Nationalsozialisten eine Wende des deutschen Schicksals angebrochen. Unseren Gegnern er­schien dieser Vorgang vielleicht gleich den zahl­reichen ähnlichen anderen, in denen ebenfalls ein Msnn zum Reichskanzler ernannt worden war, der dann wenige Wochen oder Monate später seinem ungeduldigen Nachfolger Platz machen durfte! Was wir Nationalsozialisten als eine geschichtliche Stunde von einmaliger Bedeutung er­lebten, erschien diesen anderen daher nur als zeit­lich begrenzte Ablösung vorübergehender Erscheinun­gen. Wer hat nun, meine abgeordneten Männer, die Bedeutung dieser Stunde richtig erkannt?

Fünf Jahre sind seitdem vergangen. Ermächtigen uns die Erlebnisse dieser Zeit, ein Urteil abzugeben über die epochale Bedeutung der damaligen Stunde oder sind sie nur eine Bestätigung jener Auffassung unserer Gegner, die damals meinten, die Unzahl bisheriger deutscher Reichskabinette einfach durch ein weiteres vermehrt zu sehen? Wenn es im deut­schen Volke keine andere Einigkeit gäbe, dann würde wenigstens über einen geschichtlichen Vorgang heute nur eine Meinung vorhanden sein. Auch unsere Gegner von damals, sie werden es kaum mehr tefireiten:

Der Tag, an dem ich als Chef der größten deutschen Oppositionspartei in das Haus am Wilhelmsplah ging und als Führer und Kanz­ler der Nation heraustrat, war ein Wende- tag in der Geschichte unseres Vol­kes, damals, jetzt und für alle Zeiten. Alle sind sich darüber im klaren. Der 30. Januar 1933 wurde zum Abschluß einer Zeit und z u m Beginn einer neuen. So hingestrichen, ja selbstverständlich ist die Tatsache, daß man schon jetzt von einer deutschen Geschichte vor der Machtübernahme und einer solchen nach der Machtübernahme spricht.

Es ist nicht meine Absicht, Ihnen, meine Ab­geordneten, heute ein Bild des chaotischen Zu­standes der Zeit vor der Machtübernahme zu ent­werfen. Sie ist den erwachsenen Zeitgenossen noch lebhaft in Erinnerung, die Heranwachsende Jugend aber würde auch trotz einer solchen Schilderung das damalige Deutschland kaum begreifen. Nur wenige allgemeinere Ausführungen will ich zur Kennzeich­nung dieser zurückliegenden tragischen Epoche der Geschichte unseres Volkes machen.

Nach dem Zusammenbruch des alten Deutschen Reiches und in Sonderheit zu Beginn des ver­gangenen Jahrhunderts erschien, von dem Nürn­berger Buchhändler Palm herausgegeben,eine ein­dringliche und bemerkenswerte Schrift:Deutsch­land in seiner tief st en Erniedrigung'. Das kleine Heft hatte einst so aufrüttelnd m deut­schen Landen gewirkt, daß sich Napoleon entschloß, den Verfasser ober zumindest Herausgeber erschießen zu lassen. Nach dem Abklingen des großen Völker­geschehens verfielen Buch und Verfasser mehr oder weniger einer förmlichen Vergessenheit. Ein neues Deutsches Reich war entstanden. Siegumwoben flatterten seine Fahnen über zahlreichen Feldern der Ehre und des Ruhmes! Als ferne Erinnerung verblich der große Befreiungskrieg gegenüber den strahlenden Taten einer so großen und selbst­bewußten Gegenwart.

And bann kam am Ende eines gewaltigen und heroischen Ringens jener unfaßbare Zusammenbruch, dtt nun mit einem Schlag das vor über 100 Jahren in der tiefsten Not des Vaterlandes geschriebene Werk auch unserer Zeit verständlich machte:Deutsch­land in seiner tiefsten Erniedri­gung". Wir haben den erschülternden Inhalt dieses Bekenntnisses seit dem November 1918 alle selbst erlebt. Anderthalb Jahrzehnte lang lag über unserem Volk jene dumpfe Bedrückung der Folgen des größten Zusammenbruches in unserer Geschichte. Nicht des Zusammenbruches unserer Heere und auch nicht desjenigen unserer Wirtschaft, sondern des Zusammenbru­ches unserer Haltung, unserer Ehre und unseres Volkes und damit endlich unserer Freiheit. Fünfzehn Jahre lang waren wir das willen- und hilflose Objekt einer internationalen Vergewaltigung, die, während sie im Namen demokratischer Ideale von Huma­nität redete, die unbarmherzigste Zuchtrute eines wahrhaft sadistischen Egoismus auf unser Volk niederschlagen ließ.

In dieser Zeit unserer Erniedrigung und unserer Not begann sich der forschende Geist mit den Ur-

achen dieses Geschehens zu beschäftigen. Aus tau­send Vorgängen der Vergangenheit und Gegenwart bildete sich langsam eine bestimmte Einsicht. Was im Reichtum der Friedensjahre vielleicht als un­innig verlacht oder zumindest mißverstanden wor­den wäre, wurde nun im Zwange der Not aus Erkenntnissen ein Wissen und damit z u m Glau- bensgut zahlreicher bester Deutscher. Eine tiefernste Prüfung der Grundlage unseres ge- chichtlichen Seins, der Gesetze unserer Entstehung mb unserer Entwicklung, der Ursachen unseres Ans­tiegs und unseres Zerfalls und damit der Doraus- etzungen für eine neue deutsche Erhebung setzte ein. Es kam zur Scheidung der Geister in unserem Volke. Denn wie immer zog der poli­tische Zusammenbruch einen wirtschaftlichen nach sich. Indem aber nur der wirtschaftlich orien­tierte Bürger in ihm das Wesen unseres Unglücks an sich sah, entfernte er sich immer mehr von jenen Kämpfern, die über bie wirtschaftliche Not hinweg die größere politische und moralische emp- anben. Aus ihren Reihen aber allein konnte die Rettung Deutschlands kommen. Sie stellte einer be- chränkten bürgerlichen Parole der Staatsrettung durch die Wirtschaft die Staats- und Wirschafts­rettung durch innere und äußere Erhebung des Volkes entgegen.

Vielleicht 3um ersten Wale in der Geschichte Deutschlands fiel in dieser Zeit der Blick sehen­

der Deutscher nicht mehr auf den Staat oder gar auf die Wirtschaft als den wesentlichsten Erscheinungen und Funktionen menschlichen Da­seins, sondern auf das Sein und Wesen der ewigen Substanz, die der Träger des Staates und damit selbstverständlich auch der Wirtschaft ist. lieber die politischen und wirtschaftlichen Ideale vergangener Zeit erhob sich damit be­stimmend ein neues: Das Völkische. Zum ersten Male ergab sich nun die Voraussetzung für eine wahrhaft unabhängige souveräne Prü­fung der wirklichen Ursachen unseres Verfalls sowohl als auch des tatsächlichen Zu­standes unserer Lage. Alle jene Bindungen, die in früheren Zeiten den sicheren Blick in die nationalen Notwendigkeiten zu trüben, ver­wirren und zu lähmen vermochten, verloren von jetzt ab ihren Einfluß und damit ihre Be­deutung. Die dynastische, konfessionelle, partei­mäßige sowohl als staatlich formalistische Vor­stellung verblaßten angesichts der Erkenntnis des Wesens der blutbestimmten und blutgebun­denen S u b st a n z als dem Träger alles volk- lichen Lebens.

Was auch im einzelnen als letzte äußerliche Ur­sache des Zusammenbruches gelten konnte, bas un­bestreitbare Versagen ber obersten Füh­rung besonbers in ber Stunde ber größten Not unb bamit stärkster Anforberungen, bie ersichtliche Schwäche ber inneren Organisation unseres staatlichen Lebens, bie seelenlose Verbüro- tratifierung unserer Verwaltung, ber behauptete Zusammenbruch ber Nerven einzelner Männer ober bie wahnsinnige Verblendung breiter Massen, es trat bies alles zurück gegenüber ber tieferen Er­kenntnis, baß biefe Schwächen höchstens äußere Symptome waren. Denn ihnen ftanb gegen­über bie erschütternbe Tatsache, baß

1. bas beutsche Volk als solches überhaupt un­fertig unb baß

2. auch sein Staat unvollenbet geblieben war.

Währenb sich Bismarck mühte, aus deutschen Stämmen und Ländern ein Reich zu formen, zer­fiel das tragende Staatsvalk in Klaf- j e n und damit am Ende wieder in die großen Grundelemente seiner Volkwerbung. Wäh­rend sich über die deutschen Stämme eine theoretische Reichsgewalt erhob, wurde diese selbst der Büttel von örtlich-, klassen- oder konfessionsbedingten Jnteressentengruppen. So böse war die­ser innere Verfall, daß in der Zeit ber größten Gefährdung des Reiches als staatlich und klassen­mäßig sowohl die konfessionell gebundenen Auf­fassungen ganz offen der Gedanke propagiert wer­den konnte, für bie Nation unb bas Reich wäre die Niederlage ein größeres Glück als der Sieg.

Eine überalterte, wohl äußerlich unb gesell­schaftlich hochgezüchtete, aber blut- und volksmäßig entwurzelte Führer­schicht fand weder die Einsicht noch die Kraft, einem solchen Verrat mit der notwendigen harten Entschlossenheit entgegenzutreteu. Ihr konnte es deshalb auch nicht mehr gelingen, die Ergebnisse der Folgen dieser ihrer eigenen Schwächen wieder zu beseitigen.

Es erscheint mir deshalb doch notwendig, am heutigen Tage dem deutschen Volk eine Tat-

Die Machen des deutschen Zusammenbruchs.

Die Partei stand bereit.

Denn in den fünfzehn Jahren des Kampfes um die Wacht inmitten einer fortgesetzten Ver­folgung und Unterdrückung durch unsere Geg­ner wuchs nicht nur die innere sittliche Kraft der Partei, sondern damit auch vor allem ihre äußere Wider st andskraft. Dadurch gelang es uns, im Laufe von andert­halb Jahrzehnten, aus kleinsten Anfängen be- ginnend, eine politische Organisation aufzu­bauen, wie Deutschland bis dorthin etwas Aehn- liches noch nicht gesehen hatte. Dadurch wurde es aber auch mir erst möglich, die Ergebnisse des durch den jahrelangen Kamps bedingten Ausleseprozeß in der Besetzung der lei­lenden Siellen der Partei zu berück­sichtigen. Und damit konnte der Nationalsozia­lismus an die Machtübernahme schreiten nicht nur als festgefügte Organisation, sondern auch als ein reiches Reservoir befähigter Persönlichkeiten, was mich in den Jahren des Kampfes und auch heute so oft mit aufrichtiger Zufriedenheit er­füllt, ist die Erkenntnis, daß dieses mein werk nicht auf zwei Augen gestellt ist. Was den Gegnern ganz verborgen blieb, ist die Tatsache, daß zu keiner Zeit in unserer Geschichte eine solche Fülle fähigster und vor allem tatkräftig st er Persönlich- keilen auf politischem Gebiet vorhanden war, wie in der Zeit der nationalsozialistischen Er­oberung des Deutschen Reiches. Es entsprach dann dem kleinen Horizont und der Einsichts­losigkeit früherer bürgerlicher Kritiker, es sich gegenseitig nachzuplappern, daß die Bewegung wohl Massen, aber keine Köpfe besitze. Tatsächlich aber hatte diese Bewegung die Masse nur gefunden, weil diese in ihr in ft in f ti0 die Köpfe witterten und erkannten.

fache wieder in Erinnerung zu bringen: Als ich am 30. Januar 1933 die Reichskanzlei be­trat, war ich nicht der erste, der berufen wurde, das deutsche Volk zu retten, sondern der letzte. Das heißt: Nach mir befand fich niemand mehr, als höchstens das Chaos.

(Stürmischer Beifall.) Denn vor mir hatten sich alle jene schon erprobt, bie sich seit Jahrzehnten als berufen erklärten, Führer unb Netter bes deutschen Volkes zu sein. Unb nicht einmal, sonbern Zwei- unb breimal unb noch öfters durften sich die Träger dieser Parteien infolge des geringen Erinnerungs­vermögens des Volkes immer von neuem als Kanzler unb Minister zur Rettung aus einer Lage anpreisen, bie sie s e l b st verschulbet hatten. Sozialdemokratische unb Zentrumssührer lösten ein- anber in fortgesetztem Wechsel ab. Liberale unb demokratische Politiker leisteten Hilfsdienste. Bürger­liche Reform- und Wirtschaftsparteien beteiligten sich ebenso an diesen parlamentarischen Rettungsaktio­nen wie die Vertreter sogenannterRechtskreise".

Bis zu dem Tag, da General Schleicher die Reichskanzlei verließ, hatten alle sogenanntenPro­minenten" unserer marxistischen, Zentrums- und bür­gerlichen Parteiwelt das deutsche Leid theoretisch bekämpft und durch ihre Regierungstätigkeit praktisch vergrößert. Nach den Regeln der so oft gepriesenen parlamentarischen Demokratie hätte die Nationalsozialistische Partei schon im Jahre 1930 zur Regierung herangezogen werden müssen. Allein infolge der inneren Verlogenheit dieser demo­kratischen Parteiwelt war es begreiflich, daß man ber Bewegung biefes Recht unb ber deutschen Na­tion damit die Rettung bis zur letzten Stunde vor­enthielt. Als mir dann endlich doch die Führung des Reiches gegeben wurde, geschah es zu einem Zeit­punkt, da aber auch ber allerletzte Versuch einer anbersgearteten Rettung bes Reiches miß­lungen unb bie Partei als einzig denkbarer Faktor für eine solche Aufgabe allein noch übrig geblieben war. Dieses überlange Zö­gern hatte allerdings einen erst später erkennbaren Nutzen für bie Bewegung unb bamit für Deutsch­land mit sich gebracht.

Es ist nicht der wahre Beweis für das Vorhanden­sein eines politischen Kopfes, keine Anhänger zu haben (Heiterkeit), sondern es ist eher der Beweis dafür, daß infolge des Fehlens der Masse vermut­lich auch gar kein Kopf vorhanden war (Heiterkeit). Es ist auch sicher einfacher unb vor allem weniger anstrengend, als geistreicher Einzelgänger durch die Zeit zu wandeln und sich im eigenen Innern für einen großen Gestalter ber Geschichte zu halten, als bie Menschen z u sammeln, mit denen man allein Geschichte gestalten kann. Fünfzehn Jahre lang hat diese Partei nur Menschen gesam­melt, organisiert und formiert, so daß sie, als end­lich die Stunde der Machtübernahme kam, sogar nach dem Gesetz der Demokratie in strengster Legalität zur Regierung kommen konnte.

Das Programm unserer Bewegung bedeutete eine Revolution auf den meisten Gebieten bisher geltender gesellschaftlicher, politischer unb wirtschaftlicher Auffassungen unb Erkenntnisse. Der Machtantritt selbst war eine Revolution in ber Ueberroinbung vorhandener Erscheinungen. Wie immer bestand nun hier bie Gefahr, daß die durch viele Jahre unterdrückte Bewegung wohl die ihr auf er legten Ketten sprengen, aber keinen ver­nünftigen Gebrauch von der gewonnenen Freiheit würde machen können. Es ist für uns alle ein stolzes Bewußtsein, daß wir bie Begeisterung miterleben bürsten, mit der unsere Bewegung die Revolution bes Jahres 1933 verwirklichte. Allem, es ist für uns auch eine ebenso tiefe Genugtuung, feststellen zu können, daß in dieser ganzen Zeit bas eiserne Gefüge unserer Orga­nisation unb vor allem die Disziplin der natio­nalsozialistischen Sturmbewegung als solche nie gelitten hat.

wann ist jemals ein Staat unter solchen Um­standen und mit einer solchen inneren Sicherheit und Ruhe erobert worden? Die größte Umwälzung in der Geschichte unse­res Volkes, ein Vorgang, dessen Bedeutung so­gar der anderen Welt jetzt allmählich oufzudäm- mein beginnt, sand statt ohne die ge­

ringste Zerstörung sachlicher Güler und ohne jene blutigen Exzesse, die bei lächerlich geringeren Erschüllerungen ande­rer Lander so oft an der Tagesordnung waren und sind. Dieses ist nicht etwa geschehen, weil die nationalsozialistischen Führer kein Blut hätten sehen können! Wir alle sind Frontsol­daten gewesen, haben den fnrchtbarsten Krieg erlebt, und zahllose Tote gesehen und selbst oft dem Tode ins Auge gesehen und ihn erwartet. Die deutsche Revolution verlief unblutig, weil wir alle entschlossen waren, auch im Ablauf die­ser Revolution unseren deutschen ger­manischen Charakter zu betonen. Wir wollten mit einem Minimum an Leid ein Maximum an Wirkung erzielen.

Wenn ich heute abschließend die ersten fünf Jahre der nationalsozialistischen Revolution überblicke, bann kann ich feststellen, baß die Zahl der Toten unserer Gegner noch nicht einrnaldieHälfte ber vorher von ihnen ermordeten Nationalsozialisten gleichkommt. Unb daß diese Toten selbst aber wie­der nur die Opfer eigener neuer Angriffe gegen die nationalsozialistische Revolution waren. Im übrigen haben wir allerdings den Staat durch andere Methoden vor denen in Schutz zu nehmen ge­wußt, die glaubten, die nationalsozialistische Er­hebung teils aus verbrecherischen Instinkten, teils aus einer bestimmten wirtschaftlichen ober politischen Interessiertheit heraus sabotieren zu müssen.

Troß biefer wahrhaft beispiellosen Disziplin und Zurückhaltung, die bie nationalso,statistische Be­wegung in der Durchführung ihrer Revolution be­wahrte, haben wir erleben hönnen, daß eine g e - wisse Auslandspresse das neue Reich mit einer förmlichen Flut von Lügen unb Ver­leumdungen übergoß. Besonders in den Jahren 1933 und 1934 konnten wir es immer wieder sehen, daß Staatsmänner, Politiker ober Journalisten in unseren sogenanntendemokratischen" Ländern sich bemüßigt fühlten, Methoden unb Maßnahmen der nationalsozialistischen Revolution zu kritisieren. Es war eine seltene Mischung von Arroganz und be­klagenswerter Unwissenheit, die sich hier öfter als einmal anmaßte, Richter über die Geschehnisse in einem Volke zu sein, die gerade diesen demokra­tischen Aposteln höchstens als Vorbilder hätten die­nen können.

Denn wann ist jemals in diesen Ländern eine solche innere Umwälzung unter ähnlichen Be­gleitumständen verlaufen.Soll ich Sie etwa an das große Vorbild aller Revolutionen erinnern, da die Guillotine ein halbes Jahr­zehnt lang ihre blutigen Orgien feierte, ge­rade so lang, als nun der deutsche Aufbau dauert? Ober gar an jene bolschewistische Revolution, die Millionen und abermals Millionen von Menschen hinschlachtete, deren blutbefleckte Mörder aber im Rate der demo­kratischen Institutionen hoch angesehene Plätze einnehmen? (Stürmischer Beifall.) Soll ich er­innern an das Gemetzel des marxisti­schen Mobs in Spanien, dessen Opfer nach den Schätzungen vorsichtiger Männer, die selber aus den Ländern der Demokratien stam­men, mit einer halben Million eher zu niedrig als zu hoch anzusehen sind? Wir wissen, daß diese Schlächtereien die braven demokrati­schen Gemüter unserer Wettpazifisten bisher noch nicht im geringsten Erregt haben. Wir be­greifen dies auch. Denn hinter ihrer heuchle­rischen Maske verbirgt sich ja meist selbst nur der Wille zur brutalsten Gewalt.

Ich erwähne dies daher auch nicht in der Mei­nung, gewisse notorische jüdisch-internationale Lüg­ner unb Verleumber irgendwie bekehren zu können. Ich erwähne es nur, um dem deutschen Volk zu zeigen, mit welch beispielloserSchonung bie nationalsozialistische Revolution in Deutschland verfahren ist unb mit welch beispielloser Verlogen­heit über sie gerebet und geschrieben wurde und auch heute noch wird. Der beste Beweis für die Lügen­haftigkeit aller dieser Behauptungen liegt aber in bem nicht bestreitbaren Erfolg. Denn wenn wir in biesen fünf Jahren etwa ähnlich gehaust hätten wie bie braven demokratischen Weltbürger sowjttrusfi- scher ober sowjetspanischer Herkunft, das heißt also jüdischer Rasse, bann wäre es uns nicht gelungen, aus dem Deutschland bes tiefsten materiellen Zu­sammenbruches ein Land der materiellen Ordnung unb bes allgemeinen Wieberaufblühens zu machen. Allein gerade weil bas so ist und so sein sollte, nahmen wir das Recht für uns in Anspruch, unsere Arbeit mit jenem Schutz zu umgeben, der es ver­brecherischen Naturen ober verrückten unmöglich machen soll, sie stören zu können!

Unb wenn ich heute vor Ihnen, meine abgeord­neten Männer bes Deutschen Reichstages, unb vor bem ganzen beutfchen Volk diese Rechenschaft ab­lege, bann kann ich auf so ungeheure unb einmalige ßeiftungen Hinweisen, baß in ihnen allein schon bie h 0 chste Recht­fertigung für bie Methoben unseres Hanbeins und damit aber auch für die Sicherung dieser Lei­stungen liegt. Wie ich schon erwähnte, war bie deutsche Lage 1932 auch wirtschaftlich allmählich in einen solchen Tiefstanb geraten, daß für viele gerabe auf biefem Gebiet geschulte Köpfe über­haupt keinerlei Aussicht mehr auf eine Besserung zu bestehen schien. Als mir am 30. Januar ber verewigte Reichspräsibent bie Kanzlerschaft über­trug, war schon allein nach biefer Seite hin gesehen bie Lage bes Reiches eine f a ft völlig aussichtslose. Die besten Köpfe waren bei bem Versuch, zu helften, gescheitert! Alle überliefer­ten wirtschaftlichen Methoden hatten sich hierbei als nutzlos erwiesen! Ein böser Fatalismus hatte un­ser Volk ergriffen. Immer mehr schienen sich die­jenigen durchzusetzen, die predigten, daß erst alles unb jebes 3 e r ft ö r t werben müsse, ehe an eine Wiederaufrichtung gedacht werden könnte. Eine verhängnisvolle Lehre, denn die Rettung der Nation war nach aller menschlichen Einsicht über»