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188. Jahrgang

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Richtiges und Falsches über die Zellwolle

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seiner Ausfuhrgüter zu steigern, besonders nach Aufschließung feiner reichen Erzvorkommen an Kupfer und Nickel, womit ebenfalls in die­sem Jahre begonnen wurde, werden die Handels­beziehungen mit Deutschland noch bedeutend ver­tieft werden können. Denn die Volkswirtschaften des über so viele, heute zwar noch brachliegende landwirtschaftliche und mineralische Rohstoffe ver­fügenden Iran und des hochentwickelten Industrie­staates Deutschland, das gleicherweise zur Deckung des im Gefolge des iranischen Aufbauwerkes ständig steigenden Bedarfs an Produktionsmitteln und feineren Konsumwaren hervorragend befähigt ist, scheinen geradezu geschaffen, sich auf das glücklichste zu ergänzen.

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Dichtungen, großenteils deutscher Herkunft, täglich 12,5 Millionen Zigaretten liefert.

Um dieselbe Zeit hat der das Aufbauwerk uner­müdlich persönlich vorwärtstreibende Herrscher bei Teheran den Grundstein zum Bau eines großen Eisenhütten - und Stahlwerks gelegt, an dessen Einrichtung Deutschland in erster Linie be­teiligt ist, wie überhaupt die deutsche Industrie und deutsche Sachverständige bei der Durchführung des iranischen Aufbauwerkes zunehmend berücksichtigt werden und auch bereitwilligst mitarbeiten. Wäh­rend Deutschland noch vor drei Jahren in der iranischen Außenhandelsstatistik an fünfter Stelle stand, konnte es sich nunmehr bereits an die zweite Stelle vorschieben. Im selben Maße, in dem es Iran gelingen wird, die Produktion

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Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der als Gast des Reichsjugendführers in Berlin weilende französische Publizist Fernand de Brinon sprach aus einem Empfangsabend über deutsch-französische Be­ziehungen. Zahlreiche Mitglieder der Deutsch-Fran­zösischen Gesellschaft und des diplomatischen Korps sowie führende Männer aus Staat, Partei, Kunst und Wissenschaft nahmen daran teil. JDer Reichs­jugendführer Baldur von Schirach hieß den fran­zösischen Gast herzlich willkommen als einen Mann, der für die Sache der deutsch-französischen Ver­ständigung seit Jahren unbeirrt geworben habe. Der Reichsjugendführer erinnerte an die in Bayern von der HI. gemeinsam mit froher französischer Jugend veranstalteten Skilager. Die Unterhaltungen der Jugend wolle man zwar nicht überschätzen, aber man dürfe auch nicht vergessen, daß aus dem Gespräch, an dem anfangs nur einige Dutzend teil­genommen haben, im Laufe der letzten Jahre be­reits eine Unterhaltung von vielen Hunderten ge­worden sei. Noch in diesem Jahre würden es Tausende sein, deren Stimmen nicht mehr gegen­einander, sondern miteinander klingen in einem Chor der Ritterlichkeit und Kameradschaft.

Fernand de Brinon

erklärte bann, mein Land befragt sich zuweilen über sich selbst, und es gibt sich offenbar nicht immer endgültige Antworten. Sie erwapten gewiß nicht, daß ich es deshalb tadele. Wir haben beide zu viel Nationalstolz, als daß Sie auch nur einen Augen­blick lang zugeben könnten, daß ein Franzose hier über innere Streitigkeiten seines Landes berichtet. Indessen haben wir Gründe genug, um an den Er f o l>g unseres Verständigungsunternehmens zu glauben. Wir haben Ergebnisse erzielt, die man nicht immer genügend hervorhebt. Ohne von dem selbstverständlichen Austausch zwischen der Deutsch- Französischen Gesellschaft und dem Comite France- Allemagne und von den Begegnungen der Front­kämpfer zu sprechen, die einen immer weiteren Umfang annehmen, müssen die zahllosen Rei­sendes letzten Jahres, die alle zur ge­naueren Begriffsbildung beigetragen haben, und die Kundgebungen in Lyon und auf der Messe von

UNS, daß das, was ist, bekannt wird, und daß man nichts behauptet, was nicht ist.

Ich fasse zusammen: Ich bin überzeugt, daß d i e persönliche Kenntnis der Deutschen und der Franzosen untereinander große Fortschritte ge­macht hat, und daß sie noch größere machen muß. Ich bin überzeugt, daß, wenn man die Nationen befragen würde, diese einen nahezu einmütigen Willen zur Einigung beweisen würden. Wir, die wir von 1914 bis 1918 an der /Front standen, werden bald gealterte Zeugen und später noch bloße Erinnerungen im Gedächtnis unserer Nachfahren sein. Immer aber wird es Deutschland, Frankreich und eine Jugend beiderseits der Grenzen geben. Mögen sie sich schätzen lernen, mögen sie ihre gemeinsame Aufgabe, die durch fernen Schatten getrübt sein wird, erkennen und in einer segensreichen Freundschaft leben! In dieser Hoffnung erhebe ich mein Glas zu Ehren des Führers Adolf Hitler. Ich bin stolz dar­auf, der erste meiner Landsleute gewesen zu sein, der ihn kennenlernte und deshalb das Verständnis für ihn fördern konnte. Ich trinke auf das Wohl der Jugend Frankreichs und Deutschlands und da­mit auf das Wohlergehen der beiden Länder!

Der Reichsjugendführer dankte dem Gast für sei­nen Vortrag und brachte einen Trinkspruch auf den Staatspräsidenten Lebrun und auf die Freund­schaft der deutsch-französischen Jugend aus.

Das Pariser Echo.

Der Bortrag Fernand de Brinons citt voller Erfolg."

Paris, 21. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Vor­trag, den Fernand de Brinon am Donners- tagabend in Berlin gehalten hat, wird bereits in einem Teil der französischen Morgenpresse verzeichn net. Der Vortrag, so liest man imJournal", sei ein voller Erfolg gewesen und man könne sagen, daß er der Sache des Friedens vor­trefflich gedient habe. DasPetit Journal" überschreibt die Meldung seines Berliner Bericht­erstatters:Wird die deutsch-französische Annähe­rung das Werk der jungen Generation sein?"

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Gegenseitiges Kennenlernen der Jugend fördert den Willen zur Einigung der Völker

Fernand de Brinon sprach als Gast des Reichsjugendführers m Berlin.

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einem für die entsprechende Einfuhr benötigten De­visen!) etrag von 250 Millionen Mark. Diese ent­weder in Mischung mit Baumwolle oder Wolle oder rein verarbeiteten Erzeugnisse hätten sich fast alle hervorragend bewährt. Nur wenige wissen, daß Zellwolle in ungeheuer steigendem Maße im Auslande zur Aufnahme kommt, selbst in einem Lande wie Amerika, das in Baum­wolle erstickt und in dem trotzdem die Einfuhr an Zellwolle sich seit dem Jahre 1934 verhundertfacht hat. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, daß die Zellwolle auf vielen Verwendungsgebieten, ^ein verarbeitet, der Wolle und Baumwolle qualita­tiv überlegen ist und Farben und Gewebe er­möglicht, die früher nicht hätten erzielt werden kön­nen. Selbstverständliche Voraussetzung ist natür­lich, daß die Stoffe sachgemäß hergestellt worden sind. Allen Verarbeitern ist eingeschärft worden, daß sie für die Ware, die sie Herstellen, genau so verantwortlich gemacht werden, wie irgendwann in früheren Zeiten. Es werde nicht zugelassen, daß der gute deutsche Rohstoff diskredi­tiert wird durch Fabrikanten, die, um ihren Umsatz zu steigern, die Waren leichter und loser, und da­mit häufig minderwertiger Herstellen, als das für den Gebrauchswert zulässig ist.

Daß Zellwolle das Kochen nicht vertrage, sei natürlich vollkommener Unsinn. Alle Ware, die oft und viel gewaschen werden müsse, wie z. B. Ge­brauchstischwäsche, Bettwäsche usw. könne gekocht werden, ohne daß sie Schaden leide. Es sei zwar richtig, daß Zellwolle im nassen Zustande ebenso haltbar sei wie Wolle, aber nicht oder vielmehr . nocht nicht ebenso haltbar wie Baumwolle. .So­lange das noch der Fall sei, dürfen stark in der Wäsche strapazierte Stoffe nur mit soviel Zellwolle hergestellt werden, daß irgendeine Verminderung der Qualität ausgeschlossen sei. Wenn durch den

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wurden. Wie sehr die Regierung jedoch verstanden hat, daß es nicht in erster Linie auf die Schaffung einer dünnen intellektuellen Oberschicht, sondern vielmehr auf die Hebung des Bildungsstandes der breiten Masse ankommt, an der sich die durch die nationale Erhebung weggefegte Dynastie Generatio­nen lang versündigte, erhellt aus dem durch kosten­lose Kurse vom Unterrichtsministerium geführten Kampf gegen das Analphabete n-t um unter der erwachsenen Bevölkerung. Den Schwung, mit dem hier gearbeitet wurde, mag wieder eine Zahl illustrieren: Im letzten Jahre bestanden acht­hundert derartige Kurse. Mit Eröffnung des neuen Schuljahres am 23. September 1937 ist die Zahl dieser Bildungsstätten auf 1700 erhöht worden, von denen etwa 200 000 Menschen erfaßt werden dürften.

In wirtschaftspolitischer Hinsicht mag es als Selbstverständlichkeit genommen werden, daß die Währung unerschüttert blieb und die Finanz- gebarung des Staates, wie man es von den ver­gangenen Jahren her nicht anders gewöhnt war, auch diesmal keine Fehlbeträge aufwies. Ein be­achtliches Merkmal für die fortschreitende wirtschaft­liche Erschließung ist jedoch die Tatsache, daß der Staatshaushalt, der 192^/26 nur 255 Mill. Rials betrug, ohne Gefahr ständig ausgeweitet^wer- den konnte und für das Finanzjahr 1937/38 erst­mals das Volumen von einer Milliarde erreichte. Verkehrswirtschaftlich bedeutet es einen Markstein in der Entwicklung, daß 1937 das Nordstück der großen in Bau befindlichen transiranischen Bahn, die nach Jahresfrist das Kaspische Meer mit dem Persischen Golf verbinden soll, in Betrieb genommen werden konnte, wodurch die Hauptstadt Teheran mit den reichest Nordprovinzen am Kaspi- fee bereits durch regelmäßigen Zugverkehr verbun­den ist. Wie sehr sich Iran gerade auch die Förde­rung ausfuhrfähiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse angelegen sein läßt, beweist die Tatsache, daß in diesem Jahre unter staatlicher Hilfe die mit Baumwolle bestellte Fläche 257 500 Hektar gegen nur 110 000 im Vorjahr betrug. Be­sonderes Gewicht wird von bet; Regierung auch auf die Schaffung eines industriellen Ober­baues auf den iranischen Agrarstaat gelegt, wo­bei bereits beachtenswerte Erfolge erzielt wurden. In Iran, das noch vor zehn Jahren keine einzige Zuckerfabrik befaß, arbeiten heute acht Werke, die schon über ein Viertel des Bedarfs im Lande decken, und während beispielsweise 1926/27 noch 2,68 Millionen Kilogramm Baumwollgarn aus dem Ausland eingeführt wurden, liegt diese Einfuhr heute unter 10 000 Kilogramm, ist also gleich null. Im September konnte der Schah eine staatliche Seidenspinnerei einweihen, die 500000 Kilogramm einheimischer Kokons verarbeUen kann. Bald darauf übergab er feierlich ein Werk des Tabakmonopols dem Betrieb, das in Europa wenig seinesgleichen hat und mit modernsten Ein-

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Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger sm Oberhessen

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Berlin, 21. Januar. (DNB.) Der Leiter des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, Präsident K e h r l, widerlegte in einem Vortxag im Deutsch­landsender über den deutschen Spinnstoff, die Z e l l- wolle, den weitverbreiteten Irrtum, daß es sich bei der Zellwolle um eine Art Noterfindung unse­rer Chemiker handele, die erst gemacht worden sei, als die bisher verwendeten Naturrohstoffe nicht mehr in gewohntem Umfange' eingeführt werden konnten. Die grundlegenden Erfindungen, die zur Herstellung dieser Faser führten, seien bereits im vorigen Jahrhundert gemacht Wenn Zellwolle bisher nicht in so großem Unzfange er­zeugt worden sei, so habe das im wesentlichen am Preise gelegen, denn die Zellwolle habe in den kleinen Mengen, in denen sie früher erzeugt worden sei, wesentlich mehr gekostet als die Naturrohstoffe. Erst als die Regierung vor drei Jahren beschlossen habe, die Produktionsmenge gewaltig auszudehnen, sei durch die damit stark ver­billigte Erzeugung ein Preis ermöglicht worden, der unter dem der Wolle und nicht viel über dem der Baumwolle liege. Gegenüber den Naturrohstof­fen habe die chemisch hergestellte Faser den Vorteil, daß fürbeinahe jeden bestimmten Ver­wendungszweck eine besondere Zell­wolle entwickelt werden könne. Es gebe oder werde bald geben Zellwollsorten für Wäsche und für Trikotagen, für Damenkleiderstoffe und für Möbelstoffe oder Vorhänge, für Herrenanzüge oder Mäntel uyd wieder ganz andere für Teppiche.

Im Jahre 1934 seien etwa acht Millionen Kilo Zellwolle verkauft worden, wovon schon damals ein großer Teil exportiert worden sei. Die heutige Leistungsfähigkeit der Zellwollindustrie betrage 150 Millionen Kilo im Jahre, das entspreche etwa einem Drittel unseres früheren Be­darfs an Wolle und Baumwolle und

Iran im Ausbau.

Von unserem H.H.A.-Benchterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Teheran, Januar 1938.

Das Kaiserreich Iran rechnet den Ablauf der M nach dem Sonnenjahr, das am 21. März, also nch unserer Rechnung mit dem Anfang des Frühlings beginnt. Das neue Jahr wird denn a.ch vom iranischen Volke während mehrerer Feier- tcqe als eine Art Frühjahrsfest mit typisch arischer Feude an der sich ewig erneuernden Natur be­gingen. Obwohl uns also vom Ende des iranischen Jkhres fast zwei Monate trennen, mag heute schon ein kurzer Rückblick auf 1937 gestattet fein. Die Arechtigung dazu erscheint irm so größer als dieser urter seinem Herrscher Riza Schah Pahlevi er e glänzende Wiedergeburt erlebende Staat im Z ae seines umfassenden Aufbauwerks schon wäh- nw des Ablaufs der ersten zehn Monate des Snnenjahres so namhafte Erfolge aufzuweisen f)it, daß eine Betrachtung wohl lohnt.

Das bedeutendste Ereignis, dem vor allem auch ftrfe Zukunftskräfte innewohnen, lag auf außen- pc itifchem Gebiet: es war der Abschluß des nach tun Sommerschloß des Schahs benannten Pak­tes von Saadabad, des Nichtangriffs- und Kmfultativpaktes der vier vorderasiatischen Mächte J an, Türkei, Irak und Afghanistan. Ä e sehr diese sogenannteOrient-Entente" bereits politischen Wirklichkeit wurde, erhellt aus der ,Tatsache, daß» der jeweils aus den vier Außen- m iiftern dieser Länder bestehende Rat der Entente in Herbst seine erste Tagung in Genf abhielt. In et nso geschickter wie hartnäckiger diplomatischer 2{:E)eit ist es Iran in diesem Sommer endlich ge­legen, die sich selbst gestellte außenpolitische Forde- rug, die etwa mit dem SchlagwortFreunde rrigsherum" bezeichnet werden könnte, bis auf Letzte zu erfüllen, nachdem mit beiderseitigem grem Willen nicht unerhebliche Meinungsver­schiedenheiten mit dem Königreich Irak auf dem Hrtragswege aus der Welt geschafft werden konn­te. Vorhergegangen waren bereits Grenzberichti- girigen, Gebietsaustausch und in das einzelne gelenöe, von freunbngchbarlichem Geist getragene Erträge sowohl mit der Türkei wie auch mit Afghanistan, mit Ländern, denen Iran im Verlaufe der Gyschichte stets kühl, meist feindlich gegenüber; fiaib.

Nachdem in dieser Art durch Abschluß einer gan­zer Anzahl von Ringen zweiseitiger-Verträge der 2toen reif gemacht worden war, konnte Iran den folgerichtigen Weg beschreiten, die einzelnen Ver- trcqsglieber zur Kette eines Regionalpaktes zu^ sMmenzuschließen. Die Entstehungsgeschichte des omntalischen Viermächtepaktes, der nunmehr ein Gebiet erfaßt, das in seiner Ausdehnung der Ober­fläche Europas ohne Rußland, die Randstaaten, Shnbinaoien und die Britischen Inseln entspricht, beheizt deutlich die gerade von Deutschland immer wilder' vertretene Auffassung, daß es müßig sei, □o)i Regionalpakten zu träumen, solange nicht die Ander, die von einer solchenDachorganisation" erstßt werden sollen, in zweiseitigen Verhandlungen e-inm echten Ausgleich bestehender Spannungen ^06196^1)^ haben.

ssür Iran hat jedoch die Tatsache des Paktes von iSoababab noch eine besondere nationale B e - deutung, deren sich jeder Iraner bewußt ist, and) wenn nicht darüber gesprochen wird. Es sind nch keine zwei Jahrzehnte darüber verflossen, daß bat alte Persien, in dem sich die Kraftlinien der nisiischen Expansionspolitik und der englischen Poli­tik, Persien zu einem Pfeiler der Landbrücke nach Öiräien zu erniedrigen, miteinander kreuzten, der­art machtlos war, daß in Südperfien ohne bri- tische, im Norden ohne russische Zustim- mi n g kein Stein vom Dache fallen konnte. Was vermöchte nun deutlicher die vom inzwischen natio- ml erstarkten Iran erlangte Unabhängigkeit oor imperialistischen Einflüssen zu zeigen als die Tatsache, daß der von Iran ursprünglich inspirierte Airrmächtepakt von ihm in völlig selbständiger Akt eit zur endgültigen Reife gebracht werden ||ti|ntß.

Neben diesem für die gesamte Orientpvlitik wich- figen Ereignis, das sich im abgelaufenen Jahre in 3ron vollzogen fjat, verdienen jedoch auch die Fort­schritte, die im inneriranischen Aufbau­werk zu verzeichnen waren, achtungsvolle Auf­merksamkeit. Da es viel 3U weit/ führen wurde, die Neuerungen und Verbesserungen im einzelnen zu ditachten, die unter der energischen und zielbe- mu^ten Führung des Schahs auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens erzielt werden konnten, so [eien nur zwei Hauptstücke des Modernisierungs- pwzramms herausgegriffen: kultureller Fortschritt uni) wirtschaftliche Erschließung.

Zahlen vermögen manchmal eindrucksvoll zu rebm: 1921 gab es in ganz Iran 55131 Sch u l - Mud) er Wie die Presse soeben nutteilte, hat im chüaufenen Schuljahr die Anzahl der Schuler M000 weit überschritten und die Zahl der Schulen H sich etwa verzehnfacht, seit das Bildungs- v-sm aus den Händen der Geistlichkeit in die des Bientes überging. Auch die akademische Ausbil- >M;smöglichkeit, die bislang unzureichend war, v-Halb viele lernbegierige junge Iraner gezwun- jen waren im Ausland zu studieren, wird soeben Mdlegend reformiert: Es steht nämlich gerade ii Teheran ein auch für westeuropäische Be­griffs vorbildlicher Universitätsneubau vor i)er Eröffnung, der mit modernsten, zum großen M aus Deutschland bezogenen Lehrmitteln, Labo- imlorien und dergleichen ausgeftatfet wird und für Deren Lehrkörper auch einige ausländische, dar- inier deutsche Spezialisten verpflichtet

Marseille erwähnt werden, die in unseren südlichen Departements einen so großen Erfolg hatten. Da­neben gab es die so wertvollen Begegnungen her­vorragender Persönlichkeiten, und bald wird auf Einladung der deutschen Jugend die Reise d e»r 10 0 0 französischen Frontkämpfern m- der durch Deutschland stattfinden. Immer wieder stellt man Verbindungen fest, die infolge geschicht­licher Verflechtungen entstanden, Gegensätze, die an­nähern, anstatt von einander zu entfernen, gleiche Bemühungen, die verschiedenartigen Ausdruck fanden.

Was wollen wir unternehmen? Was können wir gemeinsam tun? Wir haben einander gegenüber eine gemeinsame Ver­pflichtung, die Baldur von Schirach selbst darlegte, als er die Freundschaft der deutschen und französischen Jugend verkündete: nämlich, keinen propagandistischen Hinter­gedanken zu hegen. Ein einziger Punkt steht auf unserem Programm: Sich besser kennenzulernen! Wein lieber Reichs­jugendführer, warum sollten Sie nicht ein neues Beispiel geben? Warum sollten Sie nicht dem­nächst in Paris einen Vortrag über Ihren großen Dichter Goethe halten, den Sie so gut kennen? Oder über ein anderes Thema, das Sie für uns aizswählen? Wir hoffen, daß, SiL so den eingeschlagenen Weg für andere Aussprachen zwischen uns freimachen. Wenn wir auch nicht die Wachtfülle haben, um alle Träume, die wir in uns tragen, zu verwirk­lichen, so sind wir doch, die deutsche und fran­zösische Jugend, imstande, so viele Dinge vorzubereiten. Wie viel Abkommen kul­tureller, wirtschaftlicher und politischer Art sind auf dieser Grundlage möglich, zum Segen und Gedeihen unserer Kultur. Arbeiten wir darauf hin, der Diplomatie den Optimismus der Jugend zu verschaffen! Sollen wir nicht auch versuchen, daß zwischen unseren beiden Ländern e i n Pressetpbkommen geschlossen wird, das Uebelwollen und Lüge mißbilligt. Bemühen wir

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