Einzelbild herunterladen

Welt der

'k

9

«ste K: ?er3 von n ,*9 >,> mit V °- Den

V und 3eIangten bis £*9ber Rl*°meter bei

btT tunb

^WPeratu.

en.

e. 37. Gene- Mlte bereits ,n 5 preußi, en-mürltem. v>|ion enge, en mit den und XXVI, l'schen ßini, u barjeriidje Dem XXIV, 21. 222, 223 Regimenter ach der Aus. rwenbet, tra« r bei und in 1914 in die

strapa- islungs- Lücken- se oder ;ker:

48.- 78/

65.-

110.-

porrr0'1

37.'

ndsPort' Lein®n' hosen i"

_Kiei<fu'10

pl*TZ

ör. UZ Erstes Blaff

188. Zahrgang

Srcitag,2O.mail938

Londons Vermittlung zwischen Paris und Rom

er-

Die Japaner im Besitz HsüMaus

kungen dieses neuen Erfolges auf die Gesamtlage, und Alexandrien verlassen muß. Man aber auch das Ausland könne die Tatsache nicht I rechnet damit, daß sie deshalb ein früheres britisches

ienfte gewisser Großmächte ver-

zu Unrecht nenNamen trägt, Eidgenossenschaft dafür verantwortlich, daß jeder Nackricht?ndienst der Ligasender Mißbrauchtes Gastrechts vermieden oder gegebenen- rfduebene Pressezentralen eine falls mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der schweizerischen Neutralität I bekämpft wird. Wir Zinnern an das dreiste Auf-

DNB. wurde b e -

treten des spanischen Bolschewisten Negrin im Herbst vergangenen Jahres, an die Wühlarbeit der Komin­tern und ihrer Bundesgenossen, an die Hetze des Genfer Blattes Journal des Nations". Mit Befrie­digung nimmt man in der Schweiz Kenntnis von der Uebersiedlung dieses Machwerkes in die franzö­sische Stadt Annemasse. Bekanntlich wurde sein früherer Redakteur a Prato Anfang Januar 1937 von den zuständigen Bundesbehörden aus der Schweiz ausgewiesen, ließ sich aber im französischen Grenzort Ambilly nieder und übt von dort aus auf die redaktionelle und geschäftliche Leitung des Blattes nach wie vor seinen unheilvollen Einfluß aus.

Die Genfer Liga ist schließlich eine Einrichtung, die auch den schweizerischen Steuerzahler stark interessiert. Bemerkenswert ist dabei, daß schon die Anwesenheit der Ligaverwaltung in Genf zu einer empfindlichen Belastung des eidgenössischen Staats­haushalts siihrt. Unter unerhörtem Aufwand wurde einDölkerbundspalast" gebaut, so daß das ehe­malige Verwaltungsgebäude im früheren Hotel Nattonal und in der Villa Armleder für andere Zwecke zur Verfügung steht (Rotes Kreuz, Arbeits­amt, Emigrantenhilfe ujw.). Die Eidgenossenschaft

klärt: Es ist bekannt, daß der verzweifelte Wider­stand der Rotspanier in den letzten Monaten ledig­lich durch die ungeheuren und vermehrten Mate­riallieferungen und die Entsendung von Technikern ermöglicht und genährt wurde, die die französische Grenze frei pas­sierten. Es scheint nun, daß die Verlängerung des spanischen Bürgerkrieges gerade jetzt wieder zum höchsten Ziel jener Kreise geworhen ist, die um jeden Preis das Wirksamwerden des englisch-italie­nischen Abkommens verhindern wollen und, indem sie die Tatsachen auf den Kopf stellen und bis zum äußersten die Lage dramatisieren, den Versuch machen, Italien die Verantwortung und die Schuld zufallen zu lassen, die tatsächlich nur in ihrem

sagt, am Tage, an dem die Sowjets endgül­tig ausgeschaltet seien, würde man über ein wahres Abkommen zwischen den Großmächten verhandeln können. Epoque erklärt, die französisch- italienischen Besprechungen seien auf einem toten Punkt angelangt. Der britische Schlichtungsversuch habe bisher zu keinem Ergebnis geführt. Frankreich müsse sich immer vor Augen halten, daß der Sieg Francos in Spanien eine Gewißheit sei und daß Frankreich ein Interesse daran habe, mit dem künftigen Herrn Spaniens schonend umzugehen. Frankreich könne es sich augenblicklich nicht leisten, eine zur Isolierung führende Polittk zu treiben.

dar, vor allem in Zeiten internationaler Span­nungen.

Bundesrat Motta gab in der Ratssitzung vom 14. Mai u. a. die Versicherung ab, ,chaß die Ver­treter der ausländischen Presse immer in voller Freiheit ihren Zeitungen alle Mitteilungen über­mitteln können und die Kpmmentare, die sie zu den vom Völkerbund behandelten Fragen für notwendig halten." Wenn die Schweiz auch keinen Einfluß auf die Haltung der ausländischen Zeitungen und den Inhalt ihrerVölkerbundsberichte" auszuüben ver­mag, so drängt sich doch zum mindesten die Frage auf, ob nicht durch die Einrichtung bzw. Aufrecht­erhaltung eines propagandistischen Hauptquartiers in Genf mit all feinen Möglichkeiten, die mternatlo- nale Atmosphäre zu vergiften, schließlich doch be­denkliche Rückwirkungen für das neutrale Land ausgelöst werden.

totschweigen, daß die Japaner bei Hsütschau einen Sieg über einen vierfach überlege­nen Gegner errungen haben. Tschiangkaischek müsse nunmehr jede Hoffnung auf einen wirkungs­vollen Widerstand aufgeben. Man werde ihm nicht viel Zeit lassen, das japanische Volk erwarte, daß der jetzige günstige Augenblick zur end gülti­ge w Entscheidung ausgenutzt werde. Das ja­panische Volk wünsche, daß die Regierung ra s ch handele, nicht nur gegen Hankau, sondern auch gegen Südchina. Die Agentur Domei bemerkt, daß die kürzlich erfolgte Besetzung von A m o y die operative Voraussetzung für eine Aktion gegen Kanton geschaffen habe. Auch die Besetzung der südchinesischen Insel Hainan werde erörtert.

schlechten Glauben existiert. Die Beiderseitigkeit und die Gleichzeitigkeit, von der der französische Mini­sterpräsident Daladier gesprochen hat, sollte bald­möglichst gerade von seiner Regierung und besonders in bezug auf das Problem der Nichteinmischung in Spanien angewandt werden zum Wohle alter und für den Frieden Europas.

Winterwetter an der Ternel-Front.

Bilbao, 20. Mai. (DNB.) An der Teruel- front dauert das schlechte Wetter immer noch an. In den Bergen von Pennarroya liegt nach einem heftigen Schneegestöber e,ine 10 Zenti­meter hohe Schneedecke. Trotzdem konnten die Nationales im Abschnitt Pillafranca del Cid bis in das Gebiet nördlich von Albocaver ihre Stellungen erheblich verbessern. Sie eroberten die Ortschaft Villafranca del Cid. Eine auf Albo­caver vorrückende Abteilung gelangte bis drei Kilometer vor diese Stadt und beherrscht durch Artilleriefeuer die von Albocaver nach AZ.esten füh­rende Straße. Drei sowjetspanische Flugzeuge wur­den abgeschossen. Nationale Flieger bombardierten militärische Ziele der Stadt Castellon. Kriegsbericht­erstattern erklärte der Befehlshaber an der Teruel- front, General Varela, das schlechte Wetter sei zwar nicht erwünscht, aber die Tage geringerer Kampftätigkeit würden auf nationaler Seite zur Vorbereitung neuer Operationen ausgenutzt, während die Roten, denen es an An­führern mangele, sich auf eine geistlose Verteidigung beschränkten.

Die Exterritorialität der Liga beschränkt sich auf einen ganz engen Kreis, darüber hiyaus ist die

Baut England

45 000-Tonnen-Gchlachtschiffe?

London, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Marinekorrespondent des Daily Telegraph hält es für sehr wahrscheinlich, daß die zwei Schlachtschiffe des Programms 1938, die im Herbst auf Kiel gelegt werden, die 35 000-Tonnen-Grenze weit überschreiten würden. Nach Ansicht der eng­lischen Sachverständigen würde eine Erhöhung der Tonnage um 7 0 0 0 Tonnen allen Erfordernissen entsprechen. Da man im Augenblick keine kleineren Schiffe, als disk von anderen Mächten geplanten bauen wolle, so würden die Neubauten 40 000 Ton­nen überschreiten, vielleicht würde mag sogar 45 000-Tonnen-Schiffe bauen.

Die Umsiedlung britischer Truppen in die Kanalzone.

Kairo, 19. Mai. (Europapreß.) Die Umsiedlung der britischen Soldaten in Aegypten aus Kairo und Alexandrien in die Gegend des Suez- Kanals scheiterte bisher an der Finanzfrage, da die ägyptische Regierung die auf 12 Millionen Pfund (rund 150 Mill. RM.) geschätzten Kosten für den Bau der für die britische Armee bestimmten Ka­sernen am Suez-Kanal nicht tragen will. Die ägyptische Regierung ist jedoch entschlossen, auf Einhaltung der Dertragsbestirnmung zu drängen, wonach die britische Garnison Kairo

tiges Prinzip des von, daß der sog Allianzsystem im körpert und damit stellen der Genfer bei Pangrins, v< schwere Belastun

grüßt. Das bedeutsame Ereignis wird am Freitag von der ganzen Stadt in zahllosen Versammlungen und Umzügen gefeiert werden. Sämtliche Häu­ser haben reichen Flaggenschmuck angelegt.

Die Blätter find der Ansicht, daß die Einnahme dieses überaus wichtigen chinesischen Stützpunktes den Zerfall des gesamten Befesti- gungssystems im Lunghai-Abschnitt einleite, womit der Weg nach Hankau frei werde. Japan.überschätze keineswegs die Rückwir-

Das Hindernis.

Die Nichteinmischurg in Spanien.

Rom, 19. Mai. (DNB.) Agenzia Stefani

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittag-

Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrif1 nach oorh.Dereinbg.25°/<, mehr.

Grmätztgte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Zwar hat die Schweiz erneut ihre Bereitschaft bekundet, Mitglied d^r Liga zu bleiben und alle Verpflichtungen zu rfiillen, soweit sie nicht mit ihrer Neutralität in) Widerspruch stehen. Aber es fehlt nicht an Stimmen, die schon in der Tatsache der Mitgliedschaft ei/ne Gefahr für ein lebenswich- and es erblicken. Abgesehen da­

nannteVölkerbund" nur ein

Siegesfeier in Tokio.

Tokio, 20. Mai. (Ostasiendienst des Funkspruch.) Die Eroberung von Hsütschau in Tokio mit ungeheurem Jubel

Schanghai, 19. Mai. (DNB.) Hsütschau war in den Abendstunden des Donnerstag restlos in der Hand der Japaner. Die Sonnenflaggen wehen auf allen, Türmen der Stadt und auf den Amtsgebäuden. Geaen 8 Uhr eröffneten japanische Abteilungen einen heftigen Angriff gegen den west­lichen Teil Hsütschaus und drangen in die Stadt ein, die einer schweren Beschießung ausgesetzt ge­wesen ist. Chinesische Gegenangriffe in dem von den Japanern zunächst besetzten Stadtgebiet sind er­folglos geblieben. Der Rückzug der Chinesen hat stellenweise bereits panikartige Formen ange­nommen. In langen Kolonnen walzten sich die ge­schlagenen gruppen nach Südosten, in Rich­tung auf die Provinz Anhwei. Alle nur denkbaren Fahrzeuge werden mitgeführt: Autos, Rikschas, Panzerwagen, Bauernkarren und andere dienen zum Forttransport der Habseligkeiten. Immer wie­der werden sie angegriffen von tieffliegenden japa­nischen Geschwadern, die mit ihren Maschinen­gewehren in die Massen der Flüchtenden hinein­schießen. Nach Südosten führt der einzige Rückzugsweg, aber die Japaner bereiten in der Provinz Anhwei bereits Maßnahmen vor, um den Chinesen den Weg zu verlegen. Die Beute der Japaner in Hsütschau ist sehr groß. Auf der Lunghai-Bahn standen Dutzende voll beladener Transportzüge mit Kriegsmaterial und Lebens­mitteln. Der Flugplatz von Hsütschau wurde be­reits als neue japanische Flugbasis für die Fort­setzung der Operationen in Richtung Kaiföng und Hankau in Betrieb genommen.

«Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

druck und Verlag: vrühlsche Univrrstlätrdruckerei 8. Lange in «eßen. Lchristleitvng und Seschästrftelle: Schulftrahe 7

London, 20. Mai. (DNB. - Funkspruch.) Die Aussichten für eine Entspannung zwischen Frank­reich und Italien werden von der Londoner Mor- aenpresse in etwas hofsiiungsvollerem Licht gesehen. Die Ankunft des französischen Juftizminifter Rey- n a u d in London, der nach Ansicht verschiedener Blätter Freitag Lord Halifax sehen wird, scheint die Meinung verstärkt zu haben, daß die englischen Vermittlungsbemühungen und die Mög­lichkeit einer baldigen Einigung im Nichteinmi- schungsausschuß über die Freiwilligenfrage an Erfolgausfichten gewonnen haben. So schreibt Times, die diplomatische Lage habe von London aus gesehen gestern abend eine Wen­dung zum Besseren genommen. Man hoffe nun, daß der Nichteinmischungsausschuß zuguterletzt allen Ernstes eine Besprechung der spanischen Frei­willigenfrage zuwege bringen werde. Daily Tele­graph berichtet, der britische Botschafter in Rom Lord Perth habe einen langen Bericht über feine .Besprechungen mit Graf Ciano nach London ge- schictt. Man hoffe, Mussolini werde sich dann über­zeugen lassen, daß die Unterstützung, die die rot­spanische Regierung über Frankreich erhalte, nicht wesentlich zugenommen habe.

AuchDaily Mail" berichtet, daß man sich be­mühe, eine Uebereinftimmung zwischen Frankreich und Italien über eine Formel zur Zurückziehung der Freiwilligen zu erzielen, die vielleicht vom Nichteinmischungsausschuß in der nächsten Woche geprüft werden könnte. Die britische Regierung biete ihren ganzen Einfluß in Rom und Paris auf, um zu vermitteln, da man der Ansicht sei, daß ein Zu­sammenbruch der französisch-italienischen Verhand­lungen ein ernsthafter Rückschlag für die Befrie­dungspolitik der brittfchen Regierung fein werde.

Es heißt nach einer Meldung der Europapreß, die Entsendung italienischer Truppen an die Grenze zwischen Libyen und Tunis habe zu einer Steige­rung der Sorge beigetragen. Diese Truppenbewe­gung sei ein neuer Beweis für die Entschlossenheit Mussolinis, jede französische Demonstration, die als italienfeindlich angesehen werden könnte, mit ent­sprechenden Maßnahmen beantworten. Im Re­gierungslager ist man durch die letzte Entwicklung besonders peinlich berührt, da das Zustandekommen eines französisch-italienischen Abkommens die folge­richtige Ergänzung des englisch-italienischen Abkom­mens fein sollte. Eine besondere Schwierigkeit sieht man darin, daß Ministerpräsident Chamber­lain durch eine Unpäßlichkeit an das Haus ge­fesselt ist und somit die beunruhigten Fragesteller im Unterhaus nicht befriedigen kann.

Den Anschluß verpaßt."

Pariser Rechtsblätter kritisieren die französische Außenpolitik. Paris, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse richtet ihr Augenmerk auf den Versuch der englischen Diplomatie, zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Frank­reich und Italien zu gelangen, yournee industrielle ist der Meinung, daß Frankreich durch die Unter­brechung der französisch-italienischen Verhandlungen nicht nur einen materiellen, sondern auch einen moralischen Verlust erleidet. Die verspätete Aner­kennung des italienischen Imperiums durch Frank­reich beweise, daß Frankreich wieder einmal den Anschluß verpaßt hat. Werde Frankreich denn immerabwarten" nicht etwa nach dem englischen Grundsatz deswait and see", sondern aus reiner Unentschlossenheit heraus? Wer leite eigentlich noch die französische Außen­politik? Niemand und doch jedermann. Es fei höchste Zeit, daß dieser Zustand sich ändere. Petit Journal erklärt, die Feststellung sei traurig, daß Frankreich durch die Umstürzungsaktionen der eng- lichen Diplomatie eine beschämende Rolle spiele. Wenn man mit der Entsendung eines französischen Botschafters nach Rom noch etwas warten werde, werde eines Tag^s der englische Botschafter in Rom woh! England und Frankreich zugleich vertreten. Das Blatt fordert die französische Re­gierung auf, dem Skandal des Waffenverkehrs durch Frankreich nach Rotspanien ein Ende zu bereiten. Die Welt werde wissen, daß man Frankreich für die augenblickliche Lage verantwortlich mache. Figaro

und der Kanton Genf verpflichteten sich aber im Jahre 1926, das Grundstück zu erwerben, wenn der Sitz der Liga in das neue Gebäude verlegt wird. Während das eidgenössische Post- und Telegraphen­departement anläßlich der Uebersiedlung besondere Briefmarken herausgab, hat das Finanzdepartement weniger Grund zu freudiger Anteilnahme. Da sich kein Käufer für das umfangreiche Grundstück fand, muß nun der Bund vom Kaufpreis im Betrage von 4 Millionen Franken die Hälfte übernehmen. Aus der Vermietung der Büroräume an die ge­nannten Organisationen ergeben sich 70 000 Franken Jahreseinnahmen, die wohl für Verwaltungs- und Unterhaltungskosten restlos verbraucht werden. Eine Schweizer Zeitung meint:Und wenns nicht gut geht, dürfen Bund und Republik Genf jährlich noch einiges drauflegen für die hohe Ehre, dem Völker­bund feinen früheren Sitz abgefaüft zu haben. Von einer Verzinsung der vier Millionen ist natürlich ohnehin keine Rede." Hinzu kommen die jährlichen Ligabeiträge für eine Institution, deren tatsächliche Bedeuttmg in keinem Verhältnis steht zu den finan­ziellen Aufwendungen eines mit Budgetsorgen über­lasteten Landes.

Eidgenossenschaft und Genfer Liga.

Don unserem Or. S.-Berichierstaiter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Zürich, Mai 1938.

Die Beziehungen der Schweiz zur Genfer Liga erschöpfen sich nicht in den yblichen Rechten und Pflichten eines Mitgliedsstaates. Genf, die größte westschweizerische Stadt, ist zugleich Sitz der Ligaoerwaltun g. Dadurch entstehen für das Land besondere Verpflichtungen, denen andere Staaten nicht unterworfen sind, während der Eid­genossenschaft andererseits eine einzigartige Son­derstellung zugebilligt wurde, die sie von dep Besttmmungen des berüchtigten Sanktionenartikels 16 des Paktes befreit. Am 14-Mai hat der Ligarat ein­mütig d. h. bei zwei Stimmenthaltungen (Sow- jettußland zunö China), die bei der Wertung des Abstimmungsergebnisses keine Rolle spielen auf Antrag des Bundesrates eine Entschließung ange­nommen, wonach der RatKenntnis nimmt von der von der Schweiz unter'Berufung auf ihre ewige Neutralität ausgesprochene Ab­sicht, künftig in keiner Weise mehr an der Durch­führung der Paktbestimmungen über die Sank­tionen mitzuwirken und erklärt, daß sie nicht auf­gefordert werden wird, das zu tun." Die Schweiz ist also nicht mehr verpflichtet, an den militärischen und wirtschaftlichenZwangsmaßnahmen" der Liga teil­zunehmen. In allen anderen Beziehungen ändert sich jedoch ihre Stellung als Ligamitglied nicht und sie räumt auch weiterhin der Genfer Institution ,J>ie Erleichterungen ein, die ihr für die freie Aus­übung ihrer Tätigkeit auf Schweizer Boden gewährt werden".

Die Genfer Beschlüsse enthalten jedoch keine nähe­ren Angaben über das Verhalten der Schweiz im Kriegsfälle, wenn etwa von der Liga bewaffnete Konflikte ausgelöst werden. Wenn die Genfer Entente auch ein begreifliches Interesse daran hat, in Kriegszeiten gerade in einem neutralen Lande zu tagen, so kann dex Schweiz aus entgegengesetzten Grünoen die Anwesenheit einer Allianz- zentrale auf ihrem Hoheitsgebiet nicht gleichgültig fein. Es ist bekannt, daß sich die Berner Regierung und führende Offiziere der Schweizer Armee wiederholt mit dieser Frage beschäftigt haben. So sah die Botschaft des Bundesrats vom 4. August 1919 in derTatsache des Sitzes eine gewisse Ge­fahr und unter Umständet ein Hindernis für die restlose Durchführung der Neutralität" und wies darauf hin,daß der Gegner des Völkerbundes den Sitz des letzteren zum Gegenstand von Angriffen machen würde, sei es, um die dortige Organisation zu stören, sei es, um durch Erzwingung einer Eva­kuation der Organe des Völkerbundes dessen An­sehen einen Schlag zu versetzen. Die Entwicklung des Luftkrieges hat die Möglichkeit solcher Angriffe wesentlich vergrößert." Schweizerische Generalstabs­chefs machten bereits vor mehreren Jahren auf die aus dem Ligadomizil drohenden Gefahren aufmerk- 'sam. So schrieb Oberstdivisionär Sonderegger 1933 u. a.:Der Aufenthalt des Völkerbundsrats und feiner obersten Beamten in Genf ist vom Augenblick der kriegerischen Zuspitzung eines Kon­fliktes zwischen dem Völkerbund und irgendeinem Staat oder einer Staatengruppe an mit unserer Neutralität nicht mehr vereinbar." Da­mit drängt sich sofort die Schlußfolgerung auf, daß die Schweiz von der Genfer Liga die strikte Zufiche- rung verlangen müßte, im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Nachbarstaaten ihren Sitz in ein anderes Land zu verlegen. In diesem Falle könnte die Anwesenheit ausländischer Offiziere in Genf ebenso wenig geduldet werden, wie Tagungen des mit der politischen Leitung von Ligaakttonen beauftragten Rate?.

Zweifellos gilt die Genfer Feststellung, daß die Schweiz den Organen der Liga freie/ Betätigungs­möglichkeit zusichert, nur für di^Dauer des Friedenszustandes. Auffallend ist nur, wie man jetzt in Genf ängstlich jede öffentliche Erörte­rung dieses heiklen Problems vermieden hat. Aber bei den erwähnten (Erleichterungen für das rei­bungslose Funktionieren des Liga-Apparates kann es sich auch für die Schweiz nicht darum handeln, irgendwelche Souveränitätsrechte preiszugeben. Nach Artikel 7 der Ligasatzunggenießen die Vertreter der Mitglieder und die SBeairden des Völkerbundes in Ausübung ihrer Amtsgeschäfte die diploma­tischen Rechte und Befreiungen." Französische und englische Zeitungen sprachen allerdings bei Er­örterung des eidgenössischen Neutralitätsantrages von weiteren Gegenleiftuntzen, etwa auf dem Gebiet der Exterritorialität der Ligaeinrichtungen. Selbst­verständlich konnte sich die) Schweiz nicht daraus ein- lafsen, daß ihr Begehren/zum Objekt eines Tausch­geschäftes herabgewürdictt wird. Die Ligaverwal­tung ist l e d i g 1 i ch G al st d e r E i d g e n o s s e n - schäft und jeder Verzicht auf ein Stuck Loden läßt- sich mit ihrer territorialen Integrität nicht ver­einbaren.

tr|d)etni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monatr.Bezllgspretr:

Mtt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Sietzen

Postscheckkonto: firanffurt am Main 11688