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wissen treffen müsse. Alfred Rosenberg faßte seine Ausführungen zusammen in dem Bekenntnis, daß unser Aufstieg nur möglich war dank der Geschlos­senheit und Kameradschaft der deutschen Volksge­nossen. Wer hieran rühre, versündige sich an der deutschen Zukunft.

Die zweite Kundgebung sah in der Halle II des Fliegerhorstes ebenfalls Tausende von Volksgenossen versammelt. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y zeichnete hier ein Stimmungsbild der Kampfzeit. Dr. Ley warf dann die Frage auf, was vor dem Krieg innerhalb von fünf Fahren an Großem ge­schehen sei. Es geschah überhaupt nichts sichtbar Aufbauendes, und nach dem Kriege geschah in einem solchen Zeitraum erst recht nichts. Dr. Ley führte dagegen die gewaltigen Großtaten des national­

sozialistischen Deutschen Reiches auf politischem, so­zialpolitischem und kulturellem Gebiet auf und kün­dete w e i t e re soziale Maßnahmen für die­ses Jahr an. Entscheidend sei, daß die Gemeinschaft von Staat und Partei dem einzelnen die Kraft gibt, seine Sorgen zu meistern. Die Schicksalsge- m e s n s ch a f t d e s V o l k e s m i t seinem Füh­rer bedeute alles. Es sei nicht das Verdienst der Kirche- sondern allein das Werk des Nationalsozia­listen Adolf Hitler, daß dieses Volk wieder zu­rückgefunden habe zu seinem Gott. Das sei das Größte, was in diesen fünf Jahren geschehen. ist. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley schloß:Der Führer glaubt, und darum glaube auch ich. Wie der Führer an uns geglaubt hat, so glaube auch ich an den Führer."

Die Zeit" schreibt dazu:Das Verbot ist ciri weiteres Glied in der Reihe des unverständlichen Vorgehens gegen reichsdeutsche Kulturfaktoren. Kaum ist das mittlerweile widerrufene Auftritts­verbot für den Präsidenten der Reichsmusikkammer, Peter Raabe, aus unliebsamer Erinnerung ver­schwunden, da müssen die verantwortlichen Stellen schon wieder von sich hören machen. Während Emigranten und bolschewistische Dich­ter, wie Feuchtwanger und Genossen, in Prag b e g e i st e r t e Aufnahme finden, hat man für diö kulturellen Repräsentanten des großen Nachbar­volkes nur Verbote übrig. Wir wissen, daß es auch auf tschechischer Seite Kräfte gibt, die die bisher auf diesem Gebiete geübte Praxis ablehnen; leider ist deren Einfluß aber noch nirgendwo zur Geltung gekommen. Dieguten Europäer", die noch immer an den entscheidenden Stellen sitzen, führen sich bei diesen, allen internationalen Kultur- und Höflich­keitsgesetzen hohnsprechenden Verboten jedenfalls sehr europäisch auf."

Stimmen für Einführung

Mm bemüht sich um hie Regiekmigsbildung.

Ernste Warnungen gegen eine Einbeziehung der Kommunisten.

Paris, 17. Jan. (DNB. Funkspruch.) Bonnet hat nach Ablehnung der Sozialdemokraten auf die Regierungsbildung verzichtet, mit der der Präsident der Republik sodann Leon Blum beauftragt hat. Blum hat sich bemüht, sowohl Vertreter der kom­munistischen Partei wie- solche der Mitte zur Mitarbeit heranzuziehen, Paul R e y n a u d , an den er herangetreten war, hat jedoch zur Be­dingung gemacht, daß das Kabinett alle Parteien von den Kommunisten vis zur Gruppe Marin (Republikanische Vereinigung) umfasse, Blum war jedoch nicht bereit, diesem Wunsche zu ent­sprechen. Die Möglichkeit zur Einbeziehung Rey- nauds in das Kabinett ist also hinfällig geworden.

Dagegen hat Blum von dem Kommunisten D u c- l o s eine Zusage erhalten. Die Kommunisten sind bereit, an einer reinen Volksfront- Regierung teilzunehmen, sich auch an einerRegierung der nationalen Sammlung um die Volksfront" zu beteiligen. Sie machen zur Be­dingung, daß eine solche Kombination das Volks- frontprogramm anwendet, also sich den kom­munistischen Forderungen unterwirft. Man hat den Eindruck, daß die Möglichkeit einer Beteiligung der Kommunisten an der Regierung unter den Radi- kalsozialisten Widerspruch auslösen wird. Von der Haltung der Radikalsozialen wird es ab- hängen, ob Blum es wagen kann, kommunistische Vertreter als Regierungsoertreter hereinzunehmen oder ob er, um die Mitarbeit der Redikalsozialen zu behalten, sich mit der alten Volksfront begnügen muß. * M

Vielfach wird die Möglichkeit einer Regierung mit kommunistischen Ministern als Herausforderung empfunden, vor der drin­gend gewarnt wird. Die Blätter machen vor allem auch auf den Widerhall aufmerksam, den die mühe­vollen Krisenverhandlungen in Paris im Aus - lande finden. DasJournal" weist darauf hin, daß die Nachricht von der Beauftragung Leon Blums mit der Kabinettsbildung unsägliches Er­staunen hervorgerufen habe. DerFigaro" schreibt, wenn man die kommunistische Hypothek, die auf der französischen Mehrheit laste, jetzt noch in eine kommunistische Regierungsbeteiligung um­wandeln wolle/ so liefe das auf Landesverrat hin­aus. Frankreich würde bann unfehlbar in den Ruin und in den Krieg hinein steuern. Eine nationale Einigung können nicht um den Dolksfrontbegriff erfolgen, sondern nur um den BegriffFrankreich" schlechthin. Sie könne

aber nicht durch die marxistische Inter«, nationale gekrönt werden.

Auch die radikalsozialeRepublique schreibt: Soll dieser schlechte Scherz einer Beteiligung der Kommunisten an der französischen Regierung den Bankrott bringen? Sollen die Sparer einem Kommunisten wie Thorez oder Duclos Vertrauen schenken? Soll man mit den Kommunisten, die in die Regierung eingeführt werden, eine Kriegs- gefahr mit einfchmuggeln? Dann wäre es um die Annäherungsbeftrebungen mit den Nachbar­staaten, besonders mit Deutschland, geschehen. Mit den guten Beziehungen zu den mittel­europäischen Verbündeten wäre es aus, zumal diese schon wegen des französisch-sowjetrussi- schen Paktes beunruhigt seien. Aus wäre es mit dem engen Einvernehmen mit England. Auch die Nichteinmischungspolitik in Spanien wäre ge­fährdet.

DieSchwache derDemottaüen"

Flandin zur Regierungskrise.

London, 17. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der frühere französische Ministerpräsident Flandin erklärt in derDaily Mail", die Kommunisten blie­ben trotz ihrer indirekten Teilnahme an der Re- gierungsDerantroortung eine Partei des Urn- ft u r z e s. Die Sozialdemokraten seien Opfer der kommunistischen Agitation, sie würden von den Massen verantwortlich gemacht für die Nichterfül­lung der kommunistischen Versprechungen in der Volksfront. Unterrichete Kreise in Frankreich seien sich wohl über den Ernst der Lage im Klaren, nicht aber die^grotze Masse. Frankreich habe noch ein Zwischen st adium durchzuma­chen, ehe eine Regierung der nationalen Einigung ans Ruder kommen würde. Es fei eine Schwäche der Demokratien, daß sie ihre Zeit verpaßten, während sich die Ereignisse in der Welt überstürzten. Ihre Führer nähmen schwere Verantwortlichkeit auf sich, wenn sie zö­gerten, die Wahrheit über die Lage zu sagen und es vorzögen, der öffentlichen Meinung zu folgen, anstatt sie zu führen.

Vortrag Blunks in Prag verboten.

P r a gv, 16. Januar (DNB.) In Prag wurde ein Vortrag des reichsdeutfchen Dichters Hans Friedrich Blunk behördlich verboten.

der allgemeinen Wehrpflicht io England

London, 16. Jan. (DNB.) Die Frage der Ein­führung der allgemeinen Wehrpflicht, die wenig po­pulär in England ist, wird in zwei Sonntagsblät­tern aufgeworfen. ImSunday Expreß" erklärt Lord Lloyd, der frühere Oberkommissar für Aegypten, daß England mehr als nur b ie Aufrüstung haben müsse. Wir müssen uns bie Leistung eines Systemsnationalen Dienstes" ähn­lich bem ber Schweiz, auferlegen, berfairsten, be= mokratischsten unb wirksamsten Form eines solchen Dienstes". Bei bem heutigen Zustand ber Welt, zu bem unsere Regierung selbst beigetragen habe, gibt es keinen anberen Ausweg.Sun- bay Chronicle" erklärt: Denjenigen, bie nur zuge­stehen, baß im Falle ber Not bie allgemeine Wehrpflicht eingeführt werben bürfe, muß man bie Frage vorlegen, ob benn micht jetzt ein solcher Not st an b gegeben sei. Die einzige Frage, bie man aufwerfen müsse, sei bie, ob bie englische Re­gierung auch bie britische Außenpolitik energisch genug vertrete unb ob sie ben richtigen Gebrauch von ber ihr zur Verfügung gestellten Waffe mache.

Kleine politische Nachrichten.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur v. S ch i r a ch , hat anläßlich der feierlichen Grund­steinlegung der ersten zehn Adolf-Hitler-Schulen Reichsleiter Dr. Ley das goldene Ehren­zeichen der Hitler-Jugend verliehen.

*

Der jugoslawische Prinzreaent Paul und Prin­zessin Olga kehrten von Der Hochzeitsfeier ays Athen zurück. In ihrer Gesellschaft befanden sich der H e r z o g v o n K e n t mit. Gattin, eine Schwe­ster ber Prinzessin Olga. Sämtliche in Belgrab an-* wesenben Minister waren zur Begrüßung erschie­nen. Eine Ehrenkompanie erwies bie Ehrenbezeu­gungen. +

Innerhalb von 60 Tagen müssen sämtliche A u s - länber, bie wiberrechtlich im Laube leben, Brasilien verlassen, andernfalls soll Ausweisung erfolgen. Regierungskreise betonen, baß es sich nicht um Sonbermaßnahmen gegen bas jübische Element hanbele.'

In ber mexikanischen Stabt Veracruz stürm­ten 50 Jungkommunisten bie Christuskirche

unb überfielen bort betenbe Katholiken. Die Koni- muniften verletzten zwei Männer unb eine Frau erheblich.

Der nationalspanische Heeresbericht besagt: An ber Granaba-Front haben die na­tionalen Truppen bie Frontlinie a u s g e - glichen. Von ben übrigen Fronten nichts neues. *

Auf ber Deutschen Werst in Hamburg lief das neue 15 000 BRT. große H a p a g - M o t o r s ch i f f P a t r i a" vom Stapel. Damit stellt bie Hapagein Schiff in ben Dienst zwischen Europa unb ber West­küste Sübamerikas ein, bas für sich m Anspruch neh­men kann, bas Spitzenschiff biefer Route zu sein. Die neuartige bieselelektrische Maschmenanlage gewahr- leistet eine Durchschnittsgeschwinbigkeit von 17 See­meilen in ber Stunbe, so baßchie Reise von Hamburg nach Valparaiso nur etwa vier Wochen bauert.

Wetterbericht.

Ein kräftiger Wirbel hat auf feinem Wege vom westlichen Kanal nach ber Ostsee über Westeuropa einen kräftigen Wirbelluftzustrom ausgelöst, ber sich voraussichtlich in ber Nacht zum Dienstatz mit einem Vorstoß kälterer Luftmassen nach Osten wen- bet. Dabei sinb erneut Regenfälle zu erwarten. In bey höheren Gebirgslagen sinb teilweise auch wieber Schneefälle zu verzeichnen. Im weiteren Verlauf bes Wetters ist allmählich eine Beruhigung zu er­warten.

Aussichten für Dienstag: Nach anfäng­lichen Regenfällen wieber aufheitemb, Tagestempe­raturen bei 5 Grab, lebhafte' Winde aus West bis Norbweft.

Aussichten für Mittwoch: Bei beginnen- ber Abkühlung bewölkt, geringe Nieberfchläge.

Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags 7,5 Grab Celsius, abenbs 6,7 Grad; am 17. Januar: morgens 8,1 Grad. Maximum 7,9 Grab, Minimum 5,5 Grab. Grbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Januar: abenbs 4,1 Grab; am 17. Januar: mor­gens 4,2 Grab. Nieberfchläge 4,3 mm. Sonnen­scheinbauer 0,8 Stunben.

Wintersport-Wetterdienst.

Schwarzwald, Felbberg: Bewölkt, Tempera­tur + 1 GraiH 20 cm Gesamtschneehöhe, Firnschnee, Ski unb Robel noch gut.

Es wirb wieber zunehmenb kälter, so baß anzu­nehmen ist, baß bie Nieberfchläge in Gebirgslagen über 600 Meter wieber in Schnee übergehen.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. 2). 21. XII. 37: 11 000. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

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