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Nr.,3 Erstes Blatt

188. Jahrgang

Montag, 17, Januar M8

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Mobilisierung aller Kräfte der Partei.

Gauleiter Sprenger gibt auf dem GauappeU Hessen-Nassaus die Parole für 1938.

NSG. Frankfurt a. M., 16. Ian. Am Sonn­tag fanden in all en Kreisen des Gaues Hessen-Nassau Führerappelle der NSDAP, statt, in die die Rede des Gauleiters aus dem Hippodrom in Frankfurt a. M. übertragen wurde. Ueber 21000 Politische Leiter, Führer der Gliederungen und Abteilungsleiter des Reichs­arbeitsdienstes piaren zu dem Generalappell ange­treten, auf dem Gauleiter Sprenger die Aufgaben des Jahres 1938 klarlegte.

Gaupropagandaleiter Stöhr

führte als erster aus:Die nationalsozialistische Re­gierung hat in den fünf Jahren ihres Bestehens auf allen Lebensgebieten eine K e t te von Erfol­gen mit sich aebracht. Die Grundlage für diese Er­folge waren Die Einhe'it von Volk Reich und Führer und die von Adolf Hitler gegrün­dete Partei. Trotzdem aber hat die Partei noch immer einen dreifachen Kampf zu führen. Sie hat gegen Staatsfeinde aller Art, gegen die Lauheit und Trägheit, die die kompro- mißlofe Erfüllung des -Parteiprogramms hindern und gegen die Kräfte, die den revolutionären Schwung der Bewegung verwässern und verbürokratisieren wollen, zu kämpfen. Der Generalappell soll daher alle Kräfte der Partei für das neue Jahr mobilisieren. Der Führungs­anspruch der Partes wird nur in steti - gern Angriff erhalten. Die Mobilmachung der Partei wird von einer großen Versammlungs­welle in den kommenden Monaten eingeleitet und durch tue Kreistage, den Gautag und den Reichs­parteitag fortgesetzt.- An jeden einzelnen Volksge­nossen wird in den kommenden Monaten die Ent-, scheiduna herangetragen, ob er mit oder ohne den Führer Adolf Hitler sein Leben gestalten will.

SA.-Obergruppenführer Beckerle

erinnerte an die Kreisappelle der Kampfzeit, in denen immer die Einheit und Geschlossenheit der Bewegung und die Einsatzbereitschaft der S A. zum Ausdruck gekommen seien. Es gelte, diese Einigkeit zu erhalten und zu vertiefen. Die SA. habe für ihre Ausrichtung die Ausbildungsgrund­lage geschaffen und stehe bereit, 4n die vorderste Linie der politischen Aktivität des Gaues zu treten. Die SA.-Arbeit des kommenden Jahres diene der Vertiefung ber Kameradschaft mit der Politischen Leitung und den anderen Glie- Gerungen und der Menschenführung auf dem Ge­biete der körperlichen Ertüchtigung. SA.-Sportabzeichen und SA.-Kampfspiele seien die .besten Beweise dafür. Als drittes gelte es, die SA. für einen jederzeitigen Einsatz im Dienste der Volks­gemeinschaft beweglich zu erhalten. Ueber allem aber stehe die Aufgabe, dem Führer und Obersten SA.- Führer in Treue zu dienen.

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Ein Bild vom Führerappell des Groß-Kreises Frankfurt, das den Gaupropagandaleiter Stöhr bei seiner Ansprache zeigt. Auf der ersten Stuhlreihe von links nach rechts: Kreis­leiter Schwebet, Gauleiter Sprenger, Obergruppenführer. Beckerle, Stellvertre­tender Gauleiter Linder, Gruppenführer G r ä n tz , Stellvertretender Gauleiter e. h. Reiner, NSKK.-Gruppenführe'r Richard PrinzvonHesfen. (Aufn.: Schwarz, NSG.)

und des WHW. find im Gau Hessen-Nassau ge­radezu hervorstechend. Wir dürfen aber in der Er­füllung der vielen Aufgaben, die die NSV. über­nommen hat, nicht erlahmen. Die Werbung für die NSV. hat nachdrücklichst weiter zu erfolgen. Nach Maßgabe ihres.Könnens muß' bald die Gesamtheit jedes Kreises Mitglied der NSV. sein."

Der Gauleiter ging dann auf die volkswirt­schaftlichen Aufgaben der deutschen Frau ein, in deren Hand die gesamte Lebensmit­telbedarfslenkung liegt. Er forderte dabei die Ho­heitsträger auf, den Frauenschaftsleiterinnen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben jede Unterstützung zu ge­währen. Auf die Stellung der Deutschen Ar­beitsfront Übergehend erklärte er:Die DAF. muß sich nach wie vor ihrer unerhört wichtigen Aufgaben bewußt sein. Wenn der Führer schon heute sagen kann, daß der deutsche Arbeiter dem deutschen Volk zurückgegeben ist, dann ist das eine Anerkennung der Arbeit der DAF.

Die DAF. muß sich dessen bewußt sein, daß ihre Arbeit den Arbeiter an die national­sozialistische Weltanschauung heran- zu führ en vermag. Die Tätigkeit der NS.-Ge­meinschaftKraft durch Freude" ist im Rah­men des DAF.-Arbeitsgebjetes ganz besonders zu erwähnen. Ich bitte die Hoheitsträger, gerade diese Arbeit nachhaltig mitzubetreuen und zu unter­stützen. WennKdF." richtig geleitet wird, wird das gesamte gesellschaftliche Leben richtig gestaltet werden. Dabei muß sich jeder Walter bewußt sein, daß er- im Blickfeld aller steht.

Reichsminister Göring hat verkündet, daß mit dem Vierjahresplan auch die nationalsozia- listis'che Wirtschaftsgestaltung begonnen hat. Es gibt nur eine verpflichtende Volks­wirtschaft, der die Aufgabe zukommt, in einem Volke die besten Lebensbedingungen zu schaffen. Auch in der Wirtschaft kann niemand machen, was er will. Jeder Wirtschaftsführer hat sich nach den

Grundgesetzen der nationalsozialistischen Weltan­schauung zu richten." Hierauf behandelte der Gau­leiter die großen Projekte des Vierjahresplanes im Gau Hessen-Nassau, um dann auf das Heimstätten- wesen einzugehen.

Wir haben bereits 2800 Arbeiter« wohnstätten geschaffen, so daß wir eine Gesamtzahl von 8000 Arbeiterwohnstätten er­reichen. Die Früchte der Siedlungsarbeit sind eine Verbesserung der Lebensbedingungen und eine Erhöhung des Lebensstandards. In Liessen sind bereits drei Lrbhösedörser im Betrieb, neue werden im Frühjahr über­geben. Wir werden aus diesem Gebiet nicht ruhen und rasten, weil wir dadurch nicht nur die Lrnährungsgrundlagen verbreiten, sondern auch Quellen zur Erneuerung des deutschen Volkstums schaffen."

Nach Behandlung von verschiedenen Fragen des Reichsnährstandes und des Kolonialproblems be­tonte er die enge Verbundenheit zw i - 1 d) e n Partei und Wehrmacht, und die enge Zusammenarbeit zwischen Volksgenossen, Par­tei und Staat, und fuhr fort:Es ist im natio­nalsozialistischen Staat kein Raum für ver­staubte Ueberkommenheiten. Wir sind nicht engherzig, Vergnügungen können ruhig gefei­ert werden, aber nach Berufs st änden auf- geteilte Vergnügungen lehnen wir a b. Der Führer hat erklärt, daß das Gemeinschafts­leben in seinen alten Formen überwunden sei Ich bin der Auffassung, daß das gesellige Leben nach einem Grundsatz geformt werden muß, alle Deutsche sind als Deutsche blutsmä­ßig gleich. In den nächsten Tagen wird wieder unter der BezeichnungRepräsentanten des Volkes" eine solche Veranstaltung stattfinden, in der Vertreter der Alten Garde, der Kriegs­beschädigten und der Opfer der Arbeit mit den führenden Parteigenossen zusammenkom­men. Das soll klar zeigen, daß alle, die einst für ihr Volk, für ihren Staat, für den Führer Opfer ge­bracht haben, auch Anspruch darauf haben, vom Volke als Repräsentanten angesehen und behandelt zu werden.

Der Führer hat die Mahnung an uns gerichtet und gesagt, die Stärke einer Nation ist nicht nach Siegesfeiern zu bemessen, sondern wie man Nie­derlagen erträgt Wenn ein neuer Schicksalsruf an das deutsche Volk ergehen wird, wird es schwer werden, aber nie, sagt der Führer, wird er kapitu­lieren. Der politische Führer sei stets Soldat. Der Soldat aber ist immer tapfer. Wer nicht tapfer ist, kann nie Soldat Adolf Hit­lers sein. Unsere Aufgabe ist es, eine Organisation von Männern zu schaffen, die Beherrschung zeigen und rücksichtslos die Belange der Natton wahrneh­men. Bei solcher Führung wird der beste Staat entstehen, itz dem jeder für sein Volk bereit ist. Jeder Gefolgsmann Ädolf Hitlers", so schloß Gau­leiter Sprenger seine die Marschrichtung klar an­zeigende Rede,hat seine Treue täglich aufs Neue durch d i e Tat zu beweisen. Was wir sind, haben wir dem Führer zu verdanken!"

Gauleiter Sprenger

führte dann folgendes aus:Ich darf Ihnen allen für den Einsatz im vergangenen Jahr danken. Der Dank des Führers, den er in feiner Neu­jahrsbotschaft abgestattet hat, muß uns für die be­vorstehende Arbeit neuer Ansporn sein. Die Aufgaben des neuen Jahres können nur durch die alte Opferbereitschaft herangetrieben werden. Die Ziele des nationalsozialistischen Programms können nur in äußerst revolutionärer Ent­wicklung erreicht werden. In Erkenntnis der Vergangenheit müssen wir uns den Boden schaffen, den wir für die Zukunft brauchen. Der Sinn dieses Appells ist daher bei aller Würdigung des Erreich­ten, die kommende Arbeit auf den allgemeinen Ge­bieten, die der Partei übertragen find, aufzuzeich­nen, damit dem einzelnen der Weg in die Zukunft um so klarer vor Augen tritt. Den Führern in der Partei und ihren Gliederungen obliegt die größte Verantwortung, da ihr Handeln als Tat des Na­tionalsozialismus angesehen wird.

3m Vordergründe stehl die Personalfüh- rung. Politik machen heißt, die richtigen Männer an den richtigen Platz stel­len. Für die nationalsozialistifche Erziehung ist nach wie vor das Vorbild das beste Er­ziehungsmittel. 3n den Ortsgruppen finden monatlich Schulungen statt, an denen die Politischen Leiter, Walter, warte und die Füh­rer der Gliederungen teilnehmen, wodurch die einheitliche, politische und weltanschauliche Aus­richtung der gesamten Führerschaft gewähr­leistet ist. Zur Erhärtung der Organisation ge­hört, daß an allen Stellen M ä n n e r m i t un­beugsamem Willen führend sind. Es ge- hört aber auch dazu, die gute Kamerad­schaft, die zwischen den Gliederungen der

Partei herrscht, noch weiter zu vertiefen.

Die N S. ° B e r q t u n g nimmt in her Arbeit der Bewegung eine besondere Stellung ein. Sie ist das Ohr der Partei. Jeder Volksgenosse, der Auskunft haben will, soll zur Partei gehen. Rechtssachen aller­dings müssen an die zuständigen Stellen wetterge- leitet werden. Im vergangenen Jahr konnte die Partei das R h e i n - M a i n i s ch e Landes- Orchester gründen. Ihm gehören augenblicklich 46 Mitglieder an. Es wird in nächster Zeit ausge­baut, damit es noch wirksamer in Erscheinung tre­ten kann. Ihm ist die Aufgabe gestellt, national; ozialistisch zu wirken. Die Erfolge der NSV.

Beitrag zur internationalen Befriedung."

Oer Reichsaußenminister begrüßt den jugoslawischen Ministerpräsidenten in Berlin.

Frhr. von Neurath im Gespräch mit Stojadinowitsch. (Scherl-M.)

< 1 n

Berlin, 14. Jan. (DNB.) Am Samstagabend veranstalteten der Reichsminister des Auswärtigen und Freifrau von Neurath zu Ehren des kö­niglich jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenministers Dr. Milan Stojadinowitsch und Frau eine Abendtafel, bei der

6er ReichSlwnifler des Auswärtigen

seinen Gast mit einer Ansprache begrüßte, in der er u. a. erklärte: Ihr Befuch, Herr Ministerpräsi­dent, ist uns ein lebendiger Beweis dafür, daß Sie und die von Ihnen geleitete Regierung unsere Auffassung von der festen Grundlage unserer Beziehungen teilen, und daß Sie in der Vertiefung unseres Freund­

schaftsverhältnisses ein natürliches Ziel Ihrer Politik erblicken. Mit Recht können unsere beiden Völker erwarten, daß die politische, wirt­schaftliche und kulturelle Freundschaft, die zwischen uns besteht, vom Auslande immer mehr als das gewürdigt wird, was sie ist, nämlich als ein wesent­licher Beitrag zur internationalen Entspannung und Befriedung, eine Freund­schaft' niemand zu Lied und niemand zu Leid, mit keiner Sp'itze gegen Dritte, eine Freund­schaft, welche alle diejenigen begrüßen müssen, denen die Ruhe in Europa am Herzen hegt. In diesem Geiste hatte ich in Belgrad die Ehre, mit seiner königlichen Hoheit dem Prinzregenten Paul und mit Ihnen selbst, Herr Ministerpräsi­dent, mich auszusprechen. Alle Ihre Unterredungen

mit den führenden Männern des Dritten Reiches, die Sie in diesen Tagen treffen, werden von gleicher Gesinnung getragen sein. Ich er­hebe mein Glas und trinke auf das Wohl Seiner Majestät König Peters II., Seiner königlichen Ho­heit des Prinzregenten Paul, der hohen Regent­schaft und auf das Gedeihen des jugoslawischen Volkes, sowie auf das persönliche Wohl Ew. Ex­zellenz und Ihrer Gemahlin.

Ministerpräsident Stojadinowitsch

erwiderte: (£s freut mich, daß mir die Gelegenheit geboten wird, auf dieser Reise auch persönlich die große Aktivität, die ba^ deutsche Volk auf allen Gebieten entfaltet und in der seine außerordent­lichen Fähigkeiten zum Ausdruck kommen, kennen

WKW

Reichsaußenminister Frhr. von Neurath in Unterhaltung mit der Gattin des Minister» präfibenten Dr. Stojabinowitjch, IScherl-Bilderdisnst-M^