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Nlhelm Lange.
Ernst Blum. "Llurdie Mer: 'S' Emst Blum- Thyriot; für den ^Weiter: $Qn3 ,* d°n Sntjalt der II. 38:9034. SruiJ irutferei S.ßanje, sbezugspreis RM. 'Uhr, mit der Jllu- 'fspreis 10 Pf. und werten 5 Pf. mehr. 1- September 1937
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Dienstag, 16. Huguft 1938
(Siebener Anzeiger iGeneral-Anzeiger für Oberhessen)
M.190 Zweites Blatt
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Ehrenvoller Austrag für einen Gießener Künstler
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Möwenslug.
Von Karl Scherer.
a; n f g . Entwurf für das Wappenschild der Stadt Friedberg. — R ech t s: Eine Ausführung in Eichenholz: Wappen der Stadt Grünberg. — (Aufnahmen s2j: Neuner, Gleh.Anz.)
gediehen. Die Wappenschilder, ganz aus Eichenholz, werden etwa einen Meter hoch und tragen die Zeichen der Städte in vertieft gearbeitetem Flachrelief. Durch eine einfache Beizung mit Nußbeize verschiedener Konzentration erfahren die Bilder über die Zeichnung hinaus eine Bearbeitung in verschiedenen Tonwerten. Außerdem werden noch einige Tafeln anaefertiat, die in einfachen Darstellungen Soldaten in den Trachten der verschiedenen Jahrhunderte deutscher Geschichte zeigen werden. Die Herstellung der Schmuckplatten macht erhebliche Arbeit. Die Darstellungen müssen mit Sticheln und Meißeln aus dem harten Holz herausgestemmt werden.
Gloria Palast:
„Unter Ausichiuß der Oeffentlickkeit/
Dieser Film, der jetzt für zwei Tage in einer Neuaufführung hier erscheint, ist früher schon einmal bei uns gelaufen, aber nicht besprochen worden. Wenn wir mit einigen Worten darauf zuruckkom- men so geschieht es, weil sich hinter dem anreißerischen Titel fachlich und darstellerisch Ernsthafteres verbirgt, als vermutet werden könnte. Die Fabel behandelt einen Kriminalfall und schildert, wie eine gute Ehe durch die erpresserischen Machenschaften eines Hochstaplers auf das gefährlichste belastet und fast zerstört wird. Abgesehen davon, daß der Besucher stofflich und künstlerisch von den Vorgängen gefesselt wird, liegt es nahe, der Handlung — was das Verhalten in ähnlichen Lebenslagen betrifft — Anregungen und gute Lehren zu entnehmen, wie sie kürzlich in der „Mordsache Holm" gegegeben wurde. (Vertrauen zur Polizei hat noch niemandem geschadet.) Paul Wegeners Regie beginnt ziemlich langsam, gleichsam tastend, gewinnt aber gegen Ende — vor allem in der Gerichtsverhand- lung — an Lebendigkeit und natürlicher Spannung. Hier sei gleich der noblen Haltung gedacht, die W i n t e r st e i n dem Vorsitzenden angedeihen läßt. Im übrigen konzentriert sich die Anteilnahme des Beschauers in erster Linie auf die auch äußerlich sehr geschickt gewählte Gegenüberstellung von Olga
Für die Ausschmückung des großen Saales des Wirtschaftsgebäudes im Fliegerhorst Gießen wurde der Bildhauer Bourcarde (Gießen-Krofdorf), der schon des öfteren mit ausgezeichneten Arbeiten hervorgetreten ist, mit der Anfertigung von Wandschmuck besonderer Art beauftragt. Der Saal soll mit Wappenschildern ausgestattet werden, durch deren Auswahl und Gestaltung die Verbundenheit des Fliegerhorstes mit der oberhessischen Landschaft zum Ausdruck gebracht werden soll. Die Wappenschilder sollen die Wappen der oberhessischen Städte Gießen, Lich, Butzbach, Friedberg, Alsfeld, Kirtorf usw. tragen. , ... ,.
Die Arbeit ist bereits über die Entwürfe hinaus
„Warum eigentlich in der Hand?" wollte ich wissen. „Du mit der Rose in der Hand, sie mit der Nelke ... ihr könnt die Blumen doch anstecken."
„In der Hand ist würdiger", entschied Gerhard Balle, und seinen Willen sollte er haben, das halt' ich mir ernstlich vorgenommen.
Zu begreifen ist, daß ich ein so verantwortungsvolles Unternehmen nicht allein auszuführen wünschte. Eine Frau aussuchen unter zweiunddreißig Bewerberinnen — da mußte einer helfen, beistehen, raten, und das konnte in diesem Fall nur mein Bruder Egon sein. Egon ist ein williger und gescheiter Mensch, obendrein hat er Humor.
Mehrere Stunden haben wir uns mit den Briefen der zweiunddreißig heiratslustigen Damen beschäftigt, dann waren wir im reinen und kühlten unsere erhitzten Gemüter mit einer Flasche aus dem Eisschrank.
Ich muß gestehen — uns hatte die Neugier, oo Gerhard Balle zufrieden sein würde, halb krank gemacht, wir konnten den Donnerstag kaum erwarten, und kurz vor fünf nahmen wir eine Taxe, fuhren zum Viktoria-Luise-Platz und ließen den Wagen etwas abseits halten, aber so, daß der Ausblick auf
Es wird nun doch Zeit, daß ich die Geschichte von Gerhard Balle und der verhängnisvollen Nelke ' niederschreibe, ein Jahr nach dem andern ist drüberhingegangen, am Ende nehmen mir die Jahre noch die Lust zum Erzählen weg, und das wäre schade — um des Lachens willen.
Die Geschichte beginnt, wenn man's recht besieht, auf der Schulbank, aber ich bin nicht gesonnen, meinen Onkel Bertram nachzuahmen, der jeden Witz mit einer Vorrede erschlägt. Es sei daher nur gesagt, daß Gerhard Balle auf der Schule glänzte. Allerdings glänzte nicht sein Verstand, sondern sein blankes fettgepolstertes Gesicht, das ihm den Beinamen „Marzipanschweinchett" eintrug. Gerhard Balle regte sich nie auf, und war es zu machen, dann ließ er die andern sorgen. Solche Menschen bleiben nicht mager.
Sie verstehen es auch, sich mit fortschreitendem Alter gut zu konservieren. Der Herr, der mir in der Elektrischen auffiel, sah ganz und gar wie ein ^Marzipanschweinchen aus, bald lächelten wir uns an, er reichte seine Hand herüber, es war Gerhard Balle. In keiner Weise hatte er Ausdruck und Bewegung verändert, soweit man bei ihm überhaupt von Bewegung sprechen konnte; meist waren es nur die erwartungsvoll spielenden Augen, die an diesem Körper Leben verrieten. Die Vermutung lag daher nahe, daß sich das Ballesche Wesen ebensowenig geändert hatte, und richtig sagte er schon nach ein paar Minuten „Du könnntest mir mal einen Gefallen tun eine Kleinigkeit ...ich be-
indem er ein Bündel Briete aus der Aktentasche nahm, „die haben mir alle geschrieben, und da muß nun eine ausgesucht werden."
Ich verstand nicht gleich. Gerhard Balle war selbst zum Sprechen zu faul und bevorzugte größt-
Tschechowa und Sabine Peters, die im „Mädchen Irene" einen ähnlichen Konflikt mit leidenschaftlicher Einfühlung gestaltete — eine Lei« stung, die sie bis heute nicht übertroffen hat; die Tschechowa wirkt auf der Gegenseite, wenn das Wort in diesem Zusammenhang gestattet ist, so be- herrscht und überlegen, so sparsam und zugleich aus- drucksvoll wie stets. Der inzwischen verstorbene Alfred Abel und Ivan P e t r o o i ch stehen neben beiden im Vordergründe der Ereignisse; die Gießener wird es freuen, im großen Ensemble auch Frau P r a s ch - G r e v e n b e r g und der Geigerin Martha Linz zu begegnen. — (Märkische-Pano- rama-Schneider.) *
Die Wochenschau bringt u. a. einen ausführlichen Bildbericht vom Turnfest in Breslau; ein Kultur- film schildert den Werdegang der Rasierklinge
Hans Thynot.
die U-Bahn frei blieb, denn keiner von uns dachte daran, auszusteigen.
Wir hatten ein schlechtes Gewissen. Wie schlecht es war, wird jeder abzuschätzen vermögen, wenn er hört, daß die Gegend um die Untergrundbahn ain dem Viktoria-Luise-Platz wimmelte von Damen, die eine weiße Nelke in der Hand trugen. Ob es genau zweiunddreißig' waren, kann ich nicht versichern, aber bestimmt hatten wir an alle zweiunddreißig geschrieben und sie herbestellt.
Der Damen hatte sich bereits eine gewisse Unruhe bemächtigt Die Nelken scheuten voreinander. Doch je näher der Zeiger der Fünf ruckte, desto entschlossener wurde der Gesichtsausdruck der Wartenden, und das freute uns böse Buben.
Bald danach erschien Gerhard Balle mit seiner roten Rose auf der Walstatt. Er kam aus der Untergrundbahn heraufgestiegen und sah sich plo^nd) einem Wald von weißen Nelken und einer Horde von Racheweibern gegenüber.
Das letzte, was wir erspähten, waren seine abwehrend erhobenen Hände. Unsere Taxe sauste davon.
Denn — nicht wahr — man sieht nicht gern der Zerstückelung eines lebendigen Menschen zu, selbs?wenn dieser Mensch ein Marzipanschweinchen und außerdem ein unverschämter Faulpelz ist.
Niemand hat fernerhin von Gerhard Balle ein Sterbenswörtchen gehört.
Die verhängnisvolle Nelke
Eine bösartige Geschichte von Waldemar Keller.
Heinrich George spielt bei den Frankfurter Römerberg-Festspielen den „Götz". Bei dieser Freilichtaufführung sind sämtliche umliegenden Fenster und Balkons dicht mit Zuschauern besetzt. George- Götz ist gerade bei der Sterbeszene und bittet um „einen Trunk Wasser", da hört man aus einem Fenster die Stimme einer durstigen Frankfurterin recht vernehmlich nach nebenan rufen: „Also, es geht doch nix immer e gut Glas Bier am Abend! Vorauf die Nachbarin, empört ob dieser Pietätlosigkeit, ebenso laut zurückruft: „Dir is ammer auch nix heilig. Laß doch den Mann dy unne erst e mal ruhig sterwe!" Was der beleibte Heinrich denn auch mit unterdrücktem Schmunzeln tat
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast (Seltersmeg): „Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit".
BOM -Werkgruppe 1/116.
Sport.
Alle Mädel der Gruppe treten am Dienstag um 20 Uhr pünktlich am Ludwigsplatz an. Turnzeug ist
Di" Führerin der BDM.-Werkgruppe 1/116.
llnsere Artillerie abgerückt.
Am gestrigen Montagnachmittag ist unsere Gießener Artillerie-Abteilung zur Uebung aus einem Truppenübungsplatz ausgerückt. Der Marsch Der Truppe durch die Stadt zum Bahnhof vollzog sich, mie immer, unter herzlicher Sympathie der Bevölkerung.
Wem darf der Wehrpaß vorgezeigt werden?
NSO Auf Seite 52 des Wehrpasses ist im zmei- ten Absatz befohlen, daß der Wehrpaß auf Verland gen den Dienststellen der Wehrmacht, des Reichs- arbeitsdienstes, den Behörden und dem Betneos- führer (diesem ohne Kriegsbeorderung oder Wehr- paßnotiz) vorgelegt meröen darf. Anderen Personen darf er meber oorgezeiat, noch vorübergehend überlassen merben. Das XI1. Armeekorps hat bestimmt,
Aus der Stad« Gießen.
„Vielleicht?-
Wie oft hätten wir auf eine offene Frage an unsere Bekannten eine klare, eindeutige 2lntmort, ein einfaches „Nein" oder ein bindendes „Ja . Aber es fällt gar vielen Menschen zu schwer und scheint ihnen auch zu verpflichtend zu sein, eine solche 2lnf> wort zu geben. Sie wollen nicht absagen, obgleich sie es eigentlich möchten; sie wollen aber auch nicht zusagen, weil ihnen dann eine Verpflichtung erwächst, die unter Umständen unbequem werden kann. Wir erhalten meistens die Antwort: „Diel- leicht!" oder „Ich will mal sehen was sich machen läßt!" oder „Ganz sicher kann ich das nicht ver- sprechen!" usw. , v „ .
Solche Antworten verraten eigentlich den Mangel an Mut. Die lieben Freunde wollen einer ent- scheidungsschweren Angelegenheit aus dem Wege gehen, sie wollen keine Verantwortung übernehmen. Andererseits wollen sie aber auch nicht das harte klare Nein aussprechen, um nicht den Anschein zu erwecken, als nähmen sie nicht Anteil an unserm Geschick. So kommt es denn, daß sie eine belanglose Redensart als Schutzschild vor sich stellen, um sich dahinter zu verstecken. Das können wir im alltäglichen Leben immer wieder erfahren.
Die Redensarten, die oft zu Redensunarken werden, beherrschen das Feld. Die Menschen wollen nicht unhöflich erscheinen und gehen deshalb einem einfachen Ja ober Nein aus dem Wege. Oft sind sie auch selber unsicher und wissen noch nicht wie sie sich verhalten sollen. „Vielleicht läßt sich da etwas machen!"
Aber gerade das Wörtchen „Vielleicht ist es, bas so verstimmend wirkt. Wir sind nach einer solchen Antwort genau so klug wie vorher und werden uns, wenn wir öfters so behandelt werden, hüten, noch einmal zu fragen. Auf eine aufrichtige Frage, auf eine sogenannte Entscheidungsfrage gehört auch eine eindeutige Antwort, entweder Ja o^Ein edjtcr Freund wird uns stets diese klare Aus- fünft geben. Bei ihm wissen wir immer, woran wir sind. Aus ihn können wir uns verlassen; denn wahre Freundschaft kennt nicht die Redensarten:
Vielleicht!" oder „Ich will mal sehen! Sie ist auf gegenseitiges Vertrauen gegründet, und das macht sie so stark. n-
herrliche Flugbilder wie die blütenweißen Silber- möwen, die „Blaumäntel", wenn ihr schwanen- ! gleiches Gefieder in der Sonne blitzt. Im Sommer i die tägliche Freude der Jnselgäste und Strand- > läufer, ziehen sie sich im Winter von den Inseln . und den einsamen Halligen in die Mündungen i unserer großen Ströme bis nach Hamburg und 1 Bremen, und bei anhaltendem harten ^roft nod) tiefer ins Binnenland hinein, ohne aber die Fluhläufe zu verlassen. Aber im April, wenn aus dem Dünensand die ersten feinen Triebe des Strandhafers auffpriehen, find sie wieder da. Ruhige kräftige Flügelschläge tragen sie durch die leuchtend blaue Luft und über die grünen Wellenkamme der aufkommenden Flut. Jetzt steht der große schone Segler mit gespannten Schwingen über der Br an- bunq, eine heftige Bö wirst ihn aus dem Gleich- gewicht, in weitem Bogen schießt er zum Wasserspiegel hinab, steigt rasch wieder turmhoch auf und gleitet schwebend durch den schimmernden Aether
In allen Brutkolonien der nord- und ostfriestschen Inselkette ist die Silbermöve zu finden, ausgenommen die Insel Juist, wo nur Sturm- und Lachmöwen brüten. Ihre Hauptbrutstande sind die Nordspitze von Sylt und die roten Felsen und Klippen von Helgoland, an deren Steilhängen sie massenhaft nisten, die stillen schwedischen Scharen und die Fjorde Norwegens bis zum Rordkap hinauf. Die drei grünlich-braunen, zuweilen hd) blauen Gier ruhen in einer flachen Sandmulde auf kunstlos zu- sammengescharrten Halmen und Wurzelstockendes Dünenhafers. Die einzelnen Paare leben gefonder für sich, nur zur Brutzeit vereinigen sie sich zu 1 Gesellschaften, verleugnen aber auch bann ihre un- • ^Auf^dem Schwielowsee, bem größten Seebecken s der Havel zwischen ben dunkelbewalbeten Hohen : der märkischen Hügelkette, gleitet an einem fonnen- ' hellen Sommertage ein weißer Dampfer durch bas orüne Wasser. Er hat bie sublichste Lanbungsstelle eben verlassen. Am Heck unb unter bem Sonnen- fege! bes Derbecks stehen Ausflügler unb hergnugen ich damit, Scharen leicht beschwingter weißer Lach-
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hungrigen Tierchen verfuttert rst.
mögliche Verkürzungen.
„Ist boch einfach", erroiberte er auf meine Frage, „ich habe eine Heiratsanzeige losgelassen, zweiunb- dreißig Antworten sinb eingeganqen, such mir, eine aus unter ben zweiunbbreißig unb schreib ihr."
„Entschulbige, Gerharb ... du meinst, die Frau soll ich aussuchen, ich?"
„Gewiß", nickte er, „du verstehst bas besser ... du kannst auch ben Brief netter abfassen ... ist wohl in. Drbnung, benk' ich .. es riecht hier bei euch rounberbar nach Eierkuchen."
Schon jstzt tat mir ber Eierkuchen, den biefes Faultier essen würbe, in ber Seele weh, unb ber Grimm verleitete mich, Gerharb Balle nicht abzuweisen, sonbern auf sein Verlangen einzugehen.
„Gut", sagte ich, „wenn bu unbebingt willst, werd ich"den Brief schreiben. Wann und wo soll dich die Dame treffen?"
„Donnerstag nachmittag um fünf an der Unter» grunbbahn auf bem Viktoria-Luise-Platz. Ich trag eine rote Rose in ber Hand."
„Unb wie soll sich bie Dame erkennbar machen?
„Ist das denn nötig?" fragte Balle und schnupperte nach der Tür zum Nebenzimmer, von wo die Laute des Tellerklapperns und ein verstärkter Eierkuchengeruch zu ihm drangen. „Wenn ich eine Rose trage, weiß sie doch Bescheid "
Auch du mußt unter allen Umstanden die Dame erkennen können", erwiderte ich energisch. „Denk doch, ber Zufall spielt bir einen Streich, unb es kommt noch ein zweiter Herr mit einer Rose auf den Viktoria-Luise-Platz! Soll bie Dame etwa herumfragen?" . ,r
Gerharb Balle brummte, bie Dame werde also eine weihe Nelke in der Hand halten. ___________
Kleine Schauspielergeschichten.
Der geschätzte Filmkomiker Paul K em p hielt sich kurz vor den Sommerferien in der Nähe von Salzburg auf, um von dort nach Rom zu fahren, wo er in „Unsere kleine Frau" zu filmen hatte. Ms Paulchen seinen Wagen vor einer Bahnschranke bei Salzburg halten lassen muß, kommt ein kleiner Bub, der ihn erkannt hat, auf ihn zugerannt, druckt dem überraschten Schauspieler einen zerknitterten Zettel in die Hand und bittet um ein Autogramm. Kemp kritzelt dann auch fieundlich lächelnd feinen Namenszug auf das Papier und fährt erheitert weiter. Am nächsten Tage erhält eine erstaunte Lehrerin in Hallein bei Salzburg folgenden zerknitterten Entschuldigungsbrief: „Sehr geehrtes Frau- lein! Bitte entschuldigen Sie Poldi. Er kann mcht kommen, denn er muß arbeiten. Paul Kemp.
Don Natur Zugvögel, überwintert das große Heer der Lachmöwen gleichwohl auf den Wasserläufen und Kanälen der norddeutschen Küstenstädte, verwöhnt durch die reichliche Nahrung, die ihnen Die Liebe der Bewohner gewährt; die Möwenschwarme des Alsterbeckens und des Bremer Freihafens, der Stettiner Bollwerks und der Berliner Spreebrucken zählen zu den Wahrzeichen dieser Städte. Auf jedem Pfosten, jeder Dückdalbe oder Schwimmboie der Kieler Förde und den Landungsstegen der Binnenalster stehen farbenschöne Lachmöwen. Nun öffnet ein Tierfreund sein Tütchen, um Die weißen Vögel mit kleinen Stinten und Steckerlmgen zu füttern — und im gleichen Augenblick wirbeln die Schwärme bunt durcheinander zum Dank und zur Augenweide der Freunde, die ihnen die Nahrungs- forqe so bereitwillig abnehmen ...
' Noch um 1850 nisteten in den grauen Dunen der Nordspitze von Sylt 20 000 Silbermöwenpaare; jetzt sind es noch etwa 12 000. Die Dogelkolomen von Borkum und Langeoog, wo die Silbermowe qe chützt wird, beherbergen noch 3000 Brutpaare gegen das Doppelte um die Jahrhundertwende.
suche dich morgen."
Er kam zu einer sorgsam gewählten Stunde, kurz vor dem Abendbrot, und brachte eine große Aktentasche mit. Ich war fest entschlossen, die Arbeit, die er mir aufbürden wollte, abzulehnen.
Aber ich besann mich. Gerhard Balle hatte nämlich ein sehr merkwürdiges Anliegen, eins, das nur ihm kommen konnte. „Siehst du", sagte er, n er ein Bündel Briete aus der Aktentasche
Heiß brütend strahlt die Auaustsonne auf spiegelglatte See herab. Kein Lüftchen reg unbeweglich liegt die unendliche Mache; .nur Strand und den weitvorspringenden Steinbuhnen der friesischen Insel rauschen m regelmäßigem I Wechsel smaragdgrüne kleine Wellen wie Atemzuge . des ruhenden Meeres auf. Strandhafer und Dunen- gras lassen ihre schlanken Halme hangen. Weit draußen in See liegt ein Dreimastschuner mit nord- llchem Kurs wie ein größer weiher Schmun °u bem stillen Wasser, (eit Stunben 'st er kaum eine Seemeile vorgerückt. Doch das Wetterglai I rasch- aus Nordweften schiebt sich ein bunttes Wölkchen'herauf von Minute zu Minute wachsend und breiter werdend, und jetzt zuckt aus dem schwarzen Horizont der erste schwule Blitz, und dumpfer Donner dröhnt verhalten über bie See.
Mit einem Schlag hat sich die blanke Flache ver- »ÄSÄfe erften gif djtgefrö"ntenbürdeten Segel K? Schuners leuchten noch einmal buchen Gewittersturm, dann sind ße uersch . eine helle Jagd gestreckter Fluge! blfet über Die Wellen: Massen laut schreienber Silb^mo aufgetaucht unb schießen mit bem $
Windes über die weißen Kamme. Solang oas Meer still und unbewegt lag, trie d) ^tur; der ruhigen Fläche, doch der „erste S h .
mes, der über die Sanddunen f*net Scharen auf die tobende Brandung hinaus...
Zu i-der Landschast hat die Schöpfung Natur- sttmmen geschaffen, bie ihrem Ch Steinadlers norddeutschen Seenplatte kommt das h। I . . 8i°h°nd°r Graugänse, und im N'-d-rbusch schluchzt die Nachtigall — doch dem l ^em Elemente, dem Heulen des Nordw s ^ aIIein Donner brechender Wogen um Strand g ber schrille Möwenschrei bie kennzeichnende 6 ro
Nur wenige Dögel unserer Bretten zeigen 1
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