organe und Prüfung der allen Zeitungen zur Verfügung stehenden Geldmittel.
Die Regierung, die sich als Kabinett der natio- nalen Union bezeichnet, hat in einem Aufruf a n das Volk ihr Programm bekanntgegeben. Die Regierung, heißt es darin, erstrebe die Wiedergutmachung h i st o r i s ch e n Unrechts gegenüber dem herrschenden rumänischen Bevölkerungsteil an, wobei jedoch ungerechte Handlungen gegenüber den alten Minderheiten im heutigen Rumänien auszuschließen seien. Alle nach dem Kriege gewährten Bürgerrechte sollen rückgängig gemacht werden, wenn sie erwiesenermaßen auf .betrügerischem Wege erworben worden sind. Dadurch werde die weitestmögliche Beteiligung der rumänischen Bevölkerung am Wirtschaftsleben des Landes erreicht. Diejenigen Elemente, die sich erst in jüngster Zeit in Rumänien niedergelassen haben und für den ethnischen Charakter Rumäniens schädlich sind, sollen a b g e s ch v - ben werden. Rumänien beabsichtige, auf der Grundlage internationaler Abkommen mit anderen Staaten, die einen Ueberschuß an jüdischer Bevölkerung haben, zusammenzuarbeiten, um für die Juden andere Unterkunftsmöglichkeiten zu finden. Die Regierung erstrebe die völlige Entpolitisierung aller öffentlichen Einrichtungen, die Aufrechterhaltung des Haushaltsgleichgewichts und die Verteidigung der Währung. Außenpolitisch werde die Regierung die überlieferte Politik fortsetzen, die aus die Sicherung des Friedens und die Verteidigung der Grenzen abziele.
Gegen Moskaus Diktat.
Flandin fordert Verständigung mit den autoritären Staaten.
Paris, 14. Febr. (DRV.) Bei dem Schluß- bankett der französischen republikanisch-demokratischen Jugendverbände in Bordeaux hielt der Präsident der Republikanischen Vereinigung und ehemalige Ministerpräsident Flandin eine Rede. Dor Zeiten hätten die Kommunisten und die Sozialdemokraten bei den Militärbudgets die für die sozialen Aufgaben notwendigen Summen einsparen wollen. Das sei heute nicht mehr so. Keine Regierung habe heute mehr Bestellungen an d i e Kanonenhändler gegeben wie diejenige Leon Blums und seiner Nachfolger. Die einzige in Frankreich blühende Industrie sei die Kriegsindustrie, weil die Rüstungen Frankreichs den Absichten der Kommunisten entsprächen! Wenn Frankreich sich durch seine Rüstungen erschöpfe, zumal eine Außenpolitik der Entspannung mit Deutschland und Italien fehle, so bedeute auch dies Wasser auf den kommunistischen Mühlen, denn der Ruin der öffentlichen Finanzen beschleunige den Sturz des Regimes.
Flandin sprach sich gegen ü i e Politik der Blockbildungen aus. Es sei zweifelhaft, ob gewisse Demokratien, die mehr Erfahrung hätten als die Franzosen, etwa Frankreich auf solchen Wegen folgen würden, die schließlich nur zum Kriege führen könnten. Das dringende Pro- blem bestehe vielmehr darin, die Tendenzen der Demokratien und der neuen Regime in Rom und in Berlin zusammenzuschmelzen. Frankreich sei heute nichts anderes als ein Stein auf dem Schachbrett, auf dem ausländische Hände um das Schicksal Frankreichs spielten. „Frankreich, erwache!" rief Flandin wiederholt aus. Frankreich möge , nicht länger ertragen, daß das Ausland hier Verschwörungen schmiede, wodurch die eine Hälfte des Volkes gegen die andere gehetzt werde. Es möge sich nicht in den nächsten Krieg schicken lassen, den man ihm als unvermeidlich hinstelle. Es sei nicht mehr die Stunde der Parteien noch der parlamentarischen Kulissenverbindungen, sondern es sei die Stunde des Volkes.
In Carcassonne veranstalteten die rechtsgerichteten Parteien der „Front der Freiheit" eine Kundgebung. Der Abgeordnete Henriot von der Republikanischen Vereinigung wandte sich gegen eine Regierungsbeteiligung der Kommunisten. Eine „Litwinow-Regierung" würde zu einer sofortigen Katastrophe führen. Dem französisch-sowjetrussischen Militärbündnis stellte er die Möglichkeiten einer nationalen Wiederaufrichtung in Frankreich gegenüber. Frankreich dürfe s i ch nicht vom Äuslande beherrschen lassen, sondern müsse sich selbst zum Herrn seiner Geschicke machen. Abgeordneter Taittinger wandte sich gegen die Halbundhalb-Methoden der Volksfrontregierung, und Jacques Doriot, Vorsttzender der Französischen Volkspartei, prangerte das Paktieren mit dem Kommunismus an.
Japans Antwort in der Flottenfrage.
England und Amerika wollen ihre Bauprogramme revidieren.
Tokio, 12. Febr. (DNB.) Die japanische Regierung hat am Samstag die Noten Englands, Frankreichs und Amerikas beantwortet, in denen diese Staaten eine bindende Erklärung Japans dis zum 20. Februar verlangten, daß es keine Schlachtschiffe über 35 000 Tonnen baue. Die japanische Regierung erklärt, daß sie nicht in der Lage sei, dem Wunsch nach Bekanntgabe ihres Flottenbauprogramms zu entsprechen. Sie habe bei der letzten Londoner Flottenkon- ferenz die Abschaffung- von Schlachtschiffen und Flugzeugträgern als Angriffswaffen vorgeschlagen und erklärt, daß eine qualitative Begrenzung ohne eine quantitative Beschränkung keine gerechte Maßnahme für eine Abrüstung darstelle. Da die anderen Länder die vernünftigen Wünsche Japans zur Abrüstung nicht angenommen haben, so besteht bis jetzt kein gerechter A b - rüstungsvertrag, an dem Japan beteiligt ist. Die japanische Regierung ist deshalb der Meinung, daß die bloße Mitteilung über Schiffsbauten in Anbetracht des Fehlens einer quantitativen Begrenzung nicht zu irgendeiner gerechten und billigen Abrüstungsmaßnahme beiträgt und bedauert, nicht in der Lage zu sein, diesbezüglichen Wünschen nachzukommen. Die japanische Regierung wolle aber in ihrem aufrichtigen Wunsch nach Abrüstung nicht hinter anderen Ländern zurückstehen und sei deshalb zu jeder Zeit bereit, an Erörterungen teilzunehmen, die in erster Linie die quantitative Begrenzung berücksichtigten.
Die japanische Antwort hat in Amerika keine Überraschung verursacht. „New Port Times" sagt, wenn Amerika gemäß dem Dinson-Vorschlag nicht nur seine beiden Küsten, sondern auch seine überseeischen Besitzungen ausschließlich mit eigener Flotte verteidigen wolle, brauche es eine erheblich starkere Seestreitkraft als sie im Bauprogramm vorgesehen'sei. Das Blatt spricht sich für eine Flo11enabmachung mit den übri
gen Demokratien aus, denn „vollständige Sicherheit in vollständiger Isolierung zu erzielen, sei ein kostspieliges Geschäft".
Die Londoner „Sunday Times" erklärt, Japans Weigerung, feine Flottenbaupläne bekanntzugeben, bedeute, daß die Bauprogramme der anderen Flottenmächte revidiert werden müßten. Die japanische Erklärung, Erörterungen über eine quantitative Begrenzung unterstützen zu wollen, werde in London lediglich als ein „diplomatisches M a- nover" angesehen um von der Behauptung abzulenken, „daß Japan an einem We11rüsten zur See schuld sei". — Auch der „Obferver" gibt der Ansicht Ausdruck, daß nunmehr größere Schiffe gebaut werden würden und daß in den kommenden Verhandlungen eine höhere Tonnage und ein größeres Geschützkaliber sowohl für Schlachtschiffe wie für Kreuzer vereinbart werden würden.
Neue Erfolge der Japaner.
H a n f a u, 13. Febr. (DNB ) Die Japaner haben nach Kämpfen, die mehr als eine Woche Tag und Nacht angedauert hatten, am Samstag mit Hilft ihrer schweren Arttllerie den Uebergang über ben Hwai - Fluß erzwungen. Die Japaner drangen 30 Kilometer über den Fluß hinaus. Die japanischen Truppen, die an der Peking — Hankaur-Bahn nach Süden vorgehen und die japanischen Truppen, die parallel mit dem Lan-
NSG. Mit einer Massenkundgebung in Wetz - l a r leitete der Gauleiter am Samstagäbend die in den Kreisen Oberlahn-Usingen und Wetzlar von der Gaupropagandaleitung durchgeführte Ver - ammlungsaktion ein. Tausende von Volksgenossen hatten sich im Schützengarten und Goths Garten eingefunden. Der (Bauleiter erklärte, daß es heute nicht mehr nötig sei, theoretisch die Richtigkeit der nationalsozialistischen Idee zu beweisen, da die Praxis jeden einzelnen von den Erfolgen des Aufbaues überzeugt habe. An der Aufwärtsentwicklung ihrer eigenen Stadt und ihres Kreises sei dieses sinnfällig in Erscheinung getreten, da im Kreis Wetzlar sich heute kein einziger Arbeitsloser mehr befindet, sondern im Gegenteil ein empfind- icher Facharbeitermangel herrsche. Die national- ozialrstische Wirtschaftsgestaltung fordere, daß ,b e r Jude auch auf wirtschaftlichem Gebiet vollkommen ausgeschaltet werde. Planmäßig werde diese Reinigung der Wirtschaft vor sich gehen, ohne jedes Gesetz, sondern einzig durch die konsequente Haltung aller Volksgenossen. Denn jeder Volksgenosse, der sich hier noch auf Abwegen befinde, soll wissen, daß er sich damit selbst außerhalb der Polksgemeinschaft stellt. Der Dierjahresplan gäbe die Gewähr der Freiheit in unserem wirtschaftlichen Handeln. Jeder habe an der
In Dresden wurde mit einer Feier im Festsaal des Deutschen Hygiene-Museums die neugestaltete Akademie für ärztliche Fortbildung eröffnet. Mit der Ueberführung der feit etwa 100 Jahren bestehenden Akademie in die Reichsärztekammer erhält dieses Institut, wie der Beauftragte des Reichsärzteführers für das ärztliche Fortbildungswesen, Dr. B l o m e (Berlin), bei der Eröffnung ausführte, eine vollkommen neue und in der Welt einzigartig dastehende Aufgabenstellung. Neben der bereits in Berlin unter der bewährten Leitung von Prof. Adam in hoher Blüte stehenden Akademie feien die für München und Hamburg vorgesehenen Akademien in Planung begriffen. Die Dresdener Akademie werde sich insbesondere mit der „Naturheilkunde' im Rahmen d e r Gesamtmedizin" zu befassen haben. Wir seien der Auffassung, daß die Synthese zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde als eine Selbstverständlichkeit notwendig sei im Interesse der Gesundheit und Gesundheitsführung des deutschen Volkes. Grundlage der neuen deutschen Heilkunde sei nicht die Naturheilkunde, sondern eben diese Synthese, und deren Fundament ruhe unabänderlich auf der Schule und der exakten Forschung. Was wir wollen, sei ein Schaffen und Wirken, wie es beispielsweise im Rudolf- Heß-Krankenhaus in Dresden schon seit
ZdR. Berlin, 14. Febr. Anschließend an eine Tagung der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft versammelte der Reichsnährstand im Harnack-Haus in Berlin die Leiter und Mitarbeiter der Pflanzenschutzämler, Wissenschaftler und Praktiker. Dr. Hülsenberg gab einen Ueberblitf über die Arbeiten des Pflanzenschutzamtes der Landesbauernschaft Hessen- Nassau in Gießen. Der Reichsbauernführer habe bereits 1934 auf dem Reichsbauerntag in Goslar die Forderungen der Erzeugungssteigerung und besseren Auswertung des Erzeugten, d. h. Dorratsschutz, gestellt. Damit ist auch dem Planzenschutz der Weg gewiesen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen in weiteste Kreise der Praxis zu tragen und wirksam werden zu lassen. Während früher die Einzelberatung im Vordergrund stand, können heute nur durch großangelegte Gemeinschaftsaktionen die im volkswirtschaftlichen Sinne dringend notwendigen Erfolge erzielt werden. So hat das Pftanzen- fchutzamt der Landesbauernschaft Hessen-Nassau im Jahre 1937 zwei große Werbeaktionen durchgeführt: eine zur Unkrautbekämpfung und die andere zur Beizung von SB i n ter g e treib e in Verbindung mit Schneckenvertilgung. Zu diesem Zwecke wurden Merkblätter ausgearbeitet, die in der Abfassung der besonderen Struktur des Gebietes Rechnung tragen und über Kreis- bzw. Landratsämter an die Bürgermeister verteilt wurden mit der Auflage, den fettgedruckten Textteil in jedem Dorfe ausläuten zu lassen. Außerdem stellten sich die politischen Organisationen und die gesamte Lokalpresse in den Dienst der guten Sache. Eine Erfolgskontrolle, die zahlenmäßig schwer zu erfassen ist, brachte das erfreuliche Ergebnis sehr beachtlicher Umsatz st eigerung in Pflanzenschutzmitteln sowohl bei den bäuerlichen Haupt-
fung operierten, sind gleichzeitig in das Gebiet d e s Gelben Flusses eingedrungen. Die chinesischen Truppen sind in vollem Rückzug. Der Uebergang zu dem Gelben Fluß verursacht ihnen schwere Verluste, zumal die japanische Luftwaffe alles daran setzt, um den Rückzug zu stören. Die Dschunken und Fischerboote, die die Chinesen für das Uebergueren des Flusses requiriert hatten, werden von den japanischen Fliegern ständig mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen.
Einführung der Anreden „Du" und „Ihr" in der italienischen Jugend.
Rom, 12. Febr. (DNB.) Nachdem sich in der letz- ten Zeit verschiedene italienische Zeitungen für Abschaffung des „Sie" und Einführung des „Du" eingesetzt haben, veröffentlicht der Parteisekretär, Minister Starace, eine Verfügung, die für d i e Angehörigen der Liktoren-Jugend- organifationen im persönlichen Verkehr das „Sie" abschafft und das „Du" als .»Zeichen der engsten Kameradschaft und Glaubensgemeinschaft" einführt. Im Verkehr mit den Vorgesetzten tritt an Stelle des „Sie" die Anrede ^,Jhr", während Rang- gleiche Vorgesetzte sich duzen und ihre Untergebenen mit „Du" ansprechen. In der Unterhaltung zwischen den Mitgliedern der weiblichen und der männlichen Jugendorganisationen wird die Anrede „Ihr" eingeführt.
Durchführung des Planes feinen Anteil, der Kumpel im Erzbergbau unter Tag wie die deutsche Hausfrau im wichtigen Aufgabengebiet der Derbrauchslenkung. Trotz aller Kraftanstrengungen des deutschen Volkes bleibe das Raumproblem. Die Kolonialforderung ist unser gutes Recht. Wir werden ihre Verwirklichung erreichen, weil wir eine Macht sind, deren Anspruch nicht zurückgewiesen werden kann. Die Weltanschauung sei ureigenstes Gebiet der Partei. Niemals ließen wir uns von irgendwelchen Organisationen, deren Sinn aus das Jenseits gerichtet sei, dazwischen reden. Genau so wenig werden wir in Konkurrenz treten, wo es um Kompetenzen des Seelenheils dieser Organisationen geht. Besonders aufmerksam verfolgte die Versammlung dann die Abfuhr, die der Gauleiter jenen Lügnern erteilte, die heute von Straßenkämpfen in Deutschland berichteten. So wie im Innern alle Zweifler und Nörgler durch die kühnen Taten des Führers verstummt sind, missen wir auch, daß die tobende lügnerische Meute einer uns feindlichen Welt verstummen wird an der Einheit des deutschen Volkes, das in seinem Handeln von dem Grundgedanken revolutionärer Art, nämlich von dem Gedanken des Ersetzens des Schlechten durch das Bessere für alle Zukunft begleitet sein wird.
langem in Erscheinung getreten sei. Dieses Krankenhaus sei eine Stätte organischer Entwicklung und ernsthaftester Forschung. Wie ftar^ die Erkenntnis der Notwendigkeit eines solchen Krankenhauses geworden sei, zeige die Tatsache, daß die Teilnehmerzahl der an der Fortbildungsschule des Rudols-Heß-Krankenhauses abgehaltenen Kurse stets auf lange Zeit hinaus überzeichnet fei. In wechselseitiger Befruchtung erwachse hier der Ausgleich zwischen Wissenschaft und Erfahrung. Diese Fortbildungsschule werde als ein wesentlicher Bestandteil, unter Wahrung seiner besonderen Selbständigkeit, in die Dresdener Akademie einbezogen werden. Die Lehrgänge an der Fortbildungsschule gehörten in die Pflichtfortbildung, während sämtliche übrigen Veranstaltungen der Akademie fakultativ und damit für die internationale Beteiligung freigestellt seien. Dr. Blome brachte seine besondere Freude zum Ausdruck„ daß diese Akademie gerade in der Kunststadt Dresden beschaffen werden konnte, und schilderte dann die innige Berührung zwischen wahrem Aerztetum und Kunst. Beide erforderten die Perjonlichkeit. Auch wir müssen, so schloß er, Kulturträger sein und unser aufrichtiger Wunsch ist, daß das Haus eines jeden Arztes, besonders draußen auf dem Lande, ein kultureller Mittelpunkt wird.
genoffenschaften als auch bei den Pflanzenschutz- mitteloertriebsstellen bzw. Einzelhändlern. Außer diesen beiden Großaktionen wurden direkte Maßnahmen zur Bekämpfung des Kornkäfers von den drei Außenstellen des Pflanzenschutzamtes Gießen (Gau-Algesheim, Groß-Gerau, Heppenheim a. d. B.) durchgeführt. In Mainz, Bingen, Oppenheim und 28 Odenwaldgemeinden erfolgte ferner eine Scfämpfunp des Frostspan - n e r s. Es konnte in vielen Gemeinden eine hundertprozentige Beleimung exreicht werden mit einem Rekordergebnis von 523 Frostspannerweibchen au einem. Leimring von 85 Zentimeter Breite! Für das Jahr 1938 sind Großaktionen in der Bekämpfung von Sperlingen und Wühlmäusen vorgesehen.
Der Reichsschulungsleiter für Kleingärtner, Professor Dr. Ludwigs, kennzeichnete die Bedeutung, die heute der Kleingartenbewegung im Hin- blick auf die Erzeugungsschlacht und Ernährungssicherung des deutschen Volkes zukommt. Daraus folgerte er die Notwendigkeit, den Kleingärtnern durch den Pflanzenschutzdienst eine Beratung und Betreuung auf diesem so wichtigen Gebiet angedeihen zu lassen. Zu diesem Zweck sind Pflanzenschutzwarte auszubilden, die nicht nur mit den erforderlichen theoretischen Kenntnissen auszustatten, sondern vor allem mit der praktischen A n - lei tun g der zu treffenden Maßnahmen zu befassen sind. Nähere Angaben sind von dem Vortragenden in dem Büchlein von Steinhaus über „Die deutschen Kleingärtner in der Erzeugungsschlacht" gemacht worden. — Der Reichsfachbearbeiter Dr. Mammen sprach über „Die Ueberwachung des Pflanzenschutzmittelvertriebs" und führte die gesetzlichen Vorschriften aus, die heute noch nicht im Reich einheitlich gehandhabt werden.
Die Esten und ihr Staat.
Von (5ar1o von Kügelgen.
Das sympathische, strebsame, in seinem Kultur- willen Deutschland nahestehende Volk der Esten rechnet zu seinen besten Eigenschaften eine zähe Beharrlichkeit und Umsicht. Dennoch hat der An- femg 1918 entstandene e st l ä n d i s ch e Staat chwere innere Kämpfe und Schwankungen zwischen Extremen durchmachen müssen, bevor er, vornehmlich durch die feste Leitung seines Staatspräsidenten Konstantin Päts, zu dem Ausgleich der widerstreitenden Kräfte gelangt ist, die ihm in der neuen Staatsverfassung eine ruhige Weiterentwicklung in Aussicht stellt. Die Verfassung, die ich das Volk im ersten Freiheitstaumel gegeben hatte, war überdemokratisch. Die Volksvertretung hatte unbeschränkte Macht, und der von ihr gewählte Staatsälteste war als Ministerpräsident mit einer Regierung nur ausübendes Organ des Parlamentes. Die Folgen blieben nicht aus: Partei- und Klüngelwirtschaft, Hader und Lahmlegung der Gesetzesarbeit.
Als Reaktion auf diese unhaltbaren Zustände ist der überraschende Sieg der Bewegung der Freiheitskämpfer zurückzuführen, die im Oktober 1933 durch einen Volksentscheid alle Parteien über den Haufen rannte und eine neue Verfassung durchbrachte, die dem Staatspräsidenten diktatorische Gewalt einräumte. Unruhen drohten. Da ergriff der damalige Staatsälteste Konstantin Päts als provisorischer Staatspräsident gemäß der neuen Verfassung die Zügel und hat sie seitdem nicht aus den Händen gegeben. Er loste alle Parteien auf, überwand einen abenteuerlichen Putschversuch der Freiheitskämpfer im Dezember 1935 und schuf durch einen Volksentscheid im Februar 1936 und die Wahl einer Nationalversammlung die dritte und, wie man annehmen muß, endgültige Staatsverfassung. Diese ist unter Festjubel im ganzen Lande und Böllerschüssen am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten. In dieser ganzen
Im Win!trhilf»»e<h hat Deatfdilonb feinen
CmCA größten Beitrag jum sozialen frleDeo, der weit gegenüber geleistet.
Zeit hat Päts ohne Parlament mit unbeschränkter Vollmacht regiert und durch eine umfassende Gesetzgebung das gesamte Staatsleben neu geordnet. Er kann als Frucht seines Wirkens einen kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung im estnischen Staat verzeichnen.
Auf Grund der neuen Staatsverfassung müssen jetzt die N e u w a h l e.n für das Parlament statt- finden. Es wird aus einer Abgeordnetenkammer und einem ständischen Staatsrat bestehen. Die Parteien bleiben verboten, und die Kammerwahlen werden nicht mehr nach dem demokratischen Proportionalwahlrecht, sondern in kleinen Einzelwahlkreisen vorgenommen. Hierdurch werden mit Ausnahme der Russen alle Minderheiten, auch die deutsche, ausgeschaltet. Im Staatsrat, der aus vierzig teils vom Staatspräsidenten ernannten Mitgliedern besteht, werden die Minderheiten durch e:n, wie man annimmt, deutsches Ratsmitglied vertreten sein.
Bis zum Zusammentritt des neuen Parlaments am 23. April d. I. vereinigt der jetzige Staats* verweser^Päts die Befugnisse des Staatspräsidenten und des Ministerpräsidenten und genießt auf Grund der neuen Verfassung bisher gesetzlich noch nicht verankerte Sonderrechte. Diese bestehen dann, daß der Staatspräsident eine ganze Reihe von Akten ohne ministerielle Gegenzeichnung erlassen darf. Dazu gehören Ernennung und Entlassung der Regierung, des Staatssekretärs, des Justizkanzlers, der Richter, des Oberbefehlshabers der Wehrmacht und die Ernennung von zehn Mitgliedern des Staatsrates. Besonders wichtig ist das neugeschaffLne Amt des Justizkanzlers als des höchsten juristischen Ueberwachungsorgans, gehört doch zum Sonderrecht des Staatspräsidenten die Ueberwachung aller öffentlich-rechtlichen Institutionen.
Staatspräsident Päts genießt bis zur Schaffung der neuen Kammern eine denkbar unbeschränkte Machtfülle. Aber auch nach dem 23. April wird er, an dessen Mahl zum Staatspräsidenten nicht zu zweifeln ist, kraft des Sonderrechts das Heft in der Hand behalten. Wie die Nationalversammlung, die erst nach heftigen Debatten die von Päts vorgelegte Staatsverfassung im August 1937 annahm, zeigt, wird es auch im kommenden Parlament nicht an Opposition fehlen. Doch ist durch das Zweikammersystem und eine gewisse Beschränkung der sonstigen Dekretrechte des Staatsoberhauptes für emen Ausgleich der Gewalten durch das Zusammenwirken von Staatspräsident, Staatsregierung und den beiden Kammern der Volksvertretung gesorgt. Auch die Heraufsetzung des aktiven Wahlalters von 20 auf 22 Jahre, die Ersetzung des Volksbegehrens durch Volksbeftagung von Seiten des Staatspräsidenten, die Wahl des Staatspräsidenten nicht durch die Kammern, sondern durch das Volk auf sechs Jahre und andere Bestimmungen sollen für eine ruhige Entwicklung des estnischen Staates sorgen. Ist die neue Staatsverfassung auch ein Rahmengesetz, das die Volksvertretung mit Inhalt füllen soll, so ist doch die Festigkeit und kluge Beschränkung des Rahmens von großem Wert, und niemand wird leugnen, daß der Rahmen weitgehend auch die Materie der Staatsgestaltung bestimmt, zumal die neue Verfassung Veränderungen ihres Bestandes äußerst erschwert.
Artikel 22 biefer Verfassung hat nach heftigen Kämpfen in der Nationalversammlung die Kompromißfassung erhalten: „In den für die völkischen Minderheiten eröffneten Schulen und Lehranstalten findet der Unterricht in der Sprache der betreffenden völkischen Minderheit und in der Staatssprache in den vom Gesetz bestimmten Grundlagen und Grenzen statt." Auch dieser Rahmen wird durch die Volksvertretung zu füllen sein. Es besteht die Absicht, auch in den deutschen Schu * l e n den Unterricht in Geschichte (auch der deutschen), Geographie und Bürgerkunde in e ft n i = scher Sprache vorzuschreiben. Nach der bisher gültigen Kulturautonomie wird in den deutschen Schulen den Schülern vollkommene Kenntnis der estnischen Sprache beigebracht, im übrigen aber am Unterricht in der Muttersprache fest- gehalten als einem der höchsten Güter des verfassungsgemäß garantierten Kulturlebens. Das geschieht nicht zum Schaden des estnischen Staates, hat doch die vorbildliche Kulturautonomie Estland auch außenpolitisch große moralische Erfolge eingetragen. Es ist zu hoffen, daß die vernünftigen Bestimmungen der neuen Verfassung nicht auf dem einen (Bebtet — im Gegensatz zu den günstigen Auswirkungen der Kulturautonomie — in Bezug auf die loyale deutschbaltische Bevölkerung Verärgerung und Entfremdung in das Werk hinenintragen, das dem estnischen Volk im Innern und nach außen ruhige Entwicklung und Ansehen zu bringen berufen ist.
Der Gauleiter sprach in Wetzlar.
Oes deutschen Volkes Macht ist seine Einheit.
Die Akademie für ärztliche Fortbildung in Dresden eröffnet.
Die Arbeitstagung des Pflanzenschuhdienstes.


