Aus -er Stadt Gießen.
Sie Liebe zu einer Schulmappe.
Mein Junge nimmt immer seinen Teddybären mit ins Bett, Aber als er sich die Flasche abgewöhnen mußte, sollte. er sich auch in seiner Liebe zum Teddybären beherrschen.
„Mein Junge, du wirst immer größer. Du hast ja gar keine Ahnung, wie schnell das geht; ehe man es selber glaubt, ist man schon ein Mann, ein richtiger Mann, und doch hat man noch soviel vom Kinde in sich. Frage die Mutter. Also kurz und gut, das verstehst Du ja alles nicht. Ab morgen kommt der Teddy nickt mehr ins Bett."
Nur noch einen Avend sehnte er sich nach dem gelben Teddy, dann hatte mein Junge es verschmerzt. —
Immer wieder kommen große Ereignisse, die ihre Schatten vorauswersen. Nach Ostern muß mein Junge zur Schule. Es ist noch einige Tage bis zum Schulanfang, aber schon seit Wochen ist eine Schulmappe gekauft. Und diese Schulmappe wurde zu 5)qu5 mit einer Freude empfangen, wie sie kein Teddybär heroorgerufen hat. Mit der Schulmappe auf dem Rüchen wird Kaffee getrunken, das Mittagessen verzehrt und das Abendbrot gegessen. Mit der Schulmappe auf dem Rücken geht mein Junge sogar spazieren. Keine Eisenbahn, kein Roller, keine Spieluhr und kein Ball haben soviel Freude gemacht, wie die Schulmappe. Nur noch die Frühstückstasche nimmt teil an der großen Freude. Und abends — tatsächlich — kommt die Schulmappe mit ins Bett. In seliger Umarmung mit den Ranzen schläft der Junge ein. Vorher gab er der ledernen Mappe verstohlen einen Küß.
Die Schulmappe muß so am Anfang eines bedeutsamen Lebensabschnittes stehen, wie die ersten langen Hosen, oder das Brautkleid. Meiner Mutter erzählte ich das Wunder von der geliebten Schulmappe. Sie lächelte und sagte, so hätte ich es gemacht und alle meine Brüder auch. Die erste Schulmappe mußte immer mit ins Bett. Auch mein Freund sieht sich die große- Liebe an und schmunzelt, so habe er es genau gemacht. —
Daß ich mich gar nicht darauf besinnen kann? Wie kann man nur seine erste Schulmappe vergessen! H. P.
BDM.-Llntergau 116.
Velc.: Sportbienftgruppe der 3211: Schwimmen.
Das Schwimmen für die Sportdienstgruppe der IM. am Mittwoch, 13. 4., und am Mittwoch, 20. 4., im Dokksbad fällt aus.
Dornoiizen.
Tageskalender für Mittwoch.
Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Fra Diavolo". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Pipin der Kurze". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rätsel de» Urwald- Hölle".
Zladttheater Gießen.
Heute, um 19.30 Uhr, findet zum leßtenmal eine Aufführung der Komischen Oper „Fra Diavolo" von Ander statt. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Wolfgang Kühne. Chöre Heinz Markwardt. Mittwoch-Miete 27. Vorstellung. Ende 22 Uhr.
Uraufführung „Esmoreit und Damiel".
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die 14. Morgenveranstaltung des Stadttheaters am 24. April bringt im Rahmen der Studio-Aufführung zur Uraufführung „Esmoreit und Damiet", ein sehr schönes Spiel nach dem Altflämischen frei bearbeitet von Bruno Loets. Musik und musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Günter Winkel,
Vorbereitung zum Gau-Sängerseü in Gießen.
Nachdem die großen Ereignisse der letzten Wochen auch in unserer Stadt alle Kräfte in Anspruch genommen hatten, wendet sich nunmehr das Interesse der beteiligten Kreise in Gießen wieder in verstärktem Maße den Vorbereitungen des vom 8. bis 1 1. I u l i in Gießen stattfindenden 3. Hessischen Gau-Sängerfestes zu.
Am gestrigen Dienstagabend hielt der Presseausschuß unter der Leitung seines Vorsitzenden, Rechts- anwall E n g i s ch , eine Sitzung ab, in der er sich mit den nächsten Aufgaben der Werbung für dieses große Fest der hessischen Sänger beschäftigte. Dabei wurde eine Reihe von Maßnahmen besprochen, die in den kommenden Wochen stärker als bisher in Erscheinung treten werden. Zunächst wird in Kürze an den Anschlagsäulen und an den Plakat- tafeln, aber auch an anderen Stätten des Verkehrs mit Plakaten geworden werden, die das Inter
esse aller Volksgenossen auf die große Veranstaltung hinlenken sollen. Weiterhin ist ein F e st f ü h - r e r in Vorbereitung, der aber erst zum Sängerfest selbst oder kurze Zeit vorher herauskommen wird.
Man erhofft, wie auch der in der Sitzung anwesende Leiter des Hauptausschusses für das Sängerfest, der Kreiswalter des Sängerkreises Gießen, Müller, besonders hervorhob^ bei allen Volksgenossen in Stadt und Land größtes Interesse für diese Veranstaltung im Dienste des deutschen Liedes, vor allem auch tatkräftige Unterstützung bei der Beschaffung von Q u a r t i e r e n für die etwa 3000 Sänger, die aus allen Teilen Hessens zu dieser Veranstaltung in Gießen erwartet werden.
Weitere Mitteilungen werden in nächster Zeit zu erwarten sein, nachdem auch der Hauptausschuß des Sängerfestes unmittelbar nach Ostern feine Tagung abgehalten hat.
Bühnenbild: Liselotte Erler. Die Rolle des Esmoreit spielt Peter Schorn, die Rolle der Damiet Helga Retschy.
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NS.-Gemeinschast „Kraft durch Ireude".
Fußball-Länderkampf Deutschland — Portugal am 24. April 1938 in Frankfurt a. M. Fahrpreis einschließlich Eintritt 5,— RM. Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60. 2513D
Urlaubsreifen.
Für nachstehende Urlaubsreifen bis Ende Mai werden noch sofortige Anmeldungen angenommen:
UF. 10: vom 22. April bis 30. April 1938: Rothenburg o. b. T. - 32,50 RM.
UF-11: vom 3. Mai bis 13. Mai 1938: Schwa- bische Alp = 40,— RM.
UI. 13: vom 21. Mai bis 29. Mai 1938: Sächsische Schwei; = 40,— RM.
UF. 14: vom 26. Mai bis 4. Juni 1938: Bodensee = 39,— RM
In den Preisen eingeschlossen sind: Fahrt, Unterkunft, Verpflegung. 2512D
Unsere Kartenvertaufsstelle, Seltersweg 60, ist Oftersamstag, den 16. 4. 38, geschlossen.
Ein Brief
an das Stadtschulamt Gießen.
wer hilsl mH Bitbem?
Vom Stadtschulamt Gießen wird uns die Abschrift des nachstehenden Brieses an das Stadtschulamt übermittelt: ,
Buenos Aires, den 11.Marz 1938. Ecuador 1162.
Ihr lieben Jungens und Mädels!
Ihr werdet Euch wundern, so einen Brief über das Meer her zu bringen. Aber Ihr wißt ja auch alle, daß überall deutsche Menschen wohnen. Und in Argentiniens Hauptstadt, in Buenos Aires, da leben besonders viele! Denkt mal, vor ein paar Wochen da fangen hn Theater Colon (Colon, das ist auf deutsch Columbus), dem größten Theater in Südamerika, tausend deutsche Kinder. Glaubt Ihr, daß das herrlich war? An den Reichsjugendwettkämpfen waren 1700 beteiligt. Es sind aber auch ungefähr 20 deutsche Schulen hier,
davon ist unsere, die Germania-Schule, die älteste. Diese ist bald hundert Jahre alt Gern schreiben wir Euch noch mehr von Argentinien und besonders von unserer Stadt, der größten des Kontinents, von ihren Wolkenkratzern, ihrem ungeheuren Verkehr, ihrem Hafen, von ihren Straßen, die wie mit dem Lineal gezogen sind.
Die Stadt ist in lauter Quader eingeteilt, und wenn man hier nach einem Gebäude fragt, so bekommt man etwa die Antwort: „6 Quader gerade aus und 2 Quader nach links." Wir haben so die längsten Straßen der Well. So, nun aber genug. Wollt Ihr uns hel- . fen, Deutschland k e n n e n 3 u I e r n e n , wollt Ihr uns Eure Stadt ze.igen? Habt Ihr Bilder, viele, viele Bilder für unseren Lichtbildapparat: Photos, Ansichtskarten, Zeitschriften und so weiter?
Mit deutschem Gruß, Heil Hiller! » gez. Ella Lich.
Das Stadtschulamt Gießen im Stadthaus Gießen, Bergstraße, bittet, ihm brauchbare Bilder zur Weiterleitung an die Germania-Schule in Buenos Aires zur Verfügung zu stellen. Hoffentlich findet die Bitte weithin Gehör!
Keine Geldschranken mehr für Reisen nach Oesterreich.
DNB. Der Äeichsmirtschaftsminister hat im Ein- vernehmen mit dem Präsidenten des Reicksaus- fchusfes für Fremdenverkehr sämtliche noch bestehenden Beschränkungen für die Mitnahme von Zahlungsmitteln im Reiseverkehr zwischen dem bisherigen Reichsgebiet und dem Lande Oesterreich mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Mitnahme von Zahlungsmitteln für Reisezwecke, die bislang noch auf einen Monatsbettag von 300 Mark beschränkt war, ist nunmehr in beiden Richtungen in beliebiger Höhe über die bisherige deutsch-österreichische Grenze zulässig.
Küchenabfälle für das Ernährungshilfswerk bereitstellen!
Im Hinblick auf den bevorstehenden Karfreitag und auf die Dfterfeiertage gOt das Ernährungs- Hilfswerk bekannt, daß am Donnerstag und am Samstag in der ganzen Stadt die Küchenabfälle gesammelt werden. Die Hausfrauen in allen Stadtteilen werden deshalb gebeten, ihre Behälter mit den Abfällen an Den beiden genannten
Abenteuer in Paris.
Roman von Hans Hirthammer.
. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Heinz blickte sich sofort im Lokal um. Gott sei Dank! Dort vorn steht noch Paul Sacher inmitten des letzten Trupps, der auf feinen Abtransport wartet. Heinz gibt sofort Weisung, ihn vorzuführen. „Sie gestatten doch, Colonel!"
„Aber natürlich, lieber Kollege!"
Heinz muß seine ganze Kraft zusammennehmen, um dem Verbrecher mit scheinbarer Gelassenheit entgegentreten zu können. „Sie haben eine Chance, mein Lieber!" beginnt er. „Wenn Sie uns Die Wohnung von Otto Czibulka angeben, Dann will ich mich dafür einsetzen, daß man Ihnen diese Mitteilung günstig anrechnet."
Paul Sacher preßt spöttisch Die Lippen zusammen. „Da können Sie lange warten! Erstens weiß ich die Adresse nicht, zweitens würde ich sie Ihnen nicht nennen, auch wenn ich sie wüßte!"
„Das können Sie dümmeren Leuten weismachen!" schreit Colonel Lecoque, ein äußerst temperamentvoller Südfranzose. Er hebt die Pistole. „Ich schieße Sie nieder, Mensch, wenn Sie nicht sofort Ihr Maul auftun. Also: wo wohnt Czibulka?"
Paul Sacher schneidet eine verächtliche Grimasse. „Sie werden sich hüten, eine solche Dummheit zu begehen und Ihre Karriere durch einen feigen Mord zu vernichten."
• „Seien Sie vernünftig, Sacher!" versucht es Heinz Stadler noch^einmal. „Wir werden Czibulka fassen, auch wenn Sie schweigen. Dagegen erweisen Sie auch ihm einen Dienst, wenn Sie reden. Sie können damit verhindern helfen, daß er seinem Strafregister noch ein weiteres Verbrechen hinzufügt."
„Welch ein Edelmut!" höhnt Sacher. „Sie haben Angst um Ihre kleine Freundin, nicht wahr? Warum so egoisttsch, Herr Kommissar? Gönnen Sie doch Dem armen Jungen Das bescheidene Ver- genügen, bevor Sie ihn einsperren!"
Heinz ballt ingrimmig Die Fäuste, aber er sieht ein, daß es keinen Zweck hat, sich zu einer llnde- sopnenheit hinreißen zu lassen.
Das Verhör bleibt erfolglos. Sacher ist zu verbohrt in fein Haßgefühl. Es gewährt ihm eine unendliche Befriedigung, Stadlers ratlose Verzweiflung zu sehen.
„Abführen!" ruft Heinz Stadler, ohne den Gefangenen noch eines Blickes zu würdigen. Er wendet sich an Den Colonel. ,Hch fahre sofort zum Präsidium! Vielleicht kennt man Dort Die Wohnung, ^d) glaube es zwar nicht, aber--"
Er eilt fort, ohne Den Satz zu EnDe gesprochen zu haben.
Der Colonel Lecoque blickt ihm bekümmert nach. Dann ruft er seine Leute zusammen unD orDnet eine Streife Durch Die benachbarten Häuserviertel an.
32.
Pawla Werzewna wäre ihrem Begleiter wahrscheinlich weniger leichten Herzens gefolgt, wenn sie gewußt hätte, daß der polizeiliche Schutz, Den sie hinter sich vermutete, nicht zur Stelle war.
Sie betrat die Wohnung, Die vor wenigen Stun- Den Der Schauplatz einer Auseinandersetzung gewesen war, in der Die Person des von ihr geliebten Mannes eine entscheidende Rolle gespielt hatte.
Otto Czibulka hatte kaum Die Tür hinter sich geschlossen, da begann er zudringlich zu roerDen. Er trat hinter sie, anscheinend um ihr beim Ablegen Des Mantels behilflich zu sein. Doch noch bevor sie ihn abgelegt hatte, umfaßte er sie und preßte seine Lippen gegen ihre bloßen Schullern.
Pawla, von Ekel gewürgt, wehrte sich seines Zugriffes, wobei sie den Eindruck Zu erwecken suchte, als sei es nur ein letztes Hinhalten, ein sanfter, um Aufschub bittender Widerstand.
„Erst Ihr Versprechen, lieber Freund! — Ah, hübsch ist es hier! Wohnen Sie da ganz allein?"
„Ganz allein. Liebste! Niemand ist in der Nähe, Der uns stören könnte. — Aber sag Doch endlich „du" zu mir!"
Pawla ließ sich auf die Couch sinken und blickte den Mann aus verdeckten Augen an. „Oh, mon eher, soweit sind wir noch lange nicht. Später einmal ... vielleicht, — wenn Sie mir einen überzeugenden Beweis Ihrer Freundschaft gegeben haben!"
Czibulka versuchte noch einmal sein Glück. Er setzte sich neben sie und legte den Arm um ihre Schultern.
Pawla griff nach seiner Hand und gebot ihr Einhalt. Sie hätte schreien mögen vor Abscheu, sie hätte auf* und Davonlaufen mögen. Doch sie mußte ihre Aufgabe zu Ende führen, sie mußte ihm fein Geheimnis entlocken, sie durfte jetzt nicht fahnenflüchtig werden, da jeder Augenblick den Sieg bringen konnte.
„Warum wollen Sie mir Ihre Sammlung nicht zeigen?" schmollte sie. „Ich ahne schon, es war alles bloß Prahlerei. Auf so armselige Art wollen Sie das Herz einer Frau gewinnen? Das hätte ich nicht geglaubt, nein, Das hätte ich Ihnen nicht zugetraut. — Oh, sehen Sie, ich mache mir gar nichts aus Ihren Juwelen, Das daß Sie einer fo Dummen Lüge fähig sind, Das entwürdigt Sie — nie! mehr, als wenn Sie mir Ihre bescheidenen Verhältnisse eingeftanDen hätten."
Für einen Augenblick schien es, als wollte Mißtrauen in ihm aufsteigen. „Warum legst Du so großen Wert Darauf, Die Juwelen zu sehen — wenn
sie dir schon gleichgültig sind. Komm, Du, es hat Doch Zeit bis nachher!"
„Ich... kann nicht, wenn Sie mich belogen haben. Verstehen Sie Das nicht? Muß ich nicht annehmen, Daß auch Ihr Gefiihl eine Lüge ist?"
,Ma, es scheint mit Deiner Liebe nicht sehr weit her zu fein, Da Du Dich so albern anstellst. Was soll Das Getue! Ich kann mir ja nehmen, was du mir nicht freiwillig geben willst!"
„Nein", rief sie, „Das können Sie nicht tun, dessen sind Sie nicht fähig! Nur ganz schleckte Menschen, nur Verbrecher können so etwas tun."
Vielleicht war es gerade dieser Ausruf, der ihn umstimmte, der in irgendeinem versteckten Winkel seines Herzens an etwas rührte, das noch gut war. Er vernahm, daß da ein junger Mensch, eine Frau an ihn glaubte, an ihn, Otto Czibulka, und nun flackerte vielleicht Der Wunsch in ihm auf, Das Vertrauen Dieses einen, einzigen Menschen nicht zu enttäuschen.
Er hüllte sich in ein verlegenes Lachen. „Du bist eine richtige Verführerin? — Wirst Du immer bei mir bleiben, Pawla?"
Daß er plötzlich von ihr abließ, empfanD sie wie eine Wohltat. „Vielleicht...!" flüsterte sie.
„Das wäxe schön!" sagte er. „Einen Menschen wie Dich müßte man haben! Dann wäre alles anders." ,
Er nahm sie an der Hand und führte sie in eine Ecke Des Zimmers. „Nun such mal selber!" lachte er vergnügt.
Pawla Werzewna ließ Den Blick über alle Gegenstände schweifen, die sich als Aufbewahrungsort eignen konnten, aber so oft sie irgendwohin deutete, schüttelte Czibulka grinsend Den Kopf.
Pawla verlor Die Geduld. „Willst du mich Denn Die ganze Nacht suchen lassen?"
„Nein, Du hast recht 1" kicherte C.zibulka. „Das hieße Die kostbare Zeit schlecht anmenDen." Dann kramte er auf Dem BoDen unD Drückte Die Hand gegen eine WanDleiste.
Pawla, Die sich neben ihm in eine hockende Stellung niedergelassen hatte, merkte sich genau Den Ort unD sah. Daß sich, von Dem Druck gegen die Leiste ausgelöst, ein Brett Des Parkettbodens hob.
Czibulka hob Das Brett vollends weg, und nun wurde in Der Vertiefung eine eiserne Kassette sichtbar.
'„Du bist außer meinen beiden Freunden Der einzige Mensch, Der Dieses Versteck kennt. Daraus magst Du die Größe meiner Liebe ersehen!"
Er hob die Kassette heraus und stellte sie auf den Tisch. Aus der Westentasche nahm er einen winzigen Schlüssel.
Dann sprang der Deckel des Kästchens auf und gab den Blick auf Den Inhalt frei. Mit spitzen, gierigen Fingern begann Czibulka zu wühlen, roäh- renD seine Augen sich zu einem schmalen Spalt zusammenkniffen.
Tagen an den gewohnten Platz für Die Abholung bereitzustellen.
Schützt die Anlagen?
Von Der S t a D t v e r w a l t u n g wirb uns Der nachstehenDe einDringliche Mahnruf übermittelt:
Immer wieder muß Die StaDtverwaltung feststellen, Daß öffentliche Einrichtungen, Die zur Ausschmückung Des StaDtbilDes und für Die Erholung Der Bevölkerung geschaffen rourDen, zerstört unD in ihrem BestanD gefährDet. werDen. So ift im Laufe Des Winters Die im vorigen Jahre gepflanzte Ber- beris-Hecke am Skagerrak-Platz mutwillig Husammen- getrampelt unD bis auf wenige Pflanzen vollkommen zerstört worDen. Ganz abgesehen von Dem SchaDen, Der Der Allgemeinheit Damit zugefügt roirD, ist es einfach unverstänDlich, wie eine solche Tat geschehen kann, ohne Daß auch nur ein Mensch Die Täter beobachtet hat.
Die StaDtverwaltung bittet alle Volksgenossen DringenD, Den Schutz derartiger > Anlagen mit zu überwachen unD wirD jeDem, Der zur Ermittlung eines Täters beiträgt, ihre volle Anerkennung zollen, mährend Diese SchäDlinge eine empfinDliche Bestrafung zu erwarten haben.
Offermontaq muh bezahlt werden.
NSG. Zu den sozialrechllichen Bestimmungen, die durch Verordnung des Ministerpräsidenten Goring zum Wohle aller schaffenden deutschen Menschen geltend gemacht wurden, gehört auch die Anordnung über die Bezahlung von gesetzlichen Feiertagen. Es erschien Der nationalsozialistischen Staatsführung als ein rechtmäßiger Anspruch Des deutschen Arbeiters, Daß man ihm an Den Tagen seinen Lohn bezahlt, an Denen im ganzen Volk Freude unD Feiertagsstimmung herrschen soll. Zu Den Tagen, an Denen Der Lohn zu vergüten ist, gehört auch Der Ostermontag.
Doktorarbeiten
nur noch in deutcher Sprache.
LPD. Dissertattonen sind nach einer Verfügung Des Reichserziehungsministers stets in deutscher Sprache abzufassen. Soweit einzelne Promotionsordnungen noch die Bestimmung enthalten, daß auch Der Gebrauch einer anderen als Der deutschen Sprache bei Der Abfassung Der Dissertationen zu- gelassen werden kann, ist diese Bestimmung auf* gehoben. Die vorgeschriebene Anzahl Druckexemplare der Dissertation ist innerhalb eines Jahres nach bestandener mündlicher Prüfung an die Fakultät abzuliefern. Versäumt der Kandidat diese Frist, so^ erloschen alle durch die Prüfung erworbenen Rechte unter Verfall der Gebühren. Der Dekan kann in besonderen Fällen die Frist zur Ablieferung der Dissertationsexemplare ausnahmsweise verlängern, jedoch nur um ein Jahr.
Das Darmstädter Glockenspiel erklingt wieder.
LPD. Darmstadt, 12. April. Das berühmte Glockenspiel im Residenzschloß Der hessischen Landeshauptstadt war vor -einiger Zeit ausgebaut und zur Wiederherstellung und Tonabstimmung in eine Glockengießerei übergeführt worden. Die'Reparaturarbeiten wurden erfolgreich Durchgeführt, und in flotter Arbeit wurden Die zahlreichen Glocken wieder in ihrem Turm aufgehängt, so daß am vergangenen historischen WochenenDe zum ersten Male die Lieder der Nation vom Glockenturm erklangen. Zur vollen Stunde spielen die Glocken Das Deutschlandlied, zur halben Stunde das Horst-Wessel-Lied. Das Glockenspiel kaün durch eine sinnreiche Tastatur auch mit der Hand gespielt werden.
„Da, sieh doch, diese Perlen, diese Ringe, Das wunderbare Feuer dieser Brillanten und Smaragde! — Glaubst Du mir jetzt? Das alles gehört mir, mir!"
Pawla, Die mit starren Augen auf all Die Herrisch ketten blickte, konnte ihre Erregung kaum verbergen. Da war es also, Das geraubte Gut, von Dem Heinz Stadler ihr erzählt hatte, um dessen Wiederbeschafsung so erbittert gekämpft worden mar.
Sie Dachte nicht mehr an Die Gefahr, in Der sie sich befand, sie dachte einzig und allein Daran, daß es ihr gelungen war, Die Aufgabe zu lösen, mit Der Heinz Stadler sie betraut hatte. Ein Gefühl des Glückes und Des Stolzes durchpulste sie und offenbarte sich im Glanz ihrer Augen)
Czibulka Deutete ihren Blick falsch. „Das ist eine Herrlichkeit, wie?" Er griff mit beiden Händen in Die Kassette und hielt Dem Mädchen hin, was er fassen konnte. „Da, Pawla, Pawluschka, nimm doch, such Dir etwas aus!"
Pawla tat, als wählte sie mit großer Bedacht- samkeit. Sie griff nach einem Armreif, probierte ihn, legte ihn mieDer weg. Dann nahm sie einen kostbaren Ring, Doch auch Dieser schien ihren Wünschen noch nicht zu entsprechen.
Czibulka wurde ungeduldig, denn Die Nacht rückte vor. Er zeigte ihr eine munDerbare Halskette aus mattschjmmernden Perlen. „Hier, Das ist etwas für Dich! Komm her, laß Dir Die Kette umhängen!"
Pawla kam zögernd heran. Mit ihrem dunklen Haar, Dem zarten Pastell ihres Gesichtes, Dem oott- enDeten Ebenmaß Der schmalen Schultern bot sie ein BilD oolfommener Schönheit.
Als Czibulka Die Kette über ihren Kopf hob und an ihrem Hals nieDergleiten ließ, krallte er feine Finger in ihre Schultern unD preßte sie an sich.
Sie entwand sich ihm, während ihr Mund sich zu einem verheißungsvollen Lächeln öffnete. „Einen Spiegel! Haben Sie keinen Spiegel hier?"
„Drüben im Schlafzimmer, Liebste!"
„Mein kleiner Spiegel in der Handtasche genügt!" Mit ein paar Schritten mar sie an der Couch, öffnete Die Handtasche unD entnahm ihr einen Gegen- ftanD. *
„Ah, es ist unerträglich schmiil im Zimmer? Wir wollen einen Augenblick Das Fenster öffnen!" Ehe er Zeit fand, eine EinmenDung zu machen, ftanD sie vor Dem Fenster und öffnete es. Sie beugte sich in Die kühle Nachtluft hinaus, unD im gleichen Augenblick setzte sie Die Alarmpfeife an Den MunD unD gab Das oerabreDete Signal.
„Pawla!" schrie Der Mann auf, sprang auf sie zu unD riß sie vom Fenster zurück. Da sah er. Daß sich ihre Mienen vollkommen vermanDelt hatten. Das mar kein klebendes Mädchen mehr, Das mar eine kalte Frau, zum Aeußersten entschlosien.
(Fortsetzung folgt)
enthält immer neue Fototips für bessere Aufnahmen, ferner eine -j Belichtungstabelle für das ganze Jahr und einen Scheck für echte Fotoserien mit dein schönsten Aufnahmen aus der ganzen Welt^


