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13.4.1938
 
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188. Jahrgang

Mittwoch, 13. April 1938

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England wünscht Italiens Kreundschafi.

Ein parlamentarischer Ausschuß für die englisch-italienischen Angelegenheiten.

Imperiums in Ostafrika in Bewegung zu setzen. Das muß natürlich England tun, intb es hat dafür die delikate Form gefunden, daß es in einer Note an das Liga-Sekretariat anregt, die Frage derKonsequenzen der gegenwärtigen Lage in Abessinien" auf die Tagesordnung des Ligarates bei seiner Maitagung zu setzen. Man muß schon sagen, daß hier ein sehr bedeutsamer und viel um­strittener Tatbestand mit einer fast zärtlichen diplo­matischen Umschreibung angedeutet wird. Konse­quenzen der gegenwärtigen Lage in Abessinien!" Der Negus protestiert. Soll er. Um es aber dem Ligarat nicht besonders leicht zu machen, hat Eng­land für sich die A n e r 7 e n n u n g des italie­nischen Imperiums in die Form gekleidet, daß anläßlich der Unterzeichnung des neuen eng­lisch-italienischen Vertrages die englische Regierung in einem Brief diese Anerkennung ausdrückt, und daß Mussolini diesen Brief wiederum durch einen Brief beantwortet. Hauptsache: Eine seit 1935 mal

schwelende und mal fast lodernde Kriegsgefahr ist beseitigt. Wir hoffen, daß es so bleibt!

Sehr gut möglich."

Der englische Kriegsmiuister besucht den Duce.

London, 12. April. (DNB.) Zu Berichten Londoner Blätter, wonach eine Zusammen­kunft zwischen dem Duce und dem britischen Kriegsminister Hore-Belisha bevorstehe, wurde an zuständiger Stelle in London erklärt, daß der Kriegsminister in den nächsten Tagen Malta einen Besuch abstatten werde. Es fei sehr gut möglich, daß Hore-Belisha auf dem Rückweg Rom einen Besuch abstatten und dabei auch den italienischen Staatschef sehen werde. Es handele sich aber nur um eine Möglichkeit. End- gültiges sei bisher nicht festgelegt worden.

Voischast Chamberlains an Mussolini?

London, 13. April (DNB.-Funkspruch.) Sämt­liche Londoner Morgenblätter beschäftigten sich mit der Möglichkeit einer Zusammenkunft zwi­schen Mussolini und dem englischen Kriegs­minister Hore-Belisha.

In derTimes" und imDaily Telegraph" heißt es, es handele sich um einen privaten Höflichkeits­besuch.Daily Expreß" undDaily Mail" berich­ten dagegen,'H o r e - B e l i s h a werde dem Duce eine Freundschaftsbotschaft des Pre­miermini st ers überbringen. Diese Botschaft drücke die Freude Chamberlains über den Erfolg der englisch-italienischen Verhandlungen aus. Ob­gleich die Fühlungnahme zwischen Hore-Belisha und Mussolini informell erfolge, werde sie er­klärt dieDaily Mail" in Londoner diplomati­

schen Kreisen als sehr wichtig angesehen. Von Rom werde sich Hore-Belisha nach Paris begeben, um auch mit Daladier zusammenzutreffen.

Verschiedene Morgenblätter beschäftigen sich auch weiterhin mit dem englisch-italienischen Abkommen und dem brittschen Schritt in Genf hinsichtlich der Anerkennung der italienischen Eroberung ick Ost- Afrika. So schreibt der diplomatische Korrespondent desDaily Herald", wenn Chamberlain die Zu­stimmung der Genfer Liga zur Anerkennung des italienischen Imperiums nicht >er­reichen könne, werbe er einen anderen Weg ein­schlagen. Lord Halifax werde dann womöglich empfehlen, daß die Ratsmitglieder ihre Ansicht zum Ausdruck bringen sollten.

6000 britische Kampfflugzeuge.

Die Geschichte der britischen Aufrüstung wird sicherlich einmal als eines der interessantesten Kapitel der zeitgenössischen Politik bezeichnet wer­den. Allen Schwierigkeiten zum Trotz steuert die Regierung zielbewußt ein Höchstmaß an Rüstungen an, dessen Grenzen zwar unbekannt sind, von dem wir aber doch wissen, daß es sich nicht darin er­schöpft, nur die zur Zeit stärkste Nation zu über­flügeln. Man will ganz sicher gehen und so stark werden, daß man gleich eine ganze Staaten- gruppe hinter sich lassen kann. Bei den zur Ver­fügung stehenden Geldmitteln und den unerschöpf­lichen Reichtümern des britischen Weltreiches muß man sich im klaren darüber sein, daß die Engländer ihr Ziel erreichen und eines Tages auch die all­gemeine Wehrpflicht durchdrücken werden.

Wir müssen uns jedenfalls von der Vorstellung eines England frei machen, in dem die Parteien den Ton angeben, in dem von Zeit zu Zeit in den Rüstungsbetrieben gestreikt wird und in dem der Ministerpräsident genötigt ist, die Gewerkschaften

zu bitten, trotz der erheblichen Arbeitslosigkeit im Lande ihre Zustimmung zu einer stärkeren Bean­spruchung der vorhandenen Arbeitskräfte zu geben. Das sind Dinge, die den Engländer nicht weiter stören, weil er weiß, daß tatsächlich doch alles ge- fchieht, was zu Gunsten der Landesverteidigung nötig ist. Das Neueste ist ja auch das Zurückstellen aller Privatinteressen der Industrie gegenüber den Interessen des Staates und seiner Wehrmacht. Und wenn man dann noch hinzufügt, daß die Engländer systematisch Vorräte für den Ernst« fall sammeln, ihre Handelsflotte militarisieren, mit fremden Staaten unter der Hand sehr weit­gehende Abmachungen über die Einräumung be­stimmter Plätze treffen, dann rundet sich mehr und mchr das Bild eines England, das auf dem Gebiete der Aufrüstung nicht nur weiß, was es will, son­dern auch das schafft, was es sich vorgenommen hat. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die englische L u f t r Ü st u n g. 1 918 kehrten die Briten mit einer stattlichen Luftwaffe aus dem Weltkriege zu-

Llnficherheil in USA.

Rabelberid)t unseres K.G S.-Korrespondenien

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Washing'ton, April 1938.

Präsident Roosevelt ist von zweiwöchigem Kuraufenthalt zurückgekehrt, der ihm diesmal jedoch Denig Erholung, dafür viel Aerger, Kummer brachte. Seine Beliebtheit im Volk, sein Einfluß m Parlament haben den tiefsten Stand seit feinem Lahlsieg 1932 erreicht, und Amerika bietet wirt­schaftlich wie innerpolitisch ein Bild stärkster Ver­wirrung. Roosevelt hat nach für amerikanische Der- iöltnisse überwältigendem Wiederwahlsiea 1936 vohl im Ueberschwang seines Triumphgefühls nehrere taktische Fehler gemacht, deren Auswir- iungen ihm jetzt nicht nur vom Feind, sondern auch iom Freund vorgeworfen werden, und aus dem [iirft zielsicheren Leiter amerikanischen Dolkswohls -linen unentschlossenen Politiker gemacht haben, der lold droht, bald gut zuredet und einen Kompromiß fach dem anderen schließen, ja, in manchen seiner tieblingsprojekte sogar völlige Niederlagen ejn- fecken muß.

Bekannt ist sein für Amerika revolutionärer Vorstoß gegen das Ober st e Bundes- e r i ch t, der ihm viele Anhänger entfremdete, im die erste 'größere Niederlage im Parlament rächte und, wie die Entwicklung zeigt, recht un­tätig war, da das Bundesgericht in den Newdeal- f.esetzen, die klar und folgerichtig formuliert waren, durchaus mit feinen Reformen mitgegangen ist. Da­uben beschäftigte er sich vorwiegend mit schärfsten > Angriffen auf Großindustrie und i roßkapital, in denen er seine Hauptgegner | ?im Wahlkampf 1936 sah, und reizte nach ihrer j lnsicht zum Klassenhaß auf, denn gleichzeitig be- | r.inftigte er die Bildung von radikalen Gewerk- haften und sah ruhig die demoralisierenden Sitz- -eifs mit an, ja, er ließ zu, daß eine Frau als !rbeitsminifter ihre schützende Hand über die kom- runistischen Agitatoren in den Seemannsverbänden freit.

Als dann bei den Novemberwahlen 1937 der mpörte Mittelstand den Radikalen einen schar- fn Denkzettel erteilte, da endlich wurde Roosevelt rm der Opposition und von dem inzwischen immer , Ästiger werdenden wirtschaftlichen Rückgang be- k ndruckt und versuchte nun, sich von den Gewerk- fbaften zurückzuziehen und durch Konferenzen mit fr-n Arbeitgebern vom Großindustriellen bis zum feinen Geschäftsmann diese wieder zu ermutigen; euer es folgten keine positiven Entschlüsse, sondern ein Hinundherschwanken zwischen Emschränkungen bis Bundeshaushalts und Subventionen für die lautätigfeit, zwischen Mahnungen zur Stabilisie­rung der Preise und Drohungen mit Antitrustrnaß- vihmen, zwischen Aufforderung zur Privatinitiative fr r Wirtschaft und schärfsten Attacken gegen die schzig feudalen Familien, die nicht besser seien, als fre Faschisten, und als roter Faden seine ständige Sortierung nach hohen Löhnen. Inzwischen fielen fr- Aktien an der Neuyorker Börse immer tiefer, b: ispielsweise United Steel Works von 126 im Kürz 1937 auf 38 im März 1938, Generalmotors u:n 70 auf 25 ufw. Die Arbeitslosigkeit stieg auf fcft 12 Millionen. Dabei sind infolge der gewaltigen kundesausgaben die Banktresors gefüllt mit billi­ge Geldern, die niemand borgt, da niemand weiß, was die Zukunft bringen wird. Zn feinen fünf : ^gierungsjahren hat Roosevelt fast 15 Milliarden Ellars für Notstandsarbeiten und zur Ankurbe­lung der Wirtschaft ausgegeben, trotzdem herrscht här jetzt wieder eine regelrechte Depression, die diesmal zugestandenermaßenMade in America" isi und nicht den bösen Europäern in die Schuhe schoben werden kann.

Zn dieser Atmosphäre der allgemeinen Unsicher- mit, Unlust, Unzufriedenheit und Revolte hat natur- gumäß Roosevelts Arbeitsprogramm i üb er Steuern, Raumplanung, Standardisierung der | A'beitszeit, Arbeitslöhne, Regulierung von Tele- pl.on, Telegraphie und Eisenbahnen sowie sein Wunsch -nach größerer Zentralgewalt in Form einer Reorganisation der Bundesverwaltung wenig Aussicht auf Erfolg. Besonders nie-der- dnickend für ihn ist, daß die republikanische Opposition keinen Finger zu rühren braucht, do seine eigenen demokratischen Par­tige n o ss en ebenso stark dagegen sind, ihm inchr Macht zu geben und sich des traditionellen, ! |ebr einträglichen Einflusses auf die Besetzung wich- ticer Bundesstellen und Vergebung gewinnbringen- bec Bundesaufträge zu berauben. Als der Bundes­amt ihm schließlich nach Streichung der wesent- liysten neuen Befugnisse eine milde Form von ; ^Organisation mit knappster Mehrheit bewilligte, obwohl interessierte Kreise das Parlament mit düsenden von Protesttelegrammen bombardiert dcttsn, ließ Roosevelt sich zum Jubelruf hinreißen, tcß der Senatnicht gekauft" werden könne, was eine gewaltige Verstimmung hervorrief und die Lorlage, die nun an das Unterhaus ging, dort in i Mßte Gefahr brachte. Erschreckt ließ Roosevelt in | je-inem Kurort die Journalisten seiner Begleitung l nochts zusammentrommeln und zeigte ihnen die I angebliche Abschrift eines Briefes an einen unge­konnten Freund, worin er, Roosevelt, beteuerte, tag er kein Diktator sei, keiner sein könne und feiner fein wolle, er verspreche sich bei einer Re­organisation ganz nach den Wünschen des Parla- iumts zu richten. Dies wurde als Eingeständnis peroöfer Schwäche aufgefaßt und versteifte den Öitierftanti, da die Opposition zur Ueberzeugung Sefommen ist, daß Roosevelt sich von Stimmungen, aber nicht von klaren Zielen leiten lasse.

empfing ihn bei seiner Rückkehr eine durch- I ! aus verfahrene Situation und eine öffentliche | Meinung, die jedes feiner Worte mit Mißtrauen

London, 13. April. (DNB. Funkspruch.) Wie verlautet, hat die brittsche Regierung beschlossen, einen parlamentarischen Ausschuß für d i e englisch-italienischen Angelegen­heiten zu schaffen, dessen Aufgabe es ist, in Zu­sammenarbeit mit der Regierung auf eine Wie­derherstellung der alten Freundschaft zwischen den beiden Ländern hinzuwirken. Zum Vorsitzenden wurde Sir D a w s o n ernannt. Der italienische Botschafter in London Grandi ist über die Errichtung des Ausschusses und den Zweck seiner Tätigkeit unterrichtet worden.

Schluß mitdemAbessinien-Sirett

Englische Note an Genf.

Genf, 12. April. (DNB.) Die Note des Foreian Office an den Generalsekretär der Genfer Liga über die Abessinienfrage lautet folgendermaßen:

,I)err Generalsekretär? Im Auftrage des briti­schen Außenministers beehre ich mich, Ihnen folgen­des mitzuteilen: Die britische Regierung hat die anormale Lage geprüft, die sich aus der Tatsache ergibt, daß viele Mitgliedsstaaten der Liga, dar­unter nicht weniger als fünf im Rat vertretene Staaten, die Ausübung der Souveränität der ita­lienischen Regierung über Abessinien aner­kennen oder Beschlüsse gefaßt haben, die diese An­erkennung beinhalten, während andere Mitglieder der Liga das nicht getan haben. Die britische Re­gierung glaubt, daß diese Lage geklärt werden muß. Demgemäß bin ich beauftragt, Sie zu ersuchen, auf die Tagesordnung der nächsten Ratstagung der Liga folgendes zu fetzen: .Folgerungen aus der gegenwärtigen Lage in Abeffi- ni e n. Gez. Philipp Nicols."

Die Ratsmitglieder, auf die in dieser amtlichen Mitteilung angespielt wird, sind offenbar Polen, Belgien, Rumänien, Lettland und Ekuador.

Der Generalsekretär hat die englische Mitteilung den Ratsmitgliedern sowie den übrigen Mitgliedern der Liga zur Kenntnis gebracht. Wenn kein Wider­spruch erfolgt, wird der Punkt Abessinien in der von der englischen Regierung gewünschten Fassung auf der Tagesordnung der am 9. Mai beginnenden Tagung erscheinen.

*

Die englisch-italienische Verständi - gung über die Abgrenzung der gegenseitigen Interessensphären von Gibraltar durch das Mittel­meer und den Suez-Kanal bis an den Indischen Ozean ist abgeschlossen. Im Augenblick wird an den letzten redaktionellen Formulierungen ge­arbeitet, aber als Unterzeichnungstag wird schon der nächste Samstag, ja von einer englischen Zeitung sogar der Gründonnerstag gemeldet. Formell tritt der Vertrag erst in Kraft, wenn die italienischen Frei­willen Spanien verlassen haben, sei es, daß der dortige blutige Konflikt ein natürliches Ende ge­funden habe, fei es infolge einer Vereinbarung des Nichteinmifchungsausschuffes. Aber zum praktischen Beweis, daß London und Nom allesin Butter" sehen, hat man sich nun auch entschlossen, die Genfer Liga zur Anerkennung des italienischen

aufnimmt, und wie eine periodische Strohabstim- mung zeigte, bei 70 v. H. der Befragten aus allen Kreisen und Schichten des Landes feine Wie­derwahl 1 9 4 0 ablehnt. Das bedeutet, daß die Senatoren und Abgeordneten, die schon im November 1938 zur Wiederwahl stehen, sich hüten werden, irgendeinem Vorschlag Roosevelts zuzustim­men, der ihre eigenen Aussichten stören könnte. Roosevelt hat auch zum Bedauern seiner intimeren Ratgeber zur Zeit kein größeres außen­politisches Problem, das, wie imPanay"- Fall, die Aufmerksamkeit der Massen vom inner­politischen Wirrwarr ablenken könnte. Die europä­ische Lage, über die man hier wochenlang tobte, hat sich jetzt so verändert, daß England ganz offen mit den autoritären Staaten verhandelt und ebenso wie Frankreich bereits seine Gesandtschaft in Wien in ein Generalkonsulat umgewandelt hat. Damit schwindet die letzte Hoffnung der hiesigen Hetz­gruppen, die voll ohnmächtiger Wut zusehen müssen, daß Europa sich um sie nicht kümmert, sondern die europäischen Verhältnisse nach europäischen An­sichten und Erfordernissen ordnet. Kleine Nadel­stiche, wie der Appell an die Welt zur gemeinsamen Bemitleidung der politischen Flüchtlinge aus Oester­reich, den Roosevelt offenbar über den Kopf seines Außenministeriums hinweg auf Druck dieser Grup­pen ausfantite, helfen ihm höchstens bei den jüdischen Wählern, während der größte Teil des amerika­nischen Volkes dadurch unbeeinflußt ist und im übrigen diese zusätzliche Einwanderung energisch ab­lehnt. Amerika ist zur Zeit mit innerpolittschen Sorgen vollauf beschäftigt.

Abkehr von Europa?

Norman Davis

nicht mehr Sonderbeauftragter.

Washington, 14. April. (DNB.) Zur allge­meinen Üeberrafdjung kündigte Präsident Roose- oelt in der Pressekonferenz vom Dienstag die Er­nennung von Botschafter Norman Davls zum

Präsidenten des amerikanischen Roten Kreuzes an. Davis war bisher Sonderbeauf­tragter der amerikanischen Regierung bei allen grö­ßeren internationalen Konferenzen, die sich mit Ab- rüstungs- und Befriedungsoersuchen beschäftigten. Seine Ernennung zum Präsidenten des Roten Kreu­zes bedeutet, daß er nicht mehr dem amerikanischen Außenamt attachiert sein wird. Offenbar bedeutet Roosevelts Schritt aber weiterhin, daß Amerika sich entsprechend dem Wunsche des größeren Teiles der Bevölkerung auf die Angelegenheiten des a m e- rikanischen Erdteils beschränken will.

Dank des Führers.

Berlin, 12. April. (DNB.) Anläßlich der Volksabstimmung des vergangenen Sonn­tags sind dem Führer und Reichskanzler aus dem ganzen Deutschen Reich und von deutschen Männern und Frauen jenseits unserer Grenzen viele Hunderte von Telegrammen und Schreiben zugegangen, in denen die jubelnde Freude über dieses Ergebnis und das Gefühl st o l z e r Verbundenheit mit dem Reich der Deutschen und seinem Führer zum Ausdruck kommen. Ebenso haben zahlreiche Ausländer dem Führer ihre Ge­nugtuung über dieses Ergebnis und ihre Glück­wünsche zu diesem Treuebekenntnis übermittelt. Der Führer, dem es nicht möglich ist, diese vielen Kundgebungen einzeln zu beantworten, läßt daher allen Volksgenossen, die seiner in treuer Anhänglich­keit gedacht haben, auf diesem Wege aufs herz­lichste danken.

Der ungarische Ministerpräsitient von D a r a - nyi hat dem Führer und Reichskanzler das nach­stehende Telegramm übersandt:Aus An­laß des überroältigenben einstimmigen Ergebnisses der deutschen Volksabstimmung drängt es mich, Eurer Exzellenz meine aufrichtigen unti wärmsten Glückwünsche auszudrücken.

Ministerpräsident von Daranyi."

Der Führer hat dem Herrn ungarischen Ministerpräsidenten telegraphisch seinen Dank für die freundschaftlichen Glückwünsche zum Ausdruck gebracht.

Allgemeine Versammlungs­ruhe bis zum 29. Avril.

Berlin, 12. April. (DNB.) Der Reichspropa« ganti al eiter der NSDAP. Dr. Goebbels gibt bekannt:

Die gewaltigste Wahlschlacht des nationalsozia­listischen Deutschlands ist geschlagen. In Einheit und Geschlossenheit hat sich das ganze deut­sche Volk hinter seinen Führer ge- ft e 111 und ihm einen einzigartigen Beweis seines Vertrauens gegeben. Wochenlang rollte Versamm­lungswelle über Versammlungswelle durch die deut­schen Gaue. Don Rednern, ^Politischen Leitern, Parteigenossen und Parteigenossinnen wurde das Letzte an Einsatzbereitschaft verlangt und gegeben. Abend für Abend füllte das deutsche Volk die Ver­sammlungsräume, seien es die Riesenhallen der Großstädte oder die kleinen Zimmer des Dorf­kruges. Wenn auch nach der siegreichen Schlacht, die das deutsche Volk in seiner Gesamtheit ge­schlagen hat, die Arbeit fortgesetzt werden muß, so soll doch vor neuem Einsatz eine allgemeine Der- sammlungspause, Erholungs- und Ruhezeit zum Sammeln neuer Kräfte geben.

Aus diesem Grunde ordne ich hiermit eine all« gemeine Versammlungsruhe für die Partei und ihre sämtlichen Gliederungen einschließ­lich der Deutschen Arbeitsfront bis zum 2 9. April an. Unter die angeordnete Versammlungs­ruhe fallen insbesondere alle öffentlichen Kund­gebungen und Versammlungen. Ausgenom­men sind lediglich Feiern anläßlich des Ge­burtstages des Führers. Don der Ver- fammlungsruhe nicht berührt werden Veranstaltun­gen der Abteilung Schulung und des AmtesKraft durch Freude".