Nr. 266 vierter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
12./I5. November 1938
2S Lahre Ohrenklinik in Gießen.
Bei der Arbeit im Caboratorium.
3m Klinikoiertel auf dem Seltersberg zu Gießen steht wieder ein Jubiläum bevor. Jubilar ist diesmal die Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke. Sie kann am 24. November 1938 auf die 25. Wiederkehr des Tages ihrer Eröffnung zurückblicken. An diesem Tage können auch vier Arbeitsveteranen die Vollendung eines Dierteljahrhunderts gemeinsamer Tätigkeit im Dienste der Kranken an dieser Stätte begehen.
Die Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke wurde 1912/13 erbaut. Am 24. November 1913 kamen die ersten Patienten in der Klinik an. Die Baukosten mit der gesamten Inneneinrichtung beliefen sich auf rund 200 000 Mark. Erster Direktor war der jetzt an der Universität Berlin wirkende Professor Dr. von Eicken, ihm stand als ärztlicher Mitarbeiter der damalige Oberarzt und gegenwärtige Direktor der Klinik Professor Dr. Brüggemann zur Seite. Nach dem Weggang Professor von Eickens nach Berlin wurde Professor Dr. Brüggemann am 1. April 1922 zum Nachfolger auf dem Lehrstuhl und zum Direktor der Klinik berufen. Zu den Mitarbeitern, die neben dem damaligen Oberarzt Dr. Brüggemann von Anfang an bis auf den heutigen Tag im Dienste der Klinik stehen, gehören noch der Operationsgehilfe Karl Storck, die Oberschwester Hedwig M a r t i n i u 5 und das Hausmädchen Mathilde Merz. Von jeher bestand in der Ohrenklinik zwischen allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein auf schönster Kameradschaft aufgebautes Verhältnis, das den Gemeinschaftsgedanken im Bereiche' der Arbeit allezeit in den Vordergrund treten und wirksam werden ließ. Das fünfundzwanzigjährige
Bestehen der Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke ist also nicht nur ein bedeutsamer Abschnitt im Dienste der Kranken und unserer Gießener Universität, sondern zugleich auch ein bemerkenswerter Meilenstein auf dem Wege der Arbeitskameraden in der Erfüllung ihrer dienstlichen Aufgaben.
Bei dem Bau der Klinik waren die Einrichtungen auf die Erfordernisse für 32 stationäre Kranke bemessen. Jedoch schon kurze Zeit nach der Eröffnung zeigte sich ein weit höherer Zustrom an Patienten, so daß die Klinik bis auf den heutigen Tag stets eine ansehnliche Mehrbelegung mit Kranken aufweist. Diese Tatsache hat im Verlaufe der Jahre zu einigen Aenderungen in der Verwendung der verschiedenen Räume geführt. Wer damals bei der Eröffnung die Räume der Klinik durchschritt, wird heute ein zum Teil ganz anderes Bild wahrnehmen.
Das Erdgeschoß enthält jetzt, an Stelle der früheren Wohn- und Wirtschaftsräume, eine Reihe von klinischen Einrichtungen, die für die Patienten von größter Bedeutung sind. Vor allem ist hier das Inhalatorium hervorzuheben, das in ein Einzel- und in ein Rauminhalatorium gegliedert ist. In dem Einzelinhalatorium haben die Kranken eine An-
Blick in das Inhalatorium.
zahl Plätze zur Mund- und Naseninhalation zur Verfügung, während in dem Rauminhalatorium Gelegenheit zum gleichzeitigen Inhalieren für mehrere Personen gemeinsam geschaffen ist. Nebenan ist ein vollkommen schallsicherer Raum eingerichtet, der mit den modernsten Apparaten für die feinsten Gehörprüfungen versehen ist. Mit Hilfe dieser Apparate können auch die kleinsten Reste von Hörfähigkeit bei tauben Personen ermittelt und damit die Möglichkeiten zur ärztlichen Behandlung festgestellt werden. Weiter enthält das Erdgeschoß den Bestrahlungsraum, der alles aufweist, was die moderne Wissenschaft auf diesem Felde der Medizin geschaffen hat und zur täglichen Praxis gebraucht. (Allgemeine elektrische Schwitzbäder, Kopf- und Halslichtbäder, Solluxlampen, Höhensonnen usw.l
Im Parterrestock befinden sich die Lehrräume und die Poliklinik Hier befinden sich eine Reihe von Arbeitsplätzen, wo die Aerzte die ihnen zur poliklinischen Behandlung zugewiesenen Kranken empfangen, um ihnen mit Rat und Hilfe beizustehen. Die Einrichtungen in der Poliklinik ermöglichen die gleichzeitige
Teilansicht des Bestrahlungsraumes; ein Patient unter der Solluxlampe.
Gesamtansicht der Universitäts-Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke.
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gesagt, nicht nur eine fortdauernd stärkere Belegung als ursprünglich vorgesehen, zu verzeichnen, sondern die Inanspruchnahme weist auf allen Gebieten der Klinik ein stetes Ansteigen auf. Dafür als Beispiel nur einige Zahlen: Im Jahre 1935 fanden 1382 Aufnahmen statt, 1936 waren es 1563, und 1937 zählte man 1667. Die Zahl der Verpflegtage beliej sich 1935 auf 13 944, im Jahre 1936 auf 14 857, im Jahre
Behandlung einer Anzahl von Patienten. Täglich kann man hier einem starken Zustrom von Kranken aus Stadt und Land gerecht werden. Ein Hörprüfungsraum und ein Vorbereitungsraum sind wichtige Ergänzungen des Behandlungssaales.
Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich die Lehrräume der Klinik, bestehend aus Hörsaal, Kurszimmer, Vorbereitungsraum, Bibliothek und Kleiderablage für die Studenten. Ferner befindet sich im Par- terreftocf das Zimmer des Pförtners.
Das erste Stockwerk enthält die Räume des Direktors (Warte-, Sprech- und Behandlungs-Zimmer), ferner auf der rechten Seite die Kinder- und Frauenstation, wäh
rend sich im linken Flügel der Operationssaal, das Sterilisationszimmer und ein weiteres Behandlungszimmer für klinische Patienten befinden. In dem Operationssaal sind alle Einrichtungen vorhanden, die zur gleichen Zeit die Arbeit der Aerzte an drei Operationstischen ermöglichen.
Im zweiten Stockwerk sind die Stationen für die Männer untergebracht. In der Hauptsache sind hier Gemeinschaftszimmer mit vier bis acht Betten eingerichtet, ferner ein Aufenthaltsraum für solche Patienten, die nicht mehr bettlägerig sind. Außerdem befindet sich noch in diesem Stockwerk die Privatabteilung.
Im dritten Stockwerk bildet das Laboratorium den wichtigsten Teil der Einrichtung, aber auch das Zimmer mit Röntgen-Apparaten und eine Dunkelkammer sind bedeutsame Bestandteile dieses Gebäudeteils. Ferner befinden sich hier Wohnräume der Aerzte und Schwestern.
Eine Jsolierstation für Patienten mit Infektionskrankheiten hat in dem Gebäude keinen Platz gefunden und ist in der Heilstätte Seltersberg untergebracht, die durch Personalunion in der Stelle des Direktors mit der Ohrenklinik verbunden ist.
Die Einrichtungen der Klinik machen auf jeden Besucher den Eindruck, daß hier für die Patienten und ihre Hoffnungen auf Heilung von den Aerzten und den Schwestern alles getan wird, was in Menschenkraft liegt. Neuerdings hat der Leiter der Klinik noch eine Stimm- und Sprachlehrerin für sprachgestörte Kinder und Erwachsene zur Mitarbeit eingestellt, deren Aufgabe darin besteht, den Lisplern und Stotterern, den Schwerhörigen und den Ertaubten Sprech- und Ablesekurse zu erteilen. Wie bedeutsam dieser Teil der Klinikarbeit sich auswirken kann, wird durch die Tatsache deutlich, daß die Zahl der sprachgestörten Kinder erheblich größer ist, als man allgemein annimmt. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat es sich in dankenswerter Weise bisher angelegen sein lassen, auf diesem Gebiete der Ohrenklinik seine volle Unter» stützung zuteil werden zu lassen. Er hat dadurch die Anerkennung der Stadt Gießen zum Ausdruck gebracht für die wertvolle Hilfe, die den sprachgestörten Kindern aus Gießen durch diese Einrichtung der Ohrenklinik bisher gebracht wurde und ihnen auch weiterhin zukommen wird.
Die Klinik hat von Anbeginn an, wie bereits
1937 auf 16 000.
An poliklinischen Behandlungen wurden im Jahrs 1934 insgesamt 12 020, im Jahre 1935 aber 13 059, im Jahre 1936 bei 4956 Aufnahmen sogar 14 081 und im Jahre 1937 bei 7520 Aufnahmen insgesamt 15 035 gezählt. An Kopflichtbädern, Halslichtbädern, Ganzlichtbädern, Sollux und Inhalationen waren 1937 linsgesamt 11 944 Behandlungen zu verzeichnen.
Die Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke kann also am Schlüsse ihres ersten Dierteljahrhunderts auf ein anerkennenswertes Wirken im Dienste der Kranken und zur Steigerung des Ansehens unserer Universität zurückblicken. Dringend notwendig erscheint aber auch dem Besucher vor allem eins: nämlich die Errichtung eines Erweiterungsbaues, damit der in allen Teilen der Klinik sichtbar zutage tretende starke Raummangel behoben wird. Man kann daher am Jubiläumstage der Klinik, neben der Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit und den wohlverdienten Glückwünschen an deck Leiter und feine Mitarbeiter, nur noch den besonderen Wunsch hinzufügen, daß es ihnen vergönnt sein möchte, ihre Tätigkeit in möglichst naher Zeit in einer durch den Anbau eines erhofften Flügels wesentlich erweiterten Klinik noch mehr als bisher entfalten zu können. Bl.
Blick in die Poliklinik. — (Aufnahmen f5]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
(Nachdruck verboten!,
31. Fortsetzung.
„Oh — eigentlich gar nichts! Noch nicht, jedenfalls. Ich warte noch immer auf das Ergebnis meiner übrigen Nachforschungen. Aber ich dachte mir, es könnte nicht schaden, wenn du ihn wieder ein bißchen unter die Lupe nimmst."
„Er sieht recht gut aus! Es kann ihm also nicht schlecht gehen!"
„Hast du mit ihm gesprochen?"
„Ei sicher! Wir haben uns reizend unterhalten. Er läßt dich grüßen, Charly." ,
„Vielen Dank!" verneigt sich Meßdorfs spöttisch. „Dieses Märchen dürste dir nicht einmal unser Stift von der Portokasse glauben. Ehrlich,„Irene hat er dir irgendeine Antwort gegeben?"
„Unsinn! Ich habe ihn natürlich nicht angesprochen. Er hat mich gar nicht bemerkt. Jetzt tut mir's eigentlich leid!" ..
„Na, er würde nicht gerade liebenswürdig gewesen sein! Das kann ich dir versichern! lacht Meßdorff.
Irene sieht ihn erstaunt an. „Ja, aber waram denn nicht? Und wenn ich nun mit ihm gesprochen Hätte? Kannst du dir überhaupt vorstellen, daß ein Mann nicht liebenswürdig zu mir ist?"
.,3rene, laß den faulen Zauber! Gib klare Antwort!" Er reifet sie hart am Arm herum.
„Laß mich! Du bist brutal! Willst du mir blaue Flecken verschaffen?"
„Irene... du darfft alles tun, was dir behagt, aber du darfst mir feine Komödie Vorspielen!"
„Tu ich doch nicht! Das weißt du doch ganz genau! Ich habe nur einen einzigen Menschen auf der Welt lieb, und das bist du! Du kannst dich auf mich verlassen!" „ ,
-."Hüte dich, mich zu betrügen! Bei geschäftlichen ^l!19en,.^rt aller Firlefanz auf! Verstanden?"
Sie sieht ihn eine Weile schräg von unten her an'n?Qnn erschauert sie leicht. ,
..Eharly, warum drohst dufragt sie endlich.
Wie W Mil MM W
Roman von Kurt Riemann
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
„Weißt du nicht, weshalb ich das alles tue? Warum gehe ich hin und spioniere für dich? Weil ich dich liebe! Warum schmücke ich mich und will schön sein? Für dich ganz allein! Begreifst du nicht, daß eine Frau immer neu, immer lockend und voller Geheimnis sein muß, wenn sie geliebt werden will?"
„Ja, ja", wehrt er ungeduldig ab. „Das weiß ich ja! Ich liebe dich... und du liebst mich! Aber..."
„Ja, Charly... nur dich liebe ich. Du warst mir gleichgültig, als ich dich kennenlernte, es war eine Heirat um des Geschäftes willen. Das weißt du so gut wie ich. Aber das ist anders geworden. Manchmal wundere ich mich selbst darüber. Glaub mir's.. jetzt liebe ich dich ... dich ganz allein ... über alle Vernunft hinaus! Ich glaube, ich könnte für dich sterben!"
„Na, na! Nicht so große Töne! Das verlangt keiner von dir!"
„Es ist sehr dumm, daß ich dir das sage, ich weiß es, aber du sollst mir nicht immer mißtrauen! Du sollst nicht immer so... kalt zu mir fein! Immer hast du eigentlich nur deine Geschäfte im Sinn!"
„Aber Irene!" Er küßt sie flüchtig auf die Stirn. „Das ist doch alles Unsinn! Ich tu's ja für dich! Und sieh mal: Geschäft ist Geschäft. „Das muß eine Frau wie du doch begreifen können!"
Irene lächelt leicht.
„Warum willst du das gerade mir erklären? Ich habe doch alles das geerbt von Großvater, was Vater nicht mitbekommen hat an geschäftlicher Begabung. Ich verstehe ohne weiteres, daß Geschäft und Liebe zwei verschiedene Dinge sind. Wer nicht hart sein kann, wird auch nicht groß. Aber... du sollst manchmal auch mir gehören. Mir ganz allein!"
Meßdorff küßt ihr die Hand.
„Ich besitze nicht nur eine schöne... sondern auch eine überaus kluge Frau! Ich bin nur gespannt, was Karajan in Dresden will!"
,Zch habe das Gefühl, daß er irgend etwas tn Dresden unternimmt, Charly. Zu feinem Privatvergnügen hält er sich nicht hier auf. An deiner Stelle würde ich auf alle Fälle versuchen, herauszubekommen, was er eigentlich vorhat. Er sah tadellos aus. Es muß ihm gut gehen. Vermögen aber
besitzt er nicht--also muß er schließlich irgend
wo arbeiten."
„Sei ohne Sorge, Kind! Wir find schon ungefähr im Bilde. Er baut sich eine neue Fabrik auf. Das weiß ich bereits."
Irene sieht sich aufs höchste überrascht um.
„Eine Fabrik?... Ist das ein Spaß?"
„Mit solchen Dingen spaße ich nicht."
„Ja... aber woher hat er denn das Geld?"
„Alle Rechnungen werden von Wangenheim bezahlt. Ein Strohmann natürlich. Wer dahinter- steht—? Keine Ahnung."
„Wirst du von Wangenheim auch nicht herausbekommen. Was will Karajan denn fabrizieren?"
„Preßstoff."
„Aber das ist doch seine unmögliche Erfindung von damals? Ist er denn irrsinnig, noch einmal Geld hineinzustecken?"
„Er hat ein neues Patent erteilt bekommen. Wie sich das praktisch auswirkt, ist nicht abzusehen. Er kann dabei alles Kapital verpulvern, er kann aber auch in dem Augenblick ein steinreicher Mann werden, in dem die Sache wirklich produktionsreif ist, denn seine Grundidee war nicht schlecht!"
„Charly — das sind ja herrliche Aussichten! Wer weiß davon noch?"
„Du und ich! — Sonst niemand. Alle andern wissen nur Bruchstücke, mit denen nichts anzufangen ist."
„Und was willst du tun?"
„Zunächst mal gar nichts. Ich warte ab. Ist seine Erfindung noch nicht fertig — das halte ich für das wahrscheinlichste — bann kann uns die ganze Sache gleichgültig sein. Dann hat der Herr Karajan wieder irgend jemand eine runde Million aus der Tasche geschwätzt."
„Und wenn die Sache etwas taugt?"
„Dann — Frau Irene Meßdorfs —" er küßt sie leicht auf die Schulter — „bann gibt es nur zwei Wege: entroeber bie „Union" zumachen unb sich irgenbroo zum Kohlbauen nieberlassen--"
„Scheußlich! Aber wenn bu dabei wärst, ließe sich's ertragen!"
„—ober bem Herrn Karajan bie Sache einfach abzujagen."
„Stehlen?"
„Bist bu närrisch? Auf ganz legalem Wege' Wie —? Ja, bas weiß ich noch nicht, aber du kannst
dich darauf verlassen, baß ich schon Mittel unb Wege finde, wenn es so weit ist."
„Und du bist nicht bange, daß es schiefgehen könnte?"
Er lacht kurz auf und zerdrückt sehr sorgfältig seine Zigarette in bem Aschenbecher aus weißem Marmor, ber auf bem Frisiertisch steht.
„Nein, Irene. Nicht im mindesten. Diese Gefahr— ich will dir's ehrlich sagen — macht mir bas Leben überhaupt erst lebenswert."
Irene sieht ihn nachdenklich an.
„Das ist ein gewagtes Spiel, das du da treibst, Charly, unb ich würde mir bie Sache an beiner Stelle lange überlegen. Papa barf jebenfalls nichts bavon erfahren. Vergiß nicht, baß er fein Geld im gleichen Augenblick zurückziehen würbe, in bem er merkt, baß bu bie ,Union* einer Gefahr aussetzt. Er spricht überhaupt in ber letzten Zeit ein! wenig fonberbar von bir. Hast bu nicht großö Kapitalien abgehoben?"
„Wir finb ganz verschiedene Naturen", weicht Meßborff aus. „Ich war so töricht, bas offen zuzugeben, als wir barüber sprachen. Aber nun mach bir keine Sorgen, Kinb! Ich werbe schon ben richtigen Weg finben. Auf alle Fälle ist Karajan von uns so scharf beobachtet, baß wir sehr bald wissen werben, ob seine Ersinbung mehr taugt als bamals, als wir soviel Gelb baran verloren."
„Davon bin ich fest überzeugt."
„Ich noch nicht. Aber warten wir ab! Du ziehst bich um? Willst bu fort?"
„Wir sind nach Meißen eingelaben! Kommst bu nicht mit?"
Er zieht bie Uhr.
„Tut mir leib! Entschulbige mich bitte bei deiner Freundin! Ich muß noch heute nach Berlin zurück. Aber übermorgen bin ich wieder hier!"
„Also wieder allein!" seufzt Irene.—
Jenes Gespräch hinterläßt doch einen stärkeren Eindruck bei Meßdorff, als er es gern wahrhaben möchte. Er kennt bie geschäftlichen Fähigkeiten seiner Frau ganz genau, er weiß, baß sie mit angeborenem Instinkt erahnt, wo sich Gefahren ober auch neue Möglichkeiten ergeben. In ber Beziehung ist sie ganz bie Enkelin bes alten Dibriksen.
(Fortsetzung folgt!)


