Ausgabe 
12.2.1938
 
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Nr. 36 vierter Vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)lZ./l3.ZebruaNY38

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Deutsches Mädchen, werde Schwester!

Wölfersheimer Kinder unter der Höhensonne bei der NSV.-Schwester.

Freizeit der Schwestern in einem gemütlichen Wohnzimmer.

Die Oberin unterweist die Schwestern in der Behandlung der Instrumente.

Schwestern am Sterllisationsapparat der Heilstätte Seltersberg.

Schwestern im Dienst. Am Inhalatorium der Heilstätte Seltersberg.

Tante Mietze", die NSV.-Kindergärtnerin von Wölfersheim mit einem Teil der Kinderschar.

(Aufnahmen s8s:/Neuner, Gießener Anzeiger.)

scheint auch hier seit wenigen Jahren als Trägerin des Dienstes an den Kranken, bildet Pflegerinnen aus und stellt ihre soziale Stellung sicher. Die Ar­beit der Krankenschwester besteht in der unmittel­baren täglichen, ja stündlichen Hilfeleistung für die Kranken. Die Schwestern sind rechte Hand der Aerzte, sind Helferinnen im Operationssaal und bei der Visite; sie betreuen die Kranken in jeder Hin­sicht nach den Anweisungen des Arztes und führen Aufsicht in Krankenzimmern. Sie sind die guten Geister des Hauses, die Vertrauten der Kranken, Helferinnen nicht nur in körperlicher Hinsicht, son­dern auch in geistiger und seelischer Beziehung. So mancher Kranker wird wissen, was er einer guten Pflegerin zu verdanken hat. Schwestern stehen am Röntgenapparat, in der Diätküche, im Operations­saal und noch an vielen anderen Stellen des Kliniks- und Krankenhausbetriebes und damit an Plätzen, an denen sie Mitverantwortung tragen und unersetzbar sind.

Die Zahl der Schwestern reicht gegenwärtig nicht aus, um allen Anforderungen entsprechen zu kön­nen. Immer wieder scheiden auch Schwestern aus, um ihrer Berufung im engeren Kreis, als Haus­frau und Mutter entgegenzugehen. Also heißt es auch hier: deutsche Mädchen an die Front, die bereit sind, sich einem großen Dienste idealistisch und hingebungsvoll zu widmen.

Es versteht sich von selbst, daß den Schwestern in Krankenhaus und Klinik eine schöne Umgebung für die dienstfreien Stunden geschaffen wird. Wir hatten Gelegenheit uns davon beispielsweise in der Heilstätte Seltersberg in Gießen zu überzeugen. Allenthalben vorbildlich und gemütlich eingerichtete Zimmer, Gelegenheit zu mannigfacher Unterhaltung (Musik, Gesang, Rundfunk) und zu unterhaltsamer Kameradschaft auf sonnigen Ballonen mit den herrlichen Ausblicken auf unsere heimische Landschaft! Selbstverständlich wird auch für die wirtschaftliche Sicherstellung der Krankenschwester

Viel Spielzeug für die Kinder im NSV.-Kindergarten.

Es bestehen gegenwärtig solche NSV.-Schwestern- stationen im Gebiet des Kreises Wetterau der NSDAP, in Nieder- Weisel, in O st heim, in G a m b a ch, in Rod­heim v. d. H., in Holz­hausen und in W ö l - f e r s h e i m. Universell ist die Tätigkeit dieser Schwestern. Von der NSV.-Schwester in Wöl­fersheim hören wir, daß gerade die Arbeit in einem Orte, in dem bäuerliche und Jndustrie- beoölkerung ansässig ist, keine leichte ist. Es gilt, in vielerlei Nöten zu be­raten, zu helfen oder, wo die Kräfte der Schwe­ster nicht ausreichen kön­nen, Hilfe bei zuständi­ger behördlicher Stelle zu

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß im Drit­ten Reich und unter nationalsozialistischer Initia­tive nicht nur unserer Geschlossenheit und unserem nationalen Ansehen alle Aufmerksamkeit und Tat­kraft gilt, sondern daß auch soziale Aufgaben mit einer Energie in Angriff genommen worden sind, die alle früheren Bemühungen bei weitem in den Schatten stellen. In der Gesamtheit der Bemühung um nationale Geschlossenheit und Geltung und so­ziale Verantwortungsfreudigkeit ist begrifflich der Nationalsozialismus recht zu verstehen. Groß und klar sind die Fronten der sozialen Arbeit in unse­rem Vaterland der Gegenwart und der Zukunft. Gesetzgeberische Maßnahmen untermauern diese Arbeit, staatliche Fürsorge, NSV. und Winterhilfs­werk tragen den Sozialismus der Tat, und ein gan­zes Volk opfert in diesen Organisationen für seine eigene soziale Erneuerung, lieber allem steht die Forderung der geistigen, seelischen und körperlichen

gut gesorgt; auch für ihren Lebensabend kann sie ohne Sorge sein.

Die schwere, aber dankbare Arbeit, die Hoch­achtung, die der Schwester in sozialem Dienste nie versagt bleibt, die enge Verbindung mit dem mensch­lichen Leben im Gesunden und Kranken, die läuternde Schule des Leides und die Freude in der Lebensbejahung der Genesenden, die eigene Be­friedigung aus dem Bewußtsein, wertvoll der Volks-

VereinfachungderArbeiisbuchanzeigen und KrankenkastenmelSungen

Durch einen imDeutschen Reichsanzeiger" vom 10. Februar 1938 veröffentlichten Erlaß hat der Reichsarbeitsminister die bisherigen Vorschriften über Arbeitsbuchanzeigen und Krankenkassenmel­dungen für Pflichtmitglieder der Orts-, Land- und Jnnungskrankenkassen und für arbeitslosenversiche- rungspflichtige Angestellte vereinheitlicht und verein­facht. Am 15. Februar sind für diesen Personenkreis Arbeitsbuchanzeigen über Beginn oder Ende der Beschäftigung mit den An- und Abmeldungen bei Orts-, Land- und Jnnungskrankenkassen -zu verbin­den. Dadurch wird die Arbeit für die Betriebsfüh­rer vereinfacht und der vollzählige Eingang der Arbeitsbuchanzeigen sichergestellt. Für Kranken­kassenmeldungen und Arbeitsbuchanzeigen werden einheitliche Vordrucke eingeführt, die im Durch­schreibeverfahren ausgefüllt werden können. Die Vordrucke werden von den Krankenkassen unentgelt­lich abgegeben. Für Arbeitsbuchinhaber, die nicht zu dem genannten Personenkreis gehören, sind die Ar­beitsbuchanzeigen wie bisher unmittelbar an die Arbeitsämter zu richten. Das gleiche gilt bei allen Arbeitsbuchinhabern für die Anzeigen von Ein­tragungen über Wohnungswechsel ober wesentliche Aenderungen in der Art der Beschäftigung.

Im Arbeitsbuch müssen auch in Zukunft Beginn, Ende und wesentliche Aenderung der Beschäftigung, ferner jeder Wohnungswechsel eingetragen werden. Von allen Eintragungen ist Anzeige zu erstatten. Diese Eintragungen und Anzeigen sind für eine planmäßige Lenkung des Arbeitseinsatzes unbedingt notwendig, ihre Unterlassung ist strafbar.

Auskunft erteilen die Arbeitsämter und die Orts-, Land- und Jnnungskrankenkassen

gemeinschaft zu dienen das alles sollte manchem ernsten jungen Mädchen Anlaß genug sein, zu prüfen, ob nicht die Kindergärtnerin, Die NSV.- Schwester auf dem Lande oder die Krankenschwester im Dienst des Roten Kreuzes oder in der Freien Schwesternschaft ihm der ureigenste Beruf sein könnte. z ' N.

Diel Sorgfalt der kinderreichen Familie!

Gesundheit all derer, die unserem Volke blut- und rassenmäßig angehören. Das Arbeitsfeld ift groß. Die Sünden vergangener Zeiten und eines verant­wortungslosen Systems stehen noch, Unsternen gleich, über unserem Volke, aber alle gesunde Kraft ist allenthalben im Aufbruch. Auch auf sozialem Ge­biete leuchtet unserem Volke die Morgenröte.

Es ist nicht möglich, an dieser Stelle all das um- reißen zu wollen, was für Deutschlands soziale Er­neuerung in der Gegenwart geschieht und in Zu­kunft noch geschehen wird, vielmehr soll der Leser im Geiste einmal an einen Frontabschnitt der prak­tischen sozialen Arbeit geführt werden, nämlich zu den S ch w e ft e r n.

Gegenwärtig ergeht nachhaltig der Ruf an alle Mädchen, die sich fähig und berufen fühlen, Schwester z u werden; sei es für die Ar­beitsgebiete der NSV., des Roten Kreuzes oder der im Reichsbund der Freien Schwestern zusammcn- geschlossenen Helferinnen! Die großen Aufgaben, die in sozialer Hinsicht unserem Volke gestellt sind, er­fordern viele willige Hände und viel hilfsbereite Kraft.Schwester" 'zu sein, ist ein Beruf, dem auf lange Zeit die Zukunft gehört. Der Schwester wird dabei mehr denn je die uneingeschränkte Hoch­achtung der Volksgemeinschaft zu eigen fein. In gro­ßer Linie zählen zu den Pflegeberufen die Kranken­schwester, die Wohlfahrtspflegerin und die Kinder­hortnerin. Wir hoben da und dort Einblick genom­men in die Arbeitsgebiete dieser drei Pflegeberufe. Es ließ sich dabei leicht die Erkenntnis gewinnen, daß an keinem Platze die Arbeit leicht ist. Sehr das Gegenteil! Aber für jeden kraftvollen Menschen liegt in der Schwierigkeit der Aufgabe erst der Reiz und in der Erfüllung der schweren Pflicht die tiefe Be­friedigung. So ist es auch hier!

Wer einmal Gelegenheit hat, mit den Kinderhort- nerinnen der in unserem Kreise Gießen neu ein­gerichteten NSV,-Kindergärten zu sprechen, dem wird rasch bewußt, wie die jungen Mädchen, Die oft mit einer jüngeren Helferin 50, 60 oder noch mehr Kinder verantwortlich zu betreuen haben, mit großer Freudigkeit bei ihrer Arbeit sind. Jedes Kind ist ihnen schon nach kurzer Zeit bekannt, nicht nur dem Namen, sondern auch dem Wesen nach. Freudig kommen die Kinder auf Der Dorfstraße Den Kinderhortnerinnen entgegengesprungen und grüßen dieTante", hängen sich an und marschie­ren mit ihr zum Kindergarten. Dort wird gespiel, dort werden Kisten, Kasten und Schranke mit Spiel­sachen ausgeräumt, überall werden Die Kinder zum gemeinsamen Spiel angehalten und wachsen hinein in die Gemeinschaft, in der sie sich ernst bewahren sollen lieber allen ist das wachsame Auge der Kin­dergärtnerin. Ihre erzieherische Tätigkeit wirkt sich segensreich aus, und die Eltern, die sich gerade auf dem Dorfe bei Der Fülle ihrer Arbeit wenig um Die KinDer kümmern können, finD Dankbar. Man wird noch mehr Kindergärtnerinnen brauchen manches Mädchen, das mütterliche Art in sich fühlt, finDet hier einen schönen Berus und gute Erfüllung.

Mehr und mehr geht die Nationalsozialistilche Volkswohlfahrt dazu über, in den Dörfern auch in unserer engeren Heimat N S V. - S ch w e st e r n einzusetzen, Die Der Wohlfahrtspflege Dienen sollen.

veranlassen. Hier gilt es, ein, krankes oder schwäch­liches Kind nach Anhörung des Arztes in ein Kin­derpflegeheim zu bringen, dort muß nach einer kinderreichen Familie gesehen werden, hier hilft Die Schwester beim Aufpäppeln eines Kindes, das x\x früh das Licht Der Welt erblickte unD nun Doppelte Sorgfalt unD Liebe herausforDert, und in wieder

einem anderen Haufe muß eine alte Frau betreut werden, Die keine Angehörigen mehr hat und nicht mehr sehr rüstig ist. Die NSV.-Schwester hat sich nach den hygienischen Verhältnissen im Dorfe um­zutun und wenn es not tut, Verbesserungen in die­ser Hinsicht anzuregen und durchzusetzen. Immer aber gilt ihre besondere Aufmerksamkeit der Ju­gend, und wenn die Zeit der Kinderlandoerschickung kommt, dann roirb es neben dem ärztlichen, auch mit von ihrem Urteil abhängen, welche Kinder zweckmäßig einmal eine Luftveränderung genießen und in eine andere Umgebung gebracht werden sol­len. Hin und wieder wird die Schwester in der Schule Umschau halten und den Lehrer in seinen Bemühungen um Hygiene unterstützen. Auch in der Mütterberatung wirkt sie neben dem Arzte oder Der Aerztin mit, behält werdenDe Mütter im Auge, und dient Damit Dem HilfswerkMutter und Kind".

Interessant ist Die Tatsache, Daß z. B. Die Ge- meinDe Wölfersheim eine neuzeitliche Höhen- sonnen-Einrichtung angeschafft hat, Die Der dort Dienst tuenden Schwester an Die Hand gegeben wurde und die von ihr (auf Grund langjähriger praktischer Erfahrung) der Gemeinde, insbesondere der Jugend, segensreich dienstbar gemacht roirb. Durch ihre vielseitige unb unoerbrossene Arbeits­freudigkeit haben sich die bisher in den genannten Orten tätigen NSV.-Schwestern das Vertrauen vieler Volksgenossen erworben, und ihre segensreiche Tätigkeit wird allenthalben geschätzt. Manche Familie weiß sich der NSV.-Schwester für kleine unb große Hilfe zu Dauernbem Dank verpflichtet. Die Schwestern wachsen hinein in bie Dorfgemein­schaft. In ben Gemeinben läßt man es deshalb auch nicht daran fehlen, der Schwester ein schönes unb würbiaes Zuhause zu verschaffen, aus bem sie immer wieder neue Kraft für ihre Arbeit mit hin­ausnimmt. Ist bie NSV.-Schwester als solche jetzt noch neu in ber sozialen Arbeit für die Dorfgemein­schaft, so wird sie doch bald durch die Zielstrebig­keit Der NSV. zu einer vertrauten Erscheinung in immer mehr GemeinDen unserer Heimat roerDen.

Grundsätzlich anders ift die Stellung Der Kran- kenschwefter im Dienste Der Kliniken unD Der Krankenhäuser. Hier steht das junge Mädchen oder Die reife Frau in einem Dienste Der Nächstenliebe, Der sich in seiner Form ausschließlich Durch Die Krankheit ergibt. Die Krankenpflege unD Die Kran­kenschwester haben ihre Traditionen. Die NSV. er­