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Zum 20. Todestage von Larl Peters.
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mußte man ihn nach seinem Körper mfang ei schätzen, hatte sich seinen Platz auf üem Rück«
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eines der Pferde ausgesucht, während die übrigen Glieder der Affenfamilie bis herab zu einem kleinen, nied-lichen Sprößling auf dem Dache des Wohn-, Orgel- und Affenwagens, also des „Einfamilienhauses" der ganzen zwei- und vierbeinigen Gesellschaft, die Fahrt durch Gießen machten. Daß diese ungewohnte Fuhre, die sich schon von weitem durch ihr schmalziges Orgelspiel bemerkbar machte, von einer großen Menge von Kindern aller Altersklassen begleitet war, versteht sich von selbst. Ihr besonderes Gaudi hatten die Buben und die Mädels natürlich mit der Affenfamilie, während die eifrige
dauer beträgt sechs Wochen, die Teilnehmerzahl etwa hundert.
Widerstandskraft und war bei nicht ganz einheitlicher Kursentwicklung überwiegend leicht erhöht. Seitens der Kundschaft erfolgten mäßige Anlage- käufe, während Abgaben in nennenswertem Um- ange auch weiterhin nicht vorlagen. Im allgemeinen bewegten sich am A k t i e n m a r k t die Schwankungen zwischen 0,50 bis 1 v. H. Von Bergwerkswerten lagen Rheinftahl etwas lebhafter mit 133,13 (132,13), Hoesch mit 105,50, Vereinigte Stahl mit 99,75 und Mannesmann mit 104,65 lagen bis 0,25 d. H. höher, während Buderus auf 108,25 (108,50) und Ilse Genuß auf 131 (131,50) abbröckelten. IG. Farben konnten sich mit 147,25 (147,75) nur knapp behaupten. Am Elektromarkt hielten sich die Abweichungen bei 0,25 bis 0,75 v. $)., weiter befestigt waren Siemens mit 187,25 bis 188 (186,65). Maschinen- und Motorenwerke stellten sich bis 1 v. H., Demag jedoch 2,25 v. H. höher. Etwas rückläufig waren Reichsbank mit 179 (179,75), Cement Heidelberg mit 141,75 (142,50), Holzmann gaben 1,90 v. H. auf 147 nach.
Am Rentenmarkt waren non den variablen Werten Reichsaltbesitz auf 130 (129,65) und Reichs
bahn-Vorzugsaktien auf 123,75 (123,50) befestigt, Kommunal-U'Mschuldung bröckelten auf 94,30 (94,40) ab. Industrie-Obligationen und einzelne Stadtanleihen wiesen Schwankungen um 0,25 bis 0,50 auf, während der Psandbriefmarkt bei sehr ruhigem Geschäft zumeist unveränderte Kurse brachte. Einzelne Serien der Kommunalen Landesbank Darmstadt bröckelten 0,25 v. H. ab.
Im Verlaufe kam das Geschäft fast völlig zum Stillstand, und die Mehrzahl der Kurse zeigte keine Veränderungen mehr. Die Haltung blieb im Grund- ton freundlich. Noch etwas höher lagen am Aktienmarkt Hoesch mit 106 nach 105,50, Mannesmann mit 105 nach 104,50, Rh ein stahl weiter fest mit 134,25 nach 133,13, ebenso Demag mit 143 nach 142,25, ferner gewannen IG. Farben 0,25 auf 147^)0, Schuckert 0,50 o. H. auf 166 und Rheinmetall 0,50 d. H. auf 124,25. Die später notierten Werte lagen uneinheitlich. Stärker abweichend Scheideanstalt mit 205 (207), AG. für Verkehr mit 116,50 (118). VDM. waren gesucht, Taxe 161 bis 162 (zuletzt notiert mit 155).
Der Freioerkehr lag ruhig. Man nannte Dingler mit 86 bis 87, Katz & Klumpp mit 88 bis 90 (89 bis 91), Elsass. Bad. Wolle 81 bis 83 (82 bis 83) und' Vereinigte Pinsel Nürnberg mit 63 Geld. Tagesgeld leicht erhöht auf 2,50 (2,25) v. H.
Abendbörse fest.
Mit Rücksicht auf den bevorstehenden Wochenschluß war die Unternehmungslust auch an der Abendbörse unbedeutend, zumal sich die Kundschaft auch weiterhin kaum beteiligte. Trotz der Geschäftsstille blieb die Grundtendenz fest. Die größtenteils nominellen Notierungen wiesen' keine einheitliche Richtung auf, zeigten aber weiterhin nur minimale Abweichungen und stellten vielfach Anpassungen an den Berliner Schluß dar. So z. B. Bemberg mit 126 (127) und Demag mit 142 (143). Von Montan- werten waren Verein. Stahl beachtet mit 99,65 bis 99,75 (99,40). IG.-Farben lagen bei sehr kleinem Umsatz 0,25 v. H. niedriger mit 147,25. Auch an den übrigen Märkten waren die Veränderungen ähnlich. U. a. notierten: Reichsbank 179,50 (179), Buderus 108,50 (108,25), Mannesmann 104,65 (105), Hoesch 105,50 (106), Rheinstahl 134 (134,25), Adlerwerke 104,50, BMW. 144,50, Daimler 130, Scheideanstalt 205, Lickst und Kraft 133, Gesfürel 127,50 (127,90), Lahmeyer 121,75 (121,50), Metallgesellschaft 125,25 (125), Rheinmetall 124,25, Westd. Kaufhof 93,25.
liche Lautsprecher. 19: Fortsetzung und Schluß des Parteikongresses. 21: Nachrichten. 21.10: Stuttgart spielt auf. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24: Großer Zapfenstreich der Wehrmacht. 0.45: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert II.
Dienstag, 13. September.
5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Eppelein von Gailingen. Spiel. 11.45: Warum Devisenbewirtschaftung? 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Kurzweil nach Tisch. 15: Kleines Konzert: Neue deutsche Hausmusik. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.15: Volk und Wirtschaft: Die geschulte Verkäuferin. 19.30: Steh' auf hohem Berge, schau ins Tal hinunter. 20: Nachrichten. 20.15: Kleine Abendmusik. 21.15: Kammermusik für Blasinstrumente. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24: Nachtmusik I. 2 bis 3: Nachtmusik II.
der an den öffentlichen Straßen, Plätzen Wegen stehenden Bäume veranlassen.
Nhein -Mainische Börse.
INittagsbörse gut behauptet.
Frankfurt a. M., 9. Sept. Die Bö^se gegenüber der anhaltenden Geschäftslosigkeit
-MESUM» j wox?
x vor allem dem offenbar ziemlich einträglichen schäft Les Geld sammelns gewidmet war.
Amtsgericht Gießen
dessen Bedeutung gestern bereits eingehend gewürdigt wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Weitere Jettverbilligung für Minderbemittelte.
Fwd. Die von der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung und zur Sicherung des Bezuges von Konsummargarine getroffenen Maßnahmen werden für die Monate Oktober, November und Dezember 1938 im bisherigen Umfange fortgeführt.
Oer Hering ist eines der gesündesten Nahrungsmittel.
ZdR. Wenn jetzt in der Heringssaison in den deutschen Städten und Dörfern Heringe in großen Mengen zu billigen Preisen angeboten werden, sollten die Hausfrauen daran denken, daß der Hering in den mannigfaltigen Arten der Zubereitung, in denen er auf dem Markt erscheint, nicht nur ein preiswertes, sondern auch ein gesundheitsförderndes Nah»
Hätten die Angeklagten H. F. und I. G. W. Gießen eine auch nur ähnlich gute Schuldnermoral, wie sie offensichtlich über einen gesunden Durst verfügen, dann hätten sie gestern nicht auf der Anklagebank gesessen. Da dem aber leider nicht so ist, haten sie sich gestern vor dem Einzelrichter wegen fortgesetzten Zechbetruges zu verantworten. Bei acht Gießener Gastwirten gingen sie in so auffällig sich gleichender Weise vor, daß man, mit dem Vertreter der Anklage, direkt von einem System der Zechprellerei sprechen kann. Sie verkehrten zuerst immer als zahlende Gäste in einem Lokal. Dann tranken sie auf Pump, zahlten manchmal etwas ab, pumpten wieder, und schließlich ließen sie sich nicht mehr blicken. Ihre Zechschulden sind je nach der Gutmütigkeit und Gedankenlosigkeit des einzelnen geprellten Wirtes verschieden hoch, manchmal nur einige Mark, bei einem anderen Gastwirt schulden der H. heute noch 118 RM. und der W. 151 RM. Liefen nun die geprellten Gastwirte ihrem Geld nach, oder schickten sie Unterhändler, dann wurden die beiden unfein und zitierten manchmal
<£ Saasen, 9. Sept. Die hiesige Kriegerkameradschaft veranstaltet an den kommenden Sonntagen auf ihrem^-Schießstand ihr diesjähriges P r e i s s ch i e ß e n. Mit seinen vier Schußbahnen dürfte der Schießstand allen Anforderungen genügen. Neben einigen Ehrenscheioen winken *" besten Schützen wertvolle Preise. — Hier fand Inspektion der Pflichtfeuerwehr durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt. Brandangriff auf eine Scheuer klappte gut. Eine neue Feuerwehrleiter wird astgeschafft.
Oie Jleischdiebskähle im Frankfurter Schlachthaus.
Die Verhandlung vertagt.
Lpd. Frankfurt a. M., 8. Sept. Im Laufe der Zeugenvernehmung am Donnerstag im Prozeß wegen der Fleischdieb st ähle im Frankfurter Schlachthaus richtete der Sachverständige eine Frage an einen Zeugen, die von dem Verteidiger des Hauptangeklagten als nicht in den Rahmen eines wissenschaftlichen Gutachtens fallend b e - anstandet wurde. Der Sachverständige erklärte, daß er als Vertreter der Schlachthofverwaltung ein Interesse an vollster Aufklärung aller Dinge habe. Der Verteidiger stellte den Antrag, den Sachverständigen wegen Besorgnis ber" Befangenheit abzulehnen. Diesem Antrag widersprach der Staatsanwalt.
Das Gericht hielt das Ablehnungsgesuch für begründet und beschloß das Verfahren gegen 15 Angeklagte, darunter den Hauptangeklagten, der in H a f t bleibt, abzutrennen und zu vertagen. Der Vorsitzende betonte, die Vertagung sei erforderlich, weil nach Auffassung des Gerichts der neu zu ladende Sachverständige tunlichst der ganzen Verhandlung beiwohnen solle. Es handele sich bei dem Gutachten nicht nur um rein wissenschaftliche Fragen, sondern der Sachverständige solle sich über den ganzen Komplex vom Standpunkt des Tierarztes, des Verwaltungsbeamten des Schlachthofs und über Erfahrungen auf dem Schlachthof äußern. Aus diesem Grunde seien auch die von dem Sachverständigen gestellten Fragen in der Verhandlung nicht beanstandet worden.
Die Verhandlung wurde dann fortgesetzt: sie richtete sich nunmehr nur noch gegen einen Angeklagten, nämlich den der Untreue beschuldigten Hilfswieger, der etwa 130 Schweine gebührenfrei gewogen hatte, wodurch ein Schaden von zwanzig Mark entstand. Sein Verteidiger beantragte, den Angeklagten zu amnestieren, was Zustimmung des Staatsanwalts fand. Das Gericht entsprach dem Antrag.
20 Jahren starb in Wohlstorf (Hannover) der große deutsche Kolonialpolitiker Carl Peters,
Aufmerksamkeit der Zigeuner und Zigeunerinnen ........ Ge-
Roßkastanien und Eicheln billige Futtermittel.
Fwd. Die in Deutschland allgemein verbreitete Kastanie stellt für unsere Ernährungs- und Volkswirtschaft einen wichtigen Rohstoff dar, der für die Eiweiß-, Fett- und Stärkegewinnung von großer Bedeutung ist. Neben dieser industriellen Auswertung können Roßkastanien und Eicheln aber auch als billige Futtermittel, namentlich für die Wildfütterung verwendet werden. Wie im vergangenen Jahr, sollen deshalb auch in diesem Herbst Roßkastanien und Eicheln für die industrielle Verwertung im Rahmen des Vierjahresplanes gesammelt werben. An der Sammlung werden sich vor allem das Jungvolk in der HI. unter Mitwirkung des Reichsnährstandes beteiligen. Die Bezirks-Gartenverwaltungen werden die Sammlung der Früchte
Schwindler gelungen, Beträge von 30 bis 68 Mark zu erlangen. In einigen Fällen prüfte er die In- validenkarte, errechnete Fehlbeträge und versuchte, diese einzuziehen. Gelingt es ihm nicht, die Beträge zu erhalten, so nimmt er die Quittungskarten mit, um auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden Der Betrüger wird wie folgt beschrieben: etwa 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß, schlank, längliches frisches Gesicht, rötliche hochstehende Haare, vorstehende Augen. Er sprach schwäbische oder chemische Mundart Bekleidet war er mit dunkelblauem Anzug und schwarzen Lackschuhen. Beim Auftreten des Mannes wird ersucht, seine Festnahme durch den nächsterreichbaren Polizei- oder Gendarmeriebeamten zu veranlassen
Brüder Odenweller erkennen das Urteil an.
Das von der Großen Strafkammer Gießen nach mehrtägiger Verhandlung gefällte Urteil im Wilderer-Prozeß wurde, wie wir heute von zuständiger Seite hörten, von den beiden Brüdern Oden- weller anerkannt. Die Mitverurteilten Lauer und Mathern haben sich noch nicht erklärt, ob sie das Urteil annehmen oder nicht. Der außerdem mitverurteilte Thyssen aus Frankfurt a. M. hat durch seinen Anwalt Revision gegen das Urteil einlegen lassen.
Gießener lvochenmorktpreiie
* G i e ß e n , 10. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische 11 bis 12t Wirsinq, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut ID bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 25 bis 30, Erbsen 20, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 45 bis 60, Kürbis 6 bis 10, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln, % k<r 4 bis 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 4 Mark, Aepfel, % kg 25 bis 45 Pf., Falläpfel 16 bis 20, Birnen 25 bis 50, Pfirsiche 45, Brombeeren 40 bis 55, Zwetfchen 40 bis 42, junge Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 2 bis 6, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 15 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf.
** Arbeitsplatz hoch über der Stadt. Gegenwärtig sind Arbeiter damit beschäftigt, den Schornstein des Brauhauses Gießen auszubessern. Hoch oben an der Krone des Schornsteines haben sie sich eine Galerie geschaffen, von der aus sie ihre Arbeit verrichten. Gleichzeittg mit der Ueberholung des Mauerwerks wird auch der Blitzableiter einer gründlichen Revision unterzogen. Wohl jedermann, der vorübergeht, widmet den Arbeitern, die in dieser Höhe nicht ohne Gefahr ihrer Pflicht nachgehen, einige Gedanken.
** Holz ab fahren! Die Stadtverwaltung macht darauf aufmerksam, daß das in den städtischen Waldungen noch lagernde Nutz- und Brennholz aus dem Wirtschaftsjahr 1938 bis spätestens 20. September abzufahren ist.
** Filmvorführung Deutsche Stra - ß en-meister schäft. Am morgigen Sonntagabend veranstaltet die Gießener Radfahrer-Vereinigung eine Filmvorführung, die den Bildstreifen von den Deutschen Straßenmeisterschaften im Einer- Streckenfahren 'der Amateure (vom 7. August in Gießen) zeigen wird.
** Ungewöhnlichen Besuch, den man seit Jahren in der Stadt nicht mehr zu sehen gewohnt war, gab es a-m gestrigen Freitag gegen 19 Uhr in der Schulstraße und in einigen angrenzenden Straßenteilen. Mit mehr lautem, als schönem Orgelspiel und mit eifrigem Schlagen von Tamburins tauchte nämlich eine Zigeunergefellschaft auf, die als besondere „Attraktion" auf ihrem von zwei abgehärmten Pferden gezogenen Wagen eine Affenfamilie Mitführte. Der Affen-Großväter, so
rungsmittel ist. Auf keinen Fall darf die Hausfrau, die für die Ernährung und Gesundheit ihrer Familie verantwortlich ist, in dem Hering etwas deshalb Minderwertiges sehen, weil er in großen Mengen auf den Markt kommt. Bei den Nahrungsmitteln' spielt die Seltenheit durchaus keine ausschlaggebende Rolle.
Der grüne Hering liefert, gleich in welcher Zubereitung er auf dem Tisch erscheint, ein vollwertiges Eiweiß. Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Hering als Fettquelle. Und der vollsette Bückling, der geräucherte grüne Hering, kann ohne jeden Aufstrich zum Brot gegessen werden. Der Hering ist aber auch in bedeutendem Maße Träger von Vitaminen. Besonders an den wichtigen Vitaminen A und D sind Milch und Roggen der Heringe sehr reich. Weiteste Volkskreise können so im Winter unb im Vorfrühling durch den Genuß von Heringen ihren Körper mit den zur Gesunderhaltung unbedingt notwendigen Vitaminen versorgen.
Erleichtert wird ihnen diese gesunde Lebensweise durch die Preiswürdigkeit des Herings. Einen bedeutenden Aufbaustoff für die menschliche Knochen-, Nerven- und Gehirnsubstanz liefert der Hering durch die in ihm enthaltenen Mineralstoffe. Kalk, Phosphor und Eisen, das muß jede Hausfrau wissen, enthält dieser Fisch in besonderem Maße. Durch einen hohen Jodgehalt, der im übrigen allen See- ischen eigen ist, hilft der Hering den vor°allem in ländlichen Gegenden durch einseitige Ernährung häufig auftretenden Jodmangel im menschlichen Körper beheben. Jodmangel kann bekanntlich zu Kropfbildung führen. Da ist der Hering sozusagen ein billiges Vorbeugungsmittel gegen allerlei dem menschlichen Körper durch einseitige Ernährung drohende Schäden. Und nicht vergessen, die im Hering reichlich vorhandenen Mineralien tragen nicht unwesentlich zur Blutbildung bei.
Der Hering ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein gesundheitsförderndes Nahrungsmittel. Der glückliche Umstand, daß die Natur uns den Hering in verschwenderischer Fülle beschert, darf auf keinen Fall dahin mißdeutet werden, daß man wegen feines häufigen Auftretens seine, ernährungsphysiologische und ernährungswirtschaftliche Bedeutung gering achtet. Wäre der Hering ein seltener Fisch, so würden gewiß Tausende nach ihm rufen, die ihn sonst wegen seines häufigen Vorhandenseins, trotz feiner vielen gesundheitlichen Vorzüge, kaum beachten.
Zeitschriften.
— „Aus der Natur" („Der Natur- o r s ch e r "). Vierteljährlich RM. 2,50, Einzelhest RM. 1,00. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Im September-Heft teilt Dr. med. Eugen Schreck bas Ergebnis feiner Forschungen über die Frage „Epilepsie und Vererbung" mit. Dr. habil. Fischet veröffentlicht aus der Forschungsstelle für Tierpsychologie einen aufschlußreichen Aussatz über das Gesicht des Fuchses. Der Direktor des Frankfurter Zoos, Dr. Georg Steinbacher, behandelt in Wort und Bild ein wenig bekanntes nordisches Raubwild, den Vielfraß. Die Frage „Wie sah der Ur (Auerochs) aus?" wird von Geheimrat Professor \ Dr. Dettweiler untersucht. Dr. habil. Steiniger hat auf dem Gellen (Hiddensee) bemerkenswerte Beobachtungen über den Vogelzug gemacht unb zeigt, welche Möglichkeiten bestehen, gerade an diesem Punkt ber deutschen Ostsee küste im Früh fahr wie im Herbst den Vogelzug und dabei die seltensten Durchzügler zu beobachten. Dr. Felix Sauer weist — an Hand von eindrucksvollen Aufnahmen — nach, welcher Wert in dem Schilf, bas die deutschen Seen in einem breiten Gürtel umzieht, für die Quelle der deutschen Rohstoffe enthalten ist. In die Frage der Rohstoffversorgung führt auch der Bericht von Professor Dr. Tertsch über die Erzlager ber Ostmark, der gleichzeitig die geologische Entstehungsgeschichte der österreichischen nutzbaren Lagerstätten vor Augen führt. Kleine Beiträge, bie Bücherschau unb die Preisfrage beschließen das Septemberhest.
aus dem Götz von Berlichingen.
Gestern bestritten die beiden Angeklagten, die keine Neulinge vor Gericht sind, jegliche Betrugsabsicht, sie bestritten die Höhe der Schuld, behaupteten, sie hätten keine Rechnung bekommen, ein Wirt hätte zu kleine Gläser, ja sie warfen den Wirten vor, sie hätten ihnen nicht so viel kreditieren sollen. Die Wirte sagten aus, sie hätten den Angeklagten nie etwas geborgt, wenn sie gewußt hätten, daß diese nicht zahlen würden und noch anderweitig Schulden hätten.
Das Gericht hielt die beiden Angeklagten des fortgesetzten Zechbetrugs für schuldig unb verurteilte sie zu je sechs Wochen Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte eine Gefängnisstrafe von je zwei Monaten beantragt. .
Sonntag, 11. September.
O .Hafenkonzert. 8: Der große Appell im Luitpoldham. 9.30: Kleine Morgenmusik. 10.30: °I9«an9' Pl ®ie ^ön ist so ein Feiertag! 11.30: Groß-Konzert des Rundfunks mit Berichten vom Vorbeimarsch auf dem Adolf-Hitler-Platz. 16: Nach- mittagskonzert. In der Paust: Sportereignisse des sonntags. 18: Hinein! Ja, die Welt ist wunderschön! Cm fröhliches Schallgeplattel und immer dazwischen Hans Georg Schütz mit seinen luftigen Dorfrnusi- Eanten. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.10: Abendkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltungsmusik. 24: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert II.
Montag, 12. September.
5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.50: Der Krach mit dem Hauswirt. 10: Schulfunk: Der Bauer und sein getreuer Herr. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14:Großkonzert des Rundfunks mit Berichten von den Vorführungen der Wehrmacht. 17: Fidelitas ist Trumpf! 18: Der fröh-
Zagdschloß Romrod wird Staatsbesitz.
LPD. D a r m ft a Ö t, 9. Sept. Das Jagdschloß Romrod in Oberhessen, dessen älteste Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen und das als eines ber schönsten Schlösser des Hessenlandes gilt, wird in diesem Jahre in die Hände des Staa- t e s übergehen. Besitzer des Schlosses war die groß- herzoglich-hessische Familie, d. h. der letzte hessische Großherzog, Ernst Ludwig. Der Fürsten-Abfin- dungsoertrag, der besagt, daß bas Schloß eine bestimmte Zeit nach dem Tode des Großherzogs an ben Staat zurückfällt, liegt der jetzigen Verstaatlichung zugrunde. Welchen Zwecken. das Schloß künftig dienen wird, steht noch nicht endgültig fest, jedoch ist sicher, daß die sehr reichhaltigen Sammlungen, bie seither, wie die meisten Jnnenräume des Schlosses, der Besichtigung durch jedermann gegen eine mäßige Eintrittsgebühr .zugänglich waren, künftig aus dem Schloß entfernt und anderweitig, meist in Darmstadt, einen neuen Platz erhalten werden. Mt der Räumung des Jagdschloffesl wird schon in der nächsten Woche begonnen werben. Tragischer Tod durch Alkoholmißbrauch
* Homberg (O b e r h e s s e n), 9. Sept. Gegen Mitternacht in der Nacht zum Donnerstag fand man hier auf der Straße, vor einer Gastwirtschaft sitzend, einen Mann in sinnlos betrunkenem Zustande vor. Der durch seine Trunkenheit hilflos gewordene Mann wurde nach ber benachbarten Herberge gebracht, wo er am andern Morgen an den Folgen des Alkoholmißbrauchs verstorben ist. Es handelt sich um einen 35 Jahre alten Mann aus Friedberg, der vorübergehend hier beschäftigt war und am Abend vorher eine sog, „Bierreise" unternommen hatte, bei der er in mehreren Gastwirtschaften neben reichlichen Bierquantitäten noch eine erhebliche Anzahl Schnäpse zu sich nahm, Seiber war er dabei so unmäßig, daß er seine Unbesonnenheit mit dem Leben' bezahlen mußte. Die polizeilichen Ermittlungen wurden alsbald vorgenommen. Im Laufe dieser Nachprüfung des Vorfalls wirb wohl auch die Frage erörtert werden, ob und welche Gastwirte sich eines Verstoßes gegen gesetzliche Vorschriften schuldig gemacht haben, da bekanntlich nach den Bestimmungen des Gaststättengesetzes bie Abgabe von alkoholischen Getränken an offensichtlich betrunkene Personen verboten ist.
Landkreis Gießen
# Mainzlar, 9. Sept. Zur Zeit führt bie NS. -Frauenschaft unserer Ortsgruppe in Mainzlar, Daubringen und Staufenberg an je zwei Abenden der Woche einen Kursus für Gesundheits-
Denn enden Sie auch^umfinmachen
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