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188. Zahrgang
Montag, IV.Zanuar 1938
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Unfer Witte zur gesamtdeutschen Gemeinschaft.
Don Fritz Behaghel, stellverir. Bundesleiter des ÄOA. ,
.^egt ein großes Jahr in der deutschen Geschichte hinter uns. Ein Jahr großer Entscheidun- gen und herrlicher Arbeitserfolge im Reich — ein ■Jatjr, das aber auch für unsere Volks- ge «offen in den Grenzgebieten und Le..n I ts der Reichsgrenzen voll schwerer Rampse und bedeutsamer Sietze gewesen ist. Das Auhendeutschtum vor allem hat im Volkstumsjahr ra nfurc Bewährungsprobe in seiner harten Geschichte bestanden. Manche äußere Formen, manche organisatorische Bindung und mancher materielle Besch sind in diesem Kampfe zerbrochen worden. Aber immer wieder — wohin wir auch blickten konnten wir erleben, daß harte Ver- antwortungspflicht und froher Opfersinn im deut- 15?fenrr , n'^en wuchsen und diese letzte innere Entschlossenheit unsere Volksdeutschen die Zeit der Erprobung b e st e h e n ließ. Alle Ereignisse — mögen sie für unsere deutschen Volksgruppen draußen Freude ober, Leid gebracht haben — bewiesen nuch im abgelaüfenen Jahr des Kampfes um das Recht des deutschen Volkstums die Kraft dieses Volkstums, das durch äußere Bedrohung und Fglfchungsverfuche niemals beiert werden kann. So konnten wir mit dem gleichen Stolz, mit dem unsere Volksgenossen jenseits der Grenzen die weitere Festigung des Reiches und seinen volksgebundenen Aufbau miterlebten, auf sie, auf ihre Kämpfe und Siege blicken. Ihre Taten, Zeugnisse unseres völkischen Willens zu» gesamtdeutschen Gemeinschaft, sind uns darum auch eine freudige Hoffnung für das kommende Jahr völkischem Kampfes.
Wie die Gesamtpolitik des nationalsozialistischen Deutschen Reiches eine Friedenspolitik ist, die Adolf Hitler auch im abgelaufenen Jahr immer wieder so eindrucksvoll aufzeigte, so ist auch der vorn Volkstumsgedanken bestimmte, Gestaltungswillen ein Weg des Friedens, eine Daseinsbehauptung in gegenseitiger Achtung. Die Worte unseres Reichsministers Rust: „Es werde Frieden nicht nur zwischen den Staaten, sondern auch zwischen den Völkern!" sind unvergessen — denn mit ihnen hat er für immer die Feststellung ausgesprochen, daß es niemals unsere Absicht ist, Grenzen zu verschieben, sondern nur unsere Art und unser Wesen zu behaupten. In der gegenseitigen Anerkennung und Achtung der Völker liegt ein netter Weg der Verständigung zwischen ihnen.
Der .Führer des Deutschen Reiches und Volkes schöpft' seinen außenpolitischeü Gestaltungswillen nicht nur aus den Tiefen unseres völkischen Seins, sondern aus dem Urgrund aller Völkerbeziehungen überhaupt. Im Trümmerfeld der Nachkriegszeit wurden durch Adolf Hitlers Arbeit fast verschüttete Kräfte sichtbar: die Ehre eines Volkes, gleich lebensnotwendig und unantastbar wie die Ehre eines einzelnen, die Forderung des Rechts und der Gleichberechtigung, nicht nur für das eigene Volk, sondern als allgemeingültige Voraussetzung aller völkischen und staatlichen Lebensvorgänge und die Heiligkeit der volksgegebenen Wesensform^die durch äußere Gewaltmaßnahmen nicht zerstört werden kann. Was im vergangenen Jahr für die Freiheit, Stärke und Ehre des Reiches, für die Klärung der staatlichen und völkischen Beziehungen geschah, das hat das ganze deutsche Volk in der Welt — weit über die Reichsgrenzen hinaus — als eigensten Gewinn erlebt. Auch unser Deutschtum im Auslande — unsere Ausländsdeutschen wie unsere Volksdeutschen gleichermaßen — wissen sehr wohl, daß nur ein starkes, in^Würde und Gleichberechtigung geachtetes Deutsches Reich auch ihnen rings in der Welt Ehre und Rückhalt sein kann. Sie wissen ferner, daß eine Klarstellung und Befriedigung der politischen Fragen zwischen dem Reich und den Nachbarstaaten ihnen in ihrer Kul- turoerbundenheit mit dem Gefamtvolk nur dienlich fein kann. Je vertrauensvoller und eindeutiger die zwischenstaatlichen Beziehungen sind, um so unanfechtbarer ist die Möglichkeit innerer, wesensmäßiger Bindung im weiten und vielgestaltigen Raume kultureller Lebensbeziehungen.
So ruft uns das große außenpolitische Friedenswerk des Führers zu unserer Pflicht, auch unsererseits als Volksgenossen an einer entspannenden Gleichberechtigung zwischen den Völkern mitzu- arbeiten. Die vom Führer so oft gebrachten Hinweise, daß das Volkstum unabhängig von den Staatsgrenzen ein bleibender Wert und daher für alle Volksgenossen eine bleibende Verpflichtung ist, beseelt uns auch an dieser Jahreswende wieder von neuem. Wenn auch die Erkenntnis der Grundtatsache der Stabilität des Volkstums den staatsführenden Kreisen anderer Völker vielfach noch wenig aufgegangen ist, so können auch alle Versuche, die deutsche Haltung in diesem Bereich Kampf a u f das Recht des eigenen Volkstums und der kulturellen Lebensverbindung über Staatsgrenzenhinweg — zu verdächtigen, unser Bestreben, die von der deutschen Neichspolitik für das gesamte Deutschtum im Ausland angestrebte Klärung, nicht beirren. Auch hier waren die Erklärungen der verantwortlichen Männer des Deutschen Reiches und Volkes im nun hinter uns liegenden Jahr klar und eindeutig: der Nationalsozialismus geht vom -u o l r s- t u m, von Blut und Rasse, als der Grundlage des gesamtdeutschen Lebens aus'und steht grundsätzlich den Staat, feine Form und seine Organe nur als Mittel zum Zweck der Gestaltung des Dolkskörpers an. Es bedarf hierbei nicht noch
Englands Flottenbauprogramm für 1938.
Fünf Schlachtschiffe, acht Kreuzer und 16 Zerstörer. — Die 35000-Tonnen-Grenze sott vorerst nicht überschritten werden.
London, 10. Ian. (DRV. Funkspruch;) Der Marine-Korrespondent des „Daily Telegraph" unterstreicht, daß das britische Aufrüstungs- Programm für die Seestreitkräfte für das Jahr 1938 umfangreicher als das des vergangenen Jahres fein werde, in dessen Verlauf Kriegsschiffe in einer Gesamttonnage von 226 000 Tonnen gebaut worden seien. Das diesjährige Bauprogramm werde unter dem Gesichtspunkt aufgestellt: „das Gleichgewicht sowohl in europäischen, wie in fernöstlichen Gewässern aufrecht- zuerhalten".
Der Bau folgender Kriegsschiffe wird nach dem Bericht des Marine-Korrespondenten im neuen Baugramm vorgesehen: fünf Schlachtschiffe, vier oder fünf 8000-Tonnen-Kreuzer der Lityklasse, drei 5300-Tonnen-Kreuzer der Dido-Klasse, 16 Zerstörer, von denen möglicherweise die Hälfte als schwere Zerstörer (1850 Tonnen) der Tribal-Klasse verbaut würden, sowie eine entsprechende Anzahl Unterseeboote und Flottillen-Vegleitschiffe. Im Bau von Schlachtschiffen werhe man sich aber noch so lange an die 35 OOO-Tonnengrenze des Londoner Vertrages halten, wie nicht ganz eindeutig feststeht, daß fremde Schlachtschiffbau- ten diese Tonnagegrenze erheblich überschreiten würden. Marinekreise stellen mit Befriedigung fest, daß I ba t i e n , obwohl es den Londoner Vertrag nicht unterzeichnet habe, sich in seinen neuen Schlachtschiffbauten an die 35 OOO-Tonnengrenze hält.
AlMMstungsaustlägeMskgus
Auch in England,
da amerikanische Werften überlastet.
Neuyork, 10. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie aus einem Bericht der „Newyork Times" hervor- geht, beabsichtigen die Sowjetrussen in den USA. und in England Maschinen un6 Schiffs- leite z um Bau von Schlachtschiffen zu erwerben. In. Sheffield in England fei bereits eine derartige' Maschine bestellt worden. Die neuerdings verstärkten Flottenrüstungen der Vereinigten Staaten haben dazu geführt, daß die Lieferzeiten für den von den Sowjets feit langem erstrebten Bau von sowjetrussischeB Schlachtschiffen auf amerikanischen Werfipn sich sehr hinaus- ziehen wsirden, womit diese Sowjetpläne etwas in den Hintergrund geraten wären. Das Blatt legt dar, daß die Rüstungsindustrie der USA. jetzt m i t amerikanischen Aufträgen geradezu üb er häuft sei. Aus diesem Grunde sei auch der Plan der Sowjetrussen, die his vor kurzem nicht vollarbeitende Neuyorker Shipbuilding Aards mit der Hauptwerft in Camden in Neujersey auf- z u k a u f e n , gescheitert.
Die „Newyork Times" berichtet interessante Einzelheiten über die Tätigkeit einer „technischen Korn misston", die sich aus sowjetrussischen Marineoffizieren und Ingenieuren zusammensetze und in den letzten Monaten intensiv amerikanische Herstellungsmethoden studiert habe. Diese Kommission habe von den amerikanischen Behörden die Erlaubnis erhalten, mehrere Fabriken zu besichtigen und gewisse Maschinen zu
studieren. Die Sowjetkommission habe sich die Dienste eines pensionierten Offiziers der amerikanischen Kriegsmarine gesichert und habe erst kürzlich ein altes Schlachtschiff inspiziert. Der zweite Marineattache der sowjetrussischen Botschaft in Washington habe den neuen 10 000-Tonnen- Kreuzer „Philadelphia" auf der Werft besichtigen können.
Was sagen Paris und London zum Flottenbauprogramm Italiens?
P a r l s , 8. Jan. (DNB.) Die angekündigte Verstärkung der italienischenKriegs- Hotte bildet das außenpolitische Gesprächsthema der Pariser Zeitungen. Der römische Berichterstatter des „Jour" unterstreicht, daß man in Italien das neue Bauprogramm als eine Notwendigkeit hinstelle, die Italien durch die Schaffung des Imperiums auferlegt fei. Italien müsse um jeden Preis d i e Sicherheit seiner Verbindungs- w e'g e mit 21 f ri f a schützen. Man glaube in Rom nicht, daß das Flottenbauprogramm die italienischenglische Spannung verschärfen könne, aber man wolle die Mächte veranlassen, mit Italien a u f vollkommen gleichberechtigter Linie zu verhandeln. Sollte eine Einigung unmöglich sein, würde Italien die Mittel zur Verteidigung seiner Interessen besitzen.
„Petit Journal" stellt fest, daß Italien bei seiner Flottenaufrüstung gegen keinerlei internationale Abmachung verstoße. Man müsse anerkennen, daß die Regierung Mussolinis, indem sie dem italienischen Volk die mächtig st e Flotte des *M i11elmeeres gebe, im Sinne der wirklichen Interessen Italiens handele. Italien sei die größte Nation, die einzig und vor allem Mittelmeermacht sei. Diese Lage schaffe Verpflichtungen, die die Schaffung des Imperiums noch beträchtlich erhöht habe.' Der Suezkanal fei beute nicht mehr allein Weltreichsstraße Englanos und Frankreichs, sondern auch Italiens. Im Kriegsfälle und bei Sperrung des Suezkanals würde das koloniale Weltreich unwiderruflich v^n feinem italienischen Mutterlande abgeschnitten sein. Man verstehe daher, daß die italienische Regierung entschlossen sei, im Mittelmeer dauernd eine ausreichende Kriegsflotte zu unterhalten, um die freie Verbindung mit Aethiopien. Griträa, Somali und die Fühlung mit Libyen zu gewährleisten. Niemand könne an diesen Vorsichtsmaßnahmen irgend etwas aussetzen. Trotzdem findet das Blatt, daß nun das Gleichge - wicht der Kräfte im Mittelmeer gebrochen zu werden drohe. „Figaro" meint, Frankreich werde ebenfalls zu einer Beschleunigung feines Flottenbauprogramms, aber auch zu einer Kiellegung neuer Einheiten veranlaßt werden, die ausreichend
fein müßten, um Frankreich eine unbestreitbare Überlegenheit zu geben.
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Zu dem italienischen Flottenbauprogramm bemerkt der Marinekorrespondent der „Time s", daß Italien zwar den Londoner Flottenvertrag von 1936 nicht unterzeichnet habe, aber dje durch dielen Vertrag vorgeschriel^enen Grenzen nicht über- sch r eitlen würde. Die „Vittorio Veneto" und die „Littorio",35 OOO-Tonnen-Schiffe, wie die beiden geplanten Neubauten, seien 1934 vom Stapel gelaufen, aber noch nicht in Dienst gestellt. Die vier in Dienst stehenden italienischen Schlachtschiffe seien 1910 und 1912 eingestellt worden und würden dann überaltert sein, wenn die jetzt angekündigten neuen Schlachtschiffe fertig . seien. Das hervorstechendste Merkmal des> italienischen Programms sei die weitere Vermehr ung der U-Bootsflotte. Italien habe in den letzten Jahren die aus kleineren Einheiten bestehenden Verbände über unb unter Wasser erheblich verstärkt. Man habe eingesehen, daß sogar in dem verhältnismäßig begrenzten Raum des Mittelmeers kleine Schiffe von schweren .Schiffen nicht ganz ersetzt werden könnten und daß diese nötig seien, um Schlachtschiffe zu unterstützen, wenn diese sich behaupten wollten. „Daily Telegraph" erklärt, britische Marinekreise> billigten den italienischen Anstrengungen zwei Gründe zu, erstens die Verbesserung der strategischen Lage, die sich aus der Eroberung Abessiniens ergeben' habe, zweitens den Wunsch, Italiens Wert als Verbündeter zu erhöhen. Das italienische Ziel sei eine Schlachtschiff-Flotte von acht, Schiffen. Großbritannien baue ebenfalls Schlachtschiffe zu 35 000 Tonnen. Wahrscheinlich werde England in diesem Jahr noch mehrere auf Kiel legen, möglicherweise mit schwerer Bestückung. Weiter habe England 15 ältere große Schiffe, von denen die meisten modernisiert seien. Bis vor kurzem habe es geheißen, daß die englische Regierung auf eine Gesamtstärke oon 25 Schlachtschiffen abziele, aber es könne fein, daß diese Zahl vergrößert werde. Die Reaktion Frankreichs auf die letzte italienische Aktion hin werde in London mit Interesse erwartet.^
Dr. Wilhelm Filchner auf -er Heimreise.
Die nächsten Pläne des Forschers. — Errichtung eines Laboratoriums mit Hilfe des Nationalpreises.
unseres besonderen Hinweises, daß die Formen einer solchen völkischen Kulturverbinduntz sich fast bei allen betroffenen Nationen gleichmäßig heraus- gebildet haben. An zahlreichen Beispielen fr e mb er Staaten und Völker kann der Anspruch auf das Lebensrecht nationaler Kulturocrbundenheit erhärtet werden. Es bedarf keiner Betonung, daß wir Deutsche dieses Recht — das u. a. auch Polen, Litauer, Letten, Esten, Finnländer, »Jugoslawen, Niederländer, Dänen, Schweden, Spanier, Italiener und Franzosen hervorheben — uns auf keinen Fall verdächtigen oder gar nehmen lassen. Wir Deutschen, die wir in der Gemeinschaft des Blutes und der Art unsere höchste irdische Aufgabe sehen, sind uns unserer Gleichberechtigung mit a n - deren Völkern auch auf diesem Gebiete durchaus bewußt. Wir erleben gerade in der Gegenwart in Dankbarkeit und tiefstem Glauben die politischen Taten des Führers, der in höchster Verantwortung den heroischen Versuch macht, an die Stelle überalterter und lebensfremder Formen die uralten und ewigen Gesetze organischer Lebensgestaltung zu setzen. Wie in allem, was Adolf Hitler sich zur Aufgabe macht, so gibt uns auch hier seine grundlegende und umfassende Planung die Gewißheit, daß in nicht allzu ferner Zeit auch die friedens- gestaltende gesamtdeutsche Kulturver- bundenheit verwirklicht wird.
Wenn wir in dieser Erkenntnis auf der-Brücke zwischen dem Kernstaat und dem deutschen Außenvolkstum so einer Gesinnung dienen — wie sie uns Adolf Hitler in Wort und Wirken darstellt —, so tun wir es in höchster Verantwortung fürunsere Art, unsere Ehre und unsere Kulturgüter. Im Bewußtsein dieser Liebe zu unserem Volk und der Achtung vor fremdem Volkstum danken wir allen denen, die im vergangenen Jahr in Mitarbeit und Opfer draußen und drinnen für die Verwirklichung unserer Forderung nach einer Gemeinschaft aller Deutschen kämpften. In diesem Bewußtsein gingen wir mit Mut und Kraft in das neue Jahre, bereit — in zuversichtlicher Treue und in starkem Glauben an Volk und Führer — den Weg einer friedlichen Neuordnung der Völker zu schreiten.
Der deutsche^ Forscher und Nationalpreisträger von 1937 Dr. Filchner ist in Begleitung seiner Tochter am (Sonntag an Bord des italienischen Ozeandampfers" „Victoria" in Neapel eingetroffen und um 19 Uhr mit demselben Schiff nach Genua weitergefahren. Dr. Filchner, dem man in keiner Weise die schweren Strapazen seiner Forschungsreise und vor allem seiner Gefangenschaft in Chokan mehr ansah, wird von Genua aus sofort in die Heimat zurückkehren. Er gab seiner lebhaften Freude Ausdruck, recht bald, wenn auch nur für kurze Zeil, wieder im neuen Deutschland weilen zu können.
Nach seiner Ankunft in Neapel gab Dr. Filchner einem Vertreter des „Völkischen Beobachters" einen eingehenden Bericht über seine Forschungsergebnisse und Pläne. Er schilderte u. a., daß es ihm nach hartem Kampf gelungen sei, die schwer zugänglichen Gebiete Zentralasiens in magnetischer Hinsicht zu erforschen und sie auf Bodenschätze zu untersuchen. In etwa ein bis zwei Jahren dürften die gesamten erdmagnetischen Werte vorliegen.
Im Anschluß daran wolle er einen plan, der von Geh. Rat Professor Dr. Schmidt, dem hervorragenden Lehrer auf dem Gebiete der erdmagnetischen Forschungen, schon vor 25 Jahren entworfen worden sei, der Verwirklichung entgegenführen: die Gründung eines Laboratoriums, das sich ausschließlich mit geophysikalischen, insbesondere erdmagnetischen Untersuchungen befaßt. Der ihm vom Führer verliehene Rationalpreis solle hierbei Verwendung finden.
Die in diesem Laboratorium gewonnenen Ergebnisse sollen insbesondere deutschen
Interessen nutzbar gemacht werden. Filchner denkt dabei besonders an die von unserem weitblickenden Führer angeordneten, durch die Knappheit von Rohmaterial bedingten, außerordentlich wichtigen und segensreichen Untersuchungen unseres Bodens in} Hinblick auf das Vorkommen von Bodenschätzen.
Er empfinde darüber besondere Freude, denn in feinem ganzen Leben habe er immer nur versucht, feinem Vaterlande zu dienen. Durch die Schaffung der geplanten Versuchsanstalt habe er unserm aufstrebenden Lande einen weiteren bescheidenen Dienst zu erweisen. Nie wäre er mit seinen geringen Mitteln in der Lage gewesen, dem Plan zur Durchführung zu verhelfen, hatte ihm nicht der Führer den Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft zu- ertannt. Da er selbst weder Ambitionen habe noch Wert auf Geld und Gut lege, fei es eigentlich selbstverständlich auch im Sinne des Führers, wenn der ihm zugedachte Preis Verwendung findet nicht zum Nutzen eines ejnzelnen Deutschen, sondern zum Wohle unserer deutschen Volksgemeinschaft.
Rach Ausführungen über den wissenschaftlichen Teil seiner Expedition machte Filchner noch interessante Mitteilungen über die wichtigsten Ereignisse seiner Reise. Im Tschau wäre er um ein haar ums Leben gekommen. Ein Pulvermagazin explodierte, wodurch 2020 Menschen den Tod sanden: die ganze Stadt wurde vernichtet. Filchner wohnte in der deutschen Mission, die sich ganz in der Rähe des Magazins befand. Damals telegraphierte er an den Führer um Hilfe, und der Führer war, wie Filchner betonte, einer der ersten, der
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