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Nr. 288 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Sreitag, 9. Dezember 1958

Neue Uniform

für die mittlere HL.-Führerschast.

NSG. Jahrelang leisten in den Einheiten der Hit­ler-Jugend und des Jungvolks Kameraden Dienst als HI.-Führer. Sie nehmen damit ein gewaltiges Maß von Verantwortung auf sich. Als Mittler zwi­schen Elternschaft und Hitler-Jugend, zwischen dem Junggenossen und dem Bannführer stehen die Ge­folgschaftsführer, Fähnleinführer, Stumm- und Jungstammführer, ebenso die verantwortlichen Mit­arbeiter der Bannführer und Jungbannführer mit auf den wichtigsten Plätzen innerhalb der gewaltigen deutschen Jugendbewegung. Der Reichsjugendführer hat deshalb verfügt, daß zur besonderen Kennzeich­nung und Anerkennung der mittleren HJ.-Fiihrer- schaft ein Dienstanzug für die vorgenannten Führer geschaffen wird. Außer dem Recht zum Tragen des HJ.-Dienstrockes für die vorgenannten HJ.-Führer erhalten diese u. a. besondere Schulterklappen und Dienstmützen, ebenso ist eine Kennzeichnung der mitt­leren Jungvolkführerschaft angeordnet.

Diese Neuerung hat nichts gemein mit der Schaf­fung trennender Unterschiede oder einer Angeberei. Höchster Grundsatz für die Jugend des Führers bleibt

Treue und Kameradschaft. Es soll aber auch jedem, der seine ganze freie Zeit in den Dienst der Bewe­gung stellt, die Möglichkeit gegeben sein, für seine Leistung eine Anerkennung zu erhalten. Es ist darum den Gebietsführern der Hitler-Jugend das Recht ge­geben worden, an die Angehörigen der mittleren HI.- und DJ.-Führerschaft das Recht zum Tragen dieses neugeschaffenen Führerdienstanzuges zu ver­leihen.

Die Reichszeugmeisterei ist bereits damit beschäf­tigt, die Auslieferung der Uniform für die mittlei'e HJ.-Führerschaft vorzubereiten. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß der Führer des Gebietes 13 Hessen- Nassau in einem besonderen Gebietsbefehl den An­gehörigen der. mittleren HJ.-Führerschaft die Ge­nehmigung zum Tragen der Uniform noch erteilen wird.

Aai.-Soz. Krieasopferversorgung.

Kameradschaft Gießen.

Sonntag, 11. Dezember, 20 Uhr, im Cafe ßeib.' Kameradschaftsabend. (Bunter Abend mit Tanz.)

Aus Der Stadt Gießen.

Der Wunschzettel.

Männer machen Geschichte.

Versammlungsaktion im Kreise Wetterau am 10. und 11. Dezember 1938.

Also", hat der Vater abends verkündet,ich wünsche jetzt, daß die Wunschzettel geschrieben wer­den. Es wird höchste Zeit. Uebermorgen müssen sie fertig sein." Nach diesen Worten schaut er wieder in die Zeitung, aber der achtjährige Willi faßt ihn sacht am Rock:Vati, muß ich mit Tinte schrei­ben oder geht es auch mit Bleistift?" Vor Tinte hat Willi immer noch ein geheimes Gruseln, die schmiert so,.und außerdem gibt es Kleckse. Doch der Vati entscheidet, daß mit Tinte geschrieben werden muß, damit es ordentlich aussieht, worüber sich die neunjährige Lene freut, denn sie hat keine Bange vor der Tinte. Plötzlich kommt ihr indessen ein Ge­danke:Muß Mutti auch einen Wunschzettel schrei­ben?" Vati blickt hinüber nach der Mutti, die sich gerade über eine Näharbeit beugt.Aber natürlich", sagt er dann,Mutti schreibt auch. Oder glaubt ihr' daß die Mutti keine Wünsche hat?"

Alle schauen nun die Mutti an, wodurch die Mutti beinahe verlegen wird.Wartet nur", erwidert sie schließlich lächelnd,ich werde sogar recht viele Wünsche aufschreiben." Und dann ist es eine ganze Weile still, so daß man sogar hören kann, wie drau­ßen der Wind gegen die Läden drückt. Vati hat wieder die Zeitung vor, Mutti führt sorgsam einen Faden in die Nadel, und die Plappermäuler der Kinder sind stumm geworden. Willi beschäftigt sich mit seinen Vorstellungen über eine neue Bemannung seiner Festung, sowie mit der Lösung der Frage, ob er einem Rennauto oder einer dreimotoriaen Junkersmaschine den Vorzug geben soll. Unterdessen sind Lenes Gedanken bei der Puppenstube und bei dem Küchenherd, auf dem man richtig kochen kann

Nächsten Nachmittag sitzen Willi und Grete mit heißen Köpfen in der Stube und tauchen ihre Fe­dern in das Tintenfaß. Bei Willi hat es schon viele Kleckse gegeben, aber er will die Sache hernach noch mal ins Reine schreiben. Die Frage, ob Rennauto oder Junkersmaschine, ist immer noch nicht gelöst. Schließlich entschließt er sich großzügig, beide auf­zuschreiben. Außerdem ergeben sich noch allerlei kleine Wünsche. Er hockt immer noch schwitzend bei seinem Erzeugnis, als Lene schon ihren fertigen Bogen faltet. Daß Willi ihn liest, will sie mcht zugeben, aber gerade, wie er erbost aufspringen will, kommt die Mutti herein. Sofort ist Willi mucks- mäuschenstill, denn auf das Artigsein kommt es jetzt an.

Am Samstag, 10. Dezember, und Sonntag, 11. De­zember, finden im gesamten Kreisgebiet Versamm­lungen der NSDAP, statt. Es werden die bekann­testen Gauredner des Gaues Hessen-Nassau über das ThemaMänner machen Geschichte" sprechen.

Die Parteigenossen sind zum Besuch der Kund­gebungen verpflichtet. Die Volksgenossen des Kreises sind herzlich eingeladen. Folgende Redner sprechen in

in Gießen:

Pg. Holländer in der Ortsgruppe Gießen- Nord am 10.12., um 20.30 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten.

P. W a g e n f ü h r in der Ortsgruppe Gießen- Ost am 10.12., um 20.30 Uhr, in der Neuen Aula her Universität.

Pg. David Müller in der Ortsgruppe Gießen- Mitte am 11.12., um 14.30 Uhr, in der Neuen Aula der Universität.

Pg. Holzkämpe rin der Ortsgruppe Gießen- Süd am 11.12., um 15 Uhr, im Studentenheim.

In folgenden Städten und Dörfern finden Ver­sammlungen statt:

Samstag, 10. Dezember, 20,30 Uhr:

Allendorf/Lda.: Schäfer HI., Vadenrod. Allertsbausen: Schmelz, Ober-Ingvlheim. Alten-Buseck: Althoff, Frankfurt. Beltershain: Schultz, Frankfurt. Bersrod: Schäfer, Frank- furt. Beuern: Langula, Frankfurt. Burkhardsfelden: Den- zer, Lcppenbcim. Climbach: Brunner, Frankfurt. Dau- brtngen: Brück, Wiesbaden. Ettingshausen: Viel, Frankfurt. Freienscen: Zimpelmann, Frankfurt. Geilshausen: Christ, Langenselbold. Göbelnrod: Kratz, Darmstadt. Gonters- kirchen: Wagner, Frankfurt. Großen-Buseck: L. von Oelhafen, Wiesbaden. Grünberg: Jung, Frankfurt. Larbach: Dr. Schnabel, Frankfurt. Lattenrod: Dr. Scholz, Frankfurt. Leucheiheim: Vogt, Frankfurt. Lungen: Laug, Darmstadt.

Kesselbach: Rahner, Frankfurt. Lardenbach: v. d. Osten, Frank­furt. Laubach: Schütz, Bensheim. Lauter: Müller, Idstein. Lindenstruth: Goebel, Frankfurt. Lollar: Bartholomäus, Worms. Londorf: Seipel, Fauerbach v. d. L. Lumda: .Herrchen, Bad-Schwalbach. Mainzlar: Fischer, ytuerbach a. d. B. Münster: L. Wagner, Wiesbaden. Ovenhausen: Wachsmuth, Frankfurt. Oppenrod: Bock, Oberursel. Queckborn: Langenbach, Bad-Nauheim. Ncinhardshain: Laus, Wetzlar. Reiskirchen: Klostermann, Groß-Gerau. Rödgen: Eisentraud, Rüsselsheim. Rllddtngshausen: Beeres, Darmstadt. Ruttershausen: Keil, Buchschlag. Saasen: Kobold, Frankfurt. Stangenrod: Nordmann, Wetzlar. Staufenberg: Köke, Dehrn. Stockhausen: Licht, Frankfurt. Treis/Lda.: Jordan, Offeirbach. Trohe: Becker, Darinstadt. Weickartshain: Lechner, Wiesbaden. Wcitershain: Dr. Korten, Frankfurt. Wettcrfeld: Schuster, Frankfurt. Wieseck: Fuchs, Mainz. Münzenbcrg: Krauß, Frankfurt. Trais- Münzenbcrg: D. Müller. Frankfurt.

Sonntag, 11. Dezember, 15 Uhr:

Albach: Christ, Langenselbold. Allendorf/Lahn: Schäfer, Frankfurt. Annerod: Seipel, Fauerbach v. d. L. Bellers­heim: Lechner, Wiesbaden. Bettenhausen: Wagenführ, Frank- furt. Birklar: Rahner, Frankfurt. Bodenrod: Fell, Kron­berg. Butzbach: Vogt, Frankfurt. Dorf-Güll: Dr. Korten, Frankfurt. Eberstadt: Beeres, Darmstadt. Fauerbach v.d.L.: Lorch, Westerburg. Ganrbach: Jung, Frankfurt. Garben- tetch: Schultz, Frankfurt. Griedel: v. d. Osten, Frankfurt. Großen-Linden: Bock, Oberursel. Grüningen: Wachsnmth, Frankfurt. Lausen (Krs. Fdbg.): Schuster, Frankfurt. Lausen (Krs. Gießen): Laus, Wetzlar. Loch-Weisel: Langen­bach, Bad-Nauheim. Lolzheim: Neuhaus, Langen. In­heiden: Kobold, Frankfurt. Kirch-Göns: Langula, Frankfurt. Klein-Linden: Denzer, Leppenheün. Langd: Köke, Dehrn. Lang-Göns: Fuchs, Mainz. Langsdorf: Lolländer, Frank- furt. Leihgestern: Eisentraud, Rüsselsheim. Lich: Ostbelt, Weilburg. Maibach: Müller, Idstein. Münster: Nordmaim, Wetzlar. Niedcr-Bessingen: Brück, Wiesbaden. Nteder- Weisel: Dr. Scholz, Frankfurt. Nonncnroth: Dr. Schnabel, Frankfurt. Obbornhofen: Licht, Frankfurt. Ober-Bessingen: Fischer, Auerbach. Ober-Lörgern: Klostermann, Groß-Gerau. Oppershofen: Wagner, Wiesbaden. Ostheim: Viel, Frank­

furt. Pohl-Göns: W. Wagner, Frankfurt. Rabertshausen: E. Becker, Darmstadt. Rockenberg: Schütz, Bensheim. Rodheim/Lorl: Keil, Buchschlag. Röthges: Brunner, Frank- furt. Ruppertsburg: Jordan, Offenbach. Steinbach: Lcrr- eben, Bad-Schwalbach. Steinheim: Althoff, Frankfurt. Trais-Lorloff: Göbel, Frankfurt. Lltphe: Gratz, Darmstadt. Vtllingcn: Schäfer III., Vadenrod. Watzenborn-Steinberg: Ruder, Frankflirt. Wohirbach: Zimpelmann, Frankfurt.

Sonntag, 11. Dezember, 20 Uhr.

Assenheim: Althoff, Frankfurt. Bad-N<mheim: Kloster­mann, Groß-Gerau. Vauernheim: Wachsnmth, Frankfurt. Beienheim: Wagcnführ, Frankfurt. Bönstadt: Bock, Ober­ursel. Bruchenbrücken: Langula, Frankfurt. Büdesheim: E. Müller, Idstein. Burg-Gräfcnrode: Göbel, Frankfurt. Dorheim: Schmelz, Ober-Ingelheim. Dorn-Assenheim: Christ- Langenselbold. Dortelweil: v. d. Osten, Frankfurt. Fauer­bach v. Fdbg.: .Herrchen, Bad-Schwalbach. Friedberg: Ruder- Frankfurt. Groß-Karben: Lechner, Wiesbaden. Larheim: Langenbach, Bad-Nauheim. Leldcnbergen: Dr. Schnabel- Frankfurt. Lolzhausen: Denzer, Lcppenheim. Ilbenstadt: Lolländer, Frankfurt. Kaichen: Jung, Frankfurt. Klein» Karben: Licht, Frankfurt. Kloppenhcim: Schuster, Frankfurt.- Langenhain: Keil, Buchschlag. Massenheim: Laus, Wetzlar.- Melbach: Lorch, Westerburg. Nieder-Erlenbach: L. Wagner- Wiesbaden. Nieder-Eschbach: Viel, Frankfurt. Nieder- Florstadt: Schulz, Frankfurt. Nieder-Mörlen: Fischer, Auer­bach. Nieder-Rosbach: Wagner, Frankfurt. Nieder- Wöllstadt: Fuchs, Mainz. Ober-Erlcnbach: Dr. Scholz- Frankfurt. Ober-Eschbach: Schütz, Bensheim. Ober- Florstadt: Eisentraud, Rüsselsheim. Ober-Mörlen: Köke- Debru.' Ober-Nosbach: L. Schäfer, Frankfurt. Ober- Wöllstadt: Fell, Kronberg. Ockstadt: Vogt, Löchst. Okarben: Kobold, Frankfurt. Ossenheim: Nordmann, Wetz­lar. Petterweil: Kratz, Darmstadt. Reichelsheim: Dr. Korten, Frankfurt. Rendel: Neuhaus, Langen. Nodheim v. d. Löhe: Krauß, Frankfml. Rödgen: Schäfer III., Vaden­rod. Schwalheim: Seipel, Fcmerbach v. d. L. Staden: Nahner, Frankfurt. Stammheim: Zimpelmann, Frankfurt. Steinfurth: Brück, Wiesbaden. Weckesheim: Beeres, Darm­stadt. Wickstadt: E. Becker, Darmstadt. Wisselsheim; Jordan, Offenbach. Wölfersheim: Bartholomäus, Worms.

Sieger- und Begabtenförderung des Aeichsberufsivettkampfes.

Äon Äannführer Becker, Gaudeaustragier für den RBWK.

Und ebenso eifrig, wie Willi und Lene sich der Artigkeit befleißigen, ebenso brav sind gegenwärtig der Hans und die Grete, der Peter und das Marie- chen und alle anderen Kinder. Es hat noch nie so folgsame Kinder gegeben in allen Häusern, und vor allem ist die Bereitschaft, etwas zu Papier zu brin­gen, zu keiner Zeit größer gewesen. Aber das Wort von dem Wunschzettel birgt nun mal einen solch' verführerischen Klang, daß es geradezu Wunder­wirkungen hervorruft. Selbst große unti erwachsene Leute sollen manchmal noch diesem verführerischen Klang erliegen, und das wäre schließlich auch keine Schande. Die Hauptsache ist nur bei dem Wunsch­zettel, daß seine Wünsche auch in Erfüllung gehen. Aber das wird sich erst zu Weihnachten erweisen.

H. W. Sch.

Dornotizen

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 20 bis 22 UhrSpanische Nacht". Gloria-Palast (Seltersweg): 16 Uhr Märchen­vorstellungenSchneeweißchen und Rosenrot",Das tapfere Schneiderlein",Die gestohlenen Hühner", Max und Moritz". 20 Uhr Gastspiel der Wiener SpielzeugschachtelAlles fürs Herz". Lichtspiel­haus (Bahnhofstraße):Maja zwischen zwei Ehen". Volksbildungsstätte Gießen und NSD.-Dozenten- bund: 20.30 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Kli­nik, Klinikstraße 41, Professor Dr. Reinwein, Vor- ttagKrankheitserkennung und -behandlung". Deutscher Kneipp-Verein, Ortsverein Gießen: 20 Uhr im Katholischen Vereinshaus Dr. Beck (Vil- lingen) Vortrag über Verdauungs- und Stoffwechstl- störungen. Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Kreis­gruppe Gießen: 20 UhrHotel Bayrischer Hof" Arbeitstagung. Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Weihnachtsausstellung im Turmhaus am Brand.

Stadttheater Gießen.

Heute abend findet die erste Wiederholung der OperSpanische Nacht" von Eugen Bodart statt. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Hans Geißler, Bühnenbild Karl Löffler. Freitag-Miete 11. Vorstellung. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr.

Zeitiger Kauf bringt Vorteil und Freude

Gießen ist für den Weihnachtseinkauf gerüstet!

Besser kauft, wer zeitig kauft!" Diese Lehre hat sich eine stattliche Zahl von Volksgenossen bereits zunutze gemacht. Die große Masse der Käufer muß aber in ihrem eigenen Interesse auf den recht­zeitigen Einkauf aufmerksam gemacht werden. Zeitiger Kauf bringt Vorteile und Freude. Jetzt findet der Kauflustige in jedem Gießener Geschäft reichhaltige Warenauswahl. In aller Ruhe kann er diese Auswahl einer Durchsicht unterziehen und seine Entscheidung treffen. Dieser große Vorteil bietet sich vor dem Fest sehr oft nicht mehr. An den Tagen kurz vor dem Weihnachtsfest stauen sich in den Geschäften die Kauflustigen. Das Personal hat alle Hände voll zu tun. Es ist ihm beim besten Willen nicht möglich, den einzelnen Käufer so in­dividuell zu bedienen, wie dies jetzt geschehen kann. Selbstverständlich wird auch die Auswahl immer kleiner, und den Geschäftsinhabern ist es kurz vor dem Weihnachtsfest nicht immer möglich, neue Waren heranzuschaffen. Der nicht rechtzeitig ge­tätigte Einkauf bringt also Aerger und Verdruß.

Die Straßen unserer Stadt werden auch in die­sem Jahre wieder ein weihnachtliches Gepräge er­halten. Zahlreiche fleißige Hände schmücken die Straßen mit Lichterketten, Weihnachtsbäumen u. a. Die Geschäftsinhaber der Stadt Gießen haben für alle Käufer bestens vorgesorgt. Auch die verwöhn­testen Ansprüche können befriedigt werden.

An den Käufern liegt es nun, sich alle Vorzüge eines rechtzeitigen Einkaufs zu sichern. Deshalb denkt daran:Besser kauft, wer zeitig kauft!"_______

NSG. In feiner Schlußansprache auf dem Reichs­parteitag Großdeutschlands am 12. September 1938 sagte der Führer u. a.:Es ist oberste Sorge des nationalsozialistischen Staates, Mittel und Wege au finden, um dem Fleiß, der Energie, der Tatkraft, der Einsicht, dem Mut und der Beharrlichkeit, soweit sie im Persönlichen in Erscheinung treten, den Weg nach oben zu erleichtern und zu ebnen. In diesem Staat muß das ärmste Kind, sofern es ersichtlich zu Höherem bestimmt ist, auch die höchste Stellung ereichen können. Es muß in diesem neuen Deutsch­land von jetzt ab jedes Arbeiter- oder Bauernkind, wenn ev von Gott begnadet und gesegnet ist, durch die Art der Hilfe unserer Organisationen und dank der bewußten Führerauslese emporsteigen können bis zur höchsten Führung der ganzen Nation. Wo­gegen umgekehrt auch das Kapital von Millionen einem Nichtangehörigen dieses Volkes den Weg nach oben niemals öffnen kann und darf. Dies ist die erste Voraussetzung, um eine wirkliche Volks­gemeinschaft aufzurichten, die mehr sein soll als eine bloße schöngeistige Phrase."

Der Führer hat damit ein altes nationalsozia­listisches Prinzip erneut herausgestellt und zur Auf­gabe aller berufenen Stellen der Partei und des Staates gemacht, die auch dem ganzen Volk eine große Verpflichtung auferlegt. Die Sieger- und Be­gabtenförderung des Reichsberufswettkampfes hat diese Verpflichtung an der totalen Auslese ihrer Sieger und Siegerinnen in die Wirklichkeit umzu­setzen begonnen. Der berufliche Wettstreit bietet heute jedem die Möglichkeit, seine Leistungsfähigkeit zu beweisen.

Im Berufswettkampf werden für alle erfaßten Berufe Sieger ermittelt. Dies aber ist nicht eine Ermittlung schlechthin, sondern eine Auslese der Fähigsten und Besten des Volkes. Denn nicht tech­nisch-berufliches Können, großes berufliches und allgemeines Wissen sind allein ausschlaggebend. Jeder Wettkampfteilnehmer hat in der weltanschau­lichen Prüfung zu beweisen, daß er lebendig teilhat an der Entwicklung unseres Volkes und daß er sich der Gemeinschaft verpflichtet fühlt. Dazu hat er in feiner sportlichen Prüfung den Beweis seiner kör­perlichen Leistungsfähigkeit zu erbringen. So er­geben Berufspraxis, Theorie, Weltanschauung und Sport eine totale Auslese. Jeder Einseitige, Volks­fremde oder der feinen Körper vernachlässigt, ist ausgeschaltet.

Es gibt Kreis-, Gau- und Neichssieger. Durch die Menge der im Wettkampf bestehenden Berufe und die große Teilnehmerzahl ist auch die Zahl der ermittelten Sieger eine große. Allein im Gau Hessen-Nassau wurden im Berufswettkampf 1938 rund 3000 Kreissieger, 400 Gausieger und 26 Reichs­sieger gezählt. Die Sieger werden durch besondere Personalunterlagen für die Forderung erfaßt». Das Ziel der Forderung kann aber niemals in einer finanziellen Belohnung bestehen, sondern ist einzig und allein auf die Steigerung der Fähigkeiten ge­richtet. Das aufgewendete Geld für Förderungs­maßnahmen, die von der Deutschen Arbeitsfront in Unterstützung der Wirtschaft und der staatlichen Stellen durchgeführt werden, ist also nur ein Mittel zum Zweck. Es ist lediglich die materielle Grund­lage, auch den Aermsten des Volkes durch feinen Sieg, also durch hervorragende Leistung, die Mög­lichkeit des verdienten Aufsttegs zu geben.

Grundsätzlich tritt eine Förderung nur in dem Beruf ein, in dem der Sieger den Nachweis beson­deren Könnens erbracht hat. Die Förderung geht auch von den Verhältnissen des Betriebes aus. Es wird im einzelnen Falle überprüft, ob im Betrieb bessere Ausbildungsmöglichkeiten zu erschließen.find oder Wechsel des Betriebes ratsam erscheint. Der Betriebssichrer selbst ist in den meisten Fällen schon in der Lage, den Sieger seines Betriebes zu för­dern. Allein die Stellung von Werkzeugen und die

Überreichung von Fachbüchern ist Anerkennung und Anregung zur beruflichen Weiterbildung zu­gleich. Die Teilnahme an Fachlehrgängen, Verkür­zung der Lehrzeit und die Uebernahme von Un­gelernten in Lehrverhältnisse find schon ein bemer­kenswerter Fortschritt.. Ist die betriebliche Förde­rung erschöpft, so treten die weiteren Förderungs­maßnahmen in Erscheinung. Der freie Besuch von Fach- und Hochschulen mit gleichzeitigem Lebens­unterhalt bietet den Gau- und Reichssiegern die Möglichkeit zu höchstem Aufstieg. Mädel, die als Siegerinnen hervorgehen, jedoch ihre berufliche Ent­wicklung durch Heirat abschließen, wird eine ent­scheidende materielle Beihilfe zuteil.

Die Sieger- und Begabtenförderung des Reichs- berufswettkampfes ist zwar noch in ihren Anfängen,

aber schon der Wettkampf 1939 wird neue große Möglichkeiten und den weiteren Ausbau des großen sozialistischen Werkes bringen. Unabhängig von Herkunft und Beziehungen, ist eine große Zahl bewährter Sieger schon heute auf den Platz gestellt worden, der ihnen gebührt. Die Erfolge in dieser ernsthaft betriebenen Arbeit rechtfertigen die gesteck­ten Ziele. Die dafür aufzuwendenden Mittel bedeu­ten die sicherste Kapitalanlage, die ein Volk für feine Zukunft machen kann.

Durch den Reichsberufswettkampf hat also heute jeder die Möglichkeit, seine Leistung zu beweisen. Keiner kann mehr sagen, daß er in seineyr Können verkannt und ihm das Vorwärtskommen aus feh­lenden Mitteln versperrt sei.

Der Dezember-Gniopf in tiefer Symbolik.

NSG. Am Sonntag Eintopf! Das muß die Parole für die Bevölkerung des Gaues Hessen- Nassau sein. Eine große Familie müssen wir mit den Volksgenossen des ganzen Reiches am Sonntag bilden, die sich freiwillig und freudig um die damp­fende Schüssel scharen, um ein einfaches Mahl ein­zunehmen. An dem schon zum Ehrentag der Nation gewordenen Eintopfsonntag muß der neue Geist zum Ausdruck kommen, der die Volksgenossen über die Grenzen des Reiches hinaus miteinander ver­bindet und sie zu einer Schicksalsgemeinschaft zu­sammenschweißt.

In diesem Winter gibt es viele Volksgenossen, die nicht mehr zu den Betreuten des Winterhilfswerks gehören. Durch das Aufbauwerk des Führers er­hielten sie Arbeit und Brot. Für sie wird dieser Sonntag stets eine Mahnung sein. Aber auch alle anderen Volksgenossen sollen daran denken, daß Pflichterfüllung durch äußere Form niemals zur Gewohnheit werden darf, sondern daß es gilt, m i t dem Herzen dabei zu sein.

Der Dezember, in den der 3. Eintopfsonntag fällt, gibt diesem Ehrentag der deutschen Nation noch eine besondere Bedeutung. Gerade die Tage, die dem deutschesten aller Feste vorangehen, bringen innere Einkehr und Selbstbesinnung. Der Dezember-Ein­topf ist darum in seiner Symbolik viel tiefer als die übrigen Sonntage. So wie die Familie in diesen Wochen noch näher zusammenrückt und ihre Zusam­

mengehörigkeit in liebevollen Beweisen bekundet, so wollen wir auch uns in dieser Zeit noch enger mit unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern ver­bunden fühlen und ihnen durch unser Opfer bewei­sen, daß sie zu uns, zur großen deutschen Familie gehören.

Großes Wecken der SA.

Am kommenden Sonntag findet die letzte Ein- topftammlung vor dem Weihnachtsfest statt. Auch die SA. hat sich wieder in den Dienst dieser Samrn- lung gestellt. Um die Bevölkerung an ihre Pflicht zur Eintopfspende zu erinnern, wird von dem Spiel­manns- und dem Musikzug der SA.-Standarte 116 sowie dem Sturm R 43/116 um 8 Uhr morgens ein großes Wecken durchgeführt, das durch folgende Straßen geht:

Senckenbergstraße, Moltkestraße, Kaiserallee, Georg-Philipp-Gail-Straße, Sicher Sttaße, Lud- wigsplatz, Ludwigsttaße, Wilhelmstraße.^Ebelstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Horst-Wessel- Wall, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten, Steinfttaße, Marburger Sttaße, Hitlerwall, Land­graf-Philipp-Platz, Standarte.

Durch die Ereignisse der jüngsten Zeit hat jeder Volksgenosse die Pflicht, einen kleinen Teil seiner Dankbarkeit dem Führer gegenüber durch eine er­höhte Eintopfspende zu beweisen!

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