zu reifen, nach Chile unb nach Peru — ober wenn Brasilien wirklich iwrbamerikanischen Weizen kaufen follte, womit vorläufig kaum zu rechnen ist —, so würbe es diesmal kein fubventionier- t e r Weizen, sondern Weizen zum Weltmarktpreis sein. Aber immerhin ist zu beachten, daß Hüll keine Bindung für die Zukunft eingegangen ist, und daß die Nordamerikaner ihre Zusicherung den Weizen- export nach Brasilien nicht zu subventionieren, jederzeit zurücknehmen können, was sich besonders nach der Einbringung der argentinischen Ernte, wenn der Weltmarkt vor einem neuen, großen Weizenangebot steht, als für Argentinien unangenehm erweisen würde.
Man hält also in Washington die Argentinier bewußt unter DriAf Will man sie für politische Vorschläge, die man in Lima unterbreiten will, freundlicher stimmen? Oder will man sie zwingen, was sie bisher abgelehnt haben, daß! sie sich nämlich auf
der Weltweizenkonferenz vertreten lasten? Oder will man einfach ein neues Druckmittel für die Beschleunigung des Abschlustes eines nordamerikamsch-argentlnischen Handels v e r - träges in der Hand behalten? Alle diese Dcog- lichkelten sind gegeben. Sicher aber ist, daß der neueste argentinisch-nordamerikanische Konflikt nicht dazu beigetrogen hat, die Gefühle der Argentinier für Washington zu erwärmen, daß er aber auch die Beziehungen zwischen Rio de Janeiro und Buenos Aires, trotz aller Versicherungen, kaum herzlicher gestaltet hat. Denn für die Brasilianer bedeutet dieser Zwischenfall, daß chnen die Argentinier nun schon zum zweitenmal innerhalb uqn einem Jahre ein großes Geschäft zerstört haben: vor einem Jahre das Angebot der kostenlosen Vermietung von Kriegsschiffen, und heute das Angebot, billigeren Weizen zu kaufen und billigeres Brot zu backen.
Womit spielen wir 1939?
Hund um eine vorweihnachtliche Spielzeugschau. - Fernlenk-Auto und Oberleitungs-Eisenbahn. - Die Technik erobert das Spielzeug.
Die ersten Weihnachtsbäume sind gefällt, und die Kinder beginnen schon die Tage zu zählen, bis der Nikolaus kommt. Die Geschäfte haben ihre Wech- nachtsschauen aufgebaut, und vor allem die Spiel- zeugläden sind Ziel der ersten Interessenten und Käufer.
Wandert man durch die Spielzeugausstellung eines großen Spielzeuggeschäftes, so wird einem auf den ersten Blick klar: die Gegenwart und der Hinweis auf die Zukunft hat die Spielzeuge maßgeblich beeinflußt. Die Ankurbelung der Lau- wirtschast, die Motorisierung, das Dor- wärtsstürmen der Technik und die wieder vorhandene Wehrmacht des deutschen Volkes — diese vier Faktoren haben auch der kleinen Well der Jugend ihren Stempel aufgedrückt. Zwar hat es früher schon Baukästen, Automobile, Dynamomaschinen und Zinnsoldaten auf dem Spielzeugmarkt gegeben, aber es gab sie nie in solch umfassender Vollständigkeit wie heute. Unsere Jugend spielt anders als etwa die der Vorkriegszeit, wie sie ja auch ein anderes Verhältnis zu den Dingen hat, die mit der Technik drr Zeit Zusammenhängen. Schade, daß keine Statistik uns bereinft/flarüber Aufschluß geben wird, wie viele der Ingenieure und Straßenbauer, der Elektriker und Motorenfachleute ihre ersten Anregungen vom Spielzeug her bekommen haben. Zweckbedingt — das ist ein hervorragendes Kennzeichen des modernen Spielzeugs: es soll an regen und erziehen, soll die natürlichen, in dem Kinde schlummernden Fähigkeiten ans Licht treten lassen.
Selbstverständlich muß das Spielzeug, wenn es solche Aufgaben erfüllen soll, verschiedene Forderungen erfüllen: es muß naturgetreu und dabei in technischer Hinsicht vollendet sein. Trifft beides zu. so stellt sich ein Drittes von selbst ein: das Spielzeug muß abwechslungsreich sein, muß verschiedene Möglichkeiten zulassen, muß — ganz grob ausgedruckt — auch dann noch zum Spiel und vielleicht erst recht zum Basteln anregen, wenn cs hinsichtlich seiner eigentlichen Zweckbestimmung schon längst als erledigt angesehen werden muß. Kommt bann als Viertes noch bie Preiswür- b i g t e i t hinzu, so sind alle Voraussetzungen gegeben, baß das Spielzeug seinen Weg machen und ein Schlager werden wird.
Glalomfahrt des Autos.
Da gibt es ein sogenanntes „F e r n l e n k - Auto". Vier verschiedene Fahrgeschwindigkeiten sind mit ihm einzuhalten. Gesteuert wird es durch eine Stahldrossel. Mit ihrer Hilfe kann bas Auto bei wechselnben Geschwindigkeiten gelenkt werben: beim Langsamgang ist bas. kinderleicht, beim schnellsten Gang schon recht schwer. Große Anforberun- gen aber werben an die Intelligenz des Spielenden gestellt, wenn er nach dem Muster eines Slalomlaufs auf Schiern kleine Hindernisse aufbaut, durch die
bann das Auto mit der Stahlbrossel ferngelenkt werben muß!
Da gibt es weiter ein 21 n r u f a u t o. Ruft man bem hallenben Auto zu „Los!", so beginnt es zu fahren, gebietet man ihm „Haiti", so bleibt es auf der Stelle stehen! Eine kleine Membrane, die in das Auto eingebaut ist, bewirkt dieses Wunder. Ein F r e i 1 a u f a u t o hat bie angenehme Eigenschaft, baß das Uhrwerk erst bann abzulaufen beginnt, wenn beim Aufsetzen auf ben Boben ber Startaus- löser automatisch betätigt wird. Ist aber das Uhrwerk abgelaufen ober etwa gar entzwei gegangen, so kann bas Auto dennoch weiterfahren — eine Eigenschaft, die bei ber „Demontierfreubi g- feit" unserer Jugend von den Eltern sicherlich begrüßt werden wird. Eine ganz „tolle Kiste" aber ist ein neues Rennauto. Stößt dieses Auto irgendwo an, so wird dadurch ein Feuerstein in Tätigkeit gesetzt: während eine kleine Flamme an- zeigt, baß das Auto in Brand geraten ist, fliegt ber Fahrer in hohem Bogen aus dem Auto heraus.
Ferngesteuerte Eisenbahnweichen.
Es ist eine bekannte. Tatsache: Väter schenken ihren Jungen gern eine elektrische Eisenbahn. Bekannt ist aber auch, baß bie Väter bann an ben Weihnachtstagen länger und intensiver mit ber Eisenbahn spielen als die beschenkten Jungen, bie lebiglid) zusehen dürfen. Das war immer schon so und wirb wohl auch so bleiben. Kunststück aber auch bei solchen Wunderwerken von Eisenbahnen, wie sie jetzt überall zu haben sinb!
Während früher die elektrischen Oberleitungslokomotiven ihren Bügel nur als Dekoration auf bem Dach hatten unb wie bie Dampfzüge von ber Stromleitungsschiene zwischen ben Gleisen gespeist wurden, ist das jetzt zum ersten Male anders geworden: die elektrischen Triebzüge fahren wirklich als Triebzüge! An dem Gleise sind Masten befestigt, die eine elektrische Oberleitung tragen, genau so wie die elekttischen Züge, die in Süddeutschland verkehren. Es gibt Eifenbahnanlagen für sieben Züge auf einer Tischplatte. So war auch bas Mobell, bas auf ber Pariser Weltausstellung ausgestellt war unb einen „Grand prix“ einbrachte. Bemerkenswert ist, baß die Anlage auf kleinen Schienen aufgebaut war, wie ja überhaupt bas moderne Spielzeug weitgehend darauf Rücksicht nimmt, daß für bie Spiele ber Jugend in ben Kleinwohnungen nicht mehr der Raum der früher üblichen Großwohnung zur Verfügung steht.
Bieaeiolöaf und Hücklaufkonone.
Der Grundsatz ber Naturtreue des Spielzeugs zeigt sich am deutlichsten bei ben Spielsachen aus ber Welt bes Militärs. Man kennt ja hier schon so einiges: Aufschlaggranaten, Bombenflieger, bie wäh- renb bes Flugs ihre Bomben fallen lassen und bie bann beim Aufschlagen knallen, Sturzflieger, bie
Bücher unter dem
Demsche Erzähler
— Annette von D r ost e - H ü l s h o f f Werke in einem Band, her-ausgegeben von Dr. Wilhelm von Scholz. Leinen RM. 5,50. Waller Häbecke Verlag, Stuttgart-N. — (502). - „Ich mag unb will jetzt nicht berühmt werben, aber in fünfzig Jahren möchte ich gelesen werben!" Wie munberbar hat sich bies Wort unserer größten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff erfüllt! Darum freuen wir uns, baß biefe neue Ausgabe ihrer Werke im Gegensatz zu ben bisher erschienenen Gesamtausgaben bas Erbe ber Droste in einem Band zufommenfaßt unb sich nur auf bas ber Dollenbung Nahe, im Werk der Westfälin, beschränkt. Wilhelm von Scholz, ber 'treffliche Droste- Kenner hat gut gewählt. Dieser wahrhaft lebenbige Band „Droste", ber jebem Freunbe der Dichtung im Volke zu eigen sein möchte, erschöpft bas Wesentliche der Dichterin. Er bringt alle bie Gebichte, die zum Bestand der deutschen Ballade, ber beutschen Lyrik, bes beutschen geistlichen Liedes gehören: er enthält bie im Werk ber Dichterin einsame Novelle „Die Jubenbuche", bie seltsam anschauliche, entrückte Epik ihrer Derserzählungen und einiges, was zur. Abrundung des Bildes nützlich ist. Die Gedichte unb Balladen sind möglichst in bie Zeitfolge ihrer Entstehung gestellt, so daß bem Leser bie Entwicklung dieses Dichtergeiftes vermittelt wird. Ausgezeichnet wie immer das Nachwort, bas Wilhelm von Scholz bem Banbe beigefteuert hat. Die Ausstattung ist würbig unb vornehm.
— Andreas Thom: Die .ungleichen Geliebten. Roman. 347 Seiten. Paul Zsolnay Verlag, Berlin, Wien, Leipzig 1938. — (387.) — Ein Roman aus dem alten Oesterreich, die Geschichte eines ausgemachten Peckwogels unb armen Teufels. Die vielfach realistische Schärfe in der Schilderung seines irbischen Leibensweges weckt manchmal Erinnerungen an die Zeiten des Naturalismus: aber die dennoch spürbare Liede bes Erzählers zu seinem fragmürbigen Helden mag ben Leser mit manchen Deutlichkeiten unb manchen (lanbschaftlich begründeten) Eigentümlichkeiten des Stils versöhnen.
hth.
Aus llafur und Technik.
— Willy Steding: „Im Banne ber F i s ch w e i b", Anglererlebnisse unb Tiergeschichten. Mit 32 Zeichnungen von Carl Benebek. Broschiert 3,20 Mark: Ganzleinen 4,20 Mark. Im Deutschen Verlag, Berlin. — (494) — Ein leibenschaftlicher Sportangler berichtet von ber Jagb auf Barsche, Rotaugen, Hechte unb anbere Fische. Kapitel, in benen von ben Lebensgewohnheiten ber Bowohner unserer Gewässer erzählt wird, wechseln ab mit Abschnitten, in benen bie ganze Spannung des Jagb- erlebnisses schwingt. Der Verfasser erzählt vom Hochzeitsreigen ber Fische, von ben Hyänen bes Wassers, von feinen Erlebnissen am rauschenden Stauwehr unb von bem fremden Eindringling in unsere heimatlichen Flüsse unb Bäche, ber Wollhandkrabbe. Wir erkennen, daß ber Angelsport nicht nur ein aufregen» bes Gebulbspiel ist, fonbern jebem, ber ihn ausübt, ein ganz befonberes Verhältnis zur Natur unb zu ihrem Leben gibt.
— Technik voran! 1939. Jahrbuch mit Kalender für bie Jugenb Herausgeaeben vom Deutschen Ausschuß für Technisches Schulwesen. 232 Seiten Text. Mit vielen Bildern. Kart. 0 95 RM. Verlag von B. G, Teubner in Leipzig unb Berlin.
senkrecht zur Erde stürzen unb einen scharfen Knall Hervorrufen. Aber es gibt mehr! Schwere Kanonen, die nach bem Abfeuern einen Rücklauf des Geschützrohres aufweisen wie die richttgen Kanonen auch; wir sahen Soldaten, die liegend, kniend und stehend mit Gewehren richtig schoßen! In chrem Tornister ist ein Zündplättchen untergebracht und aus bem Gewehr fliegt beim Schuß ein Stückchen Holz heraus! Die Steigfähigkeit ber Tanks ist bedeutend vergrößert worden.
Die Zahl der Spielfoldaten endlich ist Legion. Alle
Wechnachtsbaum
—(518)— Das Jugendjahrbuch „Technik voran!" gibt einen Querschnitt durch das technische Schaffen des nationalsozialistischen Deutschland. Wir bekommen z. B. einen. Ueberblid über die Wege zur Eisengewinnung. Der Dieselmotor wird behandelt 1 und seine Anwendung gezeigt, Versuchsfahrten in die Chemie der deutschen Textilstoffe unternommen, bas Geschütz als Maschine bargestellt. Wir erfahren Hausbauüberlieferungen aus germanischer Zeit. Der neue Flughafen Berlin-Tempelhof wirb uns in feinen Einzelheiten bekannt, unb ber vielbewunderte Fockesche Hubschrauber stellt sich uns vor. Wie wird ein Seeschiff gebaut und wie ber mechanische Webstuhl? lieber diese und viele andere Fragen geben die leichtverständlichen Berichte in „Technik voran!" Auskunft.
zur untere Frauen
— Liede G ä st e z u bewirten, ohne darüber Haushalt- und Wirtschaftskasse aus ben Fugen geraten zu lassen, lehrt in launiger Form Band 2 ber Goldenen Reihe: „Kleine Gerichte für liebe G ä st e". (Preis kart. 2 Mark. Verlag Otto Beyer, Leipzig.) Der Hausfrau an Festtagen einen großen Speisezettel zu ersparen, ist Zweck und Sinn biefes mit vielen Photos ausgestatteten Buches zeitgemäßer Kochkunst. In etwa 240 Rezepten „kleiner Gerichte" weist es den Weg, in netter Weise Gastfreundschaft zu üben, ohne daß die Hausfrau zu viel Mühe hat. Leicht faßliche Anleitungen machen das Kochen zur Freude.
— Cornelia Kopp: Grundkenntnisse vom Kochen, Braten, Backen. Verlag Otto Beyer, Leipzig. — (522) — Ein Lehr- unb Leit- faben, ber ohne Voraussetzung von DorkeNntnissen mit ben allerersten Grunbzügen beginnt — also ein vollwertiges Kochbuch für bie Anfängerin, bie junge Hausgehilfin, ben Haushaltlehrling und alle, denen die kocherfahrene Mutter fehlte. — 350 Rezepte zeigen neben den Zutaten auch die für das Gelingen unerläßliche Arbeitsweise; einprägsame Merksätze vermitteln neben vielen Regeln die Hauptgrundzüge, und Kniffe werden durch kleine Zeichnungen und 300 besonders anschaulichen Photos erläutert.
Kinderbücher.
— Billi. Eine Hundegeschichte von Jpf, mit Bildern von Fritz Baumgarten. 18 bunte Seiten mit vielen Bildern. Hlw. RM. 3,—. Verlag Josef Scholz, Mainz 1938. — (433.) — Diesen kleinen luftigen Billi werden alle Kinder gern haben. Sie werden an seinem Schicksal heißen Anteil nehmen und mit ihm glücklich sein, wenn er wohlbehalten und um manches klüger wieder daheim ist. Fritz Baumgar- teft hat zu ben so leicht verständlichen, flüssigen und so humorvollen Versen von Jpf eine Fülle von Bildern aeschaffen. Vom 4. bis zum 12. Lebensjahr werden Buben unb Mädchen davon entzückt sein.
— Leopold Weber: Bubenferien am Baltischen Meer. Erinnerungen. Mit Zeichnungen von Carl Streller. Halbleinen RM. 1,20. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (401.) — Leopold Weber erzählt hier aus seiner Jugendzeit in Rußland. Er versteht es, bie wechselvolle 23er» schlungenheit ber Schicksalswege so darzustellen, daß junge Menschen mit Spannung unb Freube barir? lesen merbeiL Die Schwere des Lebens wird nicht verhüllt, doch von dem warmen Licht echten Humors beglänzt.
Truppengattungen sind vorhanden, an ihrer Spitze bie militärischen Führer: Göring mit bem Fcld- herrnstab, Hinbenburg und Mackensen sinb beutlid) zu erkennen. Neu sinb bie sogenannten „Biege- f o I b a t e n": sie lassen sich in fast allen Gelenken bewegen. Neu sinb auch bie Miniatursoldaten, bie wesentlich kleiner sinb als bie gewöhnlichen Spiel- folbaten. Ihre Herstellung würbe notwendig durch die Schaffung ber Miniaturfahrzeuge, in denen bie gewöhnlichen Figuren nicht mehr untergebracht werben können. W. Roßmann.
vier Wochen zur Versteigerung zu bringen, worin
gezahlt würben.
Der arme Jüngling erhielt glückstrahlend für bie
Aerzte al« Fallschirmspringer.
Als er
Max und Moritz" als Tanzspiel
Die Hamburgische Staatsoper brachte das Tanz.
m jagen mn welches Ei es sich schon auf 4000 Mark hochgetrieben worben, da es spill „M a x u n d Di o ritz" von Norbert Sch seine Sachen genau burchsah, da keine sechs Dutzend Eier des seltsamen Vogels auf,das nach bem Bilderbuch Wilhelm Busch .nberen Schublade noch em solches der Erde mehr gab. ! schatten wurde, zur Uraufführung TW «U
Schultze,
auslaufen lassen und ihre Schalen als Zimmer- schmuck heimgebracht, ähnlich, wie sie es mit ben bunten Muscheln taten. Später gerieten die leeren Eierschalen bann in einen vergessenen Winkel, ba sie jeher für wertlos hielt.
Der Museumsbirektnr war ber Meinung, daß diese beiden Eier vielleicht noch höhere Preise er-
Zwei Bogeleier.
Ein Vornan aus der Wirklichkeit, erzählt von Hermann ll'vr ch-tzannibal
James Hulkes stand bei seinen Nachbarn in einem kleinen Dorfe bei Rochester in bem Ruse eines
auch aus ben benachbarten Ortschaften einige Käufer herbeigekommen, und ein armer Handlungs- jütigling aus Newington hatte sogar für siebenund- dreißig Mark alte Sache erworben, zu benen er als Zugabe noch die naturwissenschaftliche Sammlung bes Verstorbenen erhielt.
näher betrachtete, fanb er in einer Schublabe zwi
scheu allen möglichen Muscheln ein buntes, großes
Dogelei, bas ihm sehr merkwürbig erschien. Er nahm es vorsichtig in bie Hanb und betrachtete es aufmerksam. Noch nie hatte er von einem Vogel gehört, der ein so großes, buntes Ei legte. Kein
sand er in einer anderen Schublade noch ein solches Ei. Der junge Mann machte sich schließlich auf ben STQ rtn nn A (innhAM it tu Xtfl ha vvs *• i ♦«i 4a a m .
Der junge Besitzer der beiden Geyrfugl-Eier mar von der traurigen Geschichte bes Riesenvogels feit3
dieser gern einwilligte.
2Bie eine Sensation ging nun die Nachricht über ron Helga Sweblund bezaubernd inszeniert. Die bie Auffindung der beiden Riesenalk-Eier und über Ballettmeisterin der Hamburgischen Staatsoper enb die beabsichtigte Versteigerung von einem Erdteil wickelte den Stil der Aufführung ganz aus dem zum andern. Die Zeitungen überboten sich in Be- Zeichnerischen bes Bilberbuches, ohne dabei ben richten über ben ausgestorbenen Riesenvogel unb räumlichen Charakter bes Tanzspiels. aufzugeben, ben glücklichen Finder ber letzten Eier. Unb bie , Unter ihrer Regie ergab sich eine prachtvolle Ge- Museumsbirektoren überrechneten bie Mittel, bie famtleiftung ber Tanzgruppe, aus der das köstliche ihnen zur Verfügung standen, und baten ihre wohl- Bubenpaar Paula B r a f z als Max und Gaby
Komponist aus bem reichen Figurenschatz Wilhelm Buschs bie Gestalt bes Malers Klecksel, ber zu Beginn ben letzten Schnörkel bes Bilderbuch-Titels malt, um bann bie begleitenben Verse zu fingen. Er greift babei in die szenischen Vorgänge ein und wirkt dadurch als eine Art Chorführer der stummen Tanzgruppe. Auch musikalisch bleibt Norbert Schultze auf ber Linie, bie er mit seinem ersten Bühnenwerk ein- geschlagen hat. Sie wird gekennzeichnet durch die spielerische Leichtigkett unb entsprechende Melodik, durch ihren Formenreichtum und ihren parodistischen
Des Geyrfugls Schicksal war dadurch besiegelt worden, daß er verkümmerte Flügel besaß, bie seinen
Mensch konnte ihm sagen, um welches Ei es sich handelte. Als er f ' '
Es waren zwei Eier von dem pinguinartigen Riesenalk, dem Geyrfugl der Isländer, einem Vogel, ber nicht fliegen konnte unb ber einmal ben ganzen Küstensaum zwischen Norbamerika unb Nordeuropa in bichten Scharen bevölkerte. Seit genau fünfzig Jahren war ber eigenartige, auf ber Brust weiß unb auf bem Rücken schwarz gefieberte
Vogel, der bie Größe einer Gans besaß, ausgestor- bcn. Die letzten beiben Riesenalke würben im Jahre
ren mit großem Erfolg in ber Märchenoper ------ mund feinem Struwwelpeter-
zahlt, ba es in ben öffentlichen unb privaten Samm- von 5598 Mark, während für bas zweite, das nicht hingen überhaupt nur einige Dutzend ausgestvpfte mehr in guter Verfassung war, noch 3828 Mark Riesenalke gab. gezahlt wurden.
Direktor bes Museums konnte ihm berichten, daß , gestiegen, schon im Todesjahr des Geyrfugls — vor genau fünfzig Jahren — ein Ei achtzig Mark kostete. Ein Dierteljahrhundert später wurde es schon mit über 1000 Mark verhandelt, unb zuletzt war der Preis
zielen würden, da bie Amerikaner eifrig dahinter per waren, alle Ucberrefte des ausgeftorbenen Rie- lenoogels, ber einmal ihre Ostküste scharenweise bevölkerte, aufzukaufen. Er machte bem jungen Manne ' , - . ...
aus Newington ben Vorschlag, bie beiden Eier in Grundzug.
nioi- SIRru-fcon iitr Worftoinori.n a ,,, Unter der musikalischen Lettung von Wilhelm
jBrückner-Rüggeberg wurde das neue Werk
In vielen Gegenden Schwedens unb besonders in Lappland sind die wenigen Nomaden, die dort Hausen, von der Kulturwelt völlig abgeschnitten, so daß ihnen Hilfe durch Aerzte in Flugzeugen gebracht werden muß. Wenn gemeldet wird, daß ein Lappe schwer erkrankt ist, fliegt sofort ein Arzt zu ihm. Den Tag über ist es leicht, den angegebenen Ort ausfindig zu machen und zu landen, während in ber Nacht der Landungsplatz durch Feuersignale kenntlich gemacht werden muß. Wenn dieses System auch sehr schnell arbeitet, so ist es doch wiederholt vorge-
Weg nach London, um die Eier dem Britischen Mu- tausend Mark für ein Dogelei — bas war wie im u ....
feum anzubieten. > Märchen! Er konnte es nicht fassen, daß Eier von „Schwarzer Peter
Tior Jiirofrnt- n^a ’ll/ii ipiim« nnn fumom IfrUnitAnv, (r. _____ or. .... , ... . u
sich ben Erlös, untereinanber zu teilen.
Biel hatten sie allerbings nicht zu erwarten. Denn jeder, ber Gebrauch für die alten Möbel Halle, wollte sie fast geschenkt haben. Immerhin waren
Sonderlings. Er mied die Menschen unb benutzte
feine-frei. Seit gewöhnlich dazu, in der Umgebung “44 auf einer «einen Insel bet Island gefangen, herumzustreifen, die Steinbrüche zu untersuchen und
KÄÄÄÄy«. Ä i »-■
naturkundliche Sammlung, die er in seinem langen , 9'er der Menschen völlig ausgeliefert war. ~ Leben zusammengetragen hatte, um sich von ihr die '
großen Geheimnisse der Natur erzählen zu lassen. , « - . , , -
Manche seiner Mitmenschen glaubten auch, er sei!'°w berührt Er hörte es zum ersten Male daß die ein richtiger Naturforscher, von dem man noch lange ächülslerte Menschheit sich soweit versündigt hatte, nach seinem Tode sprechen unb dessen Sammlung einen der außergewohnlichsten Vogel restlos aus- man in ein großes Museum bringen würde. Aber 13UE??ten‘ . r. , x .. v
als er im Jahre 1894 zu Grabe getragen warden! -rstaunt- er erst, als ihm der Direktor
war, da wurde er in keiner Zeitung gewürdigt, und “c'ier d-m phantasttfchen Handel erzählte, der s. _ e ......., • ■ r a , 0tfnn»r» mif hi'ti mtarroitnnrton 'Fftotonnlrön »innplobr
v_ ~ !Solopart des Malers Klecksel sang Josef Segler
a_. |Wt , Dann kam' der denkwürdige Tag heran. Es war mit lebendigem Humor. Die Uraufführung, ber eine gestopften Balg 300 Mark geboten wurden, war der eine aufregende Sache. Der letzte Höchstpreis, ber gleichfalls hervorragende Erstaufführung ber Tanz- Preis später auf bas Vierfache gestiegen, unb jetzt für ein Riesenalk-Ei bezahlt worben war, mürbe Pantomime „Prinzessin Schneewittchen" von Franz wurden sogar schon 6000 Mark für einen Vogel be- weit Überboten. Das eine Ei brachte einen Erlös , $ ö f e r voranging, wurde mit stürmischem Beifall "■ * - . . . —"" * -* *• -• * aufgenommen. Der anwesende Komponist wurde
lebhaft gefeiert. Dr. Max Sidow.
Der Handlungsgehilfe war von diesen Zahlen arme Jüngling erhielt glückstrahlend für bie überrascht unb hegte die stille Hoffnung, baß er für Zngabe seines Kaufes mehr als bas 250fache von
feine beiden Eier bann vielleicht genau soviel be- bem, was er für ben eigentlichen Möbelkauf gezahlt
। kommen würde, wie er auf ber Nachlaßversteigerung hatte. Hätte er noch gewartet, bann wäre es noch
sich nach ber Zuteilung feinen Erwerb für alle Sachen zusammen ausgegeben hatte. Aber wehr geworben, benn bie Genrfugl-Eier sinb in-
achtete, fand er in einer Schublade zwi- er war mit feinen Wünschen zu bescheiden. Der । Zwischen schon wieder über 1000 Mark im Preise
TUroPfnr w.iipitnia nnh (Frr)nilMAn Fl /• uun vpn --pcici uhu ituiem ^rruwweipeier- jjie arzullye yuse rain oayer m manchen yauen zu
üter b?n ihm rora^leaten fiunb äuJörud irfleni)?>0 ^eschtet ln ver- Ballett gegangen ist. Auch lein neues Werk kann spät. Das schwedische Ministerium des Innern hat
über den u>m vorgeiegrsn psuno ziusorua. Unc staubten Schubladen lagen, ohne dost ihr Besiber als em wertvoller Beitrag zur Erneuerung des daher ieht anasardnet bah bie älerifc ber ßuftambu» noch°chcht"vm?ek°mm7n^ Ersieh s ch"zunächi? die aan?9 ^'deutung wußte. Aber es war musikalischen Bühnenmärchens gelten Die sieben lanz an einem Kursus für Fallschirmabspringer tell-
GesihÄ von dem Kauf der Eier buchten und er. Gegend Vn sich^die" Fis^zu^Keit^ ls°der IandMn?°9be?en"°^n?°mimi,»/" "ehmen sollen. ™an. die Aerzte jederzeit
AöhItP dem iunaen Kaufmann bann was für ein ^iefPHnfP nn* nüf nfferLJ r - J, ?er ^anblung, beren pantomimische Darstellung von im Fallschirm abspringen können, daß dann m allen tfÄ, .*,« i. x. „l... । äs, "aä,.ÄiEÄrfe™ w i ** w",|m mir
, S ge- f v , (_ _ f
... I schaffen wurde, zur Uraufführung. Der Komponist kommen, baß es unmöglich war, mit dem Flugzeug
Jüngling war, als träume er. Vier- setzt darin ben Weg fort, ben er in den letzten Iah- zu landen, weil es an einer ausreichenden Fläche ntm* f.., ... »------- ------- *- ------------ fehlte oder die Zeichen nicht genügend sichtbar waren.
Die ärztliche Hilfe kam daher in manchen Fällen zu
da tarn auch kein Museumsdirektor unT"'feine federn mit den ausgestopften Riesenalken eingesetzt tätigen Stifter, ihnen ben seltenen Kauf ermög- D ^rck^ als Moritz e^ähnt sei. Den schwierigen Sammlung zu holen. Lebiglich die Verwandten san- h?"?. Während in den ersten Jahrzehnten vor der.Uchen zu helfen. I
den sich ein, um feinen Nachlaß zu versteigern und völligen Ausrottung des R.efenalks für einen aus-. Dann kam bei


