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Rolle überlegener Bedachtsamkeit. Jetzt, da sich einige kleinere enalische Handelsschiffe auf eigenes Risiko, nicht in Ausführung eines internationalen Auftrags, in Gefahr begeben haben, ist die Panik­mache hemmungslos. Dabei spricht jede innere Wahrscheinlichkeit dagegen, daß Franco einen Kon­flikt sucht, wohl aber dafür, daß die Roten, be­sonders nach ihren neuen Niederlagen, jede Ge­legenheit zur Ausweitung des spanischen Konfliktes nnt Herzensfreude sehen würden.

Oer nationalspanische Heeresbericht.

Salamanca, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht mitteilt, wurden die Säuberungsoperationen im Abschnitt von Alfambra fortgesetzt, wobei über 1000 Ge­fangene gemacht wurden. 1247 feindliche Leichen wurden beigesetzt. Eine riesige Menge von Kriegs­material wurde angesammelt. Mehrere hundert Fa­milien, die vor den roten Horden geflohen waren, sind, wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt. Die von'den nationalen Truppen eroberten Dörfer bie­ten, wie immer, ein Bild, wie man es von den bolschewistischen Schergen und Mordbrennern nicht anders gewohnt ist: überall haben die Bolschewisten geplündert und die Häuser in der unglaub­lichsten Weise besudelt. So hatten die roten Horden die Kirchen zu Kasernen, Autogaragen und so­gar z u D i e h st ä l l e n b e n u tz t.

Oer sowjetrussische Geschäftsträger in Bukarest spurlos verschwunden.

B u k a r e st, 8. Febr. (DNB.) Der sowjetrussilche Geschäftsträger in Bukarest, Legationsrat B u - d e n k o , ist, wie erst heute bekannt wird, seit Sonn­tagnacht verschwunden. Budenko war von einer Geselligkeit aufgebrochen und hatte sich mit dem sowjetrussischen Gesandtschaftswagen in eine Woh­nung fahren lassen, die er mit anderen Mitgliedern der Gesandtschaft teilt. Nach Aussagen des Chauf­feurs, der Russe ist, ist Budenko in sein Haus ein­getreten. Weder die übrigen Bewohner noch die Angestellten wollest aber etwas von seiner Heim­kehr gehört haben. Aus Kreisen der sowjetrussischen Gesandtschaft wird das in Bukarest als lächerlich bezeichnete Gerücht verbreitet, daß Budenko von nationaler rumänischer Seite verschleppt worden sei! Viel wahrscheinlicher ist ein neuer Terrorakt der GPU. Budenko, der Frau und Kinder in Sowjetrußland hat, war als Lebemann bekannt. Die Bukarester Blätter deuten an, daß Budenko Trotzkist sein könnte. Die Vermutung bleibt be­stehen, daß er sich durch Flucht einer Verhaftung durch die GPU. entzogen hat. Die sowjetrussische Gesandtschaft und das Konsulat haben ihre Büros geschlossen. -

OaS jugoslawische Konkordat.

B e l g r a d, S. Februar. (DNB.) Die Verhand­lungen des orthodoxen Konzils mit der Regierung Stojadinowitfch über die Frage des Konkordates mit dem Vatikan haben zu einer Einigung geführt. In einer Er­klärung der orthodoxen Kirche wird hervorgehoben, daß die Kirchenleitung von den Kundgebungen der zuständigen Amtsstellen über den Verzicht auf das Konkordat befriedigt sei. In einer Ver­ordnung des Regentschaftsrates wird bekanntaegeben, daß alle Personen, die wegen Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Konkordatsabschluß ver­urteilt worden waren, begnadigt sind. Ander­seits hebt die orthodoxe Kirchenleitung die Exkom­munizierung jener Minister und Abgeordneten w i e'd e r auf, bie seinerzeit für das Konkordat ge­stimmt hatten.

Japan wirk» die Mitteilung seiner Baupläne ablehnen.

T o k i o, 9. Febr. (DRV. Funkspruch.) Nach einer Mitteilung derTokio Nichi Richi" sind das japa­nische Auhenamt und die Marinestellen grundsätz­lich entschlossen, das ultimative Ersuchen der Vereinigten Staaken, Englands und Frankreichs um Mitteilung der japani­schen Flottenbaupläne abzulehnen. Aus der japanischen Antwort werde hervorgehoben, daß Ja­pan am Londoner Vertrag der drei Mächte unbeteiligt und infolgedessen auch zu keiner Erklärung über jein Flotlenbauprogramm verpflichtet sei. Der Hinweis der drei Mächte auf die sogenannte Gleitklausel berühre die japa­nische Regierung nicht. /

Keine außenpolitischen Bindungen der Bereinigten Staaten.

Washington, 8. Febr. (DNB.) Die wachsende Propaganda derisolationistischen" Parlamentarier gegen angebliche Bindungen zwischen Washington und London veranlaßte Außenminister Hüll zu einem Schreiben an den Vorsitzenden des außenpolitischen Ausschusses des Bundessenats Pittman. Hüll leugnet das Bestehen irgendeines Bündnisses oder Uebereinkommens zwischen England und USA. oder mit dritten Mächten für einen Kriegsfall sowie Pläne für eine gemeinsame Operation der amerika­nischen Marine mit anderen Kriegsflotten sowie irgendeiner Patrouillentätigkeit der amerikanischen Flotte. Als Präsident Roosevelt gefragt wurde, ob er mit der Ansicht einer Reihe von Senatoren über­einstimme, daß die Vereinigten Staaten auch im Atlantischen Ozean eine Kriegsflotte stationieren sollten, äußerte er, daß dies Meinungen vonAmateur-Sträte giften" seien.

1500 Sowjetflugzeuge in Fernost.

Tokio, 8. Febr. (Ostasiendienst des DNB.) Auf eine Anfrage im japanischen Unterhaus teilte Krieas- minister S u g i y a m a mit, daß die S o w j e t l u f t- waffe im Fernen Osten über 15 0 0 Flug­zeuge Rationiert habe. Die Mehrzahl dieser Flugzeuge entfalle auf bie Küstenprovinz. Kriegsminister Sugiyama betonte, daß Japan durch triefe sowjetrussische Bebrohung gezwungen werbe, seine Luftwaffe auf einen Stand zu bringen, ber sie allen Möglichkeiten gewachsen zeige.

Oie Sanierung

. der schweizerischen Bundesbahnen.

Bern, 8. Febr. (DNB.) Der Nationalrat wird sich mit der schon seit Jahren fälligen Sanierung der Bundesbahnen befassen. Nach dem Reorgani­sationsplan sollen nach einer Bilanzbereinigung mit Ueberschreibung von etwa 800 Millionen Franken an den Bund zum Zweck der Tilgung die Bundes­bahnen auch als politischer Faktor aus der Staats­verwaltung ausscheiden unb wieder ein rein

Hessen-Aassau im Einsatz für den Meriahresplan.

Besichtigungsfahrt des Gauleiters durch die nördlichen Kreise des Gaues.

NSG. Eine eindrucksvolle Erkenntnis der An­spannung aller wirtschaft!ichenKräste des Gaues Hessen-Nassau für den Vierjahresplan vermittelte eine zweitägige Besichtigungs­fahrt, bie ber Gauleiter vor kurzem in die nördlichen Kreise des Gaues unternahm, begleitet vom Stellvertretenden Gauleiter Linder, von Gauamtsleiter A v i e n y , als Leiter der Abtei­lung Vierjahresplan, und dem Gauwirtschaftsbe­rater E ck a rd t.

Im Lahnstädtcken Villmar gilt der Besuch bei der Firma Dyckerhoff und Neumann dem L a h n m a r - mo r, der hier in nächster Nähe gebrochen, unter dem Sägegatter bearbeitet wird und seinen Weg zur Fertigware nimmt. Ein wunderbar leuchtender, kirschroter Stein. Dom höchsten Bauwerk der Welt, vom Empire State Building in Neuyork schaut er wie vom Capitol in Neu-Orleans, im Rathaus von Rotterdam wie in. den Bahnhöfen Konstantinopels. In der Heimat aber blieb er das Aschenbrödel. Nun erst verkünden seinen Wert die monumentalen Bau­ten des Dritten Reiches^ im Reichsluftfahrtministe­rium, im Haus ber Flieger, in ben Reichspartei­tagbauten von Nürnberg zeigt er auch feine bild­hauerische Verwendbarkeit. Dor dem Kriege betrug ber Umsatz 2,5 Mill. Mark, während der System­zeit 350 000 Mark und jetzt wiederum 1 Million Mark. Es ist also die Erschließung eines vielseitigen Absatzgebietes notwendig, um den alten Stand zu erreichen. Es ist aber nicht daran au zweifeln, daß dies gelingen wird, denn die Tatsache, daß der Lahnmarmor durchaus fein Luxus ist, was sich in feinem angemessenen Preise gegenüber anderen Werkstoffen äußert, wird ihn in unserer Wirtschafts­planung besonders zum Einsatz kommen lassen.

20 000 bis 22 000 Gefolgschaftsmitglieder beschäf­tigen der Bergbau unb die Hüttenindustrie im älte­sten Eisenebzreviere Deutschlands, im D i l l g e b i e t. Durch zweckmäßige Konsolidierung, die dem zer­stückelten Felderbesitz ein Ende machten und durch bie bann einsetzende planmäßige Untersuchung der geologischen Verhältnisse des Gebietes wurde eine gleichmäßige Förderung sichergestellt. Der Gauleiter fuhr selbst in bie GrubeKönigszug" ber Buderusschen Eisenwerke ein, um sich von der schwierigen Arbeit des Kumpels unter Tage zu überzeugen. Anschließend wurden das zur Verhüt­tung eisenarmer Erze in den Dienst des Dierjahres- planes gestellte Hochofenwerk Oberscheld

und die Förderungsanlage einer wieder in Betrieb genommenen Kupfererzgrube besichtigt.

In Wetzlar, durch seine ovtische und fein­mechanische Industrie berühmt, geht ber Weg durch saubere unb weite Werkräume ber Firma Leitz. Jeber Arbeiter ist hier ein Meister seines Faches. Wir sehen bie Bearbeitung von Linsen die nicht größer als Stecknabelköpse finb. Deutsche Wert­arbeit ist nicht zu übertreffen und daher auch ber Welt unentbehrlich. Die Arbeiter sind stolz darauf, einen Arbeitsplatz auszufüllen, ber schwere Anfor- berungen an ihre Ausbilbung stellt, aber auch höchste Erfolge bringt.

Auf ber 13. Sohle ber BleigrubeM e r - k u r" in Bab Ems, wo wir am Vormittag des nächsten Tages-eingefahren sind, bei nahezu 40 Grad Hitze, im Dampf heißer Quellen, bie unauf­hörlich aus allen Fugen rieseln unb keinen trocke­nen Fetzen am Leibe lassen, 1000 Meter unter ber Erde, am Ende eines engen Maulwurfganges mit Preßluftbohrer und Sprengpatrone versehen, wühlt sich ein Mensch durch den Berg. Die Aufbereitung oes Bleies in ber Emserhütte erfahren wir bann und schließlich geht unsere Besichtigung an den Ufern ber Lahn zu einem weiteren Problem über bie Lahnkanalisierung. Bis Gießen» Lollar ist sie geplant, unb nach bem Willen des Gauleiters wird sie ihre Verwirklichung finden. In Bad Schmalbach erwartet uns die ^Fabrikation der Z u r d a - F a s e r. Aus Torf gewonnen und bearbeitet entsteht hier diese spinnfähige Faser, die bereits jetzt vielfältigen Verwendungszwecken dient. Ihr wird vor allem die Aufgabe zufallen, hoch­wertigere Fasern, bie an anderen Stellen dienlicher sind, zu ersetzen. In Wiesbaden-Biebrich nimmt bann die Fahrt ihr Ende mit dem Besuch der chemischen Fabrik Kalle & C o. Hier erfährt man, zu welcher Vielfalt ber Rohstoff Holz bear­beitet werden kann. Durch verschiedenste Prozesse werden aus der Zellulose Textilien, Zellophan (zu Verpackungszwecken), künstliche Därme, Seifen unb Leimfabrikate erzeugt. Besonders zeigt sich hier die erfolgreiche Synthese zwischen Faust und Geist, die Betriebsgemeinschaft im Ringen um die Ziele des Vierjahresplanes. Die Fahrt konnte bem Gauleiter die Gewißheit geben, daß Hessen-Nassau in der Mobilisierung aller wirtschaftlichen Kräfte des Reiches einen bedeutenden Platz einnimmt und ihn halten wird.

Lettow-Vorbeck.

50jährigeS Militärjubiläum des Helden von Deutsch-Ostafrila.

Bremen, 8. Febr. (DNB.) Dem Sieger von Deutsch-Ostafrika, General von Lettow- V o r b e ck , wurden am Tage feines 50jährigen Soldatenjubiläums aus bem ganzen Reich zahlreich e Glückwünsche zugesandt. Im Auftrag des Oberbefehlshabers ber Luftwaffe, Generalfeldmarschall ©Öring, überbrachte der Kommandeur des Luftgaues, General Mohr, die besten Wünsche. Im Auftrage des Oberbefehls­habers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. facher, erschien Korvettenkapitän Pruessen von der Kriegsmarine-Dienststelle Bremen. Von den zahlreich eingelaufenen Telegrammen sind fer­ner zu nennen die Glückwünsche des Stellver­treters des Führers, Reichsministers Ru­dolf Heß, des Oberbefehlshabers des Heeres. Generaloberst von Brauchitsch, des General- feldmarschalls von Mackensen und des Reichs­kriegsopferführers Oderlinbober. Senator Flohr unb Senator Bernhardt überbrachten die Grüße des Bürgermeisters, SAvGruppenfüh- rer Boehmcker, unb des Senats ber Hanse­stadt Bremen. Herzlich beglückwünschte auch ber englische Konsul Wilman ben siegreichen Gegner feines Landes

Auch ber Führer hat General von Lettow- 93 o r b e cf zu seinem 50jährigen Jubiläum telegra­phisch seinen Glückwunsch in herzlichen Wor­ten übermittelt.

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Lettow-Vorbeck wurde 1870 in Saarlouis als Sohn eines preußischen Offiziers geboren. Er wurde im Kadettenkorps erzogen und 1888 Leutnant im 4. Garde-Regiment zu Fuß. Von 1900 bis 1901 machte er im ostasiatischen Expedittonskorps ben Feldzug gegen bie chinesischen Boxer mit, 1904 kam er zur Schutztruppe nach Deutsch-Südwestafrika, wo

er sich während des Herero-Hlusstandes auszeich- nete und auch schwer verwundet wurde. 1907 schied er unter Beförderung zum Major aus ber Schutz­truppe aus unb würbe Adjutant beim General­kommando des XI. Armeekorps. 1909 wurde er Kommandeur des II. Seebataillons, 1913 Oberst­leutnant und Kommandeur der Schutztruppe von Kamerun. Am 20. April 1914 würbe er Komman­deur der Schutztruppe in D e u t sch - O st a f r i k a. Es wird in der Kriegsgeschichte aller Zeiten ein unvergängliches Ruhmesblatt bleiben, wie er hier gegen eine gewaltige Uebermacht vier Jahre hin­durch siegreich gekämpft hat. Er hatte in der Ko­lonie außer ben schwachen Formattonen ber Schutz­truppe für ihre gegen einen europäischen Gegner durchaus ungenügende Ausrüstung keine Kampf­mittel gefunden, bie für einen modernen Krieg ausgereicht hätten. Durch bie Opferwilligkeit ber deutschen Farmer und Beamten, durch die Hin­gabe und Treue der Eingeborenen war er in die Lage versetzt, jahrelang die feindlichen Angriffe siegreich abzuwehren. Als bann die Uebermacht über alle Lanbesgrenzen eindrang, trug Lettow-Vorbeck mit einem kühnen Entschluß ben Krieg in bas be­nachbarte feindliche portugiesische Gebiet, er schwenkte dann rasch entschlossen nach Norden, um auf bem Zuge in ben Kongostaat die Nachricht vorn Waffenstillstand zu erhalten. Unbesiegt legte bie kleine Schar ihre Waffen nieder: es waren fast nur Veutegewehre fremder Herkunft, mit denen sie ben Kampf bis zum bitteren Ende ehrenvoll ge­führt hatte, von dem sich die farbigen Krieger Ost- afrifas noch lange erzählen werden, wenn sie an ben Wachtfeuern sitzen. Es war ein: ritterliche Geste, wenn dem hochverdienten Manne, der jetzt in Bremen wohnt, der englische Konsoul als Ver­treter feiner Regierung die aufrichtigsten Glück­wünsche zu seinem Militärjubiläum aussprach.

wirtschaftliches Unternehmen werden. Infolge ber Streitfragen bei ben Verwaltungsange­legenheiten unb angesichts des hohen Entschuldungs­betrages, ber auf den Kopf der Bevölkerung 399 Franken ausmacht, bezeichnete Nationalrat Dr. Gafner die Sanierung der Bundesbahnen als eines der schwierigsten Probleme, mit denen sich bas schweizerische Parlament seit langem zu befassen hatte.

L.Z. 130" vor der Vollendung.

Auch die zweite Lustschiffhalle steht in wenigen Monaten.

Frankfurt a. M., 8. Febr. (LPD.) Auf dem Flug- und Luftschi ff Hafen Rhein-Main geht der Gerüstbau der zweiten Luftschiff Halle seiner Voll­endung entgegen. Im Mai oder Juni wird die Halle fertig sein unb dann wird es auch nicht mehr lange dauern, bis das neue LuftschiffLZ 130" von Frankfurt aus seine Fahrten nach Nordamerika aufnimmt.

Das neue Luftschiff sollte ursprünglich bis auf unbedeutende Abänderungen ein genaues Ebenbild des LuftschiffesHindenburg" sein. Die U m Reifung von Wasser st offgas (auf bas auch LZ 130 zuerst eingerichtet war) auf He­lium gas hat jedoch eine Reihe von Umwand­lungen an dem neuen Luftschiff notwendig gemacht. Dem Vorteil der Unbrennbarkeit des Helium­gases steht der Nachteil seiner geringeren Tragfähigkeit gegenüber. Dieser Nachteil kann in bestimmten Fällen zwar bis zu einem ge» wissen Teil ausgeglichen werden durch eine Vor­richtung zum Erwärmen des Heliums (er­wärmtes Gas hat einen gesteigerten Auftrieb). Es war aber dennoch nicht zu vermeiden, daß auch bie Inneneinrichtung des mit Helium gefüllten Luftschiffes leichter gestaltet werden mußte; dabei sollte jedoch auch nicht auf bie Be - quemlichkeit verzichtet werden, und so richtete man das neue Luftschiff nun für den lieber- seeverkehr nach Amerika aus 40 Passagier­

plätze ein. Die neue Anordnung ber Fahrgast­räume ist so gut den Anforderungen des Luftschiffes angepaßt, baß die Passagiere fast ein noch größeres Maß von Bequemlichkeit vorfinden werden, als auf bemLZ Hindenburg". Auch ein Höchstmaß von Sicherheit ist gewährleistet, denn bie ein­zige Gefahrenquelle, die bisher bei bem Zusammen­treffen von unglücklichen Umständen zur Katastrophe führen konnte, das Wasserstoffgas, ist ausgemerzt.

Or. Filchner dankt den britischen

Behörden für ihre Unterstützung.

Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Leiter ber Kul­turpolitischen Abteilung bes Auswärtigen Amtes, Gesandter Dr. Stieve, gab einen Empfang zu Ehren des Forschungsreisenden und Nationalpreis­trägers Dr. F i l ch n e r. Außer dem Gelehrten und seiner Tochter hatten der Einladung Folge geleistet: der Botschaftsrat der englischen Botschaft Sir George Ogilvie-Forbes, ber englische Mili­tärattache MacFarlane sowie ber erste Sekre­tär ber englischen Botschaft Mr. Kirkpatrick. Dr. Filchner gab ihnen feiner aufrichtigen Dankbar­keit für bie vielfältigeunb erfolgreiche Hilfe Ausdruck, die seiner Expedition durch die britischen und britisch-indischen Behörden zu Teil geworden war. Dr. Filchner erwähnte besonders die zu seiner Befreiung unternommenen Maßnahmen des britischen Generalkonsuls in Kaschgar, Major Packmann, sowie bie freundschaftliche Hilfe­leistung des englischen Dizekonsuls Gillette, der selbst die Anstrengungen einer beschwerlichen Reise nicht gescheut hatte, um den Forscher wäyrend sei­ner Haft in Chotan zu besuchen. Zuletzt hob Dr. Filchner noch die ersprießliche Zusammenarbeit mit dem Dermessungsamt hervor, mit dem er bie wissen­schaftlichen Ergebnisse seiner Forschungsreise bear­beitet hat. Der chinesische Botschafter Deranftaltete ebenfalls zu Ehren Filchners einen Empfang. Zahlreiche führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hatten dieser Einladung Folge geleistet.

Wirtschaftspolitische Konzentration.

Wirtschaftliche Aufrüstung, dies Wort bebeutef nicht bie Vorbereitung des Krieges, sondern die Zusammenballung aller wirtschaft« lichen Kräfte der Nation und ihre ein­heitliche Führung zu dem Zwecke, um aus dem An­satz, dessen Wie und Wann einem einheitlichen Oberbefehl unterliegt, ben größtmöglichen Nutz­effekt herauszuholen. Generalfeldmarschall Gö­ring und Reichswirtschaftsminister Funk haben die Leitung dieses Wirtschaftsapparates in Hän­den; ber Vierjahresplan, dessen Ziel die wirtschaft­liche Unabhängigkeit unseres Volkes ist, ist das Pri­märe, dem sich alle Sonderinteressen zu fügen haben. Das bedeutet aber nicht die Ausschaltung der Privatinitiative, die nach den Ausführungen des Reichswirtschaftsministers besonders pfleglich behan­delt wird, sondern nur deren Lenkung auf ein gemeinsames Ziel unter Beseittgung aller der Reibungen, bie sonst im sogenannten freien Spiel der Kräfte zur Vergeudung wirtschaftlicher Ener­gien führen. Wir können uns ben Luxus nicht er­lauben, der vielleicht in reicheren Staaten ange­bracht ist, diese freien Kräfte schrankenlos walten zu lassen. Wir haben eine sehr knappe Devisen­decke, sind abhängig von gewissen ausländischen Rohstoffen, bie wir durch Arbeit und Erfindungs­gabe zu ersetzen versuchen. Wir sind ein übervöl­kertes Land und müssen als erste Aufgabe betrach­ten, den deutschen Arbeitermassen nicht nur Be­schäftigung zu geben, sondern ihre Lebenshaltung zu heben. Daher ist ein geschlossener Apparat not­wendig, ber jetzt als Exekutive des Vierjahres­planes zu funktionieren beginnt. Es handelt sich also lediglich um eine Verfeinerung des Apparates, um eine Ausschaltung ber Hemmungen, damit bie Wirtschaftsmaschinerie reibungslos zu arbeiten ver­mag.

Die Wirtschaft, dieser Untergrund alles Seins, kann ihre hohe Aufgabe nur erfüllen durch Arbeit im Frieden. Ein Krieg verzehrt. Jedes Wirt- schaftsprogramm kann sich also nur bann aus­wirken, wenn der Friede für lange Zeit gesichert bleibt. Das ist das Ziel der oeutfchen Politik. Selbst­verständlich müssen wir auch für Den Ernstfall wirt­schaftlich gerüstet sein, denn gerade weil wir wirt­schaftlich nicht für ben Kriegsfall gerüstet waren (z. B. hatten wir die Ernährungsgrundlage des deutschen Volkes nicht gesichert), haben wir den Weltkrieg verloren. Wir tun mit der wirtschaftlichen Aufrüstung nichts anderes, als was jede Natton im eigenen Bezirk will. Die englischen Konzentra- tionsbeftrebungen auf diesem Gebiete, bie franzö­sischen Anstrengungen, bas Roosevelt - Programm liegen genau in derselben Ebene. Es ist daher übelste Hetze, zu behaupten, bie wirtschaftliche Kon­zentration in Deutschland habe den Krieg zum Ziel. Gerade für Kulturzwecke gibt Deutschland un­geheure Summen aus. Die großen baulichen 93er- änbenmgen der deutschen Städte, die Errichtung von Hitler-Schulen unb Jugendheimen, die Reichs- autobahnen bis Ende 1937 wurden allein für diesen Zweck rund 2 Milliarden Mark ausgegeben , bie soziale Fürsorge sind deutsche Werke des Friedens, an denen unablässig gearbeitet wird und für die der größte Teil der Reichsein­nahmen Verwendung findet. Wir sind nicht in ber Lage Frankreichs und ber Tschechoslowakei, bie ein­gestandenermaßen ben größten Teil des Volksein­kommens für ihre wahnsinnigen Aufrüstungen ver­wenden unb bann darüber klagen, daß selbst für die bescheidensten kulturellen und sozialen Zwecke im Staatssäckel fein Geld sei. Die wirtschaftliche Aufrüstung Deutschlands dient dem Frieden unb der Unabhängigkeit der Nation von den Launen derer, die bisher sich in deutsche Dinae mischten, weil sie glaubten, Deutschland wirtschaftlich in der Hand zu haben. D. S.

Italiens Wirtschaftskraft.

Die wirffchaftlichen Anstrengungen Italiens, eine relative Selbstversorgung zu erreichen, gehen von der Taffache aus, daß ber größte Teil ber italienischen Bevölkerung in der Landwirt­schaft arbeitet, unb zwar sind in der Landwirt­schaft nach der neuesten Statistik tätig 8,85 Mil­lionen oder 48,2 v. H., in ber Industrie da- geaen nur 5,38 Millionen ober 29,3 v. H. ber be­rufstätigen Bevölkerung. DieGetreideschlacht" Mussolinis hatte das Ziel, nicht nur bie Handels­bilanz zu entlasten, sondern auch den Boden Ita­liens fruchtbarer zu machen. Bis 1930 war Wei­zen der erste Posten in der Liste der eingeführten Waren. Noch 1930 entfiel ein Achtel der Gesamt­einfuhr auf Weizen. Infolge des Mussolini-Planes wurde die Anbaufläche für Weizen vergrößert seit 1922 um rund 10 v. H., und ber Hektar- ertrag ist im Vorjahre sogar um 50 v. H. größer gewesen als 1922. Die Intensivierung der italie­nischen Landwirffchast hat also Fortschritte gemacht, und wenn auch das vorige Jahr eine Rekordernte brachte, so daß Italien überhaupt feinen Weizen einzuführen braucht, so wird doch auch in schlechte­ren Erntejahren Italien sich zum größten Teil mjg Eigenem ernähren können. Damit ist ein Hauprzie! des Autarkieplanes im wesentlichen erreicht.

Anders liegt es auf dem Gebiete ber Versorgung mit industriellen Roh st offen. Italien be- sitzt fo gut wie gar keine Steinkohle unb -führte in den elf Monaten des vergangenen Jahres, wofür Statistiken vorliegen, 11807 000 Tonnen Kohle ein. Günstiger ist bie Versorgung mit Eisen­erzen usw. Ader im wesentlichen ist Italien nur in ber Lage, Bauxit, den Grundstoff der Alu­miniumerzeugung, Quecksilber und Schwe- f e I aus eigenem Boden zur vollen Deckung zu ge­winnen. Die Aluminiumerzeuaung Italiens ist seit 1935 von 13 500 Tonnen auf 20 900 Tonnen an­gewachsen und deckt praktisch den Bedarf. Die Schätze Abessiniens sind noch nicht erschlaffen, unb es werden Au mindest zehn Jahre vergehen, ehe die Quellen zu sprudeln beginnen. Bis dahin muß Italien bevisenzehrende Rohstoffe einführen. Somit wird die Autarkie Politik Italiens sich schon struktur- gemäß sehr wesentlich von bem Vierjahresplan Deutschlands unterscheiden, da Deutschland auf Grund seines Reichtums an Kohle als chemi­schen Grundstoff, an Holz nach Einschränkung des Brennholzverbrauchs und an gemeinen Leicht» metall-Mineralien wesentlich besser dasteht.

Auf dem Gebiete der italienischen Textil­industrie ist der Schwerpunkt auf bie Erzeugung von heimischen Fasern bzw. Kunstfasern gelegt worden. Zur Herstellung von Seibengeweden wurden im Monatsdurchschnitt 1934 864 Zentner Naturseide und 4511 Zentner Kunstseide verwendet. Jetzt hat sich der Anteil der Kunstseide fast ver­doppelt. Das gleiche ist bei Baumwollge­weben und Wollgeweben zu verzeichnen. Der monatlich« Verbrauch der ettcheinüjchen