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Nr.ZZ Erstes Blatt

188. Zahrgang

Mittwochs. Zebruar 1938

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Oer Acker ruft!

2n wenigen Wochen, zu Ostern, werden wieder Hunderttausende deutscher Jungen und Mädel die Schule verlassen, um in das Leben zu treten und sich einen Berus zu erwählen. Die FrageWas f «o 11 i ch werden?" hat ihre jungen Gemüter naturgemäß schon seit langem beschäftigt, viele Pläne sind gefaßt und wieder verworfen worden. Eines hat die Äugend in dieser Zeit sogleich ge­merkt, als sie Umschau hielt, wie die Aussichten in dem einen oder anderen Beruf wären, eines wurde ihr immer wieder entgegengehalten: Wir brauchen euch!

Vorbei sind die Zeiten, da die jungen Menschen, voll Arbeitseifer und voll Arbeitswillen, anklopften an die Türen der Fabriken und Büros und ihnen immer gesagt wurde:Wir haben keinen Bedarf, wir haben sowieso schon Mühe genug, um keine weiteren Entlassungen vorzunehmen." Jetzt, im Reiche Adolf Hitlers, steht jedem jungen Deutschen männlichen und weiblichen Geschlechts der Weg in alle Berufe offen, überall werden Kräfte gebraucht, denn die Aufgaben, welche es jetzt angesichts des .Aufstiegs auf allen Gebieten zu erfüllen gilt, for­dern den re st losen Einsatz aller. Ein Blick in den täglichen Anzeigenteil der Zeitungen zeigt uns zur Genüge, wie sehr in allen Berufen B e - darf an Arbeitskräften ist.

Dieser Bedarf an Arbeitskräften ist besonders stark in unserer Landwirtschaft. Wer ihre augenblicklichen Verhältnisse kennt, der ist sich klar darüber, daß die Durchführung der Erzeu- gungsfchlacht entscheidend abhängig ist von der Lösung oder vorläufig wenigstens behelfsmäßigen Lösung der Arbeitseinsatzfrage. Nicht allein das Fehlen von Landarbeitern ist zu einem schwerwie­genden Problem geworden, Ebenso wichtig und sozialpolitisch bedenklich ist die Arbeitsüberlastung der Landfrau, bedingt durch das Fehlen weiblicher Arbeitskräfte, die auch den Haushalt und die länd­liche Hauswirtschaft mit betreuen könnten.

Gerade angesichts der Tatsache, daß die Land­wirtschaft die Aufgabe hat, die Ernährung des Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen und uns in bezug auf die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Ausland so unabhängig wie nur möglich zu machen, stellt dies alles ein Problem dar, welches nicht nur das Landvolk, sondern die gesamte Nation angeht. Wir müssen uns darüber klar sein, daß die erste Bedrohung des ländlichen Ar­beitslebens ohne Zweifel in erster Linie die Land­flucht darstellt. Deshalb zielen auch die Bemü­hungen aller Stellen darauf hin, Aufklärung dar­über zu geben, daß der Beruf des Landarbeiters heute keineswegs mehr als zweitrangig anzusehen ist und daß der Landarbeiter es heute in der Stadt durchaus nicht immerbesser" hat. .Hinzu kommt noch weiter, daß der Landarbeiter durch­aus nicht wie man hier und da noch hören kann geringere Arbeit leistet, weil er angeblich überhaupt nicht zu lernen braucht. Die Landarbeit ist heute in allen ihren Zweigen eine gelernte Arbeit. Durch die Schaffung der zweijährigen Landarbeitslehre, für die ein Lehrvertrag abge­schlossen wird und die mit der Landarbeits­prüfung zum Landarbeitsgehilfen endet, ist die­ser Beruf den handwerklichen Berufen gleichwertig. Der Landarbeitslehrling erhält Tariflohn, Urlaub und eine umfassende Ausbildung in Feld, Hof und Stall sowie an den Maschinen. In ähnlicher Weise ist für die Mädel die ländliche Hausarbeitslehre geschaffen worden. In, weiteren zwei Jahren kann eine Sonderberufslehre durchgemacht werden, die mit einer Gehilfen- prüfung, z. B. zum Landwirtfchaftsgehilien, zum Melker, Schäfer, Geflügelzüchter, zur länd­lichen Hauswirtschaftsgehilfin usw. abgeschlossen wird. Wer sich nickst in einem Sonderberuf aus- bilüen will, erhält nach zweijähriger Landarbeits- gehilfenzeit denLandarbeiterbrief" und ist da­mit als gelernter Angehöriger dieses Berufes aner­kannt. Auch nach dieser Zeit gibt es viele Aufstiegs­möglichkeiten. Nach der Gehilfenfortbildung kann die' M e i st e r p r ü f u n g (als Melkermeister, Scha- fermeister usw.) abgelegt werden. Besonders Tüch­tige werden vom Reichsnährstand durch Freistellen an Landwirtschafts- und anderen Fachschulen ge­fördert. Durch den Berufswettkampf, durch die zu­sätzliche Berufsschulung und den Landjugendaus­tausch erfolgt eine ständige Steigerung des beruflichen Könnens. Ihre Krönung finden alle diese Maßnahmen in der Hilfe für die E x i st e n z g r ü n d u n g.

Die Hitler-Jugend fuhrt m Zusammen­arbeit mit dem Reichsminister für Dolksausklarung und Propaganda und dem Reichsnährstam) eine große Werbung durch, die unter dem Leitgedanken Pflüg mit, Kamerad!" steht und von der wir gewiß sind, daß sie in der Juge^) ein starkes Echo finden wird. Sinn und Zweck dieser Aktion ist es, dem jungen Menschen zu zeigen, daß Land­arbeit nicht nur Dienst für das Volk, sondern auch schön und erfolgbringend ist und Möglichkeiten er­öffnet, von denen bislang sich die wenigsten eine Vorstellung machen konnten. Es wird mcht nur dem jungen Bauern klargelegt werden, daß er auf dem Lande bleiben soll, fontern die Aufgabe dieser Werbeaktion der Hitler-Jugend besteht auch darin, die l a n d w i l l i g e I u g e n d d e r S t a d t auf das Land und in ländliche Berufe zurückzufuhren. Ein vor einigen Tagen in Berlin aufgefübrter Kulturfilm, der unter dem glei­chen TitelPflüg mit, Kamerad!" starken ^ktang fand, hat im Rahmen einer lebendigen Handlung gezeigt, wie ein Junge aus der Stadt die Erfüllung feiner Landsehnsucht durchdrückt und trotz elterlichen Widerstandes einen landwirtschaftlichen Beruf er­greift, in dem er voll aufgeht. Es geht bei dieser Aktion darum, die städtische Jugend oon der Not-

Frankreichs Gorge um feinen Nachwuchs.

Oie Gierblichkeiisziffern höher als die Geburtenzahl. - Oie Regierung zu durchgreifenden bevölkerungspolitischen Maßnahmen nach dem Beispiel Deutschlands aufgefordert.

Paris, 9. Febr. (DNB.) Der Senat behandelte das Problem des Geburtenrückganges in Frankreich, worauf schon seit einiger Zeit in der französischen Presse unter Betonung der erfolg­reichen Maßnahmen in Deutschland und Italien nachdrücklich hingewiesen wird. Senator Per not, der schon seit Jahren für eine gesunde Bevölke­rungspolitik eintritt, hatte an die Regierung eine Anfrage über die bevölkerungspolitische Lage in Frankreich auf Grund der letzten statistischen Er­hebungen und über die Maßnahmen der Regierung gegen den Geburtenschwund gerichtet.

In Anwesenheit des Ministerpräsidenten C h a u - temps, des Innenministers Sarraut, des Staatsministers Bonnet und anderer Mitglieder der Regierung ergriff Senator Pernot das Wort, um, wie er ausführte, einen Alarmschrei auszustoßen und der Regierung Gelegenheit zu geben, sich über ein Problem zu äußern, von dem die Zukunft der französischen Fami- l i e abhänge. 1867 gab es in Frankreich noch über eine Million Geburten, im Jahre 1900 nur noch 900 000 und 1936 war die Ziffer sogar a u f 6 3 0 0 0 0 gesunken. Dazu sei der bis 1935 be­trächtliche Geburtenüberschuß nun zu einem immer stärkeren Ueberschuß der Sterbeziffern geworden. In den letzten zweieinhalb Jahren habe Frankreich mehr als 57 000 Einwohner verloren. Dagegen hätten Deutschland und Ita­lien im Jahre 1935 und 1936 beträchtliche Gebur­tenüberschüsse zu verzeichnen.

Noch schwerwiegender als diese Ziffern seien die vorauszusehenden Folgen. Der Redner wies vor allem auf die Vergreisung der Bevölkerung hin. Wenn in der Sterbeziffer und Geburtenziffer sich nichts ändern würde, dann werde im Jahre 1955 der Sterbeüber­schuß 106 000 und 1980 sogar 429 000 betragen. Bei gleichbleibender Zunahme der Sterblichkeit würde Frankreich in 50 Jahren nur noch 30 lilittionen Einwohn?r zählen statt 41 Millionen heute. Die Folgen dieser Ent­wicklung feien auf allen Gebieten unabsehbar. Das Beispiel Deutschlands beweise, daß der Kampf gegen die Entvölke­rung möglich sei. Die Gründe für den Ge- burlenschwund in Frankreich seien moralischer, wirtschaftlicher und sozialer Natur. Es fehle das notwendige Vertrauen in die Zukunft. Die Durchführung des 40-Slunden- Gesehes habe dazu geführt, daß mehr als 80 000 junge Leute vom Lande in die Großstädte abgewandert feien. Ein weiteres schwerwiegendes Moment fei d i e

Arbeit der Frau.

Als notwendige Abhilfsmaßnahme empfahl Se­nator Pernot, die Regierung müsse den kinder­reichen Familien Hilfe und Unterstützung er­möglichen. Vor allem müßten die Familien­zulagen erhöht und aus g.e dehnt wer­den. Senator Pernot empfahl, 'eine Kommission zum Studium 'der Probleme der Familie und der Be- völkerungspolitik einzusetzen.Eine Politik, die dem Land das Vertrauen und den Glauben wicdergibt, ist notwendig: das Hell Frankreichs beruht in der Rückkehr z u den antiken Tugenden des Heimes, die starke Völker und blühende Natio­nen schuf."

Der Minister für öffentliche Gesundheit Marc R u c a r t schloß sich den Ausführungen des Sena­tors vollkommen an. Die Regierung verhehle sich nicht, daß die Frage des Geburtenrückganges den Bestand Frankreichs selbst betreffe, daß

die Lösung aber sehr schwierig sei. Neben der schon bestehenden Generalinspektion für Kinder werde jetzt ein Organismus gegründet werden, der alle Maßnahmen zusammenfassen solle. Für kinderreiche Familien seien zur Zeit über 450 000 000 Franks Kredite vorgesehen. Die Regierung wünsche lebhaft, auf diesem Gebiet noch mehr tun zu können. Alle Vorschläge des Senators würden sorgfältig geprüft werden.

Reue Milliarden für die französischen Rüstungen. Strategische Bauten in Nordafrika.

Paris, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der fran­zösische Landesoerteidigungsminister D a l a d i e r wird in einer Sitzung' der Kammerausschüsse für Heer, Marine und Luftfahrt Erklärungen über die Einrichtung des Einheitskommandos in Frankreich abgeben. DerFigaro" hält es für mög­lich, daß Daladier bei dieser Gelegenheit einen Plan für neue st ungen im Werte von meh­reren Milliarden Francs ankündigen werde. Dieser Plan werde vor allem außerordent­liche Rüstungen für die Kriegsmarine und für die Luftwaffe vorsehen. Außerdem sollen Mittel für die Neueinrichtung von Flug - zeugstützpunkten in Französisch- Nordafrika eingesetzt werden. In Mers-el-Ke-

London, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter sprechen im Zusammenhang mit Unterredungen über die Vorbereitung der nächsten Sitzung des Nichteinmischunasausschusses von einer sich and ahnenden englisch - italienischen Entspannung.Times" bezeichnet die spanische Frage als eine Art Prüfung für die englisch-ita­lienischen Beziehungen. Wenn' man in der spanischen Frage zu einer. Einigung gelange und diese dann ohne Verzögerung in die Tat umgesetzt werde, würde sie automatisch auch, die Besprechungen über eine allgemeine Entspannung fördern.Daily Telegraph" berichtet, daß GrasCiano am Diens­tagabend mit dem Unterstaatssekretär C a ö o g a n eine Unterredung gehabt habe. Seitdem Italien seine Teilnahme an der Verstärkung der Kontrolle im Mittelmeer erklärt habe, scheine eine wirksame Zusammenarbeit auch in den anderen Fragen des spanischen Konfliktes möglich zu sein. Die gestrigen Besprechungen hätten allerdings noch keine Fortschritte in der dabei aufgeworfenen Frage der Zurückziehung der Freiwilligen gebracht.

Man habe lediglich die verschiedenen Methoden geprüft. Britischerseits feien neue V o r s ch l a g e ; gemacht worden, über die sich jetzt die Botschafter mit ihren Regierungen auszusprechen hätten. Daily ! Telegraph schreibt, die Bemühungen, die Freiwilli­gen aus Spanien herauszubekommen, feien gestern ' abend in Gefahr gebracht worden durch die glatte .Weigerung der Sowjetregierung, mit» ! zumachen. Nun werde der französische Botschafter ! C o r b i n in Anbetracht der Freundschaft feiner Re- gierung mit der Sowjetregierung versuchen, den Sowjetbotscbafter M a i s k y umzustimmen. Das Blatt glaubt sogar, daß die britische Regierung be­reit sein würde, im Rahmen eines allgemeinen Abkommens über die verschiedenen wichtigen Mittelmeerfragen auch die Anerkennung des

wir sollen die Arbeiten beschleunigt werden, und ein ganz neuer Stützpunkt soll an der atlan­tischen Marokko - st e geschaffen werden. Schließlich ist die unverzügliche Schaffung einer neuen Auto st raße oder einer Eisenbahn­linie von strategischer Bedeutung vorgesehen, die die tunesische Ostküste mit der atlantischen Marokko- Küste auf bierettem Wege verbinden soll.

Folgen des Streiks.

Frankreich

mutzte mehr englische Kohle einführen.

Paris, 9., Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie der Matin" berichtet, hat der französisch-eng­lische Handel im Jahre 1937 seit längerer Zell zum ersten Male mit einem bedeutenden U n terschußfürFrankreich abgeschlossen. Frank­reich führte für 3,83 Milliarden Franken aus Eng­land ein, während es nur für 2,76 Milliarden Fran­ken französische Erzeugnisie nach England einführte. DerMatin" führt diese für Frankreich ungünstige Verschiebung der französisch-englischen Handelsbilanz auf die zahlreichen Streikbewegungen in den französisch en Kohlengruben zu­rück, die eine wesentliche Steigerung der Kohleneinfuhr nach Frankreich nötig mach­ten. Das Blatt glaubt auch für 1938 einen ähnlichen Unterschuß voraussagen zu müssen.

italienischen Imperiums zuzugestehen. Schwierigkeiten dürfe man erneut von Sowjetruß- land erwarten. Wieder einmal habe es jedenfalls den Anschein, als ob Sowjetrußland sich mit der Absicht, trage, einen Fortschritt der Nichteinmischung zu sabotieren.

Edens Attacke gegen Franco.

Im westlichen Mittelmeer ist nach den noch nicht aufgeklärten Versenkungen derEndymion" und Alcira" Gewitterstimmung. Der englische Außen­minister Eden hat im Unterhaus die Situation noch wesentlich verschärft. Er hat den englischen Feuerbesehl gegen jedes untergetauchte U-Boot be­kanntgegeben und im Falle einer Wiederholung von Angriffen Vergeltungsmaßnahmen gegen Franco in Aussicht gestellt. Charakteristisch für den Ein­druck, den diese Scharfmacherei gemacht hat, ist eine Pariser Meldung, woiwch England ursprünglich bei der französischen Regi?tung angeregt habe, die im nationalspanischen Besitz befindliche wichtige Insel Mallorca mit einem Kordon von Zerstörern zu umgeben; derDaily Herald", das Hetzorgan der englischen Marxisten, bezeichnet diese Ringbildung englischer und französischer Zerstörer um Mallorca bereits als eine abgeschlossene Tatsache. Das Schlimmste ist, daß England durchaus einseitig vor­geht. Die nachgewiesenen rotspanischen Angriffe auch auf englische Schiffe wurden mit dem Mantel christlicher Barmherzigkeit zugedeckt. England weiß, daß Rotspanien ein fowjetrussifches Flugkommando bereitgestellt hat, das Flugzeuge mit falschen oder irreführenden Abzeichen benutzt. Diese Flugzeuge sind auch über französischem Grenzgebiet gesichtet worden. Als das scheußliche Attentat auf die Deutschland" mit den 31 Toten und 76 Verwun­deten erfolgte, posierte die englische Regierung dir

Die englisch-italienische Fühlungnahme.

Versuch einer neuen Aktivierung der Nichteinmischung in Spanien.

Wendigkeit der Landarbeit zu überzeugen und ihr auch darzulegen, daß sich die Verhältnisse auf dem Land in den letzten Jahren dank der von unserer Staatsführung durchgeführten Maßnahmen grund­sätzlich gewandelt haben. Eingehende Ausbildungs­bestimmungen sichern eine ordentliche Berufser- zichung und damit soziale Aufstiegsmöglichkeiten. Es ist so, daß die Landwirtschaft heute, wenn man von wirtschaftlichen und sozialpolitischen Gesichts­punkten ausgeht, ebenso viel bietet, wie die meisten Berufe in der Stadt. Schließlich darf auch nicht ver­gessen werden, daß die Lebensführung in der freien Natur selbstverständlich viel gesünder ist, als es nun einmal in der Stadt sein kann. Das haben auch die Gruppen des Landdienstes der HI. kennenge­lernt, die in den vergangenen Jahren überall dort anqetreten sind, wo die Hilfe am nötigsten war, der Bauer hat ihre selbstlose Arbeit schätzen gelernt und wird sie auch in Zukunst nicht missen wollen. Viele der Landdienstler sind nach Ablauf ihrer freiwil­ligen Dienstzeit, die auf die ordentliche Berufsaus­bildung angerechnet wird, auf dem Lande ge­blieben und haben dort Lebensberuf und Exi­stenz gefunden.

Hunderttausend männliche und weibliche Arbeits­kräfte fehlen in der deutschen Landwirtschaft. Schon diese Zahl läßt deutlich erkennen, eine wie große Bedeutung der Aktion der Hitler-Jugend zu­kommt. Es ist nicht das erstemal, daß die deutsche Jugend sich praktisch in der Landwirtschaft betätigt, wir verweisen auf den von so großem Erfolg ge­krönten Einsatz des Reichsarbeitsdienstes bei . der

Einbringung der Ernte, die Hilfe der Arbeitsmaiden sowie auf den Landdienst der Hitler-Jugend, der im Vorjahre 15 000 Jugendliche von der Stadt aufs Land brcwf)te. Ein Teil von ihnen hat an der Land­arbeit einen solchen Gefallen gesunden, daß er dauernd auf dem Lande bleiben und den Beruf des Landarbeiters ergreifen will. So dürfen wir hoffen, daß dieser Werbeaktion der Hitler-Jugend, die von allen Seiten nachdrückliche Unterstützung erhält, ein voller Erfolg beschieden sein wird.

Eine Anordnung

des Reichejugendführers.

Berlin, 9. Febr. (RJP.) Der Iugendführer des Deutschen Reiches hat zu der Landarbeitswerbung der Hitler-Jugend eine Verfügung erlassen, in der es u. a. heißt:Zur Gewinnung der Nahrungs­freiheit ist es notwendig, daß der deutschen Land­wirtschaft .ein dauernder und ausreichen­der Nachwuchs von Jugendlichen ge­sichert wird. Es ist eine der dringendsten Forderun­gen, Facharbeiter der Landwirtschaft zu gewinnen. Der Neichsbauernführer Darrä hat die Landarbeit in allen ihren Berufszweigen zur gelernten Arbeit erhoben. Er hat zu die­sem Zweck die Landarbeitslehre und die ländliche Hausarbeitslehre als Grund­ausbildung für alle landwirtschaftlichen Berufe ge­schaffen. Landarbeit und ländliche Hausarbeit sind

damit nicht nur notwendig, sondern auch geachtete Lebensberufe geworden. Der Weg in diese Berufe führt zu einer sicheren Zukunft; denn das Recht auf Ausbildung, die Aufstiegsmög­lichkeit und eine ausreichende E x i st e n z werden gewährleistet. Es gilt im besonderen, die Jungen und Mädel aus dem Bauerntum für diese Berufswege zu gewinnen, um sie damit dem Land und seinen Aufgaben zu erhalten. Ich verfüge daher, daß die Hitler-Jugend sich dieser Aufgabe zur Verfügung stellt."

Am Frei-ag tthrö der Neichsberufs- wettkampf eröffnet.

B e r I i n, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsberufs­wettkampf aller schaffenden Deut­schen wird am Freitag, 11. 2., um 20.30 Uhr, i m BerlinerSportpalast mit einer Kundgebung eröffnet, auf der der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur vonSchirach vor Vertretern der Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Wirtschaft und der Lehrerschaft sprechen werden. Auf der Kundgebung werden Werkscharen und Frauen ous den Betrieben, Hitlerjungen und BDM.-Mädel das schaffende Deutschland vertreten. Mit dieser Kundgebung be­ginnt der Wettkampf in allen Gauen Deutschlands in 4500 Wettkampforten, um am 1. Mai, dem Natio­nalen Feiertag des deutschen Dolles, leine Kronuna zu erfo^-