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Nr. 287 (Elftes Blatt
188. Jahrgang
Donnerstag, 8. Dezember 1058
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Bor -en Memelwahlen
Seit das Memelgebiet am 15. Januar 1920 auf Grund des Artikels 99 des Versailler Diktats vom Deutschen Reich losaerissen und zunächst einer französischen Besatzunasoehörde unterstellt wurde, haben die 140 000 Deutschen dieses Gebietes — von iTun ab „Memelländer" genannt — ihren Willen, an Volkstum, Heimat und Lebensrecht festzuhalten, oft und oft'unter Beweis stellen müssen. Nachdem am 10. Januar 1923 die Litauer dieses Gebiet besetzt hatten und nach Jahresfrist zwischen den damaligen alliierten und assoziierten Hauptmächten und Litauen die Memelkonvention am 8. Mai 1924 abgeschlossen und das Memelstatut in Kraft gesetzt wurde, übernahmen die Memelländer mit der Wahrung der ihnen feierlich zugesicherten Autonomie den Schutz und die Verteidigung der versprochenen Lebensrechte. Der Kampf umdie Autonomie, die hier ja nicht lediglich eine Kulturautonomie war, wie z. B. in Estland, sondern eindeutig eine Territorialautonomie, da das Memelland deutsches Land ist und die litauische Minderheit keinerlei Rolle spielt, hat von den Me- mellänüerrk schwerste Opfer gefordert. Viele sind aus der Heimat vertrieben, unzählige in die Gefängnisse Jnnerlitauens gesperrt worden. Aber stets haben die deutschen Memelländer den Sieg davongetragen.
Der unzerstörbare Wille, Volkstum und Heimat treu zu bleiben, manifestierte sich stets am eindeutigsten beiden Wahlen zu dem autonomen Landtag des Memelgebietes. Immer wieder versuchten die Litauer durch heimliche ugd offene Propaganda, durch offenen Terror und Heranziehen großlitauischer Elemente aus dem Innern des Landes das Wahlergebnis zu beeinflussen. Es ist ihnen nie gelungen. Bei den Wahlen zum 1. Memelländischen Landtag am 19. 10. 1925 wurden 2 7 Deutsche und nur 2 Litauer gewählt. Auch die Wahlen zum 2. Memelländischen Landtag am 30. August 1927 brachten 2 5 Deutsche und nur 4 Litauer in die Volksvertretung. Die Wahlen zum 3. Memelländischen Landtag am 10.10.1930 ergaben 2 4 Deutsche und nur 5 Litauer. Am 4.5.1932 zeigten die Wahlen zum 4. Memelländischen Landtag, nunmehr schon unter brutalem Terror abgehalten, das gleiche Verhältnis. Unter ganz ungewöhnlichen Umständen fanden die Wahlen zum 5. Memelländischen Landtag am 29.9. 1935 statt. 72 führende Memeldeutsche waren durch das berüchtigte Kauener Bluturteil vom 29.3.1935 zum Tode, zu lebenslänglichem Zuchthaus oder vieljahri- aer Gefängnishaft verurteilt worden. Ein großer Teil der deutschen Memelländer war seines Stimmrechts beraubt. Ein ungemein komplizierter Wahlvorgang sollte die Bevölkerung daran hindern, ihrem Willen offen Ausdruck zu verleihen. Und doch zeitigten sie das gleiche Ergebnis wie die beiden vorhergehenden Wahlen: 24 Deutschen standen im Memelländischen Landtag nur 5 Litauer gegenüber.
Da der memelländische Landtag auf Grund des Artikels 11 des Memelstatuts alle 3 Jahre gewählt wird, so finden die diesjährigen Landtagswahlen im Memelgebiet am 11. Dezember 1938 statt. Die Lage hat sich seit dem 1. November grundlegend verändert. Die litauische Regierung hat den seit dem 17. Dezember 1926 im Zusammenhang mit dem Regierungsumsturz in Kauen und der Machtübernahme durch die heute herrschende „Tautinin- kai"-Partei über das Gebiet verhängten Kriegszustand a u f g e h o b e n. Er bot den litauischen Machthabern in Memel die Handhabe, mit schärfsten Terrormitteln gegen die. wehrlose Bevölkerung vorzugehen. Der Kriegszustand sollte nun am 15. Oktober d. I .durch ein Gesetz abgelöst werden, das ihn in Permanenz erklärte. Dieses neue sog. „Staatsschutzgesetz" sollte entgegen allen Bestimmungen des Memelstatuts auch auf das autonome Gebiet Anwendung finden. Schon im März protestierten die memelländischen Abgeordneten im litauischen Seim (Parlament) gegen diese aeplante Maßnahme. Sie stützten sich dabei auf den Artikel 17 des Memelstatuts, der die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung für eine Angelegenheit der autonomen memelländischen Behörden erklärt.
Die Aufhebung des Kriegszustandes ist nun endlich erfolgt. In überwältigenden Kundgebungen hat das Memeldeutschtum die Befreiung von einem Jahre langen, fast unerträglichen Druck gefeiert. Damit ist die Presse-, Rede- und Versammlungsfreiheit wiederhergestellt worden und die Führer des Memeldeutschtums haben die Möglichkeit, nunmehr vor aller Welt den Willen und das Ziel des Memeldeutschtums zum Ausdruck zu bringen. Ein „Memeldeutscher Kulturverband" ist begründet worden als „Zusammenschluß sämtlicher auf memeldeutschem Boden wohnenden Bürger, die sich zum deutschen Geist und zum deutschen Kulturkreis bekennen", die ;,M e rn e l d e u t s ch e Liste" soll „die Geschicke des Memelgebiets im Landtag vor der Oeffentlichkeit verfechten" (ihr Führer ist der Führer der Memeldeutschen, Dr. Ernst Neumann), der „Memeldeutsche Ordnungsdienst" hat bei Umzügen, Kundgebungen usw. die Ordnung zu gewährleisten. „Diese Gemeinschaft soll dann eine Gemeinschaft sein, die hundertprozentig entschlossen ist, bis zum Letzten für ihre Volksgenossen einzustehen." So hat Dr. Neumann die Aufgabe dieses Memeldeutschen Ordnungsdienstes formuliert.
So regt sich im Memelland neues Leben, seit die Memeldeutschen wieder die Möglichkeit haben, ihrem Willen freien Ausdruck zu verleihen. „Wir Memel- deutschen bekennen uns frei und offen zum Nationalsozialismus. Es ist unser Recht! Wir werden an unserer Weltanschauung festhalten. Die Machtmittel des litauischen Staates reichen nicht aus, um den
Memeldeutschen das aus dem Herzen zu reißen, was ihnen heute die Waffe bildet gegen die litauische Vergewaltigung. Das ist und bleibt unser!" Dieses Bekenntnis, das der Stellvertreter Dr. Neumanns, Bert ul eit, vor wenigen Tagen ausgesprochen hat, bildet die Grundlage der heutigen memelländischen Aufbauarbeit. Es wird an der litauischen Regierung sein, zu beweisen, daß sie willens ist, die „überlieferten Rechte und die Kultur" der Memelländer, dem Memelstatut getreu, zu erfüllen, lieber den Ausgang der Wahlen zum 6. memelländischen
Landtag kann kein Zweifel bestehen. Hat das Memeldeutschtum schon in den vergangenen Wochen, auf den Kundgebungen und bei den Heldengedenktagfeiern bewiesen, wie es denkt und was es will, so tun die täglichen Ueberfälle auf Memeldeutsche durch verhetzte litauische Elemente und vielfach an- getrieben durch jüdisches Derbrechergesindel ein Uebriges, um die Memeldeutschen fester um ihre Fahne und um ihren bewährten Führer Dr. Neumann zu scharen. D. S.
Um Freiheitund Aecht drs deutschen Memellandes
Dr. Thumann gibt die Parole zur Memelwahl.
Memel, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Führer der Memeldeutschen, Dr. Neu m ami, hat am Mittwochabend aus einer Kundgebung der mernelldeutschen Wahlhelfer mit Worten klarer Entschlossenheit für die Memelwahl am kommenden Sonntag die Parole ausgegeben. Die Kundgebung schloß mit einem glühenden Bekenntnis der im größten Saal Memels versammelten Wahlhelfer für Dr. Neumann und seinen kompromißlosen Kampf um Frecheit und Recht des deutschen Memellandes. Dr. Neumann erinnerte zunächst an das Programm, das er im Jahre 1933 als Führer der Sozialistischen Volksgemeinschaft des Memellandes veröffentlicht habe. Damals habe man die Partei zerschlagen und einen Standcllprozeß gegen ihn und eine Mitkämpfer in Szene gesetzt, well der wachende Einfluß der Partei die Kreise chauvinistischer ;roß-litauischer Kreise zu stören begann. Man ver- uchte, durch den Kriegszustand und das Vorgehen der litauischen Staatspolizei, durch ein System von Sondergesetzen und durch Spitzel das deutsche Volkstum im Mernelland zu zerstören. Der Clique, die all das Unheil über unser Heimatland gebracht hat, so erklärte Dr. Neumann, der gilt unser Kampf. Unsere Heimat soll wieder frei werden! Das ist unser Recht, unser doppeltes Recht, weil es verbrieft ist in der Konvention und in den Statuten.
Dr. Neumann kam dann auf das Jahr 1938 zu sprechen, das auch die Memeldeutschen in seinen Bann zog und sie zu einem Block zusammen s ch w e i ß t e, der in unmißverständlichen Kundgebungen sein Recht forderte. Er würdigte dabei besonders das Programm des M e m e l d e u t- schen Kulturverbandes, der die deutschbewußten Bürger des Memellandes umschließt.
Die memeldeulschen Bürger werden das Programm von 1933 in d i e Tal umsehen und den willen der TNemeldeutschen zur Durchführung bringen. Das Jahr 1938, so fuhr Dr. Reumann fort, geht zur Reige. Ls hat G r e n- zen verschwinden lassen, die der Versailler Vertrag geschaffen hat, und hat damit riesige Unruheherde des europäischen Friedens ausgemerzt^ Jetzt stellt noch das Jahr 1938 die Frage: Wer seid ihr? (Jubelnde Zurufe: Deutsche!) Ihr habt bei der Wahl am 11. Dezember Gelegenheit, Bekenntnis davon abzulegen, zu welchem Kulturland, zu welchemvolk ihr gehören wollt!
Ihr werdet mir Eure Stimme geben und damit gleichzeitig das Bekenntnis ablegen, daß Ihr auf keine Provokation achtey und den langen Weg von 20 Jahren, den Ihr mit übermenschlicher Geduld gegangen seid, weiter beenden werdet. Wir wollen der Welt zeigen, daß. es möglich ist, dem Recht zum Siege zu verhelfen, ohne daß man sie erst zum Aufhorchen bringt durch die Not und die Todesgeschreie gequälter Opfer. Wir müssen aber ebenso von unseren Gegnern verlangen, daß sie jede Provokation unterlassen und der augenblicklichen Stimmung Rechnung tragen und sich an das gewöhnen, was sie uns 15 Jahre lang vorenthalten haben. Unsere Gegner allein tragen die Verantwortung, daß wir uns abgekehrt haben und jetzt nur den Kampf für unsere Freiheit und unser Recht kennen. Memeldeutsche! dies ist deutsches Kulturland, und wir sind seine Künder!"
Der erste deutsche Flugzeugträger.
Das neueste Schiff der deutschen Kriegsmarine. Bon unserem W. DR -Korrespondenten.
Arn 8. Dezember erfolgt in Kiel der Stapellauf des ersten deutschen Flugzeugträgers. Aus diesem Anlaß veröffentlichen wir den Bericht eines Mitarbeiters, der einen Rund- gang auf dem neuesten Flugzeugträger der Vereinigten Staaten „Enterprise" schildert. Da die „Enterprise" von allen fertigen und im Bau befindlichen ausländischen Flugzeugträgern sowohl in der Größe als auch in den Grundeigenschaften am meisten dem deutschen Flugzeugträger- Neubau ähnelt, dürfte gerade dieser Bericht besonders interessant sein.
Ein Flugzeugträger wie die „Enterprise", deren Decks wir in den Anlagen der Newports News Shipbuitding betreten, gilt als die Verkörperung des technischen Krieges schlechthin und
darf mehr noch als das übliche Ueberwasserkriegs- schiff, das Schlachtschiff oder der Kreuzer, des Interesses des Publikums sicher sein, da die hier vollzogene Vereinigung von Schiff und Luftwaffe illusionistischen Vorstellungen des modernen Menschen am nächsten kommt. Die „Enterprise", die erst in diesen Monaten fertiggestellt wurde und vor genau zwei Jahren vom Stapel lief, wirkt im Hafenbecken liegend noch gewaltiger und wuchtiger als die 19000 Tonnen Wasserverdrängung erwarten lassen. Das kommt durch den wie bei Passagierdampfern hohen Freibord und das darüberliegende Flugdeck, dessen Ausmaße für den Laien imponierend sind. Bei rund 240 Meter Länge beträgt die normale Breite rund 25 Meter. Das deckt sich in diesem Fall ungefähr mit der Länge und Breite des Schiffes. Achtern und vorn ragt das
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Ein interessantes Bild der beiden amerikanischen Flugzeugträger „S a r a t o g a" und ,L e x i n g t o n". Die Flugzeuge haben zusammenklappbare Flügel, ähnlich wie Fliegen, und können daher dicht nebeneinander auf dem Flugdeck der Schiffe aufgestellt werden. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Deck natürlich weit über den eigentlichen Außenbord des fitb verjüngenden Schiffes hinaus. Der neue deutsche Flugzeugträger wird mit seiner 250 Meter Länge und 27 Meter Breite wahrscheinlich noch etwas mehr Flugdeckfläche zur Verfügung haben.
Das äußere Bild des Schiffes wird durch die sogenannte Insel an der Steuerbordseite des Flugdecks beherrscht. Als „Insel" wird hier die Einheit der geschlossenen Aufbauten mit Brücke, Schornstein, Bootslagerungen, Scheinwerfern, Feuer- leiteinrid)tungen, Dreibeinmast usw. bezeichnet. Bei den sogenannten Glattdeck-Flugzeugträgern wird von einem Stand unter dem Flugdeck manövriert, der aber natürlich keine ausreichende Uebersicht gewährleistet, um den vielseitigen Anforderungen des Fährbetriebes, des Flugbetriebes und der Artillerie zu entsprechen. So hat sich bei den jüngsten Neubauten die Insel mehr und mehr durchgesetzt, obwohl ihr Vorhandensein schiffbauliche Schwierigkeiten mit sich bringt. Man kann sich vorstellen, daß das völlig einseitige Gewicht aus Gleichgewichtsgründen ausgeglichen werden muß. Dies durch toten Ballast zu erreichen, wäre unvorteilhaft, und so hat man allerlei Wege ersonnen, um diesen Nachteil aus dem Weg zu schaffen.
Der Gang über das Flugdeck der „Enterprise" zeigt uns die praktischen Einrichtungen des Flug-- b e"t r i e b e 5. Zunächst ist das ganze Deck mit einem auffallend rotgelben Anstrich versehen. Dadurch soll dem Flugzeug die Auffindung des Trägers erleichtert werden.' Gelbe, und weiße Streifen in Längs- und Querrichtung des Schiffes teilen das weitläufige Flugdeck in Felder ein, ähnlich wie wenn man vom Schiedsrichterschemel auf den Tennisplatz blickt. Dadurch werden Sicherheitszonen für Start und Landung, die wichtigsten Momente wie Aufsetzen und Abheben, für den Piloten gekennzeichnet. Drei sehr große Aufzüge, Unterbrechungen im Flugdeck, dienen zum Transport der gelandeten Maschinen in die Halle und der startbereiten auf das Deck. Ganz vorn an der Spitze des Flugdecks befindet sich ein niederleabares Gitterwerk, ein Windbrecher zum Schutz der startbereit an Deck stehenden Maschinen vor Beginn des Startbetriebes. Wenn die „Enterprise" ihre Höchstgeschwindigkeit von 34 Seemeilen in der Stunde entwickelt (das sind beinahe 62 Kilometer), entsteht ein sehr heftiger Fahrtwind, der verstärkt durch natürlichen Gegenwind genügen kann, die Maschinen von Deck zu blasen.
Um das Flugdeck außen herum läuft eine ranken artige Plattform, auf die sich das Startpersonal im Gefahrfall zurückzieht und die teilweise zur Aufnahme der Flugabwehrartillerie dient, die hier aus 12,7-Zentimeter- Geschützen und einigen Dutzend Maschinenkanonen besteht. Seitlich ausgespavnte Netze dienen zur Sicherung des Personals und um den Absturz von Flugzeugen zu verhindern, die an den Rand der Flugdecke geraten. Allerdings kann das schwache Netz eine das Flugdeck verfehlende Maschine nicht aufhalten, sondern nur, wenn die Bremshaken bereits gefaßt haben, kann das Netz das völlige Ueberbordgehen verhindern.
Die Patentidee, welche den Dienst auf Flugzeugträgern für die Piloten zu einem weniger selbstmörderischen Unternehmen machte, als in den Anfängen des Flugzeugträgers, ist die Erfindung der über das Deck gespannten elastischen Gummi kabel, die durch runde Scheiben oder kleine Holzkreuze in 15 bis 25 Zentimeter Höhe über Deck gehalten werden. Diese Bremskabel werden von den Bremshaken am Schwanzende des Flugzeuges erfaßt. Es gibt nur ein kurzes Aufbäumen, ein wenig Nachgeben der sinnreich gezurrten Bremskabel, und schon ist das Flugzeug nach kurzem Landeweg fest und wird von den sofort herbeieilenden Bedienungsmannschaften wahrgenommen, auf den Auszug geschoben und in das große Hallendeck gebracht, wo die vierzig übrigen Flugzeuge des Trägers betriebsklar gemacht werden oder wieder zum Start nach oben kommen.
Dieses hohe Hallendeck — auf dem Monster-Flugzeugträger „Saratoga" und dem Schwesterschiff „Lexington" befinden sich sogar zwei solche Hallendecks übereinander, man kann sie in der Geräumigkeit mit einem der gewaltigen Gesellschaftssäle auf der „Bremen" vergleichen —, erstreckt sich über zwei Drittel der Schiffslänge, läßt keine störenden Unterbrechungen durch Träger oder Säulen erkennen, ist ausschließlich für die Flugzeuge hergerichtet. Ausgedehnte Feuerschutzmaßnahmen dienen der Bekämpfung plötzlich auftretender Brände, durch Unfälle oder feindliche Einwirkung. Immerhin hat man bereits in der Praxis erlebt, welche Verheerungen ein betriebsklares, mit mehreren Tausend Litern gefülltes und mit MG.-Munition versehenes Flugzeug anrichten kann, wenn es durch Bombensplitter oder ähnliche Einwirkung in Brand gerät. Hier unten sind gegebenenfalls 40 Flugzeuge mit den zahlreichen dazugehörigen Vorräten an Schmierstoff, Brennstoff und Munition. Unter der Halle befinden sich mehrere Decks, in denen die Besatzung, das Flugpersonal und das Flugbetriebspersonal untergebracht sind. Bei der „Enterprise" handelt es sich um 1800 Mann. Man spricht von einer Kriegsstärke von 2000 Mann; das ist in beiden Fällen erheblich mehr als für ein anderes Ueberwafser- kriegsschiff ähnlicher Größe.
Beim Wiederbetreten des Decks erblicken mir Achtern, hinter der „Insel" eine Katapult- anlage. Diese Schleuder soll Flugzeuge katavul- tieren, die der Träger von anderen Kriegsschiffen aufgenommen hat. Also ein Bordaufklärer eines Kreuzers, der aus irgendeinem Grunde nicht zu feinem Schiff zurückkehren kann, wird mittels eines Flugzeugkranes an Bord des Trägers geheißt. Da solche Maschinen aber Schwimmer besitzen, können sie nicht auf dem Deck starten, sondern muffen abgeschleudert werden. Außerdem können normale


