Oie Neuordnung der Slowakei
Die ungarisch-ilowaWen Verhandlungen
Englands Rüstung
haben sich aber o ö l l i nahmen Herausgeste
mit heil
treuesten Vasallen sah, dem Ministerpräsidenten
Daladier niemals verzeihen wird. Daladier hat nun
wakei beginnen am Sonntag in L
inKomorn. Die ungarische Regierung wird durch Außenminister K a n y a und den Kultusminister Paul von T e l e k i vertreten sein. Die ungarische Abordnung wird auf b-em ungarischen Luxusdampfer „Sofia" wohnen, der während der Verhandlungen am Komorner Donauw'er vor Anker gehen wird. Die tschecho-slowakische Abordnung wird unter Führung des Ministerpräsidenten der Slowakei, Dr. Josef Ti so stehen, ferner werden der Abordnung angehören der slowakische Innenminister Dulcan- s k y , der tschecho-slowakische Minister ohne Geschäftsbereich Dr. Parkany, der Chef der Präsial- abteilung im Prager Außenministerium, Krno, und der Chef der ungarischen Minderheiten im Prager Außenministerium, Anton S t r a k a.
In ungarischen Kreisen sieht man den Verhandlungen mit größter Zuversicht entgegen. In Preßburg ist bereits ein ungarischer National- r a t gebildet worden, der aus den Abgeordneten und Senatoren der ungarischen Volksgruppe sowie aus den ungarischen Mitgliedern der bisherigen slowakischen Landesversammlung besteht. Der ungarische Nationalrat wird für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit in den von Ungarn bewohnten Gebieten der Slowakei bis zur Rückgliederung an Ungarn Sorge tragen. Die Bildung des ungarischen Nationalrates wurde von den beiden Führern der Vereinigten ungarischen Parteien in der Slowakei, Graf Esterhazy und Abgeordneten I a r o ß , im Preßburqer Sender bebannt- gegeben, der ihnen für diesen Zweck von der slowa-
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Ein weiteres, verspätetes Zeichen der seit voriger Woche eingetretenen Entspannung ist die für Samstag morgen angekündigte Wiedereröffnung der am 27. September für den Verkehr geschlossenen sechs Untergrundbahnhöfe'im Zentrum der Stadt London. Diese Bahnhofe waren als Luftschußkeller vorgesehen worden. Ihre verspätete Freigabe für den Verkehr erklärt sich daraus. daß die weiträumigen Bahnbofsanlagen mit . Betonwänden gasdicht gegen die IMergrund^n- । tunnels abaedichtet worden waren. Auch hatte m^n , besondere Maßnohmen 3um gassicheren Schutz der Fahrstuhl- und Treppenschächte getroffen.
Frankreich will diplomatische
Seziehunoen zuFranco aufn-hmen.
Paris. 8. Okt. (Europapreß.) Der französische Außenminister Bonnet teilte im Außenpolitischen Senats-Ausschuß Mit, die französische Regierung habe die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu der n a t i o n a l s p a n i sch e n Regierung in Burgos grundsätzlich in Erwägung gezogen. In gutunterrichteten Kreisen wird
Die .Times" glaubt aus den Stimmen sowohl von Gefolgsleuten, als auch von Gegnern der Regierung zwei einander ergänzende Ideen heraushören zu können. Die eine fei, daß die Verstärkung der englischen Verteidigungsmaßnahmen als Mittel für eine erfolgreiche Politik der Versöhnung unbedingt erford^ich sei, ~ ‘ ' ine allgemeine
hinauslaufen müsse.
heraus den Präventivkrieg mit dem ihm zu mächtig werdenden Deutschland will, Eden, weil er aus ideologischer Verstiegenheit den Graben zwischen demokratischen und autoritären Staaten zu verbreitern statt zu überbrücken wünscht. Daß es auch im Kabinett selbst, zumindest über die Methode der Behandlung des tschechischen Problems, Meinungsverschiedenheiten gegeben hat, ist jetzt durch den Rücktritt des Ersten Lords der Admiralität Duff Cooper deutlich geworden, wir kennen ihn schon aus seiner auch in Deutschland viel gelesenen Biographie Talley- rands als überzeugten Anhänger einer Politik, die in dem engen Bündnis mit Frankreich und der gleichzeitigen Zurückdrängung Deutschlands die einzigen Mittel zur Erhaltung" des europäischen Gleichgewichts sieht. Zu diesen sturen Doktrinären aus den konservativen Reihen finden sich die Labour- leute, die zwar immer als wortreiche Pazifisten gegen die Pariser Friedensdiktate gewettert haben, aber in dem Augenblick ihre ganze Vergangenheit vergessen, wo die von ihnen tödlich gehaßten „faschistischen" Staaten die Revision fordern, die sie solange befürwortet haben, als sie gegen den Widerstand ihres eigenen Landes aussichtslos erschien. Aber diese recht verschiedenartig zusammengewürfelte Opposition hat es doch nicht gewagt, gegen den Premierminister, dessen Politik so eindeutig die Billigung des britischen Volkes gefunden hat, einen Mißtrauensantrag einzubringen. Sie fürchtete, daß Chamberlain mit der Auflösung des Parlaments und der Ausschreibung von Neuwahlen antworten könnte, die der Opposition angesichts der herrschenden Volksstimmung höchst ungelegen gekommen wären. Sie hat sich also damit begnügt, gegen den konservativen Dertrauensantrag zu stimmen, um sich die Blamage einer Wahlniederlage zu ersparen, denn entgegen den Wünschen mancher Kreise bet Konservativen Partei, die Parlamentswahlen im Zeichen des eben erzielten eindrucksvollen Erfolges der Friedenspolitik Chamberlains nicht ungern gesehen hätten, hat der Premierminister es vorgezogen, die nächsten Monate von Wahlkämpfen frei zu holten, um das in München begonnene Werk der europäischen Verständigung fortzusetzen. Die in Rom wieder aufgenommenen Besprechungen zwischen dem Grafen Ciano und Lord Perth deuten bereits an, daß die spanische Frage und im engsten Zusammenhang damit das Inkrafttreten des britischitalienischen Osterakkords zunächst alle Kraft des
Konzentratwnswünsche in England
Oie Folgerungen aus der letzten Krisis.
Masaryk ihnen am 18. Mai 1918 im Pittsburger Vertrag feierlich zuaesichert, aber ebensowenig wie Benesch jemals erfüllt hatte. Die Tschechen und die Slowaken wollten damals auf den Trümmern der österreichisch-ungarischen Monarchie einen Staat errichten, der etwa wie damals Oesterreich und Ungarn nach innen und nach außen a l s Doppel st aat auftreten sollte. Der Kampf gegen den Wortbruch der Tschechen wurde verstärkt, als im Juni dieses Sommers die in Amerika wohnenden Slowaken das Original des Pittsburger Abkommens in die Slowakei brachten und feierlich schwuren, nie von der Autonomieforderung abzulassen. Der erste Schritt zur Verwirklichung ihres Selbstbestimmungsrechtes ist getan und die Lage dadurch geklärt worden, wenn auch viele Fragen noch zu regeln sind.
Da? slowakische Volksbewußtsein ist erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts erwacht, aber unmittelbar vor dem Weltkrieg schien es so, als wenn die slowakische Volksgruppe sich fast störungslos in das Ungarntum eingliedern wollte, das damals die Slowakei auch politisch beherrschte. Nach dem Weltkrieg aber kam das slowakische Nationalbewuhtsein in der neugegründeten tschecho-slowakischen Republik erneut zum Durchbruch und gewann gegen den tschechischen Zentralismus an Macht, vor allem durch die Tätigkeit Pater Hlinkas der sehr viel für die wirtschaftliche und kulturelle Hebung seines Volkes getan hat. Die Tschechen spekulierten vergeblich daraus, daß der protestantische Teil der Slowaken, der etwa 18 v. H. ausmacht, als der intellektuell am weitesten vorgeschrittene, sich gegen die katholischen Slowaken werde gebrauchen lassen. Ferner versuchten sie zusammen mit den Juden, genau so wie in Sudetendeutschland durch tue Tschechisierung aller Amtsstellen und des Handels
Die zweite besagt die Regierung müsse alles tun, um den großartigen nationalen Geist, der nur auf eine Einordnung warte, wirksamer als bis- her einzuspannen für eine Politik, die auf bas größtmögliche Maß von nationaler Einigkeit rechnen könne. Sie empfiehlt eine Umgestaltung des Kabinetts in dem Sinne, daß eine aktivere und straffer zusammengefaßte Wehrpolitik verbürgt würde. , M .
Die „Daily Mail" fordert, daß die Reglerung bei der Mobilmachung aller Kräfte besonders der einheimischen Lebensmittelerzeugung größere Fürsorge angedeihen lassen solle, da Großbritannien heute im Fall eines Konfliktes hinsichtlich der Ernährung seiner Bevölkerung sich in einer ungünstigeren Lage befinden würde, als 1914. Denn während jetzt die Bevölkerung um vier Millionen höher sei, ständen 2000 Schiffe weniaer für die Lebensmittelzufuhr von Uebersee zur Verfügung.
„Daily Expreß" tritt erneut für seine seit Jahren befürwortete Politik einer bewaffneten Isolierung Englands ein und meint, daß zwar keine Wehrpflicht, aber eine Art von allgemeinem Dienst für den Staat von der Regieruna beschlossen werden müsse. Der linksliberale „News Chronicle", der die Außenpolitik Chamberlains scharf kritisiert, sucht nach einer Erneuerung des nationalen Geistes, im Sinne demokratischer Auffassungen. Eine Rede Edens in Birmingham vor der Vereinigung für staatsbürgerliche Erziehung, in der er sich von einem Urteil über die internationale Lage zurückhielt, zugleich aber Chamberlain des Dankes aller Anwesenden für feine Bemühungen
katastrophe hat verhindern können. So hatten in Frankreich sowohl wie in England die Völker bereits den zurückgekehrten Staatsmännern aus übervollem Herzen ihr Vertrauen ausgesprochen, ehe die Parlamente zu Wort kommen konnten. Weder die französische Deputiertenkammer noch das britische Unterhaus haben sich dem so sichtbar und eindeutig zum Ausdruck gebrachten Votum der öffentlichen Meinung entziehen können. Sowohl Chamberlain wie Daladier haben mit außerordentlicher Mehrheit die Zustimmung ihrer Parlamente zu ihrer Politik der Erhaltung des Friedens bekommen. Aber es liegt im System, daß um diese selbstverständliche Zustimmung erst in tagelangen Debatten gerungen werden mußte, daß grundsätzliche Gegner, Nörgler und Besserwisser ihr Sprüchlein aufsagen dürfen und, wenn sie schon mit Rücksicht auf die Volksstimmung nicht den allzu sichtbaren Erfolg der Regierungspolitik anzuzweifeln wagen, weil sie nicht für Feinde des Friedens gelten mögen, die heute auch in Frankreich und England tief im Kurse stehen, so halten sie es doch für ihre Pflicht, an den Methoden herumzukritteln. Was eine freie Vereinbarung in persönlicher Aussprache war, nennen sie mit Vorliebe Unterwerfung unter den Willen der Diktatoren und was eine Sicherung des Friedens durch Revision als unhaltbar erkannter Zustände war, nennen diese Unbelehrbaren Verrat am Ideal der kollektiven Sicherheit. Das neue Europa wird auf sie nicht zählen können, die neue europäische Ordnung wird ohne sie und gegen sie errichtet werden müssen, aber sie wird errichtet werden, wenn auch alle, die berufen sind, an ihr mitzubauen, sich darüber klar sind, daß München erst ein Anfang war und noch viele und große Schwierigkeiten überwunden werden wollen, bis das Ziel erreicht sein wird. Aber das Gefühl für die Wirkung der europäischen Solidarität ist in den Völkern geweckt und wird auch durch ideologische oder imperialistische Kriegshetzer nicht wieder eingelullt werden.
Es ist bemerkenswert, daß die Opposition gegen das Münchener Friedenswerk im englischen Unterhaus erheblich stärker zutage trat als in der Pariser Kammer. Sie rekrutierte sich nicht nur aus der Labourpartei und der kleinen Gruppe der Oppositionsliberalen, sondern erhielt auch Zuzug aus dem konservativen Lager. Hier waren es Exponenten der äußersten Rechten der Regierungspartei wie Churchill und der äußersten Linken wie Eden, die bereits während der Krisis die größte Emsigkeit entfaltet hatten, um Chamberlain und Lord Halifax von ihrem Kurs der direkten Ver- ftäntngung mit Deutschland abzubringen, Churchill, weil er aus alten imperialistischen Gedankengängen
Die Tschechen haben nach dem Zusammenbruch ihres Großmachttraumes und dem Verschwinden ihres schuldbeladenen Staatspräsidenten Bene>sch die Folgerungen aus der, neuen Politik Europas ziehen müssen und dem slowakischen Teil ihres Landes die Autonomie zugesagt, die künftige Form des Reststaates wird also förderativ sein, so daß also die Tschechen und die Slowaken in besonderen Gebieten sich selbst regieren werden. Prag und Preßburg, das eine tschechisch, das andere slowakisch, sollen künftighin die beiden Hauptstädte sein, und nur über das Schicksal der Kar- patho-Ukrainer ist noch nichts bestimmt worden.
Der Führer der slowakischen Autonomisten, der greise Pater H l i n k a , hat das Ziel seines Strebens nicht mehr erlebt. Er ist am 16. August 1938 gestorben, aber sein Werk lebt m den Männern weiter, die jetzt die Macht übernehmen. Der Vizepräsident seiner slowakischen . Volkspartei, Dr. Josef Ti so, ist Regierungschef für die Slowakei. Tiso gehört der Gruppe an, die zwar immer mit den Tschechen zusammenarbeiten wollte, aber nur an der Spitze eines sich selbst verwaltenden slowakischen Staates. Er hat sich auf dem 23er« Handlungswege für dieses Ziel eingesetzt und war auch mehrmals Mitglied der Prager Regierung. Die radikalere Richtung in der Partei vertrat der Abgeordnete Karl Sidor, der ähnlich wie Pater Hlinka, bisher jede Zusammenarbeit mit Prag ablehnte, aber sein Eintritt in das Kabinett Tiso deutet wohl darauf hin, daß er sich den Tatsachen beugt, wie denn Überhaupt die Slowaken eine Einheitsfront aus allen Parteien gebildet haben und sich für die Freundschaft mit allen Nationen und „gegen die marxistischttüdische Ideologie der Zerstörung und der Gewalt" ausgesprochen haben, d. h. gegen den Bolschewismus.
Die Slowaken haben jetzt also das erreicht, was
Oie britische Legion bereit.
London,?. Okt. (Europapreß.) Am Freitagnachmittag wurden im Londoner Ausstellunasgebäude Olympia die 1200 Mann der British Legion vereidigt, die für Polizeizwecke im sudetendeutschen Abstimmungsgebiet ausgewählt worden find. Am Samstag werden die ausgewählten Mannschaften einen Uebungsmarsch ausführen und dann am Sonntag an einem besonderen Gottesdienst teil- nehmen. Die Abfahrt der britischen Frontkämpfer ins Absttmmungsgebiet wird voraussichtlich am Montag erfolgen.
Die Leitung der British Legion hat den ausgewählten Mannschaften ihrer Organisation eine Botschaft auf den Weg gegeben, in der es heißt: „Ihr geht in ein fremdes Lakid als Englands Vertreter für Frieden und Ordnung. Von Eurem persönlichen Auftreten und Verständnis wird der Erfolg Eurer Mission abhängen. Das Prestige Englands und bgr British Legion ist Euch an« vertraut. Jeder falsche Schritt Eurerseits kann verheerende Wirkungen für Euer Land und Eure große Organisation haben. Seid auf der Hut! Gott segne und führe Euch!"
entbehrlich finbert wird.
Dr. Fr. W. Lange.
tretungen vor der Aufbringung der Mittel aus den ’ örtlichen 'Steuererträgen scheuten. Daher wird die Frage erwogen, den Luftschutz unmittelbar zur Angelegenheit des Staates zu machen.
Budapest,?. Okt. (CEuropaprefe.) Die ungarisch.! kstchen Regierung zur Verfügung gestellt wurde. Die tschecha-stowakischen Verhandlungen zur Regelung beiden Führer der ungarischen Volksgruppe dankten der Lage der ungarischen Volksgruppe in der Slo- zunächst den vier Regierungschefs, die in Mun en wakei beginnen am Sonntag in den Abendstunden das Selbstbestimmungsrecht aller Volksgruppen m in Na morn Die unaarifdie Reaierung wird durch der Slowakei verkündet hatten, und stellten sodann
Die slowakische Regierung gebildet.
Tiso in Prag vereidigt.
Preßburg, 7. Okt. (DNB.) Die erste slowakische Regierung mit Ministerpräsident Abg. Tiso an der Spetze setzt sich zusammen aus: Professor Cermak (Schulwesen), Dr. Ferdinand Durcansky (Inneres), Ingenieur Peter Z a t k o (Landwirtschaft) und Abg. Teplian - f k y. Ministerpräsident Dr. Tiso ist vorläufig von Prag vereidigt worden. Die Uebernahme der Regierung erfolgt in legaler Form. In P r e ß - bürg hat sich ein Nationalrat gebildet, der zur Stunde noch tagt. Der größte Teil der Häuser Preßburgs trägt zum Empfang der slowakischen Regierung heute abend Festschmuck. Die neuen slowakischen Fahnen wehen von allen Dächern. Die Fahne der Slowakei ist dem slowakischen Wappen nachgebildet; sie besteht aus einem blauen Grundtuch mit einem weißen runden Mittelfeld, das ein rotes Doppelkreuz trägt.
In Prag empfing der Vorsitzende der Regierung, General Syrovy, eine Abordnung der slowakischen Parteien, die das Abkommen von Sillein abgeschlossen haben, das die Stellung der Slowakei im Rahmen des tschechischen Staates zum Inhalt hat. Syrovy versicherte, daß alle Fragen zwischen den Tschechen und Slowaken im Rahmen der technischen Möglichkeiten möglichst schnell und definitiv geregelt werden. Die Prager Regieruna erwarte Verständnis für die schweren Verhältnisse, Geduld, Ueberlegung und wieder Geduld, die allein imstande seien, das Gedeihen eines so großen Werkes wie des Staatsumbaues zu ermöglichen.
fest, daß die ungarische Volksgruppe unuer- zu ihrem Mutterland Ungarn zurück wolle. Beide gaben ihrer festen Ueberzeugung Ausdruck, daß das durch die zurückkehrende Ungarn vergrößerte ungarische Reich in freundschaftlichem Verhältnis mit der Slowakei leben werde.
Oie Karpathendeutschen erwarten Selbsiverwaitung.
Prag, 8. Oktober. (DNB.) Die Hauptleitung der Karpathendeutschen Partei veröffentlicht im Preßburger Rund'unk einen Ausruf, in dem es heißt: Wir Karpathendeutschen haben seit Jahr und Tag den gerechten Kampf der slowakischen Volks- gruppe mit Achtung und Verständnis verfolgt und beglückwünschen das slowakische 23 o l f zu seinem großen Sieg. Wir sind fest davon überzeugt, daß die slowakische Regierung als Trägerin des slowakischen Volkswillens dem gesamten Kar- pathendeutschtum die Rechte unverzüglich zuge- steht, welche sich aus dem Grundsatz der Selbstbestimmung und Selb st Verwaltung ergeben, hat doch das slowakische Volk feinen heutigen Sieg nur dem unermüdlichen und unnachgiebigen Kampf um diese Grundsätze zu verdanken. Daß 'die slowakische Regierung unserer Unterstützung in chrern Bestreben, alle Rechte der hier lebenden Volksgruppen zu wahren, sicher sein kann, bedarf keiner besonderen Betonung.
britischen Premiers in Anspruch nehmen werden.
In Frankreich hat Ministerpräsident Daladier in der Deputiertenkammer wie im Senat einen höchst eindrucksvollen Doppelsieg errungen, die Kammer hat Nicht nur mit überwältigender Mehrheit — nur die Kommunisten und zwei Unentwegte stimmten gegen, ihn — seine Friedenspolitik gebilligt, sondern ihm auch, allerdings bei Stimmenthaltung der Sozialisten, die geforderte Ermächti- gung zu wirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen erteilt. Die Abstimmung bedeutet das Auseinander- fallen der Volksfrontmehrheit, auf die sich das Kabinett Daladier bisher gestützt hat. Die Kommunisten haben selbstverständlich einer Politik scharf widersprochen, die auf eine Verständigung mit den autoritären Mächten hinausläuft, denn nach der Münchener Vereinbarung hat Daladier kein Hehl daraus gemacht, daß feine nächsten Bemühungen darauf gerichtet fein werden, eine Verständigung mit Italien anzubahnen. Unter sehr schmeichelhaften Worten des Dankes an Mussolini für seine wertvolle Mitarbeit im Dienste des Friedens hat der französische Ministerrat bereits die Ernennung eines neuen Botschafters in Rom beschlossen, womit die Anerkennung des italienischen Imperiums verbunden ist. Damit ist der erste Stein des Anstoßes beiseite geräumt, der andere heißt Spanien und wird allerdings erheblich mehr Mühe machen. Auch hierbei wird Daladier auf den heftigsten Widerstand seiner ehemaligen Volksfrontgenossen, der Kommunisten sowohl, wie der Sozialisten Leons Blums, stoßen. Letztere haben zwar angesichts des so unmißverständlich zum Ausdruck gekommenen Frie- denswillens des französischen Volkes nicht gewagt, gegen die Münchener Vereinbarung Sturm zu lau» fen, aber die innerpolitische Ermächtigung haben sie Daladier verweigert und damit die Volksfront gesprengt, vermutlich um die Fühlungnahme mit dem radikalen Genossen zur Linken nicht zu verlieren, der das stillschweigende Beiseiteschieben Mos- kaus und das Fallenlassen des Prager Benesch-Re- gimes, in dem der Bolschewismus mit Recht feinen
die nationalen Ansprüche der Slowaken zu unter- drücken und sie wirtschaftlich und politisch zu Hörigen zu machen. Einige Slowaken, so der frühere Prager Ministerpäsident Hodza, haben den Tsche- chisierungskünsten nicht widerstehen können, aber diese Gruppe, die den tschechischen Imperialismus stützte, hatte keinen Boden im slowakischen Volke. Bor allem im Kampf um die Volksschulen trugen die Slowaken bereits unter dem Prager Zentralismus Erfolge davon, wodurch die slowakische Schriftsprache, die vor dem Kriege nur von der Intelligenz gepflegt worden war, nunmehr Eigentum breiter Massen wurde. So ist das Dolksbe- wußtsein der Slowaken gewachsen, jetzt auch zum erstenmal in der Geschichte wird die Slowakei politisch und kulturell unabhängig, wenn sie auch in der Militär-, Finanz- und Außenpolitik mit den Tschechen verbunden bleiben wird. D. S.
OerersteNinisterprätidentderSlowakei
Dr Josef T i s o , der Vorsitzende der ersten slowakischen Regierung, steht im 51. Lebensjahre. Er stammt aus Groß-Bytca. Dr. Tiso, der in Wien studiert hatte und 1918 Professor der Theo- tagte wurde, gründete in der Umsturzzelt den Slowakischen Nationalrat in Neutra. 1921 wurde er zum Sekretär des Bischofs von Neutra ernannt. 1924 wurde er Pfarrer in Banovce, später Bezirksdechant. Dem Prager Abgeordnetenhaus gehört Dr. Tiso seit 1925 als führendes Mitglied der Slowakischen Dolkspartei an, die er in den Jahren 1927/28 als Minister für Gesundheitswesen vertrat. Auch nach dem Wiederaustritt der Partei setzte er sich für die Erfüllung der politischen Forderungen der Slowakischen Dolkspartei ein, die er im Verhandlungswege zu erreichen suchte.
also freie Hand und die lebhafte Zustimmung, die seine und Bonnets auf europäische Zusammenarbeit gerichtete Außenpolitik bei allen bürgerlichen Gruppen gefunden hat, wie das Vertrauen, das die gleichen Kreise in sein wirtschaftliches Sanierungswerk etzen, gibt ihm neue Möglichkeiten und vielleicht )er ganzen politischen Linie Frankreichs eine neue Perspektive. Wir brauchen nicht ausdrücklich zu versichern, wie sehr wir wünschen,, das französische Volk möge diese neue Chance einer finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Stabilisierung mit Ent- chlossenheit ergreifen. Denn in eiftem zufriedenen Frankreich, das in berechtigtem Stolz auf seine ruhmvolle Vergangenheit, in ruhigem Selbstvertrauen auf seine moralische und materielle Kraft, im Bewußtsein seiner außerordentlichen kulturellen Leistungen sich mit der gleichen rückhaltlosen Aufrichtigkeit wie in München der europäischen Zu- fammenarbeit zur Verfügung stellt, sieht Deutschland den besten Partner einer wahren Friedenspolitik, der bald auch sü unnatürliche und wie das Beispiel der tschechischen Krisis eklatant erwiesen hat, auch unwirksame Pakte, wie das Bündnis
" dem Bolschewismus, als für feine Sicher-
London, 7. Okt. (Europapreß.) Im Laufe der parlamentarischen Aussprache war von verschiedenen Seiten, besonders von Lord Baldwin, die Forderung nach engerer Zusammenarbeit aller Parteien für eine rasche Schließung der in der englischen- Rüstung zutage getretenen Lücken erhoben worden. Es wird die Möglichkeit erwogen, Vertreter aller Parteien und auch der wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen zu einer gemeinsamen Beratung unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Chamberlain zusammenzuberufen. Eine allgemeine Wehrpflicht oder auch nur eine allgemeine Pflicht zum Dienst am Staat in Friedenszeiten kann nach der erneuten Zusicherung des Ministerpräsidenten als zur Zeit ausgeschlossen betrachtet werden. Dagegen gewinnt der Gedanke eines „nationalen Registers" an Boden, in das sich alle diejenigen, die im Faye eines Kriegsausbruches sofort ihre Dienste, dem Staate zur Verfügung stellen, eintragen lassen.
Die von der Regierung angekündigte U n t e r •, -pum-t un uhvW)1..i
suchung über den Stand der englischen Rüstung die dann im Endziel auf eine wird sich auf die während der kritischen letzten I R ü st u n g s b e g r e n z u n g V“
der letzten Wochen versichert, wird als ein Zeiten dafür angesehen, daß der ebemaliae Außenminister
Wochen zutage getretenen Mängel im bisherigen wieder Anschluß an die Regierung sucht. Rüstungsprogramm und auf die sich etwa als not-1 wendig erweisenden Ergänzungen erstrecken. Man I hofft, daß der Ministerpräsident in der Lage sein wird, dem Parlament Anfang November erschöpfende Auskünfte' geben zu können. Während die drei Wehrministenen die notwendigen Schritte zur Behebung von Mängeln unmittelbar veranlassen werden, ist das für den Luftschutz verantwortliche Innenministerium auf die Mitarbeit der Gemeindebehörden angewiesen. Bei vielen Gemeinden । unzulängliche Maß- t, da sich die Gemeindever- >


