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Mysteriöser Selbstmord eines sudetendeuischen Soldaten.

Als »Spion" zu 20 Zähren Haft verurteilt. - Ungeklärter Sturz aus einem fahrenden Zuge.

2Hifi f 8 r und dl e Polizei lm Lande r eg i e r e n.

Aber weder das tschechische Militär mit seinen fortgesetzten Grenzverletzungen und seiner neuer-, lichen Mobilisierung und heimlichen Besetzung der Grenzgebiete, noch aber die tschechische Polizei mit ihren Willkürattacken erweist sich als ein Element der Ruhe und Ordnung im tschechischen Staat. An­gesichts der letzten Vorfälle wird es verständlich, daß die Sudetendeutsche Partei ihre Beratungen und Verhandlungen mit der Regierung zunächst eingestellt und unterbrochen hat. Man kann nur gespannt sein, was Herr R u n c i ma n zu den neue­sten unerhörten Proben der herausfordernden Son­derpolitik des tschechischen Militärs und der Polizei sagen wird.

London warnt.

London, 8. Sept (DHB. Funkspruch.) Die Tat­sache, daß von sudetendeutscher Seite die Verhand­lungen mit der Prager Regierung wegen der Zwi­schenfälle in Whrisch-Oskrau abgebrochen worden sind, hat in der Londoner Rlorgenpresse außer­ordentlich starkes Aufsehen hervorgerufen. Die Blätter berichten, daß der Premiermini st er von Schottland nach London zurückkehre. Es liege zwar für den Abbruch des Urlaubs durch Chamberlain kein besonders zwingender Grund vor, allerdings rücke die Entscheidungsstunde in der Tschecho-Slowakei jetzt näher. Daher erscheine es auch immer unwahrscheinlicher, daß Lord Halifax am Freitag nach Genf fahren könne.Daily Telegraph" meint, daß die tschechischen Vorschläge auf schärf st en Druck aus Lon­don gemacht worden seien. Die Entwicklung habe nunmehr offensichtlich eine Wendung zum Ernsteren genommen. Der Sonderkotrespondent desRews Lhronicle" in Prag berichtet, daß der britische Gesandte in Prag Benesch am Sonntag ausgesucht und scharfe Vorstellun- gen erhoben haben soll. Er habe angeblich ge­sagt, daß, wenn die tschechische Regierung den Su­detendeutschen keine Zugeständnisse angäbe, die bri­tische Regierung sie nicht weiter unter­stützen und auch versuchen werde, die französische Regierung zu einer Zurückziehung ihrer Unter­stützung zu veranlassen.

Das Echo in Pans.

Paris, 7. Sept. (Europapreß.) Die Nachrichten aus Prag über die schweren Zwischenfälle in Mäh- risch-Osttau haben in Pariser politischen Kreisen beträchtliches Aufsehen hervorgerufen. Obgleich man sich in der Umgebung des Quai d'Orsay am Mitt­wochabend bemüht, die Tragweite dieser schweren Zwischenfälle und chrer Folgen nach Möglichkeit 'zu mildern, gibt man doch zu, daß sie gerade in dem jetzigen Augenblickbesonders ärger­lich" seien, wo nach Ansicht politischer Kreise die Hoffnung auf eine, Annäherung der Standpunkte zwischen den Sudetendeutschen und der Prager Re­gierung bestanden hätten. Die französische Regie- rung hat sofort nach dem Bekanntwerden dieser Zwischenfälle durch den Pariser englischen Bot­schafter, Sir Eric Phipps, der in den Abend­stunden eine Unterredung mit dem französischen Außenminister Bonnet .hatte, mit der eng- tischen Regierung Fühlung genommen.

Wie nicht anders^ zu erwarten, stützen sich die Blätter ausschließlich auf die von tschechischer Seite hierzu abgegebenen Erklärungen, in denen der Versuch unternommen wird, die Angelegenheit zu bagatellisieren. DerPetit Parisien" meint, die sudetendeutsche Frage werde wahrscheinlich noch manche dramatischen Augenblicke durchmachen. I o u r" fragt, warum die Prager Regierung erst am Mittwochnachmittag eine amtliche Aus­lassung veröffentlicht habe.Db man wolle oder nicht, die Nationalitätenfrage in der Tschecho-Slowakei sei heute nicht mehr eine innere Ange- legenheit, die Prag als solche behandeln könne. Die internationale Oeffentlichkeit und insbesondere die französische habe ein Recht darauf, die W a h r - hei t über die Ereignisse zu erfahren. Es sei mög­lich, daß ein Irrtum oder ein Fehler begangen wor­den sei, aber es nütze nichts, sie verheimlichen zu wollen.

Oie sudetendeutsche.Zeit" beschlagnahmt.

Pr ° g , 8. Sept. (DNB.) Das Hauptblatt der Su- detendeutschen ParteiDie Zeit" wurde wegen der wahrheitsgetreuen Wiedergabe derunerhörtenVorfällevonMährisch- Ostrau an elf Stellen beschlagnahmt. Dem Rot­stift des Zensors fielen zum größten Teil auch die Ueberschriften zum Opfer.

Beobachter Runcimans fährt ins sudetendeutsche Gebiet.

P r a g, 7. Sept. (Europapreß.) Major Sutton- Pratt, einer der englischen Beobachter, hat sich sofort nach Eingang der Nachrichten über die Vor­fälle in Mährisch-Ostrau dorthin begeben, um a n Ort und Stell.e Erhebungen vorzunehmen.

Deutscher Dampfer rechtswidrig von sowjetrussischem Wachschiff aufgebracht

Berlin, 7. Sept. (DJtB.) Kürzlich wurde der FischdampferBahrenfeld" im Barenlsmeer außer­halb der fowjetrufsischen hoheilsgewässer von einem sowjelrussischen Wachschiff aufgebracht. Gegen diese offensichtliche Rechtsverletzung hat die deutsche Bot­schaft in Moskau sofort Protest erhoben und die sofortige Freigabe des Fischdampfers gefordert. Die sowjetrussische Regierung hat zwar rasche Untersuchung zugesagt, ist indes dem Der- langen nach Freigabe bis heute nicht nach­gekommen.

Stomonjakow nicht mehr im Amt.

M°-'ou ^S-pt. (DNB.) Aus dem forojef. tu i[d;en S-s-tzesbl--tt geht hervor, daß der zweite stellvertretende Volkskommissar des Aeuheren Sto­monjakow, von seinem Amt entbunden worden ist Ob er anderweitige Beschäftigung fin­den soll, ist nicht bekannt. Stomonjakow, der aus Bulgarien stammt, war von 1921 bis 1924 Handels- Vertreter in Berlin. Seit zwölf Jahren war er einer der obersten Funktionäre im sowjetrussischen Außen- kommissariat. Die georgische ZeitungSarja Wo- stoka meldet, daß der Erste Parteisekretär B e - rijna durch den bisherigen Dritten Parteisekretär

Mähris cch-O st rau, 7. Sept. (DNB.) Wie der Abg. Knarre der SDP. aus Römerstadt in Mähren mitteilt, kam am 6. September der Land­wirt Knoll aus Hangenstein bei Römerstadt zu ihm und teilte ihm mit, daß sein Sohn Alfred Knoll am 2. September nach Ungarisch-Hradisch zum Infanterie-Regiment 27 zu einer Waffen­übung eingerückt sei. Am 5. September er­hielt der Vater des Knoll ein Telegramm ohne Unterschrift:Sohn Alfred gestorben Kranken­haus Mährisch-Ostrau". Am 5. September fuhr der Vater nach Mährisch-Ostrau, wo die Polizeidirek­tion ihm erklärte, daß sein Sohn als Spion verdächtig sei, daß er 20 Jahre. Zucht­haus bekommen hätte, und daß er sich daher aus dem Zuge gestürzt habe, in welchem er eskortiert worden sei. Er sei tot. Der tschechische Distriktsarzt Johann Foltis erklärte, daß er den schwerverletzten Knoll, der nach Mährisch- Ostrau transportiert worden sei, behandelt habe. Er sei auf dem Wege nach Mährisch-Ostrau

London, 7. Sept. (Europapreß.) DieTimes" beschäftigt sich am Mittwoch in einem bemerkens­werten Leitaufsatz mit der Volksaruppenfrage in der Tschecho-Slowakei und fordert dabei erstmalig die Loslösung nichttschechischen und nicht- slowakischen Gebietes von der Tschecho- Slowakei für den Fall, daß eine andere Lösung nicht gefunden werden könne. In einem solchen Falle müsse man, so heißt es in dem Artikel des Blattes, gänzlich neue Wege beschreiten und etwas Dauerhaftes tun. Wörtlich heißt es in derTimes" dann:Wenn die Sudetendeutsche Partei mehr fordert, als die tschecho-slowakische Re­gierung zu geben gewillt ist, so kann daraus nur geschlossen werden, daß die Sudetendeutschen mehr als die Beseitigung unmöglicher Z u - t ä n d e wollen und sich in der tschecho-slowakischen Republik nicht wohl fühlen. In diesem Falle mag es für die tschecho-slowakische Regierung wert­voll sein zu überlegen, ob nicht auf einer völ­lig anderen Linie eine Lösung gefunden wer­den kann, die durch die Lostrennung jener Streifen der fremden Volksgruppen, die an den Grenzen der Nationen liegen, mit denen sie rassenmäßig verbunden sind, einen völ­lig homogenen Staat aus der Tschecho-Slo­wakei machen würde. In jedem Falle würden die

g e st o r b e n. Außerdem erklärte, der tschechische Arzt, daß Knoll nur eine Schädelwunde gehabt hätte, daß er sio n st unverletzt gewesen sei, und daß auch seine Kleider nicht beschädigt gewesen seien.

Den Abgeordneten der SDP. Dr. Neuwirth und Dr. Knorre wurde von der Leichenbestattungsanstalt Choroosky in Ostrau, anhand des Totenscheines und der Begleitpapiere erklärt, daß Knoll an einer Schädelbasisfraktur, herbeigeführt bei einem Selbst­mordversuch durch Sprung aus dem fahrenden Zuge, gestorben sei. Der Leichnam Knolls soll am Mittwoch nach Iägerndorf übergeführt werden. Zur Stunde befindet sich der Leichnam noch in der Lei­chenhalle in Mährisch-Ostrau, wo der Prokurator des Kreisgerichtes den Abgeordneten mitteilte, daß die Polizei bereits eine Obduktion durchgeführt habe. Der Ostrauer Polizeidirektor erklärte aber, noch keinen Bericht darüber zu haben. Es sei Sache des Kommandos, diese Untersuchung zu führen, da Knoll der Zivilbehörde nicht übergeben wurde.

Wunsche der betreffenden Bevölkerungsteile einen wichtigen Faktor bei der dauerhaften Lösung bil- den, und die Vorteile für die Tschecho-Slowakei, ein homogener Staat zu werden, könnten etwaige Nachteile überwiegen."

Der Artikel hat in politischen Kreisen großes Auf­sehen erregt, die Frage, ob es sich dabei lediglich um eine redaktionelle Meinung des Blattes handelt oder um einen von der Downing Street inspirierten Versuchsballon, ist bisher noch nicht beantwortet worden.

Es ist von Interesse, daß der Lettartikel derTi­mes" vomE v e n i n g Standard" aufgegriffen wird. Das Blatt gibt ebenfalls der Meinung Aus­druck, daß die Möglichkeit bestünde, die neuen Pra­ger Vorschläge würden keine Brücke 'zur Einigung bilden, und schreibt dann, der tschecho-slowakische Staatspräsident Dr. Benesch würde zweifellos früher oder später von London oder Paris gefragt werden, ob er es nicht für angebracht halte, einer Grenzänderung zuzustimmen, wobei die eigentlichen sudetendeutschen Gebiete an Deutsch­land angegliedert werden würden. Eine solche Lösung, so dürfte Dr. Benesch nahegelegt wer­den, sei vielleicht zweckmäßiger, als die Schaffung einesrebellischen" sudetendeutschen Staates innerhalb der Tschecho-Slowakei.

schwere Verluste erlitten haben. In Jaffa wurdtz die Hauptpolizeiwache umstellt und ausgeplündert. Die Freischärler drangen auch in das Rathaus ein und erbeuteten die Stadtkasse.

In Jaffa erschienen während des Mittwochvor» mittags Flugblätter dervorläufigen n a t i o* nalen Regierung" mit der Aufforderung zum Widerstand gegen die Mandatstruppen. Die Flug« blätter wurden sogar an den Wänden und Türen der Moscheen angeschlagen, ohne daß es der Polizei gelang, die Verantwortlichen zu ermitteln. In Jaffa ist wieder der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Alle Läden und Geschäfte müssen um 18 Uhr schließen, wahrend die Straßen bis 20 Uhr geräumt sein müssen. Um 21 Uhr müssen sämtliche Lichter gelöscht werden. Das Spielen von Gramms« phonen sowie die Benutzung von Rundfunkappa« raten ist von diesem Augenblick an verboten. Die arabische Bevölkerung brennt jedoch seit einiger Zeit überhaupt fein elektrisches Licht mehr, um die in jüdischen Händen befindlichen Ruchenberg-Elek­trizitätswerke zu boykottieren.

Das Wehrmachtsfürsorge- unt> Dersorgungsgesetz.

Berlin, 8. Sept. (DNB.) In der Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros vom 5. September: D a s Reich sorgt für seine Soldaten" war ein Druckfehler enthalten. Es darf nicht heißen Das Versehrtengeld betrage 15 bis 20 Mark monatlich-", sondern es muß heißen15 bis 50 Mark monatlich".

Aus aller Wett.

Ein ganzer Betrieb vor dem Röntgenschirm.

Die Röntgen - Schirmbildphoto gra phie, die neue umwälzende Erfindung, die vor kurzem in dem Röntgen-Institut von Professor Janker (Bonn) der Oeffentlichkeit bekannt ge» macht worden ist, wurde jetzt zum ersten Male in größerem Maßstab angewendet. In Bonn wurde die gesamte, 1000 Mann umfassende Gefolgschaft eines Unternehmens der Metallindustrie nach dem Verfahren von Professor Janker ausgenommen. Die gesundheitspolitische Bedeutung dieses Versuches brachte der Kreisamtsleiter des Hauptamtes für Volksgesundheit, Dr. H o r st m a n n, zum Ausdruck. Das Hauptamt für Volksgesundheit, das an diesem Versuch maßgebend beteiligt ist und das das Rönt­genschirmbildverfahren in Zukunft bei den Betriebs­untersuchungen der Deutschen Arbeitsfront in gro- 3em Maßstab anroenden will, hält den Auftakt für besonders wertvoll, weil der in Frage kommende Betrieb bereits für das Gesundheitsstammbuch der Deutschen Arbeitsfront klinisch untersucht worden ist. Es ergibt sich also hier ein aufschlußreicher Quer« chnitt durch das Gesundheitsbild einer größeren Gemeinschaft schaffender Menschen, das mit den modernsten medizinischen Untersuchungsmethoden gewonnen wurde.

Der erste Feldberg-Flug vor 25 Jahren.

Am 9. September 1913 gingen Telegramme durch die Presse, daß ein deutscher Flieger auf dem Feld- berg im Schwarzwald gelandet sei und von dort» wieder nach seinem Heimatflughafen Mülhausen im Elsaß starten wolle. Es sei ein deutscher Aviatik- doppeldecker und der Führer des Flugzeuges der durch feine Weltrekorde bekannte Fluglehrer Arthur Faller. Vor 25 Jahren gehörte eine große Por­tion Mut, Entschlossenheit und fliegerischer Instinkt dazu, eine solche Flugaufgabe zu vollbringen. Die Begeisterung über diesen gelungenen Flug war groß, und der Feldberg erlebte einen Riesenandrang neugieriger Wanderer und Sportler. Der Start am schiefen Hang war noch verwegener als der Anflug, und die Dolksmassen atmeten erleichtert auf, als Faller gut abkam und wohlbehalten in seinem Hei- matslughafen landete. Faller war auch während des Krieges ein bedeutender Frontflieger, der wegen seiner Leistungen und Tapferkeit vom einfachen Sol­daten zum Offizier befördert wurde und als türki- scher Oberleutnant in der Armee des Marschalls Li­man von Sanders Außergewöhnliches leistete. Heute ist Faller Geschäftsführer hn Hause der Jugend in Frankfurt a. M.

Internationaler Kongreß für Geschichtswissenschaft in Zürich.

Auf dem 18. Internationalen Kongreß für Geschichtswissenschaft sprach Man- t o u s e k (Prag) über die europäische Diplomatie im Zeitalter der Gegenreformation. In der Sektion für die Geschichte der außereuropäischen Länder gab Winter einen Ueberblick über die Geschichte bes Jansenismus in den Sudetenländern. Die Vor­träge zur Rechts, und Verfassungsgeschichte galten fast ausnahmslos Osteuropa und dem Balkan. Es sprach Weiszäcker (Prag) über die mittelalter­liche Gerichtsverfassung der böhmischen Länder im Lichte der mitteleuropäischen Rechtsentwicklung. In der Sektton für historische Methoden sprach Aurich (Bonn) an Hand des Bismarck-Bildnisses über die Entwicklung der neuesten Geschichtsschrei­bung. Professor Nabholz (Schweiz) hob hervor, daß die Teilnahme der Vertreter der außereuro­päischen Erdteile an dem Kongreß ein Beweis für die hohe Mission der Wissenschaft sei, die die Geister der Nationen nicht trenne, sondern vereinen wolle. In der Schlußsitzung verlas der Generalsekretär Professor L h d r i t i e r (Paris), die Wünsche einiger Sektionen. Danach werden die Historiker gebeten, in Zukunft die Geschichte der Frauenemanzipation, der neulateinischen Literatur und die vergleichende Re­ligionsgeschichte stärker zu pflegen. Das neue Büro des Kongresses besteht fortan aus Präsident L e - land (Amerika), Vizepräsident I o r g a (Rumä­niens. 2. Vizepräsident Nabholz (Schweiz), und den Mitgliedern Handelsmann (Polen), Gans- h o f (Belgien), Volpe (Italien) und Holtz­mann (Deutschland): als Generalsekretär amtiert Bros. Lhöritier (Frankreich) und als Kämmerer Woodward (England).

Zu Ludwig Blckells 100. Geburtslage.

Am 13. September sind es 100 Jahre, daß der weitbekannte Schöpfer der Sammlung hessi­scher Altertümer, Dr. phil. h. c Ludwig Bickell geboren wurde. Von 1875 bis zu feinem lobe am 20. Oktober 1901 gehörte er dem Vorstand des Hessischen Geschichtsverein als Konservator an. Der Hessische Geschichtsverein beabsichttgt, eine Ge­denkfeier abzuhalten und eine Ausstellung der Le­bensarbeit des Gelehrten im Marburger Museum zu veranstalten. Wir werden in derHeimat im Bild" der Verdienste des vorttefflichen Mannes ausführlicher gedenken.

Schäfer mil Hunden vom Blitz erschlagen.

Hebet Rothwesten (Bez. Kassel) ging ein schweres Gewitter mit Hagelschlag nieder. Auf dem Felde am Peterweg wurde ein hütender Wanderschäfer aus Felsberg vom Blitz getroffen und getötet. Seine

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Amerikanische Arrondierungswünsche. Landabtretungen gegen Streichung der Kriegsschulden.

Tscherkwiani ersetzt worden ist. Berijna, Lands­mann und Vertrauter Stalins, soll einen verantwortlichen Posten in Moskau überneh­men. In der Moskauer ZeitungRabotschaja Moskwa" wird der aus Deutschland emigrierte Kommunist Wilhelm Pieck als Oberhaupt Jnternattonalen Roten Hilfe bezeichnet.

W a s hi n b t o n, 8. Sept. (DNB.) Bundessenator Reynolds, der von einer längeren Reise durch Kanada zurückkehrte, machte den Vorschlag, Groß­britannien möge als Gegenleistung für die Strei­chung seiner Kriegsschulden Bermuda, Neu- u n d l a n d sowie einen Gebietsstreifen durch West­kanada zwecks Herstellung einer direkten Land- verbindung mit Alaska an die Vereinigten Staaten a b t r e t e n. Für die Begleichung der fran­zösischen Kriegsschulden schlägt Reynolds die Abtte- tung der Inseln St. Pierre und Miguelon im St.-Lorenz-Strom vor. Gleichzeitig empfiehlt er die Einverleibung Mexikanisch-Nie- berf aliforniens, um Amerika für die Ent­eignung amerikanischen Farm- und Oelbesitzes in Mexiko schadlos zu halten. Unter Hinweis auf die amerikanischen Prioritätsrechte schlägt Reynolds erner die Annektierung der Wrangel- i n s e l, 600 Kilometer nordwestlich der Behring- straße, vor, wo Sowjetrußland 1924 Fallensteller aus Alaska enteignete und eine Wetterstation richtete.

Staatsidee zu feiern und darüber hinaus auch die Persönlichkeit Ludwigs XIV. selbst mit dem Glo­rienschein eines Volkskönigs zu umweben. Selbst- verständlich werden die Verwüstung der Pfalz und andereRuhmestaten" der damaligen französischen Soldateska mit Schweigen übergangen.

.Den Höhepunkt der Feiern zu Ehren Lud­wigs XIV. bildeten die Veranstaltungen des 5. Sep­tember. Neben Saint G e r m a i n , das als Ge­burtsort Ludwigs XIV. bereits vor einiger Zell feinengroßen Mitbürger", wie eingefleischte Re­publikaner spöttisch sagen, durch Feste und Umzüge gefeiert hatte, wetteiferten besonders die einstige Re­sidenz Versailles und die baskische Stadt Saint-Jean-de-Luz in der Ehrung des Sonnenkönigs. In der Baskenstadt, wo Lud­wig XIV. sich mit der Schwester des spanischen Kö­nigs Karls II., Maria Theresia, vermählte, wurde ein Denkmal eingeweiht. In Versailles wurde eine religiöse Feier veranstaltet. Am Reiterdenkmal des Sonnenkönigs an der Place des Victoires in Paris legte eine Abordnung derAction Francaise" einen Kranz in den Farben der Monarchie nieder. Die Japaner nähern sitz Hankau.

Schanghai, 7.Sept. (Europapreß) Die japa­nischen Elnkreisungsbewegungen gegen Hankau haben nach Meldungen aus dem japanischen Haupt- Quartier in den letzten 24 Stunden weitere e r h e b- liche Fortschritte gemacht. Nördlich des Jangtse sind die japanischen Truppen über Kwangtsi h i n a u s g e k o m m e n und stehen nur noch etwa 120 Kilometer von Hankau entfernt Die chinesischen Truppen leisten an diesem Front­abschnitt kaum noch Widerstand. Der japanische Dor- marsch ist Nach japanischen Berichten nur noch eine Frage der Herstellung der Verbindungen. Nördlich von Kwangtsi haben die japanischen Truppen Ku- l.ch.^h gestürmt und nähern sich der Eisenbahn­linie Südlich des Jangtse ist die chinesische Gegen- offensive abgeschlagen worden, und die japanischen Truppen setzen ihren Vormarsch auf N a n t s ch a n a fort. 1 a

Zwischen den japanischen Truppen die vom Jangtsekiang aus der Provinz Anweih in die Pxo- vmz Honan vorstoßen, und den chinesischen Truppen sind heftige Kämpfe im Gange. Die chinesischen Truppen werden auf neun Divisionen geschätzt un­ter denen sich auch die 88. Division befmden soll die gewöhnlich als Leibgarde Tschiangkaischeks genannt Die chinesischen Truppen sollen bemerkens­wert stark mit Artillerie und besonders mit Gebiras- geschützen ausgerüstet sein.

Wachsende Spannung in Palästina.

Vorläufige nationale Regierung" fordert zum Widerstand auf.

Frankreich feiert den Sonnenkönig.

Ludwig XIV. der Vater des französischen Imperialismus.

Paris, 7. Sept. (Europapreß.) Die Zeiten, in öenen das Gedächtnis der Franzosenkaiser und -konige durch Zusammenstöße zwischen Royalisten und Bonapartisten oder Republikanern gefeiert muröe, scheinen endgültig vorbei zu sein. Die kürz­lichen Napoleonfeiern in Ajaccio, der Geburtsstadt des großen Korsen, gingen zum ersten Male in der Geschichte der III. Republik unter der Schirmherr­schaft des Staates vor sich, und die großartigen Fe-ern, mit welchen in diesen Tagen in Frankreich öer 3 0 0. Geburtstag Ludwigs XIV. be­gangen wurde, hatten ganz das Gepräge nationa­ler Gedenktage. Fast alle größeren Zeitungen brin- gen aus diesem Anlaß geschichtliche Abrisse und Bettachtungen aus der Feder von Mitgliedern der Academle Fran?aise und des Instituts, die die Persönlichkeit des Sonnenkönigs ganz besonders in bezug auf seine historische Sendung in der Geschichte Frankreichs Herausstellen. Ein bürgerliches Organ wie das ,Journal" veröffentlicht sogar an erster stelle einen Aufsatz des Grafen von Paris, des in Belgien im Exil lebenden Prätendenten auf den Bourbonenthron, über feinen großen Ahnen. Aus ollen Schriften und Reden dieser Tage tritt das deutliche Bestreben hervor, in Ludwig XIV. weniger den genialen Vertreter der Monarchie, als den Begründer der französischen Konti- nentalpotitit und Träger der imperialistischen

Jerusalem, 7. Sept. (Europapreß) In Nacht zum Mittwoch kam es in Nordpalästina wie­der zu größeren Zusammenstößen. Bei Akre war am Nachmittag ein größeres Gefecht zwischen Freischärlern und englischen Truppen im Gange. Dieses Gefecht fleht anscheinend in Zusammenhang mit der Explosion einer Landmine in der Nahe von Tel Samar, durch die ein für den Streifendienst eingesetzter Lastkraftwagen oollstän- dig zerstört wurde. Zwei englische Soldaten fanden dabei den Tod, wahrend vier schwer verwundet wurden. Die Freischärler sollen bei dem Gefecht bei A^e, in das auch Bombenflugzeuge eingriffen,

Ein Vorschlag derTimes".

3m Falle der Nichteinigung in Prag: Loslösung nicht-tschechischen und nicht­slowakischen Gebietes von der Tschecho-Slowakei.