Montag, 8. August 1YZ8
188. Jahrgang
Nr. 185 Erstes Blaff
die
ich"
ZE AN
3&AMQA
TO
Fährt Runciman nach London?
t der fligen insere fiuten Erde
Ligen. .. .
Bezeichnenderweise gehen Blätter wie „Kurier Warszawski" und „Nvwa Rzeczpvspvlita", die sich in Lügenmedungen über Deutschland nicht genug tun können, an dem Ereignis einfach vorüber.
vayAts
HonoGhr
Prager Einnebelungsversuch.
Oie Tschechen spielen sich als verfolgte Unschuld auf.
Stadt S a y b u s ch und flogen dann in die Tschecho- Slowakei zurück.
Das Echo in Polen.
Warschau, 7. Aug. (DNB.) Die polnische Presse berichtet am Sonntag ausführlich über die Ueberfliegung der polnischen Grenze durch tschechische Militärflieger. Der regierungsfreundliche „Expreß Pvranny" spricht von einer provokatorischen Grenzverletzung durch tschechische Bombenflugzeuge. „M a l y D z i e n n i k" 'stellt fest, daß die Bodenverhältnisse in dem von den Tschechen überflogenen polnischen Gebiet so sind, daß eine Verirrung der tschechischen Flieger au polnisches Gebiet nicht erfolgen konnte. Das Blatt weist auf den ähnlichen Vorfall hin, der sich erst vor wenigen Tagen bei Glatz ereignet hat. Polen erwarte für die Verletzung seiner Grenzen volle Genugtuung. Die Ueberfliegung polnischen Staatsgebietes durch tschechische Bomben- fluozeuge lasse sich nicht durch Erklärungen begründen und nicht durch Worte des Bedauerns rechtfer-
Lnnahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/.Uhr des Vormittag»
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Tezt- anzeigen von70mm Breite
50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/, mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen:, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- yen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche AnzeigenöRpf. Mengenabschlüsse Staffel B
• Mchlich' ür untere ittagston> - 17.30: xt. nnsteund. Dar Pvb« t5 SdOt* Mik. 21: mexab, wo
24 bis 3:
Flugzeugen zu präsentieren.
Auch diese neue tschechische Grenzverletzung zeigt, daß Prag mutwillig und verantwortungslos seine Nachbarn provoziert und immer mehr zum europäischen Unruhestifter ersten Ranges wird.
Wäre es nicht wünschenswert...
Gerechtes Urteil in England.
London, 6. Aug. (DNB.) In einem Brief an die „Times" beklagt sich der B i s ch o f von G l o u- cester über diejenigen, die durch verleumde» rische Agitation die deutsch-englischen Beziehungen vergifteten. In dem Brief wird festgestellt, daß gewisse Leute, wie z. B. der Bischof von Chichester und seine Freunde, die deutsche Obrigkeit durch den ständigen Strom voy Entgleisungen reizten. Die auch ihm von Gegnern des Nationalsozialismus ständig übersandten Flugblätter gäben auf alle Fälle ein unrichtiges Bild von Deutschland wieder. Er wolle daher einen besseren Weg vorschlagen. Aus eigener Erfahrung (und derjenigen der meisten Besucher Deutschlands) habe er eine Englandfreundlichkeit in Deutschland festgestellt. Das deutsche Volk wünsche die Freundschaft mit England. Die Deutschen scheuten den Gedanken eines Krieges. Jegliche Kritik an England werde in fairer Weise in den deutschen Zeitungen zum Ausdruck gebracht, und die Berichte über englische politische Ereignisse seien sehr gut. Die ganze Haltung sei verschieden von dem, was man aus dem Auszügen erfahre, die man in England veröffentliche. Wäre es nicht wünschenswert, diese deutsche Freundlichkeit zu beantworten. Es könne keinen Frieden ohne guten Willen geben.
Das Blatt schließt u. a.: „Würde es daher nicht christlicher sein, wenn man englischerseits versuchen würde, guten Willen zur Schau zu tragen, anstatt ständig und ost unfair zu kritisieren, was oft den Anschein habe, als wenn es von politischer Feindseligkeit diktiert sei und in einer Sprache zum Ausdruck werde, die weder dipornatisch, noch nachsichtig sei."
Nach Moskau berufen — Selbstmord.
Moskau, 7. Aug. (Europapreß.) Der Dioi- fionsfommanbeur Stupin der sowjetrussischen F e r n o st a r rn e e, der von der Politischen Verwaltung der Roten Armee von Tschita nach Moskau berufen worden war, verübte auf der Durchreise in Irckutsk Selb st mord.
„Wir stellen fest, daß sich bei uns eine ganz unmögliche Situation entwickelt hat. Es ist chwülzum Er st icke n." Diese Feststellung trifft er Prager „D e m o k r a t i ck i Stre d", der eben- o wie der Journalist Ripka, der diesen Artikel interzeichnet hat, zu dem Vertrauten der „Burg", Ies Amtssitzes des tschechischen Staatspräsidenten Jene sch, gezählt wird. Der Artikel richtet sich legen den tschechischen Ministerpräsidenten H o b z a, em vorgeworfen wirb, baß seine Taktik unglücklich ei. Er habe durch ergebnislose unverbindliche Ge- pröche mit den Sudetendeutschen und durch An- etzung immer neuer Termine, die nicht eingehalten vorden seien, die tschechische Politik in eine Der- eidigungsstellung hineinmanövriert. Das Organ des ichechischen Ministerpräsidenten H o d z a , der be- anntlich zu den Agrarier zählt, setzt sich energisch zur Lehr und erklärt, tschechische Minister und Staats- länner seien von einem heillosen Schreck erfaßt und hrien deshalb so laut, weil sie sich maßlos fürchte- en. Es wäre verfehlt, dieser Oberflächen-Polemik llzu erhebliche Bedeutung beizumessen. Daß in en Prager Regier ungskreisen Mei- ungsverschiedenheiten bestehen, ist beginnt. Ebenso bekannt aber ist, daß die schlauen 'chechischey Taktiker gelegentlich solche Meinungsver- chiedenheiten sehr einmütig in ihre zweckbewußte
Tschechische Meger auch über polen
Scharfer Protest in Prag.
Den Sonntag verbrachten Lord R u n c i m a n und Lady Runciman bei Mitgliedern des bohmi chen Hochadels. Der Gastgeber Graf K i n s k y spielt m tschechischen Kreisen eine hervorragende Rolle.
Das Programm für die nächste Woche ist bisher micht allzu reichhaltig. Außer der bereits gemelde en Besprechung zwischen dem Ministerpräsidenten 5)ob3a und dem Finanzminister K a l f u s und der zweiten Besprechung zwischen Kalfus und der Sudetendeutschen Partei ist für Mittwoch eine "leuerliche Sitzung des Sechserausschusses der Mehr- -eitsparteien vorgesehen, in der der Ministerpräsident berichten wird. Außerdem wird in der kommenden Woche die erste eingehende Besprechung Zwischen Dr. H o d z a und Lord Runciman über dessen Arbeitsplan stattsinden.
Prag, 6. Aug. (DNB.) Das offiziöse Prager Preßbüro teilte folgendes mit: Den Blättern wird von maßgebenden Stellen eine Information zur Verfügung gestellt, in der auf die anhaltende ausländische Propaganda hingewiesen wird, die das Ueberfliegen des Glotzer Gebietes durch drei tschecho-slowakische Flugzeuge zu Angriffen gegen den tschecho-slowakischen Staat, seine Regierung und insbesondere seine Armee benutzt. Gegenüber diesen schweren Angriffen der reichsdeutschen Presse, die wegen dieses von den zuständigen tschecho-slowakischen Stellen bereits aufgeklärten (?) Zwischenfalls fortgesetzt erhoben und von den einzelnen reichsdeutschen Rundfunkstationen verbreitet werden, wird von amtlicher Seite folgendes fest- ^Sn 'ber Zeit vom 20. Mai bis zum heutigen Tage würben insgesamt 74 Fälle festgestellt, in denen burch reichsbeutsche Flugzeuge tschecho-slowakisches Staatsgebiet überflogen würbe, wobei in 71 Fallen biefe Flugzeuge aus Deutschland tarnen und wieder nach Deutschland zurückkehrten, während in drei Fällen die reichsdeutschen Flugzeuge sogar auf tschecho-slorvakischem Staatsgebiet landeten. Nominativ werden 20 Fälle der Verletzung der stchecho- slowakischen Staatsgrenze durch reichsbeutsche Militärflugzeuge angeführt, von denen eine ganze Reihe von Fällen Gegenstanb von Protesten ber tschecho-slowakischen Behörben bei ben zuständigen Berliner Stellen waren. Außer diesen 20 lieber» fliegungen tschecho-slowakischen Staatsgebietes, deren
Englische Jettachwngen.
L o n d o n , 8. Aug. (Europapreß.) Zum Abschluß ler politischen Woche veröffentlicht die englische Sonntagspresse Betrachtungen über die bisherige Tätigkeit Lord Runcimans in Prag.
So schreibt „Sunday Times m einem 'urzen Leitartikel, Lord Runciman könne natürlich licht erwarten, daß die Scheinwerfer der offeni- id)en Aufmerksamkeit ganz von ihm abgewendet würben. Aber es könne n i ch t in seinem Interesse liegen, wenn diese Scheinwerfer tur auf ihn gerichtet seien.
Der „Observer" setzt sich mit den tschechischen Kritikern auseinander, die sich beschwert hatten, !»aß Lord Runciman zuviel mit den Sudeten- leutschen verhandelt und zuerst ihre Forderungen ingehört habe. „Diese Politik", so schreibt das Blatt, „ist sehr logisch. Die s u b e t e n d e u t s ch e n 'Forderungen liegen seit Wo ch en f e st, während die Formulierung der beabsichtigten Brager Zuge st änd nisse noch immer unvollständig ist."
Bata hetzt!
P r a g , 7. Aug. (DNB.) In der Zeitschrift „Zlin" veröffentlicht der tschechische Schuhgroßindustnelle
Bata einen Hetzartikel, in dem es heißt: „Es handelt sich darum, keine Schwäche zu bekunden, sondern Stärke zu zeigen. Ist es aber eine Kundgebung der Stärke, wenn Bürger der tschechoslowakischen Republik zu öffentlicher Jrre- bcnta ins Ausland reisen und dort vor dem Antlitz der gesamten Welt Irredenta treiben. Das tschecho-slowakische Volk will sehen, daß die bürokratischen und politischen Saboteure, die die Arbeit unmöglich machen, a u f Urlaub oder in Pension geschickt werden. Unser Volk versteht nicht die Schwäche und Unentschlossenheit des Vorgehens, wie es sich jetzt in Prag zeigt. Unsere Schwierigkeiten beruhen in der Unentschlossenheit oben. Ich sehe keine Gründe, warum das tschecho-slowakische Volk vor der ganzen Welt wie ein Dummkopf aussehen soll."
Reue Tschechisterungs- maßnchmen.
Prag, 7. August. (DNB.) Die Direktion der Staatseisenoahn in Königgrätz hat eine Reihe von tschechischen Angestellten in sudetendeutsches Gebiet versetzt, während udetendeutsche Eisenbahner in rein tschechische Plätze geschickt wurden. Dies geschieht zu einer Zeit, in der das Nationalitäten- tatut ausgearbeitet wird und entgegen dem Der- prechen Prags, für die Zukunft den Nationalitäten- chlüffel einzuhalten.
Wirft dieses Vorgehen ein bezeichnendes Schlaglicht auf den Prager Derständigungswillen, so ist auch die Errichtung „tschechischer Kanzleien" im subetendeutschen Gebiet ein neuer beredter Beweis für den trotz allen Leugnens sich immer wieder äußernden tschechischen Chauvinismus, der auf die allmählich immer stärker werdende Durchsetzung des sudetendeutschen Raumes
mb. 6: M' Frühkonzert. )• Bäderkon' e unb ftn* ittagskonzen- t 14: *
15: Miner Klavier lfi: n unterfahrt mit bcm
19- Kleinc- ben MF unb MfE .15: Sri« •130: DeuÜ?
'Bonbon:®«' jng
mar‘U 21)
LÄ «ul ' l «■?' jtt
> *■
mit tschechischen Zywonderern abzielt. Diese „tschechischen Kanzleien", deren erste jetzt in Saaz errichtet wurde, werden, wie'die Sudetendeutschen Pressebriefe Mitteilen, von tschechischen Korporationen unb Verbänden auf eiaene Kosten erhalten. Sie haben, wie die chauvinistische „A-zet" berichtet, einerseits maßgebliche tschechische Kreise in Innerböhmen unb namentlich in Prag über die tatsächlichen Verhältnisse der tschechischen Grenzler zu unterrichten. Vor allen Dingen sollen sie aber für nationale, wirtschaftliche und hauptsächlich An- gestellten-Fragen des tschechischen Elements Sorge tragen.
Wüste Ausschreitungen Moskauer Trabanten.
Prag, 8. Aug. (DNB.) Bei einer kommunistischen Kundgebung in Saaz kam es zu einem schweren Zwischenfall. Beim Anmarsch zum Kundgebungsplatz bereits stießen die roten Festteilnehmer wüste Beschimpfungen und Schährufe gegen das Deutsche Reich und sein Oberhaupt aus. Obwohl die Straßen der Stadt um diese Zeit sehr belebt waren, ließ sich die sudetendeutsche Bevölkerung durch diese Gemeinheiten nicht provozieren unb ignorierte bie roten Kunbgebungen überhaupt. Das schien den Bolschewisten nicht in ihr Programm zu passen, und auf dem Heimwege von ber Kunbgebung griffen sie sudetendeutsche Bürger, bie am Gehsteig ftanben, tätlich an unb bearbeiten sie mit Bierflaschen und ähnlichem. Die Polizei wollte die Menge zerstreuen. Dabei schlug sie wahllos mit dem Gummiknüppel auf die Menschen ein. Bei dem Zwischenfall wurden drei S u d e t e n d e u t s ch e schwer und mehrere leicht verletzt. Die drei Schwerverletzten mußten in ein Krankenhaus gebracht werden.
»(SO)
ttlchelni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monat$:Be$ugsprets:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illufttierte e 1.80 Zustellgebühr . e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Zernsprechanschlüsse
unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen
Postscheckkonto:
Zranisurt am Main 11686
gemacht hat. Dieser Versuch scheitere aber schon an der inneren Unlogik dieser tschechischen „®e- genrechnung", die vor allem die berechtigte deutsche Empörung über die Glotzer Grenzverletzung als übertrieben hinstellen will — hn Gegensatz zu der o „diskreten Haltung", die -die Tschechen bei den agenhaften Grenzverletzungen reichsdeutscher Flugzeuge angeblich eingenommen haben wollen. Was es mit den von den Tschechen behaupteten reichsdeutschen Grenzverletzungen auf sich hat, weiß man bereits aus einer ebenso verunglückten „Gegenrechnung", die Prag Ende Mai auf stellte, als die Serie tschechischer Grenzverletzungen durch Militärflugzeuge bis zur Unerträglichkeit gestiegen war, und aus aller Welt Proteste gegen dieses leichtsinnige Spiel mit dem Feuer laut wurden. Auch damals war es der deutschen Presse ein leichtes, diese „Gegenrechnung" beispielsweise schon insofern als Hirngespinst zu enthüllen, als sie nachweisen konnte, daß angebliche „reichsdeutsche Militärflugzeuge" in Wahrheit reine Verkehrsflugzeuge waren oder daß die von den Tschechen angegebenen Flug- ■ zeugkennzeichen in ber beutschen Luftfahrt überhaupt nicht ejiftiertcn.
So sehen also bie „Grenzverletzungen" beutscher Flugzeuge aus, bnf jetzt als neu aus ber berüchtigten tschechischen Zauberkiste geholt werben. Im übrigen glaubt boch wohl bei ber allbekannten Einstellung ber Tschechen niemanb, daß man sich in Prag die Gelegenheit hätte entgehen lassen, diese angeblichen deutschen Grenzverletzungen zum Anlaß einer Deutschenhetze und zu größtem Geschrei zu nehmen. (!) Die so verdächtig spät fingierten „reichsdeutfchen Grenzverletzungen" erhalten überdies durch die amtliche tschechische Erklärung, daß bei 54, also dem Gros dieser Gespensterflieger, die Erkennungszeichen nicht sicher festge- ftellt werden konnten, den nötigen Anstrich, um diese ganze tschechische Verlautbarung als ein plump angelegtes Täuschungsmanöver erkennen zu lassen. Der tschechische Hinweis schließlich, daß die reichsdeutschen Behörden den Tschechen bisher weder die Nummern, noch die Kennzeichen der Flugzeuge bekannt gegeben haben, bie Glatz in so breister Weise überflogen, wirkt nur erheiternd: denn dieses Manko hat die tschechoslowakische Regierung Flicht davon abgehalten, sich in gerpunbenen Erklärungen zu „entschuldigen".
Dieser Prager Einnebelungsversuch ist also, wie alle früheren sehr kläglich gescheitert, und es wirkt wie ein Witz, daß dieser tschechische Taschenspielertrick zu einem Zeitpunkt versucht wurde, als drei tschechische Militärflugzeuge in Kampfformation in polnisches Gebiet eindrangen. Diese tschechische Provokation bei Zywiec (Saybusch) erinnert in ihrer ganzen Anlage an die freche Ueberfliegung der deutschen Stadt Glatz. Denn einmal handelt es sich um eine geschlossene Formation, zweitens waren auch bei Zywiec die geographischen Verhältnisse so eindeutig, daß ein Irrtum von vornherein ausgeschlossen ist, drittens ist auch diese Grenzüberfliegung bei hellichtem Tage er- ; folgt. Man darf gespannt jein, ob man nun in Prag auch in diesem Falle den traurigen Mut haben wird, \ dem protestierenden polnischen Gesandten die abgeleierte Formel von den „verflogenen" tschechischen
P r a g, 7. Aug. (DNB.) Nach Verlauf der ersten Tage feit Einsetzen ber Untersuchung Lord Runcimans in Prag bietet die Verhandlungslage em nur wenig verändertes Bild. Die ganze Ak t i o n srecktnochinihrenAnfängen und ist kaum über die Sondierung des Bodens hinausgekommen. Tschechische Blätter wissen zu melden, daß sich Lord Runciman nach beendigtem Studium der Matene unb nach Beenbigung ber einleitenben Besprechungen zur Berichterstattung vielleicht schon End e d er lammenden Woche vorübergehend nach i London begebe.
warschau.ö. Aug. (DNB.) Die polnische leie- graphenagentur meldet:
„heute früh überflogen drei große tschechoslowakische Militärflugzeuge potnischesGebietinder Nähe von Zywiec (bei Bietth in Polnifch-Oberschlesien). Die tschechoslowakischen Militärflugzeuge drangen in Kamps- formatiert ungefähr 22 Kilometer in polnisches Gebiet ein und kehrten dann in die Tschecho-Slowakei zurück. Die Flugzeuge flogen in einer höhe von 800 Meter. *
Der polnische Gesandte in Prag hat Anweisungen erhalten, gegen die Verletzung des polnischen Gebiets scharf zu protestieren."
Zu dem Grenzzwischenfall werden noch folgende bezeichnende Einzelheiten bekannt:
Die Ueberfliegung der polnischen Grenze erfolgte in der Nähe der Ortschaft Rajcza. Die drei tschecho-slowakischen Militärflugzeuge flogen in geflossener Formation und so niedrig, wie bas in dem dortigen bergigen Gelände möglich war. Die Erkennungszeichen konnten von unten deutlich wahrgenommen werden. Die Maschinen flogen 22 Kilometer tief in polnisches Gebiet hinein, kreuzten längere Zeit in der Nähe der
Tschechische Winkelzüge in Sicht.
In Prag soll eine Regierungskrise „gemacht" werden.-Parlament zur Sabotage aufgefordert
reichsdeutscher Ursprung unbestreitbar ist, haben noch 54 reichsdeutsche Flugzeuge, deren Erkennungszeichen nicht sicher festgestellt werden tonnten ('), tschecho-slowakisches Gebiet unerlaubterroeife überflogen. In der amtlichen Publikation wird feft- qeftellt, daß auch nicht einer von diesen 54 Fällen, ja nicht einmal der 20 unerlaubten Ueberfliegungen ber tschecho-slowakischen Grenze burch unzweifelhaft festaestellte' deutsche Flugzeuge von der tschechoslowakischen Presse zu ähnlichen schweren Angriffen, wie sie in diesen Tagen von dem reichsdeutschen Rundfunk unb ber Presse gegen ben tschecho-slowakischen Staat erhoben würben, ausgenutzt worben sinb. Zugleich wird feftgeftellt, daß bie reichsbeut- jchen Behörben ben tschecho-slowakischen Behörben bisher weber bie Nummern, noch bie Kennzeichen ber Flugzeuge bekanntgegeben haben, die nach der Behauptung reichsdeutscher Nachrichtenquellen bei Harem Wetter eine ganze halbe Stunde lang und auch nur in einer Höhe von 100 Meter das Gebiet von Glatz überflogen.
Deutsche Richtigstellung.
Diese Auslassung des tschecho-slowakischen Presse- Büros bezeichnet der „Deutsche Dienst" als einen geradezu unwahrscheinlich grotesken Versuch der Prager Stellen, den äußerst peinlichen Eindruck zu verwischen, den die Glatzer Provokation tschechischer Militärflieger auf die Weltöffentlichkeit (auch England und Frankreich nicht ausgenommen)
Rechnung einfteUen. Die tschechische Politik läuft ffenbar darauf hinaus, das Parlament als Trumpf gegen einen verständigen n a - ionalen Ausgleich einzusetzen. Es zeichnen ich in dieser Taktik zwei Etappen ab: Zunächst ein- nal die Bildung einer neuen ^Regierung, die mit dem Anspruch auftritt, daß die bisherigen tsche- ihischen Unterhändler zu weit g.e g a n g e*n seien und daß sich ihre Zugeständnisse vor dem tschechischen Zolk nicht verantworten lassen: und in der Hinterland wird der weitere taktische Winkelzug gehal- en, daß sich keine „v e r h a n d 1 u n g s f a h i g e Regierung" findet, weil keine parlamentarische Mehrheit zu ^weiteren Zugeständnissen bereit ist. Das Banse ist Schwindel ober — wenn man hof- 7her sein will — ein Trickfilm. Die Tschechen haben hre Staatlichkeit auf Grunb von D e n k s ch r i f t e n »rreicht, die der F r i d e n s k o n f e r e n z überreicht wurden und die eine anständige Behand- u n g von Volksgruppen versprechen. Die- es Versprechen b i n d e t, und die tschechischen Winkelzüge stehen auf derselben Stufe wie das Argument einer Zivilpartei, die erklärt: „Mein Name ist Hase: ich weiß von nichts!" Jedes Gericht wird nit dieser Ausrede fertig! Dr- Ho-
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
' Druck unb Verlag: vrShlsche UniverfitStrbruckerei «.Lange in Stehen. Schristlettung unb SeschSstsftelle: Schulftrahe 7


