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Mustopf geworden ist. Pfotenhauer hat nichts mit Pfote zu tun, sondern geht auf den Pfettenhauer zurück, wie man früher den Bauarbeiter nannte, der die Pfetten, die Querbalken des Hauses,zu­haute". Rebentisch hängt nicht mit der Rebe zu­sammen, sondern ist gleich Rawcntisch, vom älteren raw gleich rauh, roh, und ist ein rauh gearbeiteter Tisch. Bei Dürkop darf man nicht an den Kopf denken, sondern es ist die niederdeutsche Schreib­weise des bekannten Namens Teuerkauf. Der Name Mäusezahl ist gar nicht selten, und erst augenschein­lich mit Rübezahl verwandt, aberzahl" ist hier das verkürzte mittelhochdeutsche zagel = Schwanz wir haben also hier einen Mäuse- und Rüben­schwanz vor uns. Schickedanz = beschicke den Tanz, war früher der Tanzordner, aber auch heute noch wird ein Bote für alles der Schickedanz genannt. Auch die beiden Verlegernamen Baedeker und Brockhaus finden eine überraschende Erklärung. Baedeker ist die niederdeutsche Form von Böttcher, während Brockhaus das am Broich, Brock und Bruch Sumpf stehende Haus bedeutet; ist dieser Bruch wüst und wild, dann ergibt sich Wildenbruch. Findeisen hat nie im Leben etwas gefunden; viel­mehr ist dasd" ein Einschiebsel, und Finne be­deutet nicht bloß die bekannte Pustel, sondern hieß einst die schmale Schlagseite am Hammer, so daß

Worten davon, wie sehr er sich in Oberhessen wohl- gefühlt habe und wie gerne er sich der Zeit 2x/z Fahre erinnern werde, die er hier im Amte ge­wesen sei. Er werde Oberhessen und dessen Gen­darmerie-Kameraden nicht vergessen. Zum Schlüße seiner Ansprache forderte er die Kameraden auf, sich immer zu bemühen, volksverbundene Gen­darmerie zu sein und im Sinne des Führers der Volksgemeinschaft zu dienen.

Nachdem man noch geraume Zeit in geselliger Kameradschaft beisammensaß, verabschiedete sich Major Goede von jedem Gendarmerie-Kamera­den durch Handschlag. ___________________

der Name ursprünglich Finneisen gelautet hat. Schiddenhelm und Mittenzweig sind auch alte deutsche Familiennamen; der erstere bedeutet so viel wieschüttle den Helm" oder Schüttelhelm, während die Mittenzweig nichts vom Zweig wissen wollen, sondernmitten entzwei" sind.

OaSWirtshaus im Speffart".

Man erinnert sich der gruseligen GeschichteDas Wirtshaus im Spessart" von Wilhelm Hauff, die früher in vielen Lesebüchern stand. Die unheim­liche Stimmung, die die Schar jugendlicher Wande­rer nicht zur Ruhe kommen läßt und gerade da­durch vor dem sicheren Tode bewahrt, der Wirt selbst als Räuber, das alles ergab ein phantastisch anmutendes Bild. Aber dasWirtshaus im Spes­sart" hat existiert, und Hauff hat es besucht. Es kann sogar in diesem Jahre seinen 250. Geburts­tag feiern. Diese Feststellung hat Oberregierungs­rat a. D. Albert Lehr bei Studien über die alte Poststraße von Würzburg nach Frankfurt gemacht, bei dem er sich auch eingehend mit dem alten Post­haltereigebäude in Rohrbrunn beschäftigte, dem Wirtshaus im Spessart", das Hauff geschildert hat. Wie er in der Frankfurter WochenschriftD-'r Umschau" berichtet, wurde es in den Jahren 1687 bis 1688 erbaut. Die Spefsartstraße war in alter Zeit nur ein schmaler, kaum für Fuhrwerke benutz­barer Weg. Nach langer, gefahrvoller und müh­samer Durchquerung des Spessarts erreichte man auf der anderen Seite den Ort Bessenbach. Auf der Paßhöhe des Waldgebirges, das nur wenig be­siedelt und als Aufenthalt von Räubern gefürchtet war, befand sich eine Quelle, der sogenannte Rohr­brunn. An dieser Stelle erbaute ber* Oberjäger Melchior Utzhuber von Aschaffenburg ein Wirts­haus, in dem die Reifenden Erfrischungen und Unterkunft finden und die Postreiter ihre Pferde wechseln konnten. Dieses für die Entwicklung des Verkehrs wichtige Wirtshaus wurde am 1. Juli 1688 eröffnet; es war eine Anlage von mehreren Gebäuden, die zum Schutz gegen Räuberüberfälle von hohen Holzwänden umgeben waren. Später geriet das Anwesen in Verfall, und ein neuer Wirt und Posthalfer namens Melz, der es 1790 der Familie Utzhuber abkaufte, ließ das dem Einsturz nahe Haus niederreißen und das noch heute be­stehende Gebäude errichten. Auch die neuen Be-

Gendarmeriemajor Goede beim Abschied inmitten seiner Kameraden. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

WZ

Buntes Allerlei.

Seltsame Familiennamen.

Wenn heute die Aenderung von Familiennamen, die ihren Trägern aus irgendeinem Grunde uner­wünscht sind, erörtert wird und jetzt genau geregelt ist, so mag daran erinnert werden, daß es eine ganze Reihe solcher Familiennamen gibt, bei denen man zunächst an ganz etwas anderes denkt als sie ihrem Ursprung nach bedeuten. Wie kann es kom­men, daß jemand Mustopf heißt? Man hat fest­gestellt, daß in Magdeburg, wo dieser Name vor- fommt, im vorigen Jahrhundert ein Türke namens Mustapha eingeroanbert ist, der sich dann Mustaph nannte, woraus dann schließlich Mustof und

Die Gendarmeriebeam­ten des Kreises Gießen fanden sich am gestrigen Mittwoch zur dienstlichen Schulung und zu den üblichen Schießübungen in Gießen ein.

Nach dem Abschluß der dienstlichen Aufgaben am späten Nachmittag fand man sich zu einer Stunde der geselligen Kamerad­schaft im Schützenhaus am gemeinsamen Tisch zusammen. Der tiefere Sinn dieses kamerad­schaftlichen Beisammen­seins bestand darin, die Verbundenheit von Ka­merad zu Kamerad zu fördern, aber auch Ab­schied zu nehmen von

Gendarmeriemajor Goede, dem Gendar- ' meriedistriktsführer von Oberhessen, der in eine

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Mr halten kein Glück aus dem Rahrbrnnn und I Eindruck zu seiner Räubergcschichte angereqt wuick>«. kamen 1820 in Konkurs. Das Haus geriet wieder später wurde das Anwesen vom bayrischen Staat in einen verwahrlosten Zustand, und so sah es angekauft und umgebaut.

Hauff, dessen Phantasie durch den unheimlichen I ---------

Abschied von Gendarmerie-Major Goede

neue Dienststelle nach

Gumbinnen in Ostpreußen versetzt worden ist.

Gendarmerieobermeister Schuhmacher hielt aus diesem Anlaß eine kurze Ansprache, in der er besonders hervorhob, daß Major Goede sich stets nicht nur als ein gerechter Vorsteher im Dienst, sondern auch als ein guter Kamerad erwiesen habe, der sich rasch die Herzen seiner Wachtmeister zu er­ringen wußte. Als sichtbaren Ausdruck der herz­lichen Verbundenheit und der Wertschätzung über­reichte Gendarmerieobermeister Schuhmacher dem scheidenden Kameraden eine schöne Erinne­rungsgabe mit eingraoierter Widmung.

Major Goed e sprach anschließend in herzlichen

Für sämtliche in der Stadt Gießen und im kreis Gießen wohnenden österreichischen Stimm­berechtigten ist als Abstimmungsranm für die Volks­abstimmung und die Wahl zum Großdeutschen Reichstag am 10. April 1938 der Abstimmungsraum des 16. Abstimmungsbezirks im Regierungsgebaude (Kreisamt), Landgraf-Philipp-Plah 3, Sitzungssaal, bestimmt worden. Alle übrigen Abstimmungsbezirke dagegen dürfen Stimmen von österreichischen Stimmberechtigten nicht entgegennehmen; sie müssen vielmehr diese an den 16. Abstimmungsbezirk ver­weisen.

Die österreichischen Stimmberechtigten werden ge­beten, selbst mit darauf zu achten, daß sie nur mit grünen Stimmzetteln abstimmen.

Gießen, den 7. April 1938.

Der Oberbürgermeister: Ritter.

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