Ur. 105 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Zreitag.0. Mai 1038
sZahreAS.-soikswohlsahr« Der Tag des deutschen Handwerks.
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NSG. Am 3. Mai jährte sich zum fünften Male der Tag, daß die NS.-Volkswohlfahrt auf Anordnung des Führers gegründet wurde. Heute, nach einem halben Jahrzehnt feit der Schaffung dieser wahrhaft sozialistischen Organisation, ist Gelegenheit geboten, einen Rückblick zu tun und die erfolgreiche Arbeit im Gau Hessen-Nassau aufzuzeigen. Die NS.-Volkswohlfahrt ist zu der Einrichtung geworden, die nach dem Ausspruch des Führers das soziale Gewissen der Par- t e i darstellt und mithslst, die proklamatischen Forderungen der Partei in die Tat umzusetzen. Was in dieser verhältnismäßig kurzen Zeitspanne geleistet wurde, wird nur demjenigen ganz vorstellbar, dex sich noch erinnert, welches Erbe die nationalsozialistische Bewegung seinerzeit nach 14 Jahren der Systemherrschaft übernommen hatte. Der Zerfall von Staat, Kultur und Wirtschaft war in Deutschland bis zum Zusammenbruch vorgeschritten. Die damaligen Machthaber sahen ratlos, wie die Massen der Erwerbslosen und Notleidenden in die Hände des Kommunismus getrieben wurden, ohne daß sie Mittel und Wege fanden, dev^heispiellofen Not zu steuern und den Verlockungen Moskaus Besseres entgegenstellen zu können.
Das Ziel der nattonalsozialistischen Weltanschauung war eine alle Gegensätze überbrückende Volksgemeinschaft. Um dieses zu erreichen, war es notwendig, vor allem eine grundlegende Wandlung in der Äuffassung über die soziale Frage zu schaffen. Jahrhundertelang glaubte man sich damit begnügen zu können, durch mildtätige Gaben für die Aermsten das Gewissen von der Verpflichtung diesen gegenüber zu befreien. So setzte eine neue Gesinnung und Haltung mit der entsprechenden Erziehungsarbeit ein, die gleichzeitig vor die praktische Lösung der brennendsten Betreuungsmaßnahmen und Hilfeleistungen gestellt wurde. Viele tausend Helfer, die selber nichts weiter zur Verfügung stellen konnten, als ihre durch die wirtschaftliche Notlage brachliegende Arbeitskraft, begannen in hingebender Bereitschaft, dem Willen und Wollen der nattonalsozialistischen Idee Form und Gestalt zu geben. In unermüdlicher Arbeit wurden die Organisation der NSV. und des WHW. wahrhaft aus dem Boden gestampft. Glaube und Einsatz vollbrachten das Werk, auf daß das Wort des Führers wahr wurde: „In diesem Staat soll und darf keiner hungern und friere n". Der Welt größtes soziales Hilfswerk wurde im breiten Volke verankert und zeigte, wie man aus der Idee und dem Programm einer Partei die Wirklichkeit schaffen kann. Hand in Hand mit den Anstrengungen auf allen Gebieten der Arbeitsbeschaffung gingen dann in den folgenden Jahren die Maßnahmen der NS.-Volkswohlfahrt darayf hinaus, das soziale Elend nicht nur zu lindern, sondern es an der Wurzel anzufassen und durch vielfältige vorsorgliche Maßnahmen die Voraussetzungen für neue Notstände zu beseitigen.
Auch im Öau Hessen-Nassau regten sich alle Hände von Anfang an. Mit nie ermüdender Tatkraft wurde alles daran gesetzt, NSV. und WHW. zu einer wirkungsvollen Einrichtung der Partei werden zu lassen. Gerade in unserem Gau lagen die Verhältnisse besonders schwierig, da die Zahl der Erwerbslosen ungeheuerlich groß war. Viele Wirtschaftszweige und große Industrieunternehmen lagen infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Not darnieder, unzählige Fabriken hatten ihre Tore geschlossen. Für eine kaum übersehbare Anzahl von Volksgenossen lag die Zukunft völlig im Ungewissen. Der Bestand tausender Familien war durch die jahrelange Not gefährdet, und es mußte alles daran gesetzt werden, um das Vertrauen in die Zukunft unseres Volkes bei den Volksgenossen rbiÄer zu stärken.
Die Aufgabe war gestellt. Mit der immer bereiten Unterstützung des Gauleiters Sprenger wurde die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt zu der festen Organisation, die heute ihr Schaffen und Wirken dem letzten Volksgenossen beweist. Als eines der wichtigsten Arbeitsgebiete der NS.-Volkswohlfahrt wurde das Hilfswerk Mutter und Kind mit seinen verschiedenartigsten Untergliederungen eingerichtet. Heime mußten geschaffen werden, um kinderreichen und durch die Not schwer in Mitleidenschaft gezogenen Müttern Erholung bieten zu können. Eine besondere Stellung nimmt darunter das Mütter- und Säuglingsheim in Lindenfels em, in dem funge Mütter mit ihren Kindern einige Wochen Erholung finden. Kindergärten mußten eingerichtet werden, um schon unseren Kleinsten eine Betreuung im nationalsozialistischen Sinne zuteil werden zu lassen. Es galt insbesondere E r n t e - finbergärten zu schaffen, um der Landbevölkerung, die bald unter dem Mangel an geeigneten Arbeitskräften zu leiden hatte, Erleichterung zu bieten. Die Mithilfe an der Beseitigung wirtschaftlicher Nöte, die den Leebnswillen und die Gesundheit der erbgesunden Familien beeinflußten, wurde nötig. Hierzu gehört die wirtschaftliche Hilfe, die A r b e i t s p l a tz h i l f e und die Wohnungshilfe. Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Betreuung werdender Mütter und Wöchnerinnen gelegt, wobei die Hilfe für die ledigen Mütter in gleicher Weise durchaeführt wurde. Weitere Aufmerksamkeit galt der Jugenderholungspflege, die durch die NSV. Ausmaße angenommen hat, wie sie kein anderes Land der Welt verzeichnen kann. Zehntausende Kinder wurden durch die Kinderlandverschickung in andere deutsche Gaue verschickt aber aus anderen Gauen im Gau Hessen-Nassau untergebracht. Mehreren tausend Kindern wurde in eigens von der NS.-Volkswohlfahrt «ngerichte- ten Heimen Erholung geboten. Auch für körper- l i ch behinderte Kinder wurden Einrichtungen geschaffen, in denen sie in mehrwöchentlichen Kursen zu vollwerttgen leistungsfähigen Volksgenossen herangebildet wurden. Das bekannteste Heim ist Rimdidim im Odenwald.
In den Rahmen des Erholungswerkes wurde auch die Hitler-Freiplatzspende eingegliedert. Jährlich wird durch sie einigen tausend Partei- und verdienten Volksgenossen Gelegenheit zur Erholung gegeben. Die nationalsozialistische Jugendhilfe begann ihre Arbeit, Adoptionen werden vermittelt und besonders befähigte Kinder gefördert. Die N S. - S ch w e st e r n s ch a f t sowie der der NSV. angegliederte Reichsbund der Freien Schwestern und Pflegerinnen haben tm Gau Hessen-Nassau eine segensreiche Tättgkeit
Der „Tag des Deutschen Handwerks" hat am Donnerstagnachmittag mit der Eröffnung der Reichsausstellung„Handwerker-Wett- k a m p f 1 9 3 8" und der Ehrung der Reichssieger des Handwerker-Wettkampfes feinen Anfang genommen. Die Stadt des deutschen Handwerks, Frankfurt a. M., hat zu Ehren der deutschen Handwerker, die zu Tausenden aus allen Gauen des Reichs eingetroffen sind, ein festliches Kleid angelegt. Don hohen Masten wehen in langen Bahnen die Fahnen des Dritten Reiches. Einen besonders schönen Schmuck hat die Front des Hauptbahnhofs erhalten. Die fast ganz von Tannengrün verdeckte Fassade ziert ein riesiges Hakenkreuz, umgeben von den Zeichen des Handwerks und gefrönt von vier vergoldeten Adlern. Auch die Festhalle, in der die Kundgebungen stattfinden, hat eine würdige Ausschmückung erfahren. Am Donnerstagmittag tarnen hundert österreichische Handwerksführer in Frankfurt a. M. an. Sie wurden vom Leiter des deutschen Handwerks in der DAF., Paul Walter, in der Stadt des deutschen Handwerks herzlich willkommen geheißen.
Um 16 Uhr wurde im Bachsaal des Hauses der Moden auf dem Festhallengelände die Reichsausstellung „Handwerker-Wettkampf 1938" eröffnet. Zu der Feierltunde hatten sich die führenden Männer des deutschen Handwerks, an ihrer Spitze der Leiter des deutschen Handwerks in der DAF, Paul Walter, und der kommissarische Reichshandwerksmeister, Ferdinand Schramm, ferner Hauptdienstleiter Staatsrat Schmeer, Leiter der Hauptabteilung III des Reichs- und Preußischen Wirtschaftsministeriums, der stellv. Gauleiter Linder, Staatssekretär Reiner als Vertreter der Hessischen Landesregierung, Gauobmann der DAF Willi Becker, Landesbauernführer Dr. Wagner, der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Staatsrat Dr. Krebs, und viele weitere Ehrengäste eingefunden.
Nach einer musikalischen Darbietung des Rhein- Mainifchen Landessinfonieorchesters meldete der Leiter des Handwerker-Wettkampfes Pg. Schäfer dem Staatsrat Schmeer als Vertreter des Reichs- organisattonsleiters Dr. Ley die Beendigung des Handwerker-Wettkampfes 1938. Er machte dann nähere Angaben über die Durchführung des Wettkampfes und teilte mit, daß der Sonderpreis des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschalls G ö - ring dem Jnstrumentaloptiker Max Schulze in Berlin-Steglitz zuerkannt worden sei. Dann überreichte Staatsrat Schmeer den 67 Reichssiegern die Ehrenplakette. Vier Reichssieger hat der Gau Hessen - Nassau gestellt: Schmiedemeister E b e r l i n g aus Gückingen (Unterfahrt) mit einem Dränagepflüg, Uhrmachergeselle Walter Meitzler, D a r m st a d t mit einer elektrischen Mutteruhr mit Pendelantrieb, Augenoptikermeister Fritz Salon, Frankfurt a. M. mit einer Glasbrille, Farben- photographenmeister Hermann Harz, Höchst mit einem Farbenphoto in Lederfassung. Die drei Reichssieger, die bereits im vorigen Jahr Reichssieger im Meisterwettkampf waren und auch diesmal mit den höchsten Ehrentitel errungen haben, sind: Rahmenglasermeister Kurt Georg Wagner, Zwickau; Ofensetzermeister Hans Hammer, Ludwigshafen; Kraftfahrzeughandwerkermeister Paul Jbold, Berlin-Adlershof. Der Betrieb, dessen Meister, Hans Kessenich, im vorigen Jahr Reichssieger im Meisterwettkampf war, hat in diesem Jahr in der Leistungsklasse „Betriebe" den Reichssiegertitel errungen.
Staatsrat Schmeer machte dann Ausführungen über den Sinn der Handwerkerwettkämpfe. Die Wettkämpfe sollten dazu dienen, die Leistung zu steigern, denn das Handwerk solle Qualitätsarbeit liefern. Nur dann könnte das Publikum wieder an das Handwerk herangebracht werden. Jede einzelne andere Handwerker müsse seinen Ehrgeiz darein setzen, an der Leistungssteigerung mitzuwirken. Dazu sei es nötig, daß die alljährlich stattfindenden Handwerker-Wettkämpfe eine im» mer größere Beteiligung fänden, bis sich schließlich das gesamte deutsche Handwerk daran
beteilige. Staatsrat Schmeer dankte allen Wett- kampfteilnehmern und forderte sie auf, sich auch beim nächsten Wettkampf einzusetzen und damit zu zeigen, daß das Handwerk nur eine einheitliche Marschroute hat, daß das Handwerk über alle organisatorischen und kleinlichen Fragen hinweg nur in einer Richtung marschiert, in der Richtung, die der Führer bestimmt hat. Die Führerehrung, die nationalen Lieder und ein Rundgang durch die Ausstellung, über die wir im einzelnen gestern schon berichtet haben, beschlossen die Feierstunde.
Leistungssteigerung und Qualitätsarbeit.
Staatsrat Schmeer auf der ersten Arbeitstagung.
Die zweite Veranstaltung war eine Tagung der Geschäftsführer und Referenten des Reichsstandes des Deutschen Handwerks, die vom Gauobmann der DAF. und Landeshandwerksmeister Magunia (Königsberg) eröffnet wurde. Staatsrat Schmeer betonte, daß nach den Jahren der Uneinigkeit im Handwerk ein Basis gefunden worden sei, auf der praktische Arbeit geleistet werden könne. Beide handwerklichen Organisationen hätten so große und für Handwerk und Volk bedeutende Aufgaben zu lösen, daß sie ihr Ziel nur erreichen könnten, wenn sie in enger Gemeinschaft an die Probleme herangingen. tDabei habe sich die Organisation des Handwerks in der gewerblichen Wirtschaft darüber klar zu sein, daß ihre Aufgabe auf dem wirtschaftlichen und nur a u f dem wirtschaftlichen Gebiet läge, während der handwerklichen Organisation in der Deutschen Arbeitsfront die Menschenführung im Handwerk obliege. Sie habe -die Handwerker als Menschen zu erfassen und an die Partei heranzuführen. Es lag im Wesen der Entwicklung, daß da und dort von der gewerblichen Wirtschaft und der Deutschen Arbeitsfront dasselbe getan wurde. Während aber die Partei die Gemeinschaft predigte, versuchte man, teilweise auch im Handwerk, einen berufsständischen Aufbau herbeizuführen. Dies war auf dem Sektor Handwerk die tiefere Ursache der Zwistigkeiten des letzten Jahres. Wenn auch gerade beim Handwerk aus vielerlei Gründen eine klare Trennung der Aufgaben der Menschenführung und der Wirtschaftsführung schwer ist, so ist *fie jedoch möglich, wenn auf allen Seiten Der gute Wille vorhanden ist. Die wirtschaftliche Betreuung des Handwerks ist nur dann auf dem richtigen Wege, wenn sie zum Ziel die Leistungssteigerung in all feinen Berufszweigen hat. Man soll von dem Gedanken abgehen, als sei die Industrie ein Gegner des Handwerks. Man soll dafür lieber alle Mittel ausnützen, die geeignet sind, die Qualitätsarbeit im Handwerk zu höchster Blüte zu führen und die Lehrlingsausbildung zu fördern. Dann aber soll das Handwerk auch daran denken, daß es den Kontakt mit den Verbrauchern wiedergewinnt, der in der Zeit des Niedergangs des Handwerks verloren gegangen war. Einer Ueberfetzung des Handwerks muß man vorbeugen. Die heutige Zeit verträgt es nicht, Menschen zu haben, die nicht voll beschäftigt sind. Man muß sich auch um die Rationalisierung im Handwerk kümmern, man muß dem Handwerk auch die Maschine dienstbar machen. Dies alles sind Aufgaben der gewerblichen Wirtschaft, während die Verpflichtung der Deutschen Arbeitsfront darin be
steht, das Handwerk in die Volksgemeinschaft hineinzuführen, dem Handwerk die Kulturgüter dieser Gemeinschaft zu vermitteln, ihn gesund zu erhalten für seinen Beruf und das Volk. Der beste Handwerker müsse gut genug fein, feine Berufskameraden draußen zu führen, und der beste Geschäftsführer sei gerade gut genug, um für ein nationalsozialistisch ausgerichtetes Handwerk zu arbeiten. Der 4. Februar, der d i e Einheitsfront im Handwerk gebracht habe, möge rfchtunggebend für die gesamte Arbeit für das Handwerk sein. Dies könne aber nur eine Gemeinschaftsarbeit fein, die jedem, der nationalsozialistisch denke, zu allererst am Herzen zu liegen habe.
presse und Handwerk.
Am Donnerstagabend fand im Kaisersaal des Romers ein Empfang der Presse durch den Leiter Des Deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront Pgul Walter und den kommissarischen Reichshandwerksmeister Schramm statt. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs wies darauf hin, daß der vierte „Tag des Deutschen Handwerks" im Zeichen zweier Ereignisse von besonderer Bedeutung stehe, nämlich der Schaffung der Einheitsfront des Handwerks und der Schaffung des Großdeutschen Reichs durch die geniale Tat des Führers. Mit besonderer Genugtuung dürfe er feststellen, daß das Handwerk sich wieder auf feine schöpferische Kraft und sein Volkstum besonnen habe. Die Stadt des Deutschen Handwerks sei nicht gewillt, auf ihren Lorbeeren auszuruhen, sondern ihrem Namen „Stadt des Deutschen Handwerks" durch besondere Leistungen Ehre zu machen.
Der kommissarische Reichs - Handwerksmeister Schramm erfanrtte mit besonderem Danke an, wie liebevoll sich die deutsche Presse für das Handwerk eingesetzt habe. Presse und Handwerk arbeiteten gleichsam an einem großen Werk. Der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Paul Walter, unterstrich die guten Beziehungen zwischen Handwerk und Presse. Besonders seit der Machtübernahme hätte das Handwerk ein außerordentliches Verständnis bei der deutschen Presse gefunden. Die Handwerkstagungen hätten ein bestimmtes Gesicht bekommen. Die diesmalige Frankfurter Tagung trage mehr einen fachlichen Charakter, während die Masse der Handwerker diesmal nach Berlin zur großen Internationalen Ausstellung gehe. Im nächsten Jahre werde dafür die Frankfurter Tagung wieder eine besondere Ausgestaltung erfahren.
entfaltet. Die NS.-Schwestern finden hauptsächlich in der Gemeindepflege Verwendung, während die Freien Schwestern in Krankenhäusern ihren Dienst tun. Ein Mutterhaus der NS.-Schwesternschast wurde in Darmstadt geschaffen, andere Krankenanstalten mit NS.-Schwestern und Schwestern des Reichsbundes besetzt.
Durch das Ernährungshilfwerk hat die NSV. auch ihren Beitrag zum Vierjah.resplan erfüllt. Mit der Sammlung von Küchenabfällen und deren zweckmäßige Verwertung in Schweinemastanlagen sorgt die NS.-Volkswohlfahrt heute schon im Gau Hessen-Nassau in 46 größeren und kleineren Mästereien für die zusätzliche Erzeugung von täglich 3000 Kilogramm Schweinefleisch. Die Sammlung von rund 60 000 Kilogramm Küchenabfällen pro Tag im Gau Hessen-Nassau ersetzt jetzt schon eine Ackerbaufläche von rund 3000 Morgen. Dies ist der Grund und Boden von etwa 100 Erbhöfen.
Jeder Volksgenosse weiß heute, was das Winterhilfswerk und die NS.-Volkswohlfahrt uns bedeuten.
Sie stehen verankert im Herzen des ganzen Volkes und sind aus dem Leben unseres Volkes nicht mehr wegzudenken. So stellt die Bilanz von fünf Jahren NSV.-Arbeit auch im Gau Hessen-Nassau einen stolzen Rechenschaftsbericht dar. Wir können aber nicht nur das in fünf 'Jahren Geschaffene zeigen, sondern wir können wahrlich mit dem Erreichten auch mehr als zufrieden sein. Wir können es täglich um uns erleben, daß das Ziel einer echten Volksgemeinschaft ihre schönste Verwirklichung gefunden hat, von der der Schöpfer des Hilfswerks Mutter und Kind, Reichsminister Dr. Goebbels, einmal gesagt hat: „Das ist wirklich das größte Wunder unseres sozialistischen und propagandistt- schen Handelns. Wir haben die- die wir besaßen, nicht verloren, und die, die unsere Gegner waren, dazu gewonnen! Und doch werden wir nicht müde werden. Der Einsatz gilt neuen und verpflichtenden Aufgaben. Wir gehen in die nächsten fünf Jahre der NSV.-Arbeit mit der Parole und der Losung unseres nationalsozialistischen Kampfes: Deutschland.
' Konrad Henlein.
Zum 40. Geburtstag des Führers des Sudetendeutscktums.
Am 6. Mai begeht der Führer der Sudetendeutschen, Konrad Henlein, seinen vierzigsten Geburtstag. An diesem Tage wird das geeinte Sudetendeutschtum mit besonderer Dankbarkeit des Mannes gedenken, dem es gelang, eine ohnmächtig zersplitterte Volksgruppe, die'sich wehrlos einem deutschfeindlichen Gegner ausgeliefert sah, zu einem Faktor von europäischer Bedeutung zu machen.
Konrad Henlein wurde in Maffersdorf bei Reichenberg in Nordböhmen geboren, wo seine Eltern noch heute leben. Don der Schulbank weg zog Konrad Henlein wie Tausende seiner Altersgenossen in den Krieg. Als Angehöriger des Infanterie-Regiments Nr. 27, Graz, nahm er an den schweren Kämpfen an der Südfront teil, wurde zum Fähnrich befördert und ausgezeichnet, geriet verwundet 1917 in Kriegsgefangenschaft und kehrte im Herbst 1919 in seine schwer geprüfte Heimat zuruck. Er wurde Turnlehrer der größten Erziehungs- Organisation des Sudetendeutschtums, des völkischen Deutschen Turnverbandes. 1927 gründete er die Deutsche Turnschule in Asch, die zur mannschaftlichen Erziehungsstätte des Sudetendeutschtums überhaupt wurde. Bald darauf wurde Konrad Henlein Führer des gesamten su- d e t e n d e u t s ch e n Turnverbandes, den er auf eine neue mannschaftliche Grundlage stellte. Das große Turnfest in Saaz (Sommer 1933) zeigte sichtbar den Erfolg seiner jahrelangen Erziehungarbeit. t
Nach der Zerschlagung der sudetendeutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei, in deren Folgx Tausende junge Sudetendeutsche in die tschechischen Kerker geworfen wurden, rief das völkische Sudetendeutschtum nach Konrad Henlein. Es trat die Forderung an ihn heran, nunmehr auch die politische Führung seiner Heimat zu übernehmen. Am 1. Oktober 1933 erließ er von der alten deutschen Stadt Eger aus den denkwürdigen Aufruf zur Sammlung aller politischen Kräfte in der Sudetendeutschen Heimatfront. Sein politisches Führertalent trat in der äußerst schwierigen Zeit bis zur Parlamentswahl im Mai 1935 klar zu läge. Es gelang ihm, alle Klippen der immer wieder drohenden Auflösung zu umschiffen. Die Sudetendeutsche Partei ging mit l11* Millionen Stimmen, als die stärkste Partei des tschechischen Staates überhaupt, aus den Wahlenhervor. Das Sudetendeutschtum bietet seither der Welt ein Bild beispielloser Einigkeit. Die Welt konnte und kann sich der Verantwortung für diesen unter dem Unsegen der Unfriedensverträge leidenden Teil Europas nicht weiter entziehen. Konrad Henlein erfreut sich an feinem 40. Geburtstag nicht nur der Sympathien des gesamten Deutschtums, es werden ihm auch alle jene Glück wünschen, die Sinn für Frieden, Gerechtigkeit und wahre Jöölferorönung haben, rt.
Die Stadt A s ch im westlichen Zipfel Böhmens feierte bereits am Donnerstag den 40. Geburtstaa
(Scherl-Bilderdienst-M.)
ihres Mitbürgers Konrad Henlein. Mit Liebe und Hingabe war jedes Haus und jedes Fenster geschmückt worden. Tannengrün zierte jede Hausfront. Diele taufend Wimpel flatterten, dazu überall die großen leuchtenden Fahnen der Sudetendeutschen Partei. Mit Einbrechen des Abends leuchteten Tausende und aber Tausende von Lichtern in den Fenstern auf. Drei Sonderzüge hatten aus dem ganzen Egerland, vor allem aus Eger und Karlsbad, die Volksgenossen nach Asch gebracht, die Konrad Henlein ihre Wünsche barbringen wollten. Auf dem Marktplatz wurde der Feftzug zusammengestellt. Abgeordneter Wollner marschierte mit den Bezirksleitern an der Spitze. Die Teilnehmer folgten in den bunten Trachten des Egerlandes und der Stadt Asch. Vor dem Hause Konrad Henleins spielten sich Szenen höchster Begeisterung ab. Konrad Henlein stand am Fenster und grüße die Massen, die in ihrem Bekenntnis zum deutschen Volkstum mit ihm eins sind.
Der jugoslawische Minister für Körperertüchtigung, Dr. Miletitsch, der als Gast des Reichsjugendführers eine Deutschlandreise unternahm und einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Hansestadt Hamburg und die Einrichtungen der Hitler-Jugend erhielt, ist über München nach Jugoslawien zurückgekehrt.


