Einzelbild herunterladen

gewesen. Das Auto führt von Burgos in Richtung Saragossa zur Front, über waldlose, goldbraune Felsenberge uijö durch Täler, in denen jetzt die Obstbäume blühen und einen weißen Brautschleier auf das weite Land breiten. An Hügeln, um die sich kleine Flüsse winden, liegen weißgetünchte Lehmhäuser stufenförmig zu Füßen ihrer Kirche. Immer sind diese oft ärmlichen spanischen Dörfer Blickpunkte, wie von einem Maler in öie Land­schaft hineinkomponiert, Improvisationen der Schön­heit. Auf schroffen Felsvorsprüngen, die die Täler sperren, stehen die Ruinen alter maurischer Burgen. Sie sind für die spanische Landschaft so charakte­ristisch wie die waldlosen Berge, der tiefblaue Himmel und die Weite der Sicht in der lieber« Helligkeit der Lichtfülle. Malerische Ruinen! Aber die Seele reagiert nur mit der Erinnerung an jene Ruinen, die rote Zerstörungswut, Granaten und Fliegerbomben geschaffen haben und an all den Jammer und das Leid, von denen diese Werke der Zerstörung sprechen.

Wenn man von den kahlen Bergen, deren Wald­bestände vor Jahrhunderten der bedenkenlosen Wirtschaft einer selbstsüchtigen Herrschaftsschicht ver­fielen, hinunter in das breite Ebrotal kommt, emp­findet man d ie Fruchtbarkeit der Ebene besonders stark. Auf weiten Feldern wird Wein, Weizen, Zuckerrüben gebaut. Ochsengespanne pflü­gen die fette Erde yuf, starke Maultiere ziehen zweirädrige hohe Karren auf den Feldwegen. Viele Frauen arbeiten, aber auch noch mehr Männer, als einer erwartet, der von den schweren Kämpfen an der Front weiß. Selbst junge Männer sieht man. Alles in allem: ein schönes Bild des Fleißes, das die Ebroebene bietet. Aber man reagiert dar­auf nur mit einer Frage. Sie wird beantwortet. Die Zahl der eingezogenen Männer richte sich eben nach der Zahl der Waffen, über die Franco ver­füge. Für jeden, der draußen fällt, sei der Ersatz­mann da. Aber der müsse, solange es eben ginge, daheim das Feld bestellen. Richtig! Hier wird die andere Munition des Bürgerkriegs geschaffen, jene Nahrungsmittel, die die Lastwagen der Falange in die vom roten Terror befreiten Gebiete bringen, um Hunger zu stillen und in verhetzten Menschen Vertrauen zum nationalen Spanien zu schaffen.

Don unbeschreiblicher Farbenpracht sind biejscn« nenuntergänge irt Spanien, silberdurchwirkt ist der südliche Sternenhimmel und die Berge im Mond- licht von einer unwirklichen Schönheit. Wir sind nun schon näher an der Front. Auf der Straße rattern mit abgeblendeten Lichtern die Kraftfahr­kolonnen mit Munition und Verpflegung nach vorn. Sanitätsautos mit Verwundeten kommen uns ent­gegen. Wenn morgen früh die Sonne aufgehen wird in einer berauschenden Farbensymphonie, werden Francos Truppen nördlich Teruel eine Höhenlinie stürmen, um ihre Frontstellung zu ver­bessern. Das muß so fein. Auf den Opfern und auf den Waffen beruht der Sieg auch in einem Bürger­kriege. Ich hätte mir am nächsten Morgen die Kathedrale von Saragossa ansehen können. Sie steht im Bädeker. Aber an der Front schlagen die Sol­daten Francos einen neuen Quaderstein zu einem neuen größeren Bau, zum Bau des jungen, freien nationalen Spanien. Es ist ein schweres Werk, und die Männer, die an ihm schaffen, sind bitter- arme Menschen. Aber sie werden reich sein, wenn einmal ihr Werk gelungen ist. Reich in der Kraft eines geeinten spanischen Volkstums.'

Aus aller Wett.

Die Hochwasferkataflrophe in Kalifornien.

geflüchtet. Abends wurde er bei der Rückkehr in feine Wohnung festgenommen.

Riesen-Bankskandal in Belgien.

Das Brüsseler Gericht hat die Untersuchung eines aroßen Bankskandals ausgenommen, der in La Louviere aufgedeckt worden ist. In der dortigen Filiale der Banque de la Societe Generale sind Riesenbeträge, die vorläufig auf 11 Millionen Fran­ken geschätzt werden, von den Angestellten der Bank unterschlag en worden. Der Direktor, mehrere Kassierer und andere Angestellte der Bank sowie der Direktor desCredit Interprovincial" sind ver­haftet worden. Sie sollen die unterschlagenen Sum­men zum großen Teil für betrügerische Spekula­tionen verwandt haben. Ferner wird mitgeteilt, daß eine weitere Filiale der Banque de la Socidte G£nörale in Bärin l'Alleud in den Skandal ver­wickelt sei Weitere Verhaftungen werden erwartet.

Schwere Kohlenstaubexplosion in einer Reuyorker Brauerei.

Eine Reihe von Kohlen st aubexplosionen, die in rascher Reihenfolge erfolgten, zerstörte eine Brauerei in Neuyork. Die Explosionen, die wie ein einziger Sprengschlag zu vernehmen waren, er­schütterten und beschädigten in der Umgebung der Brauerei mehrere hundert Gebäude. Der Vorfall löste in den Straßen eine Panik aus. Vier Arbeiter wur­den getötet und etwa 20 Verletzte ins Kran­kenhaus gebracht.

Gastspiel der Frankfurter Oper in Bukarest.

Generalintendant Meißner hat mit dem Ge­neraldirektor der rumänischen Staatstheater S a - doveanu Gastspiele der Frankfurter Oper in der Opera Romana in fBufareft abge­schlossen. Bei dieser Gelegenheit wird derRing des Nibelungen" von Wagner zum ersten Male auf dem Balkan vollständig zu Gehör kommen. Außer­dem sind ein Symphoniekonzert des Städtischen Orchesters und eine Aufführung desRosenkava­lier" von Richard Strauß vorgesehen. Die Auffüh­rungen werden vom Spielkörper der Städtischen

Bühnen durchgeführt, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Franz K 0 nwitschny und Bertil Wetzelsberger. Die Bühnenbilder für denRing" werden in den Werkstätten der Buka­rester Oper nach Entwürfen von Walter Dinse an­gefertigt. Die Gastspielreise findet unter der Leitung des Generalintendanten statt.

Schreckenstaten einer mexikanischen Räuberbande.

Der berüchtigte mexikanische Bandenführer E l T a 11 a r i n , der vor einigen Jahren schon die Staaten Morelos und Pueblas heimgesucht hatte, ist jetzt wieder in Erscheinung getreten. Seine Bande überfiel das Dorf Cuautitla im Staate Puebla. Die Banditen nahmen mehrere Einwohner fest, von denen sie den Ortslehrer und die vier Gemeinde­räte kurzerhand aufhängten. Ferner setzten sie das Schulgebäude und eine Anzahl Häuser in Brand.

Der König als Pale bei einem deutschen Siedler in Bosnien.

König Peter II. übernahm die Patenschaft bei dem neunten Sohne eines deutschen Siedlers namens Ludwig Ehrhardt, der in dem bosnischen Dorfe Schibowska wohnt. Für den König war der Flieger­oberst G r g i t ch erschienen und überreichte dem sehr armen Bauern ein namhaftes Geschenk. Ein anderer deutscher Siedler hatte zu Ehren dieses seltenen Er­eignisses ein Festmahl gestiftet, an dem die gesamte deutsche Siedlung teilnahm.

Riesige Lisschiebung an der kurischen Nehrung.

Der schwere Südsturm hat in dem Fischerdorf Pillkoppen (Kurische Nehrung) schwere Verwüstun­gen angerichtet. Das Haffeis wurde vom Sturm auf den Strand gedrückt und stieg hier zu Eisber­gen an, die eine Höhe bis zu 20 Meter erreichten. 14 Fischerkähne wurden von dieser Eiswalze ver­nichtet. Mit den Kähnen find die Netze unter den Eismafsen begraben. Auch Schlitten Und Gerate wurden vernichtet, so daß die Fifcherbevölkerung jetzt zu Beginn des Frühjahrs-Fischfangs ohne Kähne und Gerät dasteht.

Das Modell der deutschen Filwakademie.

»<

Nach der Grundsteinlegung für die Deutsche Filmakademie nahm Reichsminister Dr. Goebbels eine Besichtigung des Modells der vorgesehenen Anlagen vor. Links von ihm Stabschef Lutze, Generaldirektor der Ufa Klihfch, Generalarbeitsführer von Lancelle, Professor L e h n i ch und Ministerialrat Dr. (3 ü 11 e r e r. -j- (Scherl-Bilderdienst-M.)

Geschichten aus aller Welt.

Das Hochwasser in Kalifornien ist im Laufe des Freitags abgeflossen. Los Angeles und die um­liegenden Villenftädte mit ihren Strandbädern, so­wie die fruchtbaren Orangenpflanzungen Südkali­forniens in einer Ausdehnung von 250 Kilometer find fast völlig verwüstet. Bisher hat man fünf« undachtzig Leichen geborgen. Die Zahl der Vermißten wird jetzt mit 117 angegeben. Der angerichtete Schaden beträgt über 25 Millionen Dollar, soweit sich die'Verheerungen bisher über­blicken lassen. Zahlreiche Ortschaften find noch völlig von der Umwelt abgeschnitten. Der Santa-Anna- Fluß wurde zu einem reißenden Strom und schwemmte die Ortschaften Atwood und Lajolla, die beide je 600 Einwohner zählen, mit sich fort. Hier­bei ertranken mehrfach ganze Familien. In zahlreichen Ortschaften herrscht Mangel an Nah­rungsmitteln und Trinkwasser, zu dessen Bekämp­fung zahlreiche Flugzeuge eingesetzt worden sind.

Dammbruch und Ueberschwemmung in Belgien.

Am Albertkanal hat sich in der Nähe von Viersel ein Dammbruch ereignet, bei dem 300 Hektar der umliegenden Gebiete unter Wasser gesetzt wur­den. Der Damm ist in einer Länge von 50 Meter zerstört. Die Kanalschiffahrt zwischen Antwerpen und Lüttich mußte eingestellt werden. Mehrere Transportkähne wurden von den Fluten, die sich durch die Bresche ergossen, mitgeriffen und richteten schweren Schaden an Kulturen und Feldern an. Die Bewohner von Viersel und Umgebung ergriffen im ersten Schrecken die Flucht. Polizei und Militär sind eingesetzt worden, um den Dammbruch auszubessern. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Franken geschätzt.

Student Hildebrand

aus den Händen chinesischer Räuber befreit.

Der deutsche Student Hildebrand, der kürzlich in der Nähe von Peking bei geologischen Studien von Banditen entführt worden war, konnte von einer Abteilung des chinesischen Friedens- und Selbstschutzkorps befreit werden. Die etwa 30 Mann starke Abteilung griff westlich von Miaofeng- schan die Räuberbande, die 130 Mann zählte, über­raschend an. Dabei wurden viele Banditen und auch ihr Anführer getötet. Die übrigen flüchteten unter Zurücklassung ihres Gefangenen. Hildebrand ist ge­sund und wohlauf und wird von seinen Rettern nach Peking zurückgeleitet werden.

Aufklärung des Raubmordes bei Suhl.

Der auf der Straße zwischen Mäbendorf und Albrechts bei Suhl (Thür.) an dem Fabrikanten Gustav Bachmann aus Albrechts begangene Mord konnte schnell aufgeklärt werden. Vor dem Amtsrichter in Suhl legte der schon wenige Stun­den nach der Tat verhaftete Hermann Brohm aus Zella-Mehlis ein Geständnis ab. Er gab an, einen Einbruch vorgehabt zu Haven. Dabei fei er aäf der Landstraße dem Fabrikanten Bachmann begegnet. Da Bachmann gut angezogen gewesen sei, habe er geglaubt, daß dieser viel Geld bei sich trage. Mit einem Schraubenschlüssel habe er ihm mehrere Schläge versetzt, um ihn zu betäuben und zu berauben. Da Bachmann sich zur Wehr gesetzt habe, habe er so lange auf ihn eingeschlagen, bis er schließlich zusammenbrach. Als er dann sein Opfer berauben wollte, wurde er durch das Ge­räusch eines Autos gestört und sei in den Wald

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Merkwürdiger Fischzug.

(oa) Peking.

Wenn man in diesen Tagen, während noch kalte Stürme über Nord-China dahinfegen, über Land zieht und an die kleineren Seen in der Nähe der chinesischen Dörfer kommt, dann bietet sich häufig folgendes Bild: An einem Feuer steht ein junger Chinese, der seinen nackten Körper stark den Flam­men aussetzt, so daß das Feuer beinahe auf seine Haut züngelt. Einen Augenblick später läßt er sich ein Seil um die Brust schlingen und steigt durch ein Eisloch in das kalte Wasser hinunter. Bis an den Hals taucht er in das Wasser ein und wartet dann mehrere Minuten. Wenn man ihn heraufholt, hält er in jeder Hand einen Fisch, hat unter den Armen zwei bis drei Fische geklemmt, hält sogar Fische zwischen den Beinen Die Losung des Rät­sels: Die Fische lauern dauernd in der Nähe eines Eislochs und jagen auf jedes warme Objekt zu, das in die Tiefe hinuntertaucht Sie halten sich so eng an den warmen Körper, daß sie nur einfach fest­geklemmt zu werden brauchen. Jedenfalls gibt es Seen in Nord-China, wo sich der Fischfang im Winter besser lohnt als im Sommer.

Lotterie im Kaufladen.

(th) Neuyork.

In Wisconsin, und zwar im Städtchen Slinger, wollte ein Kaufmann die Hausfrauen an fein Ge­schäft fesseln und faßte folgenden Entschluß: Zu irgendeiner Tageszeit, die niemandem außer ihm bekannt ist, ertönt ein Klingelzeichen. Die Käufe, die in diesem Augenblick getätigt wurden, brauchen nicht bezahlt ßu werden. Die Folge ist, daß die Hausfrauen sich möglichst lange in dem Geschäft aufhalten: aber sie bleiben schließlich nicht nur im Laden, sondern sie müssen gemäß der Abmachung auch gerade etwas kaufen, wenn das Klingelzeichen ertönt. Man erzählt sich, daß das Geschäft floriert.

Londoner Merkwürdigkeiten.

C. K. London.

Ein Arbeiter in einer Londoner Fabrik las in der Pause die Zeitung, in die er sein Frühstück einge­wickelt hatte, als er plötzlich aufsah und zu seinem Kameraden neben ihm sagte:Bill, bist du das nicht?" Bill war William Seddon, und es erwies sich, daß er tatsächlich der Mann war, den eine Anwaltsfirma in der Zeitung suchte. Ein Onkel in Neuseeland war gestorben und hatte seinem Neffen, der einen Wochenlohn von 43 Mark hatte, ein Ver­mögen von 250 000 Mark hinterlassen.

*

Der Psychologe an der Londoner Universität Professor Cyril B u r t hat umfassende Prüfun­gen von Londoner Kindern oorgenommen, bei denen erstaunliche Dinge zutage tarnen. Unter den

350 sieben Jahre alten Kindern fand er 16 v. H., die glaubten, daß ein Schaf viel großer fei als eine Kuh, 23 v. H. hatten niemals ein grünes Feld ge­sehen; 46 v. H. konnten sich nicht erinnern, je ein anderes Tier zu Gesicht bekommen zu haben als eine Katze, einen Hund und ein Pferd; 98 v. H. hatten das Meer noch nicht gesehen.

Frankreichs beste Hausfrau."

(rg) Paris.

Aus einem merkwürdigen Wettstreit ging in Pa­ris Mme. Chailly, die Frau eines in Fontaineblau stationierten Offiziers, als Siegerin und alsbeste Hausfrau Frankreichs" hervor. Der Wettbewerb bestand darin, daß 55 Frauen innerhalb von zwei Stunden bestimmte Gerichte zu kochen hatten. Die Wettbewerberinnen im Alter von 20 bis zu 50 Jahren kamen aus allen Teilen Frankreichs. Sie wurden nicht nur in der Kochkunst geprüft, sondern man stellte ihnen während des Kochens auch Fra­gen über Diät, Haushalts-Organisation, Kinder­pflege usw. Mme. Chailly wurde .schließlich zur besten Hausfrau Frankreichs" erkoren. Auch in Frankreich geht die Liebe durch den Magen.

Das Festessen, das nie gegessen wurde.

(bt) Nizza

In Südfrankreich lebt still und vergessen einer der größten Küchenchefs, die Frankreich je heroor- brachte, der alte Prosper MontagnL Er arbeitet längst nicht mehr in einem Restaurant. Und für ihn macht seine alte Gattin die Pommes frites und das Escalope de Beau heute zurecht. Wenn man ihn nach seiner interessantesten Erinnerung fragt, dann erzählt MontagnS von einer Verhandlung, die er mit 40 Amerikanern hatte. Für 4500 Goldfrancs pro Person sollte er das hervorragendste Menü an- richten, bas jemals in der französischen Küche ser­viert worden war. Er hatte den Wein ausgesucht. Er wollte die Lende von wilden Bergziegen be­sorgen. Man sollte Filet vom Auerochsen essen. Er wollte eine Fritüre von ganz zarten Fischen Herstellen, die man nur an der Küste von Marseille fangen kann. Von der Wolga sollten frische Störe in einem Aquarium nach Frankreich gebracht werden. Alles war beschlossen. Alles war in den letzten Einzel­heiten festgelegt, als der Krieg das Projekt der Amerikaner und den Traum des Prosper Mon­tagne zerschlug.

Ein Mann mit vierzehn Katzen.

B. Liverpool.

Von seinen Erfahrungen plaudert ein Mann, der 14 Katzen besitzt, Herr Gerald Bowman, in' der Daily Mail".Ich bin verrückt mit Katzen. Ich habe 14. Es war zwar nicht meine Absicht, als ich ein Paar von ihnen in meinem Haushalt zuließ__

aber so sind eben Katzen. Kein anderes Tier kann sich so mit Hingabe behaglich fühlen oder un­

behaglich je nach den Umstanden. Keins kann mit so stummer unheimlicher Leidenschaft hassen, Feins so innigen dankbaren Beifall für Liebkosungen bezeugen oder so unpersönliche Verachtung. Meine 14 Katzen sind nun, eben richtige Katzen. Einfache nächtliche Jäger, gewöhnliche Geschöpfe, die gut über Feldmäuse und Heckennester und die dunkleren Winkel der Scheune Bescheid wissen. Im Durchschnitt ist eine Perserkatze ihre 660 Mark wert, im Winter, wenn das bessere Fell ins Gewicht fällt, 900 Mark. Aber die modischen Siamesen find sogar noch teurer. Für ein preisgekröntes Tier kann man heute bis zu 2500 Mark zahlen. Doch da wir ge­rade von Geld sprechen, einem schwarzen kurz­haarigen Kater wurde dieses Jahr von seinem amerikanischen Besitzer ein Legat von 12 000 Mark vermacht. Und erst vor ein paar Jahrengewan­nen" zwei Katzen einen Prozeß, der ihnen ein Ein­kommen von 36 000 Mark sicherte, das ihre Herrin

Lei-stungstahiy sein voran kommen, mehr verdienen, lazn braucht man gutes Sehen! Oder die tadellos

angepaßte Brille von

Optiker

a.Bahnhoi

Geller

Lieferant auch Ihrer Krankenkasse,

ihnen hinterlassen hatte. Ja, Katzen sind klug! Die Regierung erkenntPete", dem Katzenpräsioenten der Königlichen Marine, einen Schilling die Woche zu, und Pete bekleidet die Würde der einzigen Katze, die offiziell Lohn und Futter von der Marine bezieht. Pete hält sich sogar Joey für überlegen, dem schwarzen Kater von Downingstreet Nr. 10, der von einer dankbaren Regierung mit demselben Gehalt bedacht wird. Sonderbar ist diese Sache mit den Katzenfreunden und den Katzenfeinden. Niemals sind zwei Parteien so leidenschafttich gegensätzlich gewesen. Ich liebe Hunde und Pferde und Maul­tiere und Kamele und Bären. Aber weil ich Katzen liebe, bin ich jedem Hundeliebhaber verdächtig. Sie empfinden es als etwas Ungereimtes. Man kann es nicht näher erklären. Lord Roberts, der Feld- marschall, haßte Katzen so sehr, daß er eine krank­hafte Feinfühligkeit in diesem Punkt hatte. Er wußte es, sobald eine Katze im Zimmer war, und fand keine Ruhe, bis sie hinausgebracht war. Viele Leute sind wie er. Und das Merkwürdige ist, daß keine Katze jemals einem Katzenfeind ihre Klugheit zeigt. Aber sie sind klug. Meine gewöhnliche dick- ohrige Mischrasse ist gerade so klug wie Hunde gegenüber meiner Frau und mir. Auf ihre Art natürlich, das mochte ich betonen. Vielleicht ist der durchschnittliche Katzenfeind ein Mensch, der nie genug Interesse aufgebracht hat, um eine Katze zu verstehen. Es ist schade. Es entgeht ihm viel. Es entgeht ihm das unendliche Vergnügen, das das mutiafte, geduldigste, am schnellsten denkenden £ier auf Der Welt einem vermitteln kann. Aber es ist nun so ich liebe Katzen ..."

Auf der Alm, da war es kalt...

(rt) Bem.

Man behauptet zwar meist, daß die Kühe nur im jungen Frühling freudig auf die Alp hinauf­ziehen, wenn sie das Stallfutter satt haben und sich nach frischem Grün sehnen. Aber eine Kuh in Untervaz schien aus anderem Holz geschnitzt zu sein. Man hatte die Kuh mit den anderen Tieren aus dem Stall ein wenig an die frische Luft ge­bracht und zum Tränken an einen Brunnen ge­führt. Als sich der Hütejunge einen Augenblick um­drehte, ergriff die Kuh die günstige, Gelegenheit, verschwand und flieg ganz allein auf die drei Stun­den entfernte Alm empor, auf der sie den ganzen Sommer geweidet hatte. Erst zwei Tage später wurde das Tier von einem Waldhüter in der Nähe der Alm unter einer Tanne mit erfrorenen Ohren und über. und über mit Eiszapfen bedeckt aufge­funden. Nur widerstrebend ließ sich die Kuh in den Stall zurückbringen.

Nach 27 Jahren ...

G. K. M a i l a n d.

Wie ein Roman klingt die Geschichte einer Mut­ter in Mailand, die nach 27 Jahren ihren für im­mer verloren geglaubten Sohn wiedergefunden hat. Beim Ausbruch des italienisch-türkischen Krieges im Jahre 1911 hatte der Techniker Dino Bertoni, der beim Bau der Bagdad-Bahn beschäftigt war, seine Frau und sein dreijähriges Söhnchen, das in Siam geboren war, bei sich. Während der überstürzten Flucht verschwand der kleine Mario Bertoni, und alles verzweifelte Suchen der Eltern blieb erfolg« los, so daß sie ohne das Kind aus Kleinasien fliehen mußten. Das weinende Kind wurde von einem mit­leidigen arabischen Kaufmann gefunden, der es an sich nahm, und es in langen Reifen in die Lybische Wüste brachte. So kam der kleine Mario nach Bengasi, das italienisch geworden war, unö hier übernahm ihn ein Unteroffizier des italienischen Heeres von dem arabischen Kaufmann. Der Soloat adoptierte das Kind und schickte es zu seiner Frau, die in Mailand lebte. Aber während es noch auf der Reise war, fiel der Unteroffizier, und seine Frau, die keine Kinder hatte, nahm das Kind als eigenes an, gab ihm ihren Namen und erzog es. Mario konnte studieren und sich eine gute Stellung schaffen. Während dieser Zeit waren die Eltern, als alle Nachforschungen erfolglos gebieben waren, nach China gegangen; hier gelang es dem Tech­niker, ein ansehnliches Vermögen zu erwerben; aber er starb kurz vor der Rückkehr in der Man­dschurei. Die Witwe kehrte nach Italien zurück und ließ sich in Mailand nieder, wo sie sich in einem Dorort ein Landhaus bauen ließ. Der Zufall wollte, daß die elektrische Anlage der Firma übertragen wurde, in der ihr Sohn arbeitete. Eine merkwür­dige Sympathie zog die fast 60jährige Frau zu dem jungen Mann, und auch in diesem sprach die Stimme des Blutes, so daß er der Frau, die viele Länder gesehen hatte und gut zu erzählen wußte, sehr zugetan war. Natürlich erzählte sie auch von dem Sohn, den sie verloren hatte, und erwähnte, daß er am Halse einen arabischen Talisman, eine Hand mit einer Koralle, getragen habe ... Wei­nen vor Freude, entblößte der junge Mann feine Brust: er trug noch immer den Talisman, durch den er die fo lange verlorene Mutter wiedergefun­den hatte.

Das geröstete Kamel.

(rf) Jerusalem.

Wenn die Beduinen Nordarabiens eine Hochzeit feiern, bann wird meist als Hauptgericht ein ge­röstetes Kamel aufgefahren. Dieses Kamel hat es im wahren Sinne des Wortes in sich. Denn in dem Kamel findet man zwei geröstete Schafe. In jedem gerösteten Schaf findet man mehrere gerostete Hühner. In jedem gerösteten Huhn sind kleine ge­röstete Fische untergebracht, die ihrerseits wieder in ihrem Innern geröstete Eier haben. So kann man sich denn langsam von außen nach innen durchefsen. Für die Herrichtung eines solchen Ka­mels brauchen die arabischen Köche eine ganze An­zahl von Tagen.