der Prozeß wie alle vorhergegangenen ab. Die Angeklagten seien alle geständig. Die logische Annahme dafür sei, daß Sowjetrußland als nichts anderes als eine Art Irrenhaus betrachtet werden müsse, das von blutdürstigen Henkern beaufsichtigt werde. „Popolo d'Jtalia" stellt die berechtigte Frage, ob es unter diesen Umständen noch einen unheilbaren Schwachkopf geben könnte, der behaupten würde, „das Licht komme aus dem Osten". Stalin, eine Art Halbbarbar, greife nicht zum Rizinusöl, um seine Gegner zu bestrafen. Er mache vielmehr reinen Tisch unter Anwendung solcher Methoden, wie sie in den Reichen des Dschingis Khan entstanden feien. Stalin zeige Europa das wahre Gesicht des bolschewistischen Rußland.
Oer Regiefehler.
Die Veranstalter des Moskauer Prozeßtheaters hatten es sich so schön gedacht, das grausige Schauspiel mit verteilten Rollen spielen zu lassen, indem jeder der 21 Angeklagten in einer anderen Tonart und mit verschiedener Lautstärke sich des Verbrechens am Sowjetstaat schuldig bekennen sollte. Man wollte durch diesen sorgfältig einstudierten Szenenwechsel vor dem russischen Volk und vor dem Ausland den Eindruck erwecken, als ob es sich um echte G e st ä n d n i s s e und um ein richtiges Justizverfahren handelte. Aber es gab unter den Angeklagten einen Mann, der schlauer war als alle feine Peiniger: Krestinski, der frühere Sowjetbotschafter in Berlin. Sein Schicksal und feine Erlebnisse in den letzten Tagen sind uns bekannt. In einer einzigen Nacht ist er mit den bewährten Methoden der GPU. aus einem gesunden z u einem kranken Menschen gemacht worden, und als kranker Mann hat er seinen Widerruf widerrufen und sich „vorbehaltlos", wie er sagt, und damit dem Staatsanwalt alle Thesen von vornherein bestätigend, auf den Boden seiner „Verbrechen" gestellt. Damit wurde auch Krestinski in die Schar der reumütigen Sünder eingereiht.
Die Gleichförmigkeit der Angeklagten im Stalin- stnne ist mit Torturgraden wiederhergestellt worden, die allzu barbarisch sind, als daß wir sie noch einmal näher schildern könnten. Interessant ist in den Moskauer Berichten der Hinweis, daß dem beschuldigten Krestinski in der Nacht vor seinem Geständnis auch Betäubungsgifte durch den Arzt des Lubljanka-Gefängnisses eingespritzt worden sind. Seitdem ein französischer Pharmakologe feststellte, daß das von mexikanischen Eingeborenen benutzte Gift einer Kakteenart, das Peyote, zu einer Spaltung des Bewußtseins führt, und seitdem klinische Versuche die Richtigkeit dieser Entdeckung ergaben, ist die Reihe wahnwitziger Selbstbezichtigungen im Sowjetparadies erklärlich.
So erschien denn Krestinski am nächsten Tag vor den Augen der Presse und des Publikums als ein sichtbares Opfer der GPU.-Methoden und entlarvte durch seinen Zustand die ganze moralische Brüchigkeit des Sowjetregimes. Die Dheaterregie, die so raffiniert aufgebaut worden war, ift durch Krestinski bloßgelegt. Gerade die Ueberspitzung dieser Regie zeigte die Dummheit ihrer Urheber. Auch die Vernehmung der übrigen Angeklagten ist zu plump, als daß sie irgendeinen Zweifel an dem Wesen der roten Justizmaschine lassen könnte. Wenn der frühere Vorsitzende des Volkskommissariats, Rykow, der einzige, den Stalin aus der alten Garde noch übrig ließ und jetzt an das Messer liefert, von der Kreml-Verschwörung erzählt und sich melancholisch-philosophisch, da doch alles nichts nützt, der Verschwörung mit dem ehemaligen GPU.- Ches Jagoda bezichtigt, wenn dieser Rykow behauptet, seit 1932 gegen Stalins, Woroschilows und Molotows Leben düstere Mokdpläne gehegt zu haben, so mag diese Verschwörung der einzelnen Gruppen — vielleicht! — richtig sein, obgleich die zwei Ueberlebenden und der eigentliche Machthaber Stalin doch hier sicherlich ihre Wunschträume als Verbrechen „gestehen" lassen.
Aber was sind das für Zustände, wo der frühere Freund Lenins und der Chef der GPU. sich in Mordverschwörungen gegen ihre Auftraggeber eingelassen haben sollen! Welche Einblicke läßt das in die seelischen Abgründe aller Mitbeteiligten, der Angeklagten wie der anklagenden Machthaber! Ein Wirrwarr von Unsinn, Verbrechen, Selbstzerfleischung, aus dem man die Perlen der Wahrheit un- möglich herausfischen kann, vorausgesetzt, daß sie überhaupt vorhanden sind. Auch die sogenannten außenpolitischen Verschwörungen gemahnen doch lebhaft an die Phantasieprodukte eines bolschewistischen Karlchen Miesnik, umsomehr, da sie in aller Breite „gestanden" werden. Die bolschewistischen Massen sind hermetisch durch einen Kordon des Grausens abgeschlossen. Aber die übrige Welt, selbst wenn sie demokratisch-marxistisch ist, muß gestehen, daß der Irrsinn Stalins und seine Methoden, wie das Blatt der schwedischen Regierungspartei, der marxistischen „Social-Demokraten" schreibt, in der ganzen Menschheit nur „Entsetzen, A b s ch e u und Gelächter" verbreiten. D. S.
Budenkos Erinnerungen erscheinen in einem deutschen Verla g.
Berlin, 4. März. (DNB.) Die neue furchtbare Terrorwelle in der Sowjetunion lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die Flucht des ehemaligen SowjetgeschäftsträgersinRumänien, B u d e n k o. Budenko wird seine Erinnerungen im Nibelungen-Verlag, Berlin, erscheinen lassen. Es ist zu erwarten, daß dieser Bericht eines erst ganz kürzlich dem roten „Paradies" entronnenen hohen bolschewistischen Beamten gerade im Hinblick auf die laufenden Moskauer Terrorprozesse über Hintergründe und Methoden der roten Zwangsherrschaft wichtige Aufschlüsse geben wird.
Kunst und Wissenschaft.
„Reichsmusiklage 1938“ in Düsseldorf.
Die „R e i ch s m u s i k t a a e 1 9 3 8" finden vom 22. bis 29. Mai in Düsseldorf unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Volksausklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, statt.
„Ribelungen“.Festspielwoche in Worms.
Im vorigen Jahre wurde im Wormser Spiel- und Festhaus Hebbels Trilogie „Die Riebe- I u n g e n" in Anwesenheit von Reichsminister Dr. Goebbels als Ausklang der Reichstheaterfestwoche vom Hessischen Landestheater Darmstadt in einer völlig neuen Inszenierung aufgeführt. In diesem Jahr wird die Trilogie in der Woche vom 26. Juni bis 3. Juli wieder in der Nibelungenstadt über die Bretter gehen, und zwar werden wie im Vorjahr bedeutende Schauspieler in den Hauptrollen auftreten. Auf dem Programm stehen fünf Aufführungen.
Oer deutsche Film hat sich Weltgeltung erobert.
Reichspropagandaminister Or. Goebbels
bei der Grundsteinlegung zur Deutschen Filmakademie in Babelsberg.
Dienst an der Kunst und am deutschen Volke.
Der Festakt in Babelsberg.
Berlin, 4. März. (DNB.) Der Schirmherr des deutschen Films, Reichsminister Dr. Goebbels, nahm die Grundsteinlegung zur Deutschen Filmakademie in der Ufastadt Babelsberg vor. Dem Akt wohnten zahlreiche hohe Vertreter von Partei und Staat und alle maßgebenden Persönlichkeiten des deutschen Films bei. Der Generaldirektor der Universum - Filmaktiengesellschast, Klitzsch, wandte sich mit Dankesworten an Reichsminister Dr. Goebbels. „Wir alle haben Ihnen, Herr Reichsminister, heute zu danken für den Entschluß, eine Deutsche Filmakademie und ein damit eng verbundenes Arbeitsinstitut für Kül- turfilmschaffen ins Leben zu rufen." Der Redner bezeichnete es als die vornehmste Zweckbestimmung der Deutschen Filmakademie, die Heranbildung eines befähigten Nachwuchses in lebendigster Verbindung mit der Praxis durchzu- ühren. Sie werde drei Fakultäten umfassen: die filmkünstlerische, die filmtechnische und endlich die filmwirtschaftliche Fakultät. Die Angliederung eines Arbeitsinstitutes für Kultur- ilmschaffen entspreche jener besonderen Stellung, die Deutschland auf dem Sondergebiet des Kulturfilms einnehme. Diesem Arbeitsinstttut soll eine Sammlung der bemerkenswertesten Lehr- und Kulturfilme der ganzen Welt angeschlossen werden.
Der Präsident der Reichsfilmkammer, Prof. Dr. Leh ni ch, bezeichnete die Berufsschulung im Film als eine der schwierigsten Probleme des Films überhaupt. Die Filmakademie werde neben ihrer Lehrtätigkeit auch eine Forschungstätigkeit entwickeln müssen. Die wichtigste. Bedeutung jedoch, die Zusammenfassung zu einer großen Lehr- und
Forschungseinheit sei die, daß erst auf solcher Grundlage die weltanschaulichen Ueberzeugun- gen vermittelt werden könnten, von denen Der deutsche Film auszugehen habe. „Ihrer Initiative und Ihrer persönlichen Einsatzberitschaft, Herr Reichsminister Dr. G o e b b e l s", so erklärte der Präsident, „ift es zu verdanken, daß die Voraussetzungen dafür geschaffen worden sind, daß der deutsche Film heute auf einer gesunden künstlerischen und wirtschaftlichen Grundlage stehen kann. Erst im letzten Jahre sind aus dem deutschen Film die immer wieder verheerend wirkenden Rückstände eines vergangenen Zeitalters beseitigt worden. Solange nicht diese Umstellung vollzogen und ein struktureller Neubau durchgeführt war, der den nationalsozialistischen Grundsätzen entsprach, konnte auch an die Schaffung einer Filmakademie nicht herangegangen werden. Die Gründung dieser Bildungsstätte unseres Berufsstandes stellt die Krönrkng des Umbaues des deutschen Filmwesens dar."
Reichsminister Dr. Goebbels trat nun in Begleitung der Ehrengäste an den Grundstein heran, um mit den symbolischen drei Hammerschlägen die Grundsteinlegung der Deutschen Filmakademie vorzunehmen. „Ich vollziehe hiermit", erklärte Reichsminister Dr. Goebbels, „die Grundsteinlegung der Deutschen Filmakademie. Ich verbinde damit den Wunsch, daß in der nun entstehenden Deutschen Filmakademie immer drei Erkenntnisse zu Hause sein mögen, daß die Kunst mehr mit Können als mit Wollen zu tun hat, daß Wirtschaft und Technik der Kunst untertan find, und daß der Dienst a m V o l k die höchste Ehre und die höchste Pflicht unseres Lebens und unseres Arbeitens ist. Mit einem Sieg-Heil auf Führer und Volk und den Liedern der Nation schloß die Feier. Im Anschluß daran besichtigte Reichsminister Dr. Goebbels das Modell der neuen Filmakademie.
Die Nlniakademie als hohe Schule des deutschen Nachwuchses. Dr. Goebbels stellt die programmatischen Forderungen für die künstlerische Entwicklung unseres Filmschaffens.
Im Rahmen der Jahrestagung der Reichsfllm- tamrner sprach am Freitagabend Reichsminister Dr. Goebbels, der Schirmherr des deutschen Films, auf einer großen Kundgebung im Reichstagssitzungssaal der Krolloper. Der Minister ging von der Tatsache aus, daß der Film eine ganz junge, moderne und damit auch außerordentlich entwicklungsfähige Kunst sei. Ebenso, wie die Diskussion über die o o litt sch en Probleme der Nation früher meist haarscharf am eigentlichen Thema vorbeiging, so bleibe bisher auch die Auseinandersetzung über die Probleme des Films heute fast immer nur an der Oberfläche, ohne in die eigentlichen W es e n s p r o b l e m e des Films vorzustoßen. Aus den heute am meisten erörterten Problemen des deutschen Filmschaffens griff der Minister zuerst die Frage heraus, ob der Dialog- oder der Handlungsfilm bessere Gewähr für künstlerischen und geschäftlichen Erfolg biete. „Dieses Problem ist nicht eine Frage des „oder", sondern ein Problem des ,/u n d". Der gute Dialogfilm fordert die mitteißende Handlung, und der spannende und interessante Handlungsfilm fordert eine gute Dialogführung." Ausschlaggebend sei die Frage, ob der Film das Recht habe, abseits und losgelöst vom Leben eine Schein- und Jllusionskunst zu pflegen, oder ob er allen Schein und allen Illusionen zum Trotz nicht doch im Leben verhaftet bleiben muß. Diese Frage bejahte der Minister. Mit scharfen Worten geißelte der Minister die Versuche, schlechte Fllme dadurch wirkungsvoll machen zu wollen, daß gute Schauspieler ihre tragenden Rollen übernehmen. Man müsse sich ernsthaft darum bemühen, nicht das Leben dem Film, sondern den Film demLeben näher zu rücken. Die Menschen im Film müssen in verstärkter Form Tugenden und Leidenschaften des Lebens an sich tragen, aber es müssen echte Tugenden und wirkliche Leidenschasten sein.
Immer wieder von stürmischer Zustimmung unterbrochen, rechnete der Minister mit jenen ab, die am deutschen Film ohne die geringste Sachkenntnis K r i t i f um d er Kritik willen üben.
„3n einer Zeil“, die nach Persönlichkeiten verlangt, die Wut und Kraft zur Verantwortung besitzen, ist nicht der Augenblick zur Diskussion, sondern der Augenblick zum Handeln gekommen!“ Kritisieren darf nur der, der die Schwierigkeiten kennt. Jeder Kritiker muß bereit sein, zu jeder Stunde, da man ihn ruft, die Stelle zu besehen, die er kritisiert hat. Jede andere Art von Kritik ist nicht förderlich, sondern hindernd, frech und anmaßend!“ (Erneute stürmische Zu- stimmung^kundgebungen.)
Weiter wandte sich der Minister der Frage des Star - oder des Ensemblefilms zu. „Auch hier gehe die Problemstellung am eigentlichen Kern der Frage vorbei. Denn es gibt keinen Ensemble- silm ohne gute Schauspieler und keinen guten Schauspieler ohne ein Ensemble. Dr. G o e b b e l s wandte sich auch gegen die Auffassung, daß ein guter Film unbedingt tragischen Charakter haben müsse, wahrend der heitere Unterhaltunassilm niemals ein Kunstwerk sein könne. Es bestehe Veranlassung, den heiteren Unterhaltungsfilm auch in seiner künstlerischen Bedeutsamkeit dem ernsten Film an die Seite zu stellen. _
Der Minister wandte sich dann dem Problem des Nachwuchses zu, wobei er betonte, daß er es für einen fundamentalen Denkfehler halte, den Nachwuchs des Filmes nur bei der Bühne zu suchen. Man könne aber wiederum auch nicht die Findung junger Talente dem Zufall überlassen. Darum habe man den Entschluß gefaßt, eine F i l m at a d e m i e zu gründen. Sie solle nicht eine wissenschaftliche Systematisierung der Lehre vom Film darstellen, sondern hier sollen die jungen Talente das deutsche Filmschaffen vonderPike auf lernen können.
„TBenn wir die Filmakademie als die hohe Schule des deutschen Nachwuchses aufbauen und durchführen, fo werden wm das mit deutscher
Gründlichkeit besorgen. Praktiker des Ateliers werden die Lehrer fein und der Unterricht wird sich nicht so sehr in den Hörsälen, als in den
Ateliers selbst abspielen.“
Mit Stolz stellte der Minister unter stürmischer Zustimmung fest, daß der deutsche Film sich mit seinen Leistungen ruhig und kühn auf dem Weltmarkt zeigen könne. „Unsere Aufgabe und unser Programm für das jetzt beginnende neue Filmjahr", erklärte Dr. Goebbels mit Nachdruck, „ift nicht mehr organisatorischer Natur. Diesmal stehen programmatische Forderungen künstlerischer Art vor uns." Drei Forderungen stellte der Minister für die nächste Zukunft in den Vordergrund der filmischen Entwicklung:
Die planmäßige Pflege der Menschen, die etwas können, die systematische Erziehung eines befähigten Nachwuchses in einet dazu geschaffenen Akademie von männern, die die Berufung dazu haben, und schließlich den schnellsten und orga- nifatorischen und künstlerischen Ausbau der Filmakademie selbst.
Mit stürmischem Beifall dankten die Filmschaffenden dem Minister für die Mitteilung, daß das große Werk für die Filmakademie, zu dem heute der Grundstein gelegt wurde, bereits am 1.April des kommenden Jahres fertig dastehen werde und daß es bereits möglich fein wird, am 1. Oktober d. I. mit der praktischen Arbeit zu beginnen. Dr. Goebbels richtete einen Appell an die Männer, an die die Berufung ergehen wird, an dieser Filmakademie zu lehren. Weiter forderte der Minister höchste Vervollkommnung der Technik des Films „Wir haben uns zum Ziel zu setzen, auf keinem Gebiet eine Überlegenheit eines anderen Landes zu dulden. Ich wüßte nicht, was uns daran hindern sollte, auf dem Gebiet des Filmes in der Welt zu bestehen. „Allerdings", betonte der Minister, „müsse ein überflüssiger Salla ft d e r Bega- bungslosigkeit abgeschüttelt werden, damit nicht durch eine Schicht der Untalentierten dem wirklichen Könner der Weg versperrt werde."
Dr. Goebbels sprach allen, die mit Leidenschaft dem Ziele, den deutschen Film in Führung zu bringen, gedient haben, seinen Dank aus.
Der Minister gab seinem Stolz und seiner Freude darüber Ausdruck, daß zum erstenmal auf einer Tagung des deutschen Filmschaffens keine organisatorischen Fragen im Vordergrund standen, sondern daß ein Programm aufgestellt werden konnte, das sich auf die Kunst selbst bezieht. „Jetzt sollen die K ü n ft 1 e r a n ö i e Front! Die großen Dichter und Regisseure, Manuskriptoerfasser und Schauspieler sollen das Wort ergreifen und zu einem Volk reden, das auf sie wartet und das sie verstehen wird. Ich glaube", erklärte Dr. Goebbels, „es gibt für Sie alle für das kommende Jahr künstlerischen Schaffens keine bessere Parole als die, die der Dichter den Künstlern mit auf den Weg gegeben hat: Die Zukunft habt ihr, ihr habt das Vaterland, ihr habt der Jugend glühendes Herz in eurer Hand!"
Mit minutenlangem Beifall dankten die Filmschaffenden dem Minister für feine Ausführungen, die dem deutschen Film neue Wege in die Zukunft zeigten. Präsident Dr. L e h n i ch schloß mit einem Dank an den Führer.
VahMem.
Mit der Grundsteinlegung zur Deutschen Filmakademie in Babelsberg beginnt eine neue Epoche in der Geschichte des deutschen künstlerischen Films. Mit keiner anderen Maßnahme, mit keiner Rede und keiner Verordnung hätte die kulturelle Führung in Deutschland deutlicher und sinnvoller bekunden können, welche Bedeutung sie dem deutschen Film, seiner Zukunft und seinen Aufgaben im eigenen Bolke wie in der weiten Welt beimißt. Mit dieser Grundsteinlegung und mit der programmatischen Rede von Dr. Goebbels auf der J?hrestagung der Reichsstlmk mmer muß jederm m klar geworden sein, daß der deutsche Film heute endgültig
jener tatsächlichen oder vermeintlichen Aschenbrödel- Rolle entrückt ist, die ihm kurzsichtige oder gleichgültige Beurteiler haben zuteilen wollen. Die Begründung der Filmakademie in Babelsberg kann als die sinnfälligste Dokumentierung des Willens gelten, dem deutschen Film die Gleichberechtigung mit den anderen Künsten zu verschaffen: eine solche Gleichberechtigung fordern sowohl die außerordentliche Bedeutung des Films innerhalb der Nation, für deren künstlerische, weltanschauliche und politische Erziehung und Bildung, als auch feine Geltung bei den übrigen Kulturnationen. Es ist in der Rede von Dr. Goebbels mit Nachdruck und Stolz darauf hingewiesen worden, daß wir heute den Anschluß erreicht haben, daß der deutsche Film in der ganzen Welt sich sehen lassen und es mit der Produktion jedes anderen Landes aufnehmen kann. Das ist eine Tatsache, die jeden Deutschen mit Stolz erfüllen muß, uns aber auch außerordentliche Verpflichtungen auferlegt; daß diese Verpflichtungen von der Staatsführung erkannt und gewürdigt werden, kann durch nichts eindringlicher bewiesen werden als durch
RUHL Seltersweg Nr. 67 ö
adio Telephon Nr. 3170 M
eparaturen 1897 U H
die Grundsteinlegung, die soeben in Babelsberg vollzagen wurde.
Es darf in diesem Zusammenhänge auf die in letzter Zeit mehrfach erfolgten Berufungen unserer hervorragendsten Filmregisseure und Filmschauspieler in die verantwortliche Oberleitung unserer großen Produktionsgesellschaften hingewiesen werden: auch hierin bekundet sich der vom Minister in seiner programmatischen Rede nachdrücklich unterstrichene Wille, dem künstlerischen Element im deutschen Film den Primat vor allen geschäftlichen Gesichtspunkten und auch vor sogenannten Publikumsinteressen einzuräumen. „Die Künstler an die Front!" — fo lautet die von Dr. Goebbels aus- gegebene Parole, die sich an Schauspieler und Regisseure wie an Produktionsleiter und Drehbuchverfasser richtet. Mit Freuden stellte der Minister fest, daß in diesem Jahre zum ersten Male nicht mehr organisatorische Fragen, sondern künstlerische Probleme im Vordergründe der Tagung stehen. Daß diese künstlerischen Probleme sehr schwerwiegender und sehr vielfälttger Natur sind, darüber wurde kein Zweifel gelassen; ein Generalproblem ist jedenfalls die Frage des Nachwuchses: auf dem Nachwuchs ruht unsere Hoffnung für die Zukunft des Films; feine Erziehung und Ausbildung von der Pike auf wird die vornehmste Aufgabe der Deutschen Filmakademie sein. Mit ihrer • Errichtung beginnt eine neue Entwicklung der jüngsten Kunst unseres Jahrhunderts, mit dieser Grundsteinlegung ist auch zugleich symbolisch der endgültige Trennungsstrich gezogen# der das heutige Filmschaffen von dem der Systemzeit scheidet. Ueberbliden wir die deutsche Produktion der letzten Jahre, so dürfen wir mit Zuversicht der kommenden Entwicklung entgegensehen. Der Aufstieg unserer Produktton innerhalb weniger Jahre ift außerordentlich. Der deutsche Film hat sich Weltgeltung geschaffen. hth.
Aus aller Wett.
Deutsche Trachtengruppe reift durch Südfrankreich.
Walter Rentmeister vom internationalen Büro „Freude und Arbeit" traf mit einer deutschen Trachtengruppe, die eine Vorführungsreise durch Süd frankreich unternommen hat, in Bordeaux ein. Bei einem Empfang für die deutschen Gäste wurde von beiden Seiten der Wunsch nach einer Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen und besonders nach einer weiteren An- näherung der Jugend beider Länder ausgesprochen. Rentmeister dankte im Namen seiner Begleiter für den wie in anderen französischen Städten auch in Bordeaux überaus liebenswürdigen und herzlichen Empfang, der ihnen von zahlreichen französischen Persönlichkeiten zuteil geworden sei. — Am Gefallenendenkmal wurde ein Blumengewinde mit den deutschen und französischen Farben niedergelegt.
Heinz Hilpert und Curt Götz bei der Tobis.
Heinz Hilpert, der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, und Curt Götz, Luftspielleiter, Schauspieler und Spielleiter, wurden von der Tobis- Filmkunst als Mitarbeiter gewonnen.
Wetterbericht
Die Witterung unseres Gebietes steht völlig unter Hochdruckeinfluß. Bei meist heiterem Himmel und fräftigen Sonnenstrahlen stiegen am Freitag die Temperaturen vielerorts auf über 15 Grad im Schatten an. Auch im Gebirge liegen sie beträchtlich über 0 Grad. Das Hochdruckgebiet verlagert sich langsam ostwärts, doch ist damit keine nennenswerte Witterungsänderung verbunden.
Aussichten für Sonntag: Morgens vielfach dunfttg oder neblig, sonst trocken und meist heiter, nachts frisch, mittags ziemlich warm. Schwache veränderliche Winde.
Aussichten für Montag: Im wesentlichen noch freundliches Wetter.
Lufttemperaturen am 4. März: mittags 14,7 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 5. März: morgens — 0,6 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum heute nacht —1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. März: abends 5 Grad; am 5. März: morgens 2,4 Grad Celsius.. — Sonnenscheindauer 8,3 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrucferei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.


