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Er bringt jeden Morgen Post aus Gießen. - Jeden Morgen? . . . Natürlich, die beiden haben sich den Gießener Anzeiger nachschicken lassen, damit sie auch im Urlaub immer über alles im Bilde sind.
Machen Sie's ebenso: Geben Sie bitte drei Tage vor der Abreise Ihre Ferienanschrift in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers an. Sie können sich die Zeitung auch postlagernd schicken lassen, wenn Sie noch nicht wissen, wo Sie wohnen.
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Berlin int Zauberbann der Mode
ZOO Kleider stellen sich vor. — Die Hutnadel kommt wieder!
fehlt«. Denn dieses Wels-Ungeheuer spottete bisher allen üblichen Fangnetzen. Dankenswerterweise ist dem Anglerverein „Wels" nun von privater Seite ein Riesennetz geschenkt worden, mit dem man an die Arbeit ging. Während der Sack (oder die Reuse) dieses Riesennetzes 12 Meter lang und Wi Meter hoch ist, besteht das Zugnetz aus zwei je 50 Meter langen Flügeln, die am Sack vier Meter und am „Knüppel" 2% Meter hoch sind. 2900 Maschen und 961000 Knoten mußten geknüpft werden, um dieses Fanggerät herzustellen.
In den wenigen warmen Tagen, die ^uns dieser Mai des Mißvergnügens beschert hat, bewährte sich das Retz bereits, wenn auch in einem sehr bescheidenen Umfang, indem sich ein kleiner Wels von 10 Pfund Lebendgewicht in seine Maschen verlor. Wenn aber der Juni uns die heißen Tage schenkt, die der Mai uns schuldig blieb, dann — so hoffen die Welsfänger von der Krummen Lanke — wird auch das große Ungeheber ins Garn gehen. Sollte dies wider Erwarten nicht der Fall sein, müssen allerdings die Pariser Hutnadeln daran glauben, mit denen dann die Krumme Lanke solange zu durchstechen wäre, bis sich das Ungeheuer an ihnen aufspießt.
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sprecheranlage mit sechs bis acht Lautsprechern unsichtbar im Mauerwerk eingebaut, so daß die Vorgänge auf der Bühne auf allen Plätzen des auf über tausend Sitzplätze erweiterten Festspielraumes gut verstanden werden. Alle Künstler des Gießener Stadttheaters sind eifrig bemüht, eine abgeschlossene Leistung zu bieten. Als Huttendarsteller wurde wieder Wolfgang Heßler vom Theater der deutschen Ostmark in Regensburg verpflichtet. Dazu stellt das zur Aufführung gelangende Stück kein Theaterstück schlechthin dar, sondern soll Leben und Wesen Ulrich von Huttens dem deutschen Menschen aufzeigen und an dieser Weihe- stätte, der Geburtsstätte Ulrichs von Hutten, ein politisches Ereignis ersten Ranges werden. Das Schlüchterner Land und die RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" haben alles darangesetzt, um für die Festspiele in jeder Richtung hin gerüstet zu sein.
Wetzlar — kühler Grund — Sloppelberg — Honigmühle — Wehlar.
Nachdem wir die alte Reichsstadt Wetzlar, bis wohin wir mit Sonntagskarte gefahren sind, durchschritten haben, zweigt von der Nauborner Straße nach links ein breiter Feldweg durch das Hegel- bachtal ab (Wegweiser). Dieser führt uns alsbald zum Wald, in dessen Eingang ein idyllisches Plätzchen, der Kühle Grund, liegt. Hier erfreuen wir uns an der prächtigen Anlage und an den zahlreichen Miniaturwerken, die von dem aus der Höhe kommenden Bache getrieben werden, gehen dann einen Waldweg aufwärts, den wir jedoch beim ersten Abzweig nach links verlassen, kommen auf einen breiten Weg und gegenüber auf einem schmalen Pfad auf die Landstraße mit hübschen Ausblicken. Auf diesem geh^n wir nach links bis zur Försterei und von hier rechts aufwärts zur Höhe des Stoppelbergs, von dessen steinernem Turm wir ein prachtvolles Panorama haben. Dem L des Lahnhöhenweges, das wir schon vorher angetroffen haben, folgend, steigen wir hinab, kommen durch eine liebliche Landschaft nach der gastlichen, anmutig im Siebenmühlental liegenden Honigmühle. Das Tal abwärts gehend, steigen wir bei einer Brücke in die Höhe auf den sogenannten
Was nun das Beiwerk der Frauenmode anbetrifft, von dem soeben die Rede war, so birgt es allerdings eine kleine Sensation, denn — Achtung! Achtung! — biß Hutnadel kommt wieder! Ja — jene bekannte Hutnadel, mit der unsere Mütter und Großmütter ihren Hut am Haarknoten befestigten, damit er (der Hut!) nicht wegfliegt. Es hat Paris keine Ruhe gelassen, bis es dieses Marterwerkzeug vergangener Tage wieder neu „creiert" hat. Sind wir auch wohl alle mit den Pariser Modefarben Meergrün und Bordeauxrot einverstanden, mit den Hutnadeln werden wir es kaum sein, selbst wenn sie mit entzückenden Edelweißköpfen, Lederkugeln und Kristallschnallen verziert sind. Denn die Hutnadel- spitze bleibt Hutnadelspitze! Und wenn zur Eröffnung der Berliner Internationalen Modeschau ein Berliner Blatt schrieb, daß diese neuartigen Hutnadeln allen' Besucherinnen „in die Augen stechen werden", so wird das nicht nur im übertragenen Sinne der Fall sein, wobei noch hinzuzufügen wäre, daß diese Hutnadeln, falls sie wirklich Mode werden, später in der drangvoll fürchterlichen Enge der Berliner S= und U- und Straßenbahn, von den Autobussen ganz schweigen, sicherlich auch manchem männlichen Volksgenossen in die Augen und Ohren stechen werden. Nein! Da wollen wir es denn doch lieber bei den Bändern und Bandschleifen belassen, mit denen die heutige Mode die Hüte unserer lieben Frauen und Mädchen versehen hat, denn Bänder und Bandschleifen können wohl wehen und flattern aber nicht in die Augen stechen.
Inzwischen geht der Abbruch Berlins mehr und mehr seiner „Vollendung" entgegen. Die Spitzhacke rast, der Mörtel rieselt und eine Freifläche nach der anderen stellt sich der Neugestaltung Berlins willig zur Verfügung. Selbst die höchsten und angesehensten Persönlichkeiten der Reichshaupt- stadt sind ihres Lebens nicht mehr sicher, geht man doch jetzt sogar der V i k t o r i a auf der Siegessäule wortwörtlich zu Leibe. Nacheinander wird man den Unterbau abtragen. Dann erst wird man sie selbst herabheben. ,^)erabheben" ist übrigens leichter gesagt als getan. So schwer ist die Viktoria, das man sie in Teile zerlegen muß, bevor man sie von ihrem Piedestal entfernen kann. In 60 Tagen hofft man die ganze Säule niedergelegt zu haben. Wer also Ende Juli nach Berlin kommt, wird keine Viktoria mehr über dem Königsplatz schweben sehen. Erst im Laufe des nächsten Jahres wird die Siegessäule dann Stück für Stück — in umgekehrter Reihenfolge — a u f dem Großen Stern wieder aufgebaut werden. Die goldene Viktoria wird dann aber um ein Säulenstockwerk höher stehen, wodurch sie — leider, aber vorher — einen Teil ihres bisher so guten Rufes einbüßen wird. Sagte doch der Berliner Volksmund einstmals wegen der unausgeglichenen Proportionen der Siegessäule sehr gern: „Die Viktoria ist die einzige Berlinerin, die kein Verhältnis hat!" Womit schlagend erwiesen ist, daß alle anderen Berlinerinnen durchaus und wohl proportioniert sind ...
berliner Vries.
Was seit Monaten in den berühmtesten Modeateliers Europas erdacht, ersonnen und „gedichtet" wurde, das gibt sich jetzt in Berlin während den Internationalen Modewochen eiä Stelldichein. Es ist ein berauschender Dielklang von Farben, Stoffen, Spitzen, Pelzwerk, Federn, Edelschmuck und--schönen Frauen! Dreizehn Län
der, unter denen übrigens England fehlt, sind zu diesem friedlichen Wettkampf um die Gunst der Welt, in der man sich nicht langweilt, angetreten und haben mindestens je drei „Mannequins" als Sendboten ihrer nationalen Modeschöpfungen nach Berlin geschickt, um insgesamt 700 Kleider vorzuführen. Nichts fehlt! Vom anschmiegenden Morgenrock bis zur elegantesten Abendtoilette, vom feschen Strandanzug bis zum modischen Straßenkleid ist alles vertreten, was ein Frauenherz begehrt und wonach es sich sehnt. Dazu eine Fülle reizenden Beiwerks als da sind: Hüte, Schals, Gürtel, Taschen, Schirme, Schuhe, Schühchen und--doch
davon später!
Der Ort dieser internationalen Modeschau ist d e r große Festsaal von ,^roll", der zu diesem Zweck verschwenderisch neugestaltet und in den sogar eine Bühne eingebaut wurde, auf der nachmittags und abends das Spiel „Die Mode der Welt" Helles Entzücken hervorrust. Besonders dann, wenn zum Schluß die Schar der hundert Dorführdamen und Vorführherren, denn auch sie jlnfr mit dabei, über breite Treppen und prunkvolle Teppiche zu den 1100 goldenen Rokökostühlen hi nab- steigen, von denen die Zuschauer nun aufspringen, um alle Herrlichkeiten der Göttin Mode aus nächster Nähe bewundern und bestaunen zu können. So ist es denn kein Wunder, daß das Tagesgespräch Berlins sich um Kleider und Frauen dreht und alles im Zauberbann der Mode steht.
NSG. Am Pfingstsonntag werden die „Hutten-Freilichtspiele" auf der Steckelburg im Kreise Schlüchtern eröffnet. Um 15 Uhr findet eine schlichte Feier statt, 'in der der stellvertretende Gauleiter Linder sprechen wird. Anschließend folgt die Aufführung des Festspiels von Erich Bauer „Laßt Hutten nicht verderben!" Umfangreiche Vorbereitungen mußten getroffen werden, um dem zu erwartenden Verkehr Rechnung zu tragen. Ein besonderer Abfahrtweg von der Steckelburg ist geschaffen worden, um den Kraftwagenverkehr schnell und reibungslos abwickeln zu können. Aus dem gleichen Grunde erfolgte eine Teilung des Verkehrs. Während die Kraftwagen bis zur Höhe des Steckelberges auf dem seitherigen Wege fahren, werden, die zahlreichen Autobusse über Bahnhof Vollmerz zum Schießstand geleitet. Dom Schießstand Vollmerz aus führt dann ein Fußweg in 15 bis 20 Minuten durch schönen Wald hinauf zur Steckelburg. Im Burghofe wurde eine Laut-
Pfarrweg, kommen bei den letzten Häusern von Nauborn wieder auf die Landstraße und auf dieser zu unserem Ausgangspunkt Wetzlar zurück. — Wanderzeit viereinhalb Stunden.
Warburg — Dammühle — hermerlshausea — Allna — Gladenbach.
Mit Sonntagskarte Marburg, Gladenbach zurück, fahren wir nach Marburg, gehen von hier, roten Strichen, später roten Vierecken folgend an den Drei Linden und dem Steinbruch vorbei, unterwegs schöne Rückblicke auf Marburg genießend, nach der Dammühle, einer idyllisch im Lummersbachtal gelegenen Sommerwirtschaft. Auf unserem Weitermarsch begleiten uns bis Hermertshausen blaue Kreuze, die zum Teil am Waldrand herführen, wo sich überaus hübsche Ausblicke erschließen, sodann rote Striche, die uns durch die freundlichen Dörfer Allna — die mächtige Eiche am Ortseingang ist leider ein Raub der Flammen geworden —, Friebertshausen und Rüchenbach hinauf auf den Kirchberg brinnen, von dessen Adolf-Hitler-Turm sich eine umfassende prächtige Rundsicht bietet. Zum Abstieg nach unserem Endziel, dem reizvoll zwischen Bergen gelegenen Städtchen Gladenbach, folgen wir roten Kreuzen. — Wanderzeit vier Stunden.
Reisewinke.
Zu Pfingsten auf der Grotzglocknerstratze.
Die Großglockner st raße, die man bishet im allgemeinen erst ab Ende Juni benutzen konnte, wird in diesem Jahre schon ab Samstag, 4. Juni, um 10 Uhr, befahren werden können. Damit ist es möglich, bereits an den Pfingftfeiertagen eine der schönsten Alpenfahrten zu unternehmen, die gerade um diese frühe Jahreszeit besonders reizvoll ist. Die Anregung, die Großglocknerstraße in diesem Jahre früher als bisher schneefrei zu machen, ging vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, aus, der zur Durchführung der Räu» .mungsarbeiten zwei leistungsfähige Schneeschleu« dem der Reichsstraßenverwaltung zur Verfügung stellte. Dank dieses fürsorglichen Eingreifens geht ein langgehegter Wunsch aller sportbegeisterten Kraftfahrer in Erfüllung.
Musik in Bad Homburg.
Als Kurorchester für die Hauptkurzeit in Bad Homburg ist das Ruyrlandorchefter e. V. verpflichtet worden. Neben den täglichen Kurkonzerten bietet das Kurorchester in zahlreichen Sonderkonzerten eine Auslese klastischer Musik. In Symphoniekonzerten werden als Solisten Professor Kulen « kampff, Professor Elly Ney, Enrico Maina r d i und Marcel Wittrisch mitwirken. Eine Reihe von Kammerkonzerten im alten Goldsaal des Kurhauses bei Kerzenlicht und in historischen Kostümen ergänzt dieses Programm in reizvoller Weise. Eine Besonderheit Bad Homburgs stellt das gemeinschaftliche Volksliedsingen der Kurgäste während der Trinkkur dar. Hier wirkt die aktive Musik« Übung als seelische Heilkraft, wie die Medizin der Antike sie anwandte.
Vielleicht könnte man aber diese von der Pariser „Frauenaufrüstungsindustrie" erdachten Hutnadeln in Berlin zu anderen Dingen^ verwenden? Etwa für die Jagd auf das Ungeheuer, daß sich räuberischer Weise in dem bekannten Grunewaldsee „Krumme Lanke" herumtreibt und dem man jetzt endlich den Garaus zu machen gedenkt. Wenn es bisher noch nicht gelungen war, dieses See-Un- geheuer, einen viel Zentner schweren Wels, zur Strecke zu bringen, so deshalb, weil es dem Anglerverein „Wels", der auf der Krummen Lanke feine Jagdgründe hat, an den erforderlichen Fanggeräten
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