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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)

Nr. 152 viertes Blatt

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Modernisierte Kreisfeuerwehr Gießen

Die Vezirkseinteilung für die motorisierte Feuerwehr.

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Aussahrt non vier Sorfpannmagen und Motorspritzen zur Hebung bei Watzenborn-Steinberg.

anlagen galt es

Mer Motorspritzen gestatten einen Brandangriss mit 12 Strahlrohren.

Wannschasten bei ihren Fahrzeugen angetreten.

Großen-Linden und G r o ß e n - B u s e ck zur Verfügung gestellt. Sie sind den Gemeinden zu treuen Händen und zu pfleglicher Behandlung über­

geben worden.

Den Feuerwehren der genannten Orte find da­mit naturgemäß erhöhte Pflichten zugewiesen wor­den, denn für jede der Motorspritzen, für die nun ein Vorspannwagen beschafft wurde, ist gleichzeitig ein Wirkungsbereich zugewiesen worden, der sich über eine Anzahl von Orten in bestimmtem Um­kreis erstreckt. Das bedeutet, daß sich im Brandfalle

^m Zusammenhang mit dieser Ausrüstung der Motorspritzen mit Vorspannwagen geht aber auch ein A l a r m i e-r u n g s s y st e m einher das in allen denjenigen Gemeinden eingerichtet wird, die solche bespannte Motorspritzen im Besitz haben. In den Orten Lich, Lollar, Grünberg, Hungen, Londorf,

leisten. Die Unkosten für die Alarmanlagen werden dabei nicht nur den Gemeinden aufgebürdet, in denen sie errichtet werden, vielmehr werden tue Kosten auf sämtliche Gemeinden des Kreises an­teilmäßig ausgeschlagen, so daß sie für jede Gemeinde tragbar werden. Die Beschaffungs­und Ausrüstungskosten für die Dorspannwagen wurden aus Mitteln des Kreises bestritten. Erfreu- licherweise hat die Brandversicherungskammer Darmstadt der Sache alle Aufmerksamkeit geschenkt und aus der Landesfeuerlöschkasse einen entsprechen­den Betrag bewilligt, der für die Schaffung der

rungsrat Dr. F u h r, ging nun dazu über, das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen so zu gestalten, daß für den Ernstfall alle Gewähr dafür gegeben ist, mit Hilfe von (mehreren) Motorspritzen einem Feuer in kürzester Zeit energisch zu Leibe gehen zu können. Er stützte sich dabei auf urnsassende Er­fahrungen, die er im Kreise Gerau gemacht hatte, wo ebenfalls das Feuerlöschwesen unter seiner Ini­tiative so ausgebaut worden war, wie es nun auch im Kreise Gießen geschehen wird und zum größten Teil schon geschehen ist.

Grundlage für die Neuorganisation war die Tat­sache, daß in insgesamt 13 Orten des Kreises be­reits. Motorspritzen vorhanden waren, während allerdings 66 Gemeinden im Ernstfälle immer erst entweder die Kreismotorspritze oder eine benach­barte Kleinmotorspritze zur Hilfeleistung berbeirufen mußten. Dies war aber, nicht ohne weiteres mög­lich, da für diese Kleinmotorspritzen nicht immer und vor allem nicht sofort Fahrzeuge zur 23errü= gung standen, mit denen die Kleinmotorspritzen rasch genug hätten fortbewegt werden können.

Unsere Karte veranschaulich die Bezirksemteilung für die neuorganisierte Feuerwehr. Die Orte, deren Namen fett gedruckt sind, sind jeweils die Stand­orte für die mit Vorspannwagen ausgerüsteten Motorspritzen. Die unterstrichenen Ortsnamen kenn­zeichnen die nur für den Ortsgebrauch stationierte Motorspritze. Der zum Kreis Gießen kommende Teil des aufgelösten Kreises Schotten ist bereits einbezogen. ' r , , f ,

Die Bezirkseinteilung ist wie folgt festgelegt:

Bezirk I Lollar: Heuchelheim, Wieseck, Daubringen, Mainzlar, Treis a. d. Lda., Staufen­berg, Ruttershausen;

Bezirk II G r o ß e n - B u s e ck : Alten-Buseck, Beuern, Trohe, Bersrod, Rödgen, Winnerod, Reis­kirchen, Oppenrod, Lindenstruth, Annerod, Burk- harosfelden; _ t ..

Bezirk III Londorf: Allendorf a. d. Lda., Climbach, Allertshausen, Kesselbach, RüddingShausen, Odenhausen, Geilshausen', WeiterShain;

Großen-Linden und Großen-Buseck werden sog. stille Alarmanlagen" geschaffen, die aus einer Telephon-Rinqleitung bestehen, an Die diejenigen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr angeschlossen werden, die zur Bedienung der Motor­spritze ausgebildet sind. Außerdem ist die Gendar­meriestation und der Führer der in den einzelnen Gemeinden vorhandenen Sanitätseinheiten ange­schlossen. Diese Alarmanlage gestattet es dem Bür­germeister, sofort nach dem Eintreffen einer Brand- meldunq die angeschlossenen Personen herbeizurusen, ohne daß b h Öffentlichkeit davon etwas erfährt und >*

durch den Alarm beun­ruhigt wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Motorspritze zu einem Brand in das Nachbar­dorf gerufen wird. So­fern natürlich Feuer im Ort ausgebrochen ist, wird die gesamte Feuerwehr auf die bisher übliche Weise zum Einsatz auf­gerufen. Mit kurzen oder langen Klingelzeichen wird nach einer genauen Dienst­anweisung die Motor­spritzenmannschaft dar­über informiert, ob es sich umFeuer im Ort" ober umFeuer aus­wärts" hanbelt. In diese

Mit einer modernen Motorspritze am Brandweiher.

Mit dem Kreisfeuerwehrtag des Kreises Gießen, der am heutigen Samstag und am morgigen Sonn­tag in Watzenborn-Steinberg stattfindet, fällt für das Feuerlöschwesen in unserm Kreise ein Ereignis zusammen, das einen bedeutsamen Fortschritt dar­stellt. Das Löschwesen in unserm Kreise hat unter der Initiative des Kreisamtes Gießen, insbesondere -es Dezernenten für das Feuerlöschwesen im Kreise, Regierungslat Dr. Fuhr, eine Neuorganisation erfahren, die nicht nur das Löschwefen im Kreise zum modernsten macht, sondern auch die Schlagkraft bedeutend erhöht.

Für diese Neuorganisation waren Eindrücke und Erfahrungen maßgebend, die in den vergangenen Jahren gemacht worden waren und erkennen ließen, daß das Feuerlöschwesen im Kreise auf eine andere Basis gebracht werden müßte, um für die Zukunft die Brandschäden auf ein denkbar geringes Maß

Alarmanlagen verwendet wird. Die Gemeinden Lollar und Grünberg, die Motorspritzen im Besitz hatten, die für einen Ueberlandtransport nicht be­sonders geeignet waren, haben besondere Opfer aus sich genommen und im Dienste der großen Sache modern st e Motorspritzen neu beschafft.

Die Wehrmänner selbst, die die Motorspritzen zu bedienen haben, stehen vor besonderen Aufgaben in­sofern, als sie sich mit den Fahrzeugen und den neuen Geräten vertraut machen müssen. Sie müssen sich ferner unterrichten über Löschwasser- und Wege­verhältnisse, über die Lage und Bauweise sämtlicher Gutshöfe, Mühlen und Forsthäuser usw., sofern sie innerhalb ihres Dienstbezirkes liegen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Mannschaften und die Feuerwehren die neuen Pflichten gern über­nehmen werden, gilt es doch, der Volksgemeinschaft eine sichtbar wertvolle Arbeit zu leisten, bei der nicht kleinlich verfahren werden wird.

Die Neuordnung der Kreisfeuerwehrey Hat bereits eindeutig erkennen lassen, daß sie Früchte trägt. War es doch am gestrigen Freitagmorgen möglich, mit Hilfe der rasch herbeigerufenen Motorspritze von Großen-Buseck das Schadenfeuer in Beuern löschen au Helsen. Die Großen-Busecker Motorspritze, deren Vorspannwagen der Wehr bereits zu llebungs» rrvecken zur Verfügung gestellt worden war, konnte in kurzer Zeit anrücken und helfen. Der morgige Sonntag wird bei den großangelegten Hebungen in in Watzenborn-Steinberg allen Feuerwehrkameraden des Kreises Geißen die Zweckmäßigkeit der gettof- fenen Maßnahmen beweisen.

Diese Neuörganisation des Feuerlöschwesens im Kreise Gießen stellt wohl nach Maßgabe der Ver­hältnisse und der Möglichkeiten das Beste dar, was aeschaffen werden konnte und man darf sagen, baß damit das Feuerlöschwesen im Kreis auf einen Stand gebracht wurde, wie er moderner nicht gedacht werden kann. ?"

(Aufnahmen [6] Neuner. Gießener Anzeiger.)

herabdrücken zu können. Zwar befindet sich im Besitz des Kreises die sogenannte Kre-smotorspritze, die im Depot der städtischen Feuerwehr steht, die aber meist nicht so wirkungsvoll eingesetzt werden kann, wie es wünschenswert wäre. Zwar wurde diese Kreismotorspritze immer wieder eingesetzt, je­doch war es manchmal so, daß sie nicht rasch genug an die oft räumlich weit entfernte Brandstelle ge­bracht werden konnte. Das Fahrzeug konnte mit Rücksicht auf die große Belastung der Hinterachse durch die Motorspritze kaum schneller gefahren werden als im 45-Kilometer-Tempo^ ^nzu kommt daß die Leistung kaum hoher ist, als 800 bis 10OO Liter je Minute. Zu berücksichtigen war ferner der praktisch mögliche Fall, daß bei einem Großfeuer in Gießen die Kreismotorspritze mit eingesetz wer­den mußte und dann in einem solchen Fall viel­leicht nicht sofort für eine Verwendung außerhalb der Stadt abgerufen werden konnte. Hinzu kommt außerdem noch, daß, wenn die

mit ihren Geräten ausruckt, für den Ernstfall nie­mand sofort zur Verfügung stand, um die Kreis- motorspritze überhaupt an einen Brandherd im Kreise zu bringen, geschweige zu bienen Es war also keine unbedingte Gewahr dafür geboten, daß mit Hilfe der Kreismotorspritze ra ch und wirksam genug etngegriffen werden konnte Immerhin verdient festgehalten zu werden, daß natürlich in vielen Fällen die Kreismotorspritze wertvolle Hilfe leistete und nicht zu vermissen^war.

Der Dezernent für das Feuerlöschwesen, Regie-

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Bezirk, IV Grünberg: Lumda, Rein­hards!) ain, Beltershain, Stangenrod, Bollnbach, Saasen, Göbelnrod, Queckborn, Harbach, Ettings- hausen, Lauter, Weickartshain;

Bezirk V G ro ß e n - Li n d e n : Klein-Linden, Allendorf a. d. Lahn, Watzenborn-Steinberg, Leih­gestern, Grüningen, Lang-Göns, Holzheim;

Bezirk VI Lich: Albach, Hausen, Steinbach, Garbenteich, Ober-Bessingen, Nieder-Bessingen, Dorf- Gill, Hof Güll, Eberstadt, Ober-Höraern, Arnsburg, Birklar, Muschenheim, Bettenhausen, Hattenrod, Langsdorf;

Bezirk VII Hungen: Nonnenroth, Villingen, Inheiden, Langd, Rabertshausen, Bellersheim, Trais- Horloff, Rodheim, Steinheim, Obbornhofen, Utphe;

Bezirk VIII Laubach: Stockhausen, Klein» Eichen, Lardenbach, Freienseen, Münster, Wetterseld, Röthges, Ruppertsburg, Gonterskirchen.

einen "oder anderen Motorspritze gehören, im Ernstfälle sofort an den Bürgermeister derjenigen Gemeinde zu wenden haben, die im Besitz einer mit dem Vorspannwagen ausgerüsteten Motorspritze ist. In einem schweren Brändfall können selbstverständlich auch mehrere Motorspritzen benachbarter Bezirke herbeigerufen werden. Durch di e s e N e u o r g a - nisation i st es möglich , mit Motor - pritz en rascher am Brandherd zu sein, als bisher. Die Bezirkseinteilungen liegen genau fest und sind für Feuerwehrkommandanten, Bürger­meister, wie für die Gemeinden überhaupt, oerbind-

Regierungsrat Dr. F u h r (in Zivil) organisierte die Modernisierung der Kreisfeuerwehr. Hier im Gespräch mit Kreisseuerwehrfuhrer Bouffier.

Um nun die Schlagkraft der Wehren erhphsn zu können, entschloß man sich beim Kreisamt, eine Reihe von Maßnahmen durchzuführen. Für die be­reits vorhandenen Motorspritzen c-niger geographisch besonders günstig ge­legener Gemeinden wurden Vorspann- wagen beschafft, die ausschließlich für diesen Zweck Verwendung finden. So hat der Kreis Gießen in jüngster Zeit sieben gebrauchte, aber sehr gut erhaltene Personenkraftwagen mit starken Motoren beschafft, die für ihren Zweck be­sonders ausgerüstet worden sind. Diese Personen­kraftwagen sind mit einer Vorrichtung ausgestattet, die das An- bzw. Abhängen der Motorspritzen­wagen in Bruchteilen von Sekunden gestattet. Diese Wagen sind außerdem mit je einer K ü - belspritze versehen worden, mit deren Hilfe kleinere Brände, Zimmer-, Boden- oder Keller­brände mit gutem Erfolg angegriffen roerben kön­nen. Außerdem wurden diese Zugwagen mit star­ken Blaulichtscheinwerfern ausgerüstet und ferner mit einer Haspel für 100 Meter Schlauch versehen. DasMartinshorn" zum Signalgeben fehlt eben­falls nicht. Die Fahrzeuge tragen zur Nummer die BezeichnungPol." und genießen im Verkehr die Rechte der Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge. Auf beiden Seiten, an den Türen der Wagen, sieht man das Hoheitszeichen.

Diese sieben zum Vorspannwagen ausgerüsteten Personenwagen werden mit dem heutigen Tage den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden Lol­lar,Grünberg,Lich,Hungen,Londorf,

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kreis erstreckt. Das bedeutet, daß sich im Brandfalle Neuorganisation diejenigen Gemeinden, die zum Wirkungsbereich Der Feuerlöschwesens tm '"' Kreise Gießen werden auch jene sieben Gemeinden des Kreises Schotten einbezo­gen, die mit Wirkung vom 1 Oktober 1938 zum Kreise Gießen kommen wsrden. Für diese Neugestaltung des Feuerlöschwesens m unserer engeren Heimat war eine Fülle intensivster Vorarbeit zu leisten. Dor allem galt es zunächst, die angebotenen Kraftwagen gründlich auf ihre Ge­brauchsfähigkeit für diesen speziellen Zweck zu prü­fen und dann so auszustatten, wie sie sich jetzt dar- bieten und morgen in Watzenborn-Steinberg allen den Feuerwehrleuten oorgeführt werden, die an diesem Kreistag teilnehmen. Äei dieser Ausstat­tung der Wagen galt es an vielerlei zu denken, denn sie mußten für h ö ch st e A n s p r üch e ein­satzfähig gemacht werden. Auch für die Alarm­mancherlei vorbereitete Arbeit zu