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m. 152 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen)
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17. Fortsetzung
(Nachdruck verboten!)
und küßte sie.
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tors und einen unentschuldbaren Verschleiß von höchstwertigem Material.
Und weil wir bei diesem Schlußstrich gerade von der Kraftfahrt sprechen, die sich ja in so dankenswerter Weise einer weitschauenden und ganz planmäßigen Förderung durch unseren Führer Adolf Hitler erfreut, so ist hier vielleicht aus den Erfahrungen einer langjährigen Praxis heraus noch ein Wort zu zwei besonderen Momenten im Kraftverkehr gestattet. Uns will scheinen, daß die „Vorfahrt" überhaupt kein Problem ist, für den, der unter gewissen Voraussetzungen schlicht und höflich darauf verzichtet. Man braucht dabei gewiß nicht etwa von zwei auf eine Kreuzung gleichartig zufahrenden Kraftwagen aus eine jener komischen Szenen zu wiederholen, bei der man sich früher an einer Tür beispielsweise gegenseitig zum Vortritt hineinkomplimentierte. Einer der wichtigsten Hauptbedingungen des modernen Verkehrs in einem volk-
Nur ein Schritt ist es, wenigstens nach astronomischen Begriffen, bis zum Monde, dem treuen Begleiter der Erde. Während das Licht der Fixsterne Jahre unterwegs ist, bis es uns erreicht, braucht es vom Monde nur PA Sekunde. Selbst die nächsten Planeten, Venus und Mars, bleiben stets mehr als hundertmal so weit von uns entfernt als der Mond. Die Folge dieses vergleichsweise geringen Abstandes des Erdmondes, der durchschnittlich 384 000 Kilometer beträgt, ist, daß auch das unbewaffnete Auge die Großformen der Mondoberfläche als dunkle und helle Flecke erkennen kann. Für eine genauere Betrachtung ist freilichxein kleines Fernrohr oder wenigstens ein gutes Fernglas mit etwa zehnfacher Vergrößerung unerläßlich. Im Sommer zieht der Mond nur in geringer Höhe am Südhimmel dahin, sein Licht wird auf dem langen Wege durch die Lufthülle der Erde stark gedämpft. Nicht blendend weiß und grell wie der winterliche Mond über Schneefeldern, sondern gelb und mild erscheint uns der Sommermond, wenn er Busch und Tal mit wunderbarem Nebelglanz erfüllt.
tettstag,dem 1938,abenh§ Uhr, findet Tchivkavah, n, Bahnhof- 1 eine
itliche 447fo mmlung mtlich.Kame- mordeM. schastsführer.
Erscheinungen treten an vielen der großen Ring- gebirge auf, wenn die Lichtgrenze über sie hinwegschreitet. An Hand einer Mondkarte ist es nicht schwierig, die größeren Gebilde der Mondoberfläche, wie die dunklen Mare, die man vor der Erfindung des Fernrohres für wirkliche Meere hielt, die größten Ringwälle und die wenigen Kettengebirge im Fernglas wiederzuerkennen. Bei Vollmond, der am 12. Juli eintritt, fehlen großenteils die kräftigen Schatten. Nur die Landschaften am Rande, auf die wir allerdings sehr schräg hinaufblicken, erscheinen plastisch, besonders die vielen Ringwälle in der Umgebung des Südpols. Von dem großen Ringgebirge Tycho sehen wir lange, Helle Streifen strahlenförmig ausgehen, deren Natur noch recht rätselhaft ist.
Wie die Messungen amerikanischer Sternwarten ergeben haben, folgen die Bodentemperaturen,auf
Dem Auge das Beste! I I
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Renata saß bei Ottenrieth. Er erläuterte ihr gerade die Verwendung eines bestimmten Motivs im dritten Satz seiner Fuge, als die alte Haushälterin hereinkam und ihm eine Karte übergab: „Fritz Armbruster, Prokurist der Konzertdirektion Armbruster, Wien I, Wollzeile 37".
„Nanu?" sagte Ottenrieth, und als er sie Renata hinhielt, sagte sie ebenso: „Nanu?"
Was hatte dieser Besuch zu bedeuten? Ottenrieth sah Renata zweifelnd an.
„Wenn es Ihnen unangenehm ist, kann ich ihn wegschicken."
Aber sie schüttelte nur den Kopf, warum sollte es ihr unangenehm sein?"
„Nein, nein."
„Nanu?" sagte auch Fritz Armbruster, als er in das Studierzimmer trat und Renata im Sessel n^ben dem Flügel erblickte, aber er sagte es nur inwendig und zwang sich sofort zu einer höflichen und geschäftlich-verbindlichen Miene. „Frau Armbruster" würde ihm schön Heimleuchten, wenn er sich jetzt durch irgend etwas auf dem von ihr kategorisch befohlenen Wege verwirren und beirren ließe! Er begrüßte Ottenrieth, gab auch Renata die Hand, aber sie sah zugleich, wie er den Blick unruhig im Zimmer umherwandern ließ.
„Ich störe?" fragte er, und konnte nicht hindern, daß in seinem Ton etwas Lauerndes oder Hämisches lag.
„Durchaüs nicht", Ottenrieth klappte den Deckel zu. „Fräulein Tudesco und ich haben ein wenig musiziert. Bitte, wollen wir uns nicht setzen? Hier sind Zigaretten."
Man fühlt sich sicherer, wenn man raucht, dachte der Besucher, und fischte sich eine aus der Dose.
„Und was verschafft mir das Vergnügen?"
„In diesem Fall weiß ich mehr als Sie", sagte Renata schnell. „Ich ahne es wenigstens. Und ich glaube, ich stehe in einem gewissen Zusammenhang mit diesem Besuch." Sie sagte das alles, weil sie kein reineO Gewissen hatte.
Ottenrieth sah sie überrascht an.
„Fräulein Tudesco hat vollkommen recht", fing Fritz Armbruster an, „sie steht in der Tat in einem gewissen Zusammenhang, denn ihr verdankt Frau Armbruster die Kenntnis, daß Sie an einem neuen Werk arbeiten."
„Womit ich doch hoffentlich keine Indiskretion begangen habe?" warf Renata ein.
Ottenrieth lachte.
„Aber um Gottes willen, ich habe doch keine Ge- heimniffe. Sie können es ruhig erzählen, wenn Sie wollen, ja also. Sie sind richtig unterrichtet, ich arbeite an einem neuen Werk."
Ob er sich wohl verstellt, wenn er sie mit „Sie" anredet? schoß es Armbruster durch den Kopf, oder ob sie tatsächlich noch nicht so weit sind? Er sagte:
„Ich danke sehr. Und an keinem Bühnenwerk diesmal?"
„Nein, diesmal nicht. Diesmal habe ich mir etwas anderes Dorgenompien."
„Und darf man fragen, Herr Ottenrieth, um was es sich handelt?"
„Aber natürlich. Es ist ein Orchesterwerk. Eins sinfonische Dichtung in Form einer Fuge; für Orgel
„Schneidigkeit" imponieren zu wollen, sondern kennzeichnet auch eine bedauerliche Unwissenheit von den Arbeits- und Lebensbedingungen des Mo
dem Monde der Sonnenstrahlung augenblicklich; sie steigen bei hohem Sonnenstand auf über 120 Grad Celsius, sinken aber rasch auf 150 Grad unter Null, sobald das betreffende Gebiet beschattet wird. Ein- und Ausstrahlung wird eben durch keine Lufthülle behindert. Der Mond strahlt nur etwa 7 v. H. des auffallenden Sonnenlichtes zurück, feine Oberfläche muß daher aus ziemlich dunklen Stoffen bestehen.
Die Beobachtung des abendlichen Fixsternhimmels wird in der ersten Hälfte des Monats durch die hellen Nächte und durch Mondschein beeinträchtigt. Erst nach dem 15. Juli entfaltet sich an klaren Abenden die volle Pracht des Sternenhimmels. Gegen 22 Uhr steht die Wega in der Leier nahe dem Zenit. Mit Deneb im Schwan und Atair im Adler bildet sie das bekannte Sommerdreieck, durch das von Norden nach Süden die Milchstraße hindurchzieht. Wir verfolgen das zarte Lichtband vom Perseus über Kassiopeia, Kepheus, Schwan und Adler bis zum Schützen, der tief im Süden steht. Rechts vom Schützen und ebenfalls nur in geringer Höhe über dem Horizont bemerken wir das schöne Sternbild des Skorpions. Da es nur kurze Zeit sichtbar ist und immer nur in der Nähe des südlichen Horizonts, wird ihm meist nicht die Beachtung geschenkt, die es wegen seiner prächtigen Gestalt verdient. Es lohnt sich, den Skorpion durch ein Fernglas zu betrachten. Umgeben von blauweiß funkelnden Sternen steht links der rote Antares, ein Riesenstern von ungeheuren Ausmaßen. Es ist in neuerer Zeit gelungen, den Durchmesser dieses Sterns mit dem Interferometer der Mount-Wilson-Sternwarte zu bestimmen. Bei einem Abstand von 330 Lichtjahren oder 3100 Billionen Kilometer besitzt Antares den 300fachen Sonnendurchmesser.
Rechts über dem Skorpion bemerken wir die beiden hellen Sterne der Waage und die Spika in der Jungfrau. Hoch ijn Südwesten strahlt der helle Ark- turus im Bootes, ein gelber Riesenstern im Abstand von 38 Lichtjahren. Im Raume zwischen Arktur und Wega sehen wir die halbkreisförmige Nördliche Krone, in der Gemma als hellster Lichtpunkt erscheint, und das ausgedehnte Sternbild des Herkules. Darunter breiten sich die Sternbilder Schlange und Schlangenträger (Ophiuchus) aus.
Während der Größe Löwe sich dem wesllichen Horizont nähert, sind im Osten Pegasus und Andromeda heraufgekommen. Den Himmelswagen im Großen Bären finden wir jetzt links vom Polarstern in absteigender Bewegung.
Von den Planeten leuchtet Venus als Abendstern am Westhimmel. Jupiter geht Anfang Juli um 23 Uhr, Ende des Monats um 21 Uhr auf; Saturn erscheint eine Stunde später ebenfalls im Osten. Jupiter ist jedoch 13mal heller als Saturn.
Die Erde erreicht am 3. Juli den sonnenfernsten Punkt (Aphel) ihrer elliptischen Bahn und ist fünf Millionen Kilometer weiter von der Sonne entfernt als im Winter, was aber bei einem Abstand von 150 Millionen Kilometer nicht viel bedeutet.
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die drei am gleichen Tisch gedeckt wurde, und so blieb es während der ganzen Zeit.
Vormittags hielt sich, die Oberstin in ihrem Zimmer, während Renata hinunterging und mit Ottenrieth eine Stunde in der warmen Sonne den Lungolago entlang wanderte. Dann sprachen sie über Dinge, die ihnen gemeinsam waren, er entwickelte ihr den Plan, den er in Sant Ambrogio gefaßt, seine Fuge für großes Orchester zu setzen, und sie stimmte ihm mit guten und klaren Begründungen zu.
Einmal gipgen sie nach Niva hinüber, wo er sich Notenpapier kaufte, und — fortan gehörte jede einsame Stunde des Tages der Arbeit.
Die Oberstin hatte durch Renata von seinem Werk erfahren; sie bat ihn einmal, etwas davon mitzuteilen, und so spielte er den beiden am Flügel in der Halle ein paar Sätze vor.
Grazia Tudesco saß am Fenster und schaute hinaus in den Garten und auf den See, und von Zeit zu Zeit drängte sie einen Seufzer zurück und schloß die Augen. Sie ahnte, wovon er spielte, sie schaute auf das Kind, das neben ihm faß und die Noten umwandte, und in ihrem Herzen war Erinnerung, Verwirrung und Angst.
Am Abend, vor dem Schlafengehen, nahm sie Renata in die Arme.
„Kind, du weißt mein Schicksal, ich habe Angst, Angst um dich. Am liebsten ließe ich dich nicht mehr von mir. Er soll allein nach Wien reisen!" rief sie plötzlich in einem emporzüngelnden Gefühl.
Aber Renata schüttelte nur den Kopf.
„Keine Angst, Mutter! Man schwimmt nicht zweimal durch die gleiche Welle. Und daß ich die Wahrheit weiß, das ist mein stärkster Schild. Du hast ihn mir gegeben, ich danke dir."
Und sie fiel der schönen Mutter um den Hals
■tion.
Unser Nachbar im Wettenraum
Oer gestirnte Himmel im Juli.
Don Or. Erwin Koffinna.
Spaß beiseite: nach dem letzten eindringlichen Schulungskursus sollten wir es nun wirklich gelernt haben, uns in allen Verkehrs-Lebenslagen mit Sicherheit und Anstand zu bewegen. War es nicht eigentlich reichlich beschämend für sämtliche Kategorien der Verkehrsteilnehmer, daß Vater Staat uns nach so vielen geduldigen Unterweisungen und praktischen Belehrungen noch einmal eine ganze Woche lang auf die Schulbank setzen mußte? Und hätten wir es nicht alle miteinander bei allgemeinem guten Willen vermeiden können, daß ein Mann wfe Dr. Goebbels, der bei feinem vielseitigen und außerordentlich umfangreichen Arbeitsbereich an vordringlichen Aufgaben ganz gewiß keinen Mangel hat, seine Autorität in die Waagschale werfen mußte, nur um unbelehrbaren und leichtfertigen Verkehrsteilnehmern ein letztes Mal mit allem Ernst ins Gewissen zu reden?
Man möchte, um es einmal kraß auszudrücken, für jeden Verkehrsteilnehmer, der sich in dieser Woche der Aktion für Unfallverhütung im öffentlichen Verkehr selbst auf größeren oder kleineren Verstößen ertappte, nur einen Groschen haben — da käme schätzungsweise wohl eine sechsstellige Zahl in Reichsmark heraus! Und wenn wir ehrlich sind, wie wir es in einer so bitter ernsten Angelegenheit von sage und schreibe 8000 Toten und 160000 Verletzten im Jahr sicher alle sein wollen, dann haben wir uns, Fußgänger, Kutscher, Radfahrer, Kraftfahrer klar gemacht, daß wir nun genug auf dem Kerbholz haben.
Wenn wir von dieser Erkenntnis ausgehen — und wer unter uns ist ohne Fehl! — dann ergibt sich ganz von selbst die kategorische Folgerung, daß wir beim Bekanntwerden der nächsten, hoffentlich sehr erfreulichen Verkehrs st ati- 'st i k sagen können, daß wir, jeder zu seinem Teil, an dem erfolgreichen Kampf gegen den Derkehrs- unfall mit ■ äußerster Umsicht, Rücksichtnahme und ^-Korrekthlbit tätig teilgenommen haben.
Machen wir miteinander einen dicken Schluß- sirich unter d i e Jahre der mehr oder weniger großen Leichtfertigkeit im Verkehr! „Angeben" kann schließlich jeder. Dazu gehört weiter nichts als eine beträchtliche Dosis Ueberheblichkeit, Gewissenlosigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Mitmenschen. Es ist noch immer, und heute mehr als je, ein Kennzeichen beispielsweise des schlechten Kraftfahrers, wenn er aus dem Stand zum Anfahren den Motor mit Getöse auf hohe Tourenzahl jagt, den ersten, den zweiten, den dritten und vierten Gang hineinhaut und davonbraust. Es ist nicht nur kindisch, mit solchem Gehabe den Passanten in falsch verstandener
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Achte pflicht der JRaöfafrrer; Sich olldt cnfrfoßtn, fein Sieb führen ------------------------------- und andere Zabrzeogk nnr dann ziehen, wenn Re mit dem «ade fefl verbanden ftnbi
Zum ersten Male hatte Ottenrieth Gelegenheit, Mutter und Tochter längere Zeit nebeneinander zu lehen und ihre Gesichter zu vergleichen. Seltsam, ivie anders, bei aller anderen sonstigen äußeren Ähnlichkeit, Renatas Auge blickte als das der Mutter. Es war eine dunkle Grübelei darin, die §anz unitalienisch wirkte; er hatte das schon im Sommer einmal bemerkt, doch so deutlich wie heute war es ihm nie geworden. Das Auge der Oberstin war groß und schön und von schwermütigem Glanz; tber in Renatas Blick stand ein Fragen und Suchen wie in dem Blick eines äugenden Tieres.
Um das Gespräch in dauernder Fahrt zu halten, benutzte Ottenrieth ein Wort aus Renatas Brief ds Ruder. Die Signora sei, sagte er, eine besondere Freundin dieses kleinen, reizenden Ortes? Er ent- jinne sich, daß Baron ßeutftetten ihm im Sommer i einmal eine entsprechende Bemerkung gemacht habe.
Grazia Tudesco nickte gedankenvoll mit dem Kopf: 4a, das dürfe sie wohl sagen, daß sie Torbole liebe. Mit Ausnahme der Kriegsjahre sei sie alljährlich hier gewesen. 1914 zum ersten Male — und von |h 920 ab jedes Jahr. Und sie gehe sogar — fügte Ih ein wenig zögernd hinzu, mit dem Gedanken um, ganz hierher zu übersiedeln und das unwirt- !cche Haus hoch oben im Apennin zu verkaufen, jstzt, da sie frei geworden sei.
Ottenrieth schrak zusammen, der Ton, in dem sie i as Wort „frei!" gesprochen, erschreckte ihn, so leidenschaftlich klang es. Er b'lickte rasch auf Renata, ir hoffte in ihrem Gesicht eine Erklärung zu lesen, [ber sie saß unbewegt da und fchaute in die Glut I tos Kamins.
Plötzlich fiel ihm auf, daß etwas Fremdes in hren Zügen war, eine Spur von üherstandener Erschütterung, eine Leidensspur, etwas, das er früher nie darin bemerkt. War es das schwere Er- I tebnis, das hinter ihr lag, der Verlust des Vaters?
Heber sein Herz ging eine Ahnung hin, daß es mehr var als dies.
Die Scheite sanken zusammen. Es war dunkel in ^r Halle geworden. Die Oberstin verabschiedete sich.
Da zur Zeit keine anderen Gäste in der „Casa °ossa" waren, ergab es sich von selbst, daß für
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Die Abschwächung des gelben Mondlichts und die tiefe Stellung am Abendhimmel im Hochsommer sind der Beobachtung sehr günstig. Man beginne aber mit der Betrachtung nicht erst bei Vollmond, sondern bereits einige Tage nach Neumond, also Anfang Juli, wenn sich im Westen die schmale Mondsichel zeigt. Es ist dann von besonderem Reiz, von Abend zu Abend das Wandern der Licht- und Schattengrenze auf dem Monde mit Hilfe eines Fernrohres oder Fernglases zu verfolgen. Die Mondlandschaften in der Nähe der Lichtgrenze, wo die Sonne gerade aufgeht, erscheinen durch den starken Schattenwurf der Gebirge und Ringwälle besonders plastisch. Am 4. Juli tritt der Mond in das erste Viertel, die Lichtgrenze halbiert die Mondscheibe und durchschneidet den Gebirgszug der Apenninen* auf der nördlichen Mondhalbkugel. Schon im Fernglas sieht man, wie einzelne Bergspitzen links von der Lichtgrenze aus dem Schwarzdunkel aufleuchten. Die Gipfel werden bereits von den Strahlen der aufgehenden Sonne getroffen, während^hre tiefere Um- gebung noch im Dunkel der Nächtigt. Aehnliche
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Roman von Hans von Hmsen.
Copyright by Promecheus-Verlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell.
reichen, hochmotorisierten Lande, nämlich jener Flüssigkeit des Verkehrs, die das sogenannte zügige Fahren verlangt, geschieht schon bis zu einem gewissen Grade Genüge, wenn man seine Vorfahrt nicht erzwingt. Vorfahrt heißt nicht Vorfahrtpflicht, und es ist immer der Klügere, der nachgibt.
Und ein zweites: Die Verkehrsvorschriften besagen, daß derjenige, der im Kraftverkehr überholt wird, während des Ueberholttverdens, nun nicht seinerseits noch feste „auf die Tube drücken" soll. Das heißt mit anderen Worten, er soll das lieber« holtwerden nicht durch Mehrgas erschweren. Aber wer vernünftig ist, der tut ein Uebriges und nimmt das Gas teilweise oder gar ganz für einen Augenblick weg! Die Praxis zeigt immer wieder, daß damit beiden Teilen aufs Beste gedient ist und daß nun beide freie und nsikolofe Fahrt haben.
Und endlich: wem die mit fo fürchterlichen Zahlen belegte Tatsache noch nicht genügt, daß der Verkehrsteilnehmer mit Rücksichtslosigkeit oder Leichtfertigkeit viel schneller auf den Operationstisch oder gar ins Grab kommt als ans Ziel, der sollte sich sagen, daß wir alle seit v Jahren an den großen Erfolgen und Segnungen des nationalsozialistischen Staates teilnehmen und daß wir infolgedessen zum mindesten erhebliche Dankverpflichtungen haben. Nicht zuletzt dort, wo die Volksgemeinschaft als Derkehrsgemeinschaft auftritt!
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und großes Orchester." Ottenrieth sagte es langsam, jedes Wort wägend und betonend, ihm war, als trennte er sich mit jedem Wort von einem ihm seit langem lieben Geheimnis, das bisher nur zwei Menschen geteilt hatten: er und Renata.
„Aha! Sehr interessant! Schr interessant! Das wird natürlich überraschen, ich stelle mir schon das Aufsehen vor, das eine Notiz darüber machen wird!"
„Warum eigentlich, Herr Armbruster?" fragte Ottenrieth. „Sie wissen — oder vielleicht wissen Sie es nicht —, daß ich ja ursprünglich von der Konzert» musik ausgegangen bin, es gibt eine Anzahl von Klavier- und Violinkonzerten von Mir, um die sich leider niemand gekümmert hat, auch in den Korrespondenzmappen der Firma Armbruster haben sie, wenn ich mich recht erinnere, ihre Spuren in Gestalt von Ablehnungen hinterlassen. Aber das war wohl vor Ihrer Zeit."'
„Das muß ganz bestimmt vor meiner Zeit gerne jen sein! Andernfalls —"
„Andernfalls hätten sich die Ablehnungen natürlich in lauter Annahmen verwandelt", lachte Ottenrieth: „Sie find sehr freundlich, Herr Armbruster, und ich glaube Ihnen aufs Wort."
„Das können Sie getrost tun", mischte sich Renata ins Gespräch. Sie spürte das Bedürfnis, Fritz ein wenig zu Hilfe zu kommen, da er ihr immerfort leid tat. „Mein alter Freund Armbruster hat eine außerordentlich gute Nase, man kann seinem Urteil ruhig vertrauen. Ich glaube, Frau Armhruster unternimmt nichts, was er nicht unter dem Gesichtspunkt der Qualität gebilligt hat."
Ahnungsloser Engel, dachte Armbruster, aber er begriff natürlich, daß sie ihm helfen wollte, und das war ja nett von ihr.
„Und da sind Sie nun, sozusagen, zu Ihrer alten Liebe zurückgekehrt?" fragte er.
„So ist es. Nachdem ich mich durch gewinn- bringende Beschäftigung — drückt sich der Steuerzettel nicht so aus? — auf Anderem Gebiet dazu in den Stand gesetzt habe. Wir wollen nun sehen, ob es sich diesmal erzwingen läßt."
„Woran ich nicht zweifle. Es ist ein großes Werk?"
„Ein abendfüllendes Werk", erwiderte Ottenrieth, „dessen Ausführung, wie ich glaube, erhebliche Anforderungen stellt, sowohl an die Ausführenden als auch an die Hörer. Ich habe es den Leuten", fügte er lächelnd hinzu, „nun zweimal leicht gemacht, so daß ich es ihnen beim dritten Male vielleicht etwas schwerer machen darf!"
(Fortsetzung folgt!)
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