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Deutsches Bekenntnis zum Kteingarten

Die Liebe zum Kleingarten ist ein typischer Cha­rakterzug des Deutschen. Diese Tatsache Ist dem Fremden ebenso unbegreiflich wie öc'm volksdeut­schen Menschen selbstverständlich. In dem Urteil über den Kleingarten scheiden sich ganze Welten! Ein Vertreter des liberalistisch-marxistischen Systems erblickt in der Tätigkeit des Kleingärtners nur einen bloßen Zeitvertreib oder bestenfalls eine Arbeit wie jede ander auch. Wer sich zu der nationalsozialisti­schen Weltanschauung bekennt, der weiß, daß der Kleingärtner nicht aus einem platten Materialis­mus heraus sein Gärtchen bestellt, sondern daß er dies tut, weil er sich als Deutscher seinem innersten Wesen nach mit dem Boden verbunden fühlt.

Dieser einem Nicht-Deutschen unerklärlichen Liebe zum Kleingarten bleibt der Deutsche, wie unzählige Auslandsberichte unterstreichen, sogar außerhalb sei­ner Heimat treu. Als Gewährsmann sei nur der amerikanische Ingenieur Taylor genannt, der als Erfinder der nach ihm bezeichnetenwissenschaft­lichen" Betri^bsführung bekannt ift Dieser Mr. Taylor sah einen deutschen Einwanderer in den USA. nach Feierabend in seinem Gärtchen arbeiten. Der Amerikaner folgerte hieraus, daß dieser Deutsche nicht richtig ausgelastet sei, weil er noch über die Kraft verfüge, nach seiner beruflichen Tätigkeit in seinem Garten zu arbeiten. Dieser Deutsche entziehe einen Teil seiner Arbeitskraft seinem Unternehmer. Wenn das Gegenteil der Fall wäre, dann würde nämlich so kalkulierte Mr. Taylor dieser Deutsche zu erschöpft und zu ausgepumpt sein, um noch einen Handschlag zu verrichten.

Mit dieser Einstellung wird der Mensch als ein technisches Arbeitsmittel gewertet, das man durch ein anderes ersetzt, wenn es seinen Dienst getan

hat und verbraucht ist. Selten hat sich der bolsche­wistische Wahnsinn so ^deutlich offenbart wie in dieser Geisteshaltung. Sie kennzeichnet auch den eigentlichen Inhalt einer Wirtschaftslehre, die be­hauptet, daß das private Erwerbsstreben des ein­zelnen die Triebfeder alles menschlichen Handelns sei. Es ist das Verdienst Adolf Hitlers, hier aufgez'eigt zu haben, daß nicht der Eigennutz, son­der der Gemeinnutz der Maßstab dessen ist, was unserem Volk frommt und ihm schadet. Das Gesamtwohl verlangt eine Förderung der Klein­gärten.

Diesem Zwecke dienen die Bestimmungen über die Gewährung unverzinslicher Reichs­darlehen zur Förderung des Kleingartenbaues, die jetzt vom Reichs- und Preußischen Arbeitsmini­ster erlassen wurden. Diese Bestimmungen gehen von dem Gedanken aus, daß nächst der Kleinsied­lung das Kleingartenwesen das wirksamste Mittel ist, der Verstädterung des deutschen Volkes entgegenzuarbeiten. Der Kleingartey ist eine n o t - wendigeLebensgrundlagefürdie in einer Mietwohnung lebenden, erbgesunden, schaffenden deutschen Menschen. Er bietet Entspannung von der Berufsarbeit, läßt die Kinder in Licht und Sonne gesund heranwachsen und liefert in dem Wirtschaftsertrag einen nicht unwichtigen Teil zur Eigenversorgung der Familien und damit zur Er­gänzung ihres Einkommens. Hiernach ist also der Sinn der Förderung der Kleingärten im wesent­lichen die Hebung der Volksgesundheit und die Sicherung eines erbgesunden Nachwuchses, ein« Zielsetzung, die ebenso ver­nünftig wie für den Nationalso.zialismus kennzeich­nend ist.

Folgen der Franco-Offensive.*

Daß rotspanische Flüchtlinge, darunter eine ganze rotspanische Division, die fran­zösische Pyrenäengrenze bei Bagnie de Luchon, Pnigcherds und Cauterets überschritten haben und entwaffnet wurden, zeigt, daß vielleicht der letzte Akt des spanischen Dramas begonnen hat. Frankreich gerät in eine schwierige Lage, denn die Flüchtlingsströme sind so gewaltig, daß die füd- sranmsische Bevölkerung diese Emigranten nicht zu oeyerbergen vermag und die administrative Organisation Frankreichs nicht ein geregeltes Strombett von heute auf morgen schaffen kann. Es wächst die Gefahr für Frankreich, in den spa­nischen Strudel hineingezogen zu werden. Die Sitzung des Londoner Nichteinmischungsaus­schusses am Donnerstag zeigte keinen Weg, der aus dieser Gefahr herausführte. Man beschloß dort nur, die einzelnen Regierungen über die Ziffer der zurückzuziehenden Freiwilligen zu befragen, man sprach französischerseits von der Seekontrolle und vergaß darüber vollständig, daß die Kontrolle der Pyrenäengrenze doch zunächst erfolgen müßte. Denn ob Frankreich seine Nichteinmischungs­verpflichtung tatsächlich einhält, ist bei der Gesin­nung der Volksfrontregierung und den Enthüllun- gen der französischen Rechtspresse billig zu be­zweifeln.

Der Stoß, der das Moskowitertum in Barcelona demoralisiert, ist überraschend gekommen, nachdem der Winter einen Stellungskrieg der National­spanier erzwang. Rückblickend kann man feststellen, daß die Einnahme von Teruel vor einem Vierteljahr nicht den Anfang eines Triumphzuges der .moskowittfchen Waffen, sondern den Beginn des Endes der roten Herrlichkeit bedeutete. Teruel wurde wiedergenommen, und die Roten, die hier ihre besten Divisionen und eine Unmenge Krieas- materiai aüfgehäust hatten, verbluteten. Durch die Kämpfe zwischen Teruel und Montalban sind die roten Horden systematisch zermürbt roorden. Als das geschehen war, begann die eigentliche Offensive des Generals Franco. Am 10. März stieß er gegen Belchite vor, nahm A l k a n i z, darauf (t a s p e und Valdeogorso.

Während hier die Roten Truppen auf Truppen massierten, um einen Durchbruch zum Meer zu verhüten, führte General Franco den zweiten Schlag. Um den Vorstoß bei Belchite abzufangen, batte nämlich der Generalstab von Barcelona die Truppen, die er nördlich des Ebro gegen eine er­wartete Offensive Francos aufgebaut hatte, nach Belchite geworfen. Dadurch war dort die Front geschwächt. So gelang es nach hefttgen Kämpfen, am 22. März die roten Linien bei Huesca auf­zurollen. Am Mittwoch durchstieß die Valino-Divi- sion die rote Linie östlich Caspe, und nach den letzten Meldungen stehen die Nationalspanier bereits vor L e r i d a , das von zwei Seiten umschlossen wurde. Zwischen den Städten Fraga und Bar­tz astro, die von den Truppen Francos genom­men wurden, befand sich die Oeffnung eines Sackes, der sich westlich bis Tardienta zurückftulpte. In diesem gebirgigen Gebiet waren noch rote Trup­pen, die abgeschnürt wurden und sich wohl ergeben haben dürften, soweit sie nicht durch die Sacköffnung bei Lerida entschlüpften. Die Offensive Francos ist noch nicht beendet, aber die rote Flucht nach Frank­reich zeigt bereits, wie diese strategische Planung wirkt.

Lerida umklammert.

Franco will die Stadt schonen.

Saragossa, 2. April. (DNB. Fünkspr.) Nach dem nationalspanischen Heeresbericht von der Ara- gon-Front besetzten die südlich des Ebro operierenden nationalen Truppen die Orte M o n r o y o und Torrearcas an der Hauptstraße Alcaniz Morella und zwei wichtige Bergstellungen. Ein feindlicher Gegenangriff wurde mit starken Verlusten für die Gegner abgesch la gen. Etwas weiter nördlich besetzten die Legionäre Valder- robes und weiter auf Tortosa zu Lledo und Arnes im Algastal. Um Lerida herum nahmen die Na­tionalen alle Positionen, die die Stadt von Süden jmb Osten beherrschen. Der Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers weiß mitzuteilen, daß General Franco den Befehl gegeben habe, die Stadt unbedingt zu schonen.

Der Berichterstatter unterhielt sich in Alcaniz mit 10 0 Gefangen en der internationalen Brigade, die einen ausgehungerten und herunter­gekommenen Eindruck machten. Die Gefangenen, sämtlich Engländer, sagten übereinstimmend aus, daß sie von der Volksfront Arbeitsver­träge nach Spanien erhalten hätten, wo sie, kaum angefommen, an b i e Front geschickt wurden. Als Löhnung hätten sie täglich 10 Peseten erhalten. Für 100 Peseten -erhalte man aber bei der Ein­

wechslung erst einen halben Schilling. Im Ab­schnitt Valderrabres (Südaragon) liefen 480 Angehörige der 15. internationalenBrigade", die aus Engländern, Franzosen und Tschechen besteht, zu den Nationalen über. Sie erklärten, sie könnten den verlorenen Krieg nicht mehr, länger aushalten. Die bolschewistische Kriegsführung fei völlig plan- und ziellos. Jegliche Organi­sation ober Disziplin fehle und die Behandlung und Verpflegung der Mannschaften sei denkbar schlecht. Sämtliche Ueberläufer wurden in Sara­gossa in Säuberungsquartieren untergebracht und ordentlich verpflegt, sie äußerten ihr Er­staunen über den Uebersluß an Lebensmitteln und die Ordnung im nationalen Hinterland.

Was wird mit den rotspanischen Mchtüngen?

Paris, 2. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenblätter stellten Betrachtungen darüber an, was aus den auf französisches Gebiet übertretenden rotspanischen Flücht- linaen werden soll. Die Presse ist fast einig in der Ansicht, daß Frankreich mit Ausländern übersättigt sei und einen neuen Zuwachs von vielleicht 100 000 Sowjetspaniern unmöglich vertragen könne.Journal" will wissen, daß der rotspanische Vertreter in Paris den sofor­tigen Rücktransport der übergetretenen Milizen nach Rotspanien verlangt habe und sich bereiterklärte, die entstehenden Kosten zu tragen. Im französischen Außenministerium habe man aller­dings erklärt, von dieser Forderung noch keine Kenntnis zu haben, doch habe Havas kurz darauf die begonnene Rückbeförderung gemeldet. Das Blatt fragt, ob es sich hierbei vielleicht'um eine Folge der vom Internationalen Ausschuß am Freitag gefaßten Beschlüsse handelte. Die radikal­sozialeEre Nouvelle^ fordert die unverzüg­liche Abschiebung der unerwünschten Ausländer, da sie in ihrer großen Mehrheit feine produktiven Elemente seien. Sie pflegten gewöhnlichnur an der Oberfläche ,zu leben" und würden so zu einer erheblichen Er­schwerung her innerfranzösischen Lage beitragen.

Die Sudetendeuischen fordern volle Seibffverwallung.

Sudetendeutsche Abgeordnete von Hodza empfangen.

Prag, 1. April. (DNB.) Ministerpräsident Hodza empfing den Klub-Vorsitzenden, Abgeord­neten Ernst -Kundt, sowie die stellvertretenden Vorsitzenden, Abgeordneten Wolfgang Richter und Senator Anton P f r o g n e r, von der Sudeten- deutschen Partei und der Karpathobeutschen Partei.

Am Donnerstag/ dem 31. März, wurde in Leitmeritz d i e letzte grpße Kund­gebung der Su^detendeutschen Partei vor dem allgemeinen behördlichen Dersamm - lungsoerbot abgehalten, auf der der Stell­vertreter Konrad Henleins, Abgeordneter Frank, an Stelle des angekündigten Minderheitenrechts das dem Sudetendeutschtum vorenthaltene Volks - gruppen - und Nationalitätenrecht forderte. Nur durch die Gewährung der vollen Selbstverwaltung an alle schwer benach­teiligten Nationalitäten könne der Friede in Europa gerettet werden. Weiter protestierte Frank schar ; gegen das Dersammlungsverbot, das wiederum be­weise, zu welch undemokratischen Maß­nahmen man auf tschechischer Seite schreite, um dem Deutschtum im Staate das freie Wort zu nehmen.

Abänderungsbesiininiungen für den Verkauf von Heliumgas.

Washington, 1. April. (DNB.) Der amerika­nische Innenminister hat mit Zustimmung Roose­velts die vom 10. März datierten Abänderungen zu den Bestimmungen veröffentlicht, die a u : Grund d e s Helium-Gesetzes für den Ver- kauf von Heliumgas an inländische oder auslän­dische Käufer am 14. Januar 1938 erlassen worden waren. Erstens muß bei Stellung eines Antrages eine Kaution zur Sicherung der Innehaltung aller Bestimmungen hinterlegt werden. Zweitens muß sich der Käufer zu jeder Zeit eine Unter- suchung seiner L u f t s ch i f f a n l a g e n und feiner Luftschiffe gefallen lassen. Drittens hat der Innenminister das Recht, jede weitere Lieferung von Helium ein zustellen und die in

Amerika in Dollar hinterlegte Kaution für ver­alten zu erklären, falls er die Ueberzeugung ge­rn innt, daß das amerikanische Helium zu mili­tärischen Zwecken benutzt wird oder die Ver­kaufsbedingungen in sonst irgendeinem Punkt nicht genau innegehalten worden sind. Die praktische Auswirkung dieser Ausführungs- beftimmungen auf den zwischenstaatlichen Lustschiff­verkehr bleibt abzuwarten.

Oie neuen Großkampfschiffe.

Anwendung der Gleitklausel. Frankreich hält an der Beschränkung fest.

London, I.Apkil. (DNB.) Am Freitagabend wurde in London, Washington und Paris ein Notenaustausch zwischen Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Frank­reich veröffentlicht, in dem diese Regierungen ein­ander von der Anwendung der Gleitklau- e l des Londoner Flottenoertrages von 1936, so­weit die Großkampfschiffe betroffen sind, Mitteilung machen. England und die Ber­einigten Staaten heben hiernach die ein- chlägigen Bestimmungen über die Beschränkungen ür die Tonnage und die Bestückung der Schlachtschiffe auf, während Frankreich erklärt, daß es sich weiter an die qualitativen Bo- chränkungen halten wird, solange diese Beschrän-

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kungen von allen europäischen Mächten innegehalten werden.

In der Note der englischen Regierung heißt es: Die Gründe für die oben vorgeschlagene Ab­weichung bestehen in den Berichten, welche die bri­tische Regierung erhalten hat, und die dahin gehen, daß Japan den Bau von Großkampfschiffen einer Tonnage unternimmt oder genehmigt hat, die sich nicht in Uebereinftimmung mit den Begrenzungen und Einschränkungen des Vertrages befindet. Die Note der Vereinigten Staaten stimmt mit der Note der britischen Regierung fast wörtlich überein. Die Note der franzö fischen Regie­rung bestätigt den Eingang der britischen bzw. amerikanischen Note und fährt dann u. a. fort: Die französische Regierung wünscht festzustellen, daß trotz der Aufkündigungen, zu denen die britische unb amerikanische Regierung schreiten werden, sie fort fahren wird, insoweit, als sie selbst betroffen ist, in ihren Flottenbauten d i e qualitativen Beschränkungen einzu- tz a l t e n, die der Londoner Vertrag festgesetzt hat, solange, als keine andere kontinentale Macht ihrerseits von ihnen abweicht.

Zu dem Notenaustausch schreibt der Marinekorre­spondent von Preß Association, der Bau von größeren Schlachtschiffen könne jetzt nicht mehr länger aufgeschoben werden. Es sei ziemlich sicher, daß die Größe der neuen Schlacht­schiffe 40 0 00 Tonnen überschreiten werde. Bei den jetzt folgenden Besprechungen über die Tonnagehöhe feien die Regierungen durch den Flottenoertrag gehalten, möglichst ein Abkommen zu erzielen, durch das das Maß der Erhöhung auf ein Minimum beschränkt werde. Auch Reuter weist auf die im Flottenoertrag von London enthaltene Verpflichtung hin, wonach die Tonnage nicht stärker erhöht werden darf, als es die neuen Umstände gerechtfertigt erscheinen lassen würden. Ein wichtiger Unterschied zwischen der bri­tischen und der amerikanischen Note bestehe darin, daß Großbritannien sich darauf beschränke, die Gleitklausel nur auf bie Tonnage anzuwen­den, während die Vereinigten Staaten sich das Recht oorbehielten, größere Kaliber zu verwenden.

Die japanische Regierung hat ihr Be­fremden darüber ausgedrückt, daß die Maßnahmen Englands und Amerikas mit Gerüchten über an­geblich geheime Baupläne Japans zu be­gründen versucht würden. Es wird erklärt, Japan werde auch künftig alle Rüstungsmaßnahmen mit Rücksicht auf die Sicherheit des Landes treffen und deshalb zu Gegenmaßnahmen gezwungen fein, falls Amerika feine Tonnage in einem Ausmaß vergrößere, das über die rein d e - fenfiuen Bedürfnisse hinausginge. Japan behalte sich ausdrücklich volle Rüstungsfreiheit im Rahmen seiner Sicherheit vor.

Die japanischen Truppen haben den Großen Kanal überschritten.

Peking, 2. April. (DNB. Funkspruch.) Der japanische militärische Sprecher teilte der Presse zur Erläuterung der militärischen Lage in der Provinz S ch a n t u n g mit, daß die japanischen Truppen am Donnerstag ihre Stützpunkte auf das ganze Nordufer des Großen Kanals von han- schuang bis östlich von Taierschuang ausge­dehnt und den Kanal überschritten hätten.

SO jähriges Mlitärjubiläum des Generals von der Schulenburg.

Berlin, 2. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Ge­neralmajor a. D. G r a f v. d. Sch ulen bürg, anläßlich des 50jährigen Gedenktages feines D i e n ft e i n t r i 11 s in das alte Heer den Charakter als General der Kavallerie verliehen.

Der so geehrte höchst verdienstvolle General ist. 1865 auf einem mecklenburgischen Gut feiner Fami­lie geboren. Er wurde 1890 Offizier im Regiment Gardes du Korps, 1899 in das 2. Garde-Dragoner- Regiment versetzt und 1901 Militärattache in London. Dort hat er sich durch außerordentlich diplomatischen Takt eine ungewöhnlich starke Stel­lung geschaffen und gehörte zu den wenigen, die die große Weltkatastrophe jahrelang vorausgesehen haben. Er wurde dailn Kommandeur des Regi­ments Gardes dy Koipp uyh Flügeladjutkmt des

Kaisers. Im Kriege war er Chef des Stabes des Gardekorps und der sechsten Armee und seit No­vember 1916 bis zum Zusammenbruch Chef des Stabes der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Als solcher hat er bei der denkwür­digen Beratung im Kaiserlichen Hauptquartier zu Spa am 9. November 1918 die Ansicht vertreten, daß der Kaiser sich noch auf das Heer verlassen könne.

Oer Führer ehttausscheideudeGenerale der Lustwaffe.

Berlin, 31. Mürz. (DNB.) Im Zuge der Neu- Organisation der Luftwaffe schieden mit dem 31. März 1938, wie schon berichtet, außer dem Kom­mandierenden General und Befehlshaber im Luft­kreis 2, General der Flieger Kaupisch, fünf Ge­nerale der Luftwaffe aus dem aktiven Wehrdienst aus. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den scheidenden Generalen Dank­schreiben und sein Bild mit Unterschrift zukommen lassen. Den Kommandierenden Generalen wurde die Uniform von Kampfgeschwadern ihres Befehls­bereichs verliehen. Dem General der Flieger Halm, bisher Kommandierender General im Luftkreis 4, die Uniform des Kampfgeschwaders Nr. 254, dem General der Flieger W a ch e n f e l d, bisher General der Luftwaffe beim Oberbefehls­haber des Heeres und vordem Kommandierender General und Befehlshaber im Luftkreis 3, die Uni­form des Kampfgeschwaders General Wever Nr. 253. Generalleutnant Karle wski, bisher Komman­deur der Lufttechnischen Akademie, und Generalleut­nant Wilberg, bisher Kommandeur der höhe­ren Luftwaffenschule, erhielten den ^Charakter als General der Flieger.

Oie Reichspost im Zeichen der Volksabstimmung.

Die Reichspost stellt vom 1. April ab ihre ganze Stempelwerbung in den Dienst der Volksabstim­mung. Die Millionen Postsendungen, die täglich aus­gehen, werden diesen Ausruf tragen. (Scherl-M.)

Aus aller Welt.

Erste Grohdeuliche Sludenlenführerlagung in Stuttgart.

In Stuttgart eröffnete Reichsstudentenführer Dr. Scheel die erste Großdeutsche Stuben» tenführertaguna. Mit Stolz konnte der Reichsstudentenführer feststellen, Üaß die Studen.en in Deutsch-Oesterreich all die schweren Jahre hin­durch in der vordersten Front des Nationalsozialis­mus gestanden hätten, und daß das österreichische Stubententum als Kreis 8 ber beutschen Stubenten- schaft trotz ber von bem Dollfuß-System 1933 er­zwungenen Trennung in Wirklichkeit immer mit bem Stubententum im Reich vereint gewesen sei. Sodann berief der Reichsstubentenführer den Pg. Dr. Freisleben zum Bereichsführer für Oester­reich unb acht weitere Stubentenbunbmänner zu Studentenführern beutsch-österreichischer Hochschulen.

Prämienziehung der Reichswinlerhilselotterie.

In München fanb bie öffentliche Prämien» Ziehung der 5. Reichswinterhilfelot­terie statt, deren Lose bereits in 58 Tagen, vor­gesehen waren 90 Tage, verkauft waren. Als erste Prämie wurde auf die Prämienscheine sämtlicher Serien eine Sonderprämie zu 20 000 Mark ausgc» lost. Sie fiel auf die Nummer 310 556 ber Se­rie 16. Anschließenb würben für jebe der 16 Serien je eine Prämie von 1000 Mark, je eine zu 250 Mark unb je 40 Prämien zu je 100 Mark, zusam­men also 673 Prämien im Gesamtwert von 104 000 Mark verlost. Die Ziehungsliste erscheint am 4. April. Sie ist bei ben Losoerkaufsstellen, Lotterie- einnahmen usw. zum Preis von 5 Pf. zu haben.

Vierfacher Frauenmörder zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht in Stabe verurteilte ben, Frauenmörder Körnig wegen Morbes in vier Fällen unb brei Fällen ber Notzucht zum Tode. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Le­benszeit aberkannt.

Wetterbericht

Die erneut auflebende Störungstätigkeit, die vom nördlichen Atlantik ausgeht, verursacht über ganz Nordeuropa starken Druckfall. Dadurch wird das westliche Hochbrnckgebiet, unter dessen Einfluß wir in den letzten Tagen heiteres und trockenes Wetter hatten, nach Süden zurückgedrängt. Von Nord­westen her wird wieder stärkere Unbeständigkeit mit Niederschlägen Platz greifen. Doch werden die maritimen Luftmassen uns noch weiterhin milde Temperaturen bringen.

Aussichten für Sonntag: Wieder starke Bewölkungszunahme und zeitweise Regenfälle, be­sonders im Norden des Gebirges, bei lebhaften westlichen Winden mild.

Aussichten für Montag: Zunehmende Uebeständigkeit, zeitweise etwas kühler.

Lufttemperaturen am 1. April: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 10,7 Grad; am 2. April: morgens 9,6 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum heute nacht 9,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Avril: abends 10,5 Grad; am 2. April: morgens 9,2 Grad. Sonnenscheindauer 3,4 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Biiber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs­preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.