ausbeuten konnten, und gleichzeitig so viele wertvolle deutsche Menschen durch ihre üblen Geschäftspraktiken aus Brot und Beruf verdrängten. Wir haben es nicht zu verantworten, wenn Z e h n t a u - sende von Volksgenossen in Oe st erreich in menschenunwürdigen Baracken leben. Das alles ist das Werk der allerchristlichsten Negierung in Oesterreich.
geht wird nur gearbeitet.
Wir haben nur gutzumachen, was sie zugrundegerichtet hat. Es muß noch vieles für dieses Land und feine Menschen geschehen; die Wirtschaft steht erst am Beginn eines großen Aufbaues, der Lebensstandard des Arbeiters ist noch nicht in Ordnung, die Preise müssen vielfach noch zurückge« schraubt werden. Die Gegensätze zwischen der Kirche und jenem Volksteil, der so schwer in der Vergan- Senheit zu leiden hatte, bedürfen der endgültigen eberbrückung. Eine Unzahl von Juden sind noch zu viel da.
Dir haben alle Hände voll zu tun. Aber es wird nicht gestreikt, es wird nicht demonstriert, es werden keine Häuser in die Luft gesprengt, es wird nur gearbeitet und noch einmal gearbeitet. Das sind alles Tatsachen, die man auch mit den geschicktesten Lügen nicht aus der Welt zu schaffen vermag. Das Land sieht heute schon anders aus, und mit dem Tag, da meine Aufgabe gelöst fein muß, wird das Menschenmöglichste zu seinem Aufbau geschehen sein. Jedenfalls wird dann ein Jahr nationalsozialistischer Aufbau genügen, um 18 Jahre
Genfer Methode zu widerlegen."
Der Gauleiter befaßte sich hierauf mit einem Problem, das ihm in der Ostmark besonders am Herzen liegt, mit der Haltung gegenüber dem Arbeiter: „Wenn der Arbeiter der Ostmark von früheren elenden und gewissenlosen Volksfeinden in die marxistische Front gehetzt worden war, so gehen wir jetzt nicht den Weg der Vernichtung, sondern jenen der Erziehung. Wir wollen ihn gewinnen, ihm sein Recht geben, um uns auf ihn in allen Zeiten verlassen zu können. Unser Arbeiter will nichts anderes sein, als ein Gleichberechtigter in seinem Volke. Wenn daher einige Auslandszeitungen das deutsche Volk besudeln, dabei' aber glauben, die Interessen des deutschen Arbeiters zu'verteidigen, so muß ihnen gesagt werden: wer das deutsche Volk besudelt, besudelt den Arbeiter, vor allem, weil dieser den Großteil des Volkes ausmacht. Und wer den Arbeiter von uns trennen möchte, beleidigt dessen deutsche Ehre. Dieser Arbeiter gehört nur uns und sonst niemand. Und wo er sich als Deutscher fühlt, aber noch nicht unserer Weltanschauung ist, da wird er nicht terrorisiert, sondern da werden unsere Leistungen für die Gesamtheit ihn überzeugen von der Richtigkeit unseres Glau- bens. Wir werden weder ihn erschießen, noch wird er streiken, sondern im Gegenteil werden wir uns auf den Weg machen, um das ganze Volk immer mehr zu finde n."
Einen weiteren Punkt der Auslandshetze über Oesterreich griff der Gauleiter auf: die angebliche „sinnlose Derfolgungswelle" gegen die Juden. „Man täte gut daran", so rief er aus, „zu schreiben von einer Verfolgungswelle der Juden in der Welt gegen alles, was deutsch ist. Wir sind großzügig genug, uns für die Vergehen, die andere in gewissen Staaten zur Zeit begehen und die die Juden in Wien begangen haben, nicht zu rächen. Das ist uns aber Grund genug, erst recht die Judenfraae gründlich zu lösen. Wir werden sie aber so lösen, wie es einem völkischen Rechtsstaat geziemt."
Kirche, Schule und Staat.
Auch zur Kirchenfraae — ebenfalls ein beliebtes Thema der Auslandsverdächtigungen über Oesterreich — nahm der Gauleiter Stellung. Er erklärte: „Wo die Kirchenfrage eine religiöse Frage ist, gibt es überhaupt keine Diskussion, weil es keine wahre Religion gibt, die sich anmaßen könnte, das Volk als den Willensausdruck des Schöpfers zu bestreiten. Wer diesem Werk des Schöpfers, das Volk heißt, dient, verrichtet einen Gottesdienst, weil eben die Vorsehung das Volk erhalten haben will. Sonst hätte sie'ja das Volk nicht au erschaffen brauchen. Nur wer uns an diesem Volks di. en st hindern will, be- geg'net unserem Widerstand, auch wenn mir dabei mit dem politischen Machtwillen einer Konfession Zusammenstößen.
Und wenn im Besonderen in diesem Zusammenhang heute unser Anspruch auf die Schule bekämpft wird, so stellen mir fest: Wir haben für die Erhaltung unserer Nation im Diesseits zu sorgen. Das ist nur möglich, wenn die Sorge eine totale sein kann: dazu gehört vor allem die Sorge um die Jugend. Die Jugend aber wird in der Schule auf den Kampf um das eigene Volk vorbereitet. Daher gehört auch die schule dem für die eigene Zukunft verantwortlichen Staat. Das allerdings schließt nicht aus, daß die Kirche diese gleiche Jugend religiös betreuen kann. Wenn die Kirche als Helfer bei der völkischen Erziehung der Jugend dem Staat zur Seite tritt, so kann der Staat das nur begrüßen. Besitzer aber ist der Staat, Helfer kann die Kirche sein. Diese Ordnung gerecht herzu- stellen, ist unser Bestreben in der Ostmark.
Zum Schluß seiner Rede faßte Gauleiter Bürk- k e l die tragenden Gedanken seiner Ausführungen zusammen:
Die Sprache des Blutes hat in unserer Zeit nach einem Jahrtausend sich Gehör verschafft. Sie ist stärker, als es alle mobilisierten blutfremden Ideen, Dächte, Spekulationen und Systeme je fein können. Alle Deutschen verstehen diese Sprache, und sie bekennen sich zu dem Gesetz, das sie verkündet, und Ost und Dest wollen Künder dieses gewaltigen Geschehens sein. Richt für den Machthunger, nicht für dynastische Belange, nicht für Geld, nicht für Linzelinteressen, nicht für Klassen und Stände, nicht für sremde Mächte stehen wir mit dem eigenen Schicksal gerade, nein, wir alle sind nur einem eingeschworen, und dos ist unser Volk.
Jahrhunderte haben dieses Glück uns verweigert. Und wenn es ein allgewaltiges Mittel gibt, uns dieses Glück zu erhalten, so ist es das, was uns der Führer geschenkt, die .Gemeinschaft aller Deutschen. Und wenn der Führer mit der Heimkehr der Ostmark seine größte Dollzugsmeldung der Geschichte dem Volke gemacht hat, io bedeutet das such nichts anderes, als daß er Deutsche an Deutsche, schmiedete zur unlösbaren Gemeinschaft."
Die Zeiteinteilung für den Reichsparteitag 1938
am
um
Hitler-Platz bringt und um 21 Uhr das große Feuerwerk am Dutzenddeich, vereinigt außerdem die Gau- und Kreispropagandaleiter, das Amt für Agrarpolitik und die Kommission für Wirtschaftspolitik zu ihren Sondertagungen.
Der Sonntag, 11. September, steht im Zeichen der Gliederungen der NSDAP., die um 8 Uhr zum Appell im Luitpoldhain antreten. Um 11.30 Uhr nimmt der traditionelle große Vorbeimarsch der Kämpfer der Bewegung vor dem Führer auf dem Adolf-Hitler-Platz seinen Anfang.
Der letzte Tag des Reichsparteitages 1938, der Montag, 12. September, beginnt uni 8 Uhr mit der ersten Vorführung der Wehrmacht auf der
Proklamation des Führers. Bevor
Abend um 20 Uhr die K u l t u r t a g u n g im Opernhaus beginnt, auf der d>e Nationalpreisträger verkündet werden, wird um 16 Uhr die Ausstel - lung „Europas Schicksalskampf im Oste n" eröffnet. Das „Kraft durch Freud e"- D o l k s f e ft, das bis zum 12. September andauert, nimmt zur gleichen Zeit seinen Beginn.
Der Mittwoch, 7. September, steht im Zeichen des Reichsarbeitsdienstes, der um 10 Uhr auf der Zeppelinwiese zum Appell und zur Feierstunde Aufstellung nimmt. Um 13.30 Uhr beginnt der Marsch des Reichsarbeitsdienstes durch die Stadt. Am Morgen um 8 Uhr wird das Wettkampfschießen der Politischen Leiter abgewickelt. Neben der Fortsetzung des Parteikongresses um 19 Uhr werden am gleichen Tage die folgenden Sonder- tagungen durchgeführt: Tagung des Hauptamtes für Kommunalpolitik und HI.-Führertagung.
Aus dem Programm des Donnerstag, 8. September, ragt der „Tag der Gemeinschaft" der N S. - K a m p f s p i e l e auf der Zeppelinwiese um 15 und um 21 Uhr der Vorbeimarsch des Fackelzuges der Politischen Leiter vor dem Führer am „Deutschen Hof" nach dem Marsch durch die Stadt hervor. Um 11 Uhr wird der Parteikongreß fortgeführt. Zu Sondertagungen vereinigen sich das Hauptorganisations-, Hauptschulungs- und Hauptpersonalamt, das Hauptamt für Volksgesundheit und der NSD.-Studentenbund.
Das Hauptereiqnis vom Freitag. 9. Sept., bildet um 20 Uhr der Apvell der Politischen Leiter auf der Zeppelinwiese. Außerdem wird um 11 Uhr der Parteikongreß fortgesetzt, und um 14.30 Uhr werden Zwischenkämpfe und Entscheidungen der N S. - K a m p f s p i e l e abgewickelt. Folgende Sondertagungen bilden fernerhin das Programm dieses Tages: Arbeitstagung des Reichsrechtsamtes, Tagung des Hauptamtes für Beamte, Tagung der Presfeamtsleiter und Presse-Referenten, der Parteigerichtsoorsitzen- den, der NSKOV. Die Kundgebung' der NS- Frauenschaft beginnt um 16 Uhr in der Kongreßhalle.
Am Samstag, 10. September, beginnt um 9.30 Uhr der Appell der Hitler-Jugend im Stadion. Die 6. Jahrestagung der D A F. in der Kongreßhalle ist für 11.30 Uhr angesetzt. Um 15 Uhr werden die Endkämpfe der N S. - Kampfspiele im Stadion durchgeführt, um 16 Uhr nimmt der Haupttag des „Kraft durch Freude"-Volksfest es seinen Anfang. Der Parteikongreß wird an diesem Tage um 19 Uhr weitergeführt. Dieser Tag, der um 20 11hr ein Großkonzert der HI. auf dem Adolf-
Berlin, 31. Aug. (DNB.) Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz veröffentlicht das folgende P r o g r a m m f ü r den Reichsparteitag 1938:
Der 10. Reichsparteitag der NSDAP., der in den Tagen vom 5. bis 12. September durchgsführt wird, findet
am M o n t a g , um 14.30 Uhr seinen Auftakt mit dem Empfang der Presse im Kultur- vereinshaus durch den Reichspressechef. Von 15.30 Uhr dis 16 Uhr läuten d i e Glocken den Parteitag ein. Um 16 Uhr erfolgt der traditionelle Empfang besFüh»ersim großen Rathaussaal. Der erste Tag wird mit der Festaufführung „Die Meistersinger von Nürnberg" beschlossen, die um 17.30 Uhr im Opernhaus beginnt.
As Dienstag, 6. September, wird um 11.30 Uhr der P a r t e'i k o n g r e ß durch den Stellvertreter des Führers eröffnet. Der Sprecher der NSDAP., Gauleiter Adolf Wagner, verlieft die
SA.-Gmppe Hessen für Nürnberg bereit
Feldzeichen der Reiterstandarte 147 Gießen wird geweiht.
Zeppelinwiese. Die Hauptvorführungen der Wehrmacht finden um 14 Uhr statt und werden mit der Paradeaufstellung der beteiligten Truppenteile und der Meldung aii den Führer eingeleitet. Die Ge- sechtövorführung und der Vorbeimarsch an dem Führer schließen sich an. Abends um 19 Uhr wird der Partei kongreß zu Ende geführt. Das Programm des Abschlußtages, das mit dem Großen Zapfenstreich der Wehrmacht vor dem Führer am „Deutschen Hof" beendet wird, enthält außer- dem die folgenden Sondertagungen: Tagung des Hauptamtes für Technik, des Rasisnpoli- fischen Amtes, der NSD. und der Gau- und Kreis- leitet.
meistens Handwerker der verschiedensten Berufe, Nachrichtenmänner und Schreiber, treffen die Vorbereitungen im Zeltlager Langwasser. Wenn dann die Marschblocks der Gruppe Hessen in der Nacht vom 9. zum 10. September in Nürnberg eintreffen, sind die Zelte in Ordnung, die Befe.hlsstellen eingerichtet und die Verpflegung gesichert. Das Vorkommando ist — wie im Vorjahre — auch gleichzeitig das Nachkommando und verläßt erst am 15. September wieder die Stadt der Reichsparteitage.
Achtung Teilnehmer am Reichsparteitag.
Verfehl euch mif vollgültigen Personalausweisen für Nürnberg t
DNB. Teilnehmer und Besucher des Reichsparteitages, die während ihres Aufenthaltes in Nürnberg Geld- und andere Postsendungen erwarten, wollen sich, wie eine Bekanntmachung des Reichsschatzmeisters der NSDAP, besagt, mit einem Dollgültigen Ausweis versehen. Vollgültige Ausweispapiere find solche von Behörden für bestimmte Personen ausgestellte Papiere, die eine Personenbeschreibung, ein beglaubigtes Lichtbild und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers enthalten, z. B. Postausweiskarten, gültiger Reisepaß.
Parteiausweis, Mitgliedsbuch, SA.-Ausweis usw.
haben nicht den Zweck, als Personalausweis bei . Behörden zu dienen und sind keine Ausweise im Sinne der Postvorschriften. Es ist notwendig, daß jeder Besucher und Teilnehmer am Reichsparteitag ständig einen entsprechenden Ausweis bei sich trägt, feine Person einwandfrei feststellen zu können.
NSG. Der Reichsparteitag 1938, von dem uns nur noch einige Tage trennen, fordert wieder umfangreiche Vorbereitungen von den einzelnen SA.- Gruppen, die in Nürnberg vor ihrem Obersten e>21.= Führer antreten und auf den NS.-Kampfspielen kämpfen werden.
Die Teilnehmer für die Marschblocks der SA.- Gruppe Hessen sind von den Einheiten bestimmt. Wieder ist es eine Auszeichnung für den SA.- Mann, wenn ihm von seinem Sturmführer mitgeteilt wird, daß er am Reichsparteitag teilnehmen darf. Mit rund 3400 SA.-Männern wird unsere SA.-Gruppe in diesem Jahr nach Nürnberg fahren. Das erfordert Vorbereitungen besonderer Art. Da muß exerziert und geübt werden, denn exaktes Marschieren in Zwölferreihen ist-nicht ganz so einfach, wie dies für den Zuschauer immer aussieht. Überprüfung des Dienstanzuges, genaue Unterrichtung des einzelnen Mannes über den Aufmarsch in der Luitpold-Arena und über die Lager- ordnung im Zeltlager Langwasser, an alles muß gedacht werden, und wenn es auch nur der Teilnehmerausweis und der Krankenschein ist, den jeder SA.-Mann in Nürnberg bei sich zu tragen hat. Jeder Teilnehmer muß vor seiner Abreise ärztlich untersucht werden, denn es werden nicht geringe Strapazen von den Männern in Nürnberg verlangt. Dann müssen die notwendigen Sanitätsmänner ein» geteilt werden. Auf jeden der acht Marschblocks der -sA.-Gruppe Hessen kommen zwei Sanitätsführer und 14 Sanitätsmänner, die für das gesundheitliche Wohl ihres Mavschblocks verantwortlich siüb. Vier Sonderzüge sind vargesehen, um auf den Bahnhöfen des Gruppenbereichs die dort versammelten Teilnehmer aufzunehmen. Auch^ diese ordnungsgemäße und reibungslose „Verfrachtung" derartiger Menschenmassen erfordert ein gut Stück Arbeit. Die Musikzüge und Spielmannszüge der Gruppe sind natürlich auch nicht müßig, denn Nürnberg fordert von diesen Männern entsprechende Leistungen.
Die Standarten» und Fahnenkornetts sind wieder, wie immer, auf die kommenden Tage in Nürnberg ausgerichtet worden. Gerade dieser Ehrendienst erfordert besondere Anstrengungen und Disziplin vom letzten Kornett.
Die Reiter standarte 147/Gießen schaut mit besonderem Stolz nach Nürnberg^ Bei der diesjährigen Standartenweihe, die der Führer alljährlich auf der Tribüne des Luitpoldhaines vornimmt, wird auch das Feldzeichen, der Reiter- ft anbarte 147 seine Weihe durch die Blutfahne der Bewegung erhalten.
Ab 1. September beginnt das Vorkommando der SA.-Gruppe Hessen feine wichtige Arbeit im Zeltlager Langwasser. 30 ausgesuchte SA.-Männer,
Da« RS.-Kliegerkorps auf dem Reichsparteitag.
Feldzeichenverleihung an 16 RSFL.-Gruppen.
Berlin, 31. August. (DNB.) Das NS.- Fliege r k o rp s wird in einer Stärke von 3000 Mann an den Veranstaltungen des Reichsparteitages beteiligt sein. Bei dem Appell im Luitpold-Hain werden den NSFK.-Gruppen 16 Feldzeichen verliehen und 104 Sturmfahnen übergeben.
Innerhalb der Vorführung der L u f t w a f f e wird das NSFK. zum erstenmal Kunstflüge von Segelflugzeugen im Verband zeigen. An den NS.-Kampf- fpielen beteiligt sich das NS.-Fliegerkorps mit zwölf Mannschaften und 40 Einzelkämpsen. Die Unterbringung der Wettkämpfer erfolgt in Altdorf, die Teilnehmer am „Tag der Gemeinschaft" werden im SA.-Lager Langwasser untergebracht.
Großartiger Erfolg Deutschlands auf der Internationalen Filmkunstschau. Musiolini-Pokal für den Olympia-Film. — Unsere Produktion mit 2 Pokalen, 4 Medaillen und 2 Kurzfilmpreisen ausgezeichnet.
Venedig, 1. Sept. (D3tB.) Deutschland konnte auf der Internationalen Filmkunst- schau in Venedig, wie der Dkk.-Verichterstatter meldet, einen außerordentlichen Erfolg erringen. Es wurden ihm bei der Breisverteilung zwei Pokale, vier Medaillen und zwei Kurzfilmpreise zugesprochen: Der Olympiafilm Leni Riefen st ahls wurde mit dem Mussolini-Pokal ausgezeichnet: der Film „Heimat" erhielt den Pokal des Ministeriums für nationale Erziehung: der Ufa-Film „Urlaub auf Ehrenwort" erhielt eine Medaille, wobei im Protokoll besonders lobend das ausgezeichnete Thema und dessen Behandlung erwähnt wurde: der Film „Fahrendes Volk" wurde für seine künstlerische Gesamtleistung mit einer Medaille ausgezeichnet; auch „Der M u st e r g a t t e" erhielt wegen der schauspielerischen Leistung Heinz Rüh- manns eine Medaille. — Von den deutschen Dokumentarfilmen wurde der „B i e n e n st a a l" als bester wissenschaftlicher und Lehrfilm mit einem Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Ebenfalls einen Kurz- filmpreis erhielt die Ufa für die beste Wochenschau. Der Ufa-Kulturfilm „Natur u n d T e ch n i k" erhielt für die Gesamtleistung eine Medaille.
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Italien erhielt für den Film „Der Flieger Luciano Terra" ebenfalls den Musiolini- Pokal. Der Verdi-Film wurde mit dem Pokal der Faschistischen Partei ausgezeichnet. Als bester italienischer wissenschaftlicher Film erhielt der Dokumentarfilm „Eine Welt der Wunder" einen Kurzfilmpreis. Ferner wurde auch der Film über die Augustus-Ausstellung mit einem Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Einen Preis für den besten Kurzspielfilm erhielt der Film „P u c c i n i". ..E i n M a n n wurde geraubt" erhielt mit Rücksicht auf die Darstellung eine Medaille. Eine weitere Medaille trug Italien wegen der technischen Leistung des Films „Unter dem Kreuz des Südens" davon. Den Vereinigten Staaten wurde mit Rücksicht auf die besonderen technischen und künstlerischen Eigenschaften, die sich mit den ande- ren Filmen nicht vergleichen lassen, für den farbigen Trickfilm „Schneewittchen und die sie- ben Zwerge" von Walt Disney der Große Kunstpreis der Filmkunstschau zuerkannt. — Frankreich erhielt für den Film „Gefängnis ohne
Gitter" den Pokal des Ministerium: für Volks- kultur, ferner den Pokal des internoiimaleii Preis- richterausschusies für die Auswahl feiner nach De- nebig entsandten Filme. — England: Der Schauspieler Leslie Howard wurde im Film „Pygmalion" mit einem Volpi-Pokal ausgezeichnet. Ein Pokal der Stadt Venedig wurde mit dem Film „Die Trommel" zugesprochen. — Die japanische Filmkunst erhielt für den Kriegsfilm „Die Patrouille" einen Pokal des Mimsteri. ums für Dolkskultur.
Im Anschluß an die Sitzung des Preisrichterausschusses würdigte der Präsident der Reichsfilmkammer, Professor Dr. Lehnich, vor den deutschen Presievertretern die außerordentlichen Erfolge, die Deutschland in diesem Jahre wieder in Venedig erringen konnte. Mit zwei Pokalen, zwei Kurzfilm- pretfen und vier Medaillen marschiert Deutschland wiederum an d e r Sp i tz e. Die höchste Auszeichnung, die die Filmkunstschau zu vergeben hat, wurde Leni Riesenstahls Olympiafilm zuer- könnt. Hierbei ist zu bemerken, daß Deutschland diese hohe Auszeichnung auch vor zwei Jahren für den Trenker-Film „Der Kaiser von Kalifornien" erringen konnte. Aus diesem Ergebnis läßt sich erkennen, daß Deutschland mit seiner Filmkunst weiter an der Spitze marschiert. Die großen Leistungen des deutschen Films werden auch von den anderen Nationen unbestritten anerkannt.
Das Ergebnis der Preisverteilung bei der Internationalen Filmkunstschau in Venedig ist für Deutschland höchst ehrenvoll. Schon in früheren Jahren hat die deutsche Produktion, wie' man sich erinnern wird, sehr erfolgreich abgeschnitten. In diesem Jahre sind unsere Erfolge besonders zahlreich. Deutschland marschiert mit diesem Ergebnis klar an der Spitze der gesamten Weltproduktion. Die Biennale in Venedig gibt uns erwünschte Gelegenheit, unsere Produktion. die künstlerische und technische Entwicklung des deutschen Films, an internationalen Maßstäben und im Vergleich mit der Leistung h,er anderen Kulturländer zu überprüfen. Wir können zufrieden sein; das Ergebnis wurde erzielt vor einem inter« national zusammengesetzten, sehr kritischen Preis- richterkollegium. und man hat im Lause der Vorführungen in Venedig den Eindruck gewonnen, daß auch die andern ihr Bestes hergaben und beachtliche Leistungen aufzuweisen hatten, daß die deutschen Filme also gegen eine scharfe Konkurrenz antreten muhten; daß sie sich dabei mit so entschiedenem und
klarem Erfolge durchgesetzt haben, wird in Deutschland mit berechtigtem Stolze empfunden werden.
Eine besondere Auszeichnung ist dem von Leni Riefenstahl geschaffenen Olympia-Film zuteil geworden. Man wird sich der außerordentlichen Teilnahme, ja der fpontanen Begeisterung entsinnen, mit der das Werk nicht allein in Deutschland, sondern auch allenthalben, wo es im Ausland erschien, ausgenommen worden ist. Wir wissen, daß für kaum einen anderen Film so enorme Vorarbeiten zu leisten und so unendliche Schwierigkeiten zu überwinden waren; das Ergebnis war eine wahrhaft ideale Lösung der künstlerischen, der sportlichen und auch der rein filmtechnischen Probleme, die hier gestellt wurden. Jedermann muß es mit Genugtuung und Stolz erfüllen, daß nun eine deutsche Meisterleistung den Welterfolg und die internationale Anerkennung gefunden hat, die ihr gebühren. Zu den unvergeßlichen Eindrücken gehörte neben dem Olympia-Werk der von Karl Ritter geschaffene Film „Urlaub auf Ehrenwort": auch er hinterließ eine tiefe, ja erschütternde Wirkung; hier war eine ganz und gar aus deutschem Geist'und Wesen hervorgegangene Idee mit den künstlerisch reinsten Mitteln gestaltet, und das Ethos der männlichen Pflichterfüllung und der bedingungslosen Kameradschaft im Großen Kriege ist, wie das Ergebnis der Preisverteilung zeigt, auch außerhalb unserer Grenzen verstanden und von der Welt gewürdigt worden Mit den Filmen „Heimat" (nach Sudermanns berühmtem Schauspiel) und „F a h r e n d e s V o l k" hat der künstlerische Film in Deutschland weiterhin hervorragende Auszeichnungen erfahren; mit dem ^uf/ergatten" mürbe eine schauspielerische Einzelleistung gemurbigt unb, wie seinerzeit mit bem Lustspiel „Wenn wir alle Engel wären" auch eine Schöpfung aus überfprubelnb heiterer Laune in den Kreis der preisgekrönten Filme einbeAoaen Deutschlands Vorrangstellung auf bem Gebiete^dev ?U ?UrJ,rImorbeit murbe ebenfalls bereits bei den früheren Wettbewerben in Venedig anerkannt; wir freuen uns, dies mit der Auszeichnuna ber dokumentarischen Schöpfungen „D e r B i e n e m staat und „Natur und Technik" erneut von einem internationalen Forum bestätigt zu finden.
hth.
Dr. Goebbels beglückwimsckt Leni Riefenstahl.
Reichsnnnister Dr. SoebbeU tz-t der Gestal. Imn d-s Otympiafilms nachstehendes Telegramm gefarfbt: „An-Frau Leni Riesenstahl, zur Zeit Venedig. Zu der ehrenvollen Aufnahme di- Ihr Olympiasilm erfahren hat, spreche ich Ihnen meine herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche aus. Reich-minist-r Dr. Goebbels"


