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Bulgarien erhält seine Wehrsreiheit zurück

Ilichtangriffspakt mit dem Balkanbund unterzeichnet.

Oer Ouce dankt dem Führer.

Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der italienische Re­gierungschef und Marschall des Imperiums, Mus­solini, hat dem Führer und Reichskanz­ler auf sein Glückwunschtelegramm zum Geburts­tage folgendes Antworttelegramm über- sandt: ..

Führer! Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Glück­wünsche zu meinem Geburtstage. Das vergangene Jahr hat mit den denkwürdigen Begegnungen in Berlin und in Rom die F e st i g u n g der Fr e u n d- fchaft zwischen unseren beiden Völ­kern erlebt. Es ist meine Ueberzeugung, daß auf der Linie dieser Achse die Belange unserer beiden Länder sowie der europäische Friede be­gründet liegen. Ich sende Ihnen meine freund- schaftlichsten Grüße und Glückwünsche für den Er- folg Ihrer Tat und für die Zukunft Ihrer Bewegung, die so viel Verwandtes mit der unseren hat.

Mussolini."

Deutsche Ehrung für Henry Ford.

Detroit, 30. Juli. (DRB.) Bei dem großen Bankett zu Ehren von Henry Ford, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, überreichte der deutsche

Oaladierglaubt an -en Frieden

Paris, 31. Juli. (Europapreß.) Bei einem Bankett zu Ehren des Präsidenten Lebrun inAvignon ergriff der französische Ministerpräsident Daladier das Wort, um den Frieden zu preisen und seiner persönlichen Ueberzeugung Ausdruck zu verleihen, daß Europa kein Krieg bevorstände.Selbst in den beängstigendsten Augenblicken", so sagte Daladier, habe ich niemals an die Notwendigkeit eines Kne- ges geglaubt. Ich habe immer an die Friedensbe- I teuerungen geglaubt, die von den Regierungshäup­tern so häufig betont wurden und die auch von den Völkern immer wieder zum Ausdruck gebracht wur­den." Daladier feierte schließlich die englisch-franzö­sische Freundschaft, die durch den Königsbesuch in Paris auf so eindrucksvolle Weise versinnbildlicht worden sei, und betonte, der Friede sei niemals dos Ergebnis eines Sichgebenlasiens oder eines Wun­ders. Er sei von der Wirksamkeit der menschlichen Anstrengungen zur Erhaltung des Friedens über­zeugt.

Gowjetrusfifcher Einfall in Mandschukuo zurückgewiesen. Mit Artillerie und Tanks gegen die japanischen Grenzwachen.

Prag in Erwartung Runcimans Ein seltsamer Begrüßungsartikel.

Oie deutschen Festspiele.

»Siegfried- in Bayreuth.

Drei überragende Leistungen standen im Mittel­punkt derSiegfried"-Aufführung. Zu der meister­haften Verkörperung des Titelhelden, dessen Entwick­lung von jugendlichem Uebermut zur gesammelten Kraft des Mannes feit Jahren von Max Lorenz beispielgebend dargestellt und gesungen wird, und zu der virtuosen Leistung Erich Zimmermanns als Mime trat als Brunhilde Marta Fuchs. Di- Szene des Erwachens wurde von der suggestiven Darstellungskunst der Sängerin zu großartigen Steigerungen geführt. Im Vollbesitz eines ebenso schönen wie kraftvoll leuchtenden hochdramatischen Soprans rückte Marta Fuchs auch mit dieser Rolle in den engen Kreis der Wagner-Darsteller, die von Bayreuth aus eine stilbildende Wirkung ausüben. Im Sonnenhymnus und im Liebesduett mit Max Lorenz metallisch strahlendem Tenor wurden einige der stärksten gesanglichen Eindrücke der Festspiele den begeisterten Zuhörern vermittelt. Rudolf Bockelmanns vergeistigte und stimmlich glanz­volle Gesangskunst gab den Episoden des Wande­rers letzte Vollendung. Mit einem Alt von beträcht­lichem Umfange und edler Wirkung bestritt Inger Karen die Szenen der Erda. Kaete Heiders­bach lieh ihrem silbernen Sopran der Stimme des Waldvogels, Michael von Roggen fang mit (ei­nem wohlklingenden Baß den Lindwurm. Robert Burg war wieder der gierig drohende Alberich. Heinz Tietjen fesselte in seiner doppelten Eigenschaft als geistvoller Spielleiter und als Diri­gent der dem Musikdrama Richard Wagners ebenso durch Werktreue wie durch persönliche Akzente in der Orchesterleitung dient. Das ausverkaufte Haus dankte mit herzlichem Beifall. D. K. K.

Der ,/Tannhäuser^ in Salzburg.

Das Echo m Paris und London.

Paris, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Kon­flikt an der sowjetrussisch-mandschurischen Grenze ist hier mit einem Schlage in den Mittelpunkt des außenpolitischen Interesses gerückt. Journal stellt I nach einiger Kritik an Japan fest, daß der japa- Nische Angriff auf Grund der ununterbrochenen und systematischen Bombardierung koreani­scher Städte durch die s o w j e t r us s is ch e Artillerie erfolgt sei. Man müsse annehmen, daß die japanischen Führer unter allen Umständen einen Konflikt mit Sowjetrußland zu vermeiden wünschen. Offen aber bleibe fürs erste die Frage,, ob der gleiche Wunsch in Rußland feststehe oder ob die Lage im Fernen Osten nicht Moskau zu einem großen Abenteuer im Fernen Osten verleite. Epoque meint, es sei anzunehmen, daß die Russen falsch spekuliert und die Reaktion in Tokio schlecht vorausgefühlt hätten. *

Der Zusammenstoß sowjetrussischer und japanischer Truppen wird von den Londoner Blättern ruhig beurteilt, trotz der zumeist sensationell aufge- machten Berichte, in denen insbesondere die hohen Verluste hervorgehoben werden. Die Blätter sind überzeugt, daß es bei dem Zwischenfall bleibt und es zu keinen größeren Konflikten kommen wird. Dazu schreibt die News Chronicle, es habe eine Zeit gegeben, in der die Nationen bei solchen Zwischenfällen sofort zu den Waffen gegrif­fen hätten. Das habe sich erfreulicherweise gebessert.

der Sprecher, derarfige Mitteilungen seien der ja­panischen Presse nicht gemacht worden. Er be­stätigte sodann, daß die japanischen Grenztruppen ursprünglich aus dem Schanfeng-Abschnitt zurück­gezogen worden waren, um weitere Zwischen­fälle zu vermeiden. Diese besonnene Haltung sei wohl auf Sowjetseite als Schwächezeichen a u s g e l e g t worden, wie aus Mitteilungen des Senders Dhaborowsk hervorgehe. Die japanische Aktion sei nicht etwa planmäßig vorbereitet war- den, sondern habe sich zwangsläufig aus weite­ren sowjetrussi s ch en Provokationen ergeben. Die letzten planmäßigen Angriffe sowjet- russischer Militärabteilungen seien durch Artil- l e r i e s e u e r nördlich der Schanfenghöhen einge­leitet "worden und zwar von sowjetrussischem Gebiet aus. Die von der japanischen Regierung geforderte Wiederher st ellung des Status quo sei praktisch" durchgeführt worden.

werden durfte.

Die Aufnahme m Bulgarien.

Sofia, 31. Juli. (Europapreß.) Der bulgarische Kriegsminister, General Daskaloss, teilte am Sonn­tagabend über den Rundfunk dem bulgarischen Volk die Unterzeichnung des Abkommrns von Saloniki mit. Gleichzeitig richtete er einen Tagesbefehl an d i e bulgarische Armee, in dem es heißt, in derselben Stadt, wo vor zwanzig Jahren Bulgarien gezwungen worden sei, die schweren Waffenstillstandsbedingungen anzunehmen, habe es heute die vollkommene Freiheit und Gleichberechtigung zu Lande, zur See und in der Luft erhalten, und zwar ohne irgend­welche neue Bedingungen zu übernehmen. Damit sei ein neuer Abschnitt in der Geschichte des bulgarischen Volkes eröffnet worden.

Saloniki, 31. Juli. (Europapreß.) Am Sonn­tag wurde vom bulgarischen Ministerpräsidenten Kjosseiwanoff einerseits und dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas, dem derzeitigen Vorsitzenden des ständigen Rats des Balkanbun­des, anderseits ein Nichtangriffspakt in feierlicher Weife unterzeichnet. Durch diesen Nicht­angriffspakt werden die Bestimmungen des Frie­densvertrags von Neuilly über die Rüstungsbe- arenzung Bulgariens außer Kraft gefetzt, lieber den Nichtangriffspakt wurde eine amtliche Verlautbarung veröffentlicht. Darin heißt es, das Abkommen fei in vollkommener Gleichbe­rechtigung abgeschlossen worden als das Ergeb­nis von Verhandlungen, die in einer Atmosphäre der Herzlichkeit und des Verständnisses geführt wor­den seien. Es bedeute einen historischen Abschnitt in den Beziehungen der fünf vertragsschließenden Staaten und lasse die berechtigte Hoffnung zu, daß dieser Akt in Zukunft einen wohltuenden Einfluß hoben werde. Von demselben Ideal beseelt und ge­treu der Politik der Befestigung des Friedens hat- ten sich Bulgarien, die Türkei, Rumänien, Jugosla­wien und Griechenland verpflichtet, sich in ihren gegenseitigen Beziehungen jeder Gewaltan- IWendung zu enthalten. Das Abkommen I bringt als wichtigsten Punkt die Aufhebung der I militärischen Bestimmungen des Vertrages von Neuilly. Bulgarien seinerseits verzichtete auf die I Bestimmungen des Vertrages von Lausanne über Thrazien, das nach diesem Vertrag für neutral erklärt war und von Griechenland nicht befestigt

Der vierte Opernabend der Salzburger Festspiele brachte nach denMeistersingern" nun auch den Tannhäuser". Eine Aufführung dieses szenisch anspruchsvollen Werkes wurde erst durch die Ver­größerung und technische Erneuerung der Bühne möglich. Robert Kautsky, der formschöne und einprägsame Bühnenbilder schuf, und Max H o f - mülle r, der mit Unterstützung von Ballettmeister Willy Frönzl besonders im Venusberg-Bacchanal und im Wartburg-Sängerkrieg stark bewegte und sinnvoll gegliederte Massen schuf, schöpften die Massenszenen voll aus. Die Philharmoniker spiel­ten unter der meisterhaften Stabführung von Ge­neralmusikdirektor Hans Knappertsbusch hin­reißend. Auf der Bühne stand ein Ensemble durch­weg junger Künstler. Mit auffallend schöner, kraft­voll frischer Stimme und wohltuend hübscher Er­scheinung stellte Soet S v a n h o l m einen jungen­haft schlanken, in Spiel und Gesang leidenschaftlich glühenden Tannhäuser. Piroska Tut sek, eine junge blühende Venus, Maria Reining eine gesanglich wie darstellerisch rührende Elisabeth, Eßther Rethy einen frischen Hirtenknaben und der hünenhafte Herbert Alfen einen würdevollen Landgrafen. Alexander S v e d spielte den Wolf­ram, er sang mit einer samtweichen Stimme. Wei­ter bemerkte man in dem Ensemble noch Anton Dermota mit feinem lyrischweichen Tenor, Karl B i su tt is mächtigen Baß und die klangvollen Stim­men von William Wernig und Karl E11 l. Der Beifall des ausverkauften Hauses war stark und ehrlich. D. K. K.

Fidelio" in Salzburg

Fidelio", das Drama des unschuldig eingekerker- ten politischen Gefangenen, war gerade in diesen Tagen in Salzburg von einer hohen Aktualität. Hans Knappertsbusch gestaltete dieses heroische Ko­lossalgemälde und vermied es, die Marcolinen-Sze- nen zu verniedlichen. Unterstützt wurde er dabei neben dem präzise und schön fmgenbefl Ehor der Wiener Staatsoper und dem wundervoll musizie- renden Orchester der Wiener Philharmoniker, die namentlich in der bravourös gespielten Seonoren- Ouvertüre einen beispiellosen Höhepunkt erreichten,

vorstellt. Daher sah sich Abgeordneter Ernst K u n d t als Führer der SDP.-Delegation veranlaßt, in einem ausführlichen Schreiben den Ministerpräsi­denten Dr. Hodza um Beantwortung folgender Fragen zu ersuchen:

1. Hält die Regierung die Grundsätze der natio­nalen Regelung, die in dem der SDP. am 30. Juni 11938 offiziell überreichten Teil des Nationalitäten­statuts niedergelegt sind, und die Grundsätze des Sprachenrechtes, die der Partei am gleichen Tage in Form eines Gesetzentwurfes übergeben wurden, weiterhin aufrecht?

2. Ist der der SDP. am 28. Juli 1938 durch Herrn Präsidenten Dr. Krejci übermittelte zweite Teil zweier Gesetzentwürfe über die Selbstverwal­tung nun endgültig, und wann erhält die Partei den noch folgenden Teil?

3. Wann kann die SDP. mit dem endgül­tigen Text aller Vorschläge der Regie- rung rechnen?

4. Wann kann die SDP. die Heberreichung der ihr am 15. Juli zugesagten schriftlichen Stellungnahme der Regierung zu dem sudetendeutschen Memorandum vom 7. Juli erwarten?

5. Bleiben die in den bisherigen Gesprächen m Aussicht genommenen Absichten über den Fort- gangdies er Gespräche weiterhin aufrecht oder aber betrachten Sie durch die Entsendung des Lord Runciman diese Absichten und Pläne als über­holt?

Wiederherstellung des Status quo, Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Moskau.

Tokio, 1. Aug. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Der Sprecher des Außenamtes erklärte, daß Botschafter Shigemitsu beauftragt worden sei, die seit dem 20. Juli unterbrochenen Unter­handlungen mit Li twinow-Finkel- ft ein in Moskau wieder aufzunehmen. Auf die Frage, ob Meldungen der japanischen Presse überentschiedenen Protest Japans in Form einer Warnung" zuträfen, erklärte

H s i n g k i n g, 31. Juli. (DNB.) Wie das Haupt­quartier der Kwantung-Armee meldet, haben j a - panisch-mandschurische Grenztruppen die von Sowjettruppen besetzt gehaltenen Höhen­züge bei Schangfeng eingenommen. Die Sowjettruppen hatten sich nach ihrem Heber» tritt auf mandschurisches Hoheitsgebiet auf den Höhen von Schangfeng festgesetzt und sofort nut dem Ausbau von Feldbefestigungen begonnen. Mit Einbruch der Dämmerung griffen dann die sowjetrussischen Formationen unter dem Schutz von starkem Artilleriefeuer und nut Unterstützung von Tänks die japanisch-man­dschurischen Grenzwachen an. Die Japa­ner erwiderten darauf das Feuer, und schon nach kurzer Zeit gelang es ihnen in einem Gegenstoß, die Sowjettruppen aus Schangfeng zu vertreiben und sie über die Grenze zurückzuwerfen. Hierbei wurden 30 Sowjet­russen getötet und 200 verwundet. Elf sowjet- russische Tanks, zwei Feldgeschütze, Tankabwehr. aeschütze und Maschinengewehre sowie zahlreiches Kriegsmaterial geriet in die Hände der japanisch- mandschurischen Truppen.

Das Hauptquartier teilt mit, daß für diese Zwischenfälle die Sowjetrussen voll verantwortlich seien. Sie hätten versucht, die- ruhige und zurück­haltende Haltung der japanischen Grenzwache für neue Einfälle in japanisch-mandschurisches Gebiet auszunutzen. Die Tatsache, daß der sowjetrussische Angriff unter dem Einsatz von Artil­lerie und Tanks durchgeführt wurde, deute darauf hin, daß diese neue Grenzverletzung durch fowjetrussische Truppen vorher fest gelegen habe. Die japanische Armee sei nach wie vor be­müht, Konflikte zu vermeiden, sie fei aber ebenso fest entschlossen, jede weitere Herausforderung schärf st ens zurückzuweisen.

Frankreich

baut unterirdische Benzinleituna.

Paris. 31. Juli. (DNB.) Nach demFigaro" wird für Landesverteidigungs zwecke eine rund 450 Kilometer lange Benzinrohr­leitung von St. Nazaire von dem an der Loire-Mündung gelegenen Hafen Dönges (15 Kilometer von St. Nazaire) entlang durch das Loire- Tal bis in die Gegend von Montargis, und zwar nach Chateauneuf (15 Kilometer oberhalb Orleans) geführt werden. Die Anlagen werden unterirdisch ausgeführt, um Zerstörungen und große Verluste durch Ausdunstung zu vermeiden. Als Gründe, die gerade zu der Wahl dieser Strecken­führung ausfchlaggebend waren, gibt derFigaro an, daß in Dönges im Kriegsjahre 1917 ein An - lagefai für K o h l e n d a m p f e r geschaffen worden war und Dönges heute ein großer P e - .troleumhafen mit 250 Meter langen Kaian- lagen und zwei Raffinerien fei. Der Endpunkt bei Montargis fei darum gewählt worden, weil m der dortigen Gegend durch die biologische Schichtung sehr leicht der Ausbau bestimmter natürlicher Erd­formationen (Aushöhlungen) zu unterirdi- eben Benzinrefervoiren möglich fei. tf er» her ist vorgesehen, diePipe Sine", die von der Küste des Ozeans bis in das Herz Frankreichs reiche, später zu verlängern und abHuzweigen.

Der Tagesbefehl wurde vor den in Parade-Hni- form angetretenen Truppen verlesen. Danach zog die Garnison von Sofia im Parademarsch und un­ter Absingen von Soldatenliedern durch die Stra­ßen der Stadt am königlichen Schloß vor­bei. In der Provinz wurde die Nachricht über die Unterzeichnung des Abkommens von Saloniki von ' Militärflugzeugen verbreitet, die über großen Städten Flugzettel abwarfen. Die Zeitungen er­schienen abends mit Sonderausgaben, in denen der Inhalt des Abkommens von Saloniki wiedergegeben wurde.

Das Echo in Velgrad.

Belgrad, 31. Juli. (DNB.) In Belgrad wird hervorgehoben, daß die Unterzeichnung einen neuen Schritt zur endgültigen Friedenssicherung auf dem Balkan darstelle. Den ersten Schritt dazu habe der verstorbene König Alexander auf feiner Rundfahrt durch die Balkanstaaten 1933 getan. Im vorigen Jahre wurde der jugosla- wisch-bulgarischePakt der ewigen Freundschaft" unterzeichnet. Dadurch habe Jugoslawien den Balkanvölkern den Weg für die Sicherung des Friedens gezeigt. Der Balkan er­scheine als Träger einer konstruktiven internatio­nalen Politik. Das Abkommen sei ein Beweis da­für, daß sich Jugoslawien auf dem richtigen Wege befinde, und auch ein Beweis für die weiteren Möglichkeiten der Vertiefung und Stärkung der Be­ziehungen zu Bulgarien.

Befriedigung in Paris.

Paris, 1. Aug. (DNB. Funkfpruch.) Die Unter- Zeichnung des griechisch-bulgarischen Abkommens in Saloniki wird von den meisten Pariser Zeitungen freundlich hervorgehoben. Man bemüht sich, eine loyale Haltung gegenüber den südosteuropäischen Staaten auch diesmal zu demonstrieren, besonders kommt man Bulgarien in einem Kommentar des Journal" entgegen. Die logische Ergänzung des Abkommens müsse so sagt das Blatt d e r Eintritt Bulgariens in die Bälkan» 1 entente sein. Das uneigennützige Frankreich werde 1 von sich aus die kluge Maßnahme Bulgariens durch 1 eine beträchtliche finanzielle Unterstützung : zur weiteren friedlichen Entwicklung des Landes ; belohnen.

des großen August-Bankfeiertages die tschechische Frage im Vordergrund aller politischen Erörterun­gen steht, beweist die Tatsache, daß Die beiden füh-1 reichen SonntagsblätterObserver" undS u n- d a y Times" den ganzen Fragenbereich noch ein­mal umreißen' und dabei die Mission Lord Run«! cimans in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellen. Die Erfolgsaussichten dieser Mission sieht I Observer" nicht übermäßig optimistisch und meint, das beste, was man sich vorerst erhoffen könne, sei ein vorläufiger Kompromiß, der geeignet fei, den Frieden auf die Dauer von Jahren zu er­halten, bis er endlich von allen europäischen Mäch­ten garantiert werden würde. Man dürfe aber nie vergessen, daß ohne Z u g e st ä n d n i s s e an die Selbstverwaltungs-Forderungen der Sudetendeut-1 schen Partei keine Hoffnung auf ein gütliches Uebereinfommen bestünde. , .

DieSunday Times" macht Dr. Benesch aus sein im Jahre 1919 gegebenes Versprechen aufmerksam, aus der Tschecho-Slowakei eine zweite Schweiz zu machen. Die Außenpolitik der Prager Regierung sei ein großer Fehler gewesen; insbesondere der Abschluß des Sowjetpaktes, der alsschwerer | Fehler" bezeichnet wird. Unter all diesen Umständen könne Lord Runciman nur die Aufgabe haben fest­zustellen, ob das Versprechen Dr. Beneschs in Ver­sailles heute in der tschechischen Verfassung m ent­sprechender Weise wahr gemacht werden könne, und zwar in einer für beide Seiten annehmbaren Weise. Notwendig sei dafür allerdings, daß beide Seiten eine friedliche Losung wollten.

Sudelendeulsche Anfrage an Hodza.

Prag, 30. Juli. (DNB.) Das Presseamt ber' Sudetendeutschen Partei teilt mit:

Durch die amtliche Meldung des Tschecho-Nowa- kischen Preßbüros vom 28. Juli d. I. und durch ver­schiedene Nachrichten von Blättern, die ihre In­formationen aus Kreisen der tschecho-slowakischen Reqierungs-Koalitton zu erhalten pflegen, sind Unklarheiten darüber entstanden, ob die bis­her der SDP. offiziell überreichten Grundsätze der Regierung sowohl ihrem grundsätzlichen Inhalt nach als auch in ihrer bisherigen Fassung noch gültig sind und wie sich die Regierung den weiteren Fortgang der Gespräche

Prag, 31. Juli. (DNB.) Die vom Außenmini­sterium gewöhnlich gut unterrichteteLidove Novily" veröffentlicht zur Ankunft Runcimans in Prag einen recht sonderbarenBegrüßungsartikel". Wenn man uns zuredet, schreibt das Blatt, daß wir alles geben sollen, was man von uns verlangt, so können wir auch fragen, was für ein Beispiel die geben, die uns zur Nachgiebigkeit taten, vor allem England. Was dieindische Minderheit" von 350 Millionen Menschen be­trifft, fo hat Lord Halifax als gewesener englischer Vizekönig reiche Erfahrungen darüber, was es heiße, eine Minderheit zu befriedigen. England könne freilich darauf Hinweisen, daß es nachzugeben verstehe. Es ließ von General Franco mehr als 60 Schiffe zerschlagen und erklärte stolz, es sei zu mächtig, um sich deshalb aufzuregen. Wenn das für England gilt, so gilt für die Tschecho-Slowakei das Gegenteil. England kann viel riskieren, die Tschecho- Slowakei sehr wenig. Dieser Vergleich zeigt, daß uns jemand zur Einigung rät, der sich selbst in vielen Fällen von der völligen Unmyglichkeit einer Einigung überzeugte und der die wenigen jämmer­lichen Einigungen mit Opfern bezahlte, die sich das reichste Land der Wett erlauben kann, xan Denen aber ein Land wie das unsere verbluten muß.

An anderer Stelle schreibt das Blatt, alle unsere Freunde und Feinde müssen damit rechnen, daß es keine Kraft und nicht genug Machteinfluß gibt, der uns zwingen konnte, Lebensinteressen aufzugeben; für deren Verteidigung sind wir auch 3" ledern Opfer bereit. Wenn Chamberlain betont, daß Loro Runciman in persönlicher Eigenschaft komme, und die britische Regierung keine Verantwortung über­nehme, bann kann auch die Verantwortung unserer Regierung ihm gegenüber nicht größer sein. Dre Engländer kümmerten sich auch um das Einver­ständnis der Henleinleute mit Lord Runciman. Für uns war es selbstverständlich unzulässig und unerträglich, daß die Sudentendeutsche Partei, die nicht mehr als eine politische Partei ist, auf ein gleiches Niveau mit der tschecho-slowakischen Regie­rung gestellt wurde. Bei der gegebenen Sage war es vernünftig, die englische An­regung anzunehmen, aber die Funktionen des Ver­mittlers müßten begrenzt werden.

Englische Hoffnungen.

London, 31. Juli. (Europapreß.) Wie sehr auch während der Parlamentsferien und während

Konsul Kapp aus Cleveland in Begleitung des i Detroiter Konsularvertreters Konsul Hailer dem be­deutenden amerikanischen Automobilindustriellen und Wirtschaftspolitiker mit ehrenden Worten das Großkreuz des Ordens vom Deuts che n 1 Adler.

Reichsbürgjchasten für Wohnhausbauten.

Berlin, 30. Juli. (DNB.) Der Reichsarbeits­minister ist ermächtigt worden, Bürgschaften für Darlehensoerbindlichkeiten zur Forderung von Wohnhausbauten zu übernehmen, die zur Durch­führung von städtebaulichen Maß- nahmen im Sinne des Gesetzes über die Neu­gestaltung deutscher Städte vom 4. Oktober 1937 notwendig ist. Der Höchstbetrag ist zunächst auf 100 Millionen Mark begrenzt. Dadurch ist die Heber» nähme der Reichsbürgschaft künftig auch für solche Wohnhausbauten ermöglicht, die Wohnungen ent­halten, die wegen ihrer Große und Ausstattung nach den vorhandenen gesetzlichen Ermächtigungen bisher nicht gefordert werden konnten, aber a l s Ersatz für abzureißende Wohnungen gebaut werden müssen.