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Leibniz-Gedenksitzung

der preußischen Akademie der Wissenschaften

Verleihung der goldenen und silbernen Leibniz-Medaillen.

große Schar hungriger Hyänen unter der s Fluß nicht erwarten darf, daß er zugunsten anderer der Juden Barmat, Kutisker usw. an die Anlieger und des gesamten Flachlandes auf die

sich eine

egoistische Ausnutzung des Besitzes verzichtet. Mcnn über der einzelne unfähig ist, auf die Gesamlheit die notwendige Rücksicht zu nehmen und wenn es auch bei einer Zersplitterung der Zuständigkeit der Wasserläufe unter einer Reihe privater und öffent­licher Stellen keine großzügige Wasserwirtschaft geben kann- so bleibt auf diesem Gebiet ebenso wie auf dem der Forstwirtschaft nur eine Tretthänder-

Befehl, zu photographieren. Mitten auf dem Flug­feld, vor den Kasernenbauten, stehen die Matrosen in Unterkleidern oder halbnackt und feuern aus

arbeiten in Gang gekommen sein, die General­feldmarschall Göring in sein österreichisches Auf­bauprogramm eingegliedert hat.

sermangel abwechseln. Der Unverstand des einseitigen Wirtschaftsliberalismus ergibt sich deutlich aus der Tatsache, daß man vom Besitzer eines Stückes Wald oder auch einer Uferstrecke am

Ausplünderung.

Der Reichsbauernführer hat sich in seiner Aache­ner Rede dagegen verwahrt, daß die Landwirtschaft als eine unter gleichberechtigten Interessentinnen bei der Verwendung und Verwaltung der Wasser­reichtümer eines Landes angesehen und zugelassen werde. In den letzten Wochen hat es in unseren neuen Südostgebieten, insbesondere in Steiermark, schlimme Ueberschwemmungskatastro- p h e n gegeben. Die Ursache hierfür ist eine dop­pelte: Die Waldwirtschaft ist nicht durchweg so geführt worden, daß in niederschlagsreichen Gebie­ten genügende Baumbestände und damit eine aus­reichende Aufsaugefähigkeit für das Wasser verdlie- ben ist. Weiter aber hat es den früheren österrel- chischen Regierungen an Tatkraft, aber auch an Mitteln gefehlt, die Wildbäche im Gebirge so zu sichern, wie es die Rücksicht auf den Landbau in den Tälern und in der Ebene erfordert. Auch in anderen Ländern, nicht nur im überkapitalistischen Amerika, sondern auch in Ländern Westeuropas und in Räterußland, ist durch rücksichtslose Aus- holzung und durch ungenügende. Wassersicherung ein Zustand eingetreten, bei dem sich oft 'n schnel­ler Folge Ueberschwemmungen und Was-

Go endeten zwei Zeppeline

Oer Luftangriff auf Tondern am 1 Juli 1918.

Vor 20 Jahren, am Morgen des 1. Juli! auch noch die kleine Halle an, in der der Fessel- 1918, vernichtete eine englische Flieger-Jagd- ballon liegt knapp daneben liegt das Bahn­staffel die Doppel-Luftschiffhalle Tondern in gleis mit einem ganzen Zug Benzin- und Gas- Schleswig und zerstörte die darin befindlichen wagen darauf!! Ein dritter Flieger erscheint, 300 Marine-LuftschiffeL 54" undL 60". | Meter weiter. Er bleibt abseits, offenbar hat er

Minister der Finanzen der Beförüerungsteuer für Beförderungen durch österreichische Verkehrsunter­nehmungen innerhalb des Landes Oesterreich vor­läufig auf die Steuersätze der früheren österreichi­schen Kraftwagenverkehrssteuer e r m ä ß i gt. Ist jedoch der reichsdeutsche Beförderungssteuersatz im Einzelfall geringer als der entsprechende öster­reichische Steuersatz, so wird die Steuer nach dem reichedeutschen Beförderungssteuersatz berechnet.

schäft, das diese Vereinigung deutscher Initiative ihre Erstehung verdanke.

Dann wurde die Preisaufgabe der philo­sophisch-historischen Klasse der Akademie für 1941 bekanntgegeben. Sie gilt dem Thema:Die Ver­breitung der deutschen Stadtrechte in Osteuropa". Es sind 5000 RM. ausgesetzt. Die Festsitzung schloß mit der feierlichen Verleihung von drei Goldenen und sieben Silbernen Leib­niz-Medaillen. Es erhielten die Goldene Me­daille: Major a. D. Dr. phil. e. h. Alfred von W e - aerer (Berlin) für hervorragende publizistische Arbeiten im Kampf gegen die Kriegsschuldlüge, Ge­neraldirektor August Pfeffer (Berlin) für Ver­dienste um die Wissenschaft und Bergassessor a. D. Dr.-Jng. e. h. Hans Merensky (Johannesburg) für seine sorgfältige Forscherarbeit zur Erkundung von Minerallagern und Platinlagerstätten in Süd­afrika. Die Silberne Leibniz-Medaille wurde ver­liehen an: Jng. Dr. Georg v. Bekesy (Budapest), Dr. Bernhard R e n s ch (Münster i. W.), Dr. Her­mann T h o r a d e (Hamburg), Prof. Jan Peters vom astronomischen Recheninstitut in Berlin-Dahlem, Generalmajor a. D. Kurt I a n y , Pros. Dr. Richard W o s s i d l o (Waren i. M.) und Horst Siewert, Leiter der ForschungsstätteDeutsches Wild am Werbellinsee".

Roch kein Einmarsch der Türken im Sandschak.

Französisch-türkischer Vertrag vor dem Abschluß.

Jerusalem, 30. Juni. (DNB.) Der für heute erwartete Einmarsch der türkischen Truppen in den Sandschak ist noch nicht erfolgt. Man nennt jetzt als frühesten Zeitpunkt nächste Woche, da bisher die Kasernen noch nicht vorbereitet sind. Die Besprechungen des Generalstabes hierüber dauern noch an. Ein Mitglied der Sandschak-Kom­mission, die am Mittwoch vollzählig abgereist ist, erklärte -auf der Durchfahrt in Aleppo, daß allein in den Gebieten des Sandschaks, die listenmäßig er­faßt sind, trotz der Nichteintragung Tausender Nichttürken über 6600 mehr nichttürkische als tür­kische Eintragungen erfolgt seien. Bei einer norma­len Durchführung der Wahlen würden die Türken also kaum 30 v. H. der Stimmen im Sand­schak erreicht haben. Die Sandschak-Kommission hat entgegen ihrer Ankündigung keine Beobachter hinter­lassen.

Paris, l.Juli. (Europapreß.) In der Umge­bung des Ouai d'Orsay teilt man mit, daß die französisch-türkischen Verhandlungen über das Sandschakgebiet unmittelbar vor dem Ab­schluß stehen und mit der Paraphierung der Abkommen bereits am Freitag zu rechnen sei. Ueber die bisher noch strittige Frage der Ä e r t e i l u n g der französisch-türkischen Truppen­kontingente im Sandschakgebiet sei eine Eini­gung auf der Grundlage der vollständigen Gleich-

' Führung ---------- , -

Ausschlachtung dieser nationalen Vorräte heran­machten. Der Marxismus hat es nicht verstanden, das Schicksal insbesondere der Wälder anders zu gestalten als unter dem Liberalismus. Im kommu­nistischen Rußland sind weite Waldstrecken kahl ge­schlagen worden, die ehemals dem Staat, der Krone, der Kirche ober großen privaten Waldbesitzern ge­hörten. Für sie war die Erklärung dieser Wal­dungen zu Staatseigentum das Signal skrupelloser

schgst des Staates übrig.

Reichsbauernführer Darr 6 bezog sich in einer Aachener Rede auf ein von ihm vor acht Jahren herausgegebenes Buch, in dem er das Werk eines anderen AutorsDie Versandung Europas" be­handelt. Sieht man sich die Gründe an, warum ehemals reiche landwirtschaftliche Produktionsgeviete verödet sind, so findet man in erster Linie eine kurzsichtige und gewissenlose Forst- und Wasser­wirtschaft. Der italienische Regierungschef Benito Mussolini bemüht sich mit allen Kräften, die landwirtschaftliche Erzeugung der Insel Sizilien wieder herzustellen, die vor 2000 Jahren zu Zeiten des alten Roms die Getreidekammer Italiens ge­wesen ist. Selbstverständlich genügt in vielen Fällen nicht das isolierte Vorgehen eisies einzelnen Staates. Große europäische Ströme mit zahlreichen Anlieger­staaten wie Rhein und Donau können wirklich wirtschaftlich nur in enger Zusammenarbeit zwi­schen mehreren Staaten verwaltet werhen. Es ist daher erklärlich, daß die auf der Aachener Reichs- Wasserwirtschafts-Tagung proklamierten Leitsätze auch im Ausland starkes Interesse gesunden haben. Im nächsten Jahr soll die Wassertagung in der Donaustadt Linz abgehalten werden. Bis dahm werden die großen W a s s e r re g u li e r u n g s -

wirtschaft."

Auf zwei Gebieten hat sich der verantwortungs­lose liberalistische Wirtschaftsgeist besonders ver­hängnisvoll ausgelebt, nämlich auf dem der Forst- w i r t s ch a f t und dem der W a s s e r w i r t s ch a f t Eine Forderung, daß Wald und Wasserder Ge­meinschaft gehören", hat es auch unter dem Marxis­mus gegeben. Diese Parole richtete sich gegen den Privatbesitz an Wald und Wasser, bezweckte aber nicht den Schutz dieser beiden wertvollen Güter zu­gunsten der Gesamtheit, sondern seine Preisgabe an den Bereicherungswillen einzelner. Der Marxis­mus hat seine eigene These Lügen gestraft, daß die Bezeichnung eines Gutes oder eines Wirtschafts­wertes alsNationaleigentum" einen besonders wirksamen Schutz bedeute. Aus den Köpfen der Marxisten war es eben nicht herauszubringen, daß ein in öffentlichem Besitz stehendes Gut in Wirklich­keit ein ,<Niemandsgut" und damit vogelfrei sei. Wir haben noch in trauriger Erinnerung jene Or­gien der Selbstsucht und der Mißachtung öffentlicher Interessen, als nach Beendigung des Weltkrieges die großen Heeresoestände aufgelöst wurden und

Der Abend des 30. Juni 1918 war so schön wie der ganze Tag gewesen war. Ueber dem Flughafen der Kriegsmarine inJEonbern m Schleswig wehte nicht das geringste Lüftchen. Der Kapitänleutnant und Kommandant des Marine-Zeppelin-Luftschiffs L 5 4" , Horst Freiherr Treusch von Butt­lar - Brandenfels war gegen Abend mit sei­nem Schiff von einer Kreuzfahrt über der Nordsee zurückgekehrt. Das schöne Schiff lag gut bewacht neben dem HafengenossenL 6 0" in seiner Halle. Aber eine Sorge haben die Luftschiffkommandanten von Tondern: sie haben keinen rechten Fliegerschutz. Das Flugfeld ist noch nicht gebrauchsfertig planiert, und die zum Schutz bestellte Jagdstaffel ist deshalb vorläufig wieder abgerückt. So geht vor dem Ein­schlafen schnell noch ein etwas sorgenvoller Gedanke zu den beiden Luftschiffen hinüber auf den nächt­lichen Flugplatz da draußen, einen knappen Kilo­meter weit von der Wohnung entfernt, und^zu den schweren Bomben, die in der Halle bei den Schiffen liegen.

In den Schlaf des Kapitänleutnants von Buttlar- Brandenfels hinein klingt ein schwirrendes Geräusch wie von Flugmotoren. Es ist schon ganz hell, die Uhr zeigt 6 Uhr morgens. HatL 60" Fahr­befehl bekommen? ... Aber ist denn das die Stimme desL 60"?... Ist das überhaupt die Stimme eines Luftschiffs?... Das ist der Klang von Flug­zeugmotoren!

Ein Sprung aus dem Bett zum Fenster... im gleichen Augenblick zieht ein Schatten über dem Haus ... einige Meter über dem Dach, lächerlich niedrig, streicht ein Flugzeug in Richtung auf den Flugplatz dahin, eine Maschine mit runder Kokarde ... ein Engländer! In der glei­chen Sekunde bellt draußen am Luftschiffhasen die Abwehrbatterie... Der Engländer geht noch tiefer ... hält genau auf die Luftschiffhalle zu ... ist schon dort ... geht etwas höher ... Zugleich dröhnt über dem Hause neues Motorengeräusch: wieder ganz dicht über dem Dach erscheint ein neuer Schat­ten ... ein zweiter Flieger! ... Jetzt ist der erste über der Halle ... jetzt ... ganz genau...! Der Kommandant desL 54" steht am Fenster und weiß genau, was jetzt geschehen wird ... Die Hände krampfen sich ihm zusammen ... das Herz schlägt rasend ... und dann geschieht, was den rasenden Herzschlag stocken läßt: über der langgestreckten Halle erhebt sich eine furchtbare Rauchwolke, flam- mendurchäderter Qualm steigt gewaltig zum Him­mel: die riesige Opferflamme, in derL 54" und L 60" untergehen!...

Nun ist es geschehen, aber die Engländer ziehen noch nicht ab, sie fliegen einen Kreis und greifen

Berlin, 30. Juni. (DNB.) Die preußische Akademie der Wissenschaften gedachte am Donnerstag in einer festlichen Sitzung des Jah­restages ihrer geistigen Begründung und ihres er­sten Präsidenten, des großen Denkers und Gelehr­ten Gottfried Wilhelm Leibniz. In der Eröff­nungsansprache knüpfte der derzeitige Vorsitzende Sekretär Prof. Hans Stille an die Geschichte der Akademie an und stellte fest, daß die Schaffung des Großdeutschen Reiches die Wunschträume des großen Philosophen erfüllt habe, der Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Ein­heit des Reiches war.

Zu den großen nationalen Aufgaben, die Leibniz dem deutschen Volke zuwies, gehörte auch die Er­richtung einer universellen Akademie der Wissenschaft mit dem Sitz in Wien. Dicser Plan hatte sich nicht verwirklicht. Erst 1847 wurde in Wien eine Kaiserliche Akademie der Wissenschaf­ten gegründet. Dennoch war, wie Prof. Stille betonte, nicht zum wenigsten in Wien der Gedanke an eine Organisation der deutschen Akademie er­wachsen, die der Leibnizschen Forderung im gewissen Grade entspricht, nämlich das Kartell der deutschen Akademie. Dieses Kartell weitete sich über die Gren­zen Deutschlands zu der weltumfassenden Interna­tionalen Association der Akademien. Es sei ein Ruhmesblatt der deutschen Wissen-

Einheitliches Waldbrandrecht in ganz Deutschland.

Berlin, 30. Juni. (DNB.) Eine soeben von dem Beauftragten des Vierjahresplanes General- seldmarschall Göring erlassene Verordnung schafft für den Schutz des Waldes, der Moore und Heiden in ganz Deutschland einheitliches Recht. Bisher galten in den einzelnen Ländern ver­schiedene Gesetze, und sowohl die zeitlichen als auch die rechtlichen Bestimmungen gaben ein reichlich buntes Bild. Nach eingehender Prüfung unter vol­ler Berücksichtigung der notwendigen Gefahren­abwehr, aber auch der berechtigten Wünsche der er­holungsuchenden Volksgenossen sind in dieser Ver­ordnung : nunmehr Rechtsgrundsätze aufgestellt, die bei voller Beachtung den denkbar besten Schutz gegen die Feuersgefahr im Walde bilden werden.

Mit Rücksicht auf den Verkehr sind die durch den Wald führenden Kun st st raßen von dem Rauchverbot ausgenommen. So ist es beispielsweise erlaubt, auf den Reichsautobah­nen im Kraftwagen zu rauchen. Dabei ist aber die Verpflichtung gegeben, den angrenzenden Wald nicht etwa durch einen fortgeworfenen Zigar­renstummel in Gefahr zu bringen. Die Verordnung bestimmt im einzelnen, daß jeder bei einem Brand­falle im Walde unaufgefordert zur Hilfe­leistung v e r p f l i ch t e t ist. Jeder, der ein Schadenfeuer wahrnimmt, muß es, wenn er vhne erhebliche Gefahr dazu in der Lage ist, sofort lö­schen. Geht der Brand offensichtlich über seine Lösch­kraft hinaus, hat er sofort der nächsten Forstdienst- stelle, Feuerlöschpolizei oder Polizeidienststelle Mel­dung zu machen. Sind mehrere Personen beim Aus­bruch des Brandes zugegen, soll nur eine die Mel­dung machen, während die anderen unverzüglich mit Löschversuchen zu beginnen haben. Offenes Feuer oder Licht in Wäldern oder auf Moor- und Heideflächen ist verboten. Brennende Gegenstände dürfen nicht fortgeworfen oder unvorsichtig gehand­habt' werden. Für die Anlegung von Feuerstellen aller Art gelten strengste Bestimmungen.

Für die Zeit vom 1.3. bis 31.10. ist ein all­gemeines Rauchverbot für Waldstra° Ben festgesetzt. Ausgenommen sind die öffentlichen Durchgangsstraßen mit einer mindestens vier Meter breiten, festen Decke. Für die bei einem Waldeigen­tümer in ständigem Dienst oder Arbeitsverhältnis stehenden Personen gelten Sonderbestimmungen. Wa dundWafferaMaliomstut

Die soeben in Aachen ab gehaltene Reichs- Wasserwirtschafts - Tagung 1938 hat führenden Männern des Reichs Gelegenheit gege­ben, ihr Bekenntnis zu einer nationalwirtschaftlichen Grundaufsassung des Nationalsozialismus zu er­neuern und daraus praktische Folgerungen zu ziehen. Der Generalinspektor des deutschen Stra­ßenwesens, Dr. Todt, der durch wichtige Abhal­tung verhindert war,, das von ihm übernommene Referat zu halten, bezeichnete das W a s f e r als das Lebenselement eines Volkes, das egoistischer Nutzung entzogen werdenmuffe. Auch Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller setzte sich für einen Ausgleich aller Interessen und Inter­essenten ein und verlangte insbesondere für die Ver­kehrspolitik, daß sie sich nicht einseitig auf Straßen­bau, Wasserbau oder Äsenbchnbau verlege. Grund­sätzlich am bedeutsamsten waren die Ausführungen des Reichsernährungsministers und Reichsbauern­führers Darrs, die in dem Satz gipfelten:Wo das Wasser apfhört, stirbt die Land-

ihren Gewehren, was sie hergeben. Aber die Eng­länder ziehen ruhig, als ob die gar nicht da waren, ihre Kreise. Die Mannschaften sehen die Piloten ganz deutlich, die aber winken den Feinden zu.

Der Kapitänleutnant sitzt längst auf dem Rade und rast wie wahnsinnig dem Flughafen zu. Unter­wegs springt ihm ein furchtbarer Gedanke ins Hirn: die schweren Bomben sind noch in der Halle! ... Als, er ankommt, sieht er, daß auch die andern daran gedacht haben. Ohrx.e auf die Flieger zu achten, sind sie, einen Schal im Mund, gegen den bestialischen Atem des Feuers, in die bren­nende Halle gerannt und haben die zum Teil schon heißen Bomben aus der Halle gezerrt... Gott sei Dank ... so ist wenigstens diese Gefahr abgewen­det! Und nun die Engländer! Der eine hat in der Luft ein Rad feines Fahrgestells verloren ... er scheint niedergehen zu wollen ..., alles rennt nach der vermeintlichen Landungsstelle ... Aber es war ein Irrtum: Der Brite ist nur so tief herunter­gegangen, um den Flak-Geschützen zu entgehen. Sie können ihn so nicht avisieren. Jetzt fliegt er unter der Tonderner Bahn-Telegraphenlejtung hindurch ... ein Leitungsdraht zerspringt ..., offenbar hat er ihn mit dem Spannturm berührt ... Jetzt fliegt er die nordwestlich liegende Abwehrbatterie direkt an, aber es geschieht nichts weiter, er verschwin­det, wie vorher seine beiden Karneraden, gegen die dänische Grenze ... Die wehrlosen Luftschiff-Be­satzungen aber stehen zähneknirschend und mit ge­ballten Fäusten vor den ausgebrannten Gerippen ihrer Schiffe, von denen sie noch gestern in stolzex Höhe über die Nordsee hin getragen wurden.

Kapitänleutnant v. Buttlar zollt in seinem BucheZeppeline gegen England" den drei schnei­digen Angreifern hohes Lob. Die feindliche Staffel hatte, wie schon am Abend bekannt wurde, aus sechs Maschine« bestanden. Drei von ihnen hatten, vermutlich wegen Motorstörungen, ihr Ziel schon auf dem Anmarsch aufgeben müssen, sie mußten auf dänischem Gebiet, dicht am Strande der Nordsee, niedergehen und hatten dort ihre Maschinen ver­nichtet. Ihre drei erfolgreichen Kameraden landeten auf dänischem Gebiet in der Nähe von Esbjerg, der dortige englische Konsul nahm sich seiner Landsleute an, und während die Besatzungen der deutschen LuftschiffeL 3" undL 4", die zu Anfang des Jahres 1915 in Seenot bei Fanö gestrandet waren, bis zum Kriegsende in dänischer Internierung fest­gehalten wurden, sollen sich die englischen Flieger nur vier Wochen in Dänemark aufgehalten haben.

heit für die beiden Länder erzielt worden. Gleichzeitig mit dem Abkommen über das Sand« schakaebiet wird auch ein allgemeiner französisch- türkischer FreundschaftSpakt paraphiert werden.

Oieklaren Kriegsziele Japans".

Tokio, 1. Juli. (DNB. Funkfvruch. Dftafien« dienst.) Der japanische Kriegsminister dementierte am Freitag alle Gerüchte über angebliche Versuche dritter Machte, zwischen Japan und China zu vermitteln. Er erklärte, diese Gerüchte be­wiesen, daß anscheinend weder jeneMächte nochHankau die klaren Kriegsziele Japans begriffen. Es gäbe keinen Frieden zwischen Japan und China, solange das Tschiankaischek-Regime im Amte sei. Die Erklärung, die die japanische Regie­rung im Januar abgegeben habe, nickt mehr mit dem Tschiankaischek-Regime zu verhandeln, fei ein endgültiger Beschluß der Regierung und nicht etwa einenichtssagende Geste".

Rote Gegenangriffe an allen Fronten zusammengebrochen.

Bilbao, 1. Juli. (DNB.) An der Katalonien- front wurden im Abschnitt Trernp von den natio­nalen Streitkräften bolschewistische Angriffe zu­rückgewiesen. Vergangene Nacht und heute morgen griffen die Roten an der Teruelsront bei Puebla Valverde erfolglos an, wobei sie über 100

Leichtsinn im Verkehr kann Tod bedeuten oder jahrelanges Siechtum.

Tote zurückließen. An der Castellonsront im Ab- schnitt Onda wurden die Höhen westlich des Ortes besetzt. Im Abschnitt Bechi wurde der Vormarsch der nationalen Truppen fortgesetzt, und die Gabelung der Straßen Artana und Villatieja erreicht. Der Feind ließ hier über 300 Tote und zahlreiches Material zurück. Bei Peralera Zaucejo an der Estremadura-Front wurde ein roter Gegen­angriff ab gewiesen. Die Luftwaffe bombardierte Fabriken nördlich von Valencia und die Bahnhöfe Masamagrel und Alcira, wo gerade große Material­transporte eingetroffen waren.

Ein 10 km breiter Wüstenstreifen...

Warschau, 30. Juni. (DNB.) Nach Meldungen polnischer Blätter planen die Sowjetrussen einen 10 km breiten Streifen längs der g e - samten West grenze der Sowjetunion von Gebäuden und Bäumen glatt zu rasieren. Auf diese Weise solle künftig den Bewohnern desSow­jetparadieses" die Flucht in die benachbarten Staaten Europas erschwert werden.

Frankreich führt die Todesstrafe für Spionage im Frieden ein.

Unter den über hundert Notverordnungen, die das französische Amtsblatt veröffentlicht hat, befindet sich auch eine Verordnung, die eine wesentliche Ver­schärfung der bisherigen Strafen in Spionage-Prozesfen vorsieht. In Zukunft kann die Todesstrafe bei Spionagefällen auch in Friedenszeiten angewandt werden, was bis­her nicht der Fall qyir. Begründet wurde diese Ver­schärfung der Strafgesetze mit der Häufung von Spionagefällen in den letzten Jahren. Der Kriegs­minister hat ferner die Möglichkeit, gewisse Militär­gerichte zu bestimmen, denen in Zukunft die Spio­nagefälle, selbst wenn es sich um Zivilpersonen han­delt, unterbreitet werden. Der Sinn dieser Verord­nung ist, daß der Kriegsminister in Zukunft je nach der Schwere des Falles eine Zivilperson, die der Spionage angeklagt ist, vor ein Militärge­richt stellen lassen kann und daß diese Person zum Tode verurteilt werden kann, wozu bisher die Möglichkeit nicht bestand. Zivilpersonen unterstanden bis vor kurzem in Friedenszeiten den Zivilgerichten, und die Strafe für Spionage betrug in den schwer­sten Fällen fünf bis zehn Jahre Gefängnis.

Kleine politische Nachrichten.

Anläßlich der fünfjährigen Wiederkehr der Ueber- nähme des Reichsernährungsmini sie- riums hat, wie die NSK. meldet, der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, an den Reicksbauern­führer, Reichsminister R. Walther Darrs, ein Te­legramm gerichtet, in dem er das große Werk der festen wirtschaftlichen und politischen Verankerung des deutschen Bauern im nationalsozialistischen Reich würdigt und dem Reichsminister für die Arbeit der Ernährungssicherung für das deutsche Volk eine gute Gesundheit wünscht. Auch Reichsminister Dr. G o e b - b e l s übersandte einen Glückwunsch, in dem er der Hoffnung Ausdruck verleiht, daß die unermüdliche Schaffenskraft des Ministers noch viele Jahre dem Führer und dem deutschen Volke erhalten bleiben möge.

Der neue irische Landtag wählte de Valera mit 75 gegen 45 Stimmen wieder zum Präsidenten. Die Mitglieder der Arbeiterftaktion und der Unabhängi­gen enthielten sich der Stimme.

Kunst und Wissenschaft.

DieParsifal"-SLufführungen in Bayreuth.

Die ersts Aufführung des Parsifal " bei den diesjährigen Bayreuther Fe st spiel en findet am 25. Juli statt. In allenParsifal"-Aufführungen wird Germaine Lubin von der Pariser Großen Oper die Kundry singen. Den Parsifal singt erstmals Franz Völker, den Amfortas Jaro Prohaska, den Gurnemanns Josef von Manowarda, den Klingsor Robert Burg, und den Titurel Michael von Roggen. Weitere Aufführungen finden am 3., 6., 9. und 18. August statt. Franz von H o e ß - l i n dirigiert alle fünf Aufführungen des Bühnen­weihfestspieles.

Internationales Schachturnier in Bad Harzburg.

In der sechsten Runde des Internationalen Schachturniers in Bad Harzburg gewann P i r c gegen Eliskafes. Richter spielte gegen Kieninger unentschieden.. Lokvenc gewann gegen Sämisch. Heinicke gewann gegen Preuße. Das Treffen Bogoljubow hängt gegen Petrow an schlechter Stellung. Sämisch gewann gegen Heinicke, und Preuße gab gegen Pirc auf. Die Spitze hat nunmehr Pirc mit 5 Punkten vor Kieninger mit 4, Bogol­jubow hat bei 3 Punkten noch eine ungünstige Hängepartie, Eliskases, Heinicke und Lokvenc haben je drei Punkte,