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Nr. 151 Erstes Blatt

188. Jahrgang

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Tschechische VerschleppungStaM in der AMomliiätensrage.

Oie Benesch-Partei als Hemmschuh. Oie Komintern als treibende Kräfte. polnische Erfahrungen mit der Prager Regierung.

Warschau, 30. Juni. (DNB.) Der Empfang des polnischen Minderheitenführers Abgeordneten Dr. Wolf durch Ministerpräsident Hodza wird in der polnischen Presse stark beachtet. Einem pol­nischen Pressevertreter erklärte Dr. Wolf, ihm sei von Hodza mitgeteilt worden, daß das Nationali- tätenstatut den interessierten Parteien erst in der zweiten Julihälfte vorgelegt werde. Er, Dr. Wolf, habe Hodza darauf hingewiesen, daß die polnische Bevölkerung in der Tschechoslowakei eine ethno­graphische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Autonomie fordere. Ueber Einzelheiten habe er nicht sprechen können, da man ihm nicht Ge­legenheit gegeben habe, sich mit dem Inhalt des Nationalitätenstatuts bekannt zu machen.

Zu diesen Erklärungen Wolfs wird von der Agentur ATE festgeslellt, es zeige sich deutlich, daß die tschechoslowakische Regierung die Angelegenheit des Rationalitätenstatuts so lange wie nur mög- Uch verschleppen wolle. 3n den politischen Kreisen der einzelnen Volksgruppen in der Tschechoslowakei glaube man, daß das Ralionali- tätensiatut überhaupt in Frage gestellt sei; man fürchte, daß sämtliche Auslassungen von tschechischer Sette über dieses Thema nichts weiter als nur eine gerissene Agitation seien, heute könne bereits gesagt werden, daß das Rationalitätenstatut als Ganzes überhaupt nicht verwirklicht werden werde, sondern in Etappen durchgesührt werden solle.

Diese Durchführung werde jeweils von der inter­nationalen Lage abhängig sein. Als erste Etappe werde die Novelle zum Sprachengesetz vorbereitet. Besonders charakteristisch für die Haltung in den KreÄtzn der Negierungskoalition sei die gestrige Sitzung des Vorstandes der Benesch-Partei. Es sei eine Entschließung geplant worden, wonach man nur solche Zugeständnisse den Volksgruppen machen wolle, die nicht die Einheitlichkeit. und die Wehr­kraft des Staates beeinträchtigen. Außerdem nehme die Entschließung in scharfer Form gegen die Poli­tik des slowakischen Prälaten H l i n k a Stellung.

In einer Betrachtung stellt dieGazeta Polska" Litwinow-Finkelstein und die Komintern als die treibenden Kräfte bei der Sa­botage tzes Nationalitätenstatuts heraus. Lit- winow-Finkelstein, so berichtet das Blatt, habe auf einer Versammlung in Leningrad Prag den Rat erteilt, nur solche Zugeständnisse in der Nat'.onali- tätenfrage zu machen, diemit dem Grundsatz der Souveränität in Einklang zu bringen" seien. Die Komintern habe gleichzeitig der Kommunistischen Partei in der Tschechoslowakei den Auftrag gegeben, mit allen Mitteln auf das Entschiedenste die Ver­wirklichung des Nationalitätenstatuts zu sabotieren. Wieder ein brutaler Terrorakt!

Tschechische Soldateska überfällt Sudetendeutsche.

Prag, 30. Juni. (DRV.) Schon wieder wird hier ein neuer Uebersall tschechischer Sol­dateska auf Sudetendeutsche bekannt. 3n Freiwaldau, wo sich schon vor rund zwei Wochen tschechisches Militär starke llebergriffe gegen Sude- ter-deutsche zuschulden kommen ließ, wurde der Be­amte Schmidt aus Venisch in Mähren bei dem Verlassen eines Gasthauses etwa 200 Schritte von dem Lokal entfernt, von 10 bis 14 tschechischen Soldaten überfallen. Die Angehörigen des Militärs, die kurz vor Schmidt das Gastzimmer verlassen hat- teu, schlugen den Sudetendeutschen mit stumpfen Gegenständen zu Boden und mißhandelten ihn schwer. Sie beschimpften den Wehrlosen dabei mit den Worten: Henlein-Schwein!

Dem Begleiter Schmidts, C o f er t, gelang es in der Dunkelheit der Uebermacht zu entkommen und die Grndarmeriestation zu verständigen. Bezeichnen­derweise weigerte sich der Gendarmeriewacht- meister Kral einzuschreiten. Der Vorfall hat in der Bevölkerung von Freiwaldau und Umgebung starke Erregung hervorgerufen. Die amtsärzt­liche Untersuchung Schmidts, ausgeführt durch den Militärärzt und durch den Distriktsarzt Dr. L i n k, hat schwere Verletzungen am ganzen Kör­per des Mißhandelten fesigestellt. Der Sudefen- deutsche Schmidt befindet sich zur Zeit in ärzt­licher Privatbehandlung.

Freche Herausforderung.

Etzr^chmählied auf den Führer.

Prag, $0. Juni. (DNB.) Die Deutsche Gesandt­schaft in Prag hat bei dem tschechoslowakischen Außenministerium scharfenProtest dagegen er­hoben. daß in den tschechischen Volksschulen in Brünn und anderenorts in letzter Zeit ein S ch m ä h l i e d auf Adolf Hitler nicht nur mit Duldung der Lehrer gesungen, sondern auch von diesen Amts­personen sogar zur Uebertragung in die hefte der Kinder an Die Tafel geschrieben wird. Das gleiche Haßlied wurde in den verschiedenen Teilen des Lan­des von Soldaten auf den Märschen, in letzter Zeit auch von Sokoln anläßlich des Prager Sokolnfestes

gesungen. Die Deutsche Gesandtschaft hat das Außen­ministerium ersucht, unverzüglich Schritte zu unter­nehmen, um diesen unhaltbaren Zustand a b z u st e l - l e n und die verantwortlichen Personen zur Ver­antwortung zu ziehen.

Derwahre Geist der VaMen"

Erne italienische Stimme über das gefährliche Spiel Moskaus.

Mailand, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.)Po- polo d'Jtalia" schreibt unter der ÜberschriftMos­kau und der Westen", die früheren Angriffe gegen dieAbarletta" und dieDeutschland" zeigten den wahren Geist der Banditen, die in Rot­spanien immer noch ihr Schreckensregiment führten. Italien habe zu ihren vermessenen Drohungen eine klare Haltung eingenommen. Wenn man es wagen sollte, von den Worten zu Taten zu schreiten, dann würde Italien unverzüglich eine nieder­schmetternde Antwort erteilen. Die Be­drohung bleibe bestehen. So lange Moskau versuche,

den Westen besetzt zu halten, könne die Lage nicht normal werden. Das Frankreich Barthous habe sich der Einbildung hingegeben, von Moskau Hilfe zu erhalten. Außerdem habe es geglaubt, die franzö­sischen Kommunisten bezähmen zu können. Sowjet­rußland dagegen habe das Bündnis ausgenutzt, in­dem es darauf hingezielt habe, den Westen zu fas­sen und in Spanien die Revolution zu entfesseln. Der Eintritt der Sowjetunion in die Genfer Liga habe das französische Bündnis mit Sowjet­rußland nicht verhindert. Das Bündnis habe dem westlichen Kommunismus nicht seine Gefährlichkeit genommen. Während das Europa des vorigen Jahr­hunderts niemals zugelassen habe, das Rußland im Mittelmeeraum Fuß fassen konnte, sei die Bar - bavei der Steppen in den letzten Jahren durch die Maskierung mit der Genfer Liga und in­folge der Verwirrung unter den Mächten Europas in den Mittelmeerraum eingedrungen, habe bis zum Westen die Schrecken des Umsturzes verbreitet und so das Getriebe der Zusammenarbeit in Europa gestört. Solange Moskau sein gefährliches Spiel im westlichen Mittelmeer treibe, bleibe immer eine

Gefahr bestehen.

szenierten internationalen Greuelhetze. Die jüdischen Brunnenvergifter haben wieder einmal versucht, die Meinung der Welt gegen Deutschland aufzubringen, und sie haben sich diesmal die jüngste Entwicklung in Oesterreich dazu ausersehen, um gegen Deutsch­land zu Felde zu ziehen nach dem bewährten Grund­satz: Verleumde nur dreist, etwas bleibt allemal hängen; auch n«ch dem früher bereits erprobten Prinzip: Es ist nichts so dumm und so verlogen, als daß es nicht geglaubt würde. Die Phantasie der internationalen jüdischen Hetzer hgt sich in den letzten TaKn überschlagen. Es ist überflüssig, diese Hirngespinste im einzelnen zu widerlegen. Es wurde davon gefaselt, daß nach dem Anschluß ein allge­meines Durcheinander in Oesterreich entstanden sei, daß der sogenannte österreichische Mensch sich gegen diepreußische Invasion" zur Wehr gesetzt habe, daß der Führer selbst nach Wien gefahren sei, um dort Ordnung zu schaffen, daß ferner österreichische Truppenteile den Dienst verweigert hätten, und daß in Oberösterreich Bauernaufstände ausgebrochen seien. Das ist noch nicht einmal alles, aber es ist eine kleine Blütenlese dessen, womit die jüdischen Hetzer in der Welt gegen Deutschland Stimmung zu machen versuchten. Man könnte über diese Dinge mit Verachtung hinweggehen, wenn sie nicht einen ernsten Hintergrund hatten. Deswegen kommt der Kasseler Rede ^des Reichsstatchalters Seyß - In - quart grundsätzliche Bedeutung zu: Er hat mit den internationalen Verleumdern auf eine unmiß­verständliche Weise abgerechnet. Reichskommissar B ü r ck e l seinerseits hat der ausländischen Presse nunmehr selbst Gelegenheit gegeben, sich an Ort und Stelle durch Augenschein von der Verlogenheit der in die Welt gesetzten Behauptungen zu über­zeugen. Damit dürfte wieder einmal eine jener verantwortungslosen Greuelhetzen zusammengebro­chen sein, mit denen das internationale Judentum noch immer glaubt, gegen Deutschland zu Felde ziehen zu können.

britischen Verteidigungspläne sicherzustellen und zu schützen.

Nach diesen klaren Worten kam die Opposition in Gestalt von Attlee zu Wort, der sich zum Verteidiger demokratischer Freiheit aufwarf. Man könne nicht sorgfältig genug darauf achten, sagte er, daß die verwerflichen Lehren der totalitären Staaten, in denen die Freiheit unterdrückt würde, nicht auf Großbritannien Übergriffen. Die Mit­glieder des Unterhauses müßten frei von jeder Be­lästigung bleiben, ihre Freiheit müsse gegen jeden verteidigt werden. Aehnlich äußerte sich Sir Archi­bald Sinclair, der Sprecher der Oppositions­liberalen. Er betonte, daß das Parlament über allen Offizieren und Beantten stehen müsse und ebenso über die Regierung des Tages. Es gelte, die Verfassung des Landes zu verteidigen, denn eine freie Aussprache sei das Lebensblut der Demo­kratie. Als letzter kam Winston Churchill zum Wort, der u. a. den Kriegsminister persönlich an» griff.

Der Privilegienausschuß des Unterhau­ses schloß, nachdem er am Nachmittag erneut zu- sammengetreten war, nach einer etwa eineinhalb­stündigen Sitzung seine Beratungen ab. Nach Schluß der Fragezeit im Unterhaus gab.Cbam- iberlain das Ergebnis der Sitzung des Privi ! legienausschusses bekannt. Er erklärte, man habe Ibort festgestellt, daß das Ersuchen an dey Avgeord-

neten Sattdy s, ohne daß damit dem Mili­tärgerichtshof irgend ein Vorwurf gemacht werden solle möglicherweise als ein Versuch angesehen werden könne, das Unterhausmitglied zu veran­lassen, gewisse Informationen zu geben zu einer Zeit, in der das Unterhaus einen Sonderausschuß einsetzen wollte. Dieser hätte prüfen sollen, ob es richtig sei, daß das Unterhausmitglied eine derartige Information geben sollte. Der Ausschuß sei nun der Ansicht gewesen, daß tatsächlich ein Bruch der Privilegien des Hauses begangen wor­den sei. Nachdem der Ausschuß aber alle Umstände in Rechnung gestellt habe, empfehle er nicht, daß irgendwelche weitere Schritte ergriffen werden sollen. Der Ausschuß habe diesen Beschluß einstimttlig gefaßt.

Der Fall Sandys.

Der Fall des Unterhausmitgliedes Duncan S a n dys schien zunächst eine Frage der parlamentari­schen Gepflogenheiten zu sein. Sandys, ein Schwie­gersohn Churchills, hatte behauptet, die eng­lische Flakartillerie gegen Luftangriffe sei zu schwach. Der Heeresminister Hore-Belisha bestritt 'es. Darauf teilte der Abgeordnete nicht etwa vor dem Parlament, also nicht ip voller Öffentlichkeit, son­dern in einem Brief an den Heeresminister genaue Zahlen mit, und jetzt wurde durch das Vorgehen Hore-Belishas die Sache erst zu einem grundsätz­lichen Fall. Der Heeresminister ließ durch den Ge­neralstaatsanwalt Sandhs auffordern, bei Vermei­dung einer Strafe von zwei Jahren Gefängnis seine Informationsquelle zu nennen. Sandys appellierte an das Parlament, da er der Auffassung war, daß die Parlamentarier sehr wohl auf Schwächen der Verteidigung Hinweisen könnten und sich nicht mit den Gesetzen zur Abwehr des Verrats militä­rischer Geheimnisse abzufinden Hätten, denn dieses Gesetz schützte in diesem Falle nicht die wis­sentlich falschen Angaben Hore-Belishas. Unmittelbar nach diesem Vorgehen Sandys' ließ der General- staatsanwalt seine Drohung fallen, aber das Kriegs­gerichtsverfahren soll nunmehr gegen einen der In­formatoren eingeleitet worden sein. Die englische Presse meldet, nur fünf Personen hätten das streng geheime Dokument gekannt. Die Zahlen des Abge­ordneten scheinen also zu stimmen, Hore-Belisha dem Unterhaus etwas Gegenteiliges versichert zu haben, und die Frage, wie weit es überhaupt in einem parlamentarisch regierten Lande Staatsgeheimnisse gibt, wie tief ein Abgeordneter, der doch als Regie- rungsparteiler ober 'Oppositioneller eine staatliche Funktion ausübt, in sie einbringen barf unb seine Informationen nicht zu nennen hat, ist eine Ange­legenheit, bie im Unterhaus mit ber Grünblichkeit erörtert wirb, die das englische Parlament liebt, wenn es sich um Grenzfragen seines Einflusses handelt.

Dieser Vorfall aber mag der Regierung, die in einer starken Propaganda für die Luftrüstung steht, nicht gerade unerwünscht kommen. Hore-Belisha hat, sicherlich belehrt durch den Fall Sandys, am Diens­tag eine gewaltige Verstärkung der Flaks angekündigt, die im Jahre 1935 nur 2000 Mann betrug, jetzt angeblich 43 000 Mann zählt unb nun verdoppelt wird, so daß sie spätestens 1942 nicht weniger als 80100 000 Mann betragen soll. Die Luftabwehr in England ist dazu nach deutschem Vor­bild auch zivil organisiert. Eine gewaltige freiwillige Armee von englischen Frauen soll für den Ernst­fall in der Bekämpfung von Luftknegsfolgen ausge­bildet werden. Aber ob nicht auch die neuesten Vor­schläge des Heeresministers unter die militärischen Geheimnisse sollen, ist doch einigermaßen zweifel­haft, denn als in der zweiten Maiwoche der Rück­tritt des Luftfahrtministers Lmd Swinton vom Parlament erzwungen wurde, sind dem Parlament offizielle Zahlen über Englands Luftstatistik gegeben worden, die ganz offensichtlich irreführend, d. h. zu niedrig waren.

Nach den Angaben von Regierunasseite soll die Stärke ber Heimatluftklotte bis Enbe März 1940 um 840 Maschinen, die Marineluftwaffe um 400 Ma­schinen vermehrt werden. Das märe eine Vermeh­rung von nur 40 v. H. Im letzten Kriegsjahr hat Großbritannien über 30 000 Flugzeuge für die Front gebaut, aber nach den Regierungsangaben will es in den kommenden zwei Jahren kräftigster Ausrü­stung nur 1240 Maschinen herstellen, also nicht einmal bie Hälfte der Kriegsproduktion eines Mo­nats! Wie gesagt, es handelt sich dabei um offizielle Angaben. Dagegen nannte der Führer ber Oppo­sition die monatliche Probuktionskavazität mit 250, ein Regierungsabgeorbneter 175. Nehmen wir nun 200 Flugzeuge an, deren Bau nach den Angaben des Regierunasvertteters sich bis Mai 1939 verdop­peln, bis 1939/40 verdreifachen wird, dann kommen schon anfangs 1940 in zwei Monaten bie 1240 Ma­schinen heraus, bie man angeblich bis dahin insge­samt erzeugen will! Und Lord W i n t e r t o n sprach nicht von der Produktionskapazität, sondern von der tatsächlichen Erzeugung.

Mit anderen Worten: ber englischen Öffentlichkeit wirb suggeriert, daß England zur Luft unterlegen fei, baß es also mehr aufrüsten müsse, währenb in Wirklichkeit diese Ausrüstung längst Tatsache wurde. Vielleicht kommt baher bie Unterhausbebatte über die Anwendung des Gesetzes gegen den Verrat mi­litärischer Geheimnisse und ber Eindruck beim eng­lischen Publikum, bie Regierung müsse noch mehr tun als bisher, der Regierung sehr gelegen .

Wie derDaily Telegraph" berichtet, ist dem Kriegsminister Hore-Belisha ein Sonder­beamter von Scotland Vard zu feinem persönlichen Schutz zur Verfügung aestellt worden, da dem Kriegs­minister Drohbriefe zugegangen seien. Auch das Haus des Ministers in Wimbledon hat eine besondere uniformierte Polizeiwache erhalten.

Wien, 30. 3uni. (DRV.) Reichskommissar Gau­leiter V ü r ck e l empfing heule eine Reihe bekann­ter A u s l a n d s j o u r n a l i st e n, die auf Ein­ladung des Reichspropagandaminisieriums nach Wien gekommen waren. Um besonders die in h<m letzten Tagen in der Auslandtzprffe über Oester­reich verbreiteten Lügen und Greuelmär- chen zu widerlegen, sollte ihnen Gelegenheit gebo­ten werden, sich an Ork und Stelle von der Unrich­tigkeit der verbreiteten Behauptungen zu über­zeugen.

Gauleiter B ü r ck e l erklärte sich den Auslands­journalisten gegenüber bereit, alle an ihn gerichteten Fragen zu beantworten, und dies gfchah auch i n denkbar freimütiger und oft humor­voller Weise. Die Fragen der ausländischen Pressevertreter berührten die verschiedensten The­men auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Ls war dabei erfreulicherweise festzustellen, daß sich diese Fragen vor allem der positiven Seite, nämlich dem Aufbau der Partei, der staat­lichen Organe und der Wirtschaft, der Arbeitsbeschaf­fung und den übrigen aufbauenden Maßnahmen der nationalsozialistischen Staatsführung in Oesterreich zuwandten.

Die Auslandsjournalisten begaben sich anschlie­ßend in die Wiener Gauleitung, wo sie einer Ta­gung der Reichsleiter und Gauamtsleiker beiwohn­ten, bei der Gauleiter Gl o b o c n i k eine Ansprache hielt.

*

Die Rede des Reichsstatthalters Dr. Seyß- Jn quart in Kassel, über die wir gestern bereits berichtet haben, bedeutet eine höchst nachdrückliche Zurückweisung der von jüdischen Drahtziehern in-

ZufammeuSruch der neuesten jüdischen Greuelhetze. Gauleiter Dürckel empfängt die Auslandspresse.

Ein Bruch der Privilegien."

Der Fall Sandys vor dem Unterhaus.

London, 30. Juni. (DNB.) Zu dem Fall Duncan Sandys gaben Premierminister C h a m- b er Iain unb Kriegsminister Hore-Belisha am Donnerstag im Unterhaus Erklärungen ab, die bie Bedeutung ber ganzen Angelegenheit noch ein­mal unterstrichen. Chamberlain begrünbete im be­sonderen den Antrag, einen Sonderausschuß zur Prüfung des Falles einzusetzen. Eft nach Vor­liegen eines Untersuchungsergebnisses werde die Regierung ihre Stellungnahme bekanntgeben.

Hore-Velisha gab einen sachlichen Bericht über den Verlauf des Falles Sandys, der am 22. 3uni mit einer Mitteilung des Generalftabs an ihn ins Rollen gekommen sei. Der General- slab sei außerordentlich besorgt gewesen über die Tatsache, daß die geheimsten Dinge der Landesverteidigung, die nur einem ganz kleinen kreis bekannt bleiben soll­ten, in den Besitz eines Außenstehenden gelangt seien. Die Frage des Abgeordneten habe gezeigt, daß er in vertrauliche Kriegspläne Einsicht ge­habt habe. Wörtlich erklärte Kriegsminister Hore-Belisha, er wisse sehr wohl, daß die Mitglieder des Unterhauses ihre Pflichten hätten. 3edoch auch der Generalstab habe eine Pflicht, die er zu erfüllen habe^ er habe die