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Mittwoch. l.Zuni 1958
Nr. 126 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Junge deuische Nation
Fröhliche Fahrt durch die pfingsttandschast
(Aufnahme: E. Hase, Frankfurt a. M.)
markieren! Stimme: ,
Am Ziel unserer Fahrt benutzte Bolle jede freie Minute, um mit seinem „Speer" zu verschwinden. Er machte es so geschickt, daß. wir ihn nach einigen hundert Metern aus den Augen verloren.
Eins fiel uns auf: Wenn er zurückkam, zog er immer ein langes Gesicht! Wenn wir ihn fragten, was ihm denn über die Leber gekrochen fei, dann sagte er nur:
„Ach nichts! Aber morgen werde ich euch überraschen! Paßt nur auf!" *
Aber die Ueberraschung, auf die wir-. gespannt warteten, kam nicht. Da beschlossen wir, ihm nachzuspüren. Als Bolle wieder einmal still und leise sich mit seinem „Speer" davonmachen wollte, schlichen wir ihm auf leisen Sohlen nach. Besser hätten es die Indianer auch nicht machen können!
Wir sahen, wie Bolle plötzlich in einem Hohlweg verschwand, der zu einem kleinen See führte. Wir kamen nicht dazu, uns zu wundern, denn wir mußten uns beeilen, ihm zu folgen.
Als wir am See erschienen — wir hielten uns -hinter Bäumen versteckt — sahen wir Bolle auf einem Steg sitzen und — angeln!
„Mensch, ich werde verrückt!" glaubte Orje von sich zu wissen. „Das ist ja allerhand!" fuhr er fort. Dann verschwanden wir so lautlos, wie wir gekommen waren.
Am nächsten Tage, als Bolle wieder an den See kam, fand er an seinem Steg Orje vor. Der hatte sich eine Angel besorgt und angelte ebenfalls. Wir standen in Deckung, grienten und harrten der Dinge, die da kommen würden.
„Du Schuft!" vernahmen wir Bolles Stimme. „Das ist mein Platz hier!"
„Was du nicht sagst!" höhnte Orje nur.
„Wenn du nicht machst, daß du fortkommst, werfe ich dich ins Wasser!" drohte Bolle.
Orjes Antwort war ein lautes Lachen. Da hörten wir aber auch schon einen Plums. Bolle hatte Orje in den See gestoßen! Da stand Orje nun, das Wasser reichte ihm bis zum Koppelzeug, und schimpfte ganz toll mit Bolle herum.
Zusammen mit uns trat ein Förster aus dem Walde und fragte Bolle und Orje:
„Was macht ihr denn da?"
„Ich — wir wollten angeln!" erklärte Bolle.
„Etwa hier im See?"
„Ja!"
die Beine des Märkers; der springt erschrocken hoch unter der Lachsalve der Zuschauer. Hanno ist sogleich wieder im Play: „Verdursten werdet ihr mir hier nicht. Ueberall sprudeln zahme und auch wilde Wässerlein. Es rieselt in Wiesen und unter Gestrüpp." „Und was ist mit den Schlangen?" fragt der Naseweis. Aus dem Gemurmel der Kameraden steigt eine Baßstimme: „Mensch, wir markieren doch, nur." Aber es gibt keine Verblüffung: ,Aha— Wasserschlangen! Und welch liebliche Namen gibt es für sie — Herr Professor?" Hanno bleibt kühl: „An den fünf Bergen entlang schlängelt sich der Mühlenbach nach Kömgswinter. Genau entgegengesetzt — im Süden — gluckert der Pohbach (Hanno macht eine Schlinge ins Tau) in den Schmelzbach nach Honnef. Der wahre Wassergeist aber im Siebengebirge ist der Fonsbach, der es genau in zwei Hälften zerteilt. Ihn.begleiten mit seltsamen Namen eine Menge Berge, die ich epch
hiermit wärmstens an eure eiskalten Herzen lege. Pack Steine herbei, du Roland von der Siegessäule, und bleibe rechts vom Fonsbach! Dom Lohrberg aus baue nebeneinander die Jungfernhardt und den Heideschottberg, der übers Zinnhöckchen in die Hügel der Ofenkaul verläuft — mit Schotter ' — und nicht so zaghaft." Wieder eine ,2ya werden die Backofensteine in den
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und mein Herz klopfte laut. Die andern aus der Jungenschaft wollten mich ausschimpfen, doch unser Jungenschaftsführer sagte nur: „Kerl,, reiß dich jetzt zusammen!" Das tat ich. Nie hatte ich eine solche Weite erreicht wie mit diesem Sprung. Im Lauf lief ich absichtlich mit einem, der bedeutend besser war als ich. Doch ich wollte nicht zurückbleiben und zog mächtig nach. Wie eine Klette heftete ich mich an ihn. So machten es alle, und auch der Lauf 'brachte durchweg gute Ergebnisse. Nun kam noch der Wurf. Werfen kann schließlich jeder richtige Pimpf und so klappte es auch bei uns. Da rannte unser Jungenschaftsführer zum Wettkampfbüro und lieferte die Liste ab. Hatten wir es geschafft? Die Jungenschaft 3 war siegessicher. Sie wollten „ganz groß" abgeschnitten haben.
Endlich kam am Abend die Siegerehrung. Der Fähnleinführer verkündete: „Im Mannschastswett- kampf siegte die Iungenschaft drei...' — „Alfo doch nicht , geht es blitzschnell durch unsere Kopfe. Doch es ging'ja noch weiter...: „...die Jungen- schast dreizehn." Das waren wir!
Wir alle waren unbändig stolz und sehr glücklich. Erst später merkte ich, daß ich ju auch bei diesem Kampf noch eine Siegerplakette für mich selbst erkämpft hatte. Aber das' ist wohl nicht so wichtig. Denn unsere Jungenschaft hatte gesiegt. W. D.
Höhlen gebrochen." „Richtig", sagt -Hanno anerkennend, „aberi steige mir nicht auf eigene Faust in die unterirdischen Brüche; du könntest, dich verlaufen. Führung nur von Kennern möglich; die haben schon manch dreistes Maulwürflein aus der feuchten Unterwelt für die gute Mutti gerettet, diese — Professoren." Sämtliche sich sonnenden Eidechsen stteben weg vor dem Braus des Gelächters.
Hanno bleibt sachlich: „Von der Jungfernhardt aus legst du fünf Steine in eine Reihe zum Rhein, drei kleine für Geisberg — Schallenberg — Bol-
vershahn, zwei große für Wolkenburg und — (Pause) — Drachenfels!" Der Berliner nimmt die Hacken zusammen: „Irrtum richtiggestellt!" Hanno winkt gemütlich ab: „Tja, der Drachenfels pfeift auf die stolze Reihe der Fünf; er trägt seinen Stolz ganz für sich, wogegen nicht mal die einsame Wolkenburg ankann. Er ist ein Eigenbrötler; deshalb kennt ihn jedes Kind, und deshalb sind seine größeren Brüder so unbekannt." Flink greift der Vorwitz ein: „Demnach liegt der Drachenfels eigentlich bei Rhöndorf — hm — und was sagt Königswinter dazu?" Hanno kräuselt'die Nase: „Sag mal, Sanssouci liegt eigentlich bei Potsdam — hm — was sagen dazu die Berliner?"
„Rauf ins Gebirge", ermuntert Hanno, „und runter auf die linke Seite des Fonsbachs! Don der Löwenburg her baust du noch mal vier Steine auf, zwei nebeneinander: Fritscheshardt und Oelen- der und von diesem hintereinander zum Sttom den Kleinen und Großen Breiberg. Der Große Breiberg beherrscht wie ein König ringsum die Hügel und Hänge, und wie für einen Schlemmerkönig hat er oben einen trutzigen Sessel stehen, den Teufelsstein — nein, nein — beruhige dich — es gibt im Siebengebirge außerdem keine Teufeleien. Dafür sorgen wir ^chon. Wir haben dabei das beste Vorbild an den Gebirgsbauern; die haben ein für allemal dem Satan das Genick umgedreht, drüben auf dem rückwärtigen Abhang des Siebengebirges — in der Separatistenschlacht. Seither, schreitet der liebe Gott wieder mit blühendem Stab durch 'ein Stück freies Deutschland." Nach einer Weile sagt ein niederrheinischer Pimpf: „Mein Bruder, der Gießer ist auf der Hütte, schrieb davon; er war drüben am Ehrenmal mit der Glocke, die in der Sturmnacht zersprang. Er hat Urlaub und ist auf der Rosenau, das muß hier sein." Hanno weist an: „Lege zwei Steine zwischen Oelberg und Nonnen- stromberg — der rechte markiert den Berg Wasserfall mit dem hölzernen Ausguck", Hanno steckt einen Grashalm auf. „Der linke ist die Rosenau; oben darauf ist das Heim der DAF." Schau, der Berliner legt feierlich eine gelbe Butterblume auf den brüchigen Brocken, aber niemand belächelt ihn. Hanno richtet das Ohr gegen das Morg^ntot: „Hört ihr den Wind reden, der über die Dörfer Hyvel und Aegidienberg gestrichen ist, wo die landfremden Verräter sich blutige Köpfe holten...?" Es wird ganz still in der Runde; nur ein Flieger zieht mit dem Hakenkreuz' unter den Wolken her. Schließlich meldet sich eine leise Sttmme: „Dahin hätten wir näher von Honnef aus..." und der von der Spree schnattert: „Ueberhaupt ist Honnef zu kurz gekommen". Hanno schreibt einen Schnörkel in die Luft: „Honnef braucht keine Kuppen; an den Hängen könnten die Menschen bequem Weingärten anlegen; aber das tun sie nicht. Wo gäbe es dann die seltenen Schnecken, Zippammern, Schwarzspechte und Orchideen...!"
Die Kameraden schauen mit blanken Augen in die grüne Ferne. Hanno spürt, was sie sich wünschen: „Darum geht unsere Fahrt von Königswinter nach Honnef und nicht etwa umgekehrt. Fein sauber abgesteckt leitet der R-Weg über die Kuppen im Halbkreis. Wir wissen andere Wege; wir können jetzt mit eigenen Augen wandern. Die Strecken sind kurz — aber zünftig. Los!"
Flinke Hände verstauen Steine, Stubben und Taue ins Gebüsch, aber nur zögernd ersteigen sie die Strähne des Petersberges, und zudem vermissen sie gar bald den Berliner. „Laßt nur", sagt Hanno, „der kommt schon richtig nach; er zeichnet ins Merkbuch, was wir uns gebaut hatten — ist ja kein Fehler."
Kurz vor Helsterbach erst stößt der Nachzügler wieder zur Truppe. Die Baßstimme empfängt ihn: „Zeig vor, was du gezeichnet hast — hm — mir cheint, die Sache ist vorzüglich geraten, dir und dem Professor —" Alle Köpfe beugen sich über das Blatt, aber Roland schnippt ihnen die zugeklappten Deckel unter die Nasen und schreit: „Vorsicht — feuergefährlich! Wer macht es mir nach?"
Volle hat ein Geheimnis.
Neulich waren wir auf Fahrt. Der immer gleich freundliche, nie um eine Antwort verlegene Bolle
„Fein, daß du deinen Speer mitgenommen hast! saate Orje zu Bolle auf der kurzen Bahnfahrt und betrachtete aufmerksam das einem Speer ähnliche Gebilde in Bolles Hand .
„Oft kein Speer!" gab Bolle kurz angebunden zur
„ffiiefo nicht?" wollte Or>e wissen.
Daß es kein Speer ist, siehst du am Fehlen der Eisenlvike'" belehrte Bolle den Orje.
Was ist es denn, wenn's kein Speer ist?" Orje Hfcg® Ät letztes Wort in ^'^Lir^ft'ellt^n'feft daß Bolle ein Geheimnis hatte.
Wollen doch mal sehen, ob wir nicht dahinter- kommen!" flüsterte Orje uns zu.
Ein pimps baut das Siebengebirge. ;
Von Hans Lorenz Lenzen.
Kennt ihr Hanno, den Fahrtenführer? Gewiß 1 kennt ihr ihn, den kecken Pimpf, der vieles weiß, alles kann und niemals vor Schwierigkeiten kneift. : Sicher habt ihr ihn schon an der Landebrücke stehen sehen, mit der Karte am Riemen, dem Feldstecher in der Hand, dem Bleistift hinterm Ohr. Wenn ihr ihn noch nicht kennt, dann kommt zum Rhein. Irgendwo werdet ihr ihn schon finden, wie er auf neue Kameraden wartet, die er führen soll. Wohin? Natürlich ins Siebengebirge, denn das kennt er wie sonst niemand am Strom.
Hanno behauptet, daß er mit den Augen wandert, jawohl mit den Augen. Die Beine, meint er, die täten alles von selbst. „Sein Gebiet" sei nur 7 Kilometer lang und 5 Kilometer breit; da könne ein zackiger Bursche einfach nicht müde werden, nicht einmal, wenn er die ganze Runde hintereinander machte. Zähle er das Vorland noch mit hinzu, dann brauchte es höchstens dreier Tagessahrten, obwohl es weit mehr als das dopvelte Land zu erwandern gelte. Wer sich aber vor dem einen wie vor dem andern bange mache, der solle lieber hinter eine sichere Schürze kriechen.
Immer erregt Hanno Verwunderung, und zwar gleich zu Anfang, denn er macht die erste Fahrt auf einer steinigen Halde hinter der Sonntagsmühle am Dörnchen, da wo bereits die Dächer von Königswinter wie graue Tafeln zu Füßen liegen und die Zahnradbahn auf den Petersberg keucht. Die fremden Kameraden müssen sich' hier im Kreis um ihn setzen und brauchen bloß zuzuschauen. Er rollt drei alte eichene Baumstubben, die verschieden dick sind, aus dem Gebüsch und schiebt sie je drei Schritte weit auseinander an die Seite einer langen und schmalen Furche. Der mittlere Stubben hat ein R aufgemalt, der größere am Ende der Furche ein K und der größte am Anfang ein H. Hanno tippt auf die Buchstaben: „Nördlich Königswinter — mitten Rhöndorf — südlich Honnef, im Verhältnis natürlicher Größe!" „Haaah..." kommt es aus bem. Munde der Kameraden, derweil Hanno schon mit dem Fahrtenmesfer mit tüchtigem Schwung rechts einen Halbkreis von K nach H zieht: „Reicht mal Steine her — genug — ihr bemerkt wohl, daß mein Gebiet einen Halbkreis umfaßt?" Sie nicken, nur ein Pimpf (aus der Berliner Kante) ruft vorlaut: „Richtig — die Rinne, det ist da Rhein!" Hanno bestätigt: „Du merkst auch gleich alles, komm ran, dich kann ich beschäftigen — da — einen Stein legst du ein wenig landeinwärts über Königswinter raus!" Gleich schreit unser Berliner: „Det is woll der Drachenfels!" „Nee, Bester", deckelt Hanno, „det is da Petersberg; der Drachenfels ist in diesem Gelände — ein Irrtum. Wird erst später richtig gestellt. Und nun, leg ab — den Halbkreis lang — nicht über die Hälfte hinaus — die Berge: Nummer 2 = Nonnenftromberg, Nummer 3 = Oelberg, Nummer 4 -sLohrberg, Nummer 5 — Löwenburg — wiederholen" Im Chor hallt es: „Petersberg — Nonnenftromberg — Oelberg — Lohrberg — Löwenburg — haaah ..." und der Berliner meckert hinterher: „Herr Professor ..." Hanno scheint nichts gehört zu haben, merkt auch das allgemeine Grinsen nicht, aber gibt acht, wer zuletzt lacht... „Weiter im Text — genau Rhöndorf gegenüber — im rechten Winkel zum Rhein — liegt, wie ihr seht, die Löwenburg. Ich wiederhole: mithin stehen die fünf Berge auf dem halben Viertelkreis, genannt erstes Viertel. Das zwote Viertel hat keinen einzigen Berg, das fällt sanft ab nach Honnef." Unvermittelt fährt er den Berliner an: „Los, da im Busch liegen drei Schlangen, hol sie her!" Dem Spötter klappt der Mund: „Schlangen?" Hanno lächelt ihn listig an: „Natürlich, du Lammerschwanz- chen, aber Schlangen aus Hanf." Schon zieht er drei dicke, zerfaserte Taue heran und ringelt sie um
Wir Wagen die Zmgenschaft3.
Bom Reichssportwettkarnpf der HI.
Keiner im ganzen Fähnlein zweifelte daran. Es gab nur einen Sieger bei den Mannschaftskampfen des Reichsfportwettkampfes, und das war die Jungenschaft 3! Denn in dieser Iungenschaft waren ja auch die drei großen Sportkanonen des Föhn- . leins, die den Ball fast über den ganzen Sportplatz warfen, für die die Sprunggrube kaum ang genug war und die allen anderen aus den Augen Men Ja, das war ganz klar: Diese drei wurden schon die nötigen Punkte für ihre ^ungensi^ft holen, auch wenn die übrigen gar nichts Besonderes ^Dvchunf-r Jungen,chast-sühr-r
UNS die Ehrenurkunde des Führers. 19
er mit solcher Bestimmtheit, daß wir g°bar an dachten, ihn auszulachen W r sEen toug -werden? Wir, die mir doch alle nur „riirajiajniu»
Sportkanonen zu besitzen, aterbanb< unb Jungenschaft können nicht weh Wenn wir
verlassen sich vollkommen auf Me lbret. ffiwn wir °en7 ?L^n^^Jung-n,ch°st »«Jeiue •BÄ«« s «r über uns und grinste uns h> Y I । n Aber immer wieder spr°ng°u. und> den « fie
nie war unsere Jungenschas s ' Allmählich schäft. Immer standen wir o a) Zuschauer
kämpften wie em einzige 3 kämpfte,
scharten sich dort, wo die v 9 achteten
aufeinander. ‘sl der Weitsprmig^Ich batte
„Ach", meinte der Förster lachend, „ihr werdet wohl kein Glück haben! Der See hier hat seit Jahren keine Fische mehr —"
Die Gesichter von Bolle und Orje wurden immer länger — Dietrich G. L u p k e.
Das Seit
Fritz, Hein und Max wandern. Sie wollen acht Tage lang kreuz und quer durch die Heimat streifen. In Rucksäcken tragen sie mit sich, was so zu einem richtigen Ausflug gehört: Kochtopf, Futter, etwas Ersatzzeug und ein Zelt. Drei Tage lang sind sie nun schon unterwegs. Sie sind guter Dinge; das Wetter ist herrlich, und es wandert sich so schön durch die prachtvolle Heimat. Heute soll es nun nach dem 25 Kilometer entfernt liegenden nächsten Rastplatz gehen. Sie sammeln also nach der Rast alles zusammen und fangen an, es in den Rucksäcken zu verstauen. Da hält plötzlich ein Auto neben den eifrig Beschäftigten. Ein guter Bekannter, der neben dem Auto auch über den dazugehörigen Geldbeutel verfügt, steigt aus dem Wagen. Mit großem Hallo wird er begrüßt; und da fie gerade m der Nähe eines Gasthauses rasten, geht's dort hinein^
Es ist schon spät am Nachmittag, als unser Dreiblatt sich auf die Socken macht. „Wenn man nur nicht so müde wäre", stöhnte Hein. Fritz wußte einen Ausweg: „Jeder erzählt eine Geschichte, bann vergeht die Zeit schneller." Hein fängt also an zu erzählen. Er erzählt ein spannendes Erlebnis, das er einmal mit einem wildgewordenen Stier gehabt haben wollte. „Beinahe" wäre es dabei „ins Auge" gegangen. Nun erzählt Fritz. Eine Geschichte, zum Totlachen; sie merken dabei gar nicht, wie die Straße unter ihren Füßen weggleitet. Der Kopf wird immer klarer, die Müdigkeit unmerklich größer. Zwei Drittel des Weges' haben sie bereits hinter sich. Nun ist das Dreiblatt doch so müde, daß sie sich nur noch Vorwärtsschleppen. Zur Aufmunterung soll Max seine Geschichte erzählen.
„Ach", sagt Max, „meine Geschichte ist so traurig, ich maä sie gar nicht erzählen." „So erzähle doch endlich , drängen seine Freunde. „Ihr werdet mir nicht glauben wollen", sagt Max, „meine Geschichte ist wirklich grausig und unfaßbar." Ernstlich böse wurden da die beiden andern: „Erzählst du jetzt?" — „Ja", beginnt Max, „es ist eine traurige Geschichte und dazu noch wahr: wir haben unser Zelt vergessen." Sch.


