stundeten oder niedergeschlagenen Steuerbeträge
auf
aus
(Nachdruck verboten!)
23. Fortsetzung.
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Gortsetzvvg solch)
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der den be-
noch bis zum 30. Juni 1938 aufgebraucht werden können.
** D i e städtischen Tennisplätze am Schützenhaus sollen für die Spielzeit 1938 neu vermietet werden.
♦* Die Deutsche Stenographenschaft, Ortsoerein Gießen, gibt heute bekannt, daß ihre neuen Kurse in Kurzschrift und Maschinenschreiben nach Ostern beginnen.
Große Strafkammer Gießen.
Wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung im Amt bzw. wegen Betruges hatten sich der Otto v. N. aus Großen-Büseck und die M. Sch.
Mietbeihilfen zu gewähren.
Diese.Mietbeihilfen werden keine Leistungen öffentlichen Fürsorge und daher auch nicht von Mietern zurückzuerstatten sein. Hierauf wird
Am 1. April 1938 treten die Landesbestimmungen über die Stundung und Niederschlagung der Gebäude-Entschuldungssteuer (Hauszinssteuer) zugunsten hilfsbedürftiger Mieter außer Kraft. Die hilfsbedürftigen Mieter, zu deren Gunsten bisher die Gebäude-Entschuldungssteuer gestundet oder nieder- oeschlagen worden ist, brauchen jedoch nicht zu befürchten, daß sie durch diese lediglich in der Technik des Steuerrechtes begründete Maßnahme Schaden leiden. Sie werden vielmehr vollen Ausgleich durch erstattungsfreie Mietbeihilfen erhalten.
Das Nähere wird aus einer in den nächsten Tagen im Reichsgesetzblatt erscheinenden Verordnung des Reichsinnenministers, Reichsarbeitsministers und Reichsfinanzministers über' Mietbeihilfen ersichtlich sein. Diese Verordnung wird die Stadt- und Landkreise verpflichten, für die hilfsbedürftigen Mieter anstelle der zu ihren Gunsten bisher ge-
Iranksurter Schlachtvlehmarkt.
Frankfurt a. M., 31. März. Auftrieb: Rinder 1051 (gegen 1129 am 24.3.), darunter 205 (204) Ochsen, 173 (144) Bullen, 501 (567) Kühe, 173 (214) Färsen. Kälber 500 (577), Hämmel und Schafe 40 (90), Schweine 304 (455). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mart: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 38 bis 41 (38 bis 41), c) 36 (31 bis 36), d) 27 bis 29 (—). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 39 (37 bis 39), c) 34 (32 bis 34). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis 33 (27 bis 33), d) 17 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (37 bis 40), c) 35 (32 bis 35). Kälber a) 62 bis 65 (61 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis
59), c) 43 bis 50 (44 bis 50), d) 37 bis 40 (37 bis
40). Hämmel b2) 48 bis 49 (46 bis 52), c 37 bis
45 (37 bis 45). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 38 (35 bis 38), c) 25 bis 28 (18 bis 31). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50), Sauen gl) 53,50 (53,50). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.
Schweinemarkt in Homberg.
—Homberg, 31. Mär,^ Zum gestrigen Schweinemarkt waren 92 Ferkel aufgetrie- ben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 23 bis 27 Mark gezahlt, 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 Mark, für 10 bis 12 Wochen alte 30 bis 42 Mark. Bei flottem Handel war der Markt schnell geräumt. :
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL
Spenden für Oesterreich.
Alle deutschen Volksgenossen, die an der Linderung der Rot im Lande Oesterreich mithelfen wollen, können Geldspenden einzahlen auf das Konto „O e st e r r e i ch" bei allen Dienststellen des DhW. oder bei allen in der Reichsgruppe „Banken- zusammengeschlofse- nen Kreditinstituten (Banken, Girozentralen, Sparkassen, gewerblichen und landwirtfchaft- lichen Kreditgenossenschaften) und bei allen Postscheckämtern.
Erstattungssreie Mietbeihilfen.
Voller Ausgleich der fortfallenden Stundung der Hauszinssteuer zu Gunsten hilfsbedürftiger Mieter.
sonders hingewiesen.
Die Mieter brauchen auch keinen Antrag Gewährung der Mietbeihilfen zu stellen. Die Mietbeihilfen werden vielmehr für die hilfsbedürftigen Mieter von Amts wegen gewährt. Die Stadt- und Landkreise zahlen sie unmittelbar für die Mieter an die für die Erhebung der Gebäudeentschuldungssteuer zuständigen Steuerbehörden. Die Steuerbehörde hat dem Steuerschuldner den vollen Betrag der Beihilfe auf die von ihm insgesamt geschuldete Gebäudeentschuldungssteuer anzurechnen. Der Vermieter ist verpflichtet, dem Mieter den vollen Betrag der Beihilfe auf die Miete anzurechnen.
Abenteuer in Paris.
Vornan von Hans Hirthammer.
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Kampf dem Kartoffelkäfer!
Auch in diesem Jahre verstärkte Abwehr durch den Reichsnährstand.
wenig über sie. Denn das Unternehmen war nicht ungefährlich. Sie konnten ertappt werden, und dann würde sie, wenn sie auch vermutlich einen Grenzschein hatte, mit Unanüehmlichkeiten zu rechnen haben. Aber auch wenn sie unangefochten hinüberkamen — für sie blieb die Beschwerde des nächtlickzen Marsches, der einsame Rückweg... Es imponierte ihm, wie sie alles daransetzte, um das Verbrechen ihres Vaters wieder gutzumachen. Stumm folgte er ihr.
„Zn einer knappen Stunde haben wir's geschafft!" munterte ihn Lissy auf. „Sind Sie noch nicht mübe?"
„Sie wollen sich über mich luftig machen?"
„Aber nein, roie können Sie fo etwas denken? Ich spüre es doch selbst! Wir sind bereits zwei Stunden unterwegs. Solche Wanderungen bin ich selber gar nicht mehr gewöhnt!"
„Wäre es nicht vernünftiger, wenn Sie jetzt umkehren würden? Ich werde mich schon zurechtfinden. Einfach immer geradeaus, dann muß ich doch ans Ziel kommen."
„3mmer geradeaus!" lachte sie. „UnD wie wollen Sie das nachprüfen, ob Sie immer geradeaus gehen? Sie haben sicher noch niemals eme solche Wanderung gemacht, sonst wußten Sie, daß es ohne Hilfsmittel unmöglich ist, eine bestimmte Richtung einzuhalten."
Äilly Ruland mußte allerdings zugeben, daß er hierin keinerlei Erfahrung befaß. „Aber was machen wir bloß? Ich kann doch ein fo aroßes Opfer wirklich nicht von Ihnen verlangen!'
„Ich weiß einen wunderbaren Ausweg, Herr Ruland! Wir fetzen uns auf den nächsten umge- stürzten Baumstamm und ruhen uns ein wenig aus. Dann werden wir den Rest des Weges spielend bewältigen."
„Das war ein gutes Wort, wennbleich wich Ihr Vorschlag nicht ganz darüber beruhigen kann, daß ich sehr selbstsüchtig handelte, Ihr Angebot anzu- nehmen."
„Ihre Reue kommt zu spät!" meinte Lissy Dargent spöttisch. „Lassen Sie also diese unnötigen Selbstvorwürfe! Sie überzeugen mich doch nicht!"
Und dann saßen sie dicht nebeneinander und hatten ganz vergessen, ihre Hande zu lösen. Genau gesagt: jeder behielt mit Absicht die Hand des anderen in der seinen, jeder glaubte, dvß der anders vergeßen habe, loszulassen, und so frosten sich beide ihrer kleinen Lift.
„Sie werden dem Manne, den Sie lieben, einmal ein guter Kamerad sein!" flüsterte Willy und spürte die Nähe ihres Gesichtes.
(Bad-Nauheim), die Verleihung der Carl-Ludwig- Ehrenmünze vor, die in diesem Jahr Prof. H e h an der Universität Zürich, der Wirkungsstätte Earl Ludwigs, zuerkannt wurde. Prof. Koch konnte weiter die Ernennung von vier Ehrenmitgliedern der Gesellschaft für Kreislaufforschung bekanntgeben. Es sind dies die Professoren Spalteholz (Leipzig), Iaksch (Prag), Geheimrat Aschoff (Freiburg) und Hering (Köln).
Der erste Tag brachte Darstellungen über das Wesen der Therapie des Kollaps unter dem Ge- sichtspunkt vier medizinischer Fachgebiete, sowie Vorträge über die einzelnen Problemstellungen des Kollaps. An die Vorträge schloß sich eine rege Aussprache an, die die Probleme durch neue Forschungsergebnisse wesentlich erhellte.
Das größte Interesse wurde den Forschungen Professor E l a r g s entgegengebracht, der über die überaus wichtige Frage sprach, inwieweit direkte Verbindungen zwischen den kleinsten Schlagadern und den kleinsten Blutadern, den sog. Arterio- Venesen-Nebenschlüssen, bestehen. Er konnte den Wissenschaftlern und Praktikern wertvolle Aufschlüsse auf Grund vieler Versuche geben.
Alle diese Ausführungen bekundeten die große Aktivität des Forschergeistes, der auch auf diesem medizinischen Fachgebiet versucht, in der unbegrenzten Möglichkeit menschlicher Erkenntnisse immer wieder zu neuen Ergebnissen zu kommen.
Nachdem Professor Stadler Worte des Dankes an den Vorsitzenden Professor Nonnenbruch gerichtet hatte, wurde die Tagung geschloffen, die gezeigt hät, daß die Medizin als Helferin der Menschheit ihre Aufgabe, Dienst an der Gemeinschaft zu sein, in hohem Maß erfüllt.
Dienstabteil sitzen sah, bat er um ihre Fahrkarte Bereitwillig und ohne ein Zeichen von Erregung holte die Mitangeklagte die Karte aus ihrer Tasche. Als sie die Karte dem Zugführer übergeben wollte, sprang der Angeklagte dazwischen, riß die Karte an sich und sagte: „Die Dame löst nach." Der Zugführer erklärte darauf, er werde den Vorfall melden. Als der Zugführer das Abteil verlassen hatte, machte der Angeklagte der Sch. die schwersten Vorwürfe und schrieb ihr kostenlos eine Fahrkarte 3. Klasse Göbelnrod—Gießen.
Durch das Ausstellen der Blankokarten hatte v. N. sich des Betruges schuldig gemacht. Er hatte die Karten ausgestellt, um der Sch. einen Vermögensvorteil zu verschaffen, nämlich ihr das Zahlen des vollen Fahrpreises zu ersparen. Weiterhin war der Zugführer getäuscht und das Vermögen der Reichsbahn durch die Nichtbezahlung des vollen Fahrpreises geschäüiat worden. Außerdem sah die Strafkammer, trotz Der teilweisen gegenteiligen Auffassung der Verteidigung, durch das Ausstellen der unrichtigen Blankokarten den Tatbestand der schweren Urkundenfälschung als gegeben pn. Mit der Verteidigung lehnte die Kammer, im Gegensatz zur An- klaoeschrift der Staatsanwaltschaft, den Tatbestand dieses Deliktes nur in dem Falle ab, wo der Angeklagte den Vermerk auf die Rückseite der Karte geschrieben hatte. Dies war aber insofern bedeutunglos, als auch hier eine schwere Urkundenfälschung vorlag, weil die Mitangeklagte die 2. und nicht, wie auf der Karte stand, die 3. Wagenklasse benutzt hatte.
Wohl war der Angeklagte nicht Beamter im staatsrechtlichen Sinne. Da er aber durch feine Beeidigung gemäß der Reichsbabn-Bau- und Betriebs- ordnung die Rechte eines Polizeibeamten erhalten
Fwd. Die im Vorjahr zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers getroffenen Maßnahmen, insbesondere die Tätigkeit des Kartoffelkäferabwehr- dienftes des Reichsnährstandes, haben das Vordringen dieses Schädlings bisher verhindert und ihn dort, wo er durch den Suchdienst festgestellt wurde, unverzüglich und restlos vernichtet. Da damit zu rechnen ist, daß der Kartoffelkäfer bei seiner zunehmenden Ausbreitung in den westlichen Nachbarländern in diesem Jahr erneut und vielleicht in verstärktem Maße in das westliche deutsche Grenzgebiet eindringt, sind die Maßnahmen zur Abwehr dieses Schädlings auf Grund der bisherigen Erfahrungen ausgebaut worden.
Die vom Reichs- und preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft e-lassene 5. Verordnung zur Abwehr des Kartoffelkäfers behandelt die zur unmittelbaren Bekämpfung vorgeschriebenen Bespritzungen der mit Kartoffeln bestellten Grundstücke. Hierzu sind die Nutzungsberechtigten dieser
als aber der eine Herdegen in einer Art begrüßte, als sei dieser sein Vorgesetzter, da drohte ihr vor jähem Schreck das Herz ftillzustehen.
Wie, sollte sie sich getäuscht haben? Sollte dieser Herdegen gar kein Verbrecher sein--
Nein, fern Zweifel, er war... Kriminalbeamter — und sie hatte soeben die ungeheuerlichste Dummheit ihres Lebens gemacht. Nun gab es nur noch eins: zu retten, was zu retten war.
„In der Tat, meine Herren, es... es war ein kleiner Scherz. Herr Herdegen hat sich mit uns allen einen Scherz erlaubt. Nehmen Sie es ihm bitte nicht Übel! — Sie haben die Wette gewonnen, lieber Herdegen, meine Hochachtung!"
Sie versuchte ein strahlendes Lächeln, aber es wirkte etwas gekünstelt. Dabei öffnete sie die Tür. „Ich darf doch die Herren bitten, meine Gäste zu fein. Ein gutes Glas unseres vorzüglichen Weines wird Sie sicher rasch versöhnt haben."
„Sehr liebenswürdig von Ihnen!" lächelte Her- Degen, indem er behutsam die Tür wieder schloß. „Aber wir können Ihre Einladung nicht annehmen. Ich mache dafür einen Gegenvorschlag und bitte Sie, Ihrerseits unser Gast zu sein. Sie sind verhaftet, Donna Mercedes. Sie werden klug genug sein und uns ahne Aufsehen folgen."
„Hol euch alle Der Teufel!" knirfchte Tante Mercedes. „Benützen wir die Hintertreppe!"
„Schön!" sagte Herdegen. „Benützen wir die Hintertreppe!"
Ungefähr zu derselben Zeit drang Willy Ruland mit feiner Führerin in das Dickicht des Grenzwaldes ein.
.(Sie hatten noch nicht viel miteinander gesprochen. Die Begegnung mit dem alten Bargent und seine Verhaftung stand noch zu sehr in ihrer Erinnerung.
Bisher hatte das Licht Der Sterne ihren Weg notDürftig erhellt, nun aber waren sie von vollkommener Finsternis eingeschlossen.
Willy RulanD, dem die Gegend fremb war, verspürte ein beklommenes Gefühl der Unsicherheit. Alle Augenblicke stolperte er und einmal konnte er sich mit seinen üortaftenDen Armen gerade noch vor Dem Zusammenstoß mit einem Baum bewahren.
„Können Sie denn gar nichts sehen?" wunderte sich Lissy. „Ach ja, als Großstadtmensch verliert man sein« Nachtaugen. Geben Sie mir Ihre Hand, ich werde Sie führen."
Damit war er gern einverstanden, und als er ihre schmalen, marinen Finger in Den seinen fühlte, empfand er ein dankbares Gefühl für ihre Kamerad-
Grundstücke verpflichtet, jedoch kann auch der Kartoffelkäferabwehrdienst die Bespritzung unter Heranziehung des Nutzungsberechtigten vornehmen. Das Spritzgebiet umfaßt die Kreise, in Denen im Vorjahr Der Kartoffelkäfer festgestellt wurDe, und einen um diese Kreise gelegten Sicherheitsgürtel.
Eine weitere Verordnung behandelt die zur Verhütung der Verschleppung im Inland getroffenen Maßnahmen, die in diesem Jahr erstmalig auf Grund des Pflanzenschutzgesetzes erlassen worden sind. Die Verbringung Der Erzeugnisse, mit Denen Der Kartoffelkäfer verschleppt werden kann, aus Dem Befallsgebiet und Dem aus Sicherheitsgründen gleich behandelten Schutzgebiet ist entweder ver- boten oder nur unter Bedingungen gestattet, die eine Verschleppung Des Schädlings mit ausreichender Sicherheit ausschließen. Es ist gleichzeittg dafür gesorgt worden, daß Erschwerungen für den Absatz triefet Erzeugnisse tunlichst vermieden werden.
Gießen vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Das Urteil lautete gegen v.N. auf ein Jahr Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe wegen schwerer Falfchbeurkundung im Amt in Tateinheit mit Betrug. Die M. Sch. wurde frei- gesprochen, da Die Strafkammer den Nachweis des Betruges trotz einiger Bedenken als nicht geführt erachtete.
Der Angeklagte war als Reichsbahnunterhaltungsarbeiter beschäftigt. Er wollte gerne Reichsbahnpolizist und als solcher ins Beamtenoerhältnis übernommen werden. Seinen Gesuchen, die er mehrmals stellte, wurde nicht stattgegeben. Eines Tages schien das Ziel Des Angeklagten nähergerückt zu
hatte und in seiner Verwendung als Hilfszugsschaff, ner hoheitliche Funktionen ausübte, mußte er wegen schwerer Falschbeurkundung im Amt bestraft werden. Der Ansicht der Verteidigung, daß der Angeklagte nicht gewußt habe, daß er im strafrechtlichen Sinne als Beamter anzusehen sei, konnte sich die Sttafkammer nicht anschließen. Da Der Angeklagte Den Reichsbahnfiskus lediglich um 1,85 RM. geschädigt hatte, verurteilte ihn Die Sttafkammer zur MinDeststtase Der für Diesen Fall sehr harten gesetzlichen Bestimmung von 1 Jahr Zuchthaus unD weiterhin 100 RM. Geldstrafe. Die mit« angeklagte M. Sch. mußte — wie erwähnt — frei« gesprochen werden. N. wurde sofort verhaftet.
Der Kollaps.
Elfte Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislanfforschung.
DNB. Bad-Nauheim, 28. März. Am 26. und 27. März fand im Kerckhoff-Institut die elfte Iahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung in Anwesenheit von über 600 Gelehrten aus dem In- und Ausland statt.
Das Thema der diesjährigen Tagung war „D e r Kreislaufkollap s". Wenn von Kollaps ge- svrochen wird, so handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um einen meist vorübergehenden Zustand, Den man schlechthin als SchwächezustanD bezeichnen kann. Wenn ein solcher ZustanD meist auch rasch behoben ist, so kann er unter bestimmten B«Dingungen — Das gilt besonDers- für Den kranken Organismus — schwerwiegenDe Folgen haben.
Im Anschluß an Die Begrüßungsansprachen nahm der Physiologe Des Kerckhoff-Jnstituts, Prof. Koch
Bargent wollte ein paar Schritte in Richtung auf Donna MerceDes machen, aber ein kleiner, silbern blitzenDer Browning in ihrer erhobenen Rechten ließ ihn einhalten.
„Sie sind einfach verrückt!" rief er. „Das ist noch Der milDefte AusDruck!"
Herdegen ließ sich auf einen Stuhl nieDer und zündete sich mit aller Gelassenheit eine Zigarette an, ohne sich von Dem Browning Der Donna MerceDes auch nur im geringsten beeindrucken zu lassen. „Gönnen wir Doch unserem Liebling Das kleine Vergnügen."
„ÖH, Sie glauben, Den Ueberlegenen spielen zu können! Wenn Sie die fromme Absicht haben sollten, Anschuldigungen gegen mich zu erheben, Dann kann ich Ihnen nur raten, solche unnützen Bemühungen zu unterlassen. Mir kann man nichts anhaben, mein Lieber! Ich war schlau genug, die Geschäfte mit Herrn Bargent so zu erleDigen, daß meine Person überhaupt nicht in Erscheinung trat. Es ist kein einziges Schriftstück vorhanden, das mich belasten könnte. Und auf bloße Verdächtigungen — wh, die Polizei wird sich hüten, eine ange» fehene Dame, Bürgerin eines befreundeten Staates, zu belästigen."
„Es ist trotzdem eine Verrücktheit, Liebling! Wir wollten Sie gerade mit einer großen Sache über- raschen, und nun verpatzen Sie uns mit Ihrer Albernheit das ganze Geschäft!"
„Ich schaffe mir zwei Kerle vom Leibe, die mir nicht passen. Herr Bargent war mir schon lange über, und was Sie betrifft, so haben Sie mir einen xu frechen Schnabel, verstehen Sie? Ich kann nur solche Leute als Mitarbeiter brauchen, die mir ergeben sind, die sich bis zum letzten meinen Befehlen unterordnen."
„Und Da müssen Sie uns gleich ans Messer liefern? Wir hätten uns Doch in aller Freundschaft trennen können —"
„Sie haben mich beleidigt, mein Herr! Sie haben es gewagt, sich über mich luftig zu machen!"
„UnD Dafür rächen Sie sich nun! Unvergleichlich! Ich hätte nicht geglaubt, daß--"
In diesem Augenblick trat Lore Sommerfeld ein.
eu blieb übenMt stehen, dann eilte ste auf Her
sein. Er fand neue Verwendungen, wurde mit den verschiedenen Zweigen des Reichsbahndienstes ver- traut gemacht und konnte auch einige formlose Prüfungen ablegen. Schließlich konnte er Dienst als Hilfszugschaffner tun. Er wurde zweimal durch Handschlag verpflichtet, wobei er gewissenhafte Diensterfüllung versprach. Dabei mußte er eine Bescheinigung unterschreiben, welche die Mitteilung enthielt, daß er durch seine Verwendung als Hilfs- Zugschaffner die Rechte eines Polizeibeamten habe. Ausdrücklich wurde aber in dem Vordruck darauf hingewiesen, daß durch seine neue dienstliche Tätigkeit Das Angestelltenverhältnis als Reichsbahn- Unterhaltungsarbeiter nicht veränDert würde.
Im letzten Jahre lernte der Angeklagte die Mitangeklagte M. Sch. kennen, ^ines Tages lud N. die Sch. ein, Doch mit einem Zug, Den er als Hi Iss- Zugschaffner zu begleiten hatte, nach Grünberg zu fahren. N. sagte Der Sch., sie solle sich in Gießen eine Bahnsteigkarte nehmen und sich Dann in ein Abteil 2. Klasse setzen. Er werbe ihr währenD Der Fahrt eine Karte, Die er Dann verrechnen würDe, schreiben. Die Sch. tat, wie Der Angeklagte ihr vorgeschlagen hatte. Unterwegs stellte der Angeklagte der Mitangeklagten eine Fahrkarte aus, aber nicht, wie es feine Pflicht gewesen wäre, eine Fahrkarte 2. Klasse Gießen—Grünberg, sondern nur eine Karte Göbelnrod—Grünberg. Auf bet Rückseite vermerkte er, um Der Blankokarte ben Anschein einer Anschlußkarte zu geben, Monatskarte Nr. 341, Wetzlar—"Göbeln- roD. Für Diese Karte ließ sich Der Angeklagte ben Fahrpreis 3. Klasse Göbelnrod—Grünberg bezahlen.
Für die Rückfahrt nahm sich Die Sch. in Grünberg auf Anraten Des N. eine Karte 3. Klasse Grünberg—Göbelnrod. Die Karte für die übrige Strecke wolle er ihr wieder schreiben und sich den Fahrpreis verrechnen lassen. Auf den Rat des Angeklagten setzt« sich die Sch. in das DienftabteiL Während der Fahrt schrieb der Angeklagte ihr wieder eine Karte, und zwar von Gießen (Licher Straße) — Gießen (Hauptbahnhof). Während der Fahrt kontrollierte der Zugführer die Wagen. Als er die Sch. im
begen zu und reichte ihm die Hand. „Wie reizenb, daß Sie gekommen sind! Tante Mercebes sagte mir schon, baß Sie uns die Freude machen würben, unser Gast zu sein!"
Bevor Herdegen antworten konnte, war Donna Mercedes Dazwischengetreten. „Das hat sich leider geändert, mein Kind. Wir haben uns in diesem Herrn getäuscht. — Aber vielleicht läßt Du uns lieber allein, Lvrekind! Bitte meine Gästss, sich noch eine kurze Weile zu gedulden. Und — es werden gleich einige Herren von der Polizei kommen. Unterrichte bas Mädchen, daß diese Herren unauffällig zu mir in dieses Zimmer geführt werden."
Lore machte ein äußerst bestürztes Gesicht. „Aber ... liebe Tante, was soll bas bebeuten?"
Herdegen fiel mit einem unbekümmerten Lachen ein. „Sie brauchen sich feine Gedanken zu machen, Fräulein Sommerfeld. Es handelt sich nur um einen kleinne Scherz ober sagen wir: um eine Wette! Jawohl, um eine originelle Wette! Ich werbe Ihnen nachher erzählen, wer Die Wette gewonnen hat!"
„Geh jetzt, mein Kind!" Drängte Donna Mercebes mit einem roütenben Seitenblick aus Herdegen.
Herdegen blickte ungeduldig auf Die Uhr. „Eine langweilige Bande! Der Weg von Der Wache beträgt doch nur einig« Minuten. Die Leute könnten längst hier fein!"
„Ihre respektlosen Redensarten werben Ihnen bald vergehen. Sie fühlen sich wahrscheinlich in Dem Bewußtsein sicher, baß man Ihnen nichts nachweisen kann. Keine Sorge, meine Aussage wttd genügen, Sie hinter Schloß und Riegel zu bringen. Außerdem habe ich das Gefühl,' daß eine Durchsuchung Ihres Gepäckes hinreichend« Schulbbeweift zutage fördern wird!"
„Was Sie für wunderbare Gefühle haben! Geradezu hellseherisch!"
Endlich klopfte es an die Tür, Drei Herren in Zivil traten ein. In Dem einen erkannte Herdegen seinen Kollegen von Der Wache.
Auch Der andere erkannte ihn sofort und trat mit einem refpektvollen Gruß auf ihn zu. „Ach, Sie sind auch hier, Herr Kommissar! Entschuldigen Sie, daß wir uns etwas verspätet haben. Kollege Wilkens mußte erst von seiner Wohnung geholt werden! Na — und wo haben Sie die Burschen, die wir verhaften sollen?"
„Tja!" sagte Herdegen. „Wo haben wir sie bloß? Ich fürchte, lieber Kollege, sie sind uns entwischt! Es müßte fein, baß unsere spanische Tante sie irgenbroo in einen Kleiberschrank gesperrt hat!"
Die Wirkung, bie Das kurze Gespräch auf Donna Mercedes ausübte, war unbeschreiblich. Als Die Beamten äntratait HE U erleichtert siffgeatmet.
, 30 März
31 März
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Briet
Geld
Brief
Buenos Ifltte» ...
0,616
0,620
0,616
0,620
Brüssel.........
42,08
42,16
42,11
42,19
Rio de Janeiro ..
0,145
0,147
0,145
0,147
Bolen..........
47,00
47,10
47,00
47,10
Kopenhagen.....
55,25
55,37
55,23
55,35
Danzig.........
47,00
47,10
47,00
47,10
London.........
12,375
12 405
12,37
12,40
Helsingfors......
5,475
5,485
5,475
5,485
Part«..........
7,592
7,608
7,652
7,668
Holland ........
137,98
138,26
137,92
138,20
Italien.........
13,09
13,11
13,09
13,11
Japan..........
0,721
0,723
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Jugoslawien ....
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5,694
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Prag...........
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8,709
8,691
8,709
Budapest.......
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Neuport........
2,490
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2,495


