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Büchertisch.

Dr. Hermann Otto Vaubel: Das kleine Buch von Gießen. 72 Seiten. Mit farbigen Zeichnungen uni)1 einem Stadtplan von Walter Kröll, Gießen, und mit Abbildungen nach Photographien. Band 1 der Rhein - Mainischen Bücher. Herausgegeben vom Landes-Fremdenver- kehrsverband Rhein-Main. Druck und Verlag von Justus Christ, Inhaber Karl Christ, ni Gießen. (69) Hermann Otto Vaubel, dem wir die früher hier besprochene LandeskundeWir Hessen" ver­danken, und der den Lesern derHeimat im Bild" seit Jahren als geschätzter Mitarbeiter bekannt ist, hat sich schon mit mancher früheren Arbeit als ein vorzüglicher Kenner unserer engeren Heimat, ihrer Geschichte und ihres Volkstumes erwiesen: davon legt auch das kleine Buch von Gießen erfreulich Zeugnis ab. Die ansprechend und handlich aufge­machte Schrift gibt, obwohl man auch in ihr einen kurzen Gang durch Gießen", einen Stadtplan und erprobte Vorschläge für Wanderungen durch unsere nähere Umgebung nicht vermissen wird, weit mehr als einer der üblichenFührer" durch die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Vaubel liefert in einer fließenden, gefälligen und übersichtlichen Form auf gedrängtem Raume eine kleine Geschichte und Kulturgeschichte unserer Stadt: er hat seinen Stoff in knappe, sinnvoll aneinandergereihte Kapitel auf­geteilt und beginnt mit der geographischen Lage, mit dem Gießener Talbecken und der Lahn, und gibt dann, gewissermaßen von außen her, von den Randhöhen ifer Talebene herab sich nähernd, ein Bild von der Stadt und ihrem eigentümlichen Ge­sicht, wobei weder der Bummel auf dem Seltersweg noch der Wochenmarkt, weder Soldaten, Studenten

nebst Gießener Mädchen noch das Stadttheäser ver­gessen werden. Amüsant zu lesen ist das Kapitel Von merkwürdigen Namen und besonderen Men­schen", wo man demKircherätche", dem Bürger­meister Vogt und den Schuster Kaspar Huhn begeg­net, aber auch minder bekannten Originalen wie dem seidene Backebart" und demGliederböbbche". Wir hören ferner von den drei Zeitabschnitten, die das heutige Gesicht unserer Stadt formten, von der Vor­geschichte und der Baugeschichte Gießens, von den Gießener Straßen, Plätzen und Hauptgebäuden, auch von berühmten Männern in Gießen, wie Goethe, Oeser, Höpfner, Blücher, Liebig und Rönt­gen. Den Gießener Soldaten ist ein rühmliches Ka­pitel gewidmet. Und ganz allmählich führt der Weg und schweift der Blick wieder über das Gießener Weichbild hinaus, zur Lahn, zum Gleiberg, Vetzberg, Dünsberg, Schiffenberg, nach Arnsburg ... bis hin zum Wetterauer Tintenfaß und zum Städtekranz um Gießen ... Eine Reihe großer photographischer Bildausjchnitte und vor allem die hübschen farbigen Zeichnungen von Walter Kröll, die als Miniaturen in den Text verstreut sind, beleben das Buch erfreu­lich: ein Plan der Universitäts-, Garnison- und Gar­tenstadt, auch ein Hinweis auf das ältere Schrifttum bilden eine vollkommene Ergänzung.

Hans Thyriot.

Mein Elternhaus. Bekenntnisse, Dank und Vermächtnis. Mitarbeiter: Adolf Bartels, Ludwig Fr. Barthel, Gertrud Bäumer, Freifrau v. Brand, geb. v. Bergmann, Bruno H. Bürgel, Richard Euringer, Marie Feesche, Ludwig Finckh, Karl Foerster-Bornim, Ludwig Heck, Karl Hesselbacher, Hans Christoph Kaergel, Mackensen und sein Elternhaus von Carl Lange, Gertrud von le Fort, Wilhelm Lobsien, Mia Munier-

Wroblewski, Lenelies Pause, Filicitas Rose, Edzard Schaper, Ruth Schaumann, Rud. Alex Schröder, Gustav Schröer, H. Wolfgang Seidel, Diedrich Speckmann, Heinz Steguweit, August Winnig, Ernst Zahn, Heinrich Zerkaulen. Verlag Martin Warneck, Berlin W 9. Preis Leinen 6,50 Mark mit 28 Bil­dern. (51) Es hat etwas Ergreifendes, wie diese an Herkunft, Anlagen und Entwicklung so verschiedenen Männer und Frauen das Verdienst ihrer Leistungen und daWit die Summe ihres Lebens dem Geiste des Elternhauses, auch wenn es das allerbescheidenste war, als einer fortwirken­den Schutzmacht wie in stillschweigender Ueberein- kunft zu Füßen legen.. Es hat feine tiefe Begrün­dung, wenn an den Männern mehr das leise, opfer- volle, instinktsichere Walten der Mutter, in den Frauen das Männlich-Kraftvolle oder Ueberlegen- Weise des Vaters sich erhalten hat. Form und In­halt der einzelnen Beiträge sind ebenso verschieden wie die besonderen Verhältnisse verschieden sind, aus denen die einzelnen Mitarbeiter kommen. Aber es kommt hier weniger auf den einzelnen Fall als auf das Gesamtbekenntnis an. Es wäre daher auch unrecht, wollten wir einzelne Beiträge vor anderen besonders hervorheben. Hier wird an vielen Bei­spielen überzeugend und gültig gezeigt, welche ge­waltige bildende Kraft dem Elternhause zukommt. Liebe und Glaube, Frömmigkeit und Ehrfurcht, Dankbarkeit und Vertrauen sind die großen Ele­mente, die Kinder und Eltern für ein ganzes Leben verknüpfen und durch die Generationen das Schick­sal der einzelnen wie des Volkes bestimmen. Dieses Buch wird dazu helfen, daß die große und ver­pflichtende Tradition der deutschen Familie und des deutschen Elternhauses um der deutschen Zukunft willen mächtiger als je weiterwirkt.

Peker Purzelbaum: Vom Hundert', ft e n ins T a u s e n d st e. II. Mit Maske und 2In< ter. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Ber­lin. Kartoniert mit buntem Bildumschlag 1,90 Mk. (27) Erst vor kurzem hat uns Peter Purzel­baum in seinem ersten Band:Mit Feder und Flinte" zu einer Gesellschaft geladen, bei der uns bedeutende Gelehrte, Aerzte und Philosophen, Stu­denten und Weidmänner aufs beste unterhielten. In seinem znwiten Band:Mit Maske und Anker", treffen wir eine nicht minder lustige Gesellschaft an. Schauspieler, Maler, Juristen, Seebären und Flie­ger finden sich ein, die uns mit ihrem Humor un­sere kleinen Alltagssorgen vergessen lassen. Nur ein Griesgram wird sich z. B. der Wirkung, die von dem kernigen Seemannsgarn unserer Blaujacken ausgeht, entziehen.

Weiterbericht

Von der Nordseite des westeuropäischen Hoch­druckgebietes werden die noch feuchten Meeresluft- masfen nach Mitteleuropa verfrachtet, wobei über­wiegend etwas kühlere Luft bei uns eindringt. Doch dürfte der Hochdruckeinfluß sich noch verstärken und noch im ganzen das milde und meist trockene Wetter erhalten bleiben.

Aussichten für Samstag: Heiter bis wolkig und meist trocken, etwas milder, doch tags­über noch über 10 Grad, ansteigende Temperatu­ren, westliche Winde.

Lufttemperaturen am 31. März: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 11,7 Grad: am 1. April: morgens 7,5 Grad. Maximum 13,9 Grad, Minimum heute nacht 7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am. 31. März: abends 10,1 Grad: am 1. April: mor-, gens 7,7 Grad. Sonnenscheindauer 0,4 Stunden.

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Bekanntmachung.

Offenlegung

der Stimmlisten für die Volksabstimmung und Wahl zum Großdeutschen Reichstag

am 10.4.1938.

Die Stimmlisten für die zur Volksabstimmung und Wahl zum Großdeutschen Reichstag in der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald stimmberechtigten Personen liegen

am Samstag, dem 2. April 1938, und am Sonntag, dem 3. April 1938,

jeweils von 9 bis 19 Uhr durchgehend im Stadthaus, Bergstraße 20 Sitzungssaal (besonderer Eingang vom Garten aus), zur allgemeinen Einsicht offen.

Innerhalb dieses Zeitraumes können Einwendun­gen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit schrift­lich oder mündlich zu Protokoll bei dem Wahlamt erhoben werden. Berechtigt zur Erhebung von Ein­wendungen sind alle Stimmberechtigten, und zwar bezüglich aller Eintragungen in den Stimmlisten.

Wer die Eintragung eines Stimmberechtigten ver­langt, muß für diesen die für die Stimmberechtigung erforderlichen Nachweise erbringen.

Werden diese Nachweise bis zum Ablauf der Ein­spruchsfrist d. i. der 3. April 1938, bis 19 Uhr nicht oder nicht vollständig vorgelegt, so bleibt der Einspruch unberücksichtigt. 20620

Gießen, den 29. März 1938.

______Der Oberbürgermeister. Wahlamt.______

Bekanntmachung.

Wahl-Benachrichtigungskarlen.

Für die Volksabstimmung und Wahl zum Groß­deutschen Reichstag am 10. April 1938 wird durch das Wahlamt der Stadt Gießen bis zum 2. 4.1938 erstmals an jeden in der Stimmliste der Stadl Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald eingetragenen Stimmberechtigten eine

Wahl-Benachrichligungskarte

durch die Post zugestellt. 20630

Da die Anschrift auf der Postkarte wortgetreu mit der Eintragung in der Stimmliste übereinstimmt, erübrigt sich die Einsichtnahme in die Stimmliste während der Offenlegung, falls nicht in der Namens­oder Wohnungsangabe eine Unrichtigkeit vorliegt. Die Richtigstellung müßte in diesem Falle umgehend bei dem Wahlamt beantragt werden.

Die auf der Postkarte links von der Anschrift auf- gedruckte Nummer ist die laufende Nummer, unter der der Stimmberechtigte in seinem zuständigen Wahlbezirk eingetragen ist. Die Postkarte ist daher sorgfältig aufzubewahren und zur Dahl am 10.4.1938 mitzubringen. Durch die Vorlage der Karte im Abstimmungsraum sind das schnelle Aufsuchen in der Stimmliste und die glatte Abwicklung des Wahl­geschäfts gewährleistet.

Die Wahl-Benachrichtigungskarte darf jedoch nichk mit einem Stimmschein verwechselt werden.

Stimmscheine, die zur Abstimmung in jedem be­liebigen Wahlbezirk berechtigen, werden nur in be­schränktem Umfange und in ganz bestimmten Fällen ab Wontag, den 4. April 1938, ausgestellt. Eine be­sondere Bekanntmachung hierüber ergeht in Kürze. Die Dahl-Venachrichtigunaskarte dagegen berechtigt nur zur Abstimmung in dem für den Stimmberech­tigten zuständigen Wahllokal in der Stadl Gießen.

Gießen, den 29. März 1938.

______Der Oberbürgermeister. Wahlamt.______

Bekanntmachung.

Die städtischen Tennisplätze am Schützenhaus wer­den für die Spielzeit 1938 neu vermietet. Die An- meldun^en sind unter Angabe der gewünschten Tage und Zeiten schriftlich an das Stadthaus, Bergstraße Nr. 20, Zimmer Nr. 28 (I. Obergeschoß), einzureichen«

Gießen, den 31. März 1938. 2106A

Der Oberbürgermeifter, I, V.r Dr, Hamm?