pen der Luftwaffe bei ihren verschiedenen Uebun- aen miterlebt hat, der konnte feststellen, wie von Jahr zu Jahr die Wirkungsmöglichkeiten größer und umfangreicher wurden. Die Hebungen im Raum von Braunschweig, Warnemünde und Mitteldeutschland sind Marksteine auf diesem Wege gewesen. Auf den Parteitagen in Nürnberg zeigte sich die junge deutsche Luftwaffe in ihren Leistungen vor dem Führer. An dem Erntedanktag am Bückeberg wurden erstmals die Fallschirmspringer des Regiments General.Göring vorbeführt, die volle Aktionsfähigkeit und der ganze Angriffsgeist der Luftwaffe wurde sichtbar bei den Wehrmachts- manövern des vergangenen Jahres. Man muß hier miterlebt haben, wie in den Nachtangriffen die Flieger immer und immer wieder durchstießen, wie die Sturzkampfflieger Nervenkraft und fliegerisches Können bei dem Angriff auf die Flotte in Swine- münde bewiesen, und wie sie endlich vor den Augen des Führers'und des italienischen Staatschefs in der Luftschlacht am Schluß mit einem Massenaufgebot sondergleichen um die letzte Entscheidung rangen. Dieses Wehrmacktsmanöver hat den Wert unserer Luftwaffe bewiesen, und von diesem Tage an war wohl auch den fremden Zuschauern wieder klar geworden, daß Deutschland in seinem Luftraum geschützt ist. Die Veranstaltungen auf dem Flugmeeting in Zürich und an anderen Orten bewiesen aber auch, daß in den Spitzenleistungen deutsche Flieger ihren Mann stehen und deutsche Flugzeuge sich durchsetzen können. Zur Luftwaffe aber gehören nicht die Flieger allein. Dazu gehört eine brauchbare Flakartillerie, die ebenfalls geschaffen worden ist, und die sich ebenfalls erfolgreich bewährt hat. Dazu aehört das ganze weit verzweigte System des Luftschutzes, und hier ist ja über den Rahmen der Luftwaffe hinaus jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau berufen, mitzuarbeiten am Schutz der deutschen Heimat.
Es kommt nun für die Zukunft darauf an, daß der deutschen Luftwaffe auch immer der geeignete Nachwuchs zur Verfügung steht. Hermann Göring hat einmal das Wort geprägt: „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden!" Daß dieses Wort Wahrheit wird, das hat in seiner großen Reichstagsrede vom 20. Februar der Führer gezeigt, als er mitteilte, daß im Dienst der Flugertüchtigung 55 000 Angehörige des deutschen Jungvolkes im Segelflugwesen zu Gemeinschaftsarbeiten ausgebildet werden. 74 000 Hitlerjungen sind in den Fliegereinheiten der Hitler-Jugend organisiert, 15 000 Jungen bestanden allein im Jahre 1937 ihre Gleit- und Segelflugprüfung. Hier ist der Nachwuchs, den Deutschlands junge Luftwaffe braucht. Der Führer und Reichskanzler hat Hermann Göring und fein Werk dadurch geehrt, daß er ihn zum Generalfeldmarschall ernannte. Mit dieser Ehrung wurde auch eine Ehrung für Deutschlands Luftwaffe ausgesprochen. Das deutsche Volk aber wird die Gelegenheit nehmen, auch von sich aus am 1. März, dem Tag der Luftwaffe, den Mitarbeitern des Führers zu danken, die diese Luftwaffe geschaffen haben und all den Männern, die in ihr den ehrenvollen Dienst für das Vaterland leisten.
Ein Aufruf Generalseldmarschall Görings.
Berlin, 28. Febr. Zum „Tag der Luftwaffe" am 1. März erläßt Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring folgenden Aufruf:
Soldaten! Kameraden! In stolzer Erinnerung an die unvergänglichen Ruhmestaten der deutschen Luftstreitkräfte des Weltkrieges, aber auch im stolzen Bewußtsein, Schöpfer der aus der Opferfreudigkeit des nationalsozialistischen deutschen Volkes wie- dererstandenen Luftwaffe zu sein, bestimme ich von nun an den Geburtstag der jungen deutschen Luftwaffe, den 1. März, als den „Tag der Luftwaffe". In einer würdigen Feierstunde wollen wir für alle Zukunft dieses Tages gedenken!
Jung ist unsere Waffe, jung in der Tradition und jung im Geiste! Ewig jung sollsie bleiben, und chre Schwingen sollen Schutz und Trutz sein dem Werke des Führers! Dankbar erinnern wir uns der Toten des Weltkrieges, die durch ihr Sterben jenen Geist unsterblich machten, der nach Jahren der Schmach in unseren Reihen seine Hüter fand. Auch die Toten, die für die Gesundung des Volkes und den Wiederaufstieg des Reiches ihr Leben ließen, bleiben unvergessen. Mit genialem Blick erkannte unser Führer heute vor drei Jahren die Stunde, da er den Erlaß zum Neuerstehen unserer heißgeliebten Waffe unterzeichnete. In leidenschaftlicher Hingabe an die im Nationalsozialismus geeint^ deutsche Nation steht seitdem die Luftwaffe, die frei und stark den deutschen Luftraum schützt, als fester Block in der Wehrmacht des Dritten Reiches.
Der Tag der Luftwaffe soll und wird uns stets an die Verpflichtung gemahnen, unser Leben und all unser Sein und Wollen einzusetzen für Führer, Volk und Reich!
Für Offiziere
feine Wehrpflicht-Altersgrenze.
Das Reichsgefetzblatt veröffentlicht folgende Verordnung des Oberkommandos der Wehrmacht:
Auf Grund des § 6 des Wehrgesetzes vom 21. Mai 1935 (Reichsgesetzblatt I S. 609) und des Erlasses des Führers und Reichskanzlers vom 22. Mai 1935 über die Hebertragung des Verordnungsrechts nach dem Wehrgesetz (Reichsgesetzbl. I S. 615) wird verordnet:
Ohne zeitliche Begrenzung sind wehrpflichtig:
a) aktive Offiziere und aktioeWehr- machtbeamte im Offizierrang, die in Zukunft aus dem aktiven Dienst entlassen werden;
b) ehemals aktive Offiziere und Wehrmachtbeamte im Oftizierrang, die aus der neuen Wehrmacht, der Reichswehr und der alten Wehrmacht entlassen wurden;
c) ehemalige Offiz ie re des Beurlaubt en st andes der alten Wehrmacht sowie die ehemaligen Feldbeamten im Offizierrang der alten Wehrmacht;
cl) Offiziere des beurlaubten ft an» des und Wehrmachtbeamte des Beurlaubtenftan- des im Ofsizierrang der neuen Wehrmacht.
Die im § 1 unter a bis c aufgeführten Offiziere und Wehrmachtbeamten im Offizierrang find zur Verfügung der Wehrmachtteile (3.93.) zu stellen, wenn sie den von den Wehrmachtteilen gegebenen Bestimmungen für eine Verwendung im Mobilmachungsfall als O f - fixier ober Beamter entsprechen. Die „Offiziere z. 93." bzw. „Wehrmachtbeamte 3.93." sind Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes gemäß § 7 Abs. 1 unter b des Wehrgesetzes.
Vier Jahre Lustschutzarbeit.
Lückenloser Aufbau der Schulungseinrichtungen.
Berlin, 28. Febr. (DNB.) Aus Anlaß der Grundsteinlegung der Reichsluftschutzschule in Berlin-Wannsee gab Generalleutnant von Roques, der Präsident des Reichsluftschutzbundes, einen Heberblick über die Arbeit des Luftschutzbundes im Verlauf von vier Jahren. Nach den praktischen Erfahrungen werden je nach Größe der Städte 5 bis 20 v. H. der Bevölkerung als ausbildungspflichtig angesetzt, womit 2 bis 3 Bewohner jeden Hauses erfaßt werden. Im gesamten Reichsgebiet sind rund 3wei Millionen Menschen 3U schulen und auszubilden. Der Reichsluftschutzbund umfaßt bereits elf Millionen Mitglieder. Es find 63000 Dienststellen, 2500 Luftschutzberatungsstellen und 14 000 ausgebaute Schutzräume vorhanden. Planmäßige Schulung wird durchgeführt in 3000 Luftschutzschulen, 500 Luftschutzhauptschulen, 15 Landesgruppen-Luftschutzschulen und endlich der Reichsluftschutzschule, die auf dem Waldgelände am Wannsee bei Berlin am 1. Oktober bezugsfertig fein soll.
Die örtliche Ausbildung erfolgt in den Lust- schutzschulen, von denen je eine auf je 10 000 Einwohner vorhanden ist. In der Schulungsarbeit sind die besten Erfolge zu verzeichnen. Vor allem Industriearbeiter und Frauen sind mit großem Eifer bei der Sache. Etwa 27 000 Luftschutzlehrer und -lehrerinnen haben sich ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Deren Weiterbildung wird in den Luftschutzhaupt- und Landesgrup- pen-Luftschutzschulen in einwöchigen Lehrgängen durchgeführt.
Die wichtigste Aufgabe des Reichsluftschutzbundes liegt in der Stärkung d e r inneren W i - derstandskraft und Abwehrbereitschaft des deutschen Menschen. Dem Gedanken, ihn seelisch zu Härten und damit in seiner eigenen Heberzeugung zu wappnen für die Stunde der Gefahr, ist die gesamte Aufrüstung unterstellt. Front und Heimat werden in Zukunft nicht mehr zwei Begriffe fein, sondern eine geschlossene Kampfgemeinschaft mit dem unerschütterlichen Willen, auch das Letzte für den Bestand des Volkes und der Nation einzusetzen.
öie Balkan-Entente zur Befriedung des Mittelmeers. Auch Griechenland und dieTürkei wollen das italienifcheKaiserreichanerkennen- Aufnahme der Beziehungen zum nationalen Spanien.
Ankara, 28. Febr. (DNB.) Heber die Tagung des Ständigen Rates der Balkan-Entente wurde eine Verlautbarung ausgegeben. Betont wird, daß die Länder der Balkan-Entente übereinstimmend der Meinung sind, eine Politik der Z u - fammenarbeit mit jeder der Hauptmächte des Mittelmeergebietes, also sowohl mit England als auch mit Frankreich und Italien, zu verfolgen. In der Frage der Anerkennung des italienischen Imperiums wurde zur Kenntnis genommen, daß Jugoslawien bereits einen neuen Gesandten beim König von Italien und Kaiser von Aethiopien akkreditiert hat und daß Rumänien das gleiche beschlossen hat. Der Rat der Balkan-Entente ist daher zu der Ansicht gekommen, daß auch Griechenland und die Türkei ihre Haltung in der äthiopischen Frage ihren fteundschastlichen Begehungen zu Italien anpassen müßten. Ferner hat der Rat beschlossen, seine Politik der Nichteinmischung in Spanien aufrechtzuerhalten. Er hat es den Mitgliedern der Balkan-Entente freigestellt, Beziehungen zur Regierung des Generals Franco aufzunehmen und Agenten nach Nationalspanien zu entsenden, um ihre wirtschaftlichen Interessen wahrzunehmen.
*
Die Stellungnahme des Rates des Balkanbundes zur Frage der Anerkennung des italienischen Imperiums wird in italienischen Kreisen mit Beftiedigung ausgenommen. „Giornale d'Jtalia" spricht von gesundem realistischem Sinn und verständnisvoller Einsicht. Wenn die vier Regierungen auf die guten Beziehungen im Mittelmeer größten Wert legten und jede Einmischung irgendwelcher Art als untragbar ausschlössen, so hätten sie dabei wahrscheinlich auch jene Abmachungen ü b e r p r ü f t, die sie früher wegen der Heber- lassungihrerHäfen an fremde Kriegsflotten mit anderen Regierungen trafen, Abmachungen, die eine Verschiebung des Kräftesystems und des Status quo im Mittelmeer darstellten. Es sei zu hoffen, daß eine tatsächliche Hnabhängigkeitspolitik in dieser Richtung weitere Klärung bringen werde. — „Tribuna" sagt, der Beschluß von Ankara sei ein neuer Beitrag zur Befriedung des M i 11 e 1 m e e r s. Italien bettle nirgends um die Anerkennung des Imperiums. Wo sie aber erfolge, wolle es gern anerkennen, daß damit die Sache der europäischen Zusammenarbeit gefördert werde.
AeulralMsabkommen zwischen Ankara und Athen.
Truppen- und Materialtransporte dritter Staaten sollen im Kriegsfälle mit Waffengewalt verhindert werden.
Ankara, l.März. (DNB. Funkspruch.) Zwischen Griechenland und der Türkei wurden bemerkenswerte militärische und diplomatische Zusicherungen vereinbart, die für die Rolle der Dardanellen im Kriegsfälle besondere Bedeutung erlangen können. Ein Zusatzvertrag zu den griechisch-türkischen Freundschaftsabkommen vom Oktober 1930 und September 1933 für vorläufig zehn Jahre bestimmt, daß im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffes auf das eine ober andere Land beide Staaten sich gegenseitig volle Neutralität garantieren. Sie werden sich, nötigenfalls mit Waffengewalt, der Beförderung von Truppen, Munition und anderem Kriegsmaterial durch das eigene Gebiet widersetzen. Sie verpflichten sich zu Vermittlungsversuchen zwischen dem angegriffenen Vertragspartner und dem angreifende'n Staate. Sollte es dennoch nicht zum Frieden kommen, so wollen beide Staaten die Lage nochmals prüfen, um zu einer ihren Interessen entsprechenden Lösung zu kommen. Schießlich verpflichten sich beide Staaten, auf ihrem Gebiete keine Organisationen zu dulden, die der Regierung einer der beiden Länder feindlich gesinnt find.
Deutscher Schulschiffbesuch in Dalmatien.
Der Schulkreuzer „Emden" traf in Dubrovnik ein. Der deutsche Gesandte von Heeren, und der Landesgruppenleiter der NSDAP., Generalkonsul Neuhausen, waren dem Kriegsschiff entgegengefahren. Die „Emden" feuerte 21 Salutschüsse ab, die von dem jugoslawischen Kriegsschiff „Zmaj" er» widert wurden. Der Kommandant der Dubrovniker See-Akademie, Baschitch, begab sich an Bord der „Emden", die von einer großen Menge mit stürmischem Jubel begrüßt wurde. Der deutsche Gesandte gab einen Empfang, die jugoslawische See- Akddemie veranstaltete ein Festbankett. Die jugoslawische Eisenbahnverwaltung hat der Besatzung
einen Salowagen für Ausflüge zur Verfügung gestellt. Auch Reiseomnibusse wurden zu Fahrten nach Montenegro bereitgestellt. Es ist der erste Besuch eines deutschen Schulschiffes in einem jugoslawischen Hasen.
Die Tonnage-Begrenzung der Schlachtschiffe.
Bor Dreimächte-BesPrechungen.
London, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Zu den bevorstehenden Flottenbesprechungen zwischen e n g- lischen, amerikanischen und französischen Marinesachverständigen schreibt der Marine- Korrespondent des „Daily Telegraph", die drei Mächte hätten sich bereits entschlossen, die Dertrags- grenze von 35 000 Tonnen aufzuheben. Die Gleitklausel des Londoner Flottervertrages solle angewendet werden. Die britischen Marinebehövden hätten sich sehr gegen ein unbegrenztes Tonnagewettrennen ausgesprochen. Sie würden mit einer Mindeststeigerung zufrieden fein, die die Bestückung mit neun oder zehn 40-Zentimeter-Geschützen erlauben würde, ohne daß allerdings der Panzerschutz oder die Geschwindigkeit be- einttächtigt würde. Die amerikanischen Sachverständigen seien mehr für eine Mindesttonnage von 45 000 Tonnen. Die Ansicht der Franzosen sei noch nicht bekannt. Man glaube in Anbetracht der Tatsache, daß alle drei Mächte noch in diesem Jahre neue Schlachtschiffe auf Kiel legen wollen, an eine baldige Entscheidung. Die Torpedos auf britischen Schlachtschiffen betrachte man als ein nutzloses Hindernis. Von den bereits in Dienst stehenden Großkampfschiffen würde die Torpedobewaffnung allmählich entfernt.
Lord Halifax und das Llrtterhyus.
London, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Im Hnterhaus fand eine Aussprache über die Frage statt, daß Lord Halifax als Leiter des Außenministeriums und Mitglied des Oberhauses im Hnterhaus nicht Rede und Antwort auf außenpolitische Anfragen stehen könne. Der Oppositionsführer Attlee erklärte, es sei wichtig, daß es im Unter Hause einen Außenminister gebe, der der öffentlichen Meinung gegenüber verantwortlich sei. Der Führer der Oppositions-Liberalen, Sir Archibald Sinclair, betonte, es gebe feine Bestimmung in der Verfassung, die die Ernennung eines Mitgliedes des Oberhauses zum Außenminister untersage. Er begrüße diese Biegsamkeit der englischen Verfassung. Ministerpräsident Chamberlain erklärte, er würde England Unrecht getan haben, wenn er das Land der Dienste eines Mannes beraubt hätte, der am besten geeignet sei, den Posten eines Außenministers auszufüllen. Er werde auch weiterhin die außenpolitischen Anfragen im Unterhaus selbst beantworten und hoffe, daß die Opposition diese zusätzliche Aufgabe, die er sich aufgeladen habe, nicht mißbrauchen werde. Der Antrag der Regierung auf Vertagung der Debatte wurde mit 226 gegen 99 Stimmen angenommen.
Belgiens Unabhängigkeit.
„Die Garantieerklärungen der Nachbarn das denkbar beste internationale Statut."
Brüssel, 28. Febr. (DNB.) Außenminister S p a a f erklärte in einer Versammlung, daß die sogenannte kollektive Sicherheit heute nicht mehr das Rückgrat einer realistischen Außenpolitik sein könne. Die Grundsätze der kollektiven Sicherheit feien von den großen Ländern niemals angewandt worden. Er verurteile eine Allianz der demokratischen gegen die faschistischen Staaten. Die belgische Außenpolitik sei nicht eine Politik der Neutralität, sondern der Unabhängigkeit. Belgien sei ein ausschlaggebendes Element des europäischen Gleichgewichtes, man dürfe sich daher nicht willkürlich nach der einen ober der anderen Seite wenden. Es müsse sich bemühen, eine Rolle d e r Versöhnung zu erfüllen. Aus diesem Grunde habe Belgien mit seinen Nachbarstaaten Deutschland, Frankreich und England verhandelt. Die Garantieerklärungen dieser Länder seien für Belgien das denkbar beste internationale Statut. Im übrigen habe die belgische Hnabhängigkeitspolitik nichts mit einer Politik der Isolierung zu tun.
Auch der belgische Ministerpräsident Janson stellte vor dem Verband der ausländischen Presse fest, daß Belgien im gegenwärtigen beunruhigenden Zustande Europas der Hnabhänarg- keitspolitif treu bleiben wolle, die König Leopold im Oktober 1936 mit Zustimmung der Regierung verkündet habe. Diese Politik entspreche den Gefühlen des ganzen belgischen Volkes und
nmne verfolgt werden, ohne „geheiligte Erinnerungen" an die Vergangenheit zu vergessen und ohne Verwandtschaften zu leugnen, deren Grenzen und Verpflichtungen übrigens durch keinerlei politischen Vertrag festgelegt werden könnten. Der Genfer Jnterefsenverband habe die Hoffnungen, die man in ihn fetzte, nicht verwirklicht. Seine Hnfähigkeit, zu handeln und Grundsätze zu verwirklichen, habe das Vertrauen vermindert. Dennoch wolle Belgien Genf treu bleiben. Der größte Teil der belgischen Oeffentlichkeit wünsche die Wiederaufnahme normaler 93 e • Ziehungen 3 u Italien.
Achttägiger Jialienbesuch des Führers.
In der ersten Maihälfte. — Aufenthalt in Rom, Florenz und Neapel.
Berlin, 28. Febr. (DRB.) Der Besuch des Führers und Reichskanzlers in Italien wird in der ersten Hälfte des 2H 0 - nats 2H a i ftattfinden. Der Führer und Reichskanzler wird während seines etwa achttägigen Aufenthalts in Italien Rom, Florenz und Reapel besuchen. In Rom wird er i m Quirinal Wohnung nehmen.
Das reichhaltige Festprogramm sieht u. a. eine Flottenschau, eine Parade der Wehrmacht, Vorführungen der Land- und Luststreitkräfte sowie drei große Veranstaltungen der Rationalen Faschistischen Partei zu Ehren des Führers vor.
*
Die erste Ankündigung der Einzelheiten über den Besuch Adolf Hitlers in Italien wird von der oberitalienischen Presse in größter Aufmachung wiedergegeben. Wiederum schmücken große Photos des Führers die Titelseiten der Blätter. Der „Popolo d'Jtalia" schreibt, die Ankündigung des Besuches erfolge in einem für das internationale Leben besonders interessanten Augenblick, in dem der Führer im offenen Gegensatz zu den zerstörenden Kräften eine Politik der Zusammenarbeit durchsetzen wolle. Diese Politik des Verstehens und der Zusammenarbeit habe sich in der Achse Berlin—Rom als Element des neuen Lebens und des Wiederaufstiegs in Europa befestigt. Die Reife Adolf Hitlers bedeute den Fortbestand der Achse und der Zusammenarbeit. — „Corriere della Sera" weist darauf hin, daß die Nachricht von der Italien-Reise Adolf Hitlers i m italienischen Volke begeisterte Freude ausgelöst habe. Die italienischen Tage Adolf Hitlers würben ohne Zweifel ein Ereignis von größter Be- deutung und von größten internationalen Rückwirkungen darstellen.
Erfolg der Japaner
in Nordchina.
Das chinesische Hauptquartier in Süd-Schansi besetzt.
Tokio, l.März (DNB.-Funkspruch.) Japanische Truppen haben die Stadt Linsen besetzt, die mehr als 200 Kilometer südlich von Taiyuanfu und nur noch 120 Kilometer nördlich von der Südgrenze der Provinz Schansi entfernt ist. Linsen war der letzte Stützpunkt der Chinesen im südlichen Schansi. Dort befand sich der Sitz der geflüchteten Provinzial- Regierung und das militärische Hauptquartier. Die Einnahme erfolgte nach einem überraschenden Vorstoß, wobei es den Japanern gelang, durch geschickte Hmfassungsmanöver die Chinesen zur Räumung ihrer riesigen Verteidigungsanlagen bei Lingschih zu zwingen. Motorisierte japanische Streitkräfte haben sich nach Süden gewandt, um entlang dem Gelben Fluß vorstoßend die Westgrenze von Schansi abzuriegeln und dadurch das Entweichen der flüchtenden chinesischen Truppen nach der Provinz Schensi zu verhindern.
Deutscher Arzt
in Schanghai überfallen.
Bedauern der japanischen Regierung.
Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der bekannte Chefarzt des Paulus-Krankenhauses in Schanghai, Professor D r. Birt, wurde am Sonntag auf einem Spaziergang von einem japanischen Soldaten überfallen und durch einen Faustschlag und einen Dolchstich a m Auge verletzt.
Dem schriftlichen Protest des deutschen Generalkonsuls folgte am Montag bereits das Bedauern, das im Namen der japanischen Regierung durch Generalkonsul Okamoto und im Namen des japanischen Oberkommandos durch Major Hondo dem deutschen Generalkonsul in Schanghai ausgesprochen wurde. Die zuständigen japanischen Stellen haben eine sofortige Hntersuch u n g in die Wege geleitet und Bestrafung des Täters zugesagt.
Nach den bisherigen Nachrichten wird voraussichtlich die Sehkraft Dr. Birts nicht beeinttächttgt werden. e
Neuer Schlag gegen das deutsche Schulwesen im Weichsel-Korridor.
Bromberg, 28. Febr. (DNB.) Das deutsche Schulwesen in Westpolen hat wieder einen Verlust zu beklagen. Der deutsche Lehrer Meyerhöfer hat die deutsche Schule im Pempersin im Kreise Zem- pelburg verlassen müssen und wurde nach O st p 0 l e n v e r s e tzt, wo er keine Deutschen, sondern meist jüdische Kinder zu unterricht t e n hat. Die deutsche Klasse in Pempersin wird von 5 9 deutschen Kindern besucht, die seit dem Fortgang ihres deutschen Lehrers jetzt nur an zwei Tagen in der Woche vertretungsweise Hnterricht durch einen polnischen Lehrer erhalten. EvangelischerReligionsunter- richt haben die deutschen Kinder seit dieser Zeit überhaupt nicht mehr erhalten.
Bolschewistische Verschwörung in Kuba aufgedeckt.
Havanna, 28. Febr. (DNB.) Laut Mitteilung des Geheimdienstes der kubanischen Armee wurde eine b 0 l s ch e w i st i s ch e Verschwörung g e - gen die Regierung von Kuba aufgedeckt. Präsident Caredo und Oberst 93 a t i ft a sollten im Verlaufe eines kommunistischen Generalstreiks gestürzt werden. Aus den beschlagnahmten Ge- Heimakten geht einwandfrei hervor, daß das Komplott von ausländischen Bolschewisten angezettelt und organisiert worden ist.


