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Samstag, 51. Zull 1057

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

Viele Güterzüge werden übtzr den Ablaufberg des Rangierbahnhofes Gießen hinweg aufgelöst und neu zusammengestellt. (Aufnahmen |7|: Neuner, Gießener Anzeiger.)

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tfil, niemals wirtschaftlich sein können. Da muß

1,2, August

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Ablaufberg"

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Zwischen den Schienen beim Kuppeln der Wager

Neubau einer Unterkunft für Personale.

te bleibe ich le der 116er.

Nicht jedermann wird es bekannt sein, daß der mjangreiche Betrieb der Deutschen Reichsbahn oirlschaftlich gesehen durch den Personenverkehr illem nicht aufrechterhalten werden könnte. Der peWnenoerkehr ist gewissermaßen unrentabel

jroktisch ist es also so, daß wir. wenn wir im )'Zug, vielleicht sogar bequem im Speise- oder n Schlafwagen durch die deutschen Gaue brau« m, der Reichsbahn nicht einmal zu verdienen

allen Rangierbediensteten.

Die Güterzüge, die in unserem Gießener Ran­gierbahnhof zu behandeln sind, kommen aus den verschiedensten Richtungen und von manchem Pri- oatanschlutzgleis. Sie bringen zu vier Fünftel Ueber- gangswagen, ' die nach allen Richtungen urnge-

ipät oorgenommen, könnten Harfe Betrievsstörun- gen im Gefolge haben In 15 bis 20 Minuten wird ein langer Güterzug zerlegt

Unmittelbar an den Ablaufgleifen i.lbst stehen die Hemmschuhleger im strengen Dienst bei feg* lichem Wetter zur Tages- oder zur Nachtzeit. Sie sind sich ihrer Verantwortung genau io bewußt, wie die Männer m den Stellwerken ^Oiese Volks­genossen haben die wichtige und nicht ungefährliche Aufgabe die rasche Fahrt der Wagen mit Hilfe der Hemmschuhe (die unmittelbar vor dem sich nähernden Wagen auf eine Schiene zu legen sind) abzuschwächen, damit der Wagen nicht etwa heftig auf oorausgegangene Wagen des neu zusammen- zustellenden Zuges aufläuft

In welchem Ausmaß der Wagen abgebremst wer­den muß entscheiden Ertahrung und das auch hier ehr notwendige Fingerspitzengefühl Wagen mit leicht zerbrechlichen Gütern (Säurewagcn, Dachzie- gel-Ladungen auch Tankwagen) werden besonders orgsältig behandelt Während der Zug vor dem Ablaufberg entkuppelt wird, sind andere Gruppen von Arbeitern damit beschäftigt, die neu zufammen- geftellten Wagen zum Zug zu kuppeln Dann kommt der technische Wagenmeister und prüft die Wagen auf ihre Lauffähigkelt. der Zug-Abfertiger von der Güterabfertigung vergleicht die Frachtbriefe mit den Wagen, der Zugführer des Güterzuges über­nimmt die Frachtbriefe und nimmt dann zusammen mit dem Wagenmeister die Bremsprobe vor Oie Bremsprobe ist sehr wichtig! Bei der Berücksichti­gung aller Gefälle auf den Strecken müssen Ge­wicht des Zuges und mögliche Bremswirkung (An­zahl der Bremsen im Zug) in ein bestimmtes Ver­hältnis gebracht werden, das allein von der Forde­rung der Sicherheit oes Verkehrs bestimmt wird

Selbstverständlich liegen auch die Grenzen über die Anzahl der Wagen in einem Zug und das Gewicht fest, das die Lokomotive bewältigen kann Interessant die Tatsache, daß die Verbindung der Wagen untereinander so gehalten sein muß. daß em Wagen nach dem andern m Bewegung gesetzt wird, also die Lokomotive nicht mit einem, Male den ganzen Zug bewegen muß Der Auisichtsbeamte meldet den Zug dem Fahrdienstleiter im Befehls- stellwerk abfahrbereit, bald zeigt das Hauptsignal am Signalmastfreie Fahrt": Pfeifensignale er­tönen und bald ist der Güterzug mit 1000 Tonnen oder mehr Last zu feinem nächsten Knotenpunkt un­terwegs

,elier Noll) le, das ml' , weiterh|n

Zwischen Gleisen und Güterzügen im Gießener Rangierbahnhos

Ausdrücken erfolgt die Verständigung unter den Beamten. Größte Anspannung fordert der Dienst von den Pufsichtsbeamten, den Rangiermeistern und

Vom Rangierzettel wird jeder Wagen, der den Ablaufberg passiert hat, abgestrichen.

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ler Güterverkehr in seiner Gesamtheit den Aus-l zlkich schaffen! Es scheint deshalb angebracht, auch inmal dem Güterverkehr und insbesondere dem )ofür erforderlichen Rangierbetrieb einige Aus- mtksamkeit zu schenken, da er sich für viele Volks- zeiossen doch sehr am Rande ihrer Tage abspielt, kchenfalls der Großkaufmann, der Industrielle )er Spediteur und andere wissen etwas mehr da- pon. Selbstverständlich kann das Wissen um den Alerverkehr auch nicht allgemein allen Volksgenos­sen zu eigen fein, denn die Anlagen der Guter- maierbahnhöfe sind nicht für jedermann zugäng-

Die Betriebssicherheit, die Pünktlichkeit des Tulerzugsverkehrs. die Gefahren die der Rangier- ükslehr für Unberufene mit sich bringen kann for­dern gebieterisch die Abriegelung des Güterbahn- dvies vom öffentlichen Verkehr. Jedermann wird diese Notwendigkeit verstehen.

353* Hinlerlandbahn.

|| Gladenbach, 31 Iult. Der 1 August 1902 bildet einen Markstein in der Verkehrserschlie. ßung des sog hessischen Hinterlandes wurde doch an diesem Tage der Verkehr auf der Gesamtstrecke der Eisenbahn NiederwalgernHerborn eröffnet Bis zu diesem Zeitpunkt war der südliche Teil des Kreises Biedenkopf von den üb­rigen Gebieten des Regierungsbezirks Wiesbaden hinsichtlich des Verkehrs fast gänzlich abgeschlossen. Der hohe und schwer zu überquerende Schelder Wald trennte das Salzbödetal vom Dillkreise und im übrigen waren die Verkehrs- und Handelsbezie­hungen feit alter Zeit mehr nach Marburg und Gießen gerichtet, während der Verkehr nach dem

Unermeßliche Vielfältigkeit der Erscheinungen der Beipflichtungen, der organisatorischen Maßnahmen ! und der Verantwortlichkeiten jedes einzelnen an iemem Platz! Erstaunlich groß 'st die Anzahl der läßlich abzufertigenden Züge und Wagen! Erstaun­lich auch die Intensität der Arbeit, die im bvangier« dohnhof zu bewältigen ist und nicht weniger ckdrucksooll für den Laien niit welcher Ge- namgfeit und Sicherheit sich der Umichlag> der vermengen aller Art vollzieht! Nirgends kommt tui)l)I auch die wirtschaftliche Erneuerung Deutsch- kmbs nach der Machtergreifung des Führers w gsBttfceÄÄ TT . . .Mr.|i , iryi gangsplan laufen die Wagen über den Ablauf

| »h n berg in besondere Richtungsgleise Praktisch ist

j WjW8!VWi1N!!limdas so zu verstehen, daß em Güterzug. der aus \ MKWyHi Ift'pF iraenbeiner Richtung kommt und Wagen mit sich

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bie Güter Tranportiert wirb im Güterverkehr der Reichsbahn schlechterdings alles etwa all das, was sich zwischen Riesendampfturbine und Puppen- küche, zwischen Eisenerzen und Zinnsoldaten denken läßt Und das eine wird so lorgfältig behandelt wie das andere' Allenthalben find die Beamten und die Arbeiter bereit. Verantwortung zu tragen für die umlaufenden Werte unterer Volkswirtschaft

Kein noch so anhaltender Regen und keine noch so große Hitze, wie sie in den meisten Sommer­monaten oftmals über den Schienenstrecken schier unerträglich flimmert, vermögen das Pflichtgefühl zu erschüttern, mit dem jeder im Rangierbahnhof seine Arbeit tut

Selbstverständlich tut auch die Reichsbahn ihr möglichstes um ihren Mitarbeitern auf schwerem Posten die' Arbeitspausen so zu gestalten, daß sich die Männer wohlfühlen können Es gibt Kaffee­küchen und Aufenthaltsräume und insbesondere in jüngster Zeit wurde auf dem Gelände des Rangier­bahnhofes ein Gebäude erstellt, das u. a auch für bas Zugpersonal Aufenthalts-. Schank» unb Wasch­raume, oorbilblid) in Form unb Einrichtung, ent- hält. N-

mit ber Bahn nur über Gießen unb Wetzlar er­regbaren Dillkreise sehr gering war Diese Der- hältnisse änberten sich, als im Jahre 1894 mit dem Bau ber Bahnlinie von Nieberwalgern burch bas Salzbödetal begonnen würbe Lange war man fich darüber unschlüssig gewesen, ob man infolge der schwierigen Gelänbeverhältnisse die Lahn von Wei- benhausen aus in süblicher Richtung nach Meßen führen sollte ober über Hartenrod burch ben Schei­der Walb ins Dillenburger Lanb Man entschied sich schließlich für die letztere Lime und überwand die Geländelchwierigkeiten durch hohe Dämme, tiefe Einschnitte, gewaltige Brücken und einen großen Tunnel Das benötigte Steinmaterial wurde teils an Ort und Stelle gewonnen, teils auf der bereits fertiggeftellten Strecke von dem Sandsteinbruch Kupferschmiede bei Cölbe herangebracht

Die Gegend, die von der Bahn erschlossen wurde, erinnert in einigen Teilen an die landschaftlichen Schönheiten des Schwarzwaldes und des Harzes. Manch schöner Aussichtspunkt ist in dieser sog Hin- terlänber Schweiz von irgendeiner Haltestelle der Bahn aus auf bequemen Wegen xu erreichen. Schon die Fahrt durch das Salzbödetal bietet viele reizvolle Bilder. Don Niederwalgern aus windet sich die Bahn

Denn man sich eine Stunbe derMuhe M^n

h Verkehr .m Rangierbahnhof zu beobachte^ Md man schon einen Eindruck äußerlich

»toeit im Süterbabnhoi flsminnen. -Re n Krl das Bild beftimmt oon berJBirr ol ber

ber graben 3-W' der Guterwagen, ^ber^a^ Mioen und der Zahl der \u ©elegenf)eit tifielbaften Sianalel "Selb».Wenn man G°°s°nv !«> rmt dem Setter ® ein5ubr"n0en. ,m lurbiqer Führung m dieses NelO) i zmürben den ße ehlsftellwerk am Ablaufberg p(? (aum

tblauf- und Ausfahrgleisen l d Snstematik des xeylich, die Zusammenhänge und. d^e oedud)t hcrriebs ganz zu erias en ^^otz len Leier das Wesentliche nahezubringen.

Bon den Besehlsstellwerken ® ^jele Züge !itib Ausfahrten aller Zuge ge auseinander- nassen täglich ^erarbeite _ ö den

»ugiert werden Das ^deutet H Verant

rchehlsstellwerken' Da si" Material Weichen- »Mung für Menschenleben, und Mater JrD Signalhebel zu stellen r Fernsprecher

ilver zu beobachten Mst knappsten

Lfe Lautsprecher zu bedienen usw. Mit w\

MMDMiG | führt, die nach den verschiedensten Bestlmmungs.

TlMtz orten gebracht werden müssen, über den Rangier-

......' 1 berfl hinweg aufgelöst wird und die Wagen m jene yTTT/r /iTr Gledse geleitet werden, m denen die 3l,9e Jur p* entsprechende Richtung neu zusammengestellt wer den Die Hauptaufgabe bei dieser Auflösung der «« I * r \ Güterzüge liegt beim Ablaufstellwerk unb m der

Mwrm« i |hl Aufstellung der Rangierzettel, der die Einzelheiten

der Wagenläufe enthält. >)rhi

Die Lokomotive drückt den Zug gegen ben 21b laufberg. Die Wagen laufen kurz und m ^emlichem Tempo 1)intereinani)er ab Die drei ^eamqn Ablaufstellwerk haben nun die jo^nbenb »ach den Angaben des Rangierzettels in die JUtt)

. , s Wnnen gen, um Bruchteile von Sekunden zu früh oder zu Troße Holzgitter schützen die ablaufenden Wagen

vor hemmendem Gegenwind.

Ifr.176 Viertes Blatt

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