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Verstärkter Einsatz des Lrnährungshilfstverkes.

Alle Gießener Hausfrauen geht es an!

Zuspätkommende können nur nach den einzelnen Tänzen eingelassen werden. Am Abend findet eine Wiederholung des großen ErfolgesDrei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo, statt. Mu­sikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete!

Montag, 1. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Theaterring der Hitler-Jugend. 2. Vor­stellungUta von Naumburg", Schauspiel von Felix Dhünen. Kein freier Kartenverkauf.

Dienstag, 2. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr.Eine Nacht in Venedig , Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Po­pelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Dienstag- Miete 6. Vorstellung.

Mittwoch, 3. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr,Eine Nacht in Venedig", Operette von Joh. Strauß. Musikalische Leitung Joachim Po­pelka. Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Mittwoch- Miete 6. Vorstellung.

Donnerstag, 4. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Erstes Orchesterkonzert in Verbindung mit dem Konzertverein,Richard-Wagner-Abend". Mu­sikalische Leitung Paul Wolter; Solist Jean Stern vom Frankfurter Opernhaus. Außer Miete.

Freitag, 5. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. UraufführungDie kluge Närrin", Lust­spiel von Lope de Vega, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete 7. Vorstellung.

Samstag, 6. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, KdF.-Miete, Gruppe I, 3. Vorstellung, Uta von Naumburg", Schauspiel von F. Dhünen. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Freier Karten­verkauf zu Togespreisen.

Sonntag, 7. November, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.45 Uhr, 4. Morgenveranstaltung,Kammermusik von Johann Brahms", Musikalische Leitung: Heinz Martwardt. Platzmieter auf allen Plätzen 0,25 RM. 19 bis 21.30 Uhr,Drei alte Schachteln", Ope­rette von Walter Kollo. Musikalische Leitung: Joa­chim Popelko, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Außer Miete.

Konzert des GesangvereinsHeiterkeit" mit der Gießener Künstlerin Waltraud Schüttler.

Man schreibt uns: Der GesangvereinHeiter­keit", dessen erfolgreiches Singen im Reichssender Frankfurt vom 13. Juni noch in bester Erinnerung steht, veranstaltet unter Leitung von Musiklehrer Wilhelm Schöttler am Sonntag, 7. November, 16 Uhr, in der Neuen Aula der Ludwigs-Universität sein traditionelles Herbstkonzert. Es werden Chöre von Strater, Dürrner, Stürmer, Kämpf, Otto, Silcher, Plötzeneder und Trunk zum Vortrag ge­langen, darunter solche, die in Sonderkonzerten des 12. Deutschen Sängerbundesfestes in Breslau von deutschen Spitzenvereinen gesungen wurden. Unsere heimische, aufstrebende junge Künstlerin Waltraud Schüttler, hervorgegangen aus ihres Vaters Diolinfchule, jetzt Meisterschülerin von Prof. Wilhelm Stroß (München), wird Mozarts v-äur-Konzert Nr. 4 und andere Stücke zum Vortrag bringen. Kapellmeister Joachim Popelka vom Stadt­theater Gießen, dem ein guter Ruf als Pianist vor­ausgeht, hat die Begleitung am Flügel über­nommen.

Vom Arwellpfad zur Reichsautobahn".

Die zur Zeit im Alten Schloß gezeigte Ausstel­lung wird bis einschließlich Mittwoch, 3* Nov., ver­längert. Es ist also Gelegenheit, daß auch noch die ausstehenden Gießener Schulen diese Schau be­sichtigen können. Am morgigen Sonntag sind die Ausstellungsräume von 11 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Unbekannter Helfer!

Wer im Laufe des Sommers an tinem Samstag­oder Sonntagvormittag in das Gelände des Berg­werkes hinter der Bergschenke kam, hörte oft Häm­mern und Klopfen, oder auch das Surren einer Kreissäge. Dem einsamen Spaziergänger wird der Sinn dieser emsigen Arbeit meist so fremd gewesen sein, wie ihm die fleißigen Männer und ihre Zu­gehörigkeit unbekannt gewesen sein werden. Meist ging er rätselratend und kopfschüttelnd weiter.

Am morgigen Sonntag, 31. Oktober, lädt nun die Technische Nothilfe, Ortsgruppe XII/133 Gießen, Zu einer Besichtigung eines Teiles ihrer Sommer­arbeit ein. Die ganze Bevölkerung aus Stadt und Land wird dazu erwartet. Nothelfer und der Jn- standsetzubgstrupp für den zivilen Luftschutz, dessen Ausbildung von der Technischen Nothilfe durchge­führt wird, haben zwei Behelfsbrücken für je fünf Tonnen Belastung errichtet und sich bei dieser Ar­beit für ernstere Fälle das technische und hand­werksmäßige Rüstzeug erarbeitet. Es sind allerdings keine vollständige Brücken, sondern nur je die Hälfte von solchen. Aber die Anlagen sind so fertiggestellt, daß sie in diesen Teilen vollständige Brücken mit Fahrbelag und Schutzgelände darstellen.

Um Katastrophen, Notstände und sonstige Zer­störungen beseitigen zu können, genügt es nicht, viele Hände im Augenblick der Gefahr zur Ver­fügung zu haben, sondern erforderlich ist hierfür eine gut ausgebildete Truppe mit technischem Kön­nen und dem nötigen Handwerkszeug.

Der Technischen Nothilfe sind u. a. im Dritten Reich diese Aufgaben zum Schutze der Heimat über­tragen worden. Sie untersteht dem Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, und sie stellt eine technische Hilfsorganisation der Polizei dar. Zur Lösung der ihr übertragenden Aufgaben sind in erster Linie Männer erforderlich, die den Willen haben, ihre Kraft und ihr Können für den Schutz der Heimat einzusetzen. Die Ausbildung in den tech­nischen Hilfsmitteln erfordert sehr viel Zeit und Kleinarbeit. Der Aufbau oder das Hineinwachsen in die gestellten großen Aufgaben kann deshalb auch nur schrittweise vor sich gehen. Mit der Technik ver­traute Männer der Arbeit werden deshalb beson­ders die Schlagkraft und die Einsatzbereitschaft der TN. gewährleisten.

Ein Teilgebiet ihrer Fähigkeiten und ihres Kön- ncns ist der Bau von Behelfsbrücken. Die Besich-

Der Anordnung des Reichsministers Göring folgend, ist in Gießen im Laufe dieses Sommers das Ernährungshilfswerk aufgebaut wor­den. Der Appell der Kreisamtsleitung der N S V., die mit der Durchführung dieses im Dier- jahresplan des deutschen Volkes so außerordentlich bedeutsamen Werkes beauftragt worden ist, hat bei den Gießener Hausfrauen stärkste Beachtung ge­funden. Die Mehrzahl der Frauen hat es verstan­den, worum es bei dem Ernährungshilfswerk geht und hat die zur Derfütterung aufgerufenen Küchen­abfälle zur Verfügung gestellt.

Das Aufkommen an diesen bisher nicht aus­gewerteten Küchenrückständen beträgt zur Zeit in Gießen pro Tag rund 35 Zentner. Diese Menge hat bisher für die 100 eingelegten Schweine genügt.

Da nunmehr in den nächsten Wochen der von der Stadt Gießen errichtete moderne Schweine- stall für das EHW. amUnteren Hardt- h o f" in Betrieb genommen wird, ist mit einer be­deutend stärkeren Belegung dieses Schweinestalles zu rechnen. Der Stall ist eingerichtet für 2 00 Säue, und er muß voll ausgenutzt werden. Er­forderlich ist dafür, daß das Aufkommen an Kü­chenabfällen noch ein bedeutend besseres.wird.

Es gibt heute noch eine Anzahl Hausfrauen, die ihre Küchenabfälle dem EHW. nicht zukommen las­sen, entweder, weil sie diese aus reiner Gedanken­losigkeit nach wie vor in den Mülleimer werfen, oder sie an irgendeinen Privaten, den sie manchmal noch nicht einmal dem Namen nach kennen und der in regelmäßigen Abständen an ihrer Tür vor­spricht, abgeben.

Wenn man beobachtet, daß bei der Entleerung der Müllwagen auf dem Abraumplah der Stadt Gießen heute noch an jedem Tag viele Zent­ner küchenabfätle, die das Ernährungshilfswerk fo dringend benötigt, in der Asche und im Schutt auftauchen, könnte man annehmen, daß es fast noch etwas Schlimmeres als Gleichgül­tigkeit ist, das die rückständigen Hausfrauen bei ihrem Tun beherrscht.

Während unser Vaterland und alle Volksschichten sich bemühen, dem Vierjahresplan zum Siege zu verhelfen, schalten sich hier Hausfrauen, die, wenn man sie fragt, genau so gute Deutsche sein wollen wie jeder andere, bewußt oder unbewußt aus.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde nahm am Donnerstag mit ihrem ersten Vortragsabend in der Aula des Gymnasiums vor zahlreichen Zuhö­rern die Vortragstätigkeit für das Winterhalbjahr 1937/38 auf.

Professor Dr. K l u t e begrüßte die Teilnehmer und gab dann einen gedrängten Ueberblick über die vorgesehene Vortragsreihe.

Sodann sprach Dr. L. von Boxberger (Marburg) aus gründlicher eigener Anschauung über das ThemaLandschaft und Mensch in Spanien in ihren wechselseitigen Beziehunge n". Der Vortragende gab zunächst zu wissen, daß er nicht die Absicht habe, etwa poli­tische Sensationen aufzutischen, sondern er wolle das Land schildern, wie es sich abseits der gro­ßen Touristenwege in feiner tatsächlichen Gestalt darbiete. Der Reisende gehe häufig genug mit einem festen Programm an Spanien heran, besuche die berühmten Stätten (Alhambra, Alkazar, Mont­serrat, die Städte Toledo, Sevilla, Barcelona, Madrid usw.) und wenn sie auch wohl sehenswert seien, so stellten diese hervorragenden Punkte doch nicht das Spanien dar, das uns als Kulturland aus mittelalterlicher Zeit vor Augen stehe. In der Großstadt könne man spanische Eigenart nicht ken­nen lernen. Charakteristisch sei die Landschaft ab­seits der großen Verkehrswege, charakteristisch sei allein der spanische Bauer. Spanien sei alles an­dere, denn romantisch. Es sei nicht das Land, in demdie Myrthe still und hoch der Lorbeer steht", sei nicht die ideale Landschaft, der die deutsche Sehn­sucht nach dem Süden gelte, sondern zu großen Tei­len baumlose Steppe, Land der scharfen Gegen­sätze in vieler Hinsicht, Spanien fehle jene von uns so sehr geschätzte Harmonie von Architektur und Landschaft. In großen Teilen des Landes zeige die Landschaft häufig genug tragische Züge, erscheine

tigung von zwei übungsmäßig erstellten Brücken auf dem Gelände der Technischen Nothilfe, Orts­gruppe Gießen, hinter der Bergschenke soll der Oeffentlichkeit zeigen, wie in stiller Arbeit deutsche Männer den Schutz der Heimat vorbereiten.

Gießener Wochenmarktpreife.

* Gießen, 30. Okt. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Kühlhauseier, Klasse A 11%, Klasse B 11, ausländische, Klasse B 11%, Wirsing, % kg 8 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rot­kraut, % kg 7 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 30, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 15, Zwiebeln 6 bis 7, Meer­rettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf.,

Das muß anders werden! Der Einwand, daß es an zweckentsprechenden Gefäßen für die Aufnahme der Küchenabfälle fehle, kann nicht gelten. Selbst in dem kleinsten und bescheidensten Haushalt wird sich etwas wie ein Pappkarton oder ein Marmelade­eimer für diese Zwecke auftreiben lassen.

Der andere Kreis der Hausfrauen, der an pri­vate Sammler feine Küchenabfälle Ob gibt, fowie die Sammler selbst mögen sich folgendes merken:

Das Sammeln von Küchenabfällen ohne Be­zahlung ist verboten für diejenigen, die das Futter zur gewerbsmäßigen Aufmästung von Schweinen benutzen, d. h. der kleine Volksge­nosse, der lediglich für sich und feine Familie eine Sau fettmacht, darf in feinem Bekannten­kreis sammeln. Derjenige aber, der Säue fett­macht, um sie dann zu verkaufen, darf das Futter nicht unentgeltlich aus den Haushal­tungen abholen.

Die Hausfrauen mögen sich daher bei ihrem pri­vaten Sammler danach erkundigen und mögen wei­terhin dabei bedenken, daß sie der Allgemein­heit Mittel entziehen und sie einzelnen zukommen lassen, die sich damit privat bereichern. Auch das muß anders werden! Die Kreisamtsleitung der NSV., als die verantwortliche Stelle, wird in absehbarer Zeit eine Rundfrage bei sämtlichen Gießener Hausfrauen durchführen lasten, um fest­zustellen, ob jede Gießener Hausfrau ihre Küchen­abfälle sammelt und an wen sie diese abführt.

Der Wehrzahl unserer Gießener Hausfrauen wird es nicht bekannt fein, daß der lleberschuh aus dem Ernährungshilfswerk den sozialsten Verwendungszweck findet, den gerade eine deutsche Hausfrau und THuffer sich denken kann. Heber die Hohe dieser anfallenden Mittel kann sich jede Hausfrau ein Bild machen, wenn sie be­denkt, daß sie mit ihrer Hilfe in dem neu erstellten Gießener Stall des EHW. im Laufe eines Jahres 6 0 0 Säue bis zum Schlachtgewicht gemästet wer­den sollen, also alle vier Monate 200 neue Schweine.

Die Wittel aber fliehen dem h i t f s w e r k W utter und Kind" der NSV. zu.

Es bedarf wohl keines Wortes mehr, um die Gießener Hausfrauen von nun an geschlossen als die stillen Mitarbeiter an diesem kleinen Teil­abschnitt des Existenzkampfes unseres Volkes zu finden!

dem Besucher fast feindselig und wer den Stätten mittelalterlicher Kultur aus jener Zeit, da Spanien weltbeherrschend wa.r, folgen wolle, müsse Expedi­tionen unternehmen, die an Schwierigkeiten nichts zu wünschen übrig ließen. Das Land sei nur zu einem Drittel landwirtschaftlich bestellt. In mühseli­ger Arbeit ringe der Bauer dem steinigen Boden das Notwendigste ab, weite Landstriche seien durch einen' beispiellosen Raubbau im Pflanzen- und Tierbestand hoffnungslos verwüstet, denn der Mensch habe dort die Landschaft immer nur als Ausbeutungsobjekt betrachtet. Oasen seien lediglich die Flußtäler, die, von einigen Küstenstrichen ab­gesehen, Lebensadern des Landes feien.

In weiteren Darlegungen kam der Vortragende auf den spanischen Menschen zu sprechen, schilderte dessen soziale Lage und betonte, daß, wenn eine Wandlung im Lebensstandard des spanischen Bau­ern möglich werden solle, dies allein von einer Agrarreform her zu bewerkstelligen sei. Aufschluß­reich war es zu hören, wie der Redner den spani­schen Menschen in seinen Charaktereigenschaften dar­stellte. Er schilderte den spanischen Bauern als starr­sinnig und leidenschaftlich, als taktvoll und liebens­würdig, als gastlich, unsagbar bedürfnislos, von Haltung und innerer Würde, schließlich aber auch als Mensch von fatalistischer Geisteshaltung und geborenem Zweifler.

In feinen abschließenden Betrachtungen gab der Redner noch einen Ueberblick über den Hausstil in Spanien und zeigte hier grundsätzlich Unterschiede auf, wie sie in den verschiedensten Teilen des Lan­des immer wieder in Erscheinung treten.

Zahlreiche Lichtbilder veranschaulichten das ge­sprochene Wort und rundeten das Bild van einem umstrittenen Lande. Dankbarer Beifall belhnte den Redner.

5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Aus­leseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 8 bis 18 Pf., Nüsse 30 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

** ©ienft Jubiläen. Dieser Tage waren es 25 Jahre, daß die Gefolgschaftsmitglieder bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen Oberpflege­rin Frl. Elise Schneucker und Pfleger Peter Ludwig in den Dienst traten. Der Betriebs­sichrer Direktor Schneider beglückwünschte die Jubilare zu ihrem Ehrentage namens der ganzen Gefolgschaft und sprach ihnen Dank und Aner­kennung aus für ihre treue und tadellose Dienstzeit.

** Meisterprüfung beftanben. Optiker Biedenkopf, Seltersweg 69, legte vor der staatlichen Optiker-Hochschule in Jena die Meister­prüfung im Augenoptikerhandwerk mit Erfolg ab.

** Abschied eines verdienten Beam» ten von Gießen. Oberarzt Medizinalrat Dr S c r i b a verließ die Landes-Heil- und Pflege-' anftalt Gießen, an der er mehr als 23 Jahre ge­rn irEt hatte, um die ihm übertragene Stelle des Direktors der Landes-Heil- und PflegeanstaltPhi, lippshofpital" bei Goddelau anzutreten. Er gab nur ungern den ihm liebgewordenen Wirkungs­kreis und feinen Wohnsitz in Gießen auf, das ihm zur Heimat geworden war. Auch die Gefolgschaft der Anstalt bedauerte seinen Weggang sehr, dankte ihm herzlich für sein segensreiches ärztliches Wir­ken, seine aufopfernde und kameradschaftliche Zu­sammenarbeit mit der Gefolgschaft und Förderung der Gemeinschaft und brachte ihm mit den besten Wünschen einen Abschiedsgruß dar.

** In den Ruhe st and getreten. Nach Er- reichuna der Altersgrenze ist gestern der Sekretär Karl August Spitz aus den Diensten der Allgern. Ortskrankenkasse für den Stadt- und Landkreis Gie­ßen ausgeschieden. Aus diesem Anlaß fand im Dienstraum eine würdige Feier statt, bei der ihsii von feiten feiner Vorgesetzten und Kameraden wert­volle Geschenke überreicht wurden. In feiner An­sprache würdigte der Leiter der Kasse, Direktor Geiger, die Verdienste des seit 40 Jahren in der Sozialversicherung tätigen Jubilars und schilderte ihn als pflichttreuen und vorbildlichen Beamten.

** Der Haushaltungsnachweis für Fe11bezug ist Gegenstand einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters unserer Stadt. Das Merk­blatt enthält alle Einzelheiten, die den Fettbezug betreffen.

** Sei dem Experimentalkünstler Bellani. Am Donnerstagabend hatte sich eine stattliche Zuschauermenge im Cafs Leib eingefun­den, um sich die Experimente und Zauberkünste Bellanis anzusehen. Einführend gab der Künstler einige Erläuterungen über das, was man unter Zauberei und unter Magie versteht. Dann begann er den Reigen seiner oft verblüffend wirkenden Dar­bietungen mit den verschiedensten Kartenkunst­stücken. Nach dieser Einführung ging Bellani zu telepathischen Experimenten über und erklärte auch hier die verschiedenen Vorgänge, die teils durch gegenseitigen Kontakt, teils durch Einstellung von Positiv zu Negativ hervorgerufen werden. Mit Leichtigkeit führte der Künstler geheim geschriebene Befehle aus und erriet ebenfalls geheim geschrie­bene Fragen, die er auch beantwortete. An einem Massenexperiment zeigte Bellani dann auf der Bühne, wie rätselhafte Seelenkräfte wirken können. Die Personen aus dem Publikum, die diesen Massenversuch mitmachten, erlebten eineLuft­fahrt",dirigierten" ein Orchester, oder beschäftig­ten sich sehr auffallend mit irgendeinemgedach­ten" Gegenstand. Dieser erste Teil der Darbietungen fand bereits starken Beifall und auch die Lach- muskeln kamen auf ihre Rechnung. Nach einer Pause begann der humoristische Zauberkunstteil. Eine MengeEier" wurden gelegt, Geld kam in Hülle und Fülle aus der Luft, Gegenstände ver­schwanden, und aus leeren Kasten und Rollen wur­den die verschiedensten Gegenstände, wie Wecker­uhren usw. hervorgezaubert. Am Schlüsse feiner Spielfolge zauberte der Künstler noch Blumen­sträuße und Pflanzen um sich. Reicher Beifall be­lohnte Bellani. Zwei Stunden Staunen und Lachen waren im Nu verflogen.

Schöffengericht Gießen.

Wegen Betruges stand der W. Z. aus Bad- Nauheim vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte, der in denkbar schlechten Verhältnissen lebt, hatte sich in bett' Jahren 1936/37 eine Unmenge Ver­mögensdelikte, allerdings immer über kleinere Be­träge, zuschulden kommen lassen. Er erhielt von einem Gastwirt in Bad-Nauheim einen Betrag von 11,50 RM. ausgehändigt, mit dem er die Fern­sprechgebühren des Zeugen beim Postamt entrichten sollte. Diesen Betrag führte er jedoch nicht ab, sondern steckte ihn in seine Tasche. Sodann machte er in mehreren Wirtschaften Zechschulden von ins­gesamt etwa 25 RM., obwohl ihm genau bekannt war, daß er zur Zahlung außerstande war. Wei­ter pumpte er mehrere Personen um kleinere Be­träge an, indem er behauptete, er sei gerade in Geldverlegenheit, bekäme jedoch bald einen größe­ren Betrag ausgehändigt und werde das Geld in ein paar Tagen zurückechatten. Die Zeugen warten heute noch auf das Geld. Ferner versprach er einem Bauer, ihm einen Zentner Hafer zu besorgen, und er ließ sich hierfür 11 RM. geben. Er besorgte dem Bauer auch einen halben Zentner, den er aber aus den Vorräten eines Kohlenhändlers, bei dem er gerade aushilfsweise beschäftigt war, entwendete. Weitere 50 Pfund hatte er schon beiseite geschafft. Durch seine vorzeitige Entlassung war es ihm dann nicht mehr möglich, diese ebenfalls zu entwenden. Die 11 RM. steckte er wiederum ein. Er scheute sich auch nicht, den Bauer nochmals aufzusuchen, und ihn zur Hergabe weiterer 5,50 RM. zu ver­anlassen, da er ihm angeblich noch 50 Pfund Hafer liefern könne. Dieser Betrag wanderte ebenfalls in seine Tasche. Während feiner Tätigkeit in der Kohlenhandlung hatte er einer Familie Kohlen im Werte von 5,50 RM. zu bringen. Er lieferte die Kohlen auch ab und vereinnahmte den Betrag, über den er eine Quittung ausstellte. Die Gegen­quittung, die der Kunde auszustellen hatte, unter­zeichnete er mit dessen Namen und steckte das Geld ein. Eine Reihe weiterer kleiner Fälle konnte nicht restlos aufgeklärt werden, so daß Freispruch er­folgte. Im übrigen war der Angeklagte in der Hauptsache geständig und behauptete, in wirtschaft­licher Notlage gehandelt zu haben. Da es dem An­klagten tatsächlich schlecht geht und auch seine Fa- milienverhältnisse nicht gerade die besten sind, so­wie mit Rücksicht auf fein Geständnis und seine bis­herige Unvarbestraftheit billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu und erkannte wegen sieben­fachen Betruges, zweifacher Unterschlagung, davon eine in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung, sowie Diebstahls in einem Falle auf eine Oe« famtftrafe von vier Monaten und drei Wochen Gefängnis, wovon vier Mo- nate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten.

Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Erster Vortragsabend des Winterhalbjahres 1937/38.

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