Ausgabe 
29.10.1937
 
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Zrettag. 29. Oktober M7

187. Jahrgang

Ur. 255 Erstes Blatt

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Deutschland war.

Seit fünfzehn Jahren? Ja? Denn vor fünfzehn Jahren, im Jahre 1922, fand der junge Goebbels den Weg zu Adolf Hitler und der revolutionären Bewegung, die er entfacht hatte.Im Jahre 1922 geriet er in München durch reinen Zufall in eine politische Versammlung, in der Hitler sprach. Am Ende dieser Versammlung trat er der Partei bei." So zu lesen in einer biographischen Zusammen- stellung aller Daten seines Lebens und Wirkens, Daten, die im einzelnen aufzuzahlen, der vier­zigste Geburtstag keinen Anlaß gibt. Weil nur ein einziges Datum von tieferer Bedeutung ist, eben jenes Jahr 1922, in dem der junge Goebbels dem

Glückwünsche zu überbringen. 29. Oktober wird Adolf Hitlers 40 Jahre alt.

Im Dienste großer und einziger ihm der Führer übertrug. Diese Gauleiters, des Reichsleiters, des Dr. Goebbels beschränken sich

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Künstler dank" im Betrage von zwei Millionen Reichsmark zur Bei­fügung. Es ist mein Wunsch, daß durch diese Spende der drückendsten Rot dec schaffenden deutschen Künstler nach Möglichkeit gesteuert wird. Diese Spende wird itn Laufe eines Jah­res vom heutigen Tage ab, und zwar unter der verantwortlichen Mitwirkung bei; kunst­schaffenden Welt, ausgeschüttet werden."

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Berlin, 28. Oft. (DNB. Funkspruch.) Anläßlich des einjährigen Bestehens der von Reichsmmister Dr. G o e b b e l s ins Leben gerufenen Spende K ü n ft l e r d a n k" fand im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Vorsitz von Reichsminister Dr. Goebbels eine Sitzung mit den Treuhändern der Spende statt.

Dr. Goebbels teilte mit, daß er sich ent- schloffen habe, der SpendeKünstlerdank" einen weiteren Betrag oon 1,5 Mil­lionen Reichsmark zur Verfügung zu stellen, um auch weiterhin die soziale Für­sorge für die deutsche Künstlerschaft sicherzustel- len, bis die bereits in Angriff genommene all­gemeine Altersversorgung die Auf­gaben der SpendeKünsilerdank" übernehmen könne.

Reichsminister Dr. Goebbels wies darauf hin, daß in tausenden von Fällen durch die Spende Künstlerdank" Rot und Sorge deutscher Künstler gelindert werden konnten, die infolge ihres Alters oder aus anderen Gründen nicht mehr in der Lage waren, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Dr. Goebbels sprach den Treuhändern und dem Geschäftsführer für ihre schwierige ehrenamtliche Tätigkeit seinen Dank aus und bestätigte sie m ihrem Amt.

Namens der Treuhänder und der deutschen ftünft* Ier dankte Generalintendant Klöpfer dem Mi­nister für die neue Spende und gab die Versiche­rung ab, daß die Treuhänder sich des bewiesenen Vertrauens auch künftig durch hilfsbereite Mitarbeit würdig zeigen. #p, _

Die SpendeKünstlerdank" ist von Dr. Goebbels vor einem Jahr mit folgender U r - künde errichtet worden:

Die Sorge für das Wohlergehen aller Volks­genossen ist eine dec vornehmsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates. Dabei wendet die nationalsozialistische Slaatsführung auch der sozialen Lage der schaffenden Künstler ihre Aufmerksamkeit zu. Sie hak der kulturellen Leistung Anerkennung verschafft. Bei der Kürze der Zeit seit der Machtübernahme ist es aber nicht möglich gewesen, jede Rot in der deut­schen Künstlerschaft zu bannen und eine be­friedigende Versorgung für Krankheit und Al­ter zu schaffen. Bis zur Durchführung der von mir vorbereiteten Reuordnung der sozialen Fürsorge für die deutschen Künstler, insbeson­dere der geplanten allgemeinen Altersversor­gung, stelle ich am heutigen lag eine Spende

OieEinheitEmopas baut sich auf Nationalstaaten auf

Alfred Rosenberg spricht auf dem Vortragsabend des Außenpolitischen Amts der RGDAP.

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Führer zum ersten Male begegnete.

Aber war diese Bewegung wirklich nurrein zufällig"? War sie nicht vielmehr schicksalhaft. Schicksalhaft für ihn nicht nur, sondern vor allem für die Revolution, die den jungen Goebbels zum Revolutionär machte ...Ich sitze in einem Saal, in dem ich noch nicht war. Mitten unter Menschen, die mir fremd sind. Arme, verhärmte Menschen. Arbeiter, Soldaten, Offiziere, Studenten. Das ist das deutsche Volk nach dem Kriege. Der da oben spricht. Wälzt Quader auf Quader zu einem Dom der Zukunft. Was in mir seit Jah­ren lebte, hier wird es Gestalt und nimmt greif­bare Form an. Offenbarung! Offenbarung! Ich gehe, nein, ich werde getrieben bis an die Tri­büne. Da stehe ich lange und schaue diesem Einen ins Gesicht. Das ist kein Redner. Das i st ein Prophet! Der da oben schaut mich einen Augen­blick' an. Diese blauen Augensterne treffen mich wie Flammenstrahlen. Das ist Befehl! Von diesem Augenblick an bin ich neu geboren. Ich weiß, wohin mein Weg geht"Es sind Worte ausMichael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuch­blättern", erschienen im Jahre 1929. Der Verfasser legt sie einem jungen Deutschen in den Mund: dichterisch ist die Form, aber wer möchte daran zweifeln, daß es niemand anders war als der junge D r. Goebbels selbst, der Fünf­undzwanzigjährige, dem in jener Stunde bar wurde, wem er folgen würde.

als bis fein Staat die Obhut feiner Kinder an bestimmten Stellen Nordafrikas übernom­men habe und Deutschland könne ein Europa nicht früher anerkennen, als bis eine wirkliche Einigung der Deutschen in einem festen Staat zum Schutz seines Blutes geführt habe. Europa könne nur dann mit Erfolg nach außen auftreten, wenn Großbritannien in erster Linie seine Vertretung kraftvoll übernehmen könne. Der Bolfchewismus ist der Gegenspieler von unten wider das Erwachen eines neuen Nationalgefühls. Der Bolschewismus sammelt in der Welt nicht Wirtschaftstheoretiker kommunistischer^ Denkungsart, sondern die verzwei­felten Opfer der liberal-kapitalistischen Epoche. Europa steht machtpolitisch a l^s E i n h e i t vor Asien und Afrika. Europa anerkennt Seele und Art aller Rassen, aller bestehenden Kulturen und verzichtet darauf, das Seelenleben des weißen Men­schen den Völkern anderer Rassen aufdrängen zu wollen. Europa anerkennt die beiden großen Na­tionen und Staaten der gelben Rasse und ihre Le­bensrechte ... aber Europa muß sich die Herrschaft über jene asiatisch-afrikanische Gebiete einmütig sichern, die seine Menschen benötigen, um so mehr, als die in Betracht kommenden Völkerschaften zur Eigenstaallichkeit nicht fähig erscheinen. Erst dann kann bei seelischer, nie zu unterdrückender Mannig­faltigkeit eine Einheit Europas entstehen, in der die kleinen Völker ebenfalls chr Dasein auf ihrem Boden erfüllen können. Erst dann aber wird diese Einheit auch nach außen, anderen Kontinen­ten und Rassen gegenüber in Erscheinung zu treten vermögen. Daß neue Kräfte als miteinbegrif­fen zu gelten haben, ergibt sich heute als durchaus natürlich, wie z. B. der polnische Staat. Mit diesem Vorschlag ist auch in keiner Weise eine Behinderung der Befriedung anderer europäischer Räume etwas in den Weg gelegt. Auch hier ergeben sich Schick­salsgemeinschaften, sei es im Ostraum oder Donauraum, die, einmal erkannt, zu einer Befrie­dung gerade jener Staaten führen können, die un­mittelbar an der Schicksalssee, der Ostsee, ober dem Schicksalsstrom, der Donau, leben."

Joseph Goebbels.

3um 40. Geburtstag

des Reichspropagandaministers.

Von Edgar Schröder.

Dom Kaiserhof zur Reichskanzlei sind es nur hundert Schritte. Wie lang und schwer aber diese letzte Wegstrecke war, die von der legalen Oppo­sition zur Uebernahme der Macht und Verantwor­tung führte, das hat Dr. Goebbels in seinem gleich­namigen Buche dramattsch geschildert als der Mann, der mit zu den Wegbereitern der national­sozialistischen Revolution gehört. Zwischen dem Kaiserhof und der Reichskanzlei liegt der Wilhelms- platz, und an dessen Nordseite das schöne alte Prinz-Leopold-Palais, nun Heimstätte des Reichs­ministeriums für Volksaufklärung und Propa­ganda. Von ihm bis zur Reichskanzlei sind es nur zwanzig Schritte. Um von hier nach dort zu ge­langen und umgekehrt, bedarf es nur eines kurzen Ganges über die Wilhelmstraße.

Diese nachbarliche Nähe wird allen bewußt, die dort ihre Schritte verhalten. An allen Tagen und zu jeder Stunde stehen an jener Ecke des Wilhelms- platzes Menschen, Einheimische und Gäste aus dem Reich und Ausland, und schauen empor zu den Fenstern beider Häuser. Hinter den einen suchen ihre Gedanken den Führer und Reichs- känzler, wenn die Standarte oben auf dem Dach anzeigt, daß Adolf Hitler in Berlin weilt. Und dann scheint ihnen wohl das schräg gegen­überliegende Ministerium ganz an der richtigen Stelle zu liegen, gleichsam zur ständigen Bereit­schaft und Verfügung für den Mann, der das deutsche Volk führt und als Staatsoberhaupt re- präfenttert. Es könnte eigentlich nirgends anders liegen: das Ministerium von Dr. Goebbels, und sie ist von tiefer symbolischer Bedeutung, diese räum­liche Nähe der beiden Häuser und Männer, von denen der eine, Dr. Joseph Goebbels, dem Führer

Wenn sonst ein Mann, dem , , große Aufgabe gestellt hat, die Schwelle zum fünf­ten Jahrzehnt seines Lebens überschreitet, bann mag damit für ihn der Augenblick gekommen sein, erstmalig Rückschau und Ausschau zu halten. Rück­schau' auf bisher Geleistetes und Erreichtes. Aus­schau auf Möglichkeiten, die noch im Schoße der Zukunft liegen. Und wohl bei den meisten, die eben das vierzigste Lebensjahr vollenden, steht das persönliche Streben naturgemäß noch soweit oben­an, daß sich schwerlich von ihnen sagen ließe: es geht ihnen nur noch um ihre Aufgabe. Zu diesen wenigen Männern aber gehört Dr. Goebbels, des­sen Leben seit fünfzehn Jahren ein Leben für

Reichsministers ... ___ . .

nicht auf ein festbegrenztes Ressort, wie bei einem Minister in parlamentarisch regierten Staaten. Ge­wiß, zu seinem Ressort gehören insbesondere Presse, Film, Theater, Rundfunk, um nur die wich-

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in einem besonderen Sinne als Gefolgsmann ver­bunden ist. Es geschah auch am vorigen 29. Okto­ber, das der Führer sein Haus in der Wilhelm­straße verließ unb hinüberschritt zum Reichsmini­sterium für Volksaufklärung unb Propaganda, um seinem Mitkämpfer Dr. Goebbels persönlich seine ' " " ..... Und an diesem

An.

Fünfzehn Jahre sind seither vergangen. Dr. Goebbels mit an der

Reichsminister Dr. Goebbels hat der vor Jah­resfrist errichteten 2-Millionen-StiftungKünstler­dank" einen weiteren Bettag von anderthalb Mil­lionen Reichsmark zur Verfügung gestellt, um die soziale Fürsorge für den schaffenden deutschen Künst­ler zu garantieren. Damit bekundet der national­sozialistische Staat aufs neue seinen oft und immer bewiesenen Kulturwillen. Die neue Stiftung ist eine soziale Tat von außerordentlicher Wirkung und vor­bildlichem Ausmaß. Sie ist der greifbare Beweis da­für, daß die Regierung sich um die Künstler küm­mert, nicht nur ideell, sondern auch praktisch. Der Künstlerdank" bildet das Fundament für eine groß­zügige Altersversorgung, die den Künstler in Deutsch­land vor materieller Not sichern soll, wenn er einmal nicht mehr in der Lage ist, von seiner Hände Arbeit fein Leben zu fristen und für die Seinen zu sorgen. Der Staat und das deutsche Volk statten mit dieser Stiftung ihren Kulturschaffenden den schönsten Dank ab; die Künstler selbst werden der Regierung Dank wissen für die ebenso großherzig wie vorausschauend sich äußernde Sorge um ihr Wohlergehen; sie wer­den die hohe Verpflichtung begreifen unb sich ihrer roürbig erweisen, bie mit ber SpendeKünstlerbank" zum Ausbruck gebracht wirb. Jebem Kulturträger in Deutschlanb muß es ein erhebenber, sein Lebens­gefühl fteigernber, sein Schaffen beflügelnber Ge­baute sein, baß auch die Kunst und der Künstler heute bei uns vor drückender Not unb täglicher Sorge um Brot unb Existenz von Staats wegen bewahrt ist. DerKünstlerdank" ist eine soziale und kulturelle Leistung, auf bie unser Volk stolz sein barf.

Reichsinspekteur der Marine-HZ.

B e r l i n , 28. Ott. (DNB.) Der Jugenbführer bes Deutschen Reiches hat ben bisherigen Leiter bes Hauptreferats Marine im Amt für körperliche Er­tüchtigung ber Reichsjugendführung, Oberbannfuhrer Roedenbeck, mit sofortiger Wirkung unter Be­förderung zum Hauptbannführer zum Reichs­inspekteur der Marine-Hitler-Jugend ernannt. Hauptbannführer Roedenbeck ist dem Ju­genbführer bes Deutschen Reiches in bieser Eigen­schaft unmittelbar unterstellt. *

Alfred Rosenberg betonte dann, daß alle Auseinandersetzungen in der Wett heute weltanschaulichen Charakter tragen und fuhr dann fort:Aus den Tatsachen einer kürzeren oder längeren politischen und welt­anschaulichen Tradition, aus den Bedingtheiten eines allgemein kulturellen Schicksals und aus mancherlei anderen Gründen leben die Völker und Staaten auch in unserer Zeit nicht in einem Zustande einer gleichartigen und gleich­zeitigen Entwicklung. Darum ist der Versuch, eine universal! st ische Staatsiöee für alle Völker zu lehren, von vornherein ein lebensfeindliches Unterfangen, weil eine po­litische Form, die für das eine Volk verständ­lich und notwendig ist, die stetige Entwicklung einer anderen Ration in katastrophalster Art zu gefährden oetmag.

Zu den Vorwürfen, bie von jenseits des Atlan­tischen Ozeans gegen Deutschland erhoben werden, jagte Alfred Rosenberg, baß sie auf einem M - verstehen ber geschichtlichen unb politischen Be­dingtheiten beruhten unb zum anberen die Ver- chiebenartigkeit der En t w i ck l ungs- 'tobten übersähen. Wenn aus bem Mißverstehen >er Situation etwa in USA. heute Reben über Zi­vilisation unb Verwerfung autoritärer Staats- chsterne zu uns herüberklingen, bann muffen wir ber Anschauung Ausbruck geben, baß, ehe derartige Angriffe gegen autoritäre Staaten erhoben wer­den, man sich erst der zehn bis zwölf Millionen Arbeitslosen annehmen unb ieftftetlen sollte, warum burch einen Raubbau an der Erde acht Millionen Farmer da hin- liechen unb die Wüste in ungeheuerer Weise weiterfrißt. Das einstmals als selbstverständlich an- itenommeneR e ch t" des Einzelne n auf 210= Holzung der Wälder unb Auspflügung ber Prä­rien hat sich heute bitter gerächt.

Alfreb Rosenberg zeichnete bann ben W eg e r kommunistischen Agitation, bie Itets in ben Weltstäbten ihren Ausgang nimmt. Smmer ist es bas Judentum gewesen, bas sich an He Spitze der instinktlos gewordenen Masse setzte, iLtn die Weltzersetzung vorzubereiten. Daß diese Er- lenntnis bereits vor ber Machtübernahme ein Be- jtanbteil bes Nationalsozialismus war, bewies ber l^eichsleiter an feiner 1932 auf bem Europa- ko n g r e ß in Rom gehaltenen Rebe, auf ber bas ThemaEuropa" gestellt war. Alfreb Rosen­berg sagte:Ich habe ausgeführt, baß man von einem universalistischen Stanbpunkt

Berlin, 28. Okt. (DNB.) Der Besuch des er­sten Vortragsabenbs des Außenpoli­tischen Amtes ber NSDAP, in biefem Winter bewies, wie biese zwangslose Art ber Ver­tretung grunblegenber Gebauten von Diplomatie unb Presse ebenso wie den führenden Persönlich­keiten des Lebens ber Reichshauptftadt geschätzt wird. Reichsleiter Alfreb Rosenberg, ber selbst sprach empfing seine Gäste am Eingang bes Ter­rassensaales bes Hotel Ablon. Es waren erschienen die Botschafter ber Türkei, Polens unb Argenti­niens, ferner zahlreiche ©efanbte sowie die Ge­schäftsträger Großbritanniens unb ber Vereinigten Staaten von Amerika. An beutschen Persönlichkeiten waren mit bem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath an ber Spitze erschienen Reichs­postminister Ohnesorge, bie Staatssekretäre Dr. Meißner und von Mackensen, Gene­ralinspektor Dr. Todt, ^-Obergruppenführer Lorenz, Gauleiter unb Dberpräfibent Schwebe- Coburg, General ber Polizei Da 1 uege unb SA.-Obergruppenführer von Iagow.

nicht eine sogenannteIdee Europa" postulieren könne. Ich hatte bei meinen Ausführungen m ben Mittelpunkt bie Tatsache gestellt, baß es in erster Linie vier Nationen sinb, bie einen bestimmten Begriff ber Nation aus- aebilbet unb auf bie Geschicke Europas übertragen haben. Jebe ber vier großen Nationen, bie a/s Schick­salsbestimmung erscheinen, hat ihr eigenesZen­trum ber Glückseligkeit", von bem heraus sie be­müht ist, sich stets neu zu gestalten.

Für Italien Hal der Führer des Faschis­mus den Staat als den höchsten Wert ge­kennzeichnet. Frankreichs Rationalis­mus ist unzertrennlich mit der man darf wohl sagen Anbetung des Bodens verknüpft. Wer auf französischem Boden lebt, wird gleichsam durch ein mysteriöses Gesetz Franzose, eine Idee, welche die französische Kirchlichkeit mit ihrer Gegnerin, der Frei­maurerei, noch stets geeint hat. England, Jahrhunderte hindurch eine fast unangreifbare Insel, brauchte den Mythos des Staates nicht, noch heute herrscht dort die Auffassung der Ration als Gesellschaft. In Deutsch­land ist es zweifellos derGlaubean das B l u t, der die großen Auftriebe hervorgebracht Hal." Rach der Feststellung, daß Rußland nach Mittelasien zurückgekehrt sei, fuhr Alfred Rosenberg fort:Wer im Ernst Europa als organische Einheit einer slakken Vielfachheit und nicht als rohe Summation er- strebt, der muß die vier großen Rationalismen als vom Schicksal gegeben anerkennen. Die Zerstörung eines dieser Zentren durch irgendeine Macht würde keinEuropa" zur Folge haben, sondern ein Chaos herbei­führen.

So ergab sich für uns damals, baß bie Energien bes heutigen menschenmäßig saturierten Frank­reichs sich in erster Linie bem Ausbau seiner afrikanischen Kolonien roibmen müssen. Italien werbe kaum eher zur Ruhe kommen.

Die Rede Med Rosenbergs.

Nach ben einleitenben Begrüßungsworten stellte Reichsleiter Rosenberg an bie Spitze seiner Rebe bie Tatsache, baß heute fast auf bem ganzen Erb- ball soziale Krisen, politische Aufruhroersuche, Bürgerkriege unb barüber hinausgehenb militä­rische Auseinanbersetzungen ftattfinben. Einer Ge- sellschaftsorbnung, wie sie im 19. Jahrhunbert ge- bilbet würbe, stehe eine Opposition entgegen, die zweierlei Folgerungen ziehe: Einerseits Umkehrun­gen ber Vorzeiten und Diktatur ber einen iiber bie anbere Klasse, anberseits bie Durchsetzung von natürlicher Gesetzmäßigkeit, Cha­rakter unb Schicksalsbebingtheit. Der Träger ber ersten Oppositionsauffassungen sei ber Bolsche­wismus.Die bolschewistische Bewegung erkennt Bieber weltanschaulich noch politisch einen tieferen Unterschied zwischen Rassen, Völkern, Charakteren an, sondern erstrebt eine neue, auf ben niebrigften Instinkten aufgebaute Diktatur über alle Nationen ber Welt. Ganz gleich, wie manche Staatsmänner bie innenpolitische Situation ihres Laubes ober bie Zustänbe anberer Völker auch bewerten mögen, so sollte man glauben, baß sie alle bestrebt sein müß­ten, zu minbesten bie inneren Auseinanbersetzungen vor Eingriffen revoltierender fr em« berMächtezu bewahren. In Wirklichkeit stehen wir vor bem sonderbaren Phänomen, baß Persön­lichkeiten, bei benen wir unzweifelhaft Anteilnahme am Geschick ihres eigenen Volkes annehmen müssen, nicht baoor zurückscheuen, mit Mächten in engste politische Beziehung zu treten, beren End­ziel ganz eindeutig gar kein anderes sein kann, als auch die kulturell-religiösen und allgemeinen natio- aalen Ueberlieferungen gerade auch dieses Volkes zu Interhöhlen unb machtpolitisch z u st ü r z e n."

eifere 44 Millionen Reichsmark für die denischen Künstler.

Or. Goebbels stellt der SpendeKünstlerdank" abermals einen bedeutenden Betrag zur Verfügung.

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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