SJ.-fpori
Große deutsche Motorraderfolge im Ausland.
Kluge Doppelsieger in Australiens TT.
Am dritten Weihnachtstage fand bei Lobethal unweit der Hauptstadt Adelaide die Motorrad-Großveranstaltung um die südaustralische Tourist Trophy über 126 Kilometer statt. Zum ersten Mal starteten dabei deutsche Maschinen auf dem kleinsten Kontinent; sie verzeichneten einen Erfolg, wie er nicht arößer sein konnte. Meister Ewald Kluge steuerte feine 25O»ccm - Auto-Union - DKW. in zwei Klassen als Erster durchs Ziel und wurde dadurch TT.- Doopelsieger gegen scharfe englische Konkurrenz. Ueoerlegen sicherte er sich die Leichtgewichts-TT. der 250 ccm in neuer Rekordzeit mit einem Stundendurchschnitt von 128 Kilometer und auf dem zweiten Platz endete sein australischer Stallgefährte Frederick, der die zweite mitgenommene DKW. fuhr. Die Begeisterung der Zuschauer, die so zahlreich wie nie erschienen waren, kannte keine Grenzen, als Kluge sich anschließend auch um die Junior-TT. der 350» «cm-Klasse bewarb. Nach erbittertem Kampf kam die 250-ccm-DKW auch in diesem Rennen als Erste durchs Ziel; Zweiter wurde der englische TT.-Spe- zialist Foster auf AIS. und Frederick belegte auf DKW. den dritten Platz. So beschloß die Auto-Union mit zwei DKW.-Maschinen in Australien das für sie so erfolgreich begonnenen Jahr 1937, das sie rm Januar mit einem Rennwagensieg des unvergeßlichen , Ernst von Delius in Südafrika eingeleitet hatte, : mit einem weiteren Triumph.
VINW.-Triumph in Südamerika.
Einen stolzen Triumph der deutschen Motorrad- Industrie können die BMW.-Werke aus Südamerika melden. In der auf den guten Straßen bei Sao Paulo durchgeführten Motorradmeisterschaft j von Sao Paulo gestaltete Hans Rav ach e den I Zweikampf mit dem ebenfalls favorisierten Norton- ! fahrer Bezzi zu einem schönen Erfolg. Auf der | 150 Kilometer langen Rennstrecke hatte der Norton- i fahrer Bezzi bis zur 30. Runde die Führung, hielt : aber dann den Angriffen des BMW.-Fahrers nicht mehr stand und mußte Ravache, der bei seiner letzten Runde stürmisch gefeiert wurde, einen überlegenen Sieg überlassen.
Tennisländerkampf Australien—Deutschland 1:0.
r In Sidney begann am Montag der zweite Ten- Nisländerkampf zwischen Australien und Deutschland. Im ersten Einzelspiel standen sich der deutsche Meister Heinrich Henkel und der junge Australier John Bro hm wich gegenüber. Henkel, dessen Fußverletzung immer noch nicht aus- geheilt ist, erreichte leider nicht seine beste Form und mußte dem Australier mit 6:1, 6:1, 6:4 einen glatten Droisatzsieg überlassen.
Größtes Interesse beanspruchte ein am gleichen Tag ausgetragener Schaukampf zwischen Gottfried von Cramm'und dem amerikanischen Weltmeister Donald B u d g e. Der Deutsche war in be- stechender Form und schlug seinen großen Gegner, dem eine Schulterverletzung noch zu schaffen machte, mit 6:1, 6:3.
Internationales Skispringen in Garmisch-Partenkirchen.
' Die Reihe der internationalen Veranstaltungen in Gannisch-Partenkirchcn wird am 2. Januar auf der Großen Olympia-Schanze mit einem internationalen Skispringen fortgesetzt, das eine ausgezeichnete Be- i'fetzung erfahren wird. Außer der gesamten deutschen ^Spitzenklasse stellt sich auch die österreichische Sprin- I gcrgarde vor, darunter Meister Grallinger, der Tiroler Meister Hammerschmitt (Innsbruck), der Jung- imanne Bradl (Salzburg), Aschenwald (Innsbruck), Sieger (Semmering), Galleitner (Wien), Köstinger <Salzburg), Lucke (Kufstein), Dellekarth (Innsbruck), die Kitzbühler Klingler und Weißenbacher, Jenne- mein (Arlberg) und Mayr (Villach). Mit diesem Start erwidern die Oesterreicher einen Besuch der deutschen Springerelite, die am Neujahrstag ihr Können auf der Berg-Jsel-Schanze in Innsbruck Zeigen wird. Neben den Oesterreichern werden aber »auch noch die besten Springer der Schweiz nach Garmisch-Partenkirchen kommen, jedoch sind hier die «namentlichen Meldungen noch nicht abgegeben worden.
„Teutonia"
in Lauterbach 5:3 erfolgreich.
Was wohl nur einige Anhänger vermutet haben, ist eingetroffen. Teutonia kehrte mit einem Siege von Lauterbach zurück. Dieses Ergebnis kann nicht als Zufall angesehen werden, denn dem Spielverlauf nach geht das Resultat vollkommen in Ord- nung. Lauterbach hat in der Verbandsserie auf eigenem Platz noch kein Spiel verloren, so daß der Sieg der Teutonen als ein großer Erfolg angesehen werden darf. Lauterbach gab einen achtbaren Gegner ab, Sturm und Hintermannschaft waren gleichstark besetzt. Von den Teutonen sah man wieder einmal ein Spiel, das begeistern konnte. Die wenigen Anhänger, die mit dabei waren, mögen bei sich gedacht haben, warum denn nicht in den Verbandsspielen so gespielt werden konnte? Jeder einzelne Spieler erfüllte vollkommen seine Pflicht.
Nach dem Anpfiff übernahm sofort Steinberg das Kommando. Angriff auf Angriff wurde vor des Gegners Tor getragen. Der Sturm, sonst Steinbergs Schmerzenskind, zeigte sich von der besten Seite. In gleichmäßigen Abständen fielen bis zur Pause drei Tore. Die Lauterbacher, sichtlich überrascht von dem Können der Teutonen, versuchten nach dem Wechsel durch härteres Spiel eine Wendung herbeizusühren. Aber es war vergebens! Steinberg erhöhte sogar auf 4:0. Dann erst kamen die Platzbesitzer zum ersten Gegentreffer. Die Teutonen erzielten noch ein weiteres Tor. In den letzten 20 Minuten kam Lauterbach dann mehr auf und konnte noch zwei Erfolge auf sein Konto bringen. Nach diesem Sieg ist man im Lager der Steinberger noch gespannter, wie am kommenden Sonntag der Größkampf gegen Wetzlar in Steinberg enden wird.
Mckrunde der II. Fußball-Kreisklasse.
Gruppe Gießen B.
2. Januar: SA. II — 1900 III; VfB.-R. III — Gröningen; Daubringen — Staufenberg; Allendorf gegen Heuchelheim II.
9. Januar: Wißmar — Rodheim II; DfB.-R III gegen 1900 III; Staufenberg — Heuchelheim II; Grüningen — Allendorf; SA. II — Daubringen.
16. Januar: Daubringen — VfB.°R. III; Grüningen — 1900 III; Heuchelheim II — SA. II; Rodheim II — Staufenberg; Allendorf — Wißmar.
23. Januar: Daubringen — Wißmar; 1900 III — Heuchelheim II; SA. II — Grüningen; VfB.-R. III gegen Rodheim II; Staufenberg — Allendorf.
30. Januar: Wißmar — Heuchelheim II; VfB.- Reichsbahn III — Staufenberg; Rodheim II — SA. II; Daubringen — Grüningen; Allendorf — 1900 III.
6. Februar: VfB.-R. III — Allendorf; Daubringen — Heuchelheim II; Rodheim II — 1900 III; Wißmar — SA. II; Staufenberg — Grüningen.
13. Februar: Allendorf — Daubringen; Wißmar gegen 1900 III; SA. II — Staufenberg; Heuchelheim II — VfB.-R. III; Grüningen — Rodheim II.
20. Februar: 1900 III — Staufenberg; SA. II — Allendorf; VfB.-R. III — Wißmar; Rvdheim II — Heuchelheim II
27. Februar: Wißmar — Grüningen; Rodheim II gegen Daubringen.
Weihnachts-Wintersportereigniff e im Reich.
Der Skiklub Bad Reichenhall veranstaltete auf dem Nachbarberg des Predigtstuhl einen Wcihnachts-Torlauf. Rolf Hofmann (Geb.-JR./Ski- zunft Feldberg) und Josef Pertsch (SC. Bad Reichenhall) erzielten mit je 52 Sekunden die besten Zeiten.
*
Günther Meergans, der deutsche Skimeister, erhielt beim Weihnachtsspringen auf der Koppenschanze bei Krummhübel die beste Note. Schneetreiben und Nebel machten den Teilnehmern viel zu schaffen.
Der Skiklub Ruhpolding führte am zweiten Weihnachtsfeiertage bei heftigem Schneegestöber einen Klublanglauf durch. Unter 27 Läufern ging Toni Zetter als überlegener Sieger hervor. Er benötigte für die 12 Kilometer lange Strecke 43:02 Minuten und ging 27 Sekunden vor Adam Speckbacher durchs Ziel.
Die Sachsen-Abfahr? ftri Ostörzge- bärge sah Läufer aus Dresden und Deutschböhmen am Start. Auf der 2000 Meter langen Strecke bei Altenberg siegte der Dresdener Soldat Fricke in 1:09 Minuten vor W. Böttrich (Altenberg). #
Das Weihnachts-Skispringen auf der Hausbergschanze bei Garmisch sah unter 43 Teilnehmern in Klasse 1 den Partenkirchener Toni Bader mit Sprüngen von 33 und 34 Meter an erster Stelle.
Um den Ritter-von-Halt-Pokal kämpften im ersten Spiel im Eisstadion von Garmisch- Partenkirchen der SC. Rießer See und der Wiener EV. 2:2 (1:1, 0:0, 1:1) endete die Begegnung. Aus dem Kunstlauf-Programm ragten die Darbietungen von Weltmeister Felix Kaspar hervor.
Amerikanische Boxranglisie mit Louis vor Schmeling.
Die Nationale Boxing-Association, eine der Die« len amerikanischen Boxbehörden, veröffentlichte in diesen Tagen ihre Weltrangliste für 1937. Sie machte es sich dabei nicht allzu schwer und fetzte in jeder Gewichtsklasse den offiziell anerkannten Weltmeister auf den ersten Platz. So kommt es, daß der Weltbeste Schwergewichtler, Max Schme« ling, trotz seiner eindrucksvollen Siege über Joe Louis und Harry Thomas hinter dem Neger an zweiter Stelle vor dem Briten Tommy Farr steht. Hoffen wir, daß „Maxe" im Juni des nächsten Jahres endlich Gelegenheit bekommt, durch einen neuen Sieg über den Neger feine alle überragende Klasse zu beweisen, denn nur ihm gebührt Nummer 1 der Weltrangliste.
Schach-Ecke.
Gearbeitet von K. Helling.
Widerlegte Rettungsaktion.
8
5
2
2
» mm
a b c d e s g h
Die abgebildete Stellung ergab sich in einer freien Partie K. Richter gegen Dr. W., gespielt 1937 in Berlin. Mit seinem letzten Zuge Kg8 — H8 hatte Schwarz das Feld g8 für den Springer geräumt, um nun den drohenden Vorstoß H4 — H5 nebst Deff» nung der H-Linie mit Se7—g8 auffangen zu können. Weiß spielte aber trotzdem 1. H4 — H5, und Schwarz antwortete plangemäß 1. ..., Se7 — g8.
Wie fetzt Weiß nun am stärksten fort?
Eine Opferkombination.
1
6
6
2
7
6
4
8
2
1
8
6
8
7
0
4
jLjL
e h
a b
a b e d
SWckW
Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Aljechin gegen Reshevsky beim Turnier zu Kemeri. Weiß hat einen Bauern weniger, kann aber durch eine prächtige Kombination rasch den Sieg erzwingen.
Was zieht Weih am stärksten?
Lösung
der Schachaufgabe „Elegante Zertrümmerung".
Weiß: Kal, Dbl, Tg3, Sf5, Ba2, b2, e.3, e5, f4, H5 (10). — Schwarz: KH8, Da6, Tc8, Lc5, SH7, Ba7, b3, d5 (8).
1. ..., Lc5 — d4! (droht Id!, z. B. 2. S X d4, Tcl. 3. S X b3, TXb1>. 4. K X bl, Db3+! nebst Dfl-s- und Df2-s-, oder 2. e X d4, Tcl. 3. T X b3, TXbl-s-. 4. K X bl, Dfl-s-. 5. Kc2, De2 + . 6. Kc3 — Kcl? scheitert an Del 4- nebst De44- — Df3-s-. 7. Kb4, D Xf4 usw.). 2. Tg3 — gl, b3 X a2. 3. Dbl — dl (schlägt Weiß den Bauern, folgt ß X b2+! und nach 4. KXb2, Tc2-s-). 3. ... Ld4Xb24-!
4. Kal X b2, a2 —al Dame '+! 5. Dbl X al. Daß— b5+. 6. Kb2 — a3, Db5 — c5+. 7. Ka3 — a4, Dc5 —c4+. 8. Ka4 — a3, Dc4 —b3 + . 9. Ka3 —a4, Tc8—c4 + . 10. Ka4—a5, Tc4—c5-s-. 11. Ka5—a4, Db3 —c2+. 12. Ka4 —b4, a7 —a5+. 13. Kb4—a3, Dc2 —b3+, unb Turmschach auf c2 gewinnt die Dame und den Springer.
Lösung der Schachaufgabe „Figurenangriff".
Weiß: Kel, Dc2, Tal, Thl, fiel, fifl, Se5, Ba2, b3, c4, 64, e2, f2, g2, H2 (15). — Schwarz: Ke8, Db8, Ta8, TH8, Lf8, Sf6, Sg4, Ba7, b7, c6, d5. e6, f7, g7, g6 (15).
1. Lf8 — b4+, fiel X d2. 2. Lb4 X b2, Dc2 X d2. 3. Sg4 X f2. Schlägt Weih diesen Springer, so folgt Se4 +, und Schwarz gewinnt die weiße Dame^ Weiß ist somit zu Thl — gl gezwungen und hat eine schlechte Stellung und einen Bauern weniger. In der Partie geschah noch: Tgl, Sfe4, Db4, Dg5, Tadl, S X dl, K X dl, a5, Del, De3, Sf3, d Xc, b X c, c5, und Weiß gab auf.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttonStisch.
Gedankenübertragung.
Als Grieg eines Tages mit einem Freunde in einem kleinen Boot angelte, fiel ihm plötzlich ein musikalisches Thema ein, das er sofort auf ein Blättchen Papier aufschrieb. Er legte das Blatt auf die Bank neben sich, von wo es, ohne daß er es bemerkte, von einem Windstoß ins Wasser geweht wurde. Der Freund fischte es heraus, sah es sich an, steckte es ein. Nach einer Weile pfiff er Die Melodie vor sich hin. Grieg wurde ganz blaß und sagte: „Was ist das?" „Oh, nur eine Idee, die mir gerade durch den Kopf geht." „Zum Teufel", rief Grieg, „ich hatte eben genau dieselbe Idee!"
Traurige Geschichte von einem Papagei.
Die Dichterin Marie von Ebner-Eschen- bad) hat uns die folgende Anekdote aufbewahrt, die ihr Vater gern und oft erzählte: Ein österreichischer Kaufherr, der eine Reise nach Südamerika unternommen hatte, schickte von dort seinem in Wien lebenden Bruder einen ungewöhnlich schönen und gelehrigen Papagei. Nach der Heimkehr war eine der ersten Fragen: „Na, wie habt ihr denn meinen Papagei gefunden?" — Eine kleine Verlegenheitspause trat ein; bann brachte bie Hausfrau schonenb hervor: „Ein klein bissel zach war er halt." — „Zach?" — „Um Gottes willen, ihr habt ihn doch nicht gebraten unb gegessen? Er hat ja vierzehn Sprachen gesprochen!" — Der Bruder schlug bie Hänbe zusammen: „Jesses! Warum hat er benn nix g'sagt?"
Sorgen eines Seemannes.
Der Maat war zum letzten Male von See zurückgekehrt unb hatte sich nun wirklich vorgenommen, bas Mäbchen seiner Träume zu heiraten. Aber als er in ber Dämmerstunde mit ihr auf bem Sofa saß unb ben Arm um sie gelegt hatte, sah er nachdenklich unb bebrückt aus. „Hast bu Sorgen, Liebling?" fragte sie, sich an ihn schmiegend. „Nun, Marie", sagte er, „jetzt, wo ich im Begriff bin, mich hier niederzulassen unb bich zu heiraten, möchte ich vorher nod) etwas von ber Brust haben." „Ja, unb was ist es benn?" fragte Marie zärtlich. „Ein tätowiertes Herz mit Anni barin", war die l unerwartete Antwort.
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