Ausgabe 
28.8.1937
 
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SJ.-fport

Georg Hax - 50 Lahre Schwimmer.

Der Führer des Reichsfachamtes Schwimmen, Georg 5) ar (Berlin), kann auf eine 50jährige er­folgreiche Laufbahn als Schwimmsportler zurück­blicken. Von 1893 bis 1897 war Hax deutscher Meister im Kunst- und Turmspringen. Viele Jahre hindurch bekleidete er das Amt eines Vorsitzenden des Deutschen Schwimm-Verbandes.

Deutschlands Leichtathleten siegten in Paris.

Große Erfolge errangen die deutschen Studenten in den leichtathletischen Kämpfen im Stadion Colombos. Mit einem neuen Studenten-Weltrekord wurden die Kämpfe eingeleitet. Lutz Song, der Deutsche Meister, erreichte im Weitsprung mit dem letzten Versuch 7,68 Meter, nachdem er schon vor­her mit 7,53 Meter den Sieg sicher hatte. Der Ber­liner G r a m p p kam mit 7,28 Meter auf den dritten Platz, hatte doch Toomsalu (Estland) beim letzten Versuch Grampps Leistung um 0,5 Zenti­meter überboten. Unsere Studentinnen holten an­schließend gleich zwei Titel. S. D e m p e (Weimar) gewann die 80 Meter Hürden ganz überlegen in 11,7 Sekunden vor der Marburgerin West - phal, und Gisela Mauer m.eyer errang im Diskuswerfen ihren zweiten Weltmeistertitel.

Mit 44,17 Meter schlug sie die Bremerin Hüchttng und Nobiling (Berlin) ganz überlegen.

In den übrigen Wettbewerben mußten die Deut­schen die Ueberlegenheit der Engländer anerkennen. Der Kölner Vogelsang blieb über 100 Meter nur um einen Meter hinter den beiden Engländern Holmes und Pennington zurück. Auch Rößler (Ber­lin) hielt sich über 400 Meter ausgezeichnet, kam aber über den 4. Platz nicht hinaus. Hier siegte der Engländer Brown in der hervorragenden Zeit von 47,8 Sekunden. Pech hatte der Berliner Grampp im 110-Meter-Hürdenlauf, wo er hinter dem Fran­zosen Mathiotte mit Eggenberg zugleich einlief, aber vom Zielgericht aus den 3. Platz gesetzt wurde.

ONS. gewann Lüttich - Rom-Lüttich.

Die wertvollste Prüfung der Langstreckenfahrt LüttichRomLüttich wurde von der Obersten Na­tionalen Sportbehörde für Kraftfahrt (NSO.) ge­wonnen. Durch die ersten drei Plätze von H a - berle-Klockler auf Hanomag, P. v. Guil­laume- Frau Bahr auf Adler-Jmperia und von Hanstein-Bund auf Hanomag wurde der wertvolle Wanderpokal für Deutschland errungen. Mit 460, 480 und 680 Strafpunkten wiesen diese deutschen Fahrer über 500 Strafpunkte weniger auf als die Nächstplacierten.

Heimische Mannschaßen in ZrenndschMämpsen

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 Viktoria Eckenheim.

Die Blauweißen empfangen am Sonntag den SportvereinViktoria" Eckenheim zum Gesellschafts­spiel. Der Abschluß dieses Spieles dient hauptsächlich dazu, die Ligamannschaft vor den Verbandsspielen einer Prüfung zu unterziehen. Gleichzeitig aber auch, um einen Vergleich ziehen zu können zwi­schen der Spielstärke der beiden Kreise. Nach der Papierform zu urteilen muß man den Gästen ein Plus einräumen, denn durch den Spielverkehr mit den Frankfurter Großoereinen haben sie weit bes­sere Möglichkeiten zur Hebung ihrer Spielstärke als die Platzbesitzer. Die jüngste Kraftprobe mit der Eintracht Frankfurt endete unentschieden 3:3. Die genaue Aufstellung, in der die Gäste antreten, liegt nicht vor. In Anbetracht der Verbandsspiele, die im Bezirk Frankfurt schon am 5. September be­ginnen, ist jedoch bestimmt anzunehmen, daß die Viktorianer ebenso eine Generalprobe abhalten und mit der besten Besetzung antreten. Die Platzbesitzer, die mit Rahn, Zeiler, Lippert, Erhard, Sack, Lehr­mund, Bergmann, Schellhaas, Löbsack, Pankok, Möller antreten, haben ebenfalls ihre für die Ver- bandssviele vorgesehene Mannschaft zur Stelle. Eine Voraussage über den Spielausgang ist schwer. Wenn es die Blauweißen verstehen, an ihre seit­herigen Leistungen anzuknüpfen, sollte ein achtbares Resultat möglich sein.

Die Reserve der Blauweißen gastiert beim Turn­verein Alten-Buseck. Mit Rücksicht auf den Platz­vorteil gtauben wir nicht, daß ein Erfolg der Gie­ßener Vertretung möglich ist.

Die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 emp­fängt in ihrem ersten Serienspiel die gleiche des Sportvereins 1920 Heuchelheim. Trotz Abgabe der meisten Spieler an die aktiven Mannschaften ist ein allzu großer Rückgang in der Spielstärke nicht ein- aetreten. Die 2. Jugend fährt nach Großen- Linden. Ihr Gegner ist die 2. Jugend des Turn­vereins.

VfB.-Reichsbahn Gießen.

5po. 05 Wehlar VfB.-R. Gießen (Samstag).

Die Grünweißen haben sich sehr viel oorgenom- men. Bereits am Samstag tritt die Mannschaft in Wetzlar gegen den Meister der Gruppe Gießen, den Sportverein Wetzlar, an. Es erübrigt sich, viel über die Mannschaft der Wetzlarer zu schreiben; die Gast­geber haben erst vor 14 Tagen die Marburger Kürhessen einwandfrei geschlagen. Die Grünweißen, die erstmals wieder komplett antreten werden, haben eine schwere Aufgabe zu lösen, soll doch die hohe Niederlage beim letzten Meisterschaftsspiel wettge­macht werden. Man ist zwar nicht so vermessen, auf einen Sieg zu hoffen, eine knappe Niederlage wäre aber schon ein Erfolg. Die Mannschaft wird beweisen, daß sie sich mit den Mannschaften der Be­zirksklasse messen kann.

VfB.-R. Fechenheim Liga (Sonntag).

Seit lanM» Zeit wieder einmal ein Spiel auf dem WaldHsrtplatz! Diesesmal heißt der Gegner Fechenheim. Die Gäste, die in der Gruppe Groß- Frankfurt spielen, konnten sich im Vorjahre in der Spitzengruppe behaupten und haben eine Mann­schaft zur Stelle, die sich sehen lassen kann. Das Vorspiel sah die Grünweißen, die in großer Form waren, als knappen Sieger. Die Gäste werden versuchen, die Scharte auszuwetzen und mit stärkster Besetzung antreten. Die Grünweißen müssen mit sehr guten Leistungen aufwarten, wenn ein Sieg errungen werden soll

Die Reserve will nicht müßig sein und fährt nach Steinbach, wo ein Blitzturnier abgehalten wird.

Germania" Marburg I. in Watzenborn-Steinberg.

Nachdem nun die 1. Mannschaft des FC.Teu­tonia" Watzenborn-Steinberg am vergangenen Sonntag die Gruppenmeisterschaft der Aufitieg- fpiele (Der Aufstieg zur Bezirksklasse war bereits schon früher gesichert) errungen hat, werden nun­mehr noch die bis zu Beginn der Verbandsspiele spielfteien Sonntage zu Gesellschaftsspielen benutzt. Auf eigenem Platze an der Neumühle ist am kom­menden Sonntag die 1. Mannschaft des Rasen­sportoereinsGermania" Marburg 08 e. D. zu Gast. Beide Mannschaften standen sich zum letzten Male in den Verbandsspielen der Bezirksklasse im Jahre 1933/34 gegenüber, als damals noch die Spiel­gruppe Gießen-Marburg bestand. Die Marburger Germanen" belegten während der letzten Serie in der Gruppe Marburg den 2. Platz in der Be­zirksklasse, was für die Stärke der Mannschaft sprechen dürfte. Auf welche Mannschaft sich die Einheimischen stützen, ist z. Zt. noch nicht bekannt, auf alle Fälle wird aber Hedrich, der gegenWor- matia" Worms zum ersten Male spielte und sein gutes Können unter Beweis stellte, in der Mann­schaft zu finden sein.

Vorher tritt die Jugendmannschaft zum ersten Derbandsspiel der Jugend des Nachbarvereins, der Spielvereinigung 1926 Leihgestern, gegenüber. Beide Mannschaften lieferten sich bisher schon immer spannende Spiele mit abwechselndem Erfolg.

Sportverein 1920 Heuchelheim.

Die 1. Mannschaft fährt nach Offenbach (Dillkreis), um das letzte Aufstiegsspiel auszutragen. Für den Aufstieg selbst hat das Treffen keine Bedeutung mehr. Jedoch bietet es den Heuchelheimern eine letzte Chance, ihre Stellung in der Tabelle durch einen Sieg zu verbessern. Im Vorspiel wurde Offenbach mit 6:3 geschlagen. Noch immer tritt die Mannschaft nicht komplett an. Man muß damit rechnen, daß ein Sieg nur nach größtem Einsatz eines jeden Spie­lers errungen werden kann. Die Mannschaft steht: Müller, Römer, Kreiling, Henkelmann, Waldschmidt, Bach, Steinel, Arnold, Christ, Schmidt, Hofmann. Die Jugend kämpft in Gießen gegen 1900 1. Jugend.

T.-Sp.-B. 1926 Steinbach.

Zehn Mannschaften beteiligen sich am Blitzturnier.

Zu dem am morgigen Sonntag in Steinbach stattfindenden Blitzturnier haben folgende Mann­schaften ihre Meldung abgegeben: VfB.-R Gie­ßen II, Wieseck I, Grüningen I, Lich I, Garben­teich I, Wetterfeld I, Großen-Linden I, Flen­sungen, Leihgestern I, Steinbach.

Es wird unter diesen Mannschaften spannende Kämpfe um den Sieg bzw. um den Pokal geben. Wenn das Meter der Veranstaltung günstig ist, darf man mit einem schönen sportlichen Ereignis und einem vollen Erfolg des Turmers rechnen. Sicherlich werden sich aus dem Umkreis zahlreiche Freunde des schönen Sportes einfinden.

Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck.

Alten-Buseck I Spielvereinigung 1900 II.

Nach langer Zeit trägt die Mannschaft von Alten- Buseck auf eigenem Platze wieder einmal ein Spiel aus. Die zweite Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen weilt zu Gast. Die Gäste stellen eine kampfkräftige Mannschaft ins Feld und werden die Einheimischen auf eine harte Probe stellen. Man erwartet einen fairen Kampf.

Kußball-Zugend in ersten Verbandöspielen.

Lugendfußball im DfD.-Reichsbahn.

Kommenden Sonntag greifen schon die Jugend­mannschaften in die angesetzten Pflichtspiele ein. Wie im vergangenen Jahre stellt auch in diesem Jahre die Jugendabteilung vier Mannschaften ins Feld. Durch neuen Zuwachs find die Mannschaften als spielstark anzusprechen.

Die 1. Jugend empfängt auf eigenem Platze die spielstarke Jugend von Krofdorf. Da einige Spieler der 1. Jugend zur akttoen aufgerückt sind, mußte eine neue Mannschaft gebildet werden. Sie hat jedoch an den beiden verflossenen Sonntagen, ge­zeigt, daß sie zu spielen versteht. Die Gäste aus Krofdorf konnten im vergangenen Jahre die Mei­sterschaft ihrer Gruppe erringen, und standen in den Ausscheidungsspielen um die Kreismeisterschaft. Die Elf hat auch in diesem Jahre nichts von ihrer Spielstärke eingebüßt.

Die 2. Jugend spielt am Vormittag auf dem Waldfportplatz gegen die Jugend aus Klein-Linden. Die Jugend aus Klein-Linden wird sich nicht ohne weiteres schlagen lassen.

Die 3. Jugend muß nach Lollar, um gegen die dortige Zweite anzutreten. Die 4. Jugend tritt nach Lern Liga-Spiel auf dem Waldfportplatz gegen Staufenberg an. Hier werden sich wohl die Gäste aus Staufenberg den Sieg nicht nehmen lassen.

Lugendabteilung der Spvg. 1900.

Beide Jugendmannschaften der Blau-Weißen müssen am Sonntag ihr erstes Verbandsspiel be­streiten. Die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 trifft auf eigenem Platze auf die gleiche von Heuchelheim. Die Gäste werden wohl eine Mann­schaft in das Feld stellen, die den Blau-Weißen nicht nachstehen wird. Die Platzbesitzer haben eine ganz neue Jugend aufgestellt.

Die 2. Jugend der Blau-Weißen mußte ebenfalls eine Umstellung erfahren, da der größte Teil auf- gerückt ist. Die alte 2. Jugend konnte in Großen- Linden einen sicheren Sieg erringen, ob es im be- Dorftefjenben Spiel allerdings die jetzige 2. Jugend der Blau-Weißen zu einem Siege bringen wird, bleibt dahingestellt.

Saasen 1. Jugend Großen-Bufeck Jugend.

Die 1. Jugend weilte am Sonntag in Frankfurt und spielte gegen die ^Jugend derEintracht" Frankfurt. Saasen erlitt eine 18:2-Niederlage. Durch Ersatzspieler war die Mannschaft derart geschwächt, daß man nichts anderes erwarten durfte. Am Sonntag tritt Saasen zum Pflichtspiel in Großen- Buseck an.

Kreis Westerwald gegen Kreis Gießen im Handball!

Eine Veranstaltung, die über den Rahmen des üblichen Spielbetriebes weit hinausgeht, ist das Zusammentreffen der beiden Kreismannschaften der Kreise 9 und 8 in Montabaur. Mit dem Spiel tref­fen nicht nur beide Gegner zum erstenmal zusam­men; vor allem wird damit der Freundschaftsspiel­betrieb in den Kreisen untereinander erneut auf» gegriffen.

Die Mannschaft, die nun den heimischen Kreis vertreten soll, hat gegenüber ihrer letzten Veröffent­lichung keine wesentliche Aenderung mehr erfah­ren. Es dürfte nun heute an der Zeit sein, sich die einzelnen Teilnehmer etwas näher anzusehen und auf Grund der bekannten Leistungen zu überprü­fen, welche Aussichten bestehen.

Die Hintermannschaft ist, das dürfen wir sagen, ausgezeichnet. Angefangen bei dem jungen Tor­wart, der heute besser denn je ist und der allen noch von seinen Glanzleistungen aus der Gießener Halle bekannt sein dürfte (Wenzel, Hörnsheim). Von den beiden Verteidigern ist Seipp (Mtv. Gießen) der ruhigere. Ihm paßt sich sehr gut der junge Köth vom Tv. Wetzlar an. Die Läuferreihe, mit Brenner (Mtv. Gießen) als Mittelläufer und S ch m i 11 d i e l (1900 Gießen) und Müller (Tv. Hörnsheim) haben bei den Uebungsfpielen sehr gut gefallen. Ausgezeichnet dürfte auch die Zusam­menstellung des Sturmes gelungen sein. Als Sturm­führer betätigt sich A l l e n d ö r f e r, der nicht nur über die nötige Uebersicht verfügt, sondern auch seine Nebenleute immer im richtigen Augenblick einsetzen kann. Die beiden Halbstürmer Lyssi vom

Tv. Lützellinden und K r a i l i n g vom Tv. Heu­chelheim sind außerordentlich schnell und können, wie es sich gezeigt hat, auch Tore schießen. Von den beiden Außenstürmern hat Iakooi (Tv. Hörns­heim) besser gefallen als Weber (Groß-Rechten- bach). Es ist aber anzunehmen, daß, wenn letzterer feinen Platz einhält, auch von ihm gute Leistungen zu erwarten sind.

Alles in allem kann jedenfalls gesagt werden, daß die Vertretung des Kreises in guten Händen liegt und daß die Mannschaft, wenn sie auch nur aus Nachwuchsspielern besteht, sicher alles hergeben wird, um ihre Spielstärke unter Beweis zu stellen.

Kurze Gportnotizen.

Die Deutschen Merkens und Richter überstanden bei den Berufsfliegerweltmeisterschaften in Kopenhagen die Vorläufe glatt und brachten sich neben Weltmeister Scherens (Belgien), Michard, Chaillot, Gerardin (alle Frankreich), Falck-Hansen (Dänemark) van Vliet (Holland) unter dieletzten Acht".

Den Großen Preis von Baden, den Höhepunkt der Internationalen Baden-Badener Rennwoche, machten am Freitag die ausländischen Pferde unter sich aus. Dadji unter C. Elliot ge­wann vor Gaio und Ricardo. Deutschlands bester Dreijähriger, Blasius, kam auf den vierten Platz.

Aus -en Gießener Gerichtssälen.

Schöffengericht Gießen.

In Fortsetzung der Verhandlung des Gießener Schöffengerichts hatte sich der O. Pf. aus Erkrath wegen fortgesetzter Untreue zu verantworten. Der Angeklagte war als Verwalter eines Gutes in Wis­selsheim bei Friedberg bei einer alleinstehenden Witwe beschäftigt, deren unbegrenztes Vertrauen er genoß. Der Angeklagte mißbrauchte dieses Ver­trauen jedoch in gröblichster Weise. So kassierte er, ohne von der Gutsbesitzerin beauftragt zu sein, bei der Milchgenossenschaft in Wisselsheim Außenstände in Höhe von 463 Mark, die er in seine Tasche wandern ließ. Die Anklage legte ihm weiterhin zur Last, Naturalien verkauft und das Geld ebenfalls in die eigene Tasche gesteckt zu haben, weiterhin auch ihm zur Auszahlung übergebene Lohngelder unterschlagen zu haben. Während der Angeklagte in dem ersten Punkt hinsichtlich der Milchgenossen­schaft ein umfassendes Geständnis ablegte, bestritt er die beiden anderen Verfehlungen auf das ent­schiedenste. Hinsichtlich der Lohngelder behauptete er, daß er sie zur Deckung sonstiger Betriebsschul- den verwandt habe. Die Beweisaufnahme konnte keine restlose Klärung dieser Frage bringen. Das Urteil lautete auf 5 Monate Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe wegen fortgesetzter Untreue; bezüg­lich der nicht erwiesenen Punkte konnte ttotzdem kein Freispruch erfolgen, weil es bei einem fort­gesetzten Delikt auf die Anzahl der einzelnen Hand­lungen nicht ankommt.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der K. V. aus Bad-Nauheim war vom Amts­gericht Bad-Nauheim wegen fortgesetzter Unterschla­gung und Untreue zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und 50 Mark Geldstrafe ver­urteilt worden. Seine Berufung, die gestern vor der Kleinen Strafkammer verhandelt wurde, be­

schränkte sich lediglich auf bas Strafmaß. Der An­geklagte hatte Gelder, die er für eine Frankfurter Firma einzukassieren hatte, nickt abgeführt, son­dern für sich behalten. Die geschädigte Firma sah zunächst von einer Strafanzeige ab, da der An­geklagte versprach, das Geld nach und nach zu er­setzen. Als sich jedoch neue Verfehlungen heraus­stellten, wurde Anzeige erstattet. Der Gesamtbetrag, um den die Firma geschädigt worden ist, beläuft sich auf rund 500 Mark; die genaue Höhe ließ sich allerdings nicht feststellen. Da der Angeklagte in allen Punkten geständig war und in wirtschaftlicher Not gehandelt hatte, außerdem den guten Willen zeigte, das Geld zu ersetzen, ermäßigte die Kam­mer die Strafe auf 2 Monate Gefängnis und 25 Mark Geldstrafe.

Weiterhin stand der G. L. aus Katzenfurth wegen Heiratsbetrugs vor der Kleinen Strafkammer. Der Angeklagte, der verheiratet und Vater von vier Kindern ist, hatte in Gießen ein Mädel kennen- gelernt, mit dem er ein Verhältnis anknüpfte. Da­bei gab er einen falschen Namen an, gab sich als Sohn eines reichen Kaufmanns aus Lübeck aus und versprach dem Mädel schließlich noch die Hei­rat. Eines Tages erklärte er ihr, er wolle nach Hause fahren, sei aber in momentaner Geldver­legenheit. Die Zeugin ließ sich dadurch verleiten, ihm ihr gesamtes Monatseinkommen in Höhe von 23 Mark, sowie noch eine Armbanduhr auszuhän- digen. Dafür versprach der Angeklagte, sie dem­nächst nach Lübeck nachkommen zu lassen. Er ver­schwand jedoch auf Nimmerwiedersehen. Der An­geklagte begründete seine Berufung gegen das Ur­teil des Amtsgerichts, das auf 4 Monate und 2 Wochen Gefängnis lautete, damit, er l)abe sich die Summe bei dem Mädchen nur leihen wollen, und dies fei der Zeugin auch bekannt gewesen. Er wurde jedoch durch das erdrückende Beweismaterial überführt. Das Urteil lautete auf eine Gefäng - nisftrafe von 4 Monaten.

Hermine

201

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tismus, Sepsis und schweren In­fektionskrankheiten. Die beiden

fektionskrankhl

Blätter des Herzbeutels können

Hier abfchneiden!

Gießen, Kirchenplatz 13, Ruf2797

Hermine, weibl. Vorname germ. Herkunft, von dem Gott Jrmino abgeleitet. Abkürzungen Mine, Minchen.

Herrenkleidung darf niemals auffallend fein, sie soll sich durch gediegenen Stoff, gute Verarbei­tung und tadellosen Sitz aus­zeichnen. Vor dem Weghängen muß jeder Anzug gelüftet, ge­klopft und gebürstet werden. Das Aufbügeln wird zweckmäßig vom Schneider besorgt, da normale Haushaltsbügeleisen nicht schwer genug sind, um Bügelfalten halt­bar zu machen. Wenn man das Bügeln aber selbst vornimmt, dann legt man auf die Bügelfal­ten ein nasses Tuch und bügelt es trocken. Man darf nie ohne Tuch bügeln, da der Stoff sonst glänzend wird.

Herta, Hertha, weibl. Vorname nach der germanischen Göttin der Erde Herta oder Nertus.

Herz ist ein Hohlmuskel der sich regelmäßig zusammenzieht. Lage: Im Brustraum zwischen bd. Lun- §en etwas nach links. Das Herz, as ähnlich wie eine Pumpe ar­beitet, enthält ein System von Klappen, die den Zufluß und Abfluß regeln. Die Schwingun­gen dieser Klappen hört man als Herztöne. Bei Erkrankungen der Herzklappen sind diese nicht ganz rein, man hört dann Herzgeräu­sche. Das H. ist eines der wichtig­sten Organe, das Jahr für Jahr, ohne Unterlaß arbeiten muß, um den ganzen Körper mit Blut zu versorgen. Stillstand des Her­zens, Aufhören der Pumparbeit des Herzens ist der Tod.

infolge der Entzündung mitein­ander verwachsen, so daß das Herz nicht mehr frei beweglich und daher in seiner Pumparbeit gestört ist. Schwere Erkrankung, oedarf unbedingt ärztlicher Be­handlung.

Herzerweiterung ist die Folge übermäßig gesteigerter Arbeit des Herzmuskels entweder bei einem bestimmten Herzfehler (s. d.) oder bei forcierter körper­licher Leistung, wie bei Sports­leuten, besonders bei Schwim­mern, die sich ohne genügendes Training übernehmen. Geht ein­her mit Kurzatmigkeit, Angst- unb Beklemmungsgefühl. Ärzt­liche Behandlung kann Hilfe schaffen, daher unbedingt ärzt­lichen Rat einholen.

i Herzerweiterung

Herz von Eroßtieren und Geflü­gel ist ein gutes und billiges Nahrungsmittel. Herz am Rost gilt als besonderer Leckerbissen.

m das Vlutgerinsel zu ent­fernen, muß das Herz vor der Zubereitung ausgeschnitten wer­den.

Herzbeutel, ein häutiger Sack, in den das Herz von oben her ein® gestülpt ist. Er besteht aus zwei Blättern, wovon das innere mit der Herzoberfläche verwachsen ist. Zwischen beiden Blättern ist em Hohlraum, die Herzbeutelyöhle, in welcher wenige ccm einer klaren, gelblichen Flüssigkeit ent­halten sind.

Herzbeutelentzündung. Kommt häufig vor nach Eelenkrheuma-