Nr. 200 viertes Matt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Zamstag, 28. August (957
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Rennstrecke „Rund um Schotten
Rathaus, Kirche und Bürgerhäuser im stillen
Städtchen Schotten.
Die Rennstrecke ist die idealste Holzabfuhrstraße.
1933 brachte wieder
*
Charakteristikum
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[6]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Die Rennstrecke. — (Ausnahmen
Am ,Hreuz" dicht oberhalb von Schotten. Eine scharfe Kurve.
Schwierigster TeU der Rennstrecke in der „Poppenstruth".
Kifapohainer Abfahrt
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Bei Götzen. Von dem Beobachtungsturm aus ist ein großer Teil der Rennstrecke zu überschauen.
radfahrer, die die Rennstrecke mit über 100 Kilometer Geschwindigkeit bewältigen wollen, ganze Kerle und Draufgänger sein müssen. Mansfeld fuhr beim letzten Rennen mit 125 Stundenkilometer die höchste Geschwindigkeit, die bisher bei „Rund um Schotten" gefahren wurde! Und nun ist die Bahn durch erhebliche Ueberhöhungen der Kurven und durch Verbreiterungen gar noch „schneller" geworden!
So darf man beim Rennen „Rund um Schotten" (sofern das Wetter der großen Sache günstig ist) wieder außerordentliche sportliche Leistungen erwarten. Das Rennen gilt wieder als Meisterschaftslauf für Krafträder mit Seitenwagen. Und Kahr
stehen, denn das Rennen ist auch „ihr" Rennen geworden.
Hinter Rudingshain wird es dann „zünftiger". Steiler führt die Straße bergauf und geht jetzt in lebhaftere Kurven über. In der „Poppenftruth" (eine alte Flurbezeich- nung) wird das Können der Fahrer zum Aeu- ßersten herausgefordert, scharfe Kehren lösen sich mit einer fast zum Kreis vollendeten engen Kurve ab. Gegenüber den geraden Strecken muß hier die Geschwindigkeit steil abfallen. Da gilt es, alle Routine einzusetzen, wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht allzusehr gedrückt werden soll, lieber der Poppenftruth liegt der Wendepunkt, eine Haarnadelkurve,da,wo dieOber-
157 Meldungen für Hockenheim.
Letzter Melsterschaflslauf der Solomaschinen.
Am 5. September findet auf Deutschlands zweitschnellster Motorrad-Rennstrecke, dem Hockenheimer Ring unweit Mannheim, der letzte Laus der Deutschen Meisterschaft für Krafträder ohne Seitenwagen statt. 173 Meldungen liefen ein. 57 von Aus- weissahrern, 92 für den Titelkampf und 24 mit Gespannen. Nach dem großen Erfolg von Schleiz startet NSU. abermals in der 500-ccm-Klasse gegen BMW. und DKW. und bestreitet auch die 350=ccm=
einen gewaltigen Fortschritt. Die Rekorde wurden wieder gesteigert, größer wurde die Zahl der Zuschauer. 1934 wurde die Talstrecke Schotten—Rudingshain wesentlich erweitert und in den Kurven berichtigt. 1935 wurde die Strecke Poppenstruth— Götzen—Schotten in Beton bzw Teerasphalt gelegt. In den Geraden wurde die Straße auf 5 bis 6 Meter erweitert, in den Kurven bis zu 8 Meter. Die Rennstrecke wurde vom Ortsemgang Rudingshain direkt durch am Schulhaus vorbei geführt. Die Stundengeschwindigkeit wurde bis 120 Kilometer erhöht (von anfänglich 70 Kilometer).
mann (Fulda), der Treuesten einer, der bisher noch bei jedem Rennen dabei war, startet auch diesmal wieder. Deutschlands Elite des Motorradsports wird sich wieder in Schotten einfinden.
Die Organisation und ganze Verantwortung für das Rennen liegt bei der Motorgruppe Hessen des NSKK. 1000 Kameraden der Motorstandarte 147 Gießen werden den Strecken- und Ordnungsdienst versehen. Zehntausende Volksgenossen werden begeistert, ja fasziniert, die Rennen verfolgen und die Fahrer mit besten Wünschen begleiten. N. Geschichtliches von,Rund um Schotten'
Am 13. September 1925 wurde zum ersten Male das Rennen „Rund um Schotten" dank der großen Sportbegeisterung und der Unternehmungslust einiger Motörsportkameraden, wie Willi Engler (der Begründer des Rennens), Eduard Staffel, Dr. Karl Schott u. a. durchgeführt. Der bekannte Motormeister in den schweren Seitenwagenrennen Hans Kahrmann (Fulda) fuhr damals schon zum ersten Mal und seitdem sämtliche Rennen mit. Sieger war Dr. Schott, den besten Rundendurchschnitt fuhr Krämer (Friedberg) mit 14,4 Minuten (zirka 70 Kilometer Stundengeschwindigkeit). Auf der einfachen, holperigen Landstraße wurden diese Rennen, die von Jahr zu Jahr an Teilnehmern und Besuchern zunahmen, gefahren. Die Rekorde besserten sich, 1927 fuhr Kratz (Ober-Ohmen)
Klasse. Die Auto-Union ist mit ihren DKW. in der 250-ccw-Klasse und in der großen Seitenwagenklasse vertreten, in der kleinen starten nur Prioat- fahrer.
„KdF/'-Sonderzüge zum Rennen: „Rund um Schotten".
NSG. Zu dem Rennen „Rund um Schotten" läßt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am 19. September aus allen Kreisen unseres Gaues Sonderzüge nach Schotten verkehren. Auskunft erteilen alle Kreisdienststellen.
Gegen den Anfangszustand ist die Rennstrecke nicht wiederzuerkennen, und auch in diesem Jahr ist die Strecke durch erhebliche Geldmittel wieder ganz bedeutend verbessert worden Die Talstrecke Schotten—Rudingshain bis zur Höhe der Poppenstruth ist in den Kurven Überhöht, betoniert und in einen glänzenden Zustand versetzt worden, so daß bei dem diesjährigen Rennen aus den Maschinen die allergrößten Geschwindigkeiten herausgeholt und die früheren Rekorde sämtlich Überboten werden können. Schotten, „der kleine Nürburgring" — diesen Namen verdient die landschaftlich schöne und sportlich so interessante Strecke mit vollem Recht.
M.
Es dauert nun nicht mehr lange, dann wird der Name des kleinen und freundlichen Vogelsbergstädtchens Schotten wiederum für einige Zeit in aller Munde fein. Die Motorsport-Begeisterten in ganz Deutschland, und wohl auch darüber hinaus, werden im Geiste in Schatten sein, sofern sie nicht in Wirklichkeit dabei sein können. Das Rennen „Rund u m S ch o 11 e n" hat guten Klang in der Welt des Kraftfahrsportes und nun auch eine zehnjährige Tradition. Noch wenige Wochen, dann knattern die Motoren in den engen Straßen und Gaffen des Städtchens, stauen sich die Kraftwagen auf den Plätzen und fluten Menschenmassen auf und ab — bis die Startschüsse donnern und die Zuschauer — in Bann gehalten von einer Schlacht der Motoren — die Rennstrecke umsäumen.
*
Gegenwärtig aber herrscht noch kleinstädtische Stille in Schotten. Das Leben geht in der Stadt feinen üblichen Gang. Kinder spielen mit Reifen und Roller auf dem herrlichen Betonplan am Startplatz und niemand verjagt sie. Gemächlich fahren die Bauern mit ihren kleinen und tüchtigen, rotbraunen Vogelsberger Kühen ihre Grummet
waldstraße zum Hoherodskopf führt. Von dort aus fällt dann die Straße mit Ausnahme einiger kurzer Strecken, die flach in der Landschaft liegen, entlang der Feldkrücker Höhe bis fast nach Schotten hinein. 330 Meter beträgt der Höhenunterschied von der Haarnadelkurve der Kehre bis zum Startplatz. Eine erkleckliche Differenz, die kaum eine andere deutsche Rundstrecke aufweist! In weiten Kurven führt nun die Straße zu Tal. Immer wieder gibt der Wald den Ausblick frei über Täler und Höhen, auf die Büsche und Bäume, die — das ist für den Vogelsberg ja besonders charakteristisch — wie auf Terrassen in losen und unregelmäßigen Gruppen im Weideland stehen. Bald wird man Götzen erreicht haben, das Dörfchen, das von der Rennstrecke eigentlich nur gestreift wird, und dann fällt die Straße steiler in das Schottener Tal. Am Kreuz, dicht oberhalb von Schotten (am Wasserbehälter), werden die Fahrer noch einmal zu äußerster Konzentration herausgefordert und dann noch einmal (und immer wieder während vieler Runden) in der Haarnadelkurve des Startplatzes selbst.
Wer die Strecke auch nur einmal (und vielleicht recht gemütlich) abgefahren hat, wird ohne weiteres erkennen, daß die Motor
den besten Rundendurch- schnitt mit 12,13 Minuten = 84 Kilometer, 1929 Gall (München) mit 11,52 Min. = zirka 90 Kilometer. Die Geschwindigkeiten fliegen von Jahr zu Jahr. Noch keine wesentliche Verbesserung war an der Rennstrecke erfolgt. Veranlaßt durch die vielen Unglücks- fälle verbot im Jahre 1929 Preußen die Straßenrennen. Die hessische Regierung genehmigte trotzdem das Rennen .Rund um Schotten". Man sah in der hessischen Staats-, in der Provin- zialverwaltung und im Kreis die überragende Bedeutung ein, die dieses große Rennen nicht nur für die Stadt Schotten, sondern für die ganze Provinz besaß. Daher entschloß man sich auch zur Verbesserung und Verbreiterung der Rennstrecke. Provinz, Kreis, Stadt, Staat leisteten bereitwillig Zuschüsse. Auch der frühere Motorradclub Schotten brachte erhebliche Opfer für Verbesserung der Strecke. So wurde das Rennen in der großen internationalen Sportwelt immer bekannter. Alle Rennfahrer mit Namen fuhren über die Strecke. 1930 wurde Schotten zum Meisterschaftslauf für alle Klassen ausgeschrieben. Der EngländerBul- l u s steigerte den Streb kenrekord auf 102,44 km/st, der dann noch von R ü 11 ch e n unterboten wurde.
Nun kam der großzügige Umbau der Strecke. Das Rennen zu Pfingsten
Weiden und Wälder — das landschaftliche des Vogelsbergs.
labungen ein. Es freuen sich die Langholzfahrer über die glatte Fahrt, die ihnen von den Wäldern, vom Hoherodskopf und der Feldkrücker Höhe her über die Oberwaldstraße und die Rennstrecke möglich ist. Ihre Pferde gehen federnden Schrittes, denn hinauf geht es immer leicht mit leichtem Wagen und herab rollt die Fuhre ja fast von selbst. Viel Holz geht aus den Wäldern des Hohen Vogelsberges über die großartige Straße nach dem Sägewerk in Nidda. Vom Holztransport her gesehen ist also die Rennstrecke fast das ganze Jahr über von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Selbstverständlich freuen sich auch die Bauern für ihre Tiere über die glatte Fahrt. Sv ist der 16,5 Kilometer lange Betonring der Rennstrecke nicht nur hineingewachsen in eine Landschaft, sondern auch — man darf es wohl ohne Uebertreibung und in übertragenem Sinne sagen — in die Herzen der Menschen. Vogelsberg und Rennstrecke sind ein Begriff geworden.
Es ist schon ein Vergnügen, die Rennstrecke, über die nun bald die besten Motorradfahrer Deutschlands hinwegbrausen werden, einmal bewußt und genau kennen zu lernen. Im Auto die Rennstrecke abzufahren ist Kinderspiel, mit dem Motorrad in die Kurven zu gehen (mit so und so viel „Sachen") ist ein Vergnügen, das nur der Motorradfahrer aus Passion ganz zu schätzen wissen wird; für den Radfahrer wäre die Hälfte der Strecke eine Anstrengung, die andere Hälfte aber auch ein Vergnügen, denn in einem Falle geht es ja bestimmt zügig bergab. Lediglich der Fußgänger käme nicht ganz auf seine Rechnung, er müßte sich denn besonders an die Genüsse des Ausblicks auf die herrliche Landschaft halten.
Zweckmäßig würde man zu einer solchen Rundfahrt dort starten, wo sich sonst an Werk- und Sonntagen immer um die gleichen Stunden die Milchwagen aus der ganzen Umgebung ein Stelldichein geben: an der Molkerei Schotten! Denn dort ist der Startplatz. Von dort aus jagen am 19. September die Motorradfahrer wie ein wildes Heer los, und das Geheul der Kompressoren wird bann wie ein Sturm die Luft erzittern lassen. Sanft ansteigend und zunächst ziemlich gerade führt die Rennstrecke nach Rudingshain zu.
Rudingshain! Kleines bescheidenes Dörfchen, dem auch feine Lage an der Rennstrecke kaum je ein anderes Gepräge geben wird! Vielleicht gibt es dort nicht einmal eine Tankstelle! Aber für die Rennfahrer ist der Name des Dorfes doch eine Realität, denn dort gilt es zuerst alle Geschicklichkeit zu beweisen. In mehreren Kurven zieht sich die Betonstraße an Bauerngärten und -Häusern vorbei. Von einer leichten Anhöhe aus grüßt das schlichte Türmchen der Kirche. (Sonnenblumen nicken über die Gartenzäune. Die Bauern werden mit Frau und Kind an der Straße unter den Zuschauern
***** Rsnjistrecfai Straße U
|2 Parkplatz
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