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Nürnberg rüstet zum Reichsparteitag

ren, daß unsere deutschen Volksgenossen im Aus­land in unerschütterlicher Treue zum Führer stehen und ein fester Bestandteil der großen deutschen na­tionalsozialistischen Volksgemeinschaft sind.

B. R.

rinnenden Blutes.

Hunderttausende flüchten aus diesem Knegsgetnet, zerreißen sich in panischer Angst das Fleisch am Stacheldraht der Sperrzone, hinter denen Rettung wäre. Tragisch ist dieses Erlebnis, wenn man es herzlos mit dem Spürauge der Kamera verfolgen muß, aber manchmal ist es grotesk, wenn man es aus der Perspektive des Westens sieht.

Mit der Straßenbahn Nr 1 fährt man zur chinesischen Front, mit dem Autobus 8 z u r japanischen. Für den Weißen werden diese Endpunkte zur Linienbezeichnung. Von 10 bis 12 Uhr fahren die Journalisten ins chinesische Haupt­quartier, einige Stunden später, so nach dem Essen, also zwischen 3 und 4 Uhr, geht man ins ,apa- nische und holt sich neue Informationen. Nachher sind die Telegraphenämter sehr besetzt. Was die Nachrichten-Offiziere erzählen, ist trocken, wenig ge­eignet, Sensation zu geben, also auf zur Jagd nach Stoff! Wer findig ist. aber auch Mut genug hat der kann sich hier die goldenen Sporen verdienen, kann ein ," werden, vor dem sich die Türen der Redaktionsgewaltigen öffnen werden, dann, wenn alles vorbei ist! Wer China kennt, weiß, daß even­tuell bittere Sensationen in der Luft liegen nicht der Kritzg ist das Gefährliche m Ama. die geschlagenen Armeen stnd die Holle. Wehe, wenn je die zerschlagenen chinesischen Truppen, ge­mengt mit dem obdachlos gewordenen Pöbel irgend­wie 'i n die Konzession kommen, wehe wenn die'e Truppen fiepen sollten, und die Japaner ihr biflipliniertes fieer evakuieren müssen, bevor die »te qenügenb Schlacht,chiise den Wanp.pu her­auf brachten! Eine Million Chinesen drangen mah= rend der Schlacht durch die Sperrlinien der We,. hen über die Kartenbrücke in die internationale Niederlassung. Andere blieben Sie tonnten Wien, daß hinter dielen Sittern aus Draht und Bai°- netten derfremde Teufel" in Ruhe lebte, und tränt während ganze Stadtteile in Flammen und Sprengwolken vergehen. Leichen den sausen ver­ringernder Kunde als Abfall dienen Das wurden die da draußen nicht vergessen, das wurden sie. wenn auch völlig unberechtigt, als Kahn empfinden und der alte Schlachtruf der . Pekinger Borer aus den Schreckenstagen des Gesandtlchaftsviertels um die Jahrhundertwende .,Scha!! Scha!!"Tote! Töte'" würde in Schanghai zu neuem Leben er­wachen. Schon in den ersten Kampftagen hatte daß

Ein ungemein anschauliches Bild von dem Leben in der 3^-Millionen-Stadt Schanghai, über das jetzt wieder, wie im Jahre 1932, die Kriegsfurie dahin braust, entwirft Dr. Martin Rikli, der als Berichterstatter der Ufa vor fünf Jahren dabei gewesen ist.

Noch niemals gab es in der Weltgeschichte einen wochenlangen Krieg in einer Welt­stadt. Einen richtigen Krieg mit Panzerzügen, jchwerer Schiffsartillerie, Panzerautos, Tanks, Flugzeugen, Maschinengewehren, Minenwerfern, Handgranaten. Einen langwierigen Stellungskrieg, in dem um jeden Meter blutig gekämpft wird und tägliche Sturmangriffe mal da, mal dort eine Bresche schlagen, ohne die Entscheidung zu bringen, ohne die Gesamtlage wesentlich zu ändern. Ein rich­tiger Stellungskrieg auf einer Front von 20 Kilo­meter Länge, hiervon ein paar Kilometer mitten durch die Weltstadt selbst, rücksichtslos mitten durch einstürzende Häuser, verschüttete Straßen, durch Rauch und Trümmer. Dieser seltsame Krieg zer­reißt das Gesicht dieser Stadt wie ein gigantischer, roher Hieb, walzt Fabriken in den zerschossenen Boden, legt ganze Stadtteile um wie Kartenhäuser im Sturmwind, schmettert die letzten Trümmer aus der dröhnenden Luft noch endgültig in StaUb.

Wochenlang ist annähernd die SchanghaiWu- sung-Bahnlinie die Front. Tanks kriechen durch tot­geschossene Straßen heran, verbeißen sich wütend in den verborgenen Gleisen, donnern ihre Wut in die Trümmer des Nordbahnhofs hinein. Auf ihrem Weg erspähen sie das letzte, klägliche Leben in Trümmerhaufen und bellen es mit schweren MGs tot. Hinter ihnen herrscht die Ruhe des Grabes, nur das verkohlende Gebälk knistert in Lachen ge-

weißrussische Regiment der Internationalen Frei­willigenarmee, das im Dienst der Stadt Schanghai steht, an besonders gefährdeten Stellen, vor allem in der Gegend des Nordbahnhofs, dort wo das chinesische Tschapei an die Niederlassung stößt, starke Sandsackbarrikaden errichtet. Lange Unterstände und Gänge aus Sandsäcken, die im Zickzack über die Straßen führen, gegen Granatsplitter und Dach­schützen mit dicken Stahlplatten bedeckt. Ganze Straßen sind in kleine kunstvolle Feldbefestigungen verwandelt Spanische Reiter und mehrreihige Drahtverhaue sperren die Eingänge in die neutra­len Stadtteile. Besonders die Engländer und die Pankees haben an exponierten Stellen Festungs­türme mit Maschinengewehren errichtet. Darüber fegen wie stählerne Hagel die Schüsse der feuer­speienden Häuserfronten. Dicht am Turm, ver­krampft mit bleifarbenen Händen einige Tote. Her­renlose Hunde haben sich immer frecher, immer gie­riger an diese Opfer herangepirscht, wir haben die Leichen in einer dunklen Nacht mit Tüchern und Stacheldraht bedeckt. Jetzt kommen keine Hunde mehr.

Brausend, wie ein Orkan fegte ein schweres Bombenflugzeug über uns weg, deutlich sehen wir ihre Hoheitsabzeichen, die Torpedos unter ihrem Rumpf. Hinter ihr zwei kleine Kampfflug­zeuge, sie zogen mit Vollgas keine 100 Meter über den Dächern, aus ihren MG. prasselt Feuer, Brandbomben platzen unter ihnen. Dann schmettert ein Lufttorpedo hinter dem Bahnhof tn eine Gruppe Hochhäuser, es klingt, als stürzen tausend Tonnen Schienen auf Kopfpflolter, aus dem Lärm spritzt gelbroter Staub und giftiger Rauch in den Himmel, dazwischen prasseln, sich langsam vor­neigend drei Etagen nieder. Im Umkreis von einem halben Kilometer ist das Häusermeer niedergefegt, zackige Ruinen stehen an den Rändern dieser mörde­rischen Explosion, in deren Mitte ein Riesentrichter gähnt, der sich sofort mit schwarzem Grundwasser füllt. Rauch, Staub überall. Der Luftdruck haut uns auf die Trommelfelle, daß der Kopf schmerzt. Flie­gerangriff!

Draußen vor den Stacheldrähten stauen sich Hun­derttausende, vor den Luftangriffen mehrmals täg­lich durch brennende Straßen flächend Sie bauen ihre armselige Sjabe wie Barrikaden um sich auf, wertlosen Kram, den man wahllos zulammenariff, den m-m nun blödsinnig mit sich durch die Höllen dieser Flucht schleppt. In unübersehbaren Scharen, ein Meer von Köpfen, brüllend, jammernd, schnat­ternd wälzt sich diese Flucht an den Stacheldrähten der internationalen Zone hin und her, die Vor­dersten werden vom Schwall der Taulende hinter sich in die schmalen Oeffnungen der Sperren ge­preßt, jedes Flugzeug, das in donnernder Drohung über diesen Anqstirren erscheint, wirft die Scharen in neue zwecklose Flucht Weiber stürzen, Kinder schreien im Gedränge, unter dessen Wucht Barri­kaden einstürzen, Tag und Nacht gellt der hyste­rische Lärm dieser Flucht an den Grenzen zwischen E^inelenvierteln und Fremdenstadt, die hinter den Gewehren ihrer Wachregimenter wieder das gewohnte Leben aufnimmt.

Die großen Warenhäuser sind wieder offen, man fährt in eleganten Limousinen zum Five o'clock tea, abends in Jbie Tanzbars, zum baskischen Ball­turnier, ip die Filmpalälte und Restaurants, das nächtliche Treiben dieser schlaflosen Stadt hat etwas Fieberndes, Hektisches. Dumvf dröhnen die Schläge des Krieges in die Tanzmusik und Brandröte gei­stert über die leuchtenden Fassaden der Hotels, es aibt zwar eine Polizeistunde, nach zehn Uhr ist das Betreten der Straßen ausnahmslos verboten, auch Weißen gilt dieses Verbot. Nun, man tanzt und > trinkt mit Russinnen. Chinesinnen, französischen Ka- . barettdiven imEldorado", imCasanova", in den : hundert Stätten der Freude und des Genusses bis , zum Morgen, wenn die Straßen wieder freige- i geben sind.

i Draußen, an den Stacheldrahten vor den Pan- i zertürmen der Amerikaner und Engländer, in den i rauchenden, dröhnenden Straßen der Verwüstung : heult d e r Haufe der Verzweifelten. Sie ! bohren mit ihren blutenden Händen Löcher in die

Ueberall in Nürnberg wird eifrig an den letzten Vorbereitungen für den Reichsparteitag gearbeitet. Hier sieht man das Holzgerüst für die Ehrentribünen auf dem Marktplatz. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Eine Millionenstadt als Kriegsschauplatz

3n Schanghai während der chinesisch-japanischen Kämpfe im Jahre 1932.

Musiktage in Kassel (8. bis 10 Oktober) werden vom Arbeitskreis für Hausmusik zum fünften Mal seit ihrem Bestehen veranstaltet. Ne­ben Konzerten des für wesensgetreue Darstellung alter Musik bekannten Kammermusikkreises Scheck-Wenzinger werden eine Sing­kreisübung, eine S p i e l k r e i s ü b u n g , Gesellige Musik und Offenes Singen mit Blasmusik angekündigt Bei letzteren Veran­staltungen haben die Teilnehmer Gelegenheit zu eigener musikalischer Betätigung. In einem Mor­genkonzert wird man Werke der Wiener Klassik in ihrem ursprünglichen Klangbild vor­tragen hören. Höhepunkte versprechen die Kam­merorchester-Konzerte mit einem Con­certo grosso von Händel, dem ^-ckur-Cembalo- Konzert, dem 3. Brandenburgischen Konzert und der Bauernkantate von I. S. B a ch zu werden. An zeitgenössischer Musik sind Werke von Woi ter Leigh, Ernst Pepping und Karl Marx (Ur­aufführung eines Flötenkonzerts) vorgesehen Vor den Musiktagen finden gemeinsam mit der Reichs­musikkammer veranstaltete Arbeitstage für Musikerzieher und Musikfreunde (4. bis 7. Oktober) statt.

Tagung der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft.

Die Rostocker Tagung der Deutschen Orthopädi­schen Gesellschaft eröffnete Dr. Scheel (Rostock) mit Ausführungen über die Stellung der Orthopä­die in der Gesundheitsführung des DrittenReiches. Es fei darüber zu wachen, daß das erbgesunde Kind in seinem guten Wachstum gefördert, bei Fehlern entsprechend behandelt werde. Nicht nur der Kranke, sondern auch der Gesunde sollten der Kon­trolle des Orthopäden unterworfen sein, von der Geburt an, damit Fehler rechtzeitig entdeckt wer­den. Nicht nur klinische Behandlung, sondern G e - sunderhaltung des Volkes ist zu fordern, da­mit Leistungssteigerung und Leistungsfähigkeit über den sogenannten Knick, dH. über d i e vier­ziger Jahre hinaus gesichert sind. In den weiteren Vorträgen äußerten sich der um die sport-

Stacheldrahtwälder und schlüpfen im Schutze der Nacht in die Zone der Sicherheit, sie werfen ihre armselige Habe über die Schutzwälle, drängen sich bebend unter Wolken von Geschrei. Der riesige Schatten der Bombenflugzeuge fliegt über sie hinweg, heulend zieht das Feuerwerk des Krieges seine Kometen­bahnen über ihren angstgeduckten Köpfen. Die Hyänen der Not, die Plünderer und Maro­deure sind an der Arbeit, in den verlassenen Häusern, im Regen der Geschosse, in den Brand­ruinen der verödeten Stadtviertel treiben sie ihr scheues Werk, wühlen wie gierige Tiere in den zertrümmerten Läden, in Wohnungen, die hinter niedergebrochenen Wänden die Höhlen ihrer wehr­losen Zimmer dem Raub bieten, flüchten aufge­scheucht von sausenden Explosionen um an anderer Stelle wiederzukommen. Wenn man sie fängt, las­sen sie sich mit zynischem blöden Lächeln wie Schlachtvieh in Gruppen an die Wand stellen zur Hinrichtung. Niemand bleibt stehen die Neugier ist im Hagel des Geschehens gestorben, was ist ein Menschenleben?

Ans aller Welt.

Ein deutscher Kolonialpionier gestorben.

Im Alter von 74 Jahren verstarb in München Geheimer Regierungsrat Dr. K e r st i n g. Im Auf­trage des Auswärtigen Amtes erforschte er mit Lauterbach und Trappenbeck das Hinterland von Deutsch-Guinea. 1897 wurde er nach Togo berufen und sicherte durch sein rasches Handeln im Hinterlande von Togo die Besitznahme dieses Ge­bietes. Von 1907 bis 1914 war Dr. Kersting Chef des deutschen Jnselgebietes in der Südsee. Bei Kriegsausbruch geriet er in englische Gefangen­schaft, wurde aber wieder freigelassen und war dann in der Türkei in militärischer Eigenschaft tätig. Von 1917 bis 1920 wirkte er als Referent für Land- und Forstwirtschaft im Reichskolonial­amt und trat dann in den Ruhestand.

Zwei Todesopfer eines Autounglücks.

Auf der Staatsstraße S ch w e i n f u r tB a d Kissingen, zwischen Arenshausen und Erlen­bach, fuhr dem mit vier Personen besetzten Kraft­wagen der Würzburger Arztwitwe Kathinka Dau- send, der von ihrem Sohn gesteuert wurde, an einer Straßenkreuzung ein anderes Auto in öie Flanke. Der Wagen Überschlug sich zweimal. Frau Dausend wurde getötet, während ihre 15 Jahre alte Tochter einen schweren Schädelbruch erlitt, dem sie in einer Kissinger Klinik erlag. Die mitfahrende Großmutter erlitt schwere Verletzungen.

suchungen bei den Olympiamannschaften" im ver­gangenen Sommer, wobei manche interessante Fest­stellung gemacht wurde, so u. a. die, daß Plattfuß den Langstreckenläufer keineswegs behindert. Sport­ärztliche Erfahrungen ließ der Vortrag von Dr. Heiß (Berlin) überLeistungssteigerung durch den Betriebssport" aufklingen. Erfahrungen mit Schwerstbeschädigten- und Rekonvaleszentenabtei­lungen, in denen Krankgewesene allmählich wieder an die Arbeit gewohnt werden, gab Dr. Di11 - mar (Heidelberg) bekannt, und zurBehebung der Restzustände der Kinderlähmung äußerten sich Dr. Gebhardt und Dr. Groh aus Hohenlychen.

liche Ertüchtigung des Heeres bemühte Oberfeldarzt Dr. Baader (Wünsdorf) überkörperliche Er­tüchtigung und Beanspruchungsfähigkeit des Her­anwachsenden", Dr. Thomsen (Frankfurt a. M.) über die Wichtigkeit des Zusammenwirkens von Orthopädie und Leibesübungen", Dr. Schede (Leipzig) überKörpermessung und ausgleichende Körpererziehung". Professor Dr. P i tz e n (Gie­ßen) regte mit seinen Ausführungen über Körperliche Erziehung unserer I u - g e nd" eine aufschlußreiche Aussprache an. Dr. Bragard (München) sprach überAbweichung der Brustform bei Jugendlichen", Dr. Wunder- l i ch (Leipzig) überErgebnisse der Fußunter-

Havas läßt sich aus London melden, daß der englische Kriegsministeraml6. September in Frankreich eintreffe, um den französischen Manövern beizuwohnen.

Der schwedische Außenminister Sandler begab sich von Warschau aus in Begleitung des pol­nischen Außenministers Beck nach Spala, dem Sommerfitz des polnischen Staatspräsidenten, wo er in Audienz empfangen wurde.

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Marquis Pablo de Curruca Aycinena, h e r Ver­treter der Regierung Franco, hat Kar­dinalstaatssekretär Pacelli sein Beglaubigungs­schreiben als Geschäftsträger der nationalspanischen Regierung beim Heiligen Stuhl überreicht. Marquis de Aycinena, der seit Jahren in der diplo­matischen Laufbahn tätig ist, war bereits vor rund 20 Jahren Sekretär der spanischen Botschaft beim Heiligen Stuhl.

Kunst und Wissenschaft

Richard Strauß erkrankt.

Dr. Richard Strauß ist an einer Bronchitis er- krankt und daher nicht in der Lage, anläßlich der Deutschen Kulturwoche in Pans seine OpernRosenkavalier" undAriadne auf Naxos", wie vorgesehen, persönlich zu dirigieren. An feiner Stelle wird Staatsoperndirektor Professor Clemens Krauß (München) die Aufführungen der beiden Opern in Paris dirigieren.

Nlusiklage in Kassel

Stuttgart grüßt die Ausländsdeutschen.

Stuttgart, 27. Aua. (DNB.) Die Stadt der Ausländsdeutschen hatte bereits am Vorabend der 5. Reichstagung der Ausländsdeutschen ein Fest­gewand angelegt. Die staatlichen Gebäude, die Wohn- und Geschäftshäuser prangen im Schmuck Tausender von Fahnen und sind mit grünen Gir­landen und bunt bebänderten Kränzen behangen. Auf dem Hauptbahnhof werden die Gäste von den beiden Symbolen der Stadt, dem roten Segelschiff auf weißem Grunde und dem schwarzen Pferd im gelben Feld, begrüßt. Von dem dem Bahnhof gegen­überliegenden Hindenburg-Bau erstrahlt des Nachts eine Leuchtschrift mit den Worten:Stutt­gart grüßt die Ausländsdeutschen!" Ein künstlerisch hervorragendes Bild bietet der von den klassischen Formen des Königsbaues und dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden neuen Schloß um­säumte Schloßplatz. Als Schmuck für den Königsbau hat man rotorangene Tücher gewählt, deren Wirkung von dem als Sonnenrad gestalteten und in Gold ausgeführten Hakenkreuz bestimmt wird. Auch die Ausschmückung des neuen Schlosses durch das Amt Schönheit der Arbeit der NSG. Kraft durch Freude" macht dem Stilempfinden der gestaltenden Künstler alle Ehre. Die mit Hun­derten von Fahnen sämtlicher Gastländer unserer Ausländsdeutschen übersäte K ö n i g s st r a ß e so­wie die zum Ehrenmal der deutschen Leistung im Ausland führende Adolf-Hitler-Straße gleichen einer Via triumphale. Ein überwältigen­des Bild bietet das nächtliche Stuttgart im Scheine von etwa 30 000 bunten Glühlämpchen. Die Hotels und Gasthäuser sind bis zur letzten Bodenkammer gefüllt, und auch die Privatquartiergeber haben keine Mühe gescheut, um ihren Gästen den Auf­enthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Meine politische Nachrichten.

Im Bürgerbräukeller zu München versammelten sich vor ihrer Abreise nach Italien 450 Jung- volkführer aus allen deutschen Gauen, die im Rahmen des deutsch-italienischen Jugendaustausches einen Geaenbesuch bei der Ballila abstatten, zur Verabschiedung durch den Reichsjugendführer. Die Reise führt zunächst bis Carrara, wo die Jung­volkführer mit der Ballila ein gemeinsames Lager beziehen werden. Am 11 September werden sie in Rom zusammen mit den Ballila-LaaernCampo Dux" undCampo" Mussolini" an Mussolini vor­beimarschieren.

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Der ungarische Reichsverweser, Admiral von H o r t h y , der über Wien seine Urlaubsreife ins Salzkammeraut antritt, wird vermutlich einige Tage in Bad Ischl verweilen. Sodann wird er seine Reise über Bayern, Tirol und Vorarl­berg nach der Schweiz fortsetzen.

Brandstifter aus Geltungsbedürfnis.

Vor einiger Zeit brach in Wassenach ein Feuer aus, bas von einem Mann angelegt worden war, der sich bei den Löscharbeiten hervortun wollte. Vor der Großen Strafkammer Koblenz bestätigte sich die ungeheure Frivolität, mit der der Ange­klagte das Volksvermögen schädigte. Er kam auf feinem Heimwege von der Arbeitsstätte an einer Scheune vorbei. Ihr Anblick ließ in ihm den ver­werflichen Gedanken entstehen, die Scheune in Brand zu stecken. Er zündete sich eine Zigarette an und warf das brennende Streichholzin die mit Stroh gefüllte Scheune, um in einem gewissen Abstand auf den Ausbruch des Feuers zu warten. Als er die Flammen empor- chlagen sah, rannte er gleich mit Alarm- rufen los. Bei den Löscharbeiten war er einer der eifrigsten, so daß schließlich ein Gendarmerie- meister aus dem aufgeregten und prahlerischen Be­nehmen Verdacht schöpfte. Der Angeklagte war ge­ständig und wurde zu zwei Jahren Zucht- Haus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt.

Wegen Amtsunterschlagung ins Zuchthaus.

Wegen Amtsunterschlagung hatte sich der 37jäh- rige Schrumpf aus Koblenz vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte war bei der Post tätig. Während des Nachtdienstes hatte er längere Zeit hindurch die eingegangenen Einschreibebriefe nach Geld unter­sucht. Glaubte er Anhaltspunkte hierfür zu haben, o öffnete er die Briefe sorgfältig, nahm das Geld heraus und verschloß sie wieder. So hatte er im Laufe der Zeit 150 RM. und 31 Dollar aus den Briefen entwendet. Ein Teil des Geldes wurde in der Wohnung des Angeklagten beschlagnahmt. Das Urteil lautete auf ein Jahr und drei Monate Zucht­haus sowie drei Jahre Ehrverlust.

Meuterei in einer französischen Strafkolonie.

In einer Strafkolonie bei Montpellier (Südfrankreich) stürzten sich etwa 20 Sträflinge wie auf Kommando auf den wachthabenden Beamten und überwältigten ihn. Dann st eckten sie das Gebäude in Brand und ergriffen die Flucht. Durch das sofort herbeigerufene Aufgebot von 60 Gendarmen wurden die übrigen Insassen in Schach gehalten, während die Verfolgung der Flüchtlinge ausgenommen wurde. Bisher ist es noch nicht ge­lungen, ihrer habhaft zu werden.

Wetterbericht

des Reichsmetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt

Am Südrande des von England nach Nordruß­land sich erstreckenden Hochdruckrückens verblieb Deutschland im Zufuhrbereich warmfeuchter Luft­massen, die am Freitag vielerorts zu Schauertätig­keit Anlaß gaben. Sie war bei uns im allgemeinen geringfügig, aber in Mittel- und Norddeutschland teilweise von Gewittern begleitet. Heute früh herrschte verbreiteter Nebel. Die Großwetterlage befindet sich in Umgestaltung, die uns zunächst weitere Verstär­kung des Hochdruckeinflusses bringt.

Aussichten f ü r Sonntag: Morgens viel­fach Nebel oder Hochnebel, sonst trocken und meist heiter, mittags warm, zunächst östliche, später süd­liche Winde.

Aussichten für Montag: Voraussichtlich wieder unbeständiges, aber im ganzen noch freund­liches Wetter.

Lufttemperaturen am 27. August: mittags 22 Grad Celsius, abends 16,2 Grad -, am 28. August: morgens 14,2 Grad. Maximum 23 Grad, Minimum heute nacht 12,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. August: abends 19,5 Grad; am 28. August: morgens 16,4 Grad. Niederschläge 0,4 mm. Sonnenscheindauer 6,3 Stunden.

Hauptschriftleiter- Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschrijtleiters Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot (beurlaubt), i V: Dr Fr W Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumjchein Anzeigenleiter.-Hans Beck (beurlaubt) Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Theodor Kümmel D A VII 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange K -G sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2.05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps mehr Einzelverkaufs- ; preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Junt 1935 gült*