Einzelbild herunterladen

F K3

KW B

M -> '4.''

Ir.GoebbelsmdFrNlreWIoWafierinAeubMsberg

daß

Italien und die Dardanellen

getragen wären.

tion hinter den Kulissen der Konferenz von Mon­treux eine Rolle spielte.

Oer Alberi-Kanal.

Von unserem Dr. Kl.-Äerichierstaiter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Brüssel Januar 1937.

Am 16. Juli 1936 ging nach mannigfachen Kri­sen die Konferenz der sogenannten Meerengen- Staaten und der Türkei in M o n t r e u x einem unleugbaren Erfolg für die Türkei auseinander. Die neue Meerengen-Konvention hob die Beschrän­kungen auf, die der Türkei am 24. Juli 1923 auf= erlegt worden waren. Die Türkei kann die Meer­engen wieder befestigen. Sie hat dadurch ihre volle Souveränität gewonnen, und es gibt keinerlei Ein­schränkungen mehr, die geltende Kraft haben. Bei den Erwägungen der Verhandlungspartner spielten

nen Mächte Deutschland und Italien eine sehr wesentliche Rolle. Deutschland nahm nicht teil, weil es nicht Mitglied des Völkerbundes ist, Italien war ferngeblieben, da die englische Politik sich wah­rend des' Abessinienkonfliktes die Türkei als Bun­desgenossen für einen eventuellen Konflikt Roms mit den Völkerbundsmächten verpflichtet hatte. ! Vielleicht aus dieser Erwägung heraus ist das Rach- geben Englands gegenüber der Türkei in Montreux zu verstehen, nachdem unmittelbar vorher noch tast die gesamte englische Presse die Revision des Ab­kommens vom 24. Juli 1923 abgelehnt hatte.

Man hat sich den Umfall Englands so erklärt, daß England in den damaligen Konflikt mit Italien auf die Hilfe der Sowjetkriegsschiffe gegen Italien spekulierte. England behielt sich jedoch eine Klausel vor, wonach die Bestimmungen der Konvention ab­geändert werden können, wenn eine Signatarmacht diese Abänderung mit Hilfe einer anderen beantragt und sich dafür eine Zweidrittelmehrheit findet. In-

Kleine politische Nachrichten.

Nach einem Bericht der Frankfurter Zeitung aus Genf hat man sich dort auf den holländischen Ad- miral de Graf als neuen Völkerbunds­kommissar für Danzig geeinigt. De Graf soll bisher noch keine diplomatische Tätigkeit aus­geübt haben.

Der bisherige Chef des Presse- und Pro­pagandaamtes der Reichsjugendfüh- l r u n g, Oberbannführer Erich Fischer, hat den Reichsjugendführer um Entlastung von seinen Auf­gaben gebeten. Der Reichsjugendführer hat diesem Wunsch stattgegeben und zum neuen Chef des Presse- und Propagandaamtes den bisherigen stell­vertretenden Amtschef Dr. Karl Lapper ernannt.

Auf der Konferenz selbst hatten sich die Vertreter der Signatarmächte, also England, Frankreich, I Sowjetrußland, die Balkanentente und Bulgarien einander in der Bekundung ihrer Sympathien für die neue Türkei fast Überboten, und von der Be­festigung der Dardanellen, die noch kurz vor­her einen so gewaltigen Sturm in der internatio-1 nalen Presse erregt hatte, war bald gar nicht mehr die Rede. Die Schwierigkeit der- Beratungen lag vor allem in der Frage der Durchfahrt der Kriegsschiffe vom Mittelmeer ins Schwarze Meer und umgekehrt. Es gab die übliche Krise auf der Konferenz, Litwinow-Finkelstein drohte mit der Abreise, weil das bolschewistische Rußland nicht das Interesse daran hatte, die Wasser­straße einem friedlichen Schiffsverkehr der Volker zurückzugeben, sondern sie lediglich unter dem Ge­sichtswinkel eines kriegerischen Konfliktes betrachtet. Folglich war die Konferenzpolitik der Sowjets hauptsächlich darauf gerichtet, ihrer Flotte den un­gestörten Ausgang in das Mittelmeer zu sichern und den Mächten, die nicht unmittelbar an die Dardanellen grenzen, diese Möglichkeit zu verbieten. | Das führte zu lebhaften Zusammenstößen mit England, während Frankreich, durch sein Bündnis mit den Bolschewisten gebunden, krampf­haft versuchte, zu vermitteln. Plötzlich gab die britische Regierung nach. Ursprünglich sollte im Falle einer Neutralität der Türkei die Durchfahrt nur den Schiffen der Nationen gestattet werden, die einem angegriffenen Staat zu Hilfe eilen. Ueberraschend erklärte aber England dann, es sei auch bereit, die Regionalpakte einzubezieben unter der Voraussetzung, daß sie beim Völkerbund ein-

Reynaud fordert vierjährige Dienstzeit. Rüstungsaussprache

in der französischen Kammer.

Paris, 28. Jan. (DNB.» Die französisch- Kam- mer begann mit der Beratung von Fragen der Landesverteidigung. Der Abgeordnete I a c q u i - n o t (Linksrepublikaner) bedauerte, daß die franzö­sischen Grenzbefestigungen und das gesamte fran­zösische Heer lediglich auf den Verteidigungszustand eingerichtet seien, und forderte eine größere Be- lweglichkeit für das Heer. Die Moral des Heeres fei gut, trotzdem müsse man energisch ge­gen die kommuni st ische Propaganda in den Kasernen kämpfen.

Der rechtsgerichtete Abgeordnete Marin for- bette ein einheitliches Verteidigungsmini­sterium und eine einheittichere Befehlsgewalt im Falle des Krieges. Diese Umorganisierung müsse schon jetzt in Angriff genommen werden, um keine Zeit zu verlieren. Der Effekttobestand der ! Kriegsmarine sei ungenügend, zahlreiche franzö­sische Kriegsschiffe hätten unvollständige Besatzun­gen. Auf materiellem Gebiet sei Frankreich eben­falls sehr im Rückstand. Der Redner erinnerte an den deutschen Vierjahresplan und forderte die Re- I gierung auf, auf dem Gebiete der I n d u st r i a l i« sierung besondere Anstrengungen zu machen.

Der ehemalige Finanzminister Paul Reynaud erklärte, es genüge nicht, daß Frankreich sich einig I sei, es genüge auch nicht, daß es auf die Unter- I stützung Englands rechnen könne, wenn man nicht wisse, auf wievielen Fronten es zu kämp­fen haben werde. Es handle sich heute darum, die Schlagkraft des französischen Heeres auf das Höchst­maß zu bringen. Reynaud erinnerte an den Bevölkerungs-Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich, der sich auch in der H e e r e s st ä r k e der beiden Länder ausdrücke und der französischerseits nur durch die Einführung der vierjährigen Dienst­zeit ausgeglichen werden könne.

Die Sabotageakte auf den britischen Kriegswersten Ein Geheimdienst zur Bekämpfung des Kommunismus.

Sämtliche Morgenblätter weisen darauf hin, es sich um äußerst gefährliche Versuche gehandelt Hobe, die englische Kriegsflotte zu schädigen und zwar nicht nur durch technische Sabotage, sondern auch durch Aufreizung zur Meuterei und durch politische Zersetzung beim Marinepersonal. Besonders . hervorgehoben wird der Hinweis Hoares, daß es sich um Verbre-1 eben gehandelt habe, die von einerhöheren Organisation" eingeleitet und ange- st'ftet worden seien. Die Tatsache, daß damit Moskau und der Bolschewismus gemeint ist, wird von den Blättern entsprechend der m Eng­land immer noch geübten Zurückhaltung gegenüber den bolschewistischen Zersetzungsmethoden allerdings nur in mehr oder weniger verhüllter Form

angedeutet.

Die konservativ-M o r n i n g P ° st" fpridjt oon einembösartigen Einfluß" in den britischen W-r,- ten, der systematisch gegen di- Sicherheit des Staa- tes arbeite und über erhebliches Menschenmaterial und technische Möglichkeiten verfüge. Die Regierung habe richtig gehandelt, daß sie die Information^-1 quellen über die Tätigkeit dieser dunklen Organisa­tion und der von ihr angestellten Saboteure im Interesse der Staatssicherheit nickst enthüllt habe.

Daily Mail" weist darauf hin, daß durch die Mitteilungen des Marineministers ein bisher streng gehütetes Geheimnis enthüllt worden sei, nämlich das Bestehen eines staatlichen Ge- h e i m d i e n st e s , der mit der Bekämpfung zersetzender Tätigkeit in England beauf=| tragt sei. Dieser in mehreren Jahren aufgebaute Dienst sei heute wahrscheinlich eine der besten Or­ganisationen dieser Art in der Welt und komme an Wirksamkeit dem britischen Geheimdienst irn Weltkriege gleich. Diese Organisation kenne die Me­thoden und Ziele der Zersetzungsagenten genau. Sie kenne die Betätigung der Bolschewisten in den Mu­nitionsfabriken und besonders in den Flugzeugwer­ken sowie unter den Mannschaften aller drei Waf­fengattungen. Sie sei ferner genau unterrichtet über das Kommen und Gehen von K u r - rieren und Instrukteuren zwischen Moskau und der britischen Kommuni­stischen Partei.

London, 26. Jan. (DNB.) Im Unterhaus wurde der Mißtrauensantrag der Labour Party wegen der Entlassung von fünf Arber- t e rn der staatlichen Dockanlagen in Deoonport em- qebracht. Der Erste Lord der Admiralität, Sir Sa­muel H o a r e, erklärte, in den Werften durften nur Leute beschäftigt werden, denen die Regierung voll vertrauen könne. Vor zehn oder zwölf > Jahren sei der Versuch gemacht worden, Unzufrie­denheit unter den Werftarbeitern zu schüren.und sogar Meutereien anzuzetteln. Besondere Vorsichts­maßnahmen hätten daher getroffen werden muffen. Trotzdem hätten die nächsten Jahre eine ganze Reihe sehr bedenklicher Zwischenfälle gebracht. Sir Samuel Hoare zählte eine Reihe von Sabotagefallen auf, die für die Notwendigkeit einer scharfen Über­wachung durch die Regierung zeugten. Es sei klar gewesen, daß die Beschädigungen mit Vorbe­dacht und in böser Absicht vorgenommen

I worden seien. .

I Der Konservative Lord Win ter ton wies dar­auf hin, daß hinter den Zwischenfällen auf Staats­werften eine leitende Organ is a 11 o n stehen müsse Die Sabotageakte seien mit teuflicher Hinter­list durchgeführt worden. Der Führer der Oppo­sition A t t l e e , beklagte sich darüber, daß im Unterhaus nicht die vollen Tatsachen mitgeteilt wor-

I den seien. Sabotage sei etwas außerordentlich Ernstes, und es sei Aufgabe des Ersten LoAs der Admiralität, sie zu verhindern. Die fünf Manner feien als Verräter an ihrem Vaterland angeklagt worden, man habe ihnen aber keine Gelegenheit ge­geben, sich zu verteidigen. Er sehe keinen Grund dafür, warum diese Männer nicht vor einen ^ Gerichtshof gestellt würden, vor dem sie

ihre Aussagen machen könnten

: I Ministerpräsident Baldwin erklärte, die Re- 1 gierung müsse darauf achten, daß politische Ansich- ' ten nicht ihren Niederschlag in Zerstörung und Ver­nichtung fänden. Baldwin lehnte die Anregung, Schiedsrichter für diesen Fall einzusetzen, nut dem Bemerken ab, daß die Regierung alle i n die Verantwortung dafür trage und diese Verantwor­tung auch keinem anderen aufbürden wolle. Was sie verlange, sei nichts anderes als das Vertrauen des Hauses. Der Mißtrauensantrag der Labour Party wurde sodann mit 330 gegen 14b Stimmen abgelehnt.

Genf, 26.Jan. (DNB.) In den Verhandlungen über die Autonomie des Sandschaks Alerandrette ist auch über den letzten noch ausstehenden Punkt, die S p r a ch e n f r a a e eine Einigung zustandegekommen. Amtssprache soll da s Türkische sein, jedoch bleibt es dem Rat über- i lassen, wenn er es für erforderlich halt, eine zweite Amtssprache, das Arabische, anzu- erkennen. Mit dieser Regelung ist die Sprachen- frage praktisch vertagt, aber im voraus zu Um gunften des Türkischen entschieden worden, denn es wird angenommen, daß der Volkerbundsrat einen Ausschuß zur Untersuchung der Sprachenver- hältni se entsenden wird und daß sich aus dieser Untersuchung entsprechend der volksrnahigen Zu­sammensetzung des Sandschaks das U e d e r g e wicht des Arabischen ergeben wird.

und Schelde geht.

In zwei Jahren wird das Werk vollendet sein. Dann können Schifte von 2000 Tonnen hinauf nach Lüttich fahren, sie werden dank der vollkommenen, mit hoher Geschwindigkeit Tag und Nacht arbeiten­den Schleusen in zwanzig Stunden die Strecke AntwerpenLüttich bewältigen, während jetzt auf dem verbesserten und die fertiggestellten Teile des Albert-Kanal benützenden alten Kanal drei Tage nötig sind. Früher brauchte man für die Fahrt gar fünf bis fechs Tage. In zwei Jahren wird auch die jetzt noch schwebende, beim Haager Schiedsgericht anhängig gemachte Streitfrage über die Wafferzuf uhren der Maas entschieden sein. Die Holländer behaupten, der Albert-Kanal entzöge chrem Juliana-Kanal die nötigen Wasser­zufuhren, was aber die Belgier nicht gelten lassen wollen. Sie meinen, die Maas habe genug Wasser für beide Kanäle.

Fra-«, M s'ch feine Kriegsschiffe auch in, Krieg?, falle in rumänischen Häfen mit De jwrforgen, L diesem Zweck die Meerengen durchfahren können. Die jetzt beginnenden Verhandlungen Italiens mit der Türkei sind deshalb von besonderer Bedeutung, weil durch ein Beitreten zu den Abmachungen von [ Montreux Italien als Mttelmeermacht auch die Wacht im östlichen Mittelmeer übernimmt, nachdem eslich mit England über alle Fragen des westlichen Mittelmeers geeinigt hat. Daß diese Wacht praktisch gegen die bolschewistischen Methoden sich wendet, liegt auf der Hand. rL

Rascher Ausbau

der türkischen Kriegsmarine.

Istanbul, 26. Jan. (DNB.)Cumhuriyet" melbet, daß der Schiffsbestand der türkischen Kriegs- | marine einen beträchtlichen Zuwachs erhalten wird. Es ist geplant, in diesem Jahr nach dem Ausland einen Bauauftrag auf z w ei Kreuzer von 8000 Tonnen zu vergeben. Hierüber schweben Verhandlungen mit weiteren aus- ländischen Werften. Weiter ist der Bau von vier Hochseezerstörern und vier Minen- leqern vorgesehen. Im übrigen werden gegen­wärtig auf der staatlichen Werft der türkischen Kriegsmarine im Hafen von Jzmtt vier Unter­seeboote gebaut. In der letzten Zett sind ferner große Bestellungen auf Kriegsmateri al für das Heer und die Luftwaffe nach dem Auslande gegangen.

Oie Sprachenfrage in Alexandrette.

Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Ge­schäftsführer der Stagna (Staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Ur­heberrechte), Leo Ritter, zu seinem 5 0. Ge­burtstag sein Bild mit Widmung über­reichen lassen. Auch der italienische Propaganda­minister A l f i e r i hat als Präsident der Conf6d6- ration Internationale des Societes des Auteurs et Compositeurs Direktor Ritter seine Glückwünsche > ausgesprochen.

Die amlag der deutschen Polizei", am 16. und 17. Januar 1937, durchgeführten Sammlungen für das Winterhilfs- werk des deutschen Volkes haben bis auf einige noch ausstehende Ergänzungsmeldungen den Be­trag von 4 070 067,90 RM. erbracht. Dieses (Ergeb­nis ist besonders hoch zu werten, da das deutsche Volk bereits am 3. und 4. Januar aus eigener Kraft ein Opfer für die notleidenden Volksgenossen gebracht hatte. Don dieser Gesamtsumme haben die Angehörigen der deutschen Polizei, deren Gesamtstärke augenblicklich auf rund 127 000 Mann beziffert wird, über 350 000 Reichsmark ne­ben ihren laufenden Leistungen für das Winter' Hilfswerk aus eigenem Können aufgebracht. *99 500 Kinder hatte die Polizei an diesem Tage

Verlassen, arm und öde, ohne jede Hoffnung war die Gegend im Norden der Provinz Limburg bis zu jenem 2. August 1901, an welchem Tage der Ingenieur Andre Dumont den Ruf: Kohle! ausstieh, wie einst Kolumbus den Ruf: Land! Kohle lockt nicht Abenteurer, Kohle lockt Kapitalien, nicht wild geht's zu, Nicht rasch geht's voran, sondern ordentlich, langsam, aber stetig, ©end, Winterslag, Ortsbezeichnungen, die nichts faglen, sind heute Namen gesund wachsender Stadtgebilde, und wenn vielleicht in den Straßen van Charleroi und Mons in hundert Jahren Gras wächst, werden die limburgischen SwdluiMn In­dustrie-Zentren von europäischer Bedeutung aeworden hin. Denn mit den Kohlerwor ommen der wallonischen Provinzen mmmt ^ allmählich ein Ende, während die in der flämischen Provinz entdeckten süns- bis sechsmal mehr Vorräte bergen, ausreichend für fünf bis sechs ^-^hunderte Ueber- dies sind die Qualitäten ausgezeichnet. Industrie, von der Kohle magnetisch angezogen, wandert all­mählich nordwärts, aus Landschaft wird Gelände, neue Schönheit entsteht und belebender Puls wird sein: der Albert-Kanal.

Dieser Kanalbau ist ein technisches Wunder, das nicht ur möglich gehalten wurde. Der neue Wasser- wea ist die gerade Verbindung des Lütticher In-1 dustriegebiets mit dem Welthafen Antwerpen. Jrn Gegensatz zum bisherigen, der eini wettlauftger, umständlicher, zeitraubender, trotz aller Derbes!e- rungen veralteter ist, läuft der ^rt-Kanal vorn Anfang bis zum Ende ausschließlich durch bet ni ckes Hoheitsgebiet, ein Umstand, der beschweren Entschluß 3nr Ausführung (der Bau kostet immerhin an die zwei Milliarden Franken) I ausschlaggebend wurde. Die maßgebenden Stellen iaben im Plan nicht nur die wirtschaftlichen Ge- geb-nheit-n und Möglichkeiten, sondern x°E° und militärische Erwägungen waren von Anfang an mit der Idee verbunden.

Das Wirtschaftliche versteht sich von selbst. Wachsen des Binnenschiftahrtsverkehrs, Ausgestal­tung und Begünstigung des Antwerpener Hafens her9in ewigem Wettbewerb mit Rotterdam steht, Erweiterung des Hinterlands von Antwerpen, Ent­wicklung des Bergbaus und der neuen Industrien in Limburg, Heranrücken Lüttichs an Antwerpen. Die politischen Erwägungen neigten zugun­sten des Baus, um den durch Jahrzehnte sich hm- einziehenden Mißhelligkeiten und endlosen Derhand- lungen mit dem Haag eine Losung 3" geben, die Belgien auf diesem Teilgebiet der holländisch-bel­gischen Kanalzwistigkeiten, denen der Gegensatz Rotterdam-Antwerpen zugrunde hegt, unabhängig I macht. Die m i l i t ä r i s ch e n Erwägungen führten zum Beschluß, den Kanalbau zu gleicher Zett zum Festungsbau werden zu lassen als nördliches, un­mittelbar an die Maastricher Embuchtimg gesetztes Schlußstück der langen Reche Befestigungen von Namur bis Lüttich. I

Als- kürzlich der Verband der ausländischen Presse in Brüsiel eine Besichtigungsfahrt in die Kanalzone unternahm unter der Führung des Ministers für öffenlliche Arbeiten, Merlot, und der um den Bau verdienten leitenden Funktionäre des Ministeriums, | machten den Ausflug auch zwei Offiziere des Generalstads mit, deren Gegenwart an­deutete welchen Wert die Landesverteidigung die­sem Slbschnitt zumißt. Zu sehen ist übrigens für den Laien nichts oder fast nichts von den mlli- tärischen Anlagen, deren Hauptfort Eben-Ey- mael verborgen hinter der linken hohen Wand des Einschnitts von Caster liegt. Zu scheu sind nur Betonblockhäuser. Posten mit aufgepflanzten Ba;o- netten bewachen jede Schleuse, jede Brücke, leben Zugang und bringen eine kriegerische Note in den Frieden der Kanalregion.

Dieser Einschnitt von Caster ist übrigens einer der Glanzpunkte des Kanals. Seit wir im Sommer 1930 Zeuge des ersten Spatenstichs waren, den I König Albert auf den Höhen des Maas-Tals tat, sind hier wahrhaftig ganze Berge versetzt. Berge durchschnitten worden. In dieser Gegend, dicht an der holländischen Grenze vor Maastricht, war der schwierigste und wichtigste Abschnitt zu bewältigen; die Verbindung mit dem alten Kanal und dem da­mals ebenfalls im Bau begriffenen holländischen Julianakanal. Bereits in vier und einem halben Jahr war die Aufgabe, für die das doppelte an Zeit vorgesehen war, durchgeführt, wozu deutsche Spezialfirmen chre Erfahrungen geliehen hatten.

Fertiggestellt ist auch das untere Stück der An­lage und der Uebergang in den Hafen von Antwer­pen. Nunmehr gilt es, die Schleusen fünf! an der Zahl in der Nähe von Hasselt, der Hauptstadt der Provinz, in Angriff zu nehmen. Die Ausschreibungen sind soeben erfolgt. Don Lüttich bis in die Hasselter Gegend sind fast sechzig Kilo­meter ohne Schleuse auf Niveau 60 (Antwerpen ist Niveau 4). Eine Fahrt auf den fertigen Teilen gibt w uct -------------------- -

überwältigende Eindrücke. Der Anblick des Durch- .. yr^^^n der auf der Konferenz nicht vertrete- sti ch s von Caster ist nach der Ansicht von Ken-I «v,-.- > « h °i * n f. o n oine

nem nur vergleichbar mit dem Durchstich von Ko­rinth. Bewundernswert ist gleich hinter Lüttich das Riesenstauwerk auf der Maas-Insel Monsin, durch das nicht weniger als fast ein Dutzend Schleusen der Maas unterdrückt und doch das Niveau 60 gehalten wurde. Prächtig sind auch die Schleufenanlagen von Petit-La- naye, die die Verbindung zum alten Kanal Her­stellen. Man steht bewundernd vor den gewaltigen | Erdarbeiten beim Orte Eygenbilsen und an anderen Stellen mehr, die fast unausführbar schienen wegen des sumpfigen Bodens, der erst ausgetrocknet wer­den mußte. Da ist ferner nach dem Durchstich von Caster noch der von V r o e n h o v e n alles Lei­stungen, die die Holländer für unmöglich hielten, weil die Trasse durch die Wasserscheide von Maas

s-slös äs - r"

Jetzt scheint die Liquidierung des italienisch-abes­sinischen Problems soweit fortgeschritten zu sein, daß die Türkei den in Montreux gefaßten Beschluj- sen auch ihre Ausdehnung auf Italien geben kann. Der türkische Außenminister Rüdschü Aras wird am 3. Februar in Mailand eintreffen, um mit dem italienischen Außenminister C i a n o die An­gelegenheit zu besprechen. Nach der Verständigung mit England über die Beibehaltung des Status quo im Mittelmeer ist Italien sicherlich dazu bereit, als hervorragende Macht im Mittelmeer auch mit der Türkei die Flur zu bereinigen. Das Fehlen Ita­liens unter den unterzeichnenden Mächten in Mon­treux war besonders deshalb auch für die Türkei peinlich, weil einmal die italienische Flotte ein Machtfaktor im Mittelmeer ist, andererseits Italien Interesse an einem normalen Schiffsverkehr durch die Dardanellen hat. Denn im Jahre 1935 stand es an der Spitze des gesamten Schiffsverkehrs durch diese Durchfahrtsstraße, und zwar mit 2,5 Millionen Tonnen als erste Macht unter 24 Na- - v .

honen Italiens Zurückhaltung war um so bedeu- zwischen haben die Türken die Dardanellen wieder tungsvoller, als die militärische Stärke dieser Na- befestigt, und für England kam es praktisch m