Aus der engeren Heimat.
Gefährliche Schußwaffe inKinderhand.
* Watzenborn-Steinberg, 25. August. Gestern nachmittag ereignete sich in unserem Dorfe ein Unfall, der leicht verhängnisvollste Folgen, ja den Tod eines Kindes zur Folge haben konnte. Ein Junge schoß mit einem Flobert nach Spatzen, traf dabei aber unglücklicherweise das vierjährige Söhnchen des Einwohners Ludwig Rieb. Dem Kinde drang das Geschoß, eine 6-Millimeter-Kugel, dicht oberhalb des Herzens i n d i e B r u st und blieb stecken. Das bedauernswerte Kind mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu danken, daß das Kind nicht auf der Stelle dem Schuß erlag. Wie wir auf Anfrage bei der Chirurgischen Klinik hören, ist das Befinden des Kindes leidlich gut und man hofft, da unmittelbare Lebensgefahr nicht besteht, es am Leben erhalten zu können. Der Vorfall ist ein erneuter ernster Hinweis darauf, daß die Eltern alle Aufmerksamkeit darauf wenden müssen, gefährliche Schußwaffen nicht in die Hände ihrer Halbwüchsigen geraten zu lassen.
Sängertreffen
in Watzenborn-Steinberg.
'V Watzenborn-Steinberg, 24. Aug. Am Sonntag fanden sich die f ü n f G e s a n g o e r e i n e, die unter der Stabführung des Chormeisters Georg Harnisch stehen, zu einem Sänaertreffen in unserem Ort zusammen. Das Treffen wurde zu einem Konzert ausgestaltet. Am Vereinslokal des Gesangvereins „Eintracht" formierten sich die fünf Vereine und marschierten zur Volkshalle. An der Ecke Ferdinand-Werner-Straße/Wilhelmstraße wurde der Marsch unterbrochen, und 350 Sänger brachten den Chor „Die Mahnung" zu Gehör. In der Volkshalle wurde dann ein reichhaltiges Programm zum Vortrag gebracht. Nach dem Sängerspruch vom Gesangverein „Eintracht", der die Aus- arbeitung und Leitung für diesen Tag übernommen hatte, sprach Sangesbruder Karl Ruckelshausen herzliche Begrüßungsworte. Anschließend brachten die Vereine „Frohsinn" Garbenteich, „Eintracht" Klein-Linden, „Germania" Steinbach und „Ger
mania" und „Eintracht" Watzenborn-Steinberg Chöre von Zenger, Reinecke, Hegar, Baumann, Heinrichs, Siegl, Rein und Schöffler zu Gehör, die von den vielen Zuhörern mit reichem Beifall ausgenommen wurden. Den musikalischen Teil führte die Kapelle Otto Bender von hier aus, die für ihre Musikstücke ebenfalls reichen Beifall erntete. Karl Häuser und seine vier Sangesbrüder Karl Pitz, Walter M u ch e, Alwin Lecke und Karl Brücke! überreichten ihrem Verein „Eintracht" zum Andenken an Breslau anläßlich des Deutschen Sängerfestes, das sie miterleben durften, eine künstlerisch ausgeführte Fahnenschleife in den Breslauer und den schlesischen Farben mit Widmung sowie einen Fahnennagel. Anschließend hörte man noch Vorträge der einzelnen Vereine nach freier Wahl sowie Massenchöre.
Landkreis Gießen.
! Großen-Linden, 23. Aug. Am gestrigen Sonntag unternahm der Z w e i g v e r e i n „H ü t- tenberg" vom VHC. einen Halbtagsausflug. Die Wanderung ging zunächst nach Lang-Göns, von da zur „Dicken Eiche" im Kirch-Gönser Feld. Dieser mächtige Baum steht unter Denkmalschutz. Man schätzt sein Alter auf 800 Jahre. Auf schönen Waldwegen ging es d-ann hinab nach Niederkleen, wo die alten, prächtigen Fachwerkhäuser besichtigt wurden. Nach der Kaffeepause setzte ein Landregen ein, der aber keineswegs die frohe Wanderstimmung beeinträchtigte. Der Rückweg führte durch das Kleebachtal, über Dornholzhausen, Hochelheim und Hörnsheim nach Großen-Linden.
0 Allendorf (L a h n), 24. Aug. Die Kleinkinderschule hatte die Eltern der Kinder und die Freunde der Schule zum Sommerfest in den Garten der Schule eingeladen. Unter den Klängen des Posaunenchors marschierte der Zug der festlich geschmückten Kinder in den Garten. Unter Leitung von Schwester Martha Jäger boten die Kinder allerlei Spiele. Zum Schluß kam der mit Sommerblumen geschmückte Wagen an, der die Brezeln für die Kinder brachte. Die Freude der Kleinen erreichte damit ihren Höhepunkt. Der Vorsitzende der Station dankte der Schwester für ihre aufopfernde Arbeit und sprach von dem gemeinschaftbildenden Sinn, der die Arbeit der Kleinkinderschule bestimme.
Aus der nördlichen Wetterau, 23. Aug. Die Zuckerrrübenfelder, die in unserer Gemarkung einen beträchtlichen Teil der landwirtschaftlich genützten Bodenfläche ausmachen, sehen vielversprechend aus. Die Preisgestaltung, die früher Sache der Aktien-Zuckerf-abrik Wetterau in Friedberg war, ist jetzt durch die Hauptoereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft geregelt.
0 Lollar, 24. Aug. Nach achttägigem Aufenthalt im Schullandheim Kesselbach kehrten am Samstag die beiden oberen Klassen der hiesigen Volksschule wieder heim. Die Kinder äußerten sich voller Begeisterung über die dort verlebten schönen Tage. Der Aufenthalt vermittelte den Schülern viele neue Eindrücke und war für sie ein Erlebnis von bleibendem Wert. — Die Neubautätigkeit ist auch in unserem Orte sehr rege. Mehrere Häuser gehen ihrer Vollendung entgegen und können in nächster Zeit bezogen werden. In der „Peter-Gemeinder-Siedlung" haben nunmehr die ersten Siedler ihren Einzug gehalten und fühlen sich glücklich als Besitzer eines schönen und gesunden Eigenheimes. Auch die übrigen Häuser der Siedlung werden in nächster Zeit bezugsfertig. — Am nächsten Sonntag, dem letzten im August, wird hier nach altem Brauch die Kirmes gehalten.
* Grünberg, 24. Aug. Der 52 Jahre alte hiesige Metzger Siegfried Karl zog sich bei der Ausübung seines Berufes eine schwere Infektion zu und mußte unter M i l z b r a n dv e r d a ch t in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden, den.
Kreis Alsfeld.
* Alsfeld, 24. Aug. Das 5jährige Söhnchen des hiesigen Kaufmanns M e r t s ch wurde dieser Tage von einem Hunde angefallen und am rechten Unterarm gebissen. Der Biß hatte eine Infektion zur Folge, so daß das bedauernswerte Kind zur weiteren ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte.
ch D e ck e n b a ch, 24. Aug. Die hiesige Kriegerkameradschaft konnte dieser Tage auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Mit der Feier dieses Jubiläums war gleichzeitig die Weihe ein er neuen Fahne verbunden. Trotz der ungünstigen Witterung war die Festveranstaltung sehr gut besucht. Alle Kriegeroereine der Nachbarschaft nahmen teil. Nachdem die Vereine an den
Orkseingängen abgeholt worden waren, bewegte sich ein Festzug durch das Dorf. Schüler marschierten voraus, es folgte die Fahnengruppe der Vereine und dann die Kameraden. Auch der hiesige Gesangverein „Eintracht" nahm teil. Den Abschluß bildete die hiesige Jugend. Zwei Veteranen im Alter von 91 und 79 Jahren, für die m.an einen Wagen bereitgestellt hatte, nahmen ebenfalls am Festzüge teil. Auf dem Festplatz brachte der Gesangverein „Eintracht" zunächst zwei Lieder zu Gehör. Anschließend wurde in feierlicher Weise die neue Fahne enthüllt.
Kirche und Schule.
Landkreis Gießen.
T feuern-, 23. Aug. Am gestrigen Sonntag besuchte der Propst der Propstei Oberhesfen, Propst Knodt aus Gießen, die Gemeinden Beuern und Bersrod. Vormittags predigte er in gut besuchtem Gottesdienst in Beuern und sprach in der Christenlehre zur Jugend, die fast vollzählig im Gottesdienst versammelt war. Nachmittags besuchte er die Gemeinde Bersrod. Er predigte dort im vollen Kirch- j lein und hielt mit der vollzählig anwesenden Jugend die Christenlehre.
△ Großen-Linden, 23. Aug. Die feierliche Einführung der diesjährigen Kon-, f i r m a n d e n fand gestern in einem besonderen Gottesdienst statt, zu dem die Eltern und Verwandten der Kinder, sowie die Gemeindemitglieder zahlreich erschienen waren. Pfarrer Schultheis richtete ernste Mahnworte an die Eltern und die Kinder. Die Zahl der Konfirmanden ist in diesem Jahre beträchtlich größer als im vergangenen Jahre: sie beträgt 59, und zwar 26 Knaben und 33 Mädchen.
)( L i ch, 24. Aug. Am Sonntag fand im feierlichen Gottesdienst die Eröffnung des diesjährigen Konfirmandenunterrichts statt. Pfarrer Naumann richtete im Anschluß an Psalm 119, Vers 9, Worte freudigen Dankes und ernster Mahnung an die Gemeinde, besonders aber an Eltern und Paten der Kinder. Am Schluß des Gottesdienstes traten die Väter und Mütter der Konfirmanden, nach altem Licher Brauch, an den Altar und gelobten den beiden Geistlichen durch Handschlag, sie in jeder Weise bei der Unterweisung der Konfirmanden zu unterstützen. Es wurden 23 Knaben und 22 Mädchen in den Konfirmandenunterricht eingewiesen, dazu kommen 6 Mädchen aus dem evangelischen Erziehungsheim in Arnsburg.
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Kurhaus Bad-Nauheim Freitag, 27. Ang. 1937, abends 8‘/.t Uhr, groß. Bühnensaal Philharmonisches Konzert (Italienischer Meister-Abend)
1 Resphighi: Die Vögel, Suite für kleines Orchester: a) Präludium, b) Die Taube, c) das Huhn, d) Die Nachtigall, e) Der Kuckuck. 2. Verdi: Vorspiele zum 1. und 3. Akt aus der Oper ,,La Traviata“. 3. Verdi: „Ach ihrer Augen Zauberblick“, aus der Oper ,,La Traviata“ (Marcel Wittrisch). 4. Verdi: Das Lied von der Weide, a. d. Oper „Othello“ (Käte Heidersbach). 5. Verdi: „Nun in der nächt’gen Stille“, Duett aus der Oper „Othello“ (Käte Heidersbach und Marcel Wittrisch). 6. Verdi: Ouvertüre zur Oper „Die Macht des Schicksals“.--7. Verdi: Vorspiel zur Oper
,,Aida“. 8. Verdi: „Als Sieger kehre heim“, aus der Oper „Aida“ (Käte Heidersbach). 9. Leoncavallo: Intermezzo aus der Oper „Der Bajazzo“. 10. Leoncavallo: „Hüll’ dich in Tand“, aus der Oper „Der Bajazzo“ (Marcel Wittrisch). 11. Puccini: Intermezzo aus der Oper „Manon Lescaut“. 12. Puccini: „Eines Tages sehen wir“, aus der Oper „Madame Butterfly“ (Käte Heidersbach). 13. Puccini: „Keiner schlafe“, a. d. Oper „Turandot“ (Marcel Wittrisch;. 14. Puccini: „Mädchen in deinen Augen“, Duett a.d.On. „Madame Butterfly“ (Käte Heidersbach und Marcel Wittrisch).
. SOLISTEN: mb8d
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Heute Mittwoch:
Erstaufführung für Süddeutschland
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weil dann meist der Kopf stecken bleibt. Sie sind leicht zu entfernen, wenn man sie mit Benzin oder öl betupft.
Holzbretter in der Küche werden stets mit sauberem Papier oder mit Linoleum belegt. Nudelbretter wählt man aus Ahorn oder Lindenholz. Kuchenbretter, die zur Zubereitung von Speisen verwendet werden, seift man mit Seife und Sodawasser ab, wozu man notfalls noch Scheuersand nimmt.
Holzfußböden werden geölt oder mit Ölfarbe gestrichen, wenn es sich um Dielen handelt. Parkettfußböden werden gebohnert und wenn notwendig mit Stahlspänen abgezogen.
Holzgefätze, Wannen, Fässer macht man dicht, wenn man heißes Wasser hineingießt, damit das Holz aufguillt Modergeruch entfernt man mit heißem Essig. Holzkohle, durch Verschwelung von Holz gewonnen, dient als Brennstoff beim Braten auf dem Rost (Grill) und in Plätteisen. Holzkohlenpuloer wird zum Klären von Wasser verwendet.
Holzlöffel werden mit Sand abgescheuert. Beim Einmachen von Obst verfärbte Holzlöffel werden wieder weiß, wenn man sie in Chlorwasser kocht. Sie muffen nachher ausgiebig gewässert werden.
Holzstifte, die beim Aufnageln von Schuhsohlen verwendet werden, sind aus Ahorn oder Birkenholz hergestellt.
Holzvertäfelung, Holzbekleidung von Wänden oder Decken.
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Holzwolle, dünne Hobelspäne, die zum Verpacken dienen und schnell entflammbar sind, weshalb sie sich auch zum Feueranmachen eignen. Doch nicht in zu großer Menge auf einmal nehmen, da Feuer dann zu stürmisch entflammt.
Holzwürmer, in Holz lebende Larven verschiedener Insekten. Von ihnen besonders gefährdet ist Eichenholz. Man tötet die Larven, indem man Terpentin oder Petroleum in die Bohrlöcher spritzt und sie mit Wachs oder Glaserkitt abdichtet.
Homöopathie, ein besonderes Heilverfahren, bei welchem die Krankheiten geheilt werden mit Mitteln, welche bei Gesunden der Krankheit ähnliche Erscheinungen Hervorrufen. Die Mittel werden in sehr großer Verdünnung gegeben. Es ist also nicht, wie vielfach angenommen wird, eine „ungiftige" Heilmethode im Gegensatz Aur Allopathie, die mit „Giften' zu heilen versucht. In der modernen Medizin wird die Homöopathie durchaus nicht abgelehnt, nur sollen eben auch die homöopathischen Mittel nicht wahllos angewandt werden, sondern nur auf Rat des Arztes.
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