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Hr.llO Zweiter Blaff

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)

Mittwoch, 2t».Mai 1937

Aus dem Reiche der Krau.

Zweckmäßiges Reisegepäck.

Von Mara Mögender.

Sei es, daß wir uns für eine Gemeinschaftsreise an das Meer, ins Gebirge oder für eine Stadtk­reise entschließen, immer muß die Frau darauf be­dacht sein, im kleinen Handkoffer das mitzunehmen, was sie unter allen Umständen braucht. Kein Stück zu viel denn das zulässige Gepäck ist meist sehr beschränkt! Aber auch kein Stück zu wenig, denn wir wissen ja alle, wieviel von unserem guten Aussehen abhängt! Die heitere Stimmung kann durch einen unzweckmäßigen Anzug verdorben werden.

Für die Fahrt ziehen wir das praktische Kostüm an. Dazu eine dunkle Bluse. Ein zweiter Rock und zwei Helle, frische Blüschen liegen schon im Koffer, lieber dem Kostüm tragen wir den Mantel, und zwar den praktischen Mantel für alle Gelegenheiten. Er muß schon ein wenig Regen vertragen können und darf keinesfalls zu leicht sein. Besonders nicht in Gegenden, wo das Wetter häufig plötzlich um- jchlägt.

Wenn wir außerdem noch zwei Kleider mitführen, sind wir für jede Gelegenheit gut angezogen. Das eine Kleid ist unbedingt so zu wählen, daß es sich für einen Theaterbesuch, zum Tanzen usw. eignet Ein Abendkleid also, das weder pompös noch über­mäßig elegant sein muß und das sich nicht drücken darf. Zerknitterte Kleider wirken stets unordentlich, und zum Bügeln haben wir meist weder Zeit noch Gelegenheit. Das andere ist ein Nachmittagskleid, das wir je nach der Art der Reife luftig, duftig oder auch etwas strenger in Schnitt und Stoffart ausgesucht haben. Ein fester Schuh, der Regen aushält, und ein netter Abendschuh aus Wildleder beschweren das Gepäck nicht sonderlich.

Das neue Hütchen setzen wir auf, natürlich darf es kein Wagenrad sein, das beim ersten Regen in ein unansehnliches Nichts versinkt. Eine praktische, flotte Kappe für schlechtes Wetter, für Autofahrten, Schiffahrten usw. ist leicht unterzubringen. Der moderne. Regenschirm hat im Handkoffer gut Platz.

Die Wäsche nimmt man in zwei bis drei Garni­turen zum Wechseln mit. Auch die Nachtwäsche. Der Schlafanzug ist auf Reisen dem Nachthemd unbe­dingt vorzuziehen. Bergessen wir den leichten Haus­schuh nicht! Er gibt den ermüdeten Füßen wenig­stens abends einige Erholung. Auf längeren Fahr­ten leistet das Luftkissen gute Dienste. Im Sommer sind Badeanzug und Kappe wichtig.

Alle diese Dinge lassen sich bequem in einem normalen Coupekoffer unterbringen, den man selbst tragen kann. Die Reise ist nur dann eine Quelle ungetrübter Freude, wenn man sich und anderen nicht zur Last fällt. Und nun eine fröhliche Fahrt und vergeßt das Wichtigste, die Freude, nicht mit- zunehmen!

Landfrau und LuMuHdienst.

Der Friedenswille des Führers ist unzweifel­haft, und das deutsche Volk glaubt zuversichtlich an diesen Frieden. !Der unbeugsame Friedenswille darf uns jedoch niemals in jenen Schwächezuftand wiegen, der zu einer schädlichen Verweichlichung und schließlich zur Preisgabe der notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen führt. Die grauenhaften Geschehnisse in Spanien, die seit Monaten auch die biedersten Gemüter wachrütteln, müssen uns eine Mahnung sein. Jeder Volksgenosse und besonders jede deutsche Frau muß genaue Kenntnisse über die Schutz- und Gegenmittel besitzen, die bei etwaigen Luftangriffen angewandt werden, sie soll möglichst eine gründliche Ausbildung im zivilen Luftschutz durchmachen. Hunderttausende haben dies bereits klar erkannt, sie arbeiten heute aktiv im Luftschutz als Luftschutzhauswarte, Hausfeuerwehrleute und als Laienhelfer. Aber Millionen Frauen werden noch benötigt, wenn Deutschland wirklich ausreichend geschützt sein soll. Nicht nur Städterinnen, auch die Landfrau muß die Luftschutzarbeiten be­herrschen, denn es ist eine völlig irrige Meinung, daß sich ein Angriff nur auf Großstädte und In­dustriezentren richten wird. Der Gegner wird viel­mehr immer wieder versuchen, durch wiederholte Vorstöße die Bevölkerung zu zermürben und dabei das flache Land nicht verschont lassen. Dann muß die Landfrau in den Abwehrkampf eintreten, um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder und die vorhandenen Lebensmittel und Getreidevorrate schützen zu können. .

Es kommt nicht darauf an, die Frau zu militari5 fchen Aufgaben heranzuziehen, geschweige denn sie auf einen Kampfplatz in der Landesverteidigung zu stellen, dem sie seelisch und körperlich nicht ge­wachsen ist. Die deutsche Frau soll weder Soldat noch Kampfflieger werden. Ihr Aufgabenfeld lieg, im zivilen Luftschutz, der alle Kräfte erfas­sen muß, die bei der kriegerischen Auseinander­setzung keinen Heeresdienst zu leisten haben. Und da hierzu in erster Linie die Frau gehört, ist die For­derung nur berechtigt, daß alle Frauen in der gro­ßen Luftabwehrfront stehen, um die Abwehrbasis zu erweitern und wirksamer zu machen. In diesen Reihen werden sie auch ihren gerechten Anteil am Ausbau der Landesverteidigung haben, der wieder­um zur Sicherung des Friedens führt.

Tlmke Frauenbünde

Aus den Meifterschaftskämpfen in Maschinen­schreiben und Stenographie, die vor kurzem in Bayreuth ausqetragen wurden, bestanden, worüber berichtet wurde, von 180 Teilnehmern 121 die Prüfung.Als Sieger wurden nur Damen er­mittelt", sagt der Kampfbericht lakonisch. Erinnern wir uns: Auch im vergangenen Jahr waren es bei gleichem Anlaß und am gleichen Frauen, die mit den besten Ergebnissen absch ollem Ban 400 Wettbewerbern gingen 57 als deutsche Meister her- vor, davon 27 mit der Note hervorragend , die ersten 12 Plätze wurden von Frauen besetzt; der beste Herrenschreiber stand erst als 19. auf der vollständigen Siegerliste. Eine der zwölf Siegerin­nen des Vorjahres hat jetzt in Bayreuth -in frernd- prachlichen Kurzschreiben eine der drei fehlerlosen deutschen Arbeiten geliefert. Bei solchen Ergebnissen, die sich immer wiederholen, muß man Zufällig­keit wohl ausscheiden und darf man annehmen, daß sich in ihnen tatsächlich eine besondere Veranlagung der Frauen für das Ma­schinenschreiben ausspricht. Woran mag bas liegen? Da ist einmal die leichtere Hand der Frau die n der Regel beweglichere Finger hat als die des Mannes. Die größere Kraft, die er im allgemeinen

bei jeder manuellen Tätigkeit anzuwenden pflegt, ist beim Schreiben auf der Maschine kein Vorteil, sondern sie verlangsamt eher das Tempo. Die Frauenhand arbeitet müheloser und darum schneller. Es ist ja auch bezeichnend, daß von etwa 1,5 Mil­lionen Menschen im Stenotypistenberuf nach den Ermittlungen der DAF. 900 000 bis 1 Million Frauen sind.

Wieviel vermag eine gewandte Maschinenschreibe­rin am Tag zu leisten? Man hat früher auch diese Tätigkeit nach psychotechnischen Gesichtspunkten untersucht und hat Zahlen errechnet, die wohl theoretisch richtig sein können, aber nicht als täglich mögliche Leistung zu werten sind. In der Arbeits­wissenschaft wurde gerechnet, daß in acht Stunden das Maß von sieben Stunden geleistet werden soll, und für die notwendigen Arbeitsunterbrechungen

wurden noch 10 v. H. abgezogen. Man fetzte die Fertigkeit einer guten Maschinenschreiberin mit vier Anschlägen in der Sekunde an, das wären in einer Minute 240 Anschläge, in der Stunde 14 400, durch Abzug der 10 o. H. also 12 960, rund 13 000. Täg­lich wäre in acht Stunden das Siebenfache zu leisten also etwa 90 000 Anschläge. Rechnet man ein Sechstel für einen Durchschlag, blieben immer noch 75 000 Anschläge als Tagesleistung.

Es darf nicht vergessen werden, daß die Tätig­keit an der Schreibmaschine nicht nur eine mecha­nische Fingerübung ist, sondern von der Schreibe­rin Konzentration und geistiges Mitgehen erfordert, wenn sie gute Arbeit leisten soll. Die hervorragende Eignung Der Frauen für den Beruf Der Steno­typistin ist durch die Meisterschaftswettbewerde in Bayreuth aufs neue bestätigt worden. Wp.

as sollen wir trag

en?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Für öie Ferien an der See sind drei praktische Strandkleider gezeichnet.

Modell 1 ist ein Strand- und Luftanzug mit kurzer Hose für heiße Tage. Das Material ist gelbes Leinen, die Blenden am Halse, an den Taschen, der Gürtel sowie die Knöpfe sind aus weißem Leinen. Der Rücken ist vollkommen frei, zur Ergänzung kann das weiße Bolerojäckchen von Skizze 2 dazu getragen werden.

Dieses Jäckchen ist hinten etwas länger als vorn geschnitten, hat kleine Taschen und Aermelaufschläge. Der weiße L e i n e n r o ck (2) mit den breiten, in

einer Richtung eingelegten Falten hat einen breiten, blau eingefaßten Gürtel.

Blau ist auch der P u l l o v e r mit Rollkragen für kühlere Tage. Er hat ein weißes Monogramm ein» gestickt und drei dem Gürtel parallel laufende weiße Streifen eingestrickt.

Das kurze S t r a n d k l e i d (3) ist auch zum Tennisspielen geeignet. Es ist aus weißem Pique, seine Knöpfe sind auch mit Piqus be­zogen.

Der große, aufgefdjlagene Hut ist aus grobem, weißem Stroh. H.

Spargel-Rezepte.

23on Charlotte Hartmann

VA. Der Spargel, eines der angenehmsten Ge­müse, gibt den Auftakt zur sommerlichen Ernte, die in diesem Jahre außerordentlich reichlich auszufal­len scheint. Auch bie mit knappem Wirtschaftsgelde ausgestattete Hausfrau kann täglich irgend etwas mit Spargel" auf den Tisch bringen. Von jungen Feldern sind auch die dünnen Sorten zart und ge­schmackvoll, und der geübte Blick findet bald das Passende.

Ebenso wie wir bei der Seefischbereitung langst mit der einseitigen Methodekochen' und bra­ten" aufgeräumt haben, so können wir auch den Spargel auf mannigfache Art modern und fein­schmeckerisch zubereiten. Für den Liebhaber von Stangenspargel ist als sehr wohlschmeckend eine Würztunke zu empfehlen, die für Spargel­salat angebracht ist. Dem Feinschmecker serviert man die Tunke gesondert und gibt den gekochten, erkal­teten Stangenspargel daneben. Er taucht die Stan­gen einzeln in die Tunke und verspeist sie so Ueber- haupt die Tunke!

Würztunke: Zwei hartgekochte erkaltete Ei­dotter streicht man durch em feines Sied, vermischt sie danach mit einer halben geriebenen Zwiebel, reichlich ein Eßlöffel feinen Senf, knapp einen Eß­löffel Zucker, % Liter Weinessig und so man hat etwas Del. Mit Salz und wenig weißem Pfeffer schmeckt man ab. Das Ganze muß sehr tüchtig verrührt werden Soll die Tunke Schnitt­spargel als Salat aufnehmen, so muß sie mit dem Kochwasser verlängert werden.

Gute Tunken für warm zu reichenden Stangen- sparqel find: Holländische, Kräuter-, Pilz- ober Cremetunke. Alle biefe Tunken gewinnen, wenn man sie im Wasserbabe mit bem Schneebesen auf­schlägt.

Cremetunke: Zwei ganze Eier, 25 Gramm geriebener Käse, 5 Gramm Mehl. 2 Trovfen Essig, nach Vorrat etwas Butter, % Liter Sauerrahm (Dosenrahm), 5 Gramm Salz, 1 Eßlöffel Spargel­

wasser. Bis norm Kochen bicklich schlagen, aber nicht kochen.

Die kinberreiche Mutter ist auf fättigenbe, preis­werte Spargelgerichte bedacht, sie gibt Spargel unb Kartoffeln gemischt, je nach Wunsch zu gleichen Teilen ober 2A Spargel unb Vs Kartof­feln. (Gute Resteverwertung.) Die in fingerlange Stücke geschnittenen Spargel werben in wenig Was­ser mit' Salz fast gar gekocht, gleichfalls bie Schal­ober Salzkartoffeln, erstere werben abgezogen Man schneibet sie nach Belieben in Scheiben, ober so man Salzkartoffeln verwenbet, vor bem Abkochen in Viertel. (Eine gute leichte Einbrenne wirb mit Spargelwasser aufgefüllt, bie Kartoffeln zu einer Art Schwenk- ober Brühkartoffeln bamit angemacht, zuletzt ber Spargel ohne viel Rühren untermischt unb mit Salz unb gehackter Petersilie abgeschmeckt. Das Gericht barf nicht zu fest sein. Fijchklöße, Fleischbällchen können bazu gereicht werben.

Viele Möglichkeiten ber Zubereitung bietet Eier­kuchenteig, je nach Vorrat einfacher ober reicher hergestellt. Der in Salzwasser unter Beigabe von wenig Zucker unb Butter gargemachte Spargel fin- bet in Stangen ober zerschnitten Verwenbung zu eingehülltem Spargel"; man backt Untertassen große Plinsen (Eierkuchenteig), schlägt in bie ein­zelnen Stücke einige Stangen Spargel unb stellt sie dicht auf die erwärmte Schüssel. Nach Wunsch mit Reibkäse bestreuen und Tunke überziehen.Schicht­eierkuchen" erhalten eine oder mehrere Zwischenlagen aus dicklich angemachtem Spargelgemüse, Tomaten, Pilzen, Reis oder Fleischresten.

Spargel inrot-weiß" kann sehr wirtschaft­lich zubereitet werden. Man kocht den in Stangen geschnittenen Spargel gar. Bereitet eine (Einbrenne, die mit dem Kochwasser aufgefüllt wird. Reichlich Reibkäse wird vorbereitet. Rauchfleischreste oder Schinkenreste werden gehackt. Etwas Tomatenbrei, Schinken und Käse gibt man in die fertige Tunke und schmeckt sie mit Salz ab. Gut erhitzen, jedoch nicht mehr kochen lassen Zu Röstkartoffeln oder Brot reichen, auf Wunsch mit hartgekochten (Eiern garnieren. (Recht reichlich dickliche Tunke bereiten.)

Vom Deutschen Frauenwerk.

Mancher, ber in biesen Tagen in ben X)ien|träu« men ber Post ober ber Gliederungen ber Partei bie Mahnung einbringlicher Plakate liest: Hilf mit im Deutschen Frauenwerk' benkt unwill­kürlich:Unsere Frauen!" Hal nicht gerabe ber Nationalsozialismus erkannt, daß die Frauen nicht in das öffentliche Leden gehören? Man möchte sein Leben am liebsten nur für sich leben, möchte, daß die Frauen nur mit ben Kinbern unb bem Hause beschäftigt wären. Gewiß, in einer Zeit, in ber bas öffentliche Leben bes Volkes zu einem Parteien- zwist ber Tagespolitik herabgesunken war, war eine tiefe Kluft zwischen bem Leben ber Familie unb ber Berufsgemeinschaft, bem Staatsleben. Aber in einem Reiche, bas in ber Familie bie eigentliche Zelle bes Staates sieht, aus bem alle Berufskräfte erwachsen, kann es eine derartige Kluft nicht geben. An unserer Einstellung unb Mitarbeit liegt es, im neuen Staat unb seinen Organisationen bie bamals zerrissenen Verbinbungen mieber herzustellen. Un­sere Frauen sollen bem Ruf zur Mitarbeit im Deutschen Frauenwerk folgen. Hier finb alle bisher bestehenben Frauenverbänbe unb -ver­eine unter Führung der Reichsfrauenführerin, Frau ©ertrug Schvltz-Klink, zusammengefaßt. In ben Abteilungen: Reichsmütterdienst, Hilfsdienst, Volkswirtschaft/Hauswirtschaft, Erziehung und Schu­lung uff. werden alle deutschen Frauen, Hausfrauen und Mütter, Berufstätige aller Gruppen unb Stänbe jeben Alters unb jeber Vermögenslage zu­sammengefaßt unb bem praktischen Leben zugeführt. Hier handelt es sich nicht um eine öffentliche Tätig­keit im vergangenen agitatorisch politischen Sinne ober ummilbe Wohltätigkeit", sondern um ein sinnvolles Zusammenarbeiten aller aufbauenben Kräfte für Deutschland Das Deutsche Frauenwerk führt im Mai eine große Aufklärungs- unb Werbeaktion mit allen ihm zu Gebote stehenben Mitteln bis in bas kleinste Dorf, bie entlegenste Sieblung durch. Freilich muß man gerabe auf bem Lanbe bebenfen, baß bie Bäuerin­nen, Sieblerfrauen unb ßanbfrauen im Augenblick nicht bie rechte Zeit haben, um sich gerabe jetzt in stärkerem Maße mit biesen Fragen zu beschäftigen. Hinzu kommt, baß in biesen Wochen an ihre Müt­terlichkeit eine weitere Aufgabe gestellt wirb, die ihr viel Zeit kosten wird. Es werden 300 000 Plätze für Ferienkinder auf dem Lande geschaffen werden. 300 000 Stadtmädel und -jungen sollen durch die große Kinder-Landverschickung der NSV. sich in braungebrannte, frische, frohe Menschenkinder verwandeln.

Sv gibt es eine Fülle von Aufgaben für unsere Frauen im Dienst an der Volksgemeinschaft Auf­gaben, die die ganze Mütterlichkeit der Frauen ver­langen, seien sie nun verheiratet oder unverheiratet, in Kinderstube und Haushalt, am Schreibtisch, an der Maschine, in der Großstadt oder auf bem Lanbe. Wir müssen dabei auch ber kleinen tapferen Schar von Frauen gebenden, bie als erste Kämpferinnen ber Bewegung bie Idee des Führers verfochten, das Werk der Männer durch eine vom Frauentum erfüllte Arbeit zu unterstützen. Aus der einsatzberei­ten kleinen Schar wuchs die Organisation der NS.- Frauenschast, die am 1. Oktober 1931 gegründet wurde. Von ihr erhält das Deutsche Frauenwerk die zuverlässigsten Mitarbeiterinnen und Leiterinnen, um die Gemeinschaft aller Frauen auf dem großen Arbeitsfeld der Frau im Haushalt Deutschlands zu betreuen. H. C.

Organisation in der Küche.

praktisch sein" läßt sich lernen.

Die Küche ist unbestritten das Reich der Frau, unb boch ganz ketzerisch gedacht manchmal wäre es nicht unangebracht, einen Mann in die Küche zu setzen: so, nun organisiere mal!

Besser aber, wir organisieren selbst. Also, der Abfalleimer muß natürlich zwischen Herd und Anrichtetisch stehen. Es ist ja ein ewiger, über­flüssiger Umweg mit den Abfällen vom Tisch her erst zum Abfalleimer und dann mit dem zuge­putzten Gemüse ober Fleisch zum Herb zu laufen, statt beides auf einem Wege abzumachen. Warum hängen die Handtücher und Geschirrtücher nicht näher am Abwaschtisch? Man tropft mit nassen Händen nur den Boden voll, wenn man erst die Reise nach dem Tuch antreten muß. Warum steht der Anrichtetisch weiter vom Herd entfernt als der Küchenschrank? Umgekehrt ist es richtig!

Warum ist auf bem Anrichtetisch ein solches Durcheinanber? Weil es in ber Küche nur eine A b st e l l st e l l e gibt! Dabei sinb zwei solcher Flächen unerläßlich. Die eine, ber Tisch, also eine Abstellfläche in Sitzhöhe, wirb gebraucht, um Ge­schirr abzustellen, um Pakete auszupacken, um Sachen zu orbnen, um Gemüse im Sitzen zu putzen. Die zweite Abstellfläche, möglichst eine Aus­ziehplatte bes Küchenschrankes, soll höher sein. Hier bereitet bie Hausfrau alles zu, was rasch gehen soll, unb wozu sie sich nicht setzen kann. Aus biesem Grunbe muß bie Fläche immer höher fein als bie des Tisches, soll bie Hausfrau nicht unnötig an­gestrengt werben unb vorzeitig ermüben.

Warum ist ber Beleuchtungskörper zwar mit einer reizenden Porzellankrause umgeben, die aber leider einen großen Teil des Lichtes schluckt? Warum nicht einen flachen Mattglasschirm an­bringen, der die Lichtstreuung nach allen Seiten fördert? Warum sind immer zu wenig Haken für Geschirrtücher da, wo es doch geringe Mühe kostet, neben bie vorhandenen noch ein paar einfache Haken einzubohren? Es sieht viel netter aus, wenn die Tücher nicht unter dem Halter auf dem Boden liegen.

Und was ist das für eine Lappenwirtschaft? Ueberall treiben sich Lappen herum, teils grau, teils weiß, teils sauber, teils weniger. Die Hausfrau kennt sich vielleicht aus in der Bestimmung der ein­zelnen Tücher, aber ein anderernicht diesen Lappen, der ist nur für die Ausgüsse! Laß schon, es macht mich bloß nervös, wenn einer in der Küche herumwirtschaftet...!" Ja, die Nervosität wäre ausgeschaltet, wenn jeder Lappen, wie jedes Tuch, seinen oorgefd)riebenen Platz oder Haken hätte. Man kann so leicht mit Wäschetinte die Be­stimmung des Lappens in eine Ecke schreiben. Außerdem finden sich Dinge, die an ihren vor­bestimmten Plätzen liegen, immer leicht^ als andere... B.L.